Convoy S2+ mit farbigen LED's

Light Painting mit modifizierten Taschenlampen

In den meisten Fällen benutzen wir Farbfilter vor weißen Taschenlampen um Farbe ins Bild zu bringen. Diese schlucken einen mehr oder weniger großen Teil des Lichtes. Ein Filter in dunklem Blau lässt nicht mehr als 10% des Lichtes der Taschenlampe durch. Aus den 3000 Lumen Anfangshelligkeit der Led Lenser X21R.2 werden also 300 Lumen. Im Bereich der Langzeitbelichtung könnte man natürlich einfach 10 Mal so lange belichten um die gleiche Helligkeit wie bei weißem Licht im fertigen Light Painting zu haben, schwierig wird es allerdings wenn ein Model im Bild 15 Minuten still stehen soll.
Diesem Effekt kann man begegnen in dem man farbige LED's mit hoher Leistung benutzt. Solche Taschenlampen kann man allerdings nicht fertig kaufen, ich habe jedenfalls bisher keine gefunden. Also, selbst ist der Light Painter. Mittlerweile habe ich mehrere Convoy S2+ mit Led's in verschiedenen Farben modifiziert.


Momentan erhältlich sind Cree XM-L und XP-E LEDs in den folgenden Farben: Rot, Grün, Blau, Gelb, Orange, Violett, Hellblau und verschieden warmen Weißtönen. Der Umbau der S2+ ist recht einfach, die Lampe ist modular aufgebaut. Ebenfalls erhältlich ist die Convoy S2+ als leeres Gehäuse ohne Treiber und LED. Also entweder man kauft eine fertige Lampe mit weißer LED und tauscht diese aus oder man nimmt ein leeres Gehäuse und baut Treiber und LED selbst in die Lampe ein. Da die LED's die gleiche Leistung haben ist die Helligkeit auch fast gleich. Die 10 Watt LED's liefern mit einem 2,5 Ampere Treiber ca. 750 Lumen, egal ob weiß, blau oder gelb. Das von mir verwendete Luxmeter ist allerdings auf die Messung des vollen Lichtspektrums ausgelegt. Wie zuverlässig die Messung ist wenn ich damit nur einen Teil des Spektrums, also nur eine Farbe, messe vermag ich nicht einzuschätzen.

Wir haben die Lampen jetzt schon einige Male in unseren Light Paintings benutzt. Hellblau und Orange (10 Watt XM-L LED) sind im Bild gleich hell, genauso wie Rot und Blau (3 Watt XP-E LED). 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Die Gehäuse sind in verschiedenen Farben erhältlich. Zur besseren Unterscheidung kann ich also z.B. die rote LED in ein rotes Gehäuse einbauen. Eine kleine Markierung wie im Bild oben tut es aber natürlich auch. Die Convoy S2 ist zum einen in einer langen Version für 18650 Akku sowie in einer kurzen Version für 18350 bzw. 16340 Akku erhältlich.


Von links nach rechts: 3 Watt rot in einer kleinen Lampe mit Fokus, Convoy S2+ 10 Watt Orange, 10 Watt hellblau, 3 Watt blau, 3 Watt rot, 10 Watt weiß

Die Lampe ganz links war nur ein Test; Fokus ist ja immer ganz nett. Allerdings ist diese Lampe nicht sehr geeignet für solche Umbauten. Zum Einen kann das Gehäuse die Wärme nicht gut ableiten und zum Anderen ist die Umbau alles andere als einfach weil die LED mit einem (Reflektor)Blech festgeklemmt ist welches nicht einfach ab zubekommen ist und sich ganz schnell beim Aus- und Einbau verbiegt. 

Technische Daten

Daten und Messungen zu Laufzeit, Temperatur und Helligkeit der Convoy S2+ mit hellblauer Cree XM-L2:

Leistung: 10 Watt
verwend. Akku: 18650 - 3,7 Volt, 2600mAh
max. Strom: 2,5 Ampere

Laufzeit (höchste Stufe): 63 Minuten
max. Temperatur: 80°C nach 28 Minuten (gemessen am Kopf der Lampe mit IR-Thermometer)
max. Lichtstrom: 780 Lumen

Modi: Lo (10%) - Med (50%) - Hi (100%) - Strobe - SOS

 

Nach 13 Minuten erreicht die Lampe meine persönliche Temperatur-Schmerzgrenze von 65°C. Während der Messung lag die Lampe unbewegt auf dem Tisch. Die Umgebungstemperatur betrug 22°C. Wenn man die Lampe im Light Painting benutzt, also bewegt, wird sie sich sicher nicht so schnell erwärmen. 

Üblicherweise ist solch eine Lampe in unseren Light Painting nicht länger als 2 Minuten eingeschaltet. 


Nach 63 Minute zeigte die Lampe durch Blinken an, dass der Akku leer ist. Die Spannung betrug 3,63 Volt, die Temperatur des Akkus lag nach dem Entfernen aus der Lampe bei 45°C. Das Ladegerät hat danach 1910 mAh in den Akku geschoben. Den Akku, und auch die LED mit solch hohen Temperaturen zu betreiben ist der Lebensdauer beider sehr abträglich. Aus diesem Grund habe ich diese Messung nur einmal für die eine Lampe durchgeführt. Ich kann also nicht bestätigen, dass die Werte für die anderen Farben identisch sind.

