Light Painting mit unterschiedlich starken Lichtquellen

Flexible Belichtung im Light Painting

Im Beispielbild haben wir in einer einzelnen Belichtung mit EL-Wire, LED-Tagfahrlichtern, RGB-Scheinwerfern, Feuerwerk und starken LED-Taschenlampen gearbeitet. Dieses Bild haben wir während des Workshops im April 2018 aufgenommen. Die Kombination derart unterschiedlich heller Lichtquellen ist alles andere als einfach in einem Lightpainting unterzubringen, aber machbar wie Du siehst. Dieser Artikel soll Dir etwas Erhellung zum Thema flexible Belichtung bringen.

Grundlagen

Grundsätzlich haben folgende Faktoren Einfluss auf die Helligkeit im fertigen Light Painting:

ISO Wert, Blende, Helligkeit der Lichtquelle, Entfernung zwischen Sensor und Licht und die Bewegungsgeschwindigkeit der Lichtquelle.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Kamera und Objektiv

Vor einigen Jahren haben wir uns angewöhnt fast ausschließlich mit ganzen ISO-Werten und ganzen Blenden zu arbeiten, auch wenn alle modernen Kameras die Möglichkeit bieten sowohl den ISO-Wert als auch die Blende in Driitel- oder zumindest in halben Stufen einzustellen. Ein Grund ist, dass wir die Blende meist am Blendenring des Objektivs einstellen und dieser bei den meisten Objektiven nur bei den ganzen Blenden einrastet. Der zweite Grund ist, dass die Berechnungen zur Helligkeit einfacher sind.

 

Die ganzen ISO-Werte sind 25, 50, 100, 200, 400 usw.. Der Wert verdoppelt sich also immer. Bei der Erhöhung des Wertes um eine ganze Stufe nimmt der Sensor die doppelte Lichtmenge auf. Hohe ISO-Werte haben allerdings einen entscheidenden Nachteil. Bei den meisten Kameras nimmt das Bildrasuchen stark zu wenn man höhere ISO-Werte einstellt. Aus diesem Grund werden wir im Light Painting in den meisten Fällen mit dem kleinsten nativen ISO-Wert arbeiten. Dieser ist z.B. bei der Nikon D750 100. Bei dieser Einstellung hat der Sensor den größten Dynamikumfang.

 

Die ganzen Blenden sind 1 - 1,4 - 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 - 16 -22 - 32 - und theoretisch 45 - 64 - 90 - 128. Mir ist allerdings kein Objektiv bekannt welches sich weiter als bis f32 abblenden ließe, meist ist schon bei f22 Schluss. Bei den meisten Objektiven tritt bei sehr kleinen Blenden der Effekt der Beugungsunschärfe ein. Bei großen Sensoren wird dieser Effekt noch verstärkt. Aus diesem Grund blenden wir möglichst nie weiter als bis f16 ab.

Auch hier verdoppelt sich die vom Sensor aufgezeichnete Lichtmenge wenn man die Blende um eine ganze Stufe weiter öffnet. Bei der Blende verhält es sich allerdings "falsch herum". Umso kleiner die Zahl desto größer die Blenden-Öffnung, f8 ist also doppelt so "hell" wie f11.

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Mir ist keine Kamera bekannt bei der sich der ISO-Wert während der Belichtung verstellen ließe. Technisch dürfte das kein großes Problem darstellen, wenn die Bedienung der Kamera nur nicht während der Belichtung blockiert wäre.

Also müssen wir uns im Light Painting vor der Aufnahme auf einen ISO-Wert festlegen, an diesem Punkt können wir also nicht während der Belichtung steuernd eingreifen. Aber glücklicherweise haben wir noch die anderen oben genannten Möglichkeiten.

 

Die elektronische Steuerung der Blende über das Drehrad der Kamera ist zwar ebenfalls während der Belichtung gesperrt, wenn man aber ein Objektiv mit einem Blendenring verwendet kann man durchaus während der Belichtung die Einstellung für die Blende verändern.


Wie bereits oben erwähnt ist mithilfe des Blendenringes bei den meisten (von uns verwendeten) Objektiven die Einstellung der Blende nur in ganzen Schritten möglich. Einige Objektive, wie Meyer Optik Görlitz oder Helios lassen sich allerdings im Prinzip stufenlos verstellen weil der Weg zwischen f8, f5,6 und f2 oder f2,8 recht lang ist. Man kann also einfach zwischen dem Raster anhalten.

