Taschenlampen

Kaufberatung für den Light Painting Einsteiger

Das wichtigste Werkzeug des Light Painters ist, neben matt schwarzem Gaffa-Tape, die Taschenlampe. Für die meisten Light Painting Bilder benutzen wir LED-Taschenlampen. Als Light Painting Einsteiger ist man bei der Auswahl der richtigen Taschenlampe meist völlig überfordert. In meiner Anfangszeit war ich das jedenfalls. Und vor 8 / 9 Jahren war die Auswahl an verschiedenen, geeigneten Taschenlampen noch nicht annähernd so groß wie heute. Mittlerweile haben sich ungefähr 200 Taschenlampen in meinem Lager angesammelt, eine ähnlich große Anzahl konnte ich darüber hinaus in den letzten Jahren mehr oder weniger ausgiebig testen. Von der Lampe aus dem 1€-Shop bis zur 400€ Preisklasse ist alles dabei. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich die ein oder andere Lampe bisher übersehen habe. Ein umfassender Test kann das hier also nicht sein. 

Light Painting Taschenlampe

Bevor Du Geld zum Onlinedealer transferierst solltest Du Dir Gedanken über die Bedürfnisse machen, die Deine neue Lampe erfüllen soll. Grundsätzlich, von einigen Sonderfällen abgesehen, unterscheiden wir die Taschenlampen nach dem Einsatzweck im Light Painting. Diese bestehen aus den beiden Aufgabengebieten Ausleuchtung einer mehr oder weniger großen Umgebung und Beleuchtung der Light Painting Tools. Einige wenige Lampen könnte man zwar für beide Zwecke nutzen, aber das ist dann wie der Ganzjahresreifen am Auto, weder im Sommer noch im Winter richtig gut. 

 

Um einen Einstieg ins Thema Light Painting zu finden solltest Du zuerst mit dem Material arbeiten, was Dir bereits zur Verfügung steht. Auch wenn die Taschenlampe in Deinem Keller bereits einige Jahre alt ist und auch damals kein Vermögen gekostet hat. Somit hast Du bereits erste Erfahrungen gesammelt und kannst dann viel besser die neue Lampe nach Deinen Bedürfnissen auswählen. 

Welche Eigenschaften sollte die neue Taschenlampe haben?

Unabhängig davon ob Du eine Lampe zur Ausleuchtung oder eine zur Arbeit mit den verschiedenen Light Painting Tools kaufen willst, solltest Du auf einige Punkte immer achten. 

 

Im oft harten Alltag des Light Painters sollte die neue Taschenlampe möglichst robust und somit langlebig sein. Man kann das zwar nicht unbedingt am Preis festmachen, wenn aber ein namhaften Hersteller einen Schutzgrad wie IPX8 oder IP68 für seine Taschenlampe angibt wird das neue Schmuckstück auch Stürze und das Eintauchen ins Wassser unbeschadet überstehen und viele Jahre zuverlässig den Dienst versehen. Die Schnäppchen-Lampe mit den fantastischen Lumenangaben im fünstelligen Bereich wird wohl nicht sehr zuverlässig und lange funktionieren. Es gibt wohl kaum etwas Schlimmeres im Light Painting als wenn nach der beschwerlichen Reise zur schwer zugänglichen Location das Arbeitsmaterial versagt und man unverrichteter Ding wieder abziehen muss. 

 

Stromversorgung - Einige im Light Painting sehr beliebte Lampen wie die Led Lenser X21R oder X21R2 haben einen fest verbauten Akku. Dieser lässt sich auschließlich mit dem mitgelieferten magnetischen Ladegerät laden. Das mag auf den ersten Blick ganz sexy sein, wenn allerdings der Akku an der Location schlapp macht, dann war's das mit dem Light Painting für diese Nacht. An den allermeisten Locations gibt es keine Steckdose und selbst wenn es eine gäbe, würde der Ladevorgang viel zu lange dauern. Und eine zweite X21R (1,8kg Gewicht, 280€) mitzunehmen ist auch nicht die beste Wahl. Wir schleppen schon genug Zeug mit uns rum und für die 280€ kann man sich auch was anderes Schönes kaufen. 

