Light Painting mit Rauch und Nebel

Light Painting mit Rauch und Nebel

Light Painting

Um Laser- oder Lichtstrahlen im Bild sichtbar zu machen sind Partikel in der Luft, an denen das Licht reflektiert wird, unerlässlich. In "sauberer" Luft wären Laserstrahlen kaum sichtbar. Darüber hinaus benutzen wir Nebel oder Rauch für Effekte wie im Beispielbild. Hinter dem Model war eine Lichtquelle, in diesem Fall eine Fenix FD65 mit blauem Farbfilter, platziert. Um den Lichtschein hinter dem Model sichtbar zu machen habe ich vorher etwas Nebel in die Ruine geblasen. Man sollte bei der Verwendung von Rauch und Nebel immer darauf achten, den Ablauf in der richtigen Reihenfolge zu planen und auszuführen. Wenn das Model, wie im Beispielbild, "sauber" und scharf dargestellt werden soll, sollte man immer zuerst das Model ins Light Painting leuchten und erst danach den Nebel in die Szene blasen. Gerade in geschlossenen Räumen kann es einige Zeit dauern bis der Nebel wieder abgezogen ist.


Light Painting mit Rauch

Für die optische Wirkung spielt es keine Rolle ob ich Rauch oder Nebel im Light Painting verwende. Die Entscheidung ist von anderen Faktoren abhängig. Um Rauch zu erzeugen benutze ich Rauchpatronen. Diese sind klein und leicht. Sie lassen sich also einfach und komfortabel auch an abglegene Locations transportieren. Diese Rauchpatronen gibt es in verschiedenen Größen mit unterschiedlicher Brenndauer und Rauchmenge. Bei technischen Rauchpatronen wird beides angegeben und stimmt auch mit den Tatsachen überein. 

Allerdings haben Rauchpatronen einen Nachteil, der Rauch stinkt und sicher ist das auf Dauer auch der Gesundheit nicht sehr zuträglich. Gerade in geschlossenen Räumen sollte man mit den Rauchpatronen nicht übertreiben. Darüber hinaus kann man die Patronen nicht ausschalten, es sei denn man schmeißt sie ins Wasser.

Light Painting

Ich verwende folgende Rauchpatronen: Björmax AX-18. Erhältlich sind die Patronen auch kleiner (AX-9) und auch größer. Ich verwende meist Patronen mit weißem Rauch. Bei Bedarf beleuchte ich den Rauch dann mit farbigem Licht. Alternativ kann man aber auch farbigen Rauch verwenden. Hersteller von Feuerwerk haben oft auch Rauchpatronen im Angebot. Meist sind diese allerdings nicht so präzise wie die technischen Patronen. Die Brenndauer variert zuweilen recht stark innerhalb einer Packung. Dafür kosten diese etwas weniger. Das 5er Pack von Nico kostet beispielweise aktuell ca. 9€

Light Painting mit Nebel

Nebel hat gegenüber Rauch einige Vorteile. Der Nebel stinkt nicht und ist nicht so gesundheitsschädlich wie der Rauch. Allerdings passt die Nebelmaschine nicht in die Hosentasche. Das Hauptproblem ist allerdings, dass die meisten Nebelmaschinen mit 240V betrieben werden. Ich brauche also eine Steckdose in der Nähe. In einigen Locations ist das kein Problem. In den meisten Lost Places, oder im Freien, allerdings schon. Man könnte jetzt einen Generator oder einen Wechselrichter inklusive Autobatterie mitnehmen, meist ist das aber keine gute Lösung, vor allem, weil der Generator Krach macht. Außerdem schleppen wir ohnehin schon sehr viel Gepäck mit uns rum, und jünger werden wir auch nicht. Darüber hinaus gibt es einige wenige Nebelmaschinen, die mit einem Akku betrieben werden. Das wäre eigentlich eine gute Alternative, wenn diese Maschinen nur nicht so unverschämt teuer wären und eine größere Leistung hätten. Eine einfache 240V Nebelmaschine mit 500W kostet unter 40€, die Scotty II mit 400W und 12V Akku kostet aktuell 715€.

