Stative für Langzeitbelichtung und Light Painting

Ohne Stativ kein Light Painting

Sicher kann man der Kamera auch ohne Stativ einen festen Stand verschaffen, aber kaum ein Light Painter oder Nachtfotograf wird wohl ernsthaft ohne Stativ losziehen. 

Ich gebe in diesem Artikel keine Kaufempfehlung für das ultimative Stativ. Ich habe nicht dutzende verschiedene Stative getestet. Vielmehr soll er einige grundsätzliche Fragen klären und Dir somit die Entscheidung vor dem Kauf des neuen oder ersten Stativs etwas erleichtern.

Welche Anforderungen sollte ein Stativ erfüllen?

Als erstes sollte das Stativ genau das machen wofür es gebaut wurde, nämlich die Kamera sicher und ruhig in Position halten.  Ungewollte Bewegungen der Kamera während der Belichtung kann man im Light Painting mal so gar nicht gebrauchen.

Zweitens sollte sich das Stativ sicher und einfach bedienen lassen. Auf umständliches Gefummel kann man gerade in der Dunkelheit sehr gut verzichten.

Drittens sollte das Stativ robust sein und auch den hundertsten harten Einsatz im abgerockten Lost Place unbeschadet überstehen. Als vierten Punkt möchte ich die  mögliche Arbeitshöhe anführen. Für viele Bilder kann es sehr entscheidend sein ob ich die Kamera hoch, oder auch tief genug platzieren kann,

Als letzter wichtiger Punkt muss das Objekt der Begierde dann nur noch ins eigene Budget passen.

 

Alle weiteren Eigenschaften, wie Material, Gewicht, Packmass, Farbe usw, sind dann nur die Kür. Einige der genannten Punkte können zwar die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflussen, mit der eigentlichen Arbeitsaufgabe des Stativs haben sie aber nichts zu tun. 


Glaubenskrieg Material - Carbon vs. Aluminium

Gleich vorweg: Ein Stativ aus Carbon ist nicht besser, stabiler und tragfähiger als ein gleiches Stativ aus Aluminium. Bisher habe ich jedenfalls keine aussagekräftigen, belastbaren Messungen gefunden, die diese weit verbreitete Behauptung stützen würden. Nur weil das Verbundmaterial Carbon selbst eine höhere Steifigkeit und Tragfähigkeit hat als Aluminium bedeutet das noch lange nicht, dass das Stativ mit seinen Verbindungen und dem Stativkopf insgesamt steifer ist. Mal abgesehen von der Tatsache, dass die Materialunterschiede bei Carbon wesentlich größer sind als bei Aluminiumrohren. Ein Stativ aus schlechtem Carbon wird wohl viel stärker wackeln und schwingen als eines aus Aluminium. Die Schwachstellen eines jeden Stativs ist nicht das verwendete Material für die Rohre der Beine sondern die Verbindungen der Rohrsegmente und die Gelenke zwischen Beinen und Stativschulter. 

Carbon hat allerdings den Vorteil des geringeren Gewichts, ein baugleiches Stativ wiegt dann etwas weiniger als die Alu-Variante. Eine viel entscheidendere Gewichtsreduzierung erfährt allerdings der Geldbeutel. Zum Vergleich: Das oben im Bild zu sehende Manfrotto 055 kostet in der Variante aus Aluminiumrohren aktuell bei Amazon inkl. 3-Wege-Neiger 179€. Das 055 aus Carbon ohne Stativkopf kostet dort aktuell 405€. Die vom Hersteller angegebene maximale Traglast liegt bei beiden Stativen bei 9kg, das Packmass gibt Manfrotto für die Alu-Variante mit 61 cm und für die Carbon Ausführung mit 63 cm an. Warum das Carbon Teil 2cm länger sein soll ist mir allerdings völlig unklar. Es könnte durchaus sein, dass diese Angabe nicht stimmt. Das Carbon Stativ ist mit 2000g glatte 500g leichter als das 055 aus Aluminium, ein halbes Kilo Gewicht für fast 300€ Mehrpreis eingespart, oder anders gesagt für ungefähr den dreifachen Verkaufspreis.

Carbon hat allerdings auch weitere Nachteile. Beschädigungen der Rohre durch Stürze an oder auf scharfe Kanten können das Stativ schnell unbrauchbar machen. Wenn die Fasern im Verbundstoff reißen ist es vorbei mit der Stabilität des Materials. Eine Beule im Alurohr hat in den meisten Fällen keinen Einfluss auf die Stabilität des Stativs, das sieht dann nur Scheiße aus.