 

Einige Empfehlungen für Objektive mit Blendenring:
Nikkor 17-35/2,8 - eines der sehr wenigen Zoom-Objektive mir manueller Blendensteuerung

Im Portfolio der Firma Canon befindet sich aktuell kein Zoom-Objektiv mit Blendenring. Von einigen gebrauchten Linsen abgesehen, fällt mir spontan auch kein Drittanbieter ein, der Blendenringe an seinen Zoom-Objektiven verbaut. Mithilfe eines Adapters ist dieses Objektiv an Canon oder Sony Kameras nutzbar.

Nikkor 24/2,8 - klein, leicht und hervorragende Abbildungsleistung 

Samyang 14/2,8 - komplett manuelles Super-Weitwinkel - erhältlich für alle gängigen Kameras

Samyang 24/1,4 - ebenfalls komplett manuell - sehr lichtstark

Laowa 12/2,8 - beeindruckend kurze Brennweite - fast ohne Verzeichnung - recht teuer

Darüber hinaus sind auch einige längere Festbrennweiten mit manueller Blendeneinstellung erhältlich. 

ND-Filter

Falls die Lichtquellen für das geplante Light Painting einen größeren Helligkeitsunterschied haben als sich mit dem Spielraum von f2 bis f16 aufzeichnen lässt hilft die Verwendung eines, oder auch mehrerer, Neutraldichtefilter weiter. Diese Filter sind in unterschiedlichen Dichten erhältlich und ermöglichen somit verschiedene Stufen der Abdunklung. Beim Kauf der Filter solltest Du die Beschreibung genau lesen. In vielen Fällen wird anstelle des Wertes der Dichte (ND) der Wert für die Verlängerung der Belichtungszeit angegeben der "ND8" Filter ist in diesem Fall ein Filter mit ND 0,9. Hier mal ein Überblick der gängigen Filter:

ND

0,3

0,45

0,6

0,9

1,0

1,2

1,8

2,0

3,0

Verlängerungsfaktor

2

3

4

8

10

16

64

100

1000

Blendenstufen

1,0

1,5

2,0

3,0

3,3

4,0

6,0

6,6

10

Durchlässigkeit

50%

35%

25%

12,6%

10%

6,3%

1,6%

1,0%

0,1%


Erhältlich sind diese Filter als Schraubfilter für alle gängigen Gewinde und als eckige Filter für die verschiedenen Systeme. Bei der Kombination mehrerer Filter gilt es zu beachten, dass sich die Werte nicht addieren sondern multiplizieren. Zwei Filter ND 3,0 entsprechen dann also einem Verlängerungsfaktor für die Belichtungszeit von 1 Million. Aus 1 Sekunde Belichtungszeit werden dann also 277,77 Minuten.

 

Am zweckmäßigsten und preisgünstigsten ist es Schraubfilter in der Gewindegröße des größten verwendeten Objektivs anzuschaffen und mithilfe von Adapterringen an die kleineren Objektive zu adaptieren. In unserem Fall ist dies 77mm. Mit diesem Kit hast Du einen guten Einstieg. Die Filter von Haida verwenden wir schon sehr lange. Sie sind gut verarbeitet, haben einen dünnen Rahmen und lassen sich dadurch auch an sehr kurzen Brennweiten verwenden ohne das Bild negativ zu beeinflussen. Billige Filter sind aus Kunststoff gefertigt und aus diesem Grund von nicht so hoher optischer Qualität und nicht sehr robust gegen Kratzer.

Ein Sonderfall sind variable ND-Filter. Bei diesen lässt sich der Grad der Verdunklung stufenlos einstellen. Bisher habe ich keine Erfahrung mit solchen Filtern sammeln können. Offensichtlich ist die optische Qualität dieser Filter nicht wirklich gut, bei bestimmten Einstellungen bildet sich in der Mitte ein dunkles Kreuz, oder der Bildränder werden deutlich stärker abgedunkelt als die Mitte.

Vor der Kamera

Helligkeit der Lichtquelle

Umso heller unsere Lichtquelle leuchtet desto heller wird die Lichtspur im fertigen Light Painting sein. Grundsätzlich ganz einfach, oder? Schwierig wird es wenn im Bild eine sehr helle Lichtquelle dargestellt werden soll welche nicht vom Light Painter ein- und ausgeschaltet werden kann wie der Leuchtturm im Beispielbild. Hier hilft es nur für das Light Painting sehr helle, möglichst fokussierbare, Lampen zu verwenden. In diesem Fall haben wir eine Led Lenser X21R.2 zur Ausleuchtung benutzt. Marla habe ich mit einem Led-Tagfahrlicht angeleuchtet. Das Light-Blade aus Plexiglas wurde mit einer Led Lenser M7RX beleuchtet. 

