10 Fragen an...

Roland Brei

Er ist (noch) nicht der Superstar unter den Light Paintern, aber spätestens seit den "Saturn" Bildern sollte man den Herren aus der Schweiz unbedingt ernst nehmen. Die allermeisten Betrachter konnten sich nicht vorstellen, dass man diese Bilder in einer einzelnen Belichtung umsetzen kann. Die Kollegen, die eine Idee hatten wie man es machen könnte haben das auf Grund des immensen Aufwandes dafür sofort verworfen. Und vielen Betrachtern ist vermutlich noch nicht einmal aufgefallen, dass sich die Lichtspuren des Orbs nicht mit den Spuren des Ringes kreuzen sondern sauber voneinander getrennt sind.

Um zu überprüfen ob meine Idee dazu in der Praxis funktioniert habe ich mich selbst an ein ähnliches Bild gewagt und kann bestätigen, dass man solch ein Bild durchaus in einer einzelnen Belichtung umsetzen kann.

 

Dieses Bild findest Du hier

 

Aber jetzt lass ich endlich Roland zu Wort kommen: 


Bitte stell Dich kurz vor:

 

Hallo Sven

Ich heisse Brei Roland, bin verheiratet und wir haben einen 17 jährigen Sohn, komme aus Lupfig in der Schweiz liegt in etwa 40km vor Zürich.

1. Wie und warum bist Du Light Painter geworden?

 

Um diese Frage zu beantworten bedarf es einer kleinen Geschichte.

Eigentlich bin ich ein begeisterter Planespotter, also einer der landende oder startende Flugzeuge fotografiert. Sehr oft bin ich am Flughafen Zürich anzutreffen, aber auch München sowie auch Frankfurt gehören zu meinen Lieblingsplätzen. Bei dieser Art von Fotografie versuche ich möglichst kreativ zu sein, so kann es vorkommen das ich Kilometer lange Fussmärsche in kauf nehme für ein spezielles Flugzeugbild. Im Jahr 2013 in einer Oktober Nacht, war mein Plan Flugzeuge im Landeanflug zu fotografieren und zwar in einer Langzeitbelichtung, ich wollte also die Lichter die vom Flugzeug kommen als Linien auf einem Bild haben. 


Als die ersten Bilder gemacht wurden kam ich auf die Idee mit einer Taschenlampe Texte zu schreiben. Kurze Zeit später wurde das erste Lightpainting Bild geboren, ein Flugzeug im Landeanflug in einer Langzeitbelichtung zusätzlich mit den Zahlen 2014. Ein Kollege der das Bild im Netz sah, kontaktierte mich kurze Zeit später und erklärte mir, dass ich an diesem Abend eventuell ein Lightpainting Bild gemacht habe. Danach verbrachte ich Nächte am Computer und habe im Internet nach Bildern und Anleitungen gesucht, wie man diese Art von Fotografie praktisch anwendet. Für mich einer der wichtigsten Augenblicke in meinem Lightpainting da sein, der Start in eine neue Geschichte.

 

2. Was bedeutet Light Painting für Dich? Was ist Dein Antrieb?

 

Lightpainting hat mein Leben verändert und dies auf positive Art, hier kann ich abschalten und zur Ruhe kommen!! Keine Termine, keine Hektik, nur die Dunkelheit und meine Ausrüstung die darauf wartet eingesetzt zu werden. Mit Lightpainting kann ich meiner Seele die Ruhe geben die sie braucht, kann aber auch meine Kreativität und die Leidenschaft mit Licht etwas darzustellen ausleben.

 

3. Welche Ausrüstung hast Du immer dabei?

 

Meine Fototasche mit meiner Canon EOS 5Dlll und diversen Objektiven, Stativ und sonstiges Zubehör.

2 Koffer mit Taschenlampen mit Produkten von Led Lenser und Fenix.

Bin glücklicher Besitzer von 2 Spezial Umbauten, eine Led Lenser X21R in Amber, und eine Led Lenser MT7 in Ultraviolett. Da ich leidenschaftlich Orb drehe kommt dieses Tool auch meistens mit.

 

4. Was war Dein bisher eindrücklichstes Erlebnis im Light Painting?

 

Lightpainting Helpdesk organisierte einen Event im Volksbad Nürnberg, vier Nächte lang durften wir uns in diesem Bad ausleben. Am zweiten Abend wollte ich mit meinem Lightpainting Partner (Hermann Affolter) das eine Bad ins richtige Licht setzten, Stefan Holtbecker unterstützte uns ebenfalls mit seinem Wissen. Nach intensiver Vorbereitung, die dauerte fast 6h, hiess es nun Action. Das Resultat war ein Bild mit einer Verschlusszeit von über 16 Minuten, für mich die schönsten 16 Minuten als Lighpainter. Danke an Hermann und Stefan für diesen unvergesslichen Augenblick.

 

5. Was oder wer inspiriert Dich regelmäßig?

 

Nun ich glaube Denis Smith ist ein Lightpainter welcher mich am meisten mit seinen Bildern inspiriert hat. Nachdem ich im Oktober 2013 das „erste“ Lightpainting Bild gemacht habe und mich ein Kollege darauf aufmerksam gemacht hat, was dies für eine Art von Fotografie ist, bin ich im Internet auf Denis Smith und seine Orb’s gestossen. Seine Bilder haben mich sehr beeindruckt und mein Interesse für das Lightpainting geweckt. Heute bin ich in der glücklichen Situation einige bekannte Personen zu kennen die genau die gleiche Leidenschaft wie ich haben, Sie sind auch immer wieder in der Lage mich durch neue Bilder zu inspirieren.

 

6. Welches Light Painting Tool baust oder kaufst Du Dir als nächstes?

 

Da ich in der glücklichen Situation bin einiges an Material zu besitzen muss ich in nächster Zeit keine grösseren Anschaffungen tätigen. Meine Tools baue ich grundsätzlich nach dem Thema das ich gerne an diesem Abend umsetzten möchte. Beim bauen von Tool’s versuche ich mit den Abfällen unserer Gesellschaft zu arbeiten, so kann es vorkommen das ein Parfüm Deckel von Louis Vuitton zum Einsatz kommt.

 

7. Arbeitest Du eher spontan oder planst Du Deine Bilder vorher bis ins kleinste Detail?

 

In den meisten Fällen versuche ich die Bilder zu planen, und dies bis zum kleinsten Detail. Dies ist meistens der Fall bei komplexen Bildern. Jedoch gibt es auch Einsätze die spontan erfolgen, da wird dann auch situativ vor Ort entschieden welche Arbeitsschritte getätigt werden müssen.

 

8. Hast Du ein Konzept, einen roten Faden, für Deine Light Paintings?

 

Meine Lightpainting Einsätze werden alle mit einer Art Drehbuch durchgeführt. Steht die Location fest , so wird dort der Arbeitsbereich definiert. Besteht das Bild durch verschiedene Arbeitsschritte werden alle einzelnen Elemente geübt und getestet. Hier kann es schnell einmal vorkommen, dass alleine die Vorbereitung 6 Stunden in Anspruch nimmt. Funktionieren alle Elemente kommt es nun zum eigentlichen Bild. Mit dieser Arbeitsweise habe ich die beste Erfahrung gemacht, und ich glaube für ein erfolgreiches Resultat gehört ein durchdachtes Konzept dazu.

 

9. Mit welchen drei anderen Light Paintern würdest Du gerne mal zusammen arbeiten?

 

Mit dem Team EMD (Electrical Movements in the Dark) aus Koblenz würde ich sehr gerne meine Nächte durch arbeiten. Ich kenne Ihre Bilder und auch Ihre Arbeitstechniken, beim letzteren Punkt hat sich heraus gestellt dass wir teilweise die selben Techniken anwenden.

 

Sven Gerard fällt mir als nächster Lightpainter ein, seine Anmerkungen zu meinen Bildern ob nun positiv oder auch manchmal kritisch, haben mich alle geprägt. Er blieb dabei immer sachlich und fair und auch wenn es nicht zu einem Bild kommen würde, möchte ich mich trotzdem bedanken.

 

Auch wenn seine Bilder relativ einfach gehalten sind, wäre Denis Smith ein grosser Wunschkandidat. Seine Bilder sind faszinierend und ich habe sie, so glaube ich zumindest alle gesehen. Eine weitere Person, welche mich sehr geprägt hat und durch seine Bilder mein Interesse für das Lightpaitning definitiv geweckt haben.

 

10. Welches sind Deine 3 besten Bilder?

„The blue Saturn“

Lange, sehr lange habe ich an diesem Bild herum experimentiert, das Ziel dass ich verfolgte war mir ja vorgegeben durch die Bilder die wir von der NASA kannten. 

Die Schwierigkeit war den Saturnring so zu zeichnen das er hinter dem Orb nicht sichtbar ist, wie aber auch das der Orb den Ring vorne durch die Linien nicht durchzeichnet wird. Als ich die Lösung vor Augen hatte konnte ich das Bild mit Hermann Affolter realisieren. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand was wir hier auf die Speicherkarte gebrannt haben, dies realisierten wir erst als wir das Bild in Netz gestellt hatten. Jegliche persönliche Rekorde wurde gebrochen, ich würde behaupten das wir mit dem Bild sogar ein kleineres Beben ausgelöst haben.

„16 Minuten“

In einem stillgelegten Bad entstand unser zweites Bild, dies in Zusammenarbeit mit Hermann Affolter und Stefan Holtbecker. Für dieses Bild wurden über 50 Teelichter aufgestellt, 4h wurden benötigt bis wir das Wasser der Realität entsprechend zeichnen konnten. Das Drehbuch entsprach einem Krimi, zuerst wurde das Wasser gezeichnet, hierfür musste das Becken einige male Durchlaufen werden. Als nächster Schritt wurde jede Beckenlampe in einem speziellen Winkel ausgeleuchtet. Nun mussten die Arbeiten im Erdgeschoss gemacht werden, so wurde jede Lampe mit einer speziellen Methode ausgeleuchtet, der Orb im Hintergrund und die Ausleuchtung des ganzen Bades rundeten unsere Arbeiten ab. Die Verschlusszeit betrug für dieses Bild über 16 Minuten, es gab in dieser Zeit wirklich Momente da dachte ich Menschenstimmen und das rauschen des Wassers zu hören. Die intensivsten 16 Minuten meiner Lightpainting Zeit.

„Weihnachten“

Auch wenn im Augenblick niemand daran Denken möchte gehört dieses Bild zu den Top 3 Bildern.

Die Schwierigkeit war den Weihnachtsbaum in totaler Dunkelheit zu zeichnen, so übte ich über eine Woche die verschiedene Möglichkeiten und Techniken aus, bis ich die richtige Technik gefunden hatte. Mit meinem Sohn realisierte ich das Bild in einem Industriekeller. Das Drehbuch sah wie folgt aus, zuerst wurden die grünen Linien des Baumes gezeichnet, danach wurden die farbigen Kugeln hinein gezeichnet mit einer speziellen Vorrichtung. Nun mussten die vier Doms gezeichnet werden damit die Adventskerzen eine Art Ständer erhalten, nun hiess es die Kerzen in korrekter Position zu positionieren und dies noch abgestimmt auf die Richtige Belichtungszeit. Zu guter letzt wurde die Umgebung in einem rosa ausgeleuchtet. 

 

Ich danke Dir für das Interview Roland und wünsche Dir allzeit gutes Licht. Du bist jederzeit in Berlin willkommen und dann ziehen wir gemeinsam mit den Lampen los.