 

Also ist es empfehlenswert mit Taschenlampen zu arbeiten, bei denen man schnell und einfach den Akku wechseln kann und dieser Akku nicht irgendein schweineteurer Spezialakku ist. Am komfortabelsten ist es, wenn alle Taschenlampen mit dem gleichen Akkutyp betrieben werden. Am weitesten verbreitet sind Akkus vom Typ 18650. Auch Lampen mit den etwas größeren 21700 lassen sich mit einem Adapterrohr meist mit 18650 Zellen betreiben. In meiner Fenix PD36R funktioniert das jedenfalls. Die Fenix kann man über den integrierten USB-Anschluss laden, unterwegs funktioniert das auch mit einer Powerbank. Mit angeschlossener Powerbank leuchtet die Lampe dann immer noch in der Stufe "medium".

 

Über Akkus und Batterien hatte ich letztens einen Artikel geschrieben, diesen findest Du hier

Light Painting Taschenlampe

Um die neue Taschenlampe komfortabel mit dem Light Painting Tool zu verbinden benutze ich die Adapter von Light Painting Paradise. Damit die neue Lampe in die Adapter passt solltest Du vor dem Kauf schauen wie groß der Durchmesser des Lampenkopfes ist. In die Adapter passen Lampen mit 20 bis 38,5mm Kopfdurchmesser.

 

Die Taschenlampe sollte sich darüber hinaus gut bedienen lassen. Ein sauber definierter Druckpunkt des Schalters ist genauso wichtig wie eine vernünftige Programmierung der verschiedenen Modi. Wenn ich mir beispielsweise die Taschenlampen von Walther Pro anschaue sind diese recht ungeeignet. 


Diese Lampen kann man nicht kurz ein- und wieder auschalten. Nach dem Einschalten muss ich mich dann durch alle Modi klicken bevor sie wieder ausgeht. Ein ähnliches Problem hat man mit einigen Led Lenser Lampen. Wenn ich die X21R in der Stufe medium oder high betreibe wechselt sie beim Ausschalten kurz in den Turbomodus. Da kann man sich ganz schnell das Light Painting versauen wenn man nicht aufpasst. 

 

Da die Light Painter nicht die größte Zielgruppe der Taschenlampenhersteller sind achten diese bei der Entwicklung der Taschenlampen nicht auf solche Sachen. Und meist findet man auch keine Angaben über derartige Eigenheiten in der Beschreibung. 

Helligkeit

Light Painting Taschenlampe

Die Hersteller, gerade die nicht so guten, übertreffen sich permanent mit immer größeren Zahlen bei der Angabe des Lichtstroms. Da verkauft dann der Mann aus Fernost eine Lampe für 43€ mit fantastischen 50000 Lumen. Ja, Du hast richtig gelesen fünfzigtausend, ich habe nicht versehentlich eine 0 zu viel eingetippt. Da müsste doch eigentlich der gesunde Menschenverstand sofort sagen: Nein, das geht nicht. Aber es gibt immer wieder Light Painter, die auf so etwas reinfallen. Bei einem derart geringen Preis lässt sich der Fehlkauf sicher verschmerzen, aber ich lasse mich einfach nicht so gerne vom Hersteller bzw. Verkäufer verarschen und für blöd verkaufen. Und da wohl kaum jemand einen Gutachter bezahlen wird um den Betrug nachzuweisen werden solche Lampen auch weiterhin ungestraft verkauft.


Aber eigentlich lässt sich diese Lüge sofort entlarven. In der Lampe sind angeblich 15 Cree XML T6 verbaut. Nehmen wir mal an das stimmt. Laut Datenblatt von Cree ist die maximale Stromaufnahme dieser LED 3000mA. Mit diesem Strom liefert die LED rein rechnerisch ca. 1200 Lumen. Selbst wenn der Hersteller es schaffen würde diese 1200 Lumen auch aus der Lampe heraus zu bekommen sind wir immer noch nicht bei 50000 Lumen - 15 x 1200 = 18000. Schon theoretisch ist nicht einmal die Hälfte des angegebenen Lichtstroms möglich. Die Lampe hätte dann eine Stromaufnahme von mindestens 50 Ampere, und das auch nur wenn Treiber mit wirklich gutem Wirkungsgrad verbaut wären. Mindestens 10% werden beim besten Treiber in Wärme umgewandelt, das wären in diesem Fall 18,5 Watt. 18,5 Watt Wärme müssten also vom Treiber über das Gehäuse abgeleitet werden. Wenn das den Tatsachen entsprechen würde könnte man nach spätestens einer Minute Eier auf dem Lampenkopf braten. Es ist schließlich keine Zwangskühlung verbaut. 