Wer oft im eisigen Winter mit dem Stativ unterwegs ist sollte vielleicht aber trotzdem die Anschaffung eines Carbon Stativs in Erwägung ziehen. Carbon dehnt sich bei Erwärmung nicht so stark aus wie Aluminium, oder anders herum, es zieht sich bei großer Kälte nicht so stark zusammen. Und am Carbon Stativ frieren im Winter nicht gleich die Hände fest, aber dafür gibt es ja Handschuhe oder Ummantelungen aus Schaumstoff an den Stativbeinen.

 

Damit allerdings möglichst viele Menschen ein teures Stativ aus Carbon kaufen haben die Hersteller von den üblichen Marketingsprüchen abgesehen ein paar Tricks auf Lager. Das 055 mit 4 Beinsegmenten und somit einem kürzeren Packmass von 54 cm ist nur mit Carbonrohren erhältlich. Wer sein Stativ also öfter mal im Handgepäck im Flugzeug verstauen will wird dann vielleicht doch den Lottogewinn in ein Carbon Stativ investieren. Das Teil mit den 4 Beinsegmenten ist nicht teurer als das mit 3. Nebenbei gesagt ist Manfrotto nicht der einzige Hersteller mit solchen Tricks. 

Legierungen mit Magnesium und Holz

Neben den oben genannten und weit verbreiteten Varianten aus Carbon und Alu bauen einige Hersteller die Rohre für die Stativbeine aus einer Magnesium-Aluminium Legierung. Die Steifigkeit ist größer, das Gewicht ist geringer als bei Rohren aus Aluminium. Ich habe bisher keine Erfahrungen mit solchen Stativen sammeln können. Eine schnelle Suche im Internet förderte ausschließlich niedrigpreisige Exemplare aus Fernost mit mir nicht geläufigen Herstellernamen ans Tageslicht.

 

Stative aus Holz sind geil. Im Punkte Stabilität und Schwingungsdämpfung sind sie den anderen Varianten überlegen. Die Preise sind niedriger als man zunächst erwartet. Das Berlebach Report 332 kostet aktuell bei Amazon 276 €. Allerdings ist die maximale Arbeitshöhe von 1,43 m nicht sehr überzeugend, erhältlich sind allerdings auch Ausführungen mit Mittelsäule. Da kommt man dann in ca. 1,80 m Höhe.  Das Teil wiegt über 3 kg. Die Transportlänge beträgt fast 90 cm. Wenn man das Stativ öfter in den Regen stellt wird sich das Holz vielleicht irgendwann verziehen. Ich sehe allerdings öfter buntbewestete Herrschaften mit Vermessungsgerätschaften auf ihren Holzstativen bei Wind und Wetter durch die Straßen ziehen. Vermutlich kaufen die nicht jede Woche neue Stative. Für den Einsatz im Studio oder anderen geschlossen Räumen ist ein Holzstativ aber auf jeden Fall perfekt geeignet.

Besondere Anforderungen an das Stativ im Light Painting

Ein Light Painting wie dieses erfordert zwingend absolute Standsicherheit des Stativs. Mit dem klapprigen Reisestativ in der 1kg-Klasse wird das ganz sicher nichts, egal wie viele Lagen Carbon das Material für die Rohre hat und wie teuer das Schmuckstück ist. Für viele Einsatzzwecke genügt sicher auch ein kleines, leichtes Stativ. Wenn das Stativ erst einmal steht und man die Kamera mit dem Fernauslöser bedient wird die Aufnahme in den meisten Fällen auch mit dem Leichtgewicht gelingen. Wenn man aber während der Belichtung an der Kamera manipuliert, wie bei der Aufnahme des Beispielbildes, sind die Anforderungen viel größer. 

Erste Anhaltspunkte ob ein Stativ bewegungslos stehen bleibt wenn man die Kamera bewegt können sein: 
Die Größe und das Gewicht. Umso dicker die Rohre und das Material der selben desto stabiler ist das Stativ.


Die Anzahl der Segmente. Jede zusätzliche Verschraubung der Rohre bedeutet zusätzliche potentielle Schwachstellen. Also besser das Stativ mit den 70 cm Transportlänge kaufen als das was in die Handtasche passt.

Der Preis bietet unter Umständen auch einen Anhaltspunkt zur Fertigungsqualität des Stativs, aber nicht unbedingt. Es wird auch viel Schrott zu hohen Preise verkauft.

