3 Wochen Ostsee

- Light Art Photography & Light Painting Fotografie
Leuchtfeuer Dornbusch

Er war leider viel zu kurz, unser Aufenthalt auf den Inseln Rügen und Hiddensee. Mit dabei waren Marla, Erik (12 Jahre)  und Max (14 Jahre).
Da ich keinen LKW fahre, und die Insel Hiddensee autofrei ist mussten wir unsere Ausrüstung auf ein Minimum reduzieren. Wir hatten eine Tasche voller Light Painting Zeugs, einen Fotorucksack, eine Fototasche und ein Stativ dabei. In den Taschen waren unter anderem NikonD750, Nikon D300s, Samyang14mm/2,8, Tokina 12-24mm/4, Tokina 28-70/2,8, Nikkor35mm/1,8, Nikkor 50mm/1,8,  Tokina 135mm/2,8, 2 Led Lenser X21R.2, 1 M7RX, mehrere M3R, M1 und M5, Farbfilter, verschiedene Lichtformer, Gaffa-Tape und noch einige anderer Kleinigkeiten. Immer noch ganz schön viel Gewicht für den Transport ohne Auto.

Es hat ja auch irgendwie seinen Reiz minimalistisch Light Art Fotos zu machen, genau das Gegenteil zur Arbeit im gut ausgestatteten Studio. 

Einige Bildideen für unsere Lightpainting hatten wir schon im Kopf, andere entwickelten wir erst vor Ort.
Nach den ersten erholsamen Tagen ging es an unsere erste Light Painting Session in die Goor, einen ca. 1ha großem Buchen-Urwald in der Nähe von Putbus / Rügen.

- Light Art Photography & Light Painting Fotografie
Notlandung

Erik hatte die Idee in einem nach vorne offenen Orb in einem goldenen Anzug abgebildet zu werden. Es sollte wirken als wäre er als Außerirdischer soeben gelandet und tritt aus dem Orb heraus. Im Anschluss daran sollte der Wald ausgeleuchtet werden. 
In den ersten Testaufnahmen habe ich mich erstmal an dem "halben" Orb versucht. Im zweiten Schritt haben wir Testaufnahmen der Ausleuchtung mit zwei Led Lenser X21R.2 gemacht.

Dann ging es an das finale Bild. Zuerst unser Model Erik ins Bild geleuchtet, dann den Orb gedreht und zum Schluss den Wald mit den Taschenlampen ins Bild geholt. Das Ergebnis (rechts) ist der zweite Versuch, Erik war zufrieden mit seinem Bild, also ging es ans Einpacken und den Rückweg. 
Manchmal kann Lightpainting auch schnell gehen, nach ca. 2 Stunden waren wir wieder in unserem Ferienhaus.

Light Art Projekt Nummer 2: LED-Taschenlampe gegen den Vollmond.

Diesmal waren Marla und ich in einer Vollmondnacht im Lauterbacher Yachthafen unterwegs. Als erstes haben wir getestet wie lange wir bei dem starken Mondlicht überhaupt belichten können. Länger als 90 Sekunden bei Blende 11 waren nicht drin. Ich mache ja lieber Lightpainting in Ruhe, ohne Zeitdruck, aber wir wollten ja schließlich gegen den Mond gewinnen. Also, ausreichend helle Lampen für Blende 11 präpariert und los ging es. Das helle Mondlicht genügte uns völlig zur Ausleuchtung, also mussten wir "nur noch" die Lichtmalerei auf den Sensor bringen, und unsere maximale Belichtungszeit im Auge behalten. Das war recht anstrengend, Spaß hat es aber trotzdem gemacht.
Im Anschluss habe ich dann noch ein "normales" Foto im herrlichen Mondlicht gemacht, glücklicherweise haben die Boote nicht so sehr geschaukelt.

Zwischendurch habe ich noch einige choreografische Fotografien aufgenommen. Light Painting mit festen Lichtern und bewegter Kamera.

