Soziale Netzwerke und Online-Galerien

In den nächsten Beiträgen werde ich über meine Erfahrungen in verschiedenen sozialen Netzwerken, Online-Bildergalerien und Communities berichten.

Als erstes ist es ganz gut zu überlegen was man erreichen will.
Meine grundsätzlichen Ziele bei fast allen meiner Onlineaktivitäten:

- möglichst viele Leute sollen meine Bilder sehen

- ich möchte möglichst viel Rückmeldung haben ob meine Bilder nicht nur mir gefallen

- ich möchte sachliche Kritik um bessere Bilder zu machen

- möglichst viele Leute sollen auf meiner Homepage und auf meiner Künstlerseite bei Facebook landen

- ich möchte mich mit netten Leuten austauschen und damit den Zusammenhalt in der Light Painting Gemeinschaft fördern und die Kunstform Light Art Photography einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen

- ich möchte coole Fotos anderer Fotografen sehen

Teil 1: flickr

Flickr ist die vermutlich größte Fotogalerie im Internet. Bei flickr recht viele Follower und somit Betrachter der eigenen Bilder zu bekommen ist recht einfach, wenn man weiß wie's geht. Allerdings ist flickr nicht annähernd so hip und cool wie Instagram, mir als altem Knochen aber ziemlich Schnuppe.
Wenn es euch also wichtig ist, dass möglichst viele Leute eure Bilder anschauen ist flickr die erste Wahl. Es sind dort, nicht wie bei Facebook, Twitter & Co., ausschließlich andere Fotografen und Fotointeressierte unterwegs.

Als erstes solltet ihr möglichst viele Leute gewinnen die euch folgen. Sucht andere Fotografen die ähnliche Interessen haben und folgt ihnen, viele werden euch dann auch folgen. Schaut euch deren Bilder an, kommentiert sie und markiert sie als Favoriten. Ihr solltet das aber nur bei Fotos machen die euch tatsächlich gefallen.

 

Ladet nur eure besten Bilder hoch, wenn ihr zu viele "Aussetzer" zeigt werden sich die meisten Follower von euch abwenden. Ladet nicht zu viele Bilder auf einmal hoch. Wenn ihr 20 sehr ähnlich Bilder auf einmal hochladet wird sich die kaum jemand alle ansehen. Für mich hat sich 1 Bild pro Tag als "sehr effektiv" erwiesen. Ich bin sehr präsent und nerve aber niemanden mit zu vielen Bildern.

 

Da ich nicht nur ein fotografisches Thema habe versuche ich auch abwechselnd Bilder aus den verschiedenen Bereichen hochzuladen, und nicht 20 Tage lang Light Paintings und dann 10 Tage Fotos von Lost Places. Sicher gibt es unter meinen Followern einige die sich nur für eins meiner Themen interessieren, und ich möchte sie möglichst alle bei Laune halten. Mittlerweile finden allerdings einige eingefleischte Urbexer meine Light Art Bilder gut und fangen an sich für das Thema zu interessieren und zu begeistern. Und das freut mich dann am meisten.

Gruppen

Ich teile meine Bilder in recht vielen Gruppen. Die Gruppen sollten unbedingt zu eurem Thema passen, es bringt nichts ein Light Painting in einer Gruppe für Landschaftsfotografie zu posten.  Man kann nicht pauschal sagen ob ein Bild in einer Gruppe mit sehr vielen Mitgliedern, und somit sehr vielen Bildern, mehr Aufmerksamkeit bekommt als in einer Gruppe mit 2000 Mitgliedern welche aber genau die gleichen fotografischen Interessen haben wir ihr.

Schaut euch am Besten erstmal in den Gruppen um in denen die Leute denen ihr folgt ihre Bilder teilen.

Die Anzahl der Gruppen ist so weit ich weiß nicht limitiert, manche meine Bilder sind in über 150 Gruppen. 

 

Sonderfall Award-Gruppen:  In bestimmten Gruppen müsst ihr für jedes Foto welches ihr postet ein oder auch mehrere andere Fotos mit einem vorformulierten Kommentar versehen. Das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber meiner Erfahrung nach bringt das recht viel Aufmerksamkeit für die eigenen Bilder.

 

Wenn es für euer spezielles Thema keine Gruppe gibt dann gründet einfach eine und sucht alle Gleichgesinnten und  schickt ihnen 'ne Einladung für eure Gruppe.

Explore

Die meiste Beachtung erfahren die Bilder bei flickr Explore, oder "Entdecken" wie es auf der deutschen Seite heißt. Nach welchen Kriterien die Bilder dafür ausgewählt werden ist recht intransparent. Man kann selbst wenig Einfluss darauf nehmen ob ein Bild bei Explore gezeigt wird. Die Anzahl der Klicks, Favoriten und Kommentare hat höchstwahrscheinlich keinen Einfluss darauf, und wenn dann werden eher Bilder mit wenig Klicks ausgewählt als welche mit 3000 oder mehr. Wenn euer Bild in mehr als 4 bis 5 Gruppen, vor allem Award-Gruppen ist geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null, dass es bei Explore gezeigt wird. 

 

Ich poste meist ein Bild und teile es in 1 bis 2 Gruppen. Nach einigen Tagen teile ich das Bild dann in allen relevanten Gruppen. Nach einigen Erfahrungen werden die Bilder meist kurze Zeit nach dem posten für Explore ausgewählt.