 

Rolands Homepage: http://www.rfotomoments.com/

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Convoy S2+ mit farbigen LED's

Light Painting mit modifizierten Taschenlampen

In den meisten Fällen benutzen wir Farbfilter vor weißen Taschenlampen um Farbe ins Bild zu bringen. Diese schlucken einen mehr oder weniger großen Teil des Lichtes. Ein Filter in dunklem Blau lässt nicht mehr als 10% des Lichtes der Taschenlampe durch. Aus den 3000 Lumen Anfangshelligkeit der Led Lenser X21R.2 werden also 300 Lumen. Im Bereich der Langzeitbelichtung könnte man natürlich einfach 10 Mal so lange belichten um die gleiche Helligkeit wie bei weißem Licht im fertigen Light Painting zu haben, schwierig wird es allerdings wenn ein Model im Bild 15 Minuten still stehen soll.
Diesem Effekt kann man begegnen in dem man farbige LED's mit hoher Leistung benutzt. Solche Taschenlampen kann man allerdings nicht fertig kaufen, ich habe jedenfalls bisher keine gefunden. Also, selbst ist der Light Painter. Mittlerweile habe ich mehrere Convoy S2+ mit Led's in verschiedenen Farben modifiziert.


Momentan erhältlich sind Cree XM-L und XP-E LEDs in den folgenden Farben: Rot, Grün, Blau, Gelb, Orange, Violett, Hellblau und verschieden warmen Weißtönen. Der Umbau der S2+ ist recht einfach, die Lampe ist modular aufgebaut. Ebenfalls erhältlich ist die Convoy S2+ als leeres Gehäuse ohne Treiber und LED. Also entweder man kauft eine fertige Lampe mit weißer LED und tauscht diese aus oder man nimmt ein leeres Gehäuse und baut Treiber und LED selbst in die Lampe ein. Da die LED's die gleiche Leistung haben ist die Helligkeit auch fast gleich. Die 10 Watt LED's liefern mit einem 2,5 Ampere Treiber ca. 750 Lumen, egal ob weiß, blau oder gelb. Das von mir verwendete Luxmeter ist allerdings auf die Messung des vollen Lichtspektrums ausgelegt. Wie zuverlässig die Messung ist wenn ich damit nur einen Teil des Spektrums, also nur eine Farbe, messe vermag ich nicht einzuschätzen.

Wir haben die Lampen jetzt schon einige Male in unseren Light Paintings benutzt. Hellblau und Orange (10 Watt XM-L LED) sind im Bild gleich hell, genauso wie Rot und Blau (3 Watt XP-E LED). 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Die Gehäuse sind in verschiedenen Farben erhältlich. Zur besseren Unterscheidung kann ich also z.B. die rote LED in ein rotes Gehäuse einbauen. Eine kleine Markierung wie im Bild oben tut es aber natürlich auch. Die Convoy S2 ist zum einen in einer langen Version für 18650 Akku sowie in einer kurzen Version für 18350 bzw. 16340 Akku erhältlich.


Von links nach rechts: 3 Watt rot in einer kleinen Lampe mit Fokus, Convoy S2+ 10 Watt Orange, 10 Watt hellblau, 3 Watt blau, 3 Watt rot, 10 Watt weiß

Die Lampe ganz links war nur ein Test; Fokus ist ja immer ganz nett. Allerdings ist diese Lampe nicht sehr geeignet für solche Umbauten. Zum Einen kann das Gehäuse die Wärme nicht gut ableiten und zum Anderen ist die Umbau alles andere als einfach weil die LED mit einem (Reflektor)Blech festgeklemmt ist welches nicht einfach ab zubekommen ist und sich ganz schnell beim Aus- und Einbau verbiegt. 

Technische Daten

Daten und Messungen zu Laufzeit, Temperatur und Helligkeit der Convoy S2+ mit hellblauer Cree XM-L2:

Leistung: 10 Watt
verwend. Akku: 18650 - 3,7 Volt, 2600mAh
max. Strom: 2,5 Ampere

Laufzeit (höchste Stufe): 63 Minuten
max. Temperatur: 80°C nach 28 Minuten (gemessen am Kopf der Lampe mit IR-Thermometer)
max. Lichtstrom: 780 Lumen

Modi: Lo (10%) - Med (50%) - Hi (100%) - Strobe - SOS

 

Nach 13 Minuten erreicht die Lampe meine persönliche Temperatur-Schmerzgrenze von 65°C. Während der Messung lag die Lampe unbewegt auf dem Tisch. Die Umgebungstemperatur betrug 22°C. Wenn man die Lampe im Light Painting benutzt, also bewegt, wird sie sich sicher nicht so schnell erwärmen. 

Üblicherweise ist solch eine Lampe in unseren Light Painting nicht länger als 2 Minuten eingeschaltet. 


Nach 63 Minute zeigte die Lampe durch Blinken an, dass der Akku leer ist. Die Spannung betrug 3,63 Volt, die Temperatur des Akkus lag nach dem Entfernen aus der Lampe bei 45°C. Das Ladegerät hat danach 1910 mAh in den Akku geschoben. Den Akku, und auch die LED mit solch hohen Temperaturen zu betreiben ist der Lebensdauer beider sehr abträglich. Aus diesem Grund habe ich diese Messung nur einmal für die eine Lampe durchgeführt. Ich kann also nicht bestätigen, dass die Werte für die anderen Farben identisch sind.

 

Die modifizierte S2 ist also, genauso wie fertig gekaufte Exemplare mit weißer XM-L Led, in der höchsten Stufe nicht dauerbetriebsfest. Für den Einsatzzweck Light Painting spielt das allerdings keine große Rolle. Wenn wir tatsächlich mal länger als 10 Minuten ausleuchten wollen benutzen wir entweder mehrere gleiche S2+ oder die im Bild unten zu sehenden größeren Convoy C8 (mehr Material = bessere Wärmeableitung).

 

Der unschlagbare Vorteil der modifizierten Lampen, oder auch fertig konfektionierter S2+, ist, dass die Helligkeit über die gesamte Leuchtdauer recht konstant bleibt. Ganz im Gegensatz zu Lampen von Led Lenser, Walther oder anderen namhaften Herstellern. Um aus Marketinggründen eine möglichst große Helligkeit und eine möglichst lange Laufzeit angeben zu können wird die Helligkeit, zumindest im hellsten Modus, nach kurzer Zeit stark reduziert. Die angegebenen Lumen liefern solche Lampen  nur kurz nach dem Einschalten. 

Welche Bauteile brauche ich?

- Leergehäuse Convoy S2+ 18650er Version

- Cree XM-L 10 Watt  Color 16mm PCB

- Treiberplatine für XM-L2 17 mm 2500mA

 

- Cree XP-E 3 Watt Color 16mm PCB

- Treiberplatine für XP-E 17mm 1000mA

- Wärmeleitpaste

 

Werkzeug:
- Lötkolben oder besser Lötstation ( den Gaslötkolben benutze ich nur wenn ich in der Sonne sitzen will ;-) )
- Stahlzirkel zum Ein- und Ausbauen sowie zum Öffnen der Pill
- Justierzange damit Du Dir beim Löten nicht die Finger verbrennst


Einbau der LED und des Treibers

Variante 1

Die einfachste Variante ist der Umbau einer fertigen Taschenlampe. Die Kosten liegen zwar um einige Euro höher als bei der zweiten Variante, aber dafür sparst Du Dir einiges an Arbeit. Diese Variante funktioniert ausschließlich mit den 10 Watt XM-L LED's. Fertige 3 Watt Versionen der S2+ sind meines Wissens nach nicht erhältlich.

 

Die eventuelle Fehlersuche ist bei dieser Variante einfacher sollte die Lampe nach dem Umbau nicht wie erwartet leuchten. Alle Bauteile der Lampe außer der neuen LED haben ja schließlich vorher funktioniert.

Im Gegensatz zu den Bausätzen ist die Lampe über Amazon in einigen Tagen bei Dir zu Hause. 

 

Zuerst schraubst Du die drei Teile der Lampe auseinander, Endkappe, Akkurohr und Kopf. Dann drehst Du mit dem Zirkel die Messingpill aus dem Kopf der Lampe. Danach entfernst Du vorsichtig den kleinen Kunstfoffflügel von der LED. Nach dem Verzinnen der Anschlüsse an der neuen LED lötest Du die beiden Leitungen von der verbauten LED ab, entfernst diese von der Pill und lötest die Leitungen an die neue LED. Achte auf die richtige Polarität. Meist ist die Leitung für Plus rot und für Minus blau. Die Anschlüsse der LED sind mit + und - beschriftet. Falls der Hersteller nicht genügend Wärmeleitpaste zwischen Pill und LED-Platine hatte, oder das gar komplett vergessen hat solltest Du etwas Wärmeleitpaste auf der Rückseite der LED-Platine auftragen. Nimm nicht so viel, das Zeug sollte auf keinen Fall an der Seite rausquellen nach dem Du die LED auf die Pill gedrückt hast. 

Kontrolliere nochmal ob die Leitungen wirklich fest und sauber verlötet sind und befestige dann wieder den kleinen Plastikflügel an der LED. Meist rastet das Teil mit einem kleinen Klick an der LED ein. Dann kommt die Pill wieder in den Lampenkopf. Zieh sie nicht zu fest mit dem Zirkel an, wackeln oder klappern sollte aber keinesfalls etwas. Akkurohr rangeschraubt, Akku rein, Endkappe ran, Schalter betätigen und schon leuchtet Dein neues Schmuckstück in der gewählten Farbe.


Von links nach rechts: Cree XM-L RGBW, Cree XM-L 10 Watt hellblau, 3 Watt warmweiß, Cree XP-E 3 Watt rot, Treiber 2,5 A für 10 Watt Led


Variante 2

Einbau der LED und des Treibers in ein leeres Gehäuse (Host). Im Unterschied zur oben beschriebenen Vorgehensweise musst Du hier noch den passenden Treiber in die Messing-Pill einbauen. Dazu entfernst Du den kleinen Messingring und fädelst die beiden Leitungen durch die Löcher der Pill. Dann lötest Du die Leitungen an die LED-Platine, bringst etwas Wärmeleitpaste an der Rückseite der LED an, ziehst die Leitungen so weit es geht in die Pill zurück und befestigst dann die Treiberplatine mit dem kleinen Messingring. Zum Schluss lötest Du die Messingfeder an der Rückseite des Treibers an. Diese Feder wird mit dem Host mitgeliefert. 

Alle anderen Arbeitsschritte sind wie bei Variante 1.

 

Viel Spaß und Erfolg beim Nachbauen und allzeit gutes Licht

Sven

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DIY Taschenlampe für das Light Painting

RGBW Taschenlampe

English version soon @ lightpaintingblog.com

Was der Light Painter nicht kaufen kann oder will baut er sich selbst.

Nach regen Austausch mit Heinz-Jörg Wurzbacher habe ich mich an mein erstes DIY-Taschenlampenprojekt gewagt.

Als ersten Schritt zur perfekten Light Painting Taschenlampe habe ich in ein kleines Taschenlampengehäuse eine Cree XM-L RGBW Led und einen passenden Treiber eingebaut.  

Wünschenswert wäre wenn sich zum Einen Farben mischen ließen und wenn man zum Anderen die Helligkeit reduzieren könnte. Modi zum Farbwechsel und Fading wären das I-Tüpfelchen. 

Leider habe ich bisher keinen Treiber finden können, der diese Funktionen hat, die Led's würden solche Funktionen hergeben. Wahrscheinlich muss ich mich mal mit der Programmierung von Led-Treibern befassen und den Treiber dann an meine Bedürfnisse anpassen. 