Selbst ist der Light Painter

Was der Light Painter nicht kaufen kann, oder will, wie zum Beispiel die 700€ Nebelmaschine, baut er selbst. Allerdings gibt es in diesem Fall gar nicht soviel zu bauen. Diese Lösung kann man fast fertig kaufen. Im Bild siehst Du eine leistungsstarke E-Zigarette. Diese lässt sich betreiben ohne den Dampf inhalieren zu müssen. Es genügt seitlich gegen den Kopf zu blasen wenn der Feuerknopf betätig ist. Die Ausbeute an Nebel ist fast so groß wie bei der 500W Nebelmaschine, nötigenfalls nimmt man einfach zwei von den Dingern.

Im Gegensatz zur Nebelmaschine ist die E-Zigarette sofort einsatzbereit und braucht keine Aufheizzeit. Die Kosten liegen deutlich unter 100€. Das Teil ist klein und leicht, somit kann es auf jede Reise mitkommen. 


Was brauche ich alles für die DIY Nebelmaschine?

Im Moment benutze ich zwei E-Zigaretten im Light Painting. Einen 200 Watt Akkuträger mit einem RDTA mit zwei Spulen. Die zweite Variante ist ein Squonk Mod mit 90 Watt. Bei beiden Köpfen handelt es sich um sogenannte Tröpfler bzw. Dripper. Nur mit diesen ist es möglich die E-Zigaretten zu betreiben ohne den Dampf zu inhalieren. Normalerweise muss man, wie der Name erahnen lässt, das Liquid von oben auf den Kopf tröpfeln. Mit dieser Methode kann man das Teil allerdings nur 2 bis 3 Mal für je zwei bis drei Sekunden benutzen. Danach muss neues Liquid auf den Kopf getröpfelt werden weil die wenigen Tropfen verbraucht sind. Das kann während des Light Painting recht lästig werden, zumal man im Dunkeln die Hälfte des Liquids über den Fingern verteilt. Das ist zwar nur Zuckerwasser und somit nicht gefährlich, aber besonders angenehm ist das nicht wenn man mit den klebrigen Fingern weiterarbeiten muss.


Der oben erwähnte RDTA ist ein Tröpfler mit einem Tank. Die Watte reicht bis in den Tank. Durch die Kapliarwirkung wird das Liquid aus dem Tank bis zu den Spulen befördert. Das erspart das manuelle Aufbringen des Liquids von oben direkt auf die Spulen. Befüllt wird der Tank über ein Ventil oben zwischen den Spulen. Man muss also nichts auseinander bauen. Das Ventil findet man auch blind während des Light Painting. Die Flasche mit dem Liquid passt genau auf das Ventil. Solange man das ganze gerade hält geht nichts daneben, und selbst wenn, landet das Liquid dort, wo es sowieso hin muss, nämlich auf den Spulen. Betrieben wird das Ganze dann ohne Mundstück, also mit den offenen Spulen wie auf dem Bild zu sehen. 
Beim Betrieb mit hoher Leistung, 150 Watt oder darüber, und längerem Betrieb kann es passieren, dass nicht mehr genug Liquid zum Kopf gefördert wird. Spätestens wenn Flammen aus dem Kopf kommen sollte man eine Pause einlegen oder etwas Liquid direkt aus der Flasche auf den Kopf geben. 

Der Squonk Mod hat eine andere Funktionsweise. Neben dem Akku befindet sich eine kleine Flasche aus Silikon. Durch Drücken dieser Flasche wird das Liquid durch eine Öffnung nach oben zur Spule, in diesem Fall ein Mesh, gefördert. Wenn das Liquid im Kopf verbraucht ist drückt man einfach für 3 bis 4 Sekunden auf die Flasche und schon kann es weitergehen. Zum Befüllen entmimt man die Flasche aus dem Mod. Ohne Druck ist die Flasche dicht. Bisher ist mir das Teil jedenfalls noch nicht in der Tasche ausgelaufen. Ich transportiere den Mod immer befüllt.