Unser nächster nächtlicher Ausflug führte uns dann in den Schlosspark Putbus. Wir hatten uns bei Tageslicht zwei Spots ausgesucht; einen großen, abgestorbenen Baum und einen aus Feldsteinen gemauerten Pavillon.
Problem Nummer 1: dieser Pavillon, und vor allem die ihn umgebende Mauer sind schief, das Gelände ist alles andere als eben. Nach einiger Zeit hatten wir die Kamera so gut es ging ausgerichtet und konnten mit unseren Light Art Fotos beginnen. Im Bild 1 habe ich zuerst den Orb in dem Pavillon gedreht, dann diesen ausgeleuchtet und zum Schluss die Bäume ausgeleuchtet. Der vierte Versuch war dann recht zufriedenstellend. 
Das zweite Bild war dann schon etwas aufwendiger, ich wollte den Pavillon zum "glühen" bringen. Erstmal haben wir die Position der Kamera noch mal verändert und dann mit den Testaufnahmen begonnen. Blaues Licht auf den Pavillon, im zweiten Schritt oranges Licht in den Pavillon und im dritten Schritt blaues Licht auf die Mauer, den Rasen davor und auf die Bäume. Blau ist eine recht "schwierige" Farbe im Light Painting, es vermindert die Schärfe und Tiefe im Bild. Die zufriedenstellende Abstimmung der 3 Lichtquellen gelang uns mit der fünften Aufnahme.

 

Die Schwierigkeit bei Bild Nummer drei und vier war, dass die "schöne" Seite des Baumes nicht so recht frei war. Es waren mehrere andere Bäume im Weg; entweder aus Richtung der Kamera oder aus Richtung des Lichts hinter dem Baum. Wir sind bestimmt 30 Minuten mit Lampe und Kamera um den Baum herumgeschlichen um die beste Position für die Aufnahme zu finden. Und 100% zufrieden bin ich trotzdem nicht mit den Bildern, der Baum kommt nicht so zur Geltung wie ich mir das vorgestellt hatte.

Die weiße Frau von Hiddensee

Die Idee, die Sage der weißen Frau von Hiddensee in einem Light Art Foto zu verarbeiten stand schon vor unserer Reise zur Insel fest. Eigentlich spukt die weiße Frau ja in der Heide zwischen Vitte und Neuendorf, andererseits sollte im Bild auch klar zu erkennen sein, dass wir auf der Insel Hiddensee sind. Also entschieden wir uns letztendlich für die Umsetzung am Leuchtturm Dornbusch, dem Wahrzeichen der Insel. 
Das größte Problem dort hatten wir mit den vielen Mücken; und wenn ich viele schreibe meine ich VIELE, wirklich VIELE. Alleine an meiner linken Hand zählte ich über 20 Mückenstiche. Marla, Erik und Max wurden auch nicht von den Blutsaugern verschont. Für euer tapferes Durchhalten danke ich euch.
Wir begannen mit einigen Testaufnahmen des Leuchtturms. Das Bild ganz oben habe ich mit ISO 6400, Blende 2,8 mit 14mm Brennweite und 30 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen. Uns blieb also genug Spielraum für unser Light Painting. 
Zuerst habe ich die weiße Frau (Marla) ins Bild geleuchtet, dann das Lightpainting von ihren Händen aus gemalt, die Treppe blau beleuchtet und zum Schluss Leuchtturm, Rasen, Bäume und Sträucher ausgeleuchtet. Belichtungszeit waren über 5 Minuten bei Blende 8 und ISO 100. Immer begleitet von tausenden von Mücken, aber was macht man nicht alles für ein Light Art Bild. Die Kamera wurde bei diesen Bildern souverän von Erik bedient.
Nicht nur wegen der vielen Mücken haben wir etliche Anläufe bis zum fertigen Bild gebraucht, entweder war die weiße Frau kaum noch zu sehen oder zu deutlich oder ich habe die Ausleuchtung verhauen. Beim neunten Versuch haben wir aufgehört, unter anderen Umständen hätten wir sicher noch weiter versucht das Ergebnis zu verbessern. 

Als Abschluss unserer Reise haben wir dann noch eine Light Painting Session mit den Kindern am Strand von Kloster gemacht. Hier stand eindeutig der Spaß im Vordergrund, und den hatten wir.
Ich danke euch für die schöne gemeinsame Zeit an der Ostsee und freue mich schon auf unsere nächste gemeinsam Reise.

Ich konnte genug Kraft für unsere nächsten Projekte tanken:
Fotofestival Görlitz - www.fotofestival-goerlitz.de/ 

Photokina Light Art Congress phoLAC2016 - www.glpu.de/congress/

Light Painting & Light Art Workshop im Oktober 

Ich freue mich auf euch.

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