 


So etwas kann man doch auch fertig kaufen

Einige Hersteller bauen RGB(W) Taschenlampen. Diese sind allerdings meist nicht so gut für den Einsatz im Light Painting geeignet. Entweder sind sie (zu) groß, haben eine geringe Helligkeit oder sind recht teuer. Und den Police-Mode hat keine fertige Lampe. ;-)

Mit der PL75MC baut Walther eine wirklich gute Lampe. Durch Drehen der Led-Platine im Lampenkopf ist die aktive Led immer in der Mitte des Kopfes. Somit verfügt die PL75MC als einzig mir bekannte RGB-Taschenlampe über ein funktionierendes Fokussystem. Die Lampe ist allerdings recht groß und lässt sich somit sehr schlecht an den Light Painting Tools befestigen. Mit 180 Lumen ist sie nicht sehr hell. Und besonders günstig ist sie auch nicht.

Was brauche ich alles um solch eine Lampe selbst zu bauen?

Gehäuse

Der Hersteller Convoy vertreibt neben kompletten Taschenlampen auch leere Gehäuse. Ich kann also selbst bestimmen welche Led und welchen Treiber ich in die Lampe baue. 

Für die Lampe dieses Projekts habe ich ein Gehäuse der S2+ verwendet. Dieses ist in zwei Varianten erhältlich:

- kurz, für den Betrieb mit 18350 bzw. 16340 Akku

- lang, für den Betrieb mit 18650 Akku 

Led & Treiber

In den Kopf der Lampe passen Led's auf 16 mm Platinen und Treiberplatinen mit 17 mm. Die Auswahl an RGBW Led's und passenden Treibern ist recht eingeschränkt. Ich habe genau die beiden von mir verwendeten Bauteile gefunden und sonst nix. Einen europäischen Händler für die Teile konnte ich nicht finden. Ich habe beides direkt in China bestellt.

Cree XM-L RGBW Led & Treiber 

Werkzeug

- Lötkolben, oder besser eine gute Lötstation

- etwas zum Verschrauben des Messingteils in der Lampe, ich benutze einen Zirkel mit 2 Metallspitzen dafür

- Pinzette oder kleine Justierzange zum Einfädeln der Drähte

Was kann die DIY-Lampe?

Wie im Video zu sehen verfügt die Lampe über 7 Modi: weiß, rot, grün, blau, Strobe mit allen 4 Led's, rot/blau Strobe (Police) und langsames Blinken in rot. Die Modi werden durch kurzes Drücken des Schalters am Hinterteil der Lampe gewechselt.

Jede der 4 Led's wird mit ca. 1 Ampere befeuert. Die Leistung liegt bei ca. 3,5 Watt pro Farbe. Somit dürfte die Lampe in jeder Farbe mit ungefähr 200 Lumen leuchten.

Die Lampe hat eine Länge von 85 mm und einen Durchmesser von 24 mm. Betrieben wird sie mit einem Lithium-Ionen-Akku, entweder 16340 oder 18350.

Mit frisch geladenem 18350er Akku (900 mAh) leuchtet sie ca. 45 Minuten in nahezu voller Helligkeit. Danach nimmt die Helligkeit ab.


Los geht's

Als alles angelötet war habe ich die Leitungen soweit es geht auf die Seite des Treibers zurück gezogen. Auf keinen Fall dürfen die Leitungen über der Led liegen oder über den Rand der Messinghülse hinaus ragen sonst passt das Teil nicht mehr in die Lampe. 

Das Gehäuse ist eigentlich nur für eine Led und somit 2 Leitungen konzipiert. Mit der 4-fach Led wird das sehr eng, aber wie Du siehst passt es.

Als Nächstes schraubte ich den kleinen Messingring in die Hülse um den Treiber zu fixieren. 

 

Im Anschluss daran wird die Messingfeder am Pluspol des Treibers angelötet.

Bevor man mit der Fummel-Arbeit beginnt sollte man sich einen schönen Whisky einschenken, Lagavulin oder Laphroaig sind gute Assistenten für derartige Arbeiten. 

Zuerst müssen die 5 Drähte durch die beiden kleinen Bohrungen des Messingteils, 3 schwarze durch die eine, rot und der vierte Schwarze durch die andere Bohrung. Nach gefühlten 30 Versuchen und einer Stunde hatte ich sie eingefädelt. Ohne den Whisky wäre der ganze Kram wahrscheinlich schon an diesem Punkt aus dem Fenster geflogen. Bei den nächsten Lampen bohre ich die Löcher einfach etwas auf.

Auf der anderen Seite des Messings wird  dann die Platine mit den Led's platziert, die Aussparungen kommen über die beiden Bohrungen. Die Leitungen sollten, ohne sich gegenseitig im Weg zu liegen, an ihre Bestimmungspunkte reichen.

Als alles passte habe ich den Lötkolben vorgeglüht und die Leitungen angelötet:

- die Leitungen am Treiber im Uhrzeigersinn: rot- Plus, weiß, rot, grün blau

- die Anschlüsse der Led-Platine  im Uhrzeigersinn: +, weiß, blau, grün, rot

Dann wird zuerst das Glas und der Reflektor in den Kopf der Lampe gesteckt, die Messinghülse in den Kopf geschraubt bis sie den Reflektor fixiert und dann das Mittelrohr mit dem Kopf verschraubt. Den beiliegenden Abstandshalter aus Kunststoff habe ich nicht an der Led montiert weil der Platz dafür nicht ausreichend war. Durch die Leitungen ist der Abstand von den Kontakten der Led zum Reflektor auch ohne den Abstandshalter groß genug damit es keinen Kurzschluss gibt.

Es sollte in der Lampe nichts wackeln und klappern.

Akku rein und Endkappe aufgeschraubt, eingeschaltet, und schon leuchtete  das Schmuckstück.


Und was macht man nun damit?

Na Light Painting! Der Vorteil dieser Lampe ist, dass ich mit den 3 Grundfarben arbeiten kann ohne Farbfilterfolien benutzen zu müssen. Filter nehmen immer einen mehr oder weniger großen Teil des Lichtes weg. Mit solch einer Lampe sind alle Farben gleich hell und vor allem heller als wenn ich eine ähnliche, weiße Lampe mit Filter benutze. 

Die Lampe kann man einerseits zur Ausleuchtung kleinerer Bereiche, als Kicklicht, zur Ausleuchtung von Personen oder ähnlichen Aufgaben im Lightpainting einsetzen. Die Verwendung an allen möglichen Tools, wie z.B. Light Blades aus Plexiglas, ist natürlich ebenfalls möglich. Durch einfachen Knopfdruck ist es möglich die Farbe zu wechseln, natürlich auch während der Bewegung. 

Die Lampe ist in den Farb-Modi dauerbetriebsfest. Bei 20°C Umgebungstemperatur erwärmt sich das Gehäuse nicht über 50°C. Im Strobe-Modus mit allen 4 Led's hab ich bisher keine Temperaturmessung durchgeführt. Über 60°C wird sich das Gehäuse aber auch nicht erwärmen. 

 

Den Orb habe ich mit dem Police-Strobe-Modus der Lampe gedreht (14mm Brennweite, ISO 50, f11, keine weitere Ausleuchtung des Raumes). In der Mitte des Orbs war ein Plexiglasrohr mit einer Led Lenser M3R montiert.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
POLICE! STOP!

Die Lampe ist so klein und leicht, dass man sie immer in der Hosentasche haben kann. Die Kosten für den "Bausatz" inkl. Akku liegen bei ca. 35€. Mit etwas Geschick und Übung ist eine solche Lampe in ca. 20 Minuten fertig montiert. Das Mittelrohr der Lampe ist separat erhältlich, ich kann die Lampe also für den Betrieb mit 18650 Akku umrüsten oder andersrum wenn ich ein langes Gehäuse habe. Das Gehäuse ist in verschiedenen Farben erhältlich, somit lassen sich verschiedene Versionen schon von außen gut unterscheiden. Darüber hinaus kann ich dann auch verschieden farbige Köpfe, Mittelrohre und Endkappen kombinieren. Für diese Version wäre ein roter Kopf, ein grünes Mittelrohr und eine blaue Endkappe eine gute Idee.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Denkbar sind natürlich auch andere Versionen mit nur einer LED. 1000 Lumen mit einer einzelnen Farbe (weiß) sind in dieser Größe durchaus im Dauerbetrieb möglich. Mit dem richtigen Treiber und der passenden LED erwärmt sich das Gehäuse nicht über 50°C, das kann man durchaus noch in der Hand halten. Es gibt auch Freaks die aus solch einer kleinen Lampe fast 3000 Lumen rauskitzeln, allerdings kann man spätestens nach 60 Sekunden Betrieb ein Ei auf dem Gehäuse braten. Das wäre also nur zum kurzen "Blitzen" geeignet. Über die Laufzeit des Akkus dieses Monsters reden wir erst gar nicht. 

 

Erhältlich sind weiße LED's zwischen 3000 und 7000 Kelvin Farbtemperatur, also von sehr warmem, orangem bis zu sehr kühlen, bläulichem Licht. Auch UV oder IR LED's sind in dieser Bauform mit zum Teil beachtlicher Leistung erhältlich. 

 

Auch Led's in verschiedenen einzelnen Farben wie Rot, Orange, Gelb, Lila, Blau, Hellblau und Grün sind zumindest als 3 Watt Led erhältlich, manche auch mit 10 Watt Leistung. Der Einsatz solcher Lampen im Light Painting ist besonders interessant. Im Gegensatz zur Arbeit mit Farbfiltern vor Lampen mit weißen Led's ist die Helligkeit mit farbigen Led's gleicher Leistung wesentlich größer. Zu diesem Thema werde ich demnächst einen weiteren Artikel schreiben.

 

Die meisten Treiber zum Ansteuern einer einzelnen LED verfügen über mehrere Modi, ganz im Gegensatz zu vielen fertigen Taschenlampen. Üblich sind 10%, 50%, 100%, Strobe, SOS. Einige Treiber schalten auch noch mehr Helligkeitsstufen. Üblicherweise arbeiten diese Treiber nicht mit Pulsweitenmodulation.

 

Nachtrag 18.04.2018: Zwischen Led und Messing sollte etwas Wärmeleitpaste aufgetragen werden. Danke für den Hinweis Heinz-Jörg.

Viel Spaß beim Nachbauen und allzeit gutes Licht.
Sven

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900 Lumen, Fokus, 28 Euro

Light Painting mit der Anker LC90

Die Anzahl fokussierbarer Taschenlampen ist ja recht überschaubar. Neben Led Lenser bietet Walther Taschenlampen mit gutem Fokussystem an... und die Firma Anker. Anker war mir bisher nur als Hersteller wirklich guter USB-Ladegeräte und Powerbanks bekannt. Vor einiger Zeit fand ich bei Amazon die nicht-fokussierbare Anker LC130 und bestellte sie. Offensichtlich vertreibt Anker die Lampen nur über Amazon. Den Artikel zur LC130 findest Du hier. Neben der LC130 und LC90 baut die Firma Anker die LC40. Unter dieser Bezeichnung findet man allerdings zwei verschiedene Lampen.  Anker LC40 Nr. 1 Anker LC40 Nr. 2 Ob ich die Lampe(n) bestelle weiß ich noch nicht. 400 Lumen ohne Fokus ist nicht sehr interessant für die Arbeit im Light Painting.


Eigenschaften, Verarbeitung & Bedienung

Nach dem Abschrauben der hinteren Kappe mit dem einzigen Schalter kommt eine Micro-USB-Ladebuchse zum Vorschein. Der mitgelieferte 18650-Akku mit 3350mAh lässt sich also in der Lampe laden, ganz praktisch wenn man unterwegs ist. Powerbank oder das Ladegerät für den Zigarettenanzünder anstecken und schon bekommt das gute Stück wieder Strom. Wie im Bild oben zu sehen ist kann man das Ladeteil rausschrauben und den Akku wechseln.

Mit dem Schalter an der hinteren Kappe werden alle Funktion der Lampe nacheinander geschaltet. 3 Helligkeitsstufen, Strobe und SOS kann die Lampe. 