Tags

Verseht eure Bilder mit guten, sinnvollen Schlagwörtern. Viele Leute suchen bei flickr selbst aber auch bei Google und anderen Suchmaschinen nach Bildern zu einem bestimmten Thema. Die Anzahl der Tags ist bei flickr nicht begrenzt oder zumindest recht hoch, und mehr als 30 fallen mir meist auch nicht ein.
Die meisten Seiten lesen die Tags aus den Metadaten des Bildes, die einfachste Variante ist also das Bild vor dem Hochladen mit den passenden Tags zu versehen. Wenn ich ein Bild auf 10 verschiedenen Seiten hochladen spare ich mir so einiges Getippe. 

Teilen

Bei flickr habt ihr die Möglichkeit jedes Foto direkt auf Facebook, Tumblr, Twitter und Pinterest zu teilen. Ihr solltet diese Funktion nutzen um Leute von "außen" auf euer Portfolio aufmerksam zu machen und als Follower zu gewinnen. Darüber hinaus könnt ihr über diese Funtkion auch einen Link zum Einbetten auf anderen Seiten, z.B. eurer eigenen Homepage, generieren lassen. 
Ein weiterer Vorteil liegt an der besseren Darstellung der Bilder als z.B bei Facebook, also teile ich meistens den Link zu flickr anstatt das Bild direkt bei Facebook zu posten.

Alben

Speichert eure Bilder in sinnvoll erstellten Alben. Wenn ihr verschiedene Themen habt, Light Art, Lost Places, Landschaften usw. erstellt zu jedem Thema ein Album. Wenn sich jemand für eure Light Art Fotos, aber überhaupt nicht für Landschaften interessiert bietet ihr somit euren Besuchern die Möglichkeit sofort nur das zu sehen was ihn oder sie interessiert. Ein Bild kann in beliebig vielen Alben sein, somit könnt ihr zusätzlich eine für euch selbst passende Struktur aufbauen, alle Bilder aus dem Jahr 2015, oder ähnliches. 

Den Besuchern wird es meist völlig Wumpe sein wann ihr das Bild aufgenommen habt, euch selbst sicher nicht. Allerdings bietet seit einiger Zeit flickr selbst mit der Funktion "Aufnahmen" eine gute Funktion zum filtern der Bilder nach dem Datum, allerdings nur nach dem Upload-Datum. 

Oder ich erstelle ein zusätzliches Album für die Bilder aus meinen Workshops damit die Teilnehmer "ihre" Bilder schnell finden und packe sie dann einmal ins Album "Light Art" oder "Light Painting" und zusätzlich ins Album "Workshop". Die Möglichkeiten zu einer guten Organisation eurer Bilder für euch und eure Besucher sind fast grenzenlos.

Galerien

Galerien bieten die Möglichkeit Bilder anderer Fotografen auf eurer flickr Seite zu speichern. Somit habt ihr eine einfache Möglichkeit Bilder, die euch gut gefallen oder euch inspirieren nach Thema für euch zu speichern. Wenn ihr 5000 Bilder favorisiert habt und eins von vor einem halben Jahr noch mal anschauen wollt werdet ihr diese Funktion schätzen.

Darüber hinaus könnt ihr anderen Fotografen zeigen was euch so gefällt. Bei einer guten Auswahl nutzt das sicher auch wieder eurer Popularität.

Statistiken

Wenn ihr die Kohle für den Pro Account ausgebt habt ihr die Möglichkeit Statistiken anzeigen zu lassen. Ihr seht wie viele Klicks, Favoriten und Kommentare ihr an einem bestimmten Tag, für ein bestimmtes Bild und für die gesamte Zeit bekommen habt.

Fazit

positiv:
- ein großes Publikum

- man bekommt recht einfach viel Aufmerksamkeit

- die Plattform lässt sich recht vernünftig bedienen, die meisten Funktionen sind sehr durchdacht

- es wird nicht dauernd was geändert

- nach meinen Erfahrungen ist flickr, im Gegensatz zu manch anderen Plattformen, relativ frei von irgendwelchen Modeerscheinungen, da gibt es keine Flut von Eichhörnchen, dann sind Füchse modern, dann Polarlichter usw. Vermutlich ist flickr für solche Phänomene zu groß und vor allem zu international.

 

negativ:

- die Rückmeldung zu den Bildern ist oftmals recht emanzipiert von der Güte des Fotos, also wenn ihr unsicher seid ob euer Bild wirklich granatenmässig gut ist könnt ihr das an der Zahl der Klicks und Favoriten nicht ablesen, dafür braucht ihr andere Plattformen, dazu dann mehr in den nächsten Folgen

- um in Kontakt mit anderen Fotografen zu kommen ist flickr auch nicht die erste Wahl, nach meinen Erfahrungen geht es dort recht oberflächlich zu, einen persönlicher Kontakt zu anderen Leuten mit gleichen Interessen konnte ich bisher noch nicht bei flickr herstellen, allerdings hab ich es auch noch nicht so sehr darauf angelegt weil so etwas bei Facebook einfacher geht

- Links unter den Bildern werden meist nicht wahrgenommen und kaum geklickt, es somit recht schwierig die Leute von flickr aus auf eure Homepage oder anderswo hin zu lotsen

 

Ich hoffe, ich konnte etwas zu eurer Erhellung beitragen.

https://www.flickr.com/photos/lichtkunstfoto/

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