Bei der Arbeit im dunklen Raum empfiehlt es sich eher nicht so brutal helle Lampen zu verwenden und das Arbeitstempo zu verringern, und somit die Präzision zu verbessern.

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Grundsätzlich sind (Taschen-) Lampen mit mehreren Helligkeitsstufen für die Arbeit im Light Painting eine gute Wahl. Ich kann somit die Helligkeit an die Erfordernisse anpassen. Einige Taschenlampen bieten sogar eine stufenlose Regelung wie die Sofirn Q8. In vielen Situationen im Light Painting kann das sehr nützlich sein, allerdings ist die Helligkeit schlechter reproduzierbar als bei Lampen mit festen Stufen. Mit bloßem Auge ist nicht zu erkennen ob die eingestellte Helligkeit genauso ist wie beim Light Painting vor einer Woche.

 

Die meisten Taschenlampen verringern während des Betriebs die Helligkeit. Einerseits um die Lampe vor zu hohen Temperaturen zu schützen und andererseits um die Laufzeit zu verlängern. 3000 Lumen und 4 Stunden Laufzeit hört sich ja viel besser an als realistische 1600 Lumen 3 Minuten nach dem Einschalten. Mit bloßem Auge ist diese Verringerung der Helligkeit kaum wahrzunehmen weil sie langsam und gleichmäßig ist, die Kamera sieht das allerdings sofort. Wenn das Light Painting länger als 1 bis 2 Minuten dauert sollte man, gerade bei der Ausleuchtung von Landschaften oder großen Räumen die Lampe zwischenzeitlich aus- und wieder einschalten um im ganzen Light Painting mit gleicher Helligkeit zu arbeiten. 

 

Grundsätzlich ist es für die Arbeit im Light Painting immer komfortabler wenn alle Lichtquellen eine ähnliche Helligkeit haben und ich somit auf die Veränderung der Blende bzw. die Verwendung von ND-Filtern verzichten kann. In vielen Situationen, beispielsweise bei der Verwendung von Feuerwerk, ist das allerdings kaum möglich. 

Abstand

Licht nimmt, wie alle Wellen, mit der Entfernung quadratisch ab. Wenn der Light Painter also mit der Lampe doppelt so weit vom Sensor mit der Lampe rumfuchtelt kommt nur noch ein Viertel des Lichtes in der Kamera an. Das bedeutet also wenn ich das Light Painting im Abstand von 3 Metern zur Kamera male stelle ich, abhängig von der Helligkeit und der Bewegungsgeschwindigkeit, beispielsweise Blende 11 ein. Wenn ich dann mit dem gleichen Tool und der gleichen Arbeitsweise das Light Painting in 6 Metern Entfernung zur Kamera male stelle ich die Blende auf 5.6 um die gleiche Helligkeit der Lichtspur im Bild zu haben. Andersrum verhält es sich natürlich genauso. 

Bewegungsgeschwindigkeit

Umso schneller ich die Lichtquelle bewege desto dunkler wird die Lichtspur im fertigen Light Painting dargestellt. Ich kann also somit während des Light Painting durch die Veränderung des Tempos direkt auf die dargestellte Helligkeit einwirken. Wenn ich mich mit meinem Tool weiter von der Kamera entferne werde ich die Bewegungen verlangsamen. Wenn die Lichtspur in einigen Bereichen dunkler dargestellt werden soll werde ich die Bewegung beschleunigen. Somit habe ich eine sehr einfache Möglichkeit der Lichtspur Struktur zu verleihen. Das funktioniert allerdings nur bei der Arbeit in einer Langzeitbelichtung. Durch Funktionen wie Live Composite wird die Lichtspur meist sehr homogen sein und eher wie reingestempelt aussehen weil die Helligkeit bis zur eingestellten Grundhelligkeit addiert wird.


Zwischenfazit

ISO, Blende, Entfernung, Helligkeit, Bewegungsgeschwindigkeit - für den Light Painting Einsteiger klingt das sicher erst einmal recht kompliziert. Und ehrlich gesagt ist es das auch. Aber genau diese Komplexität ist für mich ein wichtiger Grund Light Painter zu sein. Ich suche immer wieder nach neuen Herausforderungen. 


