10 Tipps für bessere Fotos

1. Vergesst den Automatikmodus

Eure Kamera ist doof, sie weiß nicht welche Belichtungszeit und welche Blende für eure Bildidee; für eure Bildaussage am besten geeignet ist. Sie kann weder euer Motiv sehen noch in euren Kopf hineinschauen, sondern nur irgendwelche technischen Parameter messen. Also, macht euch die Mühe und denkt kurz darüber nach was ihr wie darstellen wollt und wählt entweder die Zeit oder die Blende oder beides selbst aus.

 

2. Lest die Bedienungsanleitung eurer Kamera

Man sollte meinen, dass jeder als Erstes die Anleitung seiner Kamera studiert, aber ich kenne viele Fotografen die das nicht tun und dann an der Location anfangen zu rätseln wie Dieses oder Jenes eingestellt wird. Oft ist dann das Licht oder das Motiv weg und sie haben die Aufnahme verpasst.

 

3. Benutzt das RAW-Format

Wenn ihr im JPEG-Format aufnehmt gehen durch die Komprimierung viele Informationen verloren die der Sensor ursprünglich aufgenommen hat. In der Bildbearbeitung sind die Korrekturmöglichkeiten viel größer wenn ihr im RAW-Format aufnehmt.

 

4. Eignet euch grundlegendes Wissen in der Bildbearbeitung an
Dinge wie Anpassung des Weißabgleichs, Farbkorrektur, Schärfen, Entrauschen, Kontrast, Sättigung, Helligkeit, Umwandlung in schwarzweiß, Schnitt... sollte jeder sicher beherrschen. 

 

5. Geht raus und macht Fotos

Bessere Fotos mache ich nicht wenn ich vor dem Rechner sitze und die Fotos anderer Fotografen bewundere und Youtube-Filmchen anschaue in denen irgendwelche Leute erklären wie diese oder jene Fototechnik funktioniert. Besser werde ich nur wenn ich Bilder mache und diese dann genau anschaue und überlege was ich das nächste Mal besser machen kann, und wie ich das besser machen kann.

 

6. Denkt nicht so viel über eure Ausrüstung nach

Sicher gibt es zum Teil große Unterschiede zwischen den verschiedenen Kameras und vor allem den Objektiven. Der Anteil der Kamera und der Linse an einem wirklich guten Foto ist allerdings meist sehr gering. Viel wichtiger sind Dinge wie Bildaufbau, Licht, Bildidee, Licht, Farben und vor allem das Licht. Wenn ihr absolut sicher seid, dass ihr alles was technisch möglich ist aus eurer Ausrüstung rausgeholt habt und dann an Grenzen stoßt ist es dann doch mal Zeit über die Anschaffung einer neuen Kamera oder eines neuen Objektivs nachzudenken.

 

7. Benutzt Festbrennweiten

Wenn ihr dann doch Geld ausgeben wollt kauft euch kein fünftes Zoomobjektiv sondern eine Festbrennweite. Die Ergebnisse mit einem 100€ teuren 50mm/1.8 werden immer besser sein als mit einem 24-70mm/2,8 für 1500€. Ein weiterer Vorteil ist die viel bewusstere Bildgestaltung weil ich nicht einfach am Zoom drehe um den Bildausschnitt zu ändern sondern ganz bewusst meinen Standort verändern muss. Und ein wenig mehr Bewegung kann auch nie schaden.

 

8. Macht eure Fotos für euch

Für wen fotografiert ihr? Für irgendwelche Follower bei Instagram oder Flickr? Für eure Facebook Freunde? Für andere Fotografen? Sicher freue ich mich wenn mein Bild bei flickr 17000 Klicks und 600 Sternchen hat. Und natürlich freue ich mich auch wenn JanLeonardo Wöllert, Patrick Rochon, Eric Paré oder Pala Teth meine Light Paintings gut finden, aber viel wichtiger ist, dass ich selbst zufrieden mit dem Ergebnis bin.

Und in das glückliche Gesicht einer Kundin oder eines Kunden zu sehen wenn sie "ihr" Bild als großen Print übergeben bekommen ist unbezahlbar, auch wenn es bei flickr nur 800 Klicks hat weil es den Fotografenkollegen nicht gefällt.

 

9. Schaut nicht dauernd auf den Erfolg anderer Fotografen

Sicher kann man sich von dem einen oder anderen erfolgreichen Kollegen inspirieren lassen. Aber ihr solltet auf keinen Fall Fotos machen nur weil sie vermutlich viel Aufmerksamkeit im Internet bekommen werden weil eben einige Fotografen im Moment sehr erfolgreich mit einer bestimmten Art der Fotografie oder einer bestimmten Art des Post Processing sind. Das kann auch ganz schnell wieder vorbei sein. Bleibt euch treu, was natürlich nicht meint, dass ihr euch nicht weiterentwickeln sollt.

 

10.  Fotografiert bewusst

Ich erlebe oftmals Fotografen, die fast pausenlos auf den Auslöser drücken und dann hinterher 95% ihrer Bilder löschen. Ist ja auch einfach mit einer Digitalkamera und bei den aktuellen Preisen für Speicherkarten. Manchmal haben sie bei den restlichen 5% auch den ein oder anderen Glückstreffer dabei. Manchmal aber eben auch nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass es dann auch wieder viel unnötige Arbeit macht 5000 Fotos zu sichten und zu sortieren. 

Eure Ergebnisse werden mit Sicherheit bessere sein wenn ihr vor jedem Betätigen des Auslösers kurz darüber nachdenkt was ihr tut und was das Resultat werden soll. Denkt über euren Bildaufbau nach. Behaltet immer die wichtigen Einstellungen (ISO, Belichtungszeit und Blende) im Blick. Ab welchem ISO-Wert wird das Bildrauschen wirklich störend? Bei welcher Blende mit der benutzten Brennweite kann ich mein Motiv freistellen? Mit welcher Belichtungszeit kann ich die schnelle Bewegung meines Motivs einfrieren oder in einer Bewegungsunschärfe darstellen? Sitzt der Fokus dort wo ich ihn haben will? usw.

Allzeit gutes Licht und immer bessere Fotos
Sven

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