Darüber hinaus ist es sicher eine gute Idee ein Stativ eines Hersteller zu erwerben der schon langjährige Erfahrungen im Bau von Stativen hat und nicht noch "nebenbei" hunderttausend andere Sachen unter seinem "Markennamen" verkauft. Vielleicht ist das ein oder andere Stativ von Rollei ganz OK, aber eigentlich ist das nur ein Handelsname, das kann also nächste Woche ganz anders aussehen. Das High-End-Model für 450€ mag bombenfest stehen, das Teil für 200€ wackelt hingegen vielleicht wie ein Lämmerschwanz. Erfahrungen mit solchen Stativen konnte ich allerdings bisher nicht sammeln.

 

Auch für andere Zwecke im Light Painting verwenden wir die unterschiedlichsten Stative. Zum Drehen des UFO's oder der großen Kreisscheibe darf es dann gerne etwas richtig stabiles sein wie unser Benbo MK2. Das Stativ kann man locker auf eine Höhe von 2,50 m bringen. Die 5 Meter Kreisscheibe ist somit kein Problem. Durch die einzigartige Konstruktion kann man das Stativ auch sicher auf sehr unebenen Untergrund aufstellen. Allerdings ist das Teil mit einem Packmass von 1,14 m und einem Gewicht von 3,7 kg nicht so einfach zu transportieren. 

 

Um einen Laser oder eine Taschenlampe in der Light Painting Szene aufzustellen genügt auch das klapprige 30€ Stativ. Wir verwenden dafür meist kleine, leichte Reisestative wie das Giottos Vitruvian. 

Zusätzliche Features

Viele Stative haben am unteren Ende der Mittelsäule einen Haken um irgendwelches Gepäck daran anzuhängen. Falls Dein Stativ einen solchen Haken hast solltest Du Dir eine Puk-Säge besorgen, den Haken damit absägen, das Fenster weit öffnen und den abgesägten Haken in hohem Bogen aus diesem werfen. Was passiert wenn man Gewicht an diesen Haken hängen würde? Richtig, die Last auf der Stativschulter wird größer und das ganze Gebilde wird instabiler und fängt irgendwann an zu wackeln. Dass der Druck auf die Beine durch zusätzliches Gewicht erhöht wird ist zwar grundsätzlich eine gute Idee, um aber tatsächlich die Standsicherheit des Stativs zu erhöhen müssen die zusätzlichen Gewichte unten an den Stativbeinen angebracht werden, auf keinen Fall oben. Und schon gar nicht wenn die Tragfähigkeit des Stativs damit überschritten würde. Traglast des Stativs = 5 kg, Stativkopf = 1 kg, Kamera mit Objektiv = 2,5 kg, Fotorucksack am Haken = 10kg - das passt also nicht. Man könnte beispielsweise solche Gewichtsmanschetten kurz über dem Boden an den Beinen des Stativs befestigen. Das erhöht dann tatsächlich die Standsicherheit.

 

Austauschbare Füße sind sicher eine gute Idee. Je nach Untergrund kann man dann entweder Metall-Spikes oder Gummifüsse verwenden. Auf dem wackligen Holzboden werden die Schwingungen das Bodes mit den spitzen Spikes eher gedämpft als mit den dicke Gummiteilen. Es nutzt nichts wenn das Stativ bombenfest steht aber Schwingungen des Untergrunds auf das ganze Stativ übertragen werden. 

 

Umbau zum Einbeinstativ. Bei manchen Stativen lässt sich eines der Beine abschrauben und mit der Mittelsäule zu einem Einbeinstativ verbinden. Im Light Painting fällt mir nur ein Einsatzzweck dafür ein. Man könnte Lampen daran befestigen und dann dieses Teil zum Drehen von Orbs oder anderen Figuren verwenden. Das Problem ist dann allerdings, dass der Rest des Stativs nicht mehr zum Aufnehmen des Light Painting mit der Kamera verwendet werden kann.

 

Ummantelung an einem, oder mehreren Stativbeinen. So etwas ist im Winter auf jeden Fall sehr angenehm. Wenn das Stativ der Begierde keine Ummantelung hat kann man diese aber auch selbst anbringen. Das sieht dann vielleicht nicht sehr professionell aus, aber den Zweck erfüllt auch diese Lösung.

 

Ein Zubehöranschluss wie ihn beispielsweise das 055 von Manfrotto hat ist sehr nützlich, allerdings würde ich die Kaufentscheidung nicht davon abhängig machen. Man kann Zubehör wie Halterungen für das Tablet, Fraktalfilter oder ähnliches auch auf andere Weise, zum Beispiel mit einem Magic Arm, am Stativ befestigen. Der Magic Arm passt zwar in den Anschluss des Stativs, man kann diesen aber auch mit mit der kleinen Klemme an einem der Beine befestigen.