 

Noch lustiger sind die Angaben auf den mitgelieferten Akkus. Die Schmuckstücke haben angeblich 6800mAh. So etwas stellt kein Hersteller auf der Welt her. Schon mal einfach deshalb nicht weil das physikalisch unmöglich ist. Durch das verwendete  Material (Lithium) und die Größe der Zelle ist die maximale Energiedichte begrenzt. Mit den aktuellen Produktionsverfahren ist es möglich 18650 Akkus mit maximal 3500mAh herzustellen. Solche Akkus kosten als ungeschützte Rohzelle aktuell ca. 5€ pro Stück.

Realistisch düften im Fall dieser Akkus eine Kapazität von ungefähr 2000mAh sein. In diesem Fall wäre nach spätestens 9 Minuten die Entladeschlusspannung erreicht, die Lampe würde nicht mehr leuchten. Der Verkäufer gibt eine Laufzeit von 8 bis 10 Stunden an. 

 

Finger weg von solchen Lampen! Wenn die Angaben schon dermaßen übertrieben sind wird sich der Hersteller einen Dreck um das geringste Maß an Sicherheit kümmern. Das ist kein Spaß wenn die 4 Lithiumzellen in der Lampe explodieren wie ein Polenböller. Davon abgesehen werden solche Lampen nicht besonders lange halten. Eine Garantie wird es kaum geben, und selbst wenn wird sich diese schwer durchsetzen lassen. Namhafte Hersteller wie Fenix gewähren 5 Jahre Garantie auf ihre Taschenlampen und 1 Jahr auf die Akkus. Meine ältesten Fenix Taschenlampen sind mittlerweils 8 Jahre im Einsatz. Bisher hatte ich keinerlei Probleme mit diesen Lampen.

Welche Lumen Angaben sind realistisch?

Mit einer einzelnen, der weit verbreiteten, recht preiswerten, Cree XML lassen sich ca. 1200 Lumen emitieren. Wenn man mehrere davon kombiniert entsprechend mehr. Je nach Größe und Form des Gehäuses wird die Verlustwärme mehr oder weniger schnell abgeleitet. Das hat dann Einfluss darauf wie schnell die Lampe die Helligkeit runteregelt.

Es nutzt ja nicht viel wenn ich direkt nach dem Einschalten 3000 Lumen habe, aber innerhalb von einer Minute auf 1200 Lumen runtergeregelt wird, wie im Falle der Led Lenser MT18. Da kann ich dann gleich 'ne kleinere, leichtere und billigere Lampe mit 1200 Lumen benutzen.

Light Painting Taschenlampe

Mit der größeren Cree XHP50.2 ist ein maximaler Lichtstrom von 3200 Lumen möglich. In einem kleinen Gehäuse mit einem 18650 Akku lässt sich das allerdings thermisch kaum realisieren. Die XHP70.2 liefert maximal 4300 Lumen. 

 

In der im Bild zu sehenden Fenix PD36R ist eine Luminus SST-40 Led verbaut. Die vom Hersteller angegebenen 1600 Lumen kann diese LED liefern, und das tut sie auch in der Realität. Je nach Umgebungstemperatur fängt die Fenix nach 3 bis 4 Minuten an langsam runterzuregeln. Nach ca. 30 Minuten leuchtet sie mit 800 Lumen. Besser geht es kaum. Die allermeisten Lampen regeln viel schneller runter. In der mittleren Stufe leuchtet die Fenix mit den angegebenen 800 Lumen konstant für ca. 20 Minuten.

Wie viele Lumen brauche ich denn überhaupt im Light Painting?