 

Die modifizierte S2 ist also, genauso wie fertig gekaufte Exemplare mit weißer XM-L Led, in der höchsten Stufe nicht dauerbetriebsfest. Für den Einsatzzweck Light Painting spielt das allerdings keine große Rolle. Wenn wir tatsächlich mal länger als 10 Minuten ausleuchten wollen benutzen wir entweder mehrere gleiche S2+ oder die im Bild unten zu sehenden größeren Convoy C8 (mehr Material = bessere Wärmeableitung).

 

Der unschlagbare Vorteil der modifizierten Lampen, oder auch fertig konfektionierter S2+, ist, dass die Helligkeit über die gesamte Leuchtdauer recht konstant bleibt. Ganz im Gegensatz zu Lampen von Led Lenser, Walther oder anderen namhaften Herstellern. Um aus Marketinggründen eine möglichst große Helligkeit und eine möglichst lange Laufzeit angeben zu können wird die Helligkeit, zumindest im hellsten Modus, nach kurzer Zeit stark reduziert. Die angegebenen Lumen liefern solche Lampen  nur kurz nach dem Einschalten. 

Welche Bauteile brauche ich?

- Leergehäuse Convoy S2+ 18650er Version

- Cree XM-L 10 Watt  Color 16mm PCB

- Treiberplatine für XM-L2 17 mm 2500mA

 

- Cree XP-E 3 Watt Color 16mm PCB

- Treiberplatine für XP-E 17mm 1000mA

- Wärmeleitpaste

 

Werkzeug:
- Lötkolben oder besser Lötstation ( den Gaslötkolben benutze ich nur wenn ich in der Sonne sitzen will ;-) )
- Stahlzirkel zum Ein- und Ausbauen sowie zum Öffnen der Pill
- Justierzange damit Du Dir beim Löten nicht die Finger verbrennst


Einbau der LED und des Treibers

Variante 1

Die einfachste Variante ist der Umbau einer fertigen Taschenlampe. Die Kosten liegen zwar um einige Euro höher als bei der zweiten Variante, aber dafür sparst Du Dir einiges an Arbeit. Diese Variante funktioniert ausschließlich mit den 10 Watt XM-L LED's. Fertige 3 Watt Versionen der S2+ sind meines Wissens nach nicht erhältlich.

 

Die eventuelle Fehlersuche ist bei dieser Variante einfacher sollte die Lampe nach dem Umbau nicht wie erwartet leuchten. Alle Bauteile der Lampe außer der neuen LED haben ja schließlich vorher funktioniert.

Im Gegensatz zu den Bausätzen ist die Lampe über Amazon in einigen Tagen bei Dir zu Hause. 

 

Zuerst schraubst Du die drei Teile der Lampe auseinander, Endkappe, Akkurohr und Kopf. Dann drehst Du mit dem Zirkel die Messingpill aus dem Kopf der Lampe. Danach entfernst Du vorsichtig den kleinen Kunstfoffflügel von der LED. Nach dem Verzinnen der Anschlüsse an der neuen LED lötest Du die beiden Leitungen von der verbauten LED ab, entfernst diese von der Pill und lötest die Leitungen an die neue LED. Achte auf die richtige Polarität. Meist ist die Leitung für Plus rot und für Minus blau. Die Anschlüsse der LED sind mit + und - beschriftet. Falls der Hersteller nicht genügend Wärmeleitpaste zwischen Pill und LED-Platine hatte, oder das gar komplett vergessen hat solltest Du etwas Wärmeleitpaste auf der Rückseite der LED-Platine auftragen. Nimm nicht so viel, das Zeug sollte auf keinen Fall an der Seite rausquellen nach dem Du die LED auf die Pill gedrückt hast. 

Kontrolliere nochmal ob die Leitungen wirklich fest und sauber verlötet sind und befestige dann wieder den kleinen Plastikflügel an der LED. Meist rastet das Teil mit einem kleinen Klick an der LED ein. Dann kommt die Pill wieder in den Lampenkopf. Zieh sie nicht zu fest mit dem Zirkel an, wackeln oder klappern sollte aber keinesfalls etwas. Akkurohr rangeschraubt, Akku rein, Endkappe ran, Schalter betätigen und schon leuchtet Dein neues Schmuckstück in der gewählten Farbe.


Von links nach rechts: Cree XM-L RGBW, Cree XM-L 10 Watt hellblau, 3 Watt warmweiß, Cree XP-E 3 Watt rot, Treiber 2,5 A für 10 Watt Led


Variante 2

Einbau der LED und des Treibers in ein leeres Gehäuse (Host). Im Unterschied zur oben beschriebenen Vorgehensweise musst Du hier noch den passenden Treiber in die Messing-Pill einbauen. Dazu entfernst Du den kleinen Messingring und fädelst die beiden Leitungen durch die Löcher der Pill. Dann lötest Du die Leitungen an die LED-Platine, bringst etwas Wärmeleitpaste an der Rückseite der LED an, ziehst die Leitungen so weit es geht in die Pill zurück und befestigst dann die Treiberplatine mit dem kleinen Messingring. Zum Schluss lötest Du die Messingfeder an der Rückseite des Treibers an. Diese Feder wird mit dem Host mitgeliefert. 

Alle anderen Arbeitsschritte sind wie bei Variante 1.

 

Viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen und allzeit gutes Licht

Sven

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Kommentare: 1
  • #1

    Garry Krätz (Sonntag, 06 Mai 2018 18:52)

    Nun mein Lieber-bist Du jetzt auch endlich von LL weggekommen und zudem die Vorteile der Farb LEDs gegenüber den Folien überzeugt worden? Es gibt nach LL, Walther und Convoy S Serie schon wieder einige neue Varianten der EMD Color Cip Serien .Lass Dich überraschen!!!