Die vom Hersteller angegebenen 900 Lumen liefert die Lampe. Ich habe mit einem einfachen Messaufbau mit einem Luxmeter 865 Lumen errechnet. Innerhalb der ersten 10 Minuten nimmt die Helligkeit, im Gegensatz zu den lustigen Led Lenser Lampen,  kaum ab. Demnächst werde ich Helligkeit, Laufzeit und Temperatur ausgiebig testen und die Ergebnisse hier nachreichen.

Die Verarbeitung der Lampe ist wirklich gut. Das hätte ich bei diesem günstigen Preis nicht erwartet. Einzig das Fokus-System läuft nicht so geschmeidig wie bei Walther Pro oder einigen Led Lenser. Aber vernünftig arbeiten kann man mit der Lampe auf jeden Fall. 


Die Lampe ist gut abgedichtet, ein Regenschauer oder der Sturz in die Pfütze dürften ihr nicht viel anhaben können. Das Glas macht ebenfalls einen vernünftigen Eindruck. Die Lampe liegt gut und sicher in der Hand. 

Durch kurzes Antippen des Schalters ist es möglich mit der Lampe zu blitzen, ganz im Gegensatz zu den Lampen von Walther. Ebenfalls durch Antippen des Schalters werden die Modi während des Betriebs gewechselt. 

Die Lampe ist 160 mm lang, mit der engsten Fokussierung ca. 8 mm länger. Der Kopfdurchmesser beträgt 40 mm. Wie im Bild zu sehen passt die LC90 mit etwas drücken und quetschen in den Universal Connector. 

Inklusive Akku wiegt die Lampe ca. 180g. 

 

Der Lichtkegel ist in manchen Stellungen des Fokus nicht so gleichmäßig wie bei den viel teureren Lampen von Led Lenser oder Walther. Die Abstrahlwinkel (engster und weitester Fokus) sind den Taschenlampen vergleichbarer Größe wie M7RX oder PL70 sehr ähnlich. 


Fazit

Für aktuell 28€ (manchmal als Blitzangebot für 23€) kann man mit der Anker LC90 nicht so viel falsch machen. Ob als "normale" Taschenlampe, um den Light Painting Pinsel zu beleuchten oder auch um Räume oder kleinere Bereiche im Freien auszuleuchten; die LC90 meistert die meisten Aufgaben gut und bisher zuverlässig. 

 

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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Mach flott den Schrott

Light Painting Tools für wenig Geld

Dieser Artikel soll nicht so sehr eine Anleitung sein. Es geht eher darum, dass Du die Augen offen hältst und kurz überlegst und testest, ob das was Du gerade wegwerfen willst zum Light Painting geeignet wäre. Mindestens eine Taschenlampe, meist eine Led Lenser P5R.2, habe ich immer dabei. Wenn irgendetwas zum Light Painting Pinsel taugen könnte wird kurz die Lampe reingesteckt und getestet ob es geeignet ist. Im zweiten Schritt mache ich dann eine Testaufnahme vom neuen Light Painting Tool. Manch Einer war schon sehr erstaunt welch merkwürdige Sachen in unserem Light Painting Koffer zum Vorschein kamen.

Flaschen

Flaschen aus den verschiedensten Kunststoffen, oder auch aus Glas, sind gut als Light Painting Pinsel geeignet. An die meisten Flaschenhälse passt der Universal Connector wie angegossen. PET-Flaschen für Getränke sind in verschiedenen Größen und Farben erhältlich. Blaue 0,5l Wasserflaschen oder auch giftgrüne Mountain Dew Flaschen ersparen uns die Farbfilterfolien. Der einzige Nachteil der Mountain Dew Flaschen: das Zeug ist ungenießbar und landet also, zumindest bei uns, im Ausguss. 

Im Bild oben siehst Du eine leere Fit Flasche. Flaschen von Reinigungsmitteln haben zuweilen sehr interessante Strukturen. Einige Reinigungsmittel werden in opaken Flaschen verkauft, diese sind besonders als Lichtpinsel geeignet weil sie das Licht gleichmäßig auf der gesamten Oberfläche verteilen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
LAPP Werkstatt

Auf der Werkbank ist das ganz gut zu sehen. In der Mitte steht eine PET-Wasserflasche, vorne eine 1l Reinigungsmittelflasche und hinten eine Flasche mit Henkel, in der ursprünglich Orangensaft war wenn mich recht erinnere.

Alle drei Flaschen waren teilweise mit verschiedenen, farbigen Flüssigkeiten gefüllt. Wenn man die Flasche gut mit Folie verschließt kann man damit auch Lichtspuren ins Bild malen. 

Außer Flüssigkeit kann man natürlich auch andere Dinge in die Flaschen packen. Kleine Stücken Alufolie, Streifen von Farbfilterfolie oder ähnliches. Probier es einfach aus.

Die Vorteile solcher Light Painting Tools liegen auf der Hand. Sie sind fast überall einfach zu beschaffen, sie verursachen kaum Kosten (im schlimmsten Fall verzichte ich auf 25 Cent Pfand), sie sind leicht und robust. 


In der Flasche im Bild oben war ursprünglich zermatschtes Obst und Gemüse, Smoothie, wie es so schön neudeutsch heißt. Der Flaschenhals ist größer als bei den meisten Getränke- oder Reinigungsmittelflaschen. Ich habe hier einfach den Universal Connector "falsch herum" benutzt. Die kleine Convoy S2+ passt gut in die Seite für das Tool; und das Tool passt gut in die Seite, die eigentlich für die Lampe gedacht ist. Alternativ könnte man hier auch den Universal Connector mit der kleinen Seite in die Flasche hinein stecken wenn man eine dickere Lampe verwenden will.

Filmdosen

Leere Filmdosen sind das perfekte Light Painting Tool um dünnere Lichtspuren zu malen, wie z.B. die Linien eines Orbs. Das Licht ist sehr diffus. Dadurch besteht wenig Gefahr, dass das Licht ausbrennt.

Zugegeben, die blaue Filmdose habe ich leer gekauft. Das ist also keine leere Verpackung die sonst in die Tonne geflogen wäre. Die opake Dose im Bild ist allerdings tatsächlich eine normale Filmdose. Eigentlich genügen die weißen Dosen auch völlig aus, wenn es bunt werden soll kommt eein Stück Farbfilterfolie zwischen Lampe und Tool, das ist dann meist auch heller als mit der farbigen Dose. Die farbigen Dosen sind nicht sehr lichtdurchlässig.

Im Bild gut zu sehen: perfekt diffuses, gleichmäßiges Licht. Die P5R war in der höchsten Stufe (420 Lumen). Bei der Verwendung von Filmdosen empfiehlt es sich eine Lampe mit Fokus zu verwenden und diesen so breit es geht einzustellen. Die Dosen passen ebenfalls gut in den Universal Connector.

 

Falls Du keine Filmdosen zu Hause hast kannst Du diese auch leer kaufen:

25 Stück bunt 

20 Stück weiß 

10 Stück gold

Der Diffusor des Taschenlampenherstellers macht kein schöneres Licht als die leere Filmdose. Allerdings passt dieser direkt auf die Lampe, aber meist nur auf genau eine Lampe, wie hier die Convoy S2+.

Spielzeug, Partyartikel und Ähnliches

Im Bild oben siehst Du einen leeres Seifenblasenschwert. Diese Behälter gibt es in verschiedenen Größen, Formen und Farben. 

Nach der Party wandern die lustigen bunten Reagenzgläser für das Kredenzen alkoholischer Getränke oft in die Mülltonne. Als Light Painting Tool taugen sie auch, oder gerade, wenn sie zerkratzt sind. Das Teil im Bild oben habe ich etwas mit Schleifpapier bearbeitet damit das Licht diffus wird. Vorteil auch hier wieder: ich kann ohne Farbfilterfolie arbeiten. Im Gegensatz zu den bunten Filmdosen lassen die Reagenzgläser viel Licht nach außen.

Auf dieses opake Rohr war eine Marzipandecke für die Geburtstagstorte, die Erik und Marla für mich gebacken haben, aufgerollt. Das Rohr ist für den Universal Connector etwas zu dünn, bei schnellen Bewegungen würde es rausrutschen. Etwas Gaffatape schafft das Abhilfe. Wenn Du das Rohr nicht wie im Bild oben mit zwei Lampen benutzen willst solltest Du das eine Ende des Rohrs mit etwas Alufolie und Gaffatape verschließen.

Dieses kitschige Plümschen ist eigentlich ein Salzstreuer. Das Teil ist aus Plexiglas, die rote Blüte ist aufgesteckt und lässt sich somit leicht entfernen. Ähnliche Gebilde gibt es auch für andere Zwecke wie z.B. Garten- oder Balkonleuchten, Weihnachts- oder Osterdeko und ähnliches.

Fazit

Um eindrucksvolle Light Painting Bilder umzusetzen reichen oftmals ganz einfache und billige Werkzeuge. Das Bild auf der rechte Seite habe ich mit einem Seifenblasenschwert gemalt.

Sicher kann man auch mit den gekauften Tools aus dem Light Painting Shop schöne Bilder machen, aber die Befriedigung ist meist größer wenn man sich die Light Painting Tools selbst baut oder Sachen zweckentfremdet benutzt. Und der Geldbeutel wird auch nicht so stark belastet. 

Einzig für den Universal Connector habe ich bisher keinen preisgünstigen Ersatz finden können. Aber die Idee, die Jason Page hatte ist so einfach wie genial da kann man ihn durchaus auch ein wenig unterstützen wie ich finde.

 

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

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Kleine Taschenlampe, viel Licht?

12 cm Länge + 2,4 cm Ø + 130 g = 1000 Lumen

Wenn wir mit dem Auto direkt in oder an die Location fahren können spielt es keine Rolle ob wir 5 Led Lenser X21R.2, 50 andere Taschenlampen und 100 Ersatzakkus zum Light Painting mitnehmen. Der Kofferraum unseres Autos hat ein Volumen von fast 600 Litern, da passt alles rein was der Light Painter so braucht, oder brauchen könnte.

Wenn die Light Painting Session allerdings einen längeren Fußmarsch voraussetzt, oder wir mit dem Flugzeug oder der Fähre unterwegs sind, versuchen wir das Gepäck so weit es geht zu reduzieren, wir werden ja alle nicht jünger.

Die Lampen für die Light Painting Tools sind klein und leicht. Meist benutzen wir Led Lenser M3R und Led Lenser P5R.2 dafür. Wir packen davon 10 Stück plus Ersatzakkus ein und kommen damit locker durch die Nacht. Mindestens eine Led Lenser M7RX haben wir ebenfalls immer dabei. 

 


Bei den Lampen zur Ausleuchtung wird es schwieriger. Die X21R.2 wiegt 1,3 kg, mindestens zwei davon nehmen wir immer mit. Und mit über 40 cm Länge und fast 10 cm Kopfdurchmesser nehmen die Monster viel Platz im Rucksack ein.

 

Bei diesen lichtstarken Lampen kann man viel Größe und Gewicht einsparen wenn man sie durch kleinere ersetzt.

Led Lenser X21R.2 vs. Convoy S2+

Herstellerangaben

Techn. Daten

Länge

Durchmesser

Gewicht

Lichtstrom

Leuchtdauer höchste Stufe
Kapazität Akku
Preis

Messwerte

Lichtstrom *²

Laufzeit (höchste Helligkeit bei  20° C) 
Max. Temperatur *³

Led Lenser X21R.2

405 mm

95 mm

1300 g

3000 lm

180 min

48 Wh

320 €

1413 lm

 min

 40 °C

Convoy S2+

120 mm

24 mm

130 g

1000 lm

k.A.