Light Painting

Viele sagen sich, die Taschenlampe kann nicht hell genug sein. Das ist falsch. Die Taschenlampe kann sehr wohl zu hell für Light Painting sein. Irgendwann kommt der Punkt an dem ich nicht weiter abblenden kann oder will und der ISO-Wert lässt sich ebenfalls nicht beliebig verringern. Bei den meisten Kameras ist bei ISO 100 Schluss. EInige, wie meine Nikon D750 lassen sich noch auf ISO 50 einstellen. 

 

Andersherum kann man bei den meisten aktuellen Kameras den ISO auf Werte bis 3200 oder gar noch weiter erhöhen ohne starke Einbußen bei der Bildqualität in Kauf nehmen zu müssen. Ich kann also auch mit recht schwachen Lichtquellen gute Ergebnisse im Light Painting umsetzen. Lass Dir also nicht von den Schlaubergern erzählen, dass Du als Einsteiger eine 50000 Lumen-Lampe brauchst. 


Im Beispielbild habe ich Gunnar zuerst mit einem Scanner eingeleuchtet. In diesem ist eine 5 Watt COB LED verbaut. Den Lichtstrom des Scanners habe ich bisher nicht gemessen, das werden so ca. 400 Lumen sein. Mehr wäre auch für das Model nicht sehr angenehm. Danach habe ich mit blauem Farbfilter und etwas Nebel für ca. 10 Sekunden von hinten geleuchtet. Zum Schluss habe ich ohne Farbfilter die Szene von vorne ausgeleuchtet. Das hat ca. 5 Sekunden gedauert. Als Taschenlampe kam hier die Fenix FD65 in der Stufe "high" zum Einsatz. In dieser liefert sie 1200 Lumen. Die Lampe ist fokussierbar. Der Fokus war in der weitesten Stellung. An der Kamera war ISO 50 eingestellt, die Blende am Nikkor 17-35/2,8 stand auf 11. Der Abstand zwischen Gunnar und der Kamera betrug ca. 3,5 Meter. Hier wären also 3000 oder mehr Lumen kaum noch zu kontrollieren gewesen. Eine entsprechende Lampe wäre also zu hell. Die FD65 liefert in der höchsten Stufe 3800 Lumen. Für größere Räume oder größere Bereiche im Freien kann man dann natürlich auch mit dieser Stufe arbeiten. Aber selbst wenn Deine Lampe keine 3800 Lumen liefert ist das meist kein Problem. Dann dauert die Ausleuchtung einfach nur etwas länger.

Bei diesem Bild hatte ich ISO 100 und Blende 11 eingestellt. Die beiden Lampen für den Orb haben einen Lichtstrom von 320 Lumen.  Durch die Farbfilter sind es letztendlich weniger, ca. 80%. Die blaue Ausleuchtung hatte ich damals mit der Led Lenser X21R.2 gemacht. Das blaue Farbfilter hat einen Transmissionsgrad von 20%. Somit kamen von den 3000 Lumen nur noch 600 Lumen im Raum an. Die Ausleuchtung hat hier ca. 2 Sekunden gedauert. 

Wie man an diesen Beispielen sehen kann kommt man fast immer mit recht kleinen ISO-Werten und relativ geringer Helligkeit der Lampen im Light Painting zurecht. Es ist komfortabel immer etwas Spielraum "nach unten" ( kleinere Blende, kleinerer ISO) zu haben als wenn ich immer mit ISO 50 und f16 arbeiten müsste weil sonst die Lichter ausbrennen.

Light Painting

Ich muss also nicht viel Geld in die Hand nehmen um eine Lampe zu kaufen, die eigentlich zu viel Licht liefert. Außerdem sind diese Lampen dann teuer, groß und schwer, wie die X21R. Zur Not kann man auch einfach mehrere kleinere Taschenlampen gleichzeitig benutzen. Zwei Fenix PD36R passen in eine Hosentasche und liefern zusammen mehr Licht als die dicke X21. 

Fokus, Thrower oder Flooder?

Light Painting

Im Light Painting sind Lampen mit Fokus beliebt und weit verbreitet. Das einzige Problem dabei ist, dass es immer weniger solcher Lampen gibt. Die erhältlichen Lampen sind oftmals, wie bereits oben erwähnt, aus anderen Gründen ungeeignet. Außerhalb vom Light Painting sind fokussierbare Lampen nicht sehr beliebt. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass es neue Modelle mit gutem Fokussystem geben wird.

