Eine Taschenlampe ohne Fokus im Light Painting?

Light Painting mit der Anker LC130

Da die Firma Led Lenser in letzter Zeit nur noch Lampen auf den Markt bringt, die nicht so gut für den Bereich Light Painting und Light Art Photography geeignet sind bin ich immer auf der Suche nach Alternativen. Ich kann im Light Painting keine Lampe benutzen die nach einiger Zeit langsam die Helligkeit reduziert. Was soll dieser Mist? 

Hersteller von Taschenlampen gibt es wie Sand am Meer. Die meisten Lampen kommen für den Einsatz im Bereich Lightpainting aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage. Schlechtes Bedienkonzept, ungleichmäßiger Lichtkegel, kurze Laufzeit, hoher Preis, zu groß, abnehmende Helligkeit, unkonventionelle Stromversorgung... um nur mal einige zu nennen. 
Welche Lampen wir im Light Painting benutzen erfährst Du hier.

Taschenlampen von Anker

Die Firma Anker war mir bisher nur als Hersteller von Powerbanks, USB-Ladegeräten und USB-Kabeln bekannt. Die Qualität dieser Sachen ist gut. Mehrere 4-fach Ladegeräte und Powerbanks benutzen ich seit vielen Jahren und bin bisher sehr zufrieden damit. 
Seit einiger Zeit vertreibt die Firma Anker 3 verschiedene Taschenlampen, also eigentlich 4. Wobei das Model LC40 in zwei verschiedenen Varianten erhältlich ist.

Neben der kleinen LC40 mit 400 Lumen baut Anker die fokussierbare LC90 mit 900 Lumen und die LC130 mit, Du hast es sicher schon erraten, 1300 Lumen.

Die LC40 wäre für den Einsatz im Light Painting recht interessant wenn sie denn fokussierbar wäre. Weil diese Lampe kein großes Loch in den Geldbeutel reißt werde ich sicher trotzdem demnächst mal eine zum Testen bestellen und berichten.


Die LC90 konnte ich in der letzten Woche kurz testen. Die angegebenen 900 Lumen dürften stimmen. Ich habe allerdings keine Möglichkeit die Heiligkeit zu messen. Im Vergleich mit anderen Lampen wie der Led Lenser M7RX, X21.2 oder Walther XL1000 passt die Helligkeit jedenfalls zur Angabe des Herstellers.
Die Lampe ist gut verarbeitet, robust und leicht. Befeuert wird sie mit einem mitgelieferten 18650er Akku der sich in der Lampe über einen USB-Port laden lässt.  
Gekauft habe ich diese Lampe nicht. In diesem Bereich sind wir schon gut mit anderen Lampen ausgerüstet und außerdem passt sie (höchstwahrscheinlich) nicht in den Universal Connector, der Kopf ist 4 Zentimeter dick. Im Light Painting kann man sie sicher gut zur Ausleuchtung kleinerer bis mittlere Bereiche verwenden. 
Wenn Du eine normale Taschenlampe suchst kannst Du mit der LC90 für aktuell 28€ inkl. Akku nicht so viel falsch machen. 

Eigenschaften der Anker LC130

Ich habe eine Weile überlegt ob ich überhaupt eine Lampe ohne Fokus-System kaufen sollte. Im Light Painting ist es meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt, dass der Lichtkegel variabel ist. Für einige Einsatzbereiche benötigt man allerdings keinen Fokus.

Irgendwann hab ich die LC130 dann bei Amazon bestellt, offensichtlich sind die Anker Lampen dort exklusiv erhältlich. Wenn sie Scheiße ist, schicke ich sie zurück, so meine Überlegung. Ich hab sie nicht zurück geschickt. 

Die Verarbeitung der Lampe ist gut. Der Hersteller gibt eine Schutzart von IP67 an. Starken Regen, ein kurzes Bad in der Pfütze und Stürze aus 1,5 bis 2 Metern Höhe sollte die Lampe also unbeschadet überstehn.