10 Wh (Lieferung ohne Akku)

30 € + Kosten für den Akku

818 lm
63 min
80 °C

3 x Convoy S2+

120 mm

48 mm *¹

390 g

3000 Lumen

k.A.

30 Wh (Lieferung ohne Akku)

90 € + Kosten für die Akkus

2454 lm

63 min

 


*¹ - Das Dreierpaket der Lampen ist nicht rund. 

*2 - Errechnet aus der gemessenen Beleuchtungsstärke (lux), dem Abstand und dem Abstrahlwinkel der Lampe. Diese Rechnung entspricht nicht genau den Messwerten in einer Ulbricht-Kugel und dient nur dem groben Vergleich. Gemessen 5 Minuten nach dem Einschalten. Die Werte für das Dreierpack sind gerechnet.

*3 - Umgebungstemperatur 20°C , Temperaturmessung mit Fluke IR-Thermometer aus 5 cm Entfernung.

Nach 63 Minuten zeigte die S2 durch blinken an, dass der Ladestand des Akkus gering ist. Ich hab die Messung an diesem Punkt abgebrochen, die Helligkeit sinkt danach rapide ab.

Kurz nach dem Einschalten leuchtet die X21R.2 mit 3418 Lumen. Nach einer Minute erreicht sie ungefähr die vom Hersteller angegebenen 3000 Lumen. Nach 3 Minuten leuchtet die Lampe nur noch mit 2300 Lumen.  1226 Lumen erreicht die X21R.2 nach 7 Minuten, mit dieser Helligkeit leuchtet die Lampe bis der Akku leer ist. Diese Trickserei ist so ziemlich allen Led Lenser Lampen gemein. Umso neuer die Lampe desto stärker ist dieser Effekt.

Ganz anders die Convoy S2+, die maximale Helligkeit von 947 Lumen erreicht die Lampe zwar ebenfalls direkt nach dem Einschalten, allerdings leuchtet die S2+ auch nach 15 Minuten mit 900 Lumen bzw. 2700 Lumen im Dreierpack. Das die Lampe die vom Hersteller angegebenen 1000 Lumen nicht liefern kann man durchaus verschmerzen, es fehlen ja nur 100 Lumen. Allerdings könnte die Abweichung durchaus auch meiner Messung geschuldet sein, obwohl ich eher vermute zu viel Licht gemessen zu haben.


Nachteile

Die wichtigste Erkenntnis: Die Convoy S2+ mit der 10 Watt-LED (Cree XM-L U2) ist nicht dauerbetriebsfest. Nach 28 Minuten hat sich das Gehäuse auf 80°C erwärmt. Das kann niemand mehr in der Hand halten. Wenn man die Lampe auf einem Stativ befestigt kann man sie zwar laufen lassen bis der Akku leer ist, aber der Lebensdauer des Selben sind solche hohen Temperaturen nicht gerade sehr zuträglich.  

Meine persönliche Schmerzgrenze liegt bei 65°C. Diese Temperatur ist nach 13 Minuten erreicht. Die Lampe ist also durchaus Light Painting tauglich, länger als 10 Minuten ohne Pause wird man wohl nie für die Ausleuchtung benötigen. Während der Temperaturmessung lag die Lampe unbewegt auf dem Tisch. Wenn man sie im Light Painting benutzt, also bewegt, wird sie sich wahrscheinlich weniger schnell und stark erwärmen. 

Die Temperatur des Dreierpacks habe ich nicht gemessen. Dieses dürfte sich schneller und stärker erwärmen, 5 Minuten Light Painting sollten aber auch damit machbar sein.

Ein weiterer Nachteil der Convoy S2+ ist, dass die Lampe nicht fokussierbar ist. Der Lichtkegel ist allerdings mit ca. 20° Abstrahlwinkel sehr gut für die meisten Aufgaben im Light Painting geeignet. Zur gezielten Ausleuchtung bestimmter Bildteile stehen unsere X21 meist ebenfalls auf ungefähr 20° Abstrahlwinkel.  Wenn ich weicheres Licht brauche befestige ich sowohl an der X21 als auch an den Convoy S2+ einfach etwas Backpapier vor dem Lampenkopf. Im Falle der S2+ solltest Du auf jeden Fall Backpapier benutzen, Pergamentpapier oder ähnliches ist nicht hitzebeständig. 

Das Anbringen von Farbfilterfolie an der X21 ist denkbar einfach. Ich schneide runde Stücken in der Größe des Lampenkopfes aus und klemme sie zwischen Kopf und Wegrollschutz. Bei den kleinen S2+ ist das nicht so einfach, eine wirklich einfache, komfortable Lösung habe ich bisher nicht gefunden. Ich befestige mit Gummis die Folie am Lampenkopf. Von der Verwendung von Gaffatape rate ich dringend ab. Bei den hohen Betriebstemperatur verschmilzt das lustig mit der Lampe und lässt sich somit nur sehr schlecht wieder entfernen.

Convoy S2+ Cree XM-L U2 Temperatur & Laufzeit
Convoy S2+ Cree XM-L U2 Temperatur & Laufzeit

Vorteile

Die Vorteile sind zum einen geringeres Gewicht und Größe und zum anderen der geringere Anschaffungspreis. Um die gleiche Laufzeit der dicken X21R.2 zu erreichen benötige ich zwar noch mindestens 2 Sätze Ersatzakkus, aber das Gewicht der X21 erreiche ich auch damit noch lange nicht. 
Wenn der Akku der X21R.2 leer ist kann ich die Lampe nicht mehr verwenden. In die kleine S2+ stecke ich einen frischen Akku und schon kann es mit dem Light Painting weiter gehen.

Mit mehreren Convoy S2+ bin ich sehr flexibel, wahlweise kann ich eine oder auch mehrere gleichzeitig verwenden. Wenn mir die 2700 Lumen nicht genügen packe ich einfach eine vierte oder fünfte Lampe dazu. Außerdem passt die Lampe gut an alle möglichen Light Painting Tools. Somit kann ich mit der selben Lampe ausleuchten und Lichtfiguren erstellen. Die X21 passt nicht in den Universal Connector, das bräuchte ich dann also zusätzlich eine kleine Lampe wie die S2+. 

Die Convoy S2+ verfügt über 5 Modi: low (10%), mid (50%), high (100%), Strobe und SOS. Die Helligkeit wird bei dieser Lampe nicht über Pulseweitenmodulation gesteuert, die Lichtspur des Light Painting Tools ist also durchgängig. 

Fazit

Kurz nach dem Einschalten liefert die X21R.2 sehr viel Licht. Für kurzes Blitzen mit großer Helligkeit gibt es kaum Alternativen. Für längere Ausleuchtung ist die Led Lenser Lampe nicht so gut geeignet weil die Helligkeit recht schnell stark nachlässt.

Mit einem Pack aus mehreren Convoy S2 ist es nicht möglich zu blitzen, man kann nicht 3 oder 4 Schalter gleichzeitig antippen. Zur Ausleuchtung ist solch eine Lampe allerdings besser geeignet weil die Helligkeit während des Betriebes kaum abnimmt. Darüber hinaus spart die S2 Größe, Gewicht und Geld. Sicher werden wir jetzt unsere X21 Lampen nicht in den Schrott werfen aber öfter mal zu Hause lassen wenn der Weg weit und beschwerlich ist.

 


Demnächst werde ich stärkere LED's in die S2+ einbauen, 1800 Lumen sollten sich mit der kleinen Lampe realisieren lassen. Für 2 bis 3 Minuten wird die Temperatur auch noch im Rahmen bleiben.

Vermutlich ist allerdings die zweite Stufe wesentlich interessanter. 1000 Lumen sollte die Lampe dann in "mid" liefern. Da die LED dann mit einem höheren Wirkungsgrad arbeiten dürfte als mit der 10 Watt XM-L auf höchster Stufe wird die Lampe nicht so heiß obwohl sie die gleiche Helligkeit liefert. 

 

stay tuned & allzeit gutes Licht
Sven

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10 Fragen an...

Teil 1 der Interview-Serie

In dieser Serie stelle ich in unregelmäßigen Abständen Light Painting Kollegen vor, die mich inspirieren, faszinieren oder deren Arbeiten mir einfach gefallen. 

Den Anfang macht Heinz-Jörg Wurzbacher. Gemeinsam mit seinem Partner Garry Krätz erschafft er Light Painting und Light Art Photography Bilder mit höchster Perfektion. Viel Spaß beim Lesen.

Heinz-Jörg Wurzbacher - Electrical Movements in the Dark (EMD)

Bitte stell Dich kurz vor: (Name, Alter, Ort ...)

54 Jahre, aus Koblenz

 

1. Wie und warum bist Du Light Painter geworden?

2010 habe ich begonnen, mich ernsthaft dem Lightpainting zu widmen und das Projekt „Electrical Movements in the Dark (EMD)“ gegründet. Garry Krätz kam dann Anfang 2011 dazu. Er macht hauptberuflich Illuminationen und Beleuchtungen, wodurch ich ihn kennenlernte. Ich hatte schon jahrelang meist nachts fotografiert, und dabei auch additives Licht eingesetzt, sodass der Sprung zum Lightpainting eigentlich ein kleiner war. Damals inspirierten mich die Werke von LAPP-Pro sehr, da sie zu einem Gesamtkonzept aus Performance und Umgebungsausleuchtung führten.

 

 

2. Was bedeutet Light Painting für Dich? Was ist Dein Antrieb?

 

Die Gestaltung der Form aus Licht, Bewegung, Dynamik, Gleichzeitigkeit – das ist für mich das Faszinierende. Und dann ist da bei uns auch immer so ein Hang zur Perfektion...

 

3. Welche Ausrüstung hast Du immer dabei?

 

Einen Koffer voll mit verschiedensten Lampen (Led Lenser, Walther Pro, Thrunite, Acebeam und diverse Eigenbauten), die Kamera (Canon 6D), Stative, Objektive.


 

 

 4. Was war Dein bisher eindrücklichstes Erlebnis im Light Painting?

Die gelungene Organisation des phoLAC (photokina Light Art Congress) in Köln 2016 inclusive der großen Light Art Ausstellung und der fantastischen großen Party mit den Lightpaintern aus aller Welt.

 

5. Was oder wer inspiriert Dich regelmäßig?

Natürlich ist da JanLeonardo zu nennen, mit dem wir einen sehr engen Kontakt haben, ebenso erwähnenswert ist Palateth, der einen sehr individuellen Stil hat. Weiterhin inspirieren mich natürlich ScienceFiction Filme, aber auch immer wieder die Fachmessebesuche mit Garry Krätz, wo wir in direktem Kontakt mit Leuchtmittelherstellern und –anbietern sind.

 

6. Welches Light Painting Tool baust oder kaufst Du Dir als nächstes?

Wir bauen ja sehr viele unserer Lampen und Tools selbst oder modifizieren andere für unsere Belange. Mittlerweile steht bei uns auch ein nettes Arsenal an umgebauten Lampen, die wir in Golden Amber, UV und verschiedenen Weißtönen, aber auch mit mehr Lumen (z.B. X21R von 1600 auf rund 2500 Lumen) haben. Dazu kommt einiges, das wir auch bei den Illuminationen einsetzen. Ab und zu wird schon mal etwas spontan gekauft.

 

7. Arbeitest Du eher spontan oder planst Du Deine Bilder vorher bis ins kleinste Detail?

Entdecken wir eine gute interessante Location, machen wir ein paar Bilder. Die kommen dann ins Archiv. Wenn wir neue Bildideen haben, schauen wir, welche Location dazu passen könnte. Dann wird geplant – z.B. auch wenn wir Vollmondnächte ausnutzen wollen. Allerdings kann es auch immer wieder mal passieren, dass wir die Bildidee nicht vor Ort umsetzen können (oder dürfen...), sodass wir dann auch spontan umdisponieren müssen.