 

Neben den oben erwähnten Walther Pro und Led Lenser hat Fenix einige fokussierbare Lampen im Portfolio. Leider ist die wirklich gute FD65 aktuell nicht erhältlich. Höchstwahrscheinlich werden auch keine Exemplare mehr produziert werden. Wer also irgendwo noch eine findet sollte sofort zugreifen. 


Für den Preis von 169€ bekommt man eine Lampe, die den Konkurrenzprodukten von Led Lenser und Walther klar überlegen ist. 3800 Lumen, und das nicht nur für kurze Zeit nach dem Einschalten, gutes Fokussystem, geringe Größe und Gewicht sowie der Betrieb mit 4 18650 Akkus machen sie zum perfekten Begleiter für den Light Painter. Einzig der Einsatz von Farbfilterfolie gestaltet sich mit dieser Lampe etwas schwierig. In der hellsten Stufe geben die Folien nach einigen Sekunden Rauchzeichen von sich weil die Lampe vorne sofort sehr heiß wird. Abhilfe schaffen hier Farbfilter aus Acrylglas, diese sind etwas hitzebeständiger. Bei der Verwendung normaler Farbfilterfolie sollte man die FD65 dann lieber nicht mit voller Leistung betreiben. 

 

Mit der FD30 hat Fenix eine Taschenlampe mit einem 18650 Akku im Programm. Diese liefert maximal 900 Lumen. Die FD41 mit einem etwas größeren Kopf hat ebenfalls einen maximalen Lichtstrom von 900 Lumen. Durch den größeren Kopf ist der Lichtkegel etwas homogener als beim kleineren Bruder. Das Fokussystem ist hier etwas anders ausgeführt als bei der FD30 mit dem kleinen zweigeteilten Reflektor.

 

Mit der LC90 baut Anker eine weitere Taschenlampe mit Fokus und 900 Lumen. Diese kann zwar nicht annähernd mit der perfekten Qualität der Fenix Lampen mithalten und der Lichtkegel ist auch alles andere als homogen, dafür schickt Amazon sie für schlanke 30€ zu Dir nach Hause. Allerdings ist diese Lampe recht groß und schwer. In die Adapter von Light Painting Paradise passt sie gerade so hinein. Wirklich fest und sicher sitzt sie dann nicht im Adapter. Mehr empfehlenswerte Taschenlampen mit Fokus fallen mir auch im Moment nicht ein. 

 

Mit einer fokussierbaren Taschenlampe ist es recht einfach das Licht genau dort hin zu bekommen wo es im Light Painting sein soll. Für die Ausleuchtung kann ich den Lichtkegel genau so einstellen wie ich ihn brauche. Für die gleichmäßige Beleuchtung von Light Painting Tools ist das ebenfalls von Vorteil weil ich auch hier so fokussieren kann, dass die Lampe die 1 Meter lange Tube komplett gleichmäßig beleuchtet. 

 

Alternativ zu Taschenlampen mit Fokus kann man Lampen mit unterschiedlichen Reflektoren verwenden. Eine mit eng gebündelten Lichtstrahl (Thrower) zur gezielten Ausleuchtung kleinerer Bereiche und zm Beleuchten von Light Painting Tools die etwas länger sind, sowie eine zweite mit breitem Lichtstrahl (Flooder) zur gleichmäßigen Ausleuchtung der Umgebung. 

Einige Lampen versuchen beides zu vereinen, im Light Painting sind diese meist kaum sinnvoll einsetzbar. Wenn um den hellen zentralen Lichtkegel herum ein größerer Bereich ebenfalls recht hell ist kann man das Licht meist schlecht im Light Painting kontrollieren. Sauber abgegrenzte, homogene Beams machen die Arbeit leichter. 

Bei meinen selbst gebauten, mit farbigen LED's bestückten Convoy S2 habe ich Orange Peel Reflektoren verbaut. Mit diesen haben die Lampen dann einen sehr gleichmäßigen Beam. Auch für einige andere Lampen sind solche Reflektoren für einige Euro einzeln erhältlich. Wie der Name es andeutet hat die Oberfläche dieser Refelktoren eine Struktur ähnlich der Haut von Zitrusfrüchten. Dadurch wird das Licht weicher und gleichmäßiger aus dem Lampenkopf ausgestrahlt. Fertige Taschenlampen mit OP-Reflektoren sind kaum erhältlich. 