In der Lampe sind 3 Cree XP-G2 Led's mit jeweils 5 Watt verbaut. Angetrieben werden diese von einem mitgelieferten Akku 26650 mit 5000 mAh. Bei voller Helligkeit beträgt die Stromaufnahme rechnerisch ca. 3500 mA, nach etwas mehr als 1 Stunde ist der Akku demzufolge leer.

Der Akku lässt sich über USB in der Lampe laden. Unterwegs kann man den Akku mit einer Powerbank oder im Auto laden, eigentlich ganz praktisch. Wechseln kann man den Akku aber natürlich auch.


Die Lampe ist 180mm lang, der Kopfdurchmesser beträgt 60mm, das Hinterteil hat einen Durchmesser von 35mm. Mit eingesetztem Akku wiegt die Lampe schlanke 387g. Die Lampe liegt gut in der Hand. Trotz des recht großen Kopfes  und der langen, "leeren" Endkappe ist sie gut ausbalanciert. 

Bedienung der Anker LC130

Über den einzigen Schalter am Ende der Lampe schaltet man nacheinander die 5 Modi durch, 3 Helligkeitsstufen, Strobe und SOS.

Bei voller Helligkeit liefert die Lampe 1300 Lumen, zu den beiden kleineren Stufen macht der Hersteller keine Angaben. Gefühlt sind das ca. 50% und 30%. Der Strobe-Modus läuft mit der vollen Leistung. Mir gefällt, dass die Lampe den zuletzt eingestellten Modus beibehält. Da können sich Hersteller wie Led Lenser und vor allem Walther mal was abschauen. Was mir ebenfalls gut gefällt ist, dass man den Schalter antippen kann um die Lampe kurz leuchten zu lassen. Ebenfalls kann man durch mehrmaliges kurzes Antippen den Modus vorwählen bevor man den Schalter durchdrückt.

Zur Leuchtdauer der einzelnen Modi schweigt sich Anker ebenfalls aus, einzige Angabe sind 6 Stunden Leuchtdauer, vermutlich für die kleinste Stufe.

Hier mal ein Vergleich von links nach rechts:
- Led Lenser M7RX, 600 Lumen, 220g, 150 x 35mm, ca. 200€ (kaum noch erhältlich)

- Anker LC130, 1300 Lumen, 387g, 180 x 60mm, ca. 60€

- Walther Pro XL1000, 920 Lumen, ca. 1kg, 350 x 55mm, ca. 70€

- Led Lenser X21R.2, 3200 Lumen, 1,4 kg, ca. 300€

 

Wie im Bild zu sehen ist, ist die Lichtfarbe der Anker Taschenlampe etwas kühler als die der M7RX und der Walther. Im direkten Vergleich passen die angegebenen 1300 Lumen zu den 600 bzw. 920 Lumen der anderen beiden Lampen.

Der Lichtkegel ist schön gleichmäßig mit einem hellen Spot in der Mitte. Somit ist die Reichweite recht groß, laut Hersteller leuchtet die Lampe 365 Meter weit. 

Zur Ausleuchtung von Räumen oder auch von Bereichen im Freien befestige ich meist Backpapier am Kopf der Lampe um eine möglichst weiche und gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Bei dieser Arbeitsweise kann man auf ein Fokussystem durchaus verzichten. Nötigenfalls kann man auch zwei Lagen Backpapier anbringen wenn der Abstand zwischen Lampe und angeleuchtetem Objekt kurz ist.

 

Fazit

Die Lampe ist aufgrund der kompakten Größe und des geringen Gewichts als dauerhafte Begleiterin sehr geeignet. Die X21 würde ich ebenso wenig  permanent im Rucksack mit mir rumschleppen wollen wie die großen Lampen von Walther. Für die Light Painting Session mit dem langen Fußmarsch bleibt ab jetzt das große Besteck zu Hause. 

Ich werde wohl noch 3 bis 4 dieser Lampen bestellen. Bis dahin wird das gute Stück erstmal ausgiebig weiter getestet und vor allem werde ich überprüfen wie sehr ich den fehlenden Fokus vermisse.

Einige Beamshots werde ich nachreichen sobald es nicht mehr so bitterkalt ist. 



Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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