 

8. Hast Du ein Konzept, einen roten Faden, für Deine Light Paintings?

Wir machen grundsätzlich Testaufnahmen in der Location. Wir testen zuerst die Lichtverhältnisse (Belichtungszeit, Blende, einzelne Elemente der Ausleuchtung), bevor wir die Performance im Zeitablauf durchproben. Dann geht es an die eigentliche Aufnahme. Grundsätzlich wollen wir unsere Bilder nicht überladen und sie mit allem möglichen füllen – wir finden es nicht gut, wenn jemand meint, unbedingt Stahlwolle, zwanzig Domes, zehn Orbs und eine Orgie mit Lightblades in ein einzelnes Bild zu packen. Weniger ist mehr! Auch bei der Ausrüstung wird immer wieder alles kritisch hinterfragt – ist das Tool zu schwer, zu groß, geht es leichter, kleiner? Wenn ja, wird immer wieder modifiziert.

 

9. Mit welche drei anderen Light Paintern würdest Du gerne mal zusammen arbeiten?

Von der räumlichen Nähe zu uns hier in Koblenz wäre da Palateth aus Belgien zu nennen. Dann gibt es ja noch ein paar „Verrückte“ in Berlin... und in der Schweiz sind ja auch so ein paar Freaks... Ansonsten sind wir da offen für diverse Zusammenarbeiten. Es soll halt nur keine Einbahnstraße sein in dem Sinn, dass wir mit unseren Techniken und Tools kommen und man nur drauf aus ist, unser Wissen aufzusaugen oder einfach nur unsere Performance ab zu fotografieren. Es muss schon ein partnerschaftliches Geben und Nehmen sein.

 

10. Welches sind Deine drei besten Bilder?

Das ist eine schwere Frage... das variiert schon mal von Zeit zu Zeit. Vor zwei, drei Jahren hätte ich dir ein paar Bilder zeigen können, die ich damals als unsere Top-Bilder empfand. Teilweise denke ich heute schon wieder anders darüber – ich würde einiges heute wieder anders machen...

Aber eins ist immer noch eines unserer Favoriten, obwohl wir es bereits 2011 gemacht haben – in einem alten großen Gewölbekeller einer ehemaligen Weingroßhandlung (leider heute eine Tiefgarage). Wir wollten einen Lightman viermal im Bild stehen haben, dazu ihn frontal auf die Kamera zukommend lassen im Stil von StopMotion-Effekten. Das hat erstaunlicherweise im fünften versuch schon geklappt.

 

Light Art Photography
First Contact - EMD Heinz-Jörg Wurzbacher

Dann ist da natürlich das Bild von 2014 aus Beelitz, wo ich die Kreisscheibe drehe. Da hat alles gestimmt – von der Pyro, den Farben und der Location. Nicht umsonst haben wir damit Wettbewerbe gewonnen...

Light Art Photography
Welcome to the show - EMD Heinz-Jörg Wurzbacher

Und natürlich unser rot-gelbes UFO... Hier wollten wir ganz gezielt eine triste, trostlose Landschaft haben, in der das UFO mit max. zwei warmen Farbtönen, ohne allzuviel diverse Blinklichter steht. Zum Glück hatte es am Tag zuvor geregnet, und es stand eine große Wasserfläche in der Loaction, sodass wir die Wasserspiegelung mit ins Bildkonzept aufnahmen. Hierbei sollte es ganz klar nach dem Prinzip „Weniger ist Mehr“ gehen, d.h. nur das UFO als Performance, dazu dezente Ausleuchtung der Location. Mit dem Bild haben wir dann auch wieder Wettbewerbe gewonnen...

Light Art Photography
Galactic Reconnaissance Ship - EMD Heinz-Jörg Wurzbacher

Ich Danke Dir für das Interview, für Deine jahrelange Inspiration und Unterstützung und wünsche Dir allzeit gutes Licht.
Sven

 

Alle Bilder von EMD findest Du auf ihrer Homepage: http://www.electricalmovements.de/

 

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Lumen, Lux, Watt? Welchen Angaben der Taschenlampenhersteller kann ich trauen?

Wie viel Helligkeit brauche ich im Light Painting?

Für ein Lightpainting wie das auf der rechten Seite genügen Lampen mit einem Bruchteil der Helligkeit der X21R.2. Der Raum war komplett dunkel, es ist keine Person im Bild die still halten muss und ich kann den Abstand zwischen Kamera und Licht frei wählen. Es ist relativ egal wie lange ich belichte und mit welcher  Blende ich dieses Light Painting aufnehme.

Hier habe ich 3 Led Lenser M3R benutzt. Diese liefern in der höchsten Stufe ca. 200 Lumen. 

Das Lightpainting habe ich mit der Nikon D750 und dem Meyer Optik Görlitz 35mm/f2 aufgenommen. Eingestellt hatte ich Blende 8 und ISO 100. Die Belichtungszeit betrug 98 Sekunden.

Eine weitere von uns häufig für solche Bilder verwendete Lampe ist die Led Lenser P5R.2 mit 270 Lumen.

 

Auch andere kleine Lampen mit einer Helligkeit von 150 bis 400 Lumen kann man gut für diese Art von Light Painting verwenden. Zu hell sollte die Lampe hier allerdings nicht sein, die Gefahr, dass Teile der Lichtfigur ausbrennen wäre dann recht groß.

Das hängt natürlich stark vom Einsatzzweck ab. Im Bild auf der linken Seite halte ich eine Led Lenser X21R.2 in der Hand. In der höchsten Stufe liefert diese 3200 Lumen, fast wäre ein Flugzeug auf dem Teufelsberg gelandet ;-) Mit weniger Helligkeit hätte ich länger ruhig in der Position stehen bleiben müssen. Vermutlich hätte ich die Lampe nicht viel länger ruhig halten können; das Bild wäre also so nicht möglich gewesen.

Mit einer zweiten X21R.2 mit oranger Farbfilterfolie hat Marla gleichzeitig die Umgebung ausgeleuchtet. Für das blaue Licht in der Kugel hatten wir einen RGB-Scheinwerfer mit einer Leistung von 10 Watt in der Kugel platziert. Wie wir diese Scheinwerfer für den Betrieb mit Akkus umrüsten erfährst Du hier.

Der Rest der Szene wurde von den Lichtern der Stadt ausgeleuchtet. Womit wir gleich beim nächsten Problem sind. Die Lichter der Stadt wären völlig ausgebrannt wenn wir länger belichtet hätten. 


2000 Lumen für 10€, angetrieben von 3 AAA Batterien?

Hier kannst Du das Schmuckstück bewundern: http://amzn.to/2Ga7IlV

 

 

Genau, und die Erde ist eine Scheibe, getragen von 4 Elefanten, die auf dem Rücken einer Schildkröte durch den Ozean der Unendlichkeit schwimmen... ausgerüstet mit solchen Lampen, damit sie was sehen beim schwimmen.


Bei solchen Angeboten sagt der Verstand sofort, dass da was nicht stimmen kann auch wenn man nicht 18 Semester Elektrotechnik studiert hat. Anscheinend gibt es aber genug Leute die trotzdem solche Lampen kaufen. Dem Verkäufer nachzuweisen, dass er falsche Angaben macht ist nicht ganz so einfach. Wer hat schon eine Ulbricht-Kugel zu Hause um das überprüfen zu können?  Und einen Gutachter wird wohl bei dem geringen Preis für die Lampe auch niemand beauftragen. Also kann der Mann aus Fernost fast immer ungestraft solche Lampen auch in Europa verkaufen.

 

Dann gehen wir mal rechnerisch an die Sache ran. Um eine Helligkeit von 2000 Lumen aus einer (Taschen)Lampe zu kitzeln brauche ich eine Leistung der LED von ca. 30 Watt. Gebaut werden solche LED's, auch auf 20 mm Sternplatinen, welche in die meisten Taschenlampengehäuse passen würden. Eine dieser LED's kostet ca. 18€. Selbst wenn der chinesische Hersteller die  Dinger für den halben Preis einkaufen kann passt das überhaupt nicht zum Verkaufspreis von 10€ für die komplette Lampe.

 

P=U*I - Leistung=Spannung mal Strom

Über den Betrieb mit den AAA Batterien reden wir lieber erst gar nicht. Mehr als 0,5 Ampere kann solch eine kleine Batterie nicht abgeben, egal ob teure Markenbatterie oder die günstige Variante vom Discounter.

Wir stecken mal einen 18650er Akku in die Lampe, gute Zellen können den benötigten Strom locker liefern. Hochstromfähige 18650er Akkus können (kurzzeitg) Ströme von 30 Ampere oder mehr abgeben ohne Schaden zu nehmen.

 

Also haben wir 30 Watt und die 3,7 Volt der Lithium-Zelle. Ergibt einen Strom von ca. 8,2 Ampere. Ein teurer, guter Akku dieser Größe hat eine Kapazität von realistischen 3000 mAh. Spätestens nach 13 Minuten hätte der Akku die Entladeschlußspannung erreicht.  Die Hersteller der Akkus geben diese meist mit Werten zwischen 2,7 und 3 Volt an. Wird die Lithium-Zelle unter 2,5 Volt entladen ist die Stabilität des Elektrolyten gefährdet. Im günstigsten Fall verringert das Entladen unter die Entladeschlußspannung drastisch Kapazität und Lebensdauer. Mit weniger Glück ist die Zelle ein Fall für die fachgerechte Entsorgung.

 

Vermutlich wird die Lampe von oben mit frisch geladenem Akku allerdings mindestens 1,5 Stunden leuchten. 

 

Wirkungsgrad

Eigentlich ganz einfach, oder? Der Wirkungsgrad gibt an wie viel Prozent der zugeführten Energie in Licht und wie viel Energie in sogenannte Verlustenergie umgewandelt wird. Wenn ich die Lampe im Winter benutze und mir mit der Wärme, der sog. Verlustenergie, die Hände wärme liegt der Wirkungsgrad meiner Meinung nach bei 100 Prozent, ich nutze die gesamte Energie schließlich für meine Zwecke. Das sollte man den Bürokraten, die die Glühlampe verboten haben, mal erklären. Während der Heizperiode hat jedes Leuchtmittel in beheizten Räumen 100 Prozent Wirkungsgrad, und im Sommer läuft die Lampe kaum weil es länger hell ist. Aber ich schweife ab.

Der Wirkungsgrad unserer 30 Watt LED liegt bei ungefähr 50 Prozent. Über den Daumen 15 Watt werden also in Wärme umgewandelt. Die Lampe dürfte innerhalb einer halben Minute 70°C Oberflächentemperatur haben. Das Gehäuse ist nicht groß, das bisschen an Material kann die Wärme nicht gut ableiten. Niemand könnte die Funzel dann noch in den bloßen Händen halten. Bei Temperaturen über 75°C werden sowohl Treiber als auch LED Schaden nehmen. 

 

Fazit
Die Lampe aus unserem Beispiel dürfte nicht mehr als 200 Lumen haben. Für die 10 Euronen muss man sich allerdings auch nicht darüber ärgern, man sollte eben nur wissen was technisch möglich und realistisch ist. 

Kann man den Angaben der namhaften Hersteller vertrauen?

Sicher haben namhafte Hersteller wie Led Lenser saubere Prüfprotokolle für ihre Lampen. Die angegebene Helligkeit wird wohl stimmen. Allerdings meinen auch solche Hersteller das Rennen um immer größere Lumen-Angaben gewinnen zu müssen. Allerdings kann auch Led Lenser die Gesetze der Physik nicht überlisten. Also wird bei neueren Lampen immer mehr mit recht fragwürdigen Tricks gearbeitet.