 

Ein gute Möglichkeit um mit fast jeder Taschenlampe weiches, homogenes Licht ins Light Painting zu bekommen ist die Verwendung von Backpapier vor dem Lampenkopf. Du solltest allerdings auschließlich Backpapier verwenden und kein Pergamentpapier oder ähnliches. Letzteres ist nicht hitzebeständig und könnte bei leistungsstarken Taschenlampen in Flammen aufgehen. Durch die braune Farbe des Backpapiers bekommt das Licht darüber hinaus eine angenehme, warme Farbe, ähnlich der von Sonnenlicht. Man kann natürlich auch das Backpapier in Kombination mit Farbfiltern verwenden.

Strobe und andere Blinkmodi

In der letzten Zeit haben immer mehr Taschenlampen keinen normalen Strobe mehr, sondern einen Strobe mit wechselnder Frequenz, manchmal als Bike-Strobe bezeichnet. Vielleicht kann man diesen alternierenden Strobe kreativ im Light Painting einsetzen, aber gewöhnlich will man lieber einen normalen Strobe. Einige Lampen haben mehrere Strobe Modi sowie zusätzlich SOS oder andere Blinkmodi. In der Beschreibung ist meist nur Strobe angegeben. Auch die ansonsten sehr gute Fenix PD36R hat leider keinen homogenen Strobe. Allerdings wäre bei dieser Lampe der Strobe ohnehin nicht vernünftig einsetzbar, 1600 Lumen Strobe ist einfach viel zu hell. 

Meist verwenden wir Taschenlampen mit homogenem Strobe mit 300 bis 600 Lumen. Diese Helligkeit ist völlig ausreichend um Blades aus Acrylglas oder ähnliche Lichtformer ausreichend hell im Light Painting darstellen zu können. Mit helleren Lampen besteht die Gefahr, dass die Lichter im Ergebnis ausgebrannt sind wenn man das Tool zu langsam bewegt. Beim Drehen eines Orbs wie im Beispielbild sollte man grundsätzlich langsam arbeiten damit der Orb auch gelingt und nicht aussieht wie ein Osterei.

Wünschenswert wären Taschenlampen, bei denen sich die Helligkeit des Strobe verändern ließe. Bei allen konventionellen Taschenlampen geht das nicht, jedenfalls kenne ich keine, bei der das möglich wäre. Der Strobe soll der Selbstverteidigung dienen, demzufolge leuchtet das dann mit der größten Helligkeit der Lampe.

Light Painting

Einige Taschenlampen verfügen zusätzlich über weitere Modi wie langsames Bilnken oder SOS. Für die allermeisten Light Painting Bilder sind diese allerdings ungeeignet. Andere, für den Light Painter interessante, Modi baut kein Hersteller in die Lampen ein. Bei der Entwicklung ihrer Lampen haben sie die Light Painter überhaupt nicht auf dem Schirm. 

RGB-Taschenlampen

Light Painting

Die Zahl der erhältlichen RGB-Taschenlampen ist sehr überschaubar. In den meisten Fällen sind diese Lampen eher ein Spielzeug für den Kindergeburtstag als ein professionelles Light Painting Werkzeug. Davon abgesehen sind diese Lampen meist recht schwach, mehr als 150 bis 200 Lumen können sie nicht liefern. 

Für den Light Painter ergeben sich mit solchen Lampen allerdings ganz neue Möglichkeiten. Ein Bild wie dieses ließe sich mit normalen Taschenlampen nicht realisieren. Die hier verwendete Lampe wechselt die Farben in einer zuvor gewählten Frequenz. Das Bild habe ich mit einer Lampe von Ants On A Melon umgesetzt. Gedacht sind solche Lampen für den Betrieb an Leucht-Pois, also für Artisten.


