Warum ich Light Art Fotograf wurde

Vor einigen Jahren, wenn ich mich recht erinnere war es Ende des Jahres 2012, bin ich eher durch Zufall über sehr beeindruckende Lichtkunstfotografien gestolpert. Fotografen haben mit größter Präzision Figuren aus Licht erschaffen und diese durch Ausleuchtung perfekt in die jeweilige Umgebung eingepasst. Sie nannten es LAPP - Light Art Performance Photography.
Mir war, im Gegensatz zu den meisten anderen ungeübten Betrachtern solcher Fotos, sofort klar, dass die Herrschaften das tatsächlich so fotografiert, und nicht irgendwie in Photoshop zusammengebastelt haben. Ich war infiziert, umso mehr Bilder ich mir anschaute desto größer war mein Wunsch auch solche Bilder zu machen. Aber, wie fange ich an, was brauche ich alles? Ich begann also im Internet  zu recherchieren... und fand... fast nichts. Na gut, dachte ich, David Copperfield verrät seine Tricks auch nicht, aber wenn die das können kann ich das auch! Ich fing also an zu experimentieren. Alles was leuchtet in der Wohnung und im Keller zusammen gesucht, in allen möglichen Geschäften nach LED-Spielzeugen ausschau gehalten, einige Leute so lange genervt, dass sie mir bei den Fotos geholfen haben (Danke Erik, Anni und Christian) und dann ging es los. Die ersten Ergebnisse waren dann doch eher ernüchternd, mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich nicht in ein par Wochen Fotos wie JanLeonardo Wöllert machen werde. Gleichzeitig wuchs natürlich meine Bewunderung, weil ich jetzt wusste wie viel Arbeit in diesen Bildern tatsächlich steckt und wie weit ich noch von wirklich guten Bildern entfernt bin. Viele hätten sicher an diesem Punkt aufgegeben, ich wollte bessere Light Art Bilder machen. Das ist immer noch mein Antrieb. Ich will nicht anderen Fotografen Konkurrenz machen. Ich will keine besseren Bilder machen als die Fotografen die mich damals inspiriert haben und das immer noch tun. Ich will morgen ein besseres Bild machen als heute, so einfach ist das.  

Den meisten geneigten Betrachtern meiner Bilder wird der Aufwand für solch ein Foto nicht so recht bewusst sein. Der Aufwand für dieses Foto:
- Bau des Tools für die Kreisscheibe: 1 Stunde

- Bau des Anzugs: 3 Stunden

- Bau des Lichtschwertes: 5 Minuten :-)

- Aufbau der Szene (Scheibe platzieren, Kamerastandpunkt suchen, Lampen für die Ausleuchtung des Raumes platzieren): 2 Stunden

 - Testaufnahmen: 30 Minuten

- das Foto aufnehmen: 10 Sekunden, ja, ich habe das so alles gleichzeitig aufgenommen (Scheibe, mich als Model und die Ausleuchtung)

Nicht mitgerechnet sind dabei die vielen Stunden um überhaupt zu Verstehen wie man ein solches Bild choreografiert.

Material: LED LENSER X21R.2 (300€), X21.2 (200€), X21 EMD UV-Version (unbezahlbar), M7RX (150€), 3 mal M3R (je 50€), 4 Stative (zusammen 850€), Lichtformer für Schwert und Scheibe (30€), Material für den Anzug (50€), Akkus, Batterien, Gaffa, Kabelbinder und anderer Kleinkram (20€), Akkuschrauber (270€) 
Also über 6 Stunden Zeit investiert und Material für ca. 2000€ benutzt, Kamera, Objektiv, Stativ dafür und Fernauslöser nicht mitgerechnet. Das ist also nur etwas für Besessene. Ich hoffe, ich hab jetzt niemanden von euch demotiviert sich auch an solchen Bildern zu versuchen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei JanLeonardo Wöllert, Heinz-Jörg Wurzbacher, Garry Krätz, Ummel und Gus Mercerat für die Inspiration bedanken. Ohne euch und eure Bilder hätte ich mich vermutlich niemals an solchen Fotokunstwerken versucht. Mit einigen der genannten Herrschaften bin ich mittlerweile befreundet, schon alleine dafür hat sich die ganze Mühe gelohnt.

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