Nach einer Weile stellt sich sicher auch bei Dir eine gewisse Routine und ein gewisser Automatismus ein. Gerade als Einsteiger solltest Du nicht einfach wild mit den Lampen vor der Kamera rumfuchteln. Überlege vorher was Du machen willst. Verwende möglichst wenige verschiedene Lichtquellen. Schau Dir Deine Bilder genau und kritisch an. Mach Dir Notizen zu den verwendeten Lichtquellen und den Einstellungen an der Kamera. Notiere was Du beim nächsten Mal besser machen willst und wie Du das erreichen kannst. Verzichte auf Hilfsmittel wie Live Composite. Wenn Du Dich auf diese Funktion verlässt wirst Du nie lernen wie Licht funktioniert und wie man mit verschiedenen Ebenen aus Licht vor der Kamera arbeitet. Light Painting ist für mich so viel mehr als das schnelle Ergebnis. Light Painting ist der Prozess von der ersten verrückten Idee, über die Suche nach geeignetem Material, dem Bau der benötigten Tools, dem Erarbeiten der Choreografie, den besonderen Erlebnissen und Gefühlen während des Light Painting bis zum besondern Gefühl der Befriedigung in dem Moment wenn die verrückt Idee auf dem Display der Kamera sichtbar wird.

Anwendung im Light Painting

Wie wendet man nun das Wissen aus den vorherigen Abschnitten praktisch im Light Painting an?

Als erstes gilt es immer das vorhandene Licht an der Location zu berücksichtigen (Mond, Straßenbeleuchtung, usw.). In den meisten Fällen, wie z.B. am Leuchtturm von oben, werden wir dieses Licht nicht beeinflussen können. Ich kann ja schließlich nicht den Leuchtturm ausschalten. Es empfiehlt sich einige Testaufnahmen zu machen um zu ermitteln wie lange ich bei welcher Blende maximal belichten kann ohne, dass die vorhandenen Lichtquellen überstrahlen. Diese maximale Belichtungszeit ist dann also die für das Light Painting zur Verfügung stehende Zeit.

Sollte unsere Light Painting Location komplett dunkel sein können wir diesen Schritt natürlich überspringen.


Nachdem nun klar ist, dass ich beispielsweise bei Blende 11 maximal 2 Minuten Zeit habe um mein Light Painting an dieser Location umzusetzen ist der nächste Schritt die Wahl der geeigneten Lampen und Tools. Bei Blende 11 und 10 Meter Abstand zur Kamera benötige ich also eine recht helle Taschenlampe. Im nächsten Schritt überprüfe ich mit weiteren Testaufnahmen ob die Helligkeit des Tools mit der geplanten Bewegungsgeschwindigkeit zur eingestellten Blende passt. Gegebenenfalls benutze ich ein hellere bzw. schwächere Lampe oder arbeite langsamer bzw. schneller. Alternativ bliebe mir die Möglichkeit durch Abblenden einzuwirken. Ist die gewählte Lampe zu hell blende ich auf f16 ab. Sollte das immer noch nicht genügen, wie z.B bei (hellem) Feuerwerk, benutze ich einen ND-Filter. Ein weiterer Vorteil wäre in diesem Beispiel die Verlängerung der maximal möglichen Belichtungszeit auf 4 Minuten wenn ich auf f16 abblende. Ich hätte mehr Zeit um mit den Lampen durch das Bild zu laufen. Anders herum halbiert sich natürlich die Zeit wenn ich die Blende von 11 auf 8 stelle. 

 

Wenn ich mehrere verschiedene Lichtquellen verwenden will mache ich im nächsten Schritt Testaufnahmen mit diesen. Als Beispiel will ich jetzt ein Blade aus Plexiglas und Feuerwerk in meinem Light Painting einsetzen und das Ganze an der Location mit vorhandenem Licht aus dem Beispiel von oben: 
Location = f11 - max 120 Sekunden

Blade = f8 - max. 60 Sekunden

Feuerwerk = f16 - max. 240 Sekunden 

Jetzt gilt es also alle Teile so zu kombinieren, dass alles in der gewünschten Helligkeit dargestellt wird. Keine der drei Lichtquellen ist überstrahlt, alle Lichter werden ausreichend hell dargestellt. Ich stelle die Blende auf 16 und belichte 20 Sekunden auf das Feuerwerk. Es bleiben dann noch 220 Sekunden bei f16 Restzeit, bei f11 110 Sekunden und bei f8 55 Sekunden. Ich stelle die Blende auf f8 für die Lichtspur mit dem Blade. Um diese zu malen benötige ich 30 Sekunden. Es bleiben dann also noch 25 Sekunden bei f8 übrig, oder 50 bei f11, oder 100 bei f16 um die Location in der gewünschten Helligkeit darzustellen. Entweder lasse ich jetzt die Blende auf 8 stehen und belichte noch weitere 25 Sekunden. Oder ich blende wieder ab um zum Beispiel Sternenspuren aufzunehmen. 

