Wie meine Fotos entstehen

Wenn David Copperfield vor seiner Show erklären würde wie seine Tricks funktionieren wäre die Show nur noch halb so spannend. Oder? Deshalb verrate ich hier nicht alle Tricks.

 

Die meisten Techniken und Tools habe ich mir komplett selbst erarbeitet. Es gibt sehr wenige (brauchbare) Anleitungen im Internet und bei Youtube. Die meisten LAPP-Fotografen sind sich an diesem Punkt einig eben nicht alles zu verraten. Als ich die ersten LAPP-Bilder sah war meine Faszination wesentlich größer als jetzt wo ich weiß wie es funktioniert.

 

Planung:

Planung ist fast alles bei solchen Fotos. Zuerst suche ich eine passende Location und schaue mir diese bei Tageslicht an. Manchmal ist Google Maps mein Freund bei der Suche.

 

Dann plane ich den Zeitpunkt der Aufnahme nach Jahreszeit , Wetter und meinem Terminkalender. Ich plane meist mehrere Aufnahmen. Ich überlege mir welche Tools ich benutzen will und baue diese vorher so weit es geht zusammen. Die Umbauten vor Ort versuche ich auf ein Minimum zu beschränken, umso mehr Zeit habe ich zum fotografieren.

 

Danach plane ich die Choreografie möglichst genau durch. Welche Bewegungen mit welchem Tool in welcher Reihenfolge? Wie leuchte ich die Umgebung aus? usw.


Vorbereitung vor Ort:

Ich stelle die Kamera am vorher gewählten Ort auf und stelle Blende, ISO-Wert und den Fokus ein.

 

Das genaue Vorgehen bespreche ich mit meinem Partner, alleine sind solche Aufnahmen sehr schwierig bis unmöglich. Ich mache Markierungen (möglichst im Foto unsichtbar) an den Punkten an denen später die Objekte entstehen sollen.

Ich erkunde die Positionen von denen ich später die Umgebung ausleuchten werde. Sich in (meist) völliger Dunkelheit zurecht zu finden ist etwas gewöhnungsbedürftig, ich versuche mir etwaige Gefahrenstellen genau einzuprägen und meine Wege genau zu planen.

 

Eine Probeaufnahme um die Helligkeit des evtl. vorhandenen Umgebungslicht vernünftig beurteilen zu können ist der nächste Schritt. Unter Umständen passe ich dann die Choreografie bzw. die Blende noch mal an.

 

Ich lege alle Tools und Lampen mit den entsprechenden Filtern griffbereit hin oder stopfe sie in meine Taschen.

 

Los geht's:

Ich beginne meist mit der Lichtfigur, da kann am meisten schief gehen und ich breche dann sofort ab und fange von vorne an.

Wenn die Form sauber geworden ist; das merke ich meistens schon bei den Bewegungen; kommt entweder der nächste Teil der Figur, oder eine zweite Figur im Bild.

 

Danach leuchte ich die Umgebung aus und belichte unter Umständen noch etwas länger um Sternspuren mit aufzunehmen oder ähnliches.

 

Nach der Aufnahme:

Normalerweise benutze ich das Display meiner Kamera nicht, außer bei solchen Fotos. Wenn das (vergrößert) vernünftig aussieht geht es an das nächste Projekt, wenn mich was stört wird die Aufnahme wiederholt.

Mittlerweile hab ich mich auf den dritten Versuch eingeschossen, bei manchen Aufnahmen sitzt allerdings auch der zehnte Versuch noch nicht. 

 

Am Rechner:

Ich lade die Bilder von der Speicherkarte auf den Rechner, da kann es schon mal passieren, dass ich noch einige nach /dev/null verschiebe. Dann öffne ich sie in Darktable, schärfe nach, stelle den Weißabgleich ein und entrausche die Bilder. Manchmal ändere ich den Schnitt noch. Das war's dann auch schon. Jegliche Ebenenarbeit in Photoshop oder ähnliche "Tricks" unterlasse ich.