Ausrüstung

Kamera

Ich benutze eine Nikon D300S für meine Aufnahmen. Geeignet ist jede Spiegelreflexkamera mit einem guten Rauschverhalten bei langen Belichtungszeiten.

Bildrauschen ist ein thermisches Problem, also abhängig von der Umgebungstemperatur und der Wärme die vom Sensor produziert wird. Um so länger die Belichtungszeit, desto mehr erwärmt sich der Sensor. Bei hohen ISO-Werten liegt eine höhere elektrische Spannung am Sensor an, dadurch ist der Strom und somit die Verlustleistung (Wärme) größer. Ich stelle in den allermeisten Fällen den kleinsten ISO-Wert (bei der D300s ISO 100) ein. 

 

Ich nehme grundsätzlich im RAW-Format auf.

 

Ich fotografiere immer im manuellen Modus (M) mit der Einstellung "bulb" für die Belichtungszeit.

 


Da der Autofokus bei Dunkelheit ohnehin nicht (zuverlässig) funktioniert schalte ich ihn an der Kamera aus. Den Fokus stelle ich entweder mit einem Hilfslicht (Taschenlampe) ein, oder ich drehe den Entfernungsring des Objektivs auf die hyperfokale Distanz.

 

Da ich im Rohdatenformat aufnehme ist die Einstellung für den Weißabgleich unwichtig, steht bei mir auf Auto. Den Weißabgleich mache ich bei der Entwicklung der Bilder am Rechner. In manchen Fällen kann eine Graukarte ganz nützlich sein. 

 

Die Funktion "Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung" schalte ich meist aus. Dabei wird nach dem eigentlichen Bild mit der gleichen Belichtungszeit eine zweite Aufnahme ohne den Verschluss zu öffnen gemacht und danach alles was auf dem Dunkelbild nicht schwarz ist aus dem Bild rausgerechnet. Das funktioniert eigentlich ganz gut, allerdings müsste ich dann jedesmal genau die Belichtungszeit, welche durchaus auch mal 10 Minuten oder länger sein kann, warten bis ich die nächste Aufnahme machen kann. Wenn ich zwei Kameras aufgebaut habe schalte ich das ein, da kann ich während der Rauschreduzierung mit der anderen Kamera weiter arbeiten. 

 

Alle sonstigen Automatik- und Bildoptimierungsfunktionen schalte ich aus.

 

Ich habe immer einen Batteriegriff an der Kamera, bei der D300s verbleibt der Kameraakku mit angeschraubten Batteriegriff in der Kamera. Die Laufzeit ist somit um ein vielfaches höher, die Gefahr, dass während einer Aufnahme der Akku schlapp macht sehr gering.

Batterien und Akkus

Ich benutze Sanyo Eneloop AA im Batteriegriff. Diese Akkus halten auch bei Kälte über längere Zeit die Ladung. Wenn es richtig kalt ist (-10°C oder kälter) stecke ich Energizer Lithium AA in den Griff, die haben auch bei -20°C noch über 90% ihrer Kapazität. 

Objektiv

Für die meisten Bilder benutze ich ein Samyang 14mm F2.8 , ein Tokina ATX 12-24mm/4 Pro DX II oder seltener ein Nikon AF Nikkor 50mm 1:1,8D .

Da das Licht quadratisch zur Entfernung abnimmt ist eine kurze Brennweite meist besser geeignet.

 

Die Lichtstärke ist bei solchen Aufnahmen zweitrangig. Das Objektiv sollte eine möglichst geringe Verzeichnung aufweisen, beim Korrigieren der Perspektive am Rechner würde unter Umständen die Form des Lichtobjektes verändert werden, und eine möglichst gute Schärfe über den gesamten Bildausschnitt haben.

 

Ich fotografiere mit Blende 5,6 - 16, bei den meisten Objektiven tritt ab spätestens Blende 16 der Effekt der Beugungsunschärfe auf. Die Blende ist in erster Linie von der Helligkeit der eingesetzten Lichtquelle und der Entfernung von der Kamera zu dieser abhängig. Da helfen meist nur Probeaufnahmen um die richtige Blende zu ermitteln.


Stativ

Ohne ein stabiles Stativ sind solche Aufnahmen kaum zu realisieren. Im Moment benutze ich meist ein Manfrotto MT055XPRO3 mit einem Manfrotto MHXPRO-3W 3-Wege-Neiger .

Auslöser

Ein einfacher Kabelauslöser mit Arretierung ist völlig ausreichend. Ich benutze meist mein Mobiltelefon (Triggertrap) zum Steuern der Kamera, das hat den Vorteil, dass ich jederzeit sehen kann wie lange die Aufnahme schon läuft. In manchen Situationen benutze ich Funkfernauslöser;  YONGNUO RF-603 . Diese sind gleichzeitig Sender und Empfänger und können darüber hinaus auch Aufsteckblitze auslösen.