Diese Lampe ist schon seit längerer Zeit nicht mehr erhältlich. Die einzige Alternative, die mir einfällt, ist die Concentrate C5 Led Unit. Diese Lampe kostet ca. 23€, für ein paar Euro Versandgebühren kommt sie vom Hersteller aus Neuseeland zu Dir nach Hause. Alternativ kannst Du beim Händler in Europa bestellen. Allerdings wird das dann teurer.  Diese Lampe ist eigentlich ganz cool, aber sie liefert noch weniger Helligkeit als die Ants On A Melon Lampe. Für große Light Paintings im großen Saal oder im Freien ist diese Lampe kaum zu gebrauchen.

 

Wenn Du Dich noch einige Monaten gedulden kannst, wartest Du auf die neue Lampe von Ants On A Melon. Die RGB Critter wurde erfolgreich über Kickstarter finanziert und wird jetzt produziert. Ab Sommer 2020 soll sie erhältlich sein. Vorbestellen kannst Du die Lampe hier: https://antsonamelon.com/products/rgb-critter-flashlight# 

Da sich einige Light Painter erfolgreich bei der Entwicklung eingemischt haben, dürfte diese Lampe ein sehr geeignetes Werkzeug für die Light Painter sein. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die RGB Critter und hoffe, sie bald in den Händen halten zu können. Für die Lampe sind einige Adapter und Lichtformer wie Glasfasern und Lichtschwerter erhältlich. 

Eine der wenigen RGB-Taschenlampen, die nicht für Pois oder andere Tools für Artisten gedacht ist, ist die Colorshine RGB LampeNeben 10 festen Farben kann die Lampe Farbwechsel und Fading. Wirklich empfehlenswert ist diese Lampe allerdings nicht. Die Verarbeitungsqualität ist miserabel. Die Laufzeit sehr kurz. Wenn der Ladestand der Batterie abnimmt ändern sich die Farben von allein. Da es allerdings an Alternativen mangelt bleibt dem Light Painter kaum etwas anderes übrig wenn man Farbwechsel oder Farb-Fading darstellen will wie im Beispielbild.

Früher haben die Light Painting Künstler für diese Effekte die Led Lenser V24 benutzt. Manchmal werden diese Lampen noch bei ebay angeboten. Wenn Du also das Oldschool Light Painting Tool haben willst solltest Du dort danach Ausschau halten.

Light Painting

Für den Kopf

Light Painting Taschenlampe

Damit Du Dich sicher in der Dunkelheit bewegen kannst und trotzdem beide Hände frei hast ist eine Kopflampe sehr empfehlenswert. Da von der Qualität der Lampe unter Umständen Dein Leben und Deine körperliche Unversehrtheit abhängt würde ich hier keinesfalls nur nach dem Preis schauen. Die 10€-Strinlampe lässt Dich früher oder später im Stich.

Auf meinem Kopf klemmt meist die recht neue Fenix HM65R. Die Lampe wiegt inkl. 18650 Akku unter 100g, ist wasserdicht und sehr robust. Daneben benutze ich gerne die Fenix HM51R. Bei dieser lässt sich die eigentliche Lampe einfach vom Stirnband entfernen und zum Light Painting vernwenden. Durch die besondere Form lässt sich die Lampe gut zum Schreiben und Malen von Figuren verwenden weil man sie halten kann wie eine Sprühdose, die Hand bleibt also während der Bewegungen in einer natürlichen Position.


Fazit

Die eine, ultimative Light Painting Taschenlampe gibt es nicht und wird es auch sicher so bald nicht geben. Du kommst also nicht auf Dauer mit einer Lampe aus. Um Lichtspuren ins Bild zu malen könnte schon bald die RGB Critter zur ultimativen Lampe werden, wenn es sie dann tatsächlich zu kaufen gibt. Sobald  die Lampe bei mir angekommen ist werde ich sie ausgiebig testen und einen Artikel darüber schreiben. Da diese Lampe nicht über einen klassischen Taschenlampenkopf verfügt ist sie höchstwahrscheinlich für die Ausleuchtung völlig ungeeignet und leifert nur direkt an den Lightpainting Tools gute Ergebnisse.

 

Grundsätzlich sollte man von billigen Lampen von unbekannten Herstellern, oder Lampen die unter vielen verschiedenen Markennamen vertrieben werden, die Finger lassen. An solchen Lampen hat man meist keine Freude, schon gar nicht über einen längeren Zeitraum. Wer billig kauft, kauft zweimal.