 

Vergleichen wir mal die Herstellerangaben für die alte P5R.2 mit der neuen P5R:
P5R.2 - 270 Lumen, Laufzeit 12 Stunden, 2,6 Wh Akku
P5R (neu) - 420 Lumen, Laufzeit 15 Stunden, 2,6 Wh Akku


Der Akku ist in beiden Lampen gleich. Und die neue Version soll bei ca. 1,5-facher Helligkeit 3 Stunden länger leuchten? Wie soll das funktionieren? Der Wirkungsgrad der LED's hat sich in den letzten Jahren nicht exorbitant erhöht. Die Angabe der Laufzeit bezieht sich auf die niedrige Helligkeitsstufe. Bei der neuen P5R ist die kleinste Helligkeit mit 20 (in Worten ZWANZIG) Lumen angegeben.  Was will ich mit 20 Lumen? Da kauf ich mir lieber 'ne Schachtel Streichhölzer. Aber 15 Stunden hören sich im Werbeprospekt wirklich gut an, oder? 

 

Die Laufzeit der P5R.2 mit frisch geladenem Akku in voller Helligkeit beträgt ca. 35 Minuten. Wenn die neue P5R tatsächlich 420 Lumen liefern würde und der Akku gleich ist müsste sie nach spätestens 20 Minute ausgehen weil der Akku leer ist. Die Lampe läuft in der Realität allerdings um einiges länger. Kurz nach dem Einschalten liefert die Lampe sicher die angegebenen 420 Lumen. Nach einigen Sekunden wird allerdings die Helligkeit durch die Elektronik in der Lampe reduziert. Was soll dieser Quatsch? Mit bloßen Auge ist das erst nach einer längeren Zeit und erneutem aus- und einschalten sichtbar, die Kamera, mir der ich das Light Painting aufnehme sieht das allerdings sofort.

Auch die P5R.2 reduziert mit abnehmenden Ladestand des Akkus die Helligkeit etwas. Allerdings habe ich bei 50% Kapazität des Akkus sicher noch mehr als 200 Lumen. Die P5R wird wohl bei 50% Kapazität nicht einmal mehr die Hälfte der 420 Lumen liefern. Sauber messen und überprüfen  kann ich das allerdings nicht, aber der Kamerasensor ist ein guter Anhaltspunkt. 

 

Auch die Angaben des Mitbewerbers Walther sind in meinen Augen etwas fragwürdig. Mit der PL55r bauen sie eine recht ähnliche Lampe. 
Diese verfügt über 3 Helligkeitstufen: 650 / 280 / 70 Lumen. Als Akku kommt ein 14500 zum Einsatz, ähnlich wie bei der P5R. Die Laufzeiten für die Stufen gibt Walther mit 1:15 / 3:30 / 11 Stunden an. Die Lampe soll mit 650 Lumen über eine Stunde lang leuchten? Ich kann das leider nicht überprüfen weil ich diese Lampe nicht besitze, besonders glaubwürdig erscheint mir das jedenfalls nicht. Vermutlich wird hier die Helligkeit noch stärker und schneller herunter geregelt als bei den Led Lenser Lampen.

Wie kann man die Angaben der Hersteller überprüfen?

Für die meisten Einsatzzwecke außerhalb des Light Painting ist es kaum wichtig ob die Lampe tatsächlich die angegebene Lichtleistung hat und ob diese während des Betriebs reduziert wird. Da interessieren mich ganz andere Eigenschaften der Taschenlampe, eine gewisse Helligkeit sollte die Lampe aber immer haben.

Laufzeit

Einen ersten Anhaltspunkt liefert die Laufzeit. Wenn die Lampe mit der halbwegs vertrauenswürdigen Angabe von 600 Lumen mit einem 18650er Akku 2 Stunden leuchtet und eine Lampe mit angeblich 1200 Lumen mit dem gleichen Akku genauso lange läuft kann etwas nicht stimmen. Wenn die Helligkeit doppelt so hoch ist, ist die Leistung der LED doppelt so groß, der Strom verdoppelt sich, die Kapazität des Akkus ist gleich, also halbiert sich zwangsläufig die Laufzeit. 


Testaufnahmen mit der Kamera

Die Belichtungsmessung der Kamera ist natürlich nicht mit einem kalibrierten Messgerät vergleichbar, aber einen einfachen, groben Vergleich ermöglicht sie schon. 

Der Aufbau könnte folgendermaßen aussehen:
Die Kamera sollte unbedingt auf einem Stativ befestigt sein. Brennweite, ISO und Blende dürfen nicht verändert werden. Die Kamera wird mit einem festen Abstand genau parallel zu einer weißen Wand aufgestellt. In den Raum sollte keinerlei zusätzliches Licht von außen eindringen.

Nun leuchten wir aus jeweils gleichen Abstand und Winkel mit den Lampen gegen die Wand. Am besten stecken wir die Lampe ebenfalls auf ein Stativ. Bei fokussierbaren Lampen muss der Fokus bei allen Lampen gleich eingestellt werden. Beim Vergleich mit nicht fokussierbaren Lampen sollte der Lichtkegel  der fokussierbaren Lampe möglichst genau an den nicht fokussierten Kegel angepasst werden.

Wenn jetzt die Belichtungsmessung mit den 600 Lumen der M7RX  einen Wert von 1/10 Sekunde ergibt und die Kamera auf das Licht der Lampe mit den angeblichen 2000 Lumen genauso lange oder gar länger belichtet ist ziemlich sicher, dass die 2000 Lumen nicht annähernd der Wahrheit entsprechen.

Genauso kann man mit dieser Methode testen wie schnell und stark die Helligkeit runtergeregelt wird. Wenn die Belichtungszeit für die P5R sofort nach dem Einschalten 1/20 Sekunde beträgt und nach 1 Minute 1/10 dann hat die Lampe die Helligkeit um ca. die Hälfte reduziert.

Pulseweitenmodulation (PWM)

Im Bild links ist das ganz gut zu sehen. Die Lampe schaltet sehr schnell ein und aus. Für das Auge ist das zu schnell um wahrgenommen zu werden, die Kamera sieht das allerdings, die Lichtspur ist in kurzen Abständen unterbrochen. Diese Technik wird eingesetzt um die Helligkeit zu verringern. Im Beispielbild kam eine Led Lenser M3R in der niedrigen Helligkeitsstufe zum Einsatz. Bei voller Helligkeit ist die Lichtspur nicht unterbrochen.

Für den Test mit der Belichtungsmessung sollte man immer die Lampe mit voller Helligkeit betreiben, ein Vergleich wird sonst etwas verfälscht. Viele Lampen reduzieren die Helligkeit ohne PWM, es wird einfach der Strom reduziert. 


Gibt es Alternativen?

Einige Hersteller von Taschenlampen geben genau an welche LED sie verbauen und mit welchem Strom sie diese betreiben. Also sind Leistung, Spannung und Strom klar; die Helligkeit lässt sich somit recht gut bestimmen auch ohne sie zu messen. 

Hier mal ein Beispiel für solch eine Lampe: Convoy C8 
Angegeben sind 11,76 Watt, ein Strom von 2,8 Ampere und eine Spannung von 3,7 Volt. Der LED-Treiber nutzt mit 2,8 Ampere die Leistung nicht ganz aus, rechnerisch sind das nur  10,36 Watt. Aber die Angaben passen zueinander. Ob die Lampe jetzt tatsächlich die versprochenen 1000 Lumen abliefert ist nicht so wichtig, 800 werden es wohl bei den Werten von oben aber  mindestens sein.  Über das recht große Gehäuse der Lampe wird die Wärme gut nach außen abtransportiert. 

Ein weiterer Vorteil solcher Lampen ist, dass sie meist nicht die Helligkeit künstlich reduzieren. Die Lampe leuchtet nach 10 Minuten in fast der gleichen Helligkeit wie kurz nach dem Einschalten, egal in welcher Stufe ich sie betreibe. 

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Bisher konnte ich keine dieser Lampen mit einem (guten) Fokussystem finden. 

DIY

Was der Light Painter nicht kaufen kann baut er selbst. Warum nicht einfach Taschenlampen genau nach den eigenen Bedürfnissen bauen?

Mit den geeigneten Lampen bzw. leeren Lampengehäusen ist das gar nicht so schwierig wie man erstmal meinen mag. Darüber hinaus braucht man die passende LED und einen passenden Treiber.  Beim Verkauf der Treiber und LED's können die Verkäufer nicht so sehr schummeln. Wenn der Treiber anstatt 2,8 nur 1 Ampere liefert werden die meisten Kunden die Dinger wohl wieder zurück schicken. Wer so etwas kauft kann sicher mit einem Multimeter umgehen und den Strom messen.

 

Das im Bild rechts wird eine Lampe mit 4 Farben: weiß, rot, grün und blau. ... es sei denn ich werfe den Mist aus dem Fenster weil ich mir mit dem Lötkolben die Finger verbrannt habe. ;-)

Ein billiger Spaß ist das allerdings nicht, ohne Akku kostet der "Bausatz" ca 25€. Und 1 bis 2 Stunden wird man wohl fummeln müssen bis das Schmuckstück leuchtet. Der Durchmesser des Lampenkopfes beträgt gerade einmal 20 Millimeter.

 

Demnächst werde ich etwas ausführlicher über dieses Thema berichten.

 

Bis dahin wünsche ich Dir allzeit gutes Licht
Sven


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Eine Taschenlampe ohne Fokus im Light Painting?

Light Painting mit der Anker LC130

Da die Firma Led Lenser in letzter Zeit nur noch Lampen auf den Markt bringt, die nicht so gut für den Bereich Light Painting und Light Art Photography geeignet sind bin ich immer auf der Suche nach Alternativen. Ich kann im Light Painting keine Lampe benutzen die nach einiger Zeit langsam die Helligkeit reduziert. Was soll dieser Mist? 

Hersteller von Taschenlampen gibt es wie Sand am Meer. Die meisten Lampen kommen für den Einsatz im Bereich Lightpainting aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage. Schlechtes Bedienkonzept, ungleichmäßiger Lichtkegel, kurze Laufzeit, hoher Preis, zu groß, abnehmende Helligkeit, unkonventionelle Stromversorgung... um nur mal einige zu nennen. 
Welche Lampen wir im Light Painting benutzen erfährst Du hier.

Taschenlampen von Anker

Die Firma Anker war mir bisher nur als Hersteller von Powerbanks, USB-Ladegeräten und USB-Kabeln bekannt. Die Qualität dieser Sachen ist gut. Mehrere 4-fach Ladegeräte und Powerbanks benutzen ich seit vielen Jahren und bin bisher sehr zufrieden damit. 
Seit einiger Zeit vertreibt die Firma Anker 3 verschiedene Taschenlampen, also eigentlich 4. Wobei das Model LC40 in zwei verschiedenen Varianten erhältlich ist.

Neben der kleinen LC40 mit 400 Lumen baut Anker die fokussierbare LC90 mit 900 Lumen und die LC130 mit, Du hast es sicher schon erraten, 1300 Lumen.

Die LC40 wäre für den Einsatz im Light Painting recht interessant wenn sie denn fokussierbar wäre. Weil diese Lampe kein großes Loch in den Geldbeutel reißt werde ich sicher trotzdem demnächst mal eine zum Testen bestellen und berichten.