 

Manche Hersteller bewerben ihre Stative damit, dass sie wasserdicht seien. Wenn Du also das Stativ öfter mal im Fluss oder der Ostsee aufstellen willst wären solche Stative sicher eine gute Wahl. Das 055er findet solche Aktionen nicht so sehr lustig. Das Wasser lässt sich nur entfernen indem man die Verschlüsse an den Beinen demontiert und das ganze Teil zerlegt und trocknen lässt.

Wie viel Geld muss ich für ein Stativ ausgeben?

Ein Stativ für 30€ ist nicht besser als gar keines. In dieser Preisklasse wird sich wohl kein Stativ finden lassen welches den eigentlichen Zweck erfüllt, nämlich die Kamera während der Aufnahme ruhig zu halten. Die 30€ sollte man besser in 3 Kästen Bier investieren und die Kamera dann auf diese stellen.

Das billigste brauchbare Stativ was ich bisher benutzt habe hat ca. 100€ gekostet. Das Stativ selbst ist ganz in Ordnung, der mitgelieferte Kugelkopf allerdings ein Fall für den Schrottcontainer. Diesen habe ich gegen einen Sirui G-10X ersetzt. Der Kopf ist jetzt also teurer als das Stativ. 

Mit dem oben erwähnten Manfrotto 055 inkl. 3-Wege-Neiger für aktuell 179€ kann man nicht viel verkehrt machen. Wir benutzen mehrere dieser Stative seit vielen Jahren, ohne dass wir bisher ernsthafte Probleme gehabt hätten. 


Nach oben gibt es kaum Grenzen. Ob sich eine höhere Investition für Dich lohnt hängt vom geplanten Einsatzzweck ab. Bei wirklich starker und häufiger Beanspruchung des Stativs wird das Gitzo aus der 1000€ Klasse sicher länger überleben als das 055 für 179€ Ob das Ding allerdings acht mal so lange hält ist fraglich. Nach meinen Erfahrungen sind Stative mit Preisen über dem des 055 bis 600€ nicht stabiler und besser als das stinksolide Manfrotto. Und, nein, ich werde nicht von Manfrotto gesponsert. 

Welchem Hersteller sollte man vertrauen?

Die Anzahl der aktuell erhältlichen Stative ist unüberschaubar. Mehr als 30 Hersteller mit jeweils vielen verschiedenen Modellen ringen um die Gunst des Kunden. In recht kurzen Zeitabständen werden neue oder verbesserte Modelle raus gehauen.

Ein Stativ der Hersteller Linhof oder Gitzo wird man wohl nur einmal in seinem Leben kaufen. Die meisten Modelle sind über jeden Zweifel in Punkto Standsicherheit, Haltbarkeit und Schwingungsdämpfung erhaben. Ich kenne Fotografen die ihr Gitzo ohne jegliche Probleme schon seit über 40 Jahren im Einsatz haben. 

 

Der Marktführer wird wohl Manfrotto sein und auch noch eine Weile bleiben. Ich kenne allerdings keine Verkaufszahlen. Das ist also nur eine Vermutung. Das mit den Verkaufszahlen ist aber immer so eine Sache. Nur weil der VW Konzern allein in Deutschland jeden Monat 40000 PKW Golf verkauft bedeutet das ja nicht, dass das auch ein gutes Auto ist was seinen Preis wert ist.  Aber ich schweife ab... 
Manfrotto baut ganz sicher nicht die besten Stative. Allerdings ist das Preis- Leistungsverhältnis gut. Egal ob 055 oder 190, die Stative erfüllen ihren Zweck und sind ihr Geld wert. Vergleichbare Stative der Mitbewerber sind meist teurer. 

 

Jenseits von Manfrotto haben wir bisher gute Erfahrungen mit verschiedenen Stativen von Sirui und Benro gemacht. Allerdings sind die guten Stative der genannten Hersteller meist kein Schnäppchen. 

Was solltest Du bei der Wahl des richtigen Stativs beachten?

- Tragfähigkeit: umso mehr Gewicht das Stativ sicher tragen kann desto stabiler wird es wohl auch sein. Den Angaben der namhaften Hersteller kann man sicher auch vertrauen. Ob es allerdings gleich das 65 kg-Monster sein muss ist fraglich. Umso höher die Tragfähigkeit desto mehr Gewicht bring das Stativ auf die Waage. Du solltest also eher einen vernünftigen Kompromiss finden. Wenn Deine Kamera mit aufgesetztem Objektiv 3 kg wiegt solltest Du etwas Reserve einplanen. Mindestens 6 kg halte ich für sinnvoll.