 

Die Belichtungszeit ist so lang wie die Performance dauert, eventuell noch etwas länger um (natürliches) Umgebungslicht oder Sternenspuren mit aufzuzeichnen.

Software

Ich benutze ausschließlich Linux-Systeme auf meinen Rechnern, zur Zeit OpenSuse 13.2. Zur Rohdatenkonvertierung benutze ich Darktable mit folgenden Einstellungen: Weißabgleich - "auf Sicht", Schärfe - meist 5,0, Raw-Entrauschen - meist 0,03-0,04, Objektivkorrektur wenn gerade Linien im Bild sind, Basiskurve - Vorgabe, Spitzlichter - Vorgabe, und das war's dann auch schon.

Smartphone

Es gibt eine ganze Reihe nützlicher Programme, Sonnenauf und -untergang, Position, Sterne, Wetter, Berechnung der hyperfokalen Distanz und vieles mehr was mir die Planung der Aufnahmen erleichtert:

TPE

DOF Calculator

Photo Tools

Sky Map

 

Taschenlampen

Es ist dunkel wenn ich solche Bilder mache, ich habe meist eine Strinlampe auf um beide Hände frei zu haben. Meist schaffe ich es auch diese dann vor der Aufnahme auszuschalten damit sie nicht im Bild zu sehen ist.

 

Zum Ausleuchten der Umgebung benutze ich verschiedene LED-Taschenlampen von LED LENSER, diese verfügen über ein Fokussystem. Ich kann also das Licht genau dahin fokussieren wo ich es brauche. Einige kleinere LED-Taschenlampen verwende ich an meinen Tools.


Aktuell benutze ich folgende Lampen:

LED LENSER X21R.2 im Bild oben
LED LENSER X21.2 nicht im Bild
LED LENSER M7R X zweite von links
LED LENSER M7 vierte von links
LED LENSER P5R.2 dritte von links
LED LENSER M1 dritte von rechts
LED LENSER M3R zweite von rechts
LED LENSER M5 vierte von rechts
LED LENSER P14 nicht im Bild
LED LENSER P7QC nicht im Bild
LED LENSER P7.2 nicht im Bild
LED LENSER P7 nicht im Bild

Blitze

Normalerweise benutze ich bei meinen Aufnahmen keine Blitzgeräte. Ihr könnt aber natürlich versuchen Personen oder Gegenstände mit einem Aufsteckblitz ins Bild zu blitzen. Ich habe mehrere Aufsteckblitze von YONGNUO , preisgünstig, einigermaßen robust und mit guter Blitzleistung.

Farbfilter

Ich benutze gerne Farbfilterfolien die ich vor den Taschenlampen befestige, oder auch um Lichterketten wickle. Ich kaufe meist ein Musterheft mit vielen verschiedenen Farben, einzeln sind die Folien recht teuer. Die Folien kann man natürlich auch mit dem Blitzgerät benutzen.

Was sonst noch leuchtet

Batteriebetriebene LED-Lichterketten gibt es in vielen Farben und Größen für wenig Geld. Sie lassen sich sehr vielseitig einsetzen, zusammengebunden als Außenkreis eines Orbs oder einzeln für feinere Linien im Bild usw.. 

EL-WireDünne, flexible, batteriebetriebene Leuchtstofflampen erhältlich in vielen Farben und verschiedenen Längen.

Im Prinzip kann man alles verwenden was leuchtet, Kinderspielzeug, Laserschwerter, Fahrradlampen, Knicklichter, Wunderkerzen... Ich gehe gerne in meinen örtlichen Pfennigmarkt und finde meistens etwas geeignetes für meine nächsten Versuche.

Pyrotechnik

Macht auch Spaß wenn das Foto nicht so gut wird.

Ihr solltet euch allerdings einige Gedanken über die Sicherheit machen bevor ihr mit Pyros vor der Kamera rumfuchtelt, Feuerlöscher bzw. Wasser mitnehmen, einigermaßen feuerfeste Kleidung und Handschuhe tragen und brennbare Gegenstände in der Nähe entfernen.

Bei der Benutzung von Klasse 2 Feuerwerk solltet ihr vorher die Genehmigung des Ordnungsamtes einholen, für Fotoaufnahmen dürft ihr auch Klasse T (Theaterfeuerwerk) verwenden. Wenn ihr Feuerwerk (auf welchem steht "Nur im Freien verwenden ") in geschlossenen Räumen benutzt solltet ihr einen Atemschutz tragen, der Rauch von den Dingern ist auf Dauer nicht unbedingt gesundheitsfördernd.

 


Verpflegung

Ihr solltet nicht ohne Kaffee,Wasser und etwas zu Essen losrennen. Wer weiß wie lange ihr braucht um ein, zwei gute Fotos zu machen. Wenn ich abbrechen müsste weil ich unterzuckert oder kurz vorm Verdursten bin hätte ich richtig schlechte Laune.

Dieser Text enthält Links zu Herstellerseiten und Onlinehändlern.