 

Zur Ausleuchtung der Light Painting Szene kann ich aktuell keine klare Empfehlung für die beste Lampe aussprechen weil die wirklich gute Fenix FD65 nicht mehr erhältlich ist. Led Lenser X21R und Walther Pro XL7000 oder 8000 erfüllen zwar ihren Zweck, sind aber aus den bereits oben genannten Gründen (kein Standardakku, groß, schwer, hoher Preis) nicht empfehlenswert. Von Lampen, wie der ebenfalls recht beliebten Led Lenser MT18, sollte man besser die Finger lassen. Eine Lampe die innerhalb einer Minute die Helligkeit auf ca. ein Drittel der angebenen 3000 Lumen reduziert kann man kaum gebrauchen, ungeachtet der Tatsache, dass ich mich nicht so gerne vom Hersteller verarschen lasse. 

 

Wer wirklich viel Licht zur Ausleuchtung großer Szenen braucht sollte mal einen Blick auf die Fenix TK75 werfen. Die Lampe ist vielfach bewährt und wird schon lange gebaut. Ein Review der Lampe findest Du im Taschenlampenforum

 

Wenn Du eine gute Allround-Taschenlampe suchst kann ich Dir ganz klar die Fenix PD36R empfehlen. Seitdem ich diese Lampe habe trage ich sie immer am Gürtel. Neben der perfekten Verarbeitung und der hohen Helligkeit beeindruckt mich die lange Laufzeit mit dem dicken 21700 Akku. Die Lampe ist kaum größer als die Lampen der Mittbewerber mit den kleineren 18650 Akkus. 

Ich benutze die Taschenlampe im Alltag, zur Ausleuchtung kleinerer Bereich sowie an den verschiedensten Lightpainting Tools. Einzig, dass die Lampe nicht über einen normalen Strobe verfügt schränkt sie in manchen Situationen etwas ein, auch wenn Strobe mit 1600 Lumen ohnehin kaum vernünftig einsetzbar wäre. 

 

Falls Du für die ersten Light Painting Versuche nicht viel Geld in die Hand nehmen willst empfehle ich die Convoy S2+. Für den geringen Preis sind die Lampen recht gut verarbeitet. Wenn man einen OP-Reflektor einbaut hat sie einen sehr guten, gleichmäßigen Beam. Die Lampen gibt es mit verschiedenen Farbtemperaturen. Falls etwas kaputt geht kann man fast alle Teile einzeln kaufen und austauschen. Bei einigen Lampen musste ich das auch schon tun, da merkt man dann schon den geringen Preis. Für die Lampe sind verschiedene Diffusoren erhältlich, mit diesen kann man direkt mit der Lichtmalerei beginnen. Zwischen dem weißen Diffusor und der Lampe kann man einfach ein Stück Farbfilterfolie befestigen, und schon wird's bunt. 

 

Ich hoffe, mit diesem Artikel etwas zu Deiner Erhellung beigetragen zu haben und wünsche Dir allzeit genug Akkukapazität und gutes Licht.
Sven 

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Kommentare: 2
  • #1

    Garry Krätz (Montag, 16 März 2020 07:08)

    Es gibt noch eine deutsch/Schweizer Firma " Suprabeam" , die sehr gute aber auch teure Focuslampen mit guten und wahrhaftigen Daten anbietet. Ich habe diese seit 10 Jahren und liebe diese Lampe weil noch niemal sein Ausfall geschehen ist ,zumal ich da immer mal wieder nachbauen umbauen und mit neuen Chips arbeiten kann!

  • #2

    Sven Gerard - Lichtkunstfoto.de (Montag, 16 März 2020 09:16)

    Sind Suprabeam nicht aus Dänemark? Ne egal.
    Auf jeden Fall sind die Lampen erstmal eins, nämlich unverschämt teuer. Für die Q7 müsste man über 200€ zahlen. Das ist eine Lampe in der Größe der Led Lenser P7 mit 1000 Lumen.
    Davon abgesehen sind die Lampen auch schwer erhältlich. Auf die Schnelle habe ich nur einen einzigen deutschen Lieferanten gefunden.