- Arbeitshöhe: Bei meiner Körpergröße von 1,90 m würde ich bei einer maximalen Arbeitshöhe von 1,35 m ganz schnell Rückenbeschwerden bekommen. Das Stativ sollte im Idealfall ohne ausgefahrene Mittelsäule eine angenehme, zur eigenen Körpergröße passende, Arbeitshöhe bieten. Zur angegeben Höhe muss dann noch die Höhe des verwendeten Kopfes addiert werden. Die Mittelsäule sollte man nur im "Notfall" ausfahren. Mit ausgefahrener Mittelsäule büßt man viel an Stabilität ein. Auch eine kleine minimale Arbeitshöhe, kurz über dem Boden, ist für viele Bildideen von Vorteil. 

- Verarbeitungsqualität: Du solltest das Objekt der Begierde vor dem Kauf ausgiebig auf Stabilität testen indem Du einfach mal am Stativ wackelst. Du solltest kontrollieren ob die Verschlüsse und Gelenke sauber funktionieren und alles fest und stabil ist wenn sie weider eingerastet sind.

- Handhabung: Alles sollte leichtgängig sein und sich intuitiv bedienen lassen. Wenn man für bestimmte Einstellungen Werkzeug benötigt ist das nicht unbedingt benutzerfreundlich, genauso wenn man sich irgendwo die Finger einklemmen könnte.

- Kompatibilität: Mein größter Kritikpunkt an Manfrotto ist die Verwendung mehrerer verschiedener proprietärer Schnellwechselsysteme. Komfortabler ist es wenn das gesamte System Arca Swiss kompatibel ist. An unseren Kameras ist immer ein L-Winkel. Diese Winkel sind systembedingt nur als Arca Swiss erhältlich und passen somit nicht auf die Manfrotto Systeme. Die Manfrotto Köpfe haben wir auf Arca Swiss umgebaut. Alle anderen Köpfe, wie der Benro Getriebeneiger, sind Arca Swiss kompatibel.

- Packmass: Wenn Du das Stativ nicht im Flugzeug transportieren willst ist relativ egal wie klein Du das Stativ zusammenschieben kannst. Grundsätzlich wird ein Stativ mit jeder zusätzlichen Beinverschraubung etwas instabiler. Ein weiterer Aspekt ist, dass die maximale Arbeitshöhe klein ist wenn das Stativ ein Packmass von 40 cm hat. Der Kauf eines zweiten kleinen Reisestativs stellt meist nur eine unbefriedigende Notlösung dar. Wenn Du etwas mehr Geld in die Hand nimmst findest Du ein gutes Universalstativ mit großer Arbeitshöhe und ausreichend kleinem Packmass wie z.B. das Benro TMA38CL

Stativköpfe

Viele Stative werden als Kit mit einem Kopf verkauft. Oft packen die Hersteller einen Kugelkopf mit in den Karton. Meist sind diese allerdings von eher mäßiger Qualität. Die Kamera sackt nach dem Festschrauben bei den meisten Kugelköpfen nach. Ohnehin sind Kugelköpfe im Light Painting nicht so gut geeignet.

Wir verwenden 3-Wege-Neiger und Getriebeneiger von Manfrotto und Benro. Mit dem im Bild zu sehenden GD3WH hat Benro einen ordentlichen Kopf mit Arca Swiss Aufnahme zu einem vernünftigen Preis im Angebot. 

Beim Kopf gilt es wiederum die Tragfähigkeit zu beachten. Es nutzt nichts wenn das Stativ 12 kg tragen kann und der Kopf nur 1,5 kg, zumindest wenn die Kamera mit Objektiv schwerer ist als die angegebenen 1,5 kg des Kopfes. 


Aktuell haben wir für unsere Light Painting Ausflüge das Manfrotto 055 mit 3 Beinsegmenten aus Aluminium mit dem Benro Getriebeneiger im Gepäck. Das Stativ hat eine Tragfähigkeit von 9 kg, Benro gibt die Tragfähigkeit für den Kopf mit 6 kg an. Der Kopf selbst wiegt etwas weniger als 1 kg, die Nikon D750 mit dem dicken 14 mm Sigma Objektiv ca. 2,5 kg. Für Camera Rotation Light Painting kommt dann noch das Camera Rotation Tool zusätzlich auf den Getriebeneiger. Alles sitzt fest, in den Bildern sind bisher keine Wackler beim Drehen der Kamera sichtbar geworden. 

 

Allzeit gutes Licht
Sven

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