Ich hatte zuvor schon etliche andere Varianten getestet. Dieses System gefällt mir bisher am besten. Einziger Nachteil ist die recht geringe Leistung von 90 Watt. Im Freien oder größeren Räumen genügt die Nebelmenge oftmals nicht aus. Da kommt dann die andere Maschine zum Einsatz, oder beide. Einen Squonk Mod mit größerer Leistung als 100 Watt konnte ich bisher nicht finden.  Allerdings ist der Markt für E-Zigaretten unüberschaubar groß. 

 

Zum Betrieb der DIY Nebelmaschine sollte man genau darauf achten passende Akkus zu verwenden. Du solltest nur Akkus von namhaften Herstellern mit zuverlässigen Angaben zum maximalen Strom in die E-Zigarette stecken. 90 Watt bei einer Spannung von 3,7 Volt entspricht einem Strom von 24 Ampere. Der Efest 21700 im Squonker kann 30 Ampere abgeben. Das passt also. Bei 200 Watt für den RDTA Mod beträgt der Strom 54 Ampere. Dieser wird mit zwei 18650 Akkus betrieben, somit muss jeder Akku 27 Ampere liefern. Die Sony Akkus liefern 35 Ampere, da ist also noch Reserve. Diese Akkus hatte ich ursprünglich für einen 300 Watt Mod angeschafft. Dieser hat allerdings vor Kurzem das Zeitliche gesegnet. Bei 300 Watt fließen 80 Ampere durch die kleine Maschine, da sollte man nicht mit dem Dampf übertreiben.


Neben den Mods, Köpfen, Akkus und Liquid sollte man sich einige Ersatzteile bereit legen. Mindestens einen Satz Ersatzspulen, etwas Werkzeug und neue Watte habe ich bei längeren Ausflügen immer im Gepäck. Bei den meisten Mods und Kits packt der Hersteller Werkzeug, Dichtungen und neue Spulen mit in den Karton. Darüber hinaus sollte man mindestens eine Flasche mit Liquid zum Befüllen der E-Zigaretten dabie haben. 

Die Montage von fertigen Spulen und Meshs (Lochblech) ist recht einfach. Wenn man die Spulen selbst wickeln will braucht man dafür geeignetes Werkzeug sowie ein elektrisches Multi- oder Ohmmeter um den Widerstand messen zu können. Die Mods haben zwar alle eine Schutzschaltung, aber diese muss man ja nicht unbedingt auf Funktion testen. Die Widerstände der Spulen sind ohnehin schon im Bereich eines elektrischen Kurzschlusses. Das Mesh im Squonk Mod hat 0,18 Ohm, die zwei Spulen im RDTA 0,20 Ohm.


Der Widerstand sollte in jedem Fall so halbwegs zur Leistung des Mods passen. Beim Squonk Mod wären das rechnerisch 0,154 Ohm (3,7 Volt / 24 Ampere). Beim RDTA wären dass 0,133 Ohm. Ungeachtet davon kann man die Leistung aber auch am Gerät einstellen. Den RDTA betreibe ich gewöhnlich "nur" mit 150 Watt anstatt den möglichen 200 Watt. 

Links zu den benötigten Teilen

200 Watt Akkuträger für den RDTA - GeekVape Aegis Legend

RDTA - leider ist der von mir verwendete RDTA zur Zeit nicht erhältlich - Apocalypse RDTA 

Als Alternative kommt dieser RDTA in Frage, getestet habe ich diesen allerdings nicht - Thunderhead

Squonk Mod - Vandy Vape Pulse X

RDA für den Squonk Mod - Wotofo Profile

Efest 21700 Akku für den Squonk Mod - mit dem mitgelieferten Adapter kann man den Mod auch mit 18650 Akku betreiben
Sony 18650 Akku für den 200 Watt Akkuträger - zum Betrieb werden zwei Akkus benötigt.

