Light Painting und Umweltschutz

Light Painting in der Natur

In der Euphorie während des Light Painting in der schönen Landschaft vergisst man leicht sich Gedanken über die Auswirkungen des eigenen Handels für Tiere und Pflanzen zu machen. 

Die Achtsamkeit gegenüber der Natur, und vor allem für andere Lebewesen sollte auch beim Light Painting nicht auf der Strecke bleiben. 

Grundsätzliche Verhaltensregeln im Light Painting

Wir haben uns bestimmte Verhaltensregeln selbst geschaffen. Auch im abgerocktesten Lost Place halten wir uns an diese Regeln, aber vor allem wenn wir in der Natur unterwegs sind.

 

- Wir haben immer einen Müllsack dabei. Auch das kleinste Stück Gaffa-Tape nehmen wir wieder mit.

- Wir machen nichts kaputt. Schon gar nicht reißen wir irgendwelche Pflanzen raus oder entfernen ein Vogelnest weil es sonst unseren Bildaufbau stören würde.

- Wir benutzen Pyrotechnik nur wenn die elementaren Regeln des Brandschutzes eingehalten werden können. Wir entfernen brennbares Material und haben mindestens 2 Feuerlöscher dabei. Sollten wir Zweifel haben ob wir nicht evtl. doch etwas in Brand setzen verzichten wir auf den Einsatz von Feuerwerk. 


- Laser sind ein schönes "Spielzeug" im Light Painting. Wir benutzen sie grundsätzlich nur in geschlossenen Räumen und wenn sichergestellt ist, dass niemand, auch kein Tier, von den Strahlen getroffen werden kann.

- Wir vermeiden unnötigen Lärm. Zum Einen um nicht die Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen und zum Anderen um Mitmenschen und andere Lebewesen möglichst wenig durch unsere nächtliche Arbeit zu beeinträchtigen.

- Wir verwenden keine Stahlwolle in unseren Lightpainting Bildern. Abgesehen davon, dass ich diesen Bilder noch nie etwas abgewinnen konnte ist der Einsatz von Stahlwolle, gerade im Freien, viel zu gefährlich. Das Zeug verbrennt mit sehr hoher Temperatur. Man kann schlecht beeinflussen wie weit die Funken fliegen. In den letzten Jahren haben die verehrten Kollegen auch schon so Einiges abgefackelt. Die Verbrennungsrückstände beim Drehen von Stahlwolle sind rasiermesserscharf, Tiere oder auch barfüßige Menschen könnten sich daran verletzen.

Light Painting im Naturschutzgebiet

Dieses Bild haben wir auf der Insel Hiddensee aufgenommen. Die Insel gehört zum Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft". Die Kernzonen Gellen und Neuer Bessin dürfen nicht betreten werden. Seit vielen Jahren fahren wir auf die Insel, mit den Regeln und Gepflogenheiten sind wir also vertraut. Gefühlt kennen wir jeden Stein, auch in der Dunkelheit finden wir uns sofort zurecht. Und auf der Insel ist es dunkel, sehr dunkel. 

 

Auf der Insel gibt es viele bedrohte, seltene Tierarten. Da ich kein Biologe bin weiß ich nicht genau welche Tiere wir in welchem Maße mit unserer nächtlichen Lichtmalerei beeinträchtigen. In der Dunkelheit übersieht man sicher auch mal schnell das ein oder andere Lebewesen. Die beste Idee wäre vermutlich an solchen Orten komplett auf das Light Painting zu verzichten. 


Wenn man das geplante Light Painting auch an einem weniger sensiblen Ort umsetzen kann sollte man dorthin ausweichen. 

Unter Einhaltung der oben genannten Regeln und weiterer, an die Location angepasste, Vorsichtsmaßnahmen kann man aber auch an solch sensiblen Orten eindrucksvolle Lightpainting Bilder erschaffen. Wichtig ist hierbei vor Allem vorher darüber nachzudenken in weit man mit seiner nächtlichen Arbeit in die Natur eingreift. Darüber hinaus sollte man sich bei der Verwaltung des Nationalparks beraten lassen wo und in welcher Form man nachts mit den Lampen rumfuchteln kann ohne Schaden anzurichten. 
Zum schlechten Gewissen wenn man beim Light Painting Teile der Natur zerstört kommen gerade in geschützten Gebieten wie Nationalparks unter Umständen empfindliche Strafen dazu. 

 

Zurück zum Bild. Die Ausleuchtung des Leuchtturms und der Umgebung habe ich damals von der Treppe und dem Weg aus gemacht. Das Ergebnis wäre sicher besser geworden wenn ich mich mit der X21 durch die Wiese bewegt hätte. Allerdings wäre nicht auszuschließen gewesen, dass ich Tiere, vor allem brütende Vögel, gestört hätte. Also haben wir das "schlechte" Light Painting in Kauf genommen um nicht unnötig störend in die Natur einzugreifen. 

 

Dass wir an solchen Orten weder Pyrotechnik noch Laser benutzen versteht sich von selbst. Da es auf der Insel viele reetgedeckte Häuser gibt verbietet sich der Einsatz von Feuerwerk schon aus diesem Grund.

Bei der Verwendung von Feuerwerk im Freien sollte man grundsätzlich, gerade im Sommer, kurz darüber nachdenken wann es das letzte Mal geregnet hat und wie hoch die Waldbrandwarnstufe gerade ist. Spätestens ab Stufe 3 sollte man die Pyros zu Hause lassen.

Unbedingt sollte man sich vor dem Light Painting Ausflug ins Grüne über die Brutzeiten der Vögel informieren. Hätte ich hier beim Ausleuchten des Baumes oder Drehen des Orbs brütende Vögel aufgeschreckt hätten das die Jungen unter Umständen nicht überlebt. Noch vorsichtiger sollte man mit am Boden brütenden Vögeln umgehen.

In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September ist es in Deutschland verboten Bäume zu fällen um brütenden Vögeln nicht das Zuhause zu zerstören. Auf der sicheren Seite liegt man also wenn man außerhalb dieser Zeit mit den Lampen und der Kamera in der Natur unterwegs ist. Das hat nebenbei auch noch den Vorteil, dass es früher dunkel wird. Aber natürlich sollte man auch im Herbst und Winter Rücksicht auf andere Lebewesen nehmen.


In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht.

Sven

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