Einfacher und entspannter wird die Arbeit wenn die Location komplett dunkel ist, wie der Raum im Beispielbild. Hier kann ich die Choreografie (fast) komplett frei planen. Es spielt keine Rolle wie lange ich belichte, abgesehen vom zunehmenden Bildrauschen bei sehr langen Belichtungszeiten und der Laufzeit des Kamera-Akkus.

Im Beispiel habe ich  EL-Wire benutzt, eine sehr schwache Lichtquelle. Um die nebelartigen Lichtspuren des EL-Wire ausreichend hell darzustellen hatte ich die Blende des 14mm Objektivs aus 4 gestellt. Für die Lichtfigur stellte ich die Blende auf 11. Benutzt habe ich dafür drei Led Lenser M3R. Der Abstand betrug ca. 4 Meter. Die Ausleuchtung des Raumes habe ich mit drei RGB-Taschenlampen ebenfalls bei Blende 11 umgesetzt. Die dafür nötige Zeit hatte ich zuvor in Testaufnahmen ermittelt.


Die drei Lampen verbleiben in ihren Positionen und wurden für die Ausleuchtung ein- und dann wieder ausgeschaltet. Solch ein Bild gelingt gewöhnlicherweise nicht beim ersten Versuch. 

Der kleinste gemeinsame Nenner ist hier das EL-Wire bei Blende 4. Die Ausleuchtung ließe sich nötigenfalls ebenfalls bei f4 realisieren. Bei der Lichtfigur ist dies nahezu unmöglich. Mir ist keine (konventionelle) Lampe bekannt die einen derart lichtschwachen Strobe-Modus hätte, dass dies zur Blende 4 passen könnte. Ohne die Möglichkeit der flexiblen Belichtung hätte ich dieses Light Painting nicht umsetzen können. Spätestens beim Einsatz von Feuerwerk und EL-Wire in einem Bild habe ich ohne diese Technik keine Chance beides vernünftig darzustellen. Ein weiterer Aspekt ist die abnehmende Schärfentiefe bei f4. Wenn ich den kompletten Raum und alle Teile des Light Painting scharf haben will funktioniert das nur bei Blenden kleiner f8. 

Einen weiteren Aspekt sollte man bei der Planung des Light Painting ebenfalls immer berücksichtigen. Wenn ein Model im Bild steht sollte man die Zeit so weit es irgend möglich ist reduzieren damit das Model nicht unnötig lange im Bild stehen muss. Kaum jemand kann mehrere Minuten absolut regungslos stehen bleiben, und selbst wenn ist das für das Model sicher nicht besonders angenehm. Hier haben wir mehrere recht helle Lampen gleichzeitig zur Ausleuchtung des Kaufhauses benutzt. 

 

Ich hoffe der Artikel konnte etwas zu Deiner Erhellung beitragen.

 

Ich wünsche Dir allzeit gutes Licht

Sven


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Kommentare: 3
  • #1

    Robert Bakker (Montag, 07 Januar 2019 16:44)

    Hi Sven,
    sehr gut geschrieben Kompliment.
    Frage was hältst du von
    Samyang 10mm / F2.8 oder 12mm / F 2.0
    Von Walimex gibt es auch noch 10mm / F 2.8 oder ist der gleich wie Samyang
    Gruß Robert

  • #2

    Sven Gerard (Montag, 07 Januar 2019 18:14)

    Danke für Deinen Kommentar Robert.
    Samyang Objektive werden unter verschiedenen Namen verkauft, Walimex, Rokinon... Technisch sind sie identisch.
    Die von Dir erwähnten 10 und 12 mm sind für APS-C/DX Format, aus diesem Grund habe ich sie im Artikel nicht erwähnt. Ich habe keine Erfahrungen mit den beiden Objektiven.

  • #3

    Robert Bakker (Montag, 07 Januar 2019 21:42)

    Okay vielen Dank Sven