Ladegerät für die Akkus - XSTAR VC4 - die Akkus lassen sich zwar auch über den USB Port direkt in den Geräten laden, allerdings rate ich davon ab weil die Ladekennlinien der Lebensdauer der Akkus nicht sehr zuträglich sind. Im VC4 lassen sich alle möglichen Akkus laden, Ni-MH und Li-Ion, auch gleichzeitig.

1 Liter Liquid 100%VG - um möglichst stabilen Nebel zu bekommen sollte man reines Glycerin verwenden

Watte - man kann auch normale Watte aus der Drogerie verwenden, durch die zusammen gepressten Ende lässt sich diese Spezialwatte allerdings einfacher montieren, das Zeug muss schließlich durch die Spulen bzw. unter das Mesh.
Werkzeugset inkl. Ohmmeter - für den Anfang genügt aber auch eine Pinzette, eine Schere, ein kleiner Seitenschneider und kleine Schraubenzieher
10 Spulen 0,17 Ohm - für den Squonk Mod

10 Spulen 0,33 Ohm - zwei paralell im RDTA

10 Mesh 0,18 Ohm - für den Squonk Mod

Alternativ kann man auch Spulen mit größeren Widerständen verbauen. 

100ml Flaschen für das Liquid - das hier sind 15 Stück, einzeln gibt es die Flaschen online nicht für einen vernünftigen Preis

Montage

RDTA:

Akkuträger und Kopf werden einfach miteinander verschraubt. Die beiden Spulen werden an den Klemmverbindungen des RDTA befestigt. Die Schrauben sollten fest angezogen werden damit der Übergangswiderstand möglichst gering ist. Es fließt schließlich ein hoher Strom. Die überstehenden Enden werden im Anschluss mit dem Seitenschneider abgeschnitten. Dann zieht man die Watte durch die Spulen und fedelt sie auf beiden Seiten der Spulen in den Tank. Dabei ist darauf zu achten, dass die Watte möglichst bis zum Boden des Tanks reicht. Ich habe zusätzlich noch Watte unter die Spulen geschoben damit der Liquidfilm nicht so schnell abreißt. Wenn alles fertig ist befüllt man den Tank und steckt die Akkus in den Akkuträger. Danach gibt man zusätzlich etwas Liquid direkt auf die Spulen und schaltet dann das Gerät ein. Beim ersten Einschalten steht der Akkuträger vermutlich nicht auf der gewünschten Leistung durch Betätigung des + Tasters kann man das ändern. 

 

Squonk Mod mit Mesh:
Hier ist die Montage etwas einfacher. Zuerst wird das Mesh halbwegs in die halbrunde Form gebracht. Dazu liegt der Packung eine einfache Biegevorrichtung bei. Dann wird das Mesh an einer Seite befestigt, die Watte darunter gelegt und dann die zweite Seite festgeschraubt. Auch hier habe ich noch zusätzlich Watte um das Mesh herum verteilt. Dann wird der Kopf auf den Akkuträger geschraubt, die Squonk-Flasche befüllt und eingesetzt und dann kommt der Akku rein. 

Light Painting

Wenn Du alles richtig zusammengebaut hast und die Akkus geladen sind kannst Du von nun an den halben Wald vernebeln. Für dieses Bild habe ich den RDTA Mod bei 120 Watt benutzt. Nach ca. 15 Sekunden Betrieb sah der Wald dann so aus wie im Bild zu sehen.

 

Allzeit gutes Licht und genug Nebel im Bild
Sven


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Kommentare: 1
  • #1

    Bruno (Sonntag, 30 August 2020 13:08)

    Vielen Dank Sven, wiedermal ein hilfreicher Beitrag. Eine Nebelmaschine ist einfach unpraktisch und die portablen zu teuer. Als Nichtraucher habe ich von den E-Zigarren keine Ahnung, aber mit Deinen Infos finde ich sicher was Passendes :-)
    Grüsse aus der Schweiz
    Bruno