Die LC90 konnte ich in der letzten Woche kurz testen. Die angegebenen 900 Lumen dürften stimmen. Ich habe allerdings keine Möglichkeit die Heiligkeit zu messen. Im Vergleich mit anderen Lampen wie der Led Lenser M7RX, X21.2 oder Walther XL1000 passt die Helligkeit jedenfalls zur Angabe des Herstellers.
Die Lampe ist gut verarbeitet, robust und leicht. Befeuert wird sie mit einem mitgelieferten 18650er Akku der sich in der Lampe über einen USB-Port laden lässt.  
Gekauft habe ich diese Lampe nicht. In diesem Bereich sind wir schon gut mit anderen Lampen ausgerüstet und außerdem passt sie (höchstwahrscheinlich) nicht in den Universal Connector, der Kopf ist 4 Zentimeter dick. Im Light Painting kann man sie sicher gut zur Ausleuchtung kleinerer bis mittlere Bereiche verwenden. 
Wenn Du eine normale Taschenlampe suchst kannst Du mit der LC90 für aktuell 28€ inkl. Akku nicht so viel falsch machen. 

Eigenschaften der Anker LC130

Ich habe eine Weile überlegt ob ich überhaupt eine Lampe ohne Fokus-System kaufen sollte. Im Light Painting ist es meiner Meinung nach ein wichtiger Aspekt, dass der Lichtkegel variabel ist. Für einige Einsatzbereiche benötigt man allerdings keinen Fokus.

Irgendwann hab ich die LC130 dann bei Amazon bestellt, offensichtlich sind die Anker Lampen dort exklusiv erhältlich. Wenn sie Scheiße ist, schicke ich sie zurück, so meine Überlegung. Ich hab sie nicht zurück geschickt. 

Die Verarbeitung der Lampe ist gut. Der Hersteller gibt eine Schutzart von IP67 an. Starken Regen, ein kurzes Bad in der Pfütze und Stürze aus 1,5 bis 2 Metern Höhe sollte die Lampe also unbeschadet überstehn.

In der Lampe sind 3 Cree XP-G2 Led's mit jeweils 5 Watt verbaut. Angetrieben werden diese von einem mitgelieferten Akku 26650 mit 5000 mAh. Bei voller Helligkeit beträgt die Stromaufnahme rechnerisch ca. 3500 mA, nach etwas mehr als 1 Stunde ist der Akku demzufolge leer.

Der Akku lässt sich über USB in der Lampe laden. Unterwegs kann man den Akku mit einer Powerbank oder im Auto laden, eigentlich ganz praktisch. Wechseln kann man den Akku aber natürlich auch.


Die Lampe ist 180mm lang, der Kopfdurchmesser beträgt 60mm, das Hinterteil hat einen Durchmesser von 35mm. Mit eingesetztem Akku wiegt die Lampe schlanke 387g. Die Lampe liegt gut in der Hand. Trotz des recht großen Kopfes  und der langen, "leeren" Endkappe ist sie gut ausbalanciert. 

Bedienung der Anker LC130

Über den einzigen Schalter am Ende der Lampe schaltet man nacheinander die 5 Modi durch, 3 Helligkeitsstufen, Strobe und SOS.

Bei voller Helligkeit liefert die Lampe 1300 Lumen, zu den beiden kleineren Stufen macht der Hersteller keine Angaben. Gefühlt sind das ca. 50% und 30%. Der Strobe-Modus läuft mit der vollen Leistung. Mir gefällt, dass die Lampe den zuletzt eingestellten Modus beibehält. Da können sich Hersteller wie Led Lenser und vor allem Walther mal was abschauen. Was mir ebenfalls gut gefällt ist, dass man den Schalter antippen kann um die Lampe kurz leuchten zu lassen. Ebenfalls kann man durch mehrmaliges kurzes Antippen den Modus vorwählen bevor man den Schalter durchdrückt.

Zur Leuchtdauer der einzelnen Modi schweigt sich Anker ebenfalls aus, einzige Angabe sind 6 Stunden Leuchtdauer, vermutlich für die kleinste Stufe.

Hier mal ein Vergleich von links nach rechts:
- Led Lenser M7RX, 600 Lumen, 220g, 150 x 35mm, ca. 200€ (kaum noch erhältlich)

- Anker LC130, 1300 Lumen, 387g, 180 x 60mm, ca. 60€

- Walther Pro XL1000, 920 Lumen, ca. 1kg, 350 x 55mm, ca. 70€

- Led Lenser X21R.2, 3200 Lumen, 1,4 kg, ca. 300€

 

Wie im Bild zu sehen ist, ist die Lichtfarbe der Anker Taschenlampe etwas kühler als die der M7RX und der Walther. Im direkten Vergleich passen die angegebenen 1300 Lumen zu den 600 bzw. 920 Lumen der anderen beiden Lampen.

Der Lichtkegel ist schön gleichmäßig mit einem hellen Spot in der Mitte. Somit ist die Reichweite recht groß, laut Hersteller leuchtet die Lampe 365 Meter weit. 

Zur Ausleuchtung von Räumen oder auch von Bereichen im Freien befestige ich meist Backpapier am Kopf der Lampe um eine möglichst weiche und gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Bei dieser Arbeitsweise kann man auf ein Fokussystem durchaus verzichten. Nötigenfalls kann man auch zwei Lagen Backpapier anbringen wenn der Abstand zwischen Lampe und angeleuchtetem Objekt kurz ist.

 

Fazit

Die Lampe ist aufgrund der kompakten Größe und des geringen Gewichts als dauerhafte Begleiterin sehr geeignet. Die X21 würde ich ebenso wenig  permanent im Rucksack mit mir rumschleppen wollen wie die großen Lampen von Walther. Für die Light Painting Session mit dem langen Fußmarsch bleibt ab jetzt das große Besteck zu Hause. 

Ich werde wohl noch 3 bis 4 dieser Lampen bestellen. Bis dahin wird das gute Stück erstmal ausgiebig weiter getestet und vor allem werde ich überprüfen wie sehr ich den fehlenden Fokus vermisse.

Einige Beamshots werde ich nachreichen sobald es nicht mehr so bitterkalt ist. 



Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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Bildrechte im Light Painting

Wem gehört das Light Painting Bild?

Da ich kein Jurist bin kann und darf ich keine Rechtsberatung erteilen. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern gibt nur mein laienhaftes juristisches Verständnis zu diesem Thema wieder. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Kaufhaus Görlitz

Urheberrecht im Light Painting

Ich versuche mal an diesem Bild eine rechtliche Klärung. Einiges ist konstruiert, die meisten Umstände waren allerdings tatsächlich so.  

So einfach wie sich die meisten Menschen das vorstellen ist das nicht.

Das Urheberrecht liegt hier nicht bei demjenigen der den Auslöser betätigt hat. Auch wenn das vielen Fotografen die gerne mal ein fremdes Light Painting „mitfotografieren“ nicht passen dürfte.

Das Bild wurde im, zur Zeit leer stehenden, Kaufhaus Görlitz aufgenommen.

Zuerst habe ich die Kamera aufgestellt, ausgerichtet und alle Einstellungen vorgenommen.

 


Im Anschluss daran habe ich die roten Lampen für die Ausleuchtung verteilt. Als alles eingestellt und die Performance mit allen Beteiligten besprochen war ging es los. 

Unser Freund Ebs betätigte auf meine Anweisung den Auslöser. Gunnar gab ihm das Kommando das Objektiv aufzudecken und begann dann das Kleid an unser bezauberndes Model Lisa zu malen. Als er damit fertig war deckte Ebs auf Gunnars Anweisung das Objektiv wieder zu.

Ich schaltete die roten Lampen ein. Ebs deckte auf meine Anweisung das Objektiv wieder auf und zu.

Im letzten Schritt der Performance standen Lisa und Ich mit je einer X21 hinter den Säulen, Gunnar wies uns dabei in die richtigen Positionen ein. Auf Gunnars Anweisung deckte Ebs wieder das Objektiv auf und beendete dann die Aufnahme.

Wer ist der Urheber dieses Light Paintings?

Die meisten Fotografen würden hier wohl wie aus der Pistole geschossen sagen, dass der gute Ebs der alleinige Urheber ist weil er ja schließlich den Auslöser betätigt hat.

Der Ebs ist zwar ein netter Typ aber sein Beitrag bei der Entstehung des Werkes ist gleich Null! Er hat lediglich auf Anweisung den Auslöser betätigt und das Objektiv auf- und zugedeckt.

Ein dressierter Affe könnte das erledigen, man muss weder etwas über Fotografie noch über Light Painting wissen. Für diese Aufgabe ist es nicht erforderlich, dass der gute Ebs auch nur den blassesten Schimmer davon hat was wir vor der Kamera tun.

Bleiben also noch Lisa, Gunnar und ich als diejenigen mit dem größten Anteil am Schaffensprozess. Man könnte jetzt würfeln oder Streichhölzer ziehen um den Urheber zu ermitteln… oder?

Das geltende Urheberrecht sieht auch ein gemeinsames Urheberrecht vor und genau damit haben wir es hier zu tun.

Alle Beteiligten können also nur gemeinsam entscheiden ob und in welcher Form das Bild veröffentlicht wird. Im Falle einer kommerziellen Nutzung würden die erzielten Gewinne aufgeteilt werden. Aus diesem Grund würde ich dieses Bild auch nicht bei einem Wettbewerb einreichen, in den allermeisten Fällen sehen die Wettbewerbsbedingungen ein gemeinsames Urheberrecht nicht vor. Und die tolle Kamera, die es dort als Hauptpreis zu gewinnen gibt, kann ich ja dann auch schlecht in 3 Teile zersägen.

Dieses Bild habe ich alleine umgesetzt. Mein Model Uschi hat keinerlei Rechte, Uschi ist eine Schaufensterpuppe.  Hier ist die Rechtslage eindeutig; ich bin der alleinige Urheber. Über die Verwendung des Kunstwerkes bestimme ich alleine. Alle Einnahmen wandern in meine Tasche... und dann teilweise in die Tasche des Finanzministers.
Bei den allermeisten Light Painting Arbeiten werden wohl mehrere Personen beteiligt sein. Auch in solch einem Fall kann das Urheberrecht allein beim Hauptschaffenden liegen wenn die anderen beteiligten Personen lediglich auf Anweisung kleine Teile zum Gelingen des Gesamtkunstwerkes beigetragen haben oder das vorher vertraglich so vereinbart wurde. Oftmals werden aber mehrere Beteiligte das Urheberrecht gemeinsam ausüben.  Und da sollte man vorher 1 Sekunde nachdenken mit wem man gemeinsam zur Tat schreitet. Im Zweifel sollte man auch hier einen Vertrag aufsetzen.


In der Praxis haben wir bisher kaum schlechte Erfahrungen gemacht. Alle Menschen, mit denen wir gemeinsam unterwegs waren, waren freundliche, verständnisvolle Menschen. Ernsthaften Streit um gemeinsam erstellte Light Painting Bilder gab es nie. Aber es kann auch nicht schaden die wichtigste Rechtsgrundlagen im Hinterkopf zu haben, vielleicht läuft einem ja doch mal der profilierungssüchtige "Mitfotografierer" über den Weg. Einige Kollegen können ein Lied davon singen.

Welche Rechte gilt es darüber hinaus zu beachten?

Hausrecht

Das Kaufhaus Görlitz ist ein privates Gebäude. Der Eigentümer bzw. der Mieter entscheidet darüber ob, und unter welchen Bedingungen dort überhaupt fotografiert werden darf. Das ist grundsätzlich nichts anderes als das Fotografieren in privaten Wohnungen. Am zweck-mäßigsten regelt man das mit einem Property Release Vertrag. In den meisten Fällen wird der Eigentümer oder Mieter, zumindest bei kommerzieller Nutzung, eine Gebühr erheben.

Das Hausrecht erstreckt sich auch auf öffentliche Gebäude wie z.B. Bahnhöfe. Ohne Zustimmung des Eigentümers, in diesem Falle der Deutschen Bahn , ist das Fotografieren auf dem Gelände der Bahn verboten. Üblicherweise lässt die Bahn, wie auch viele andere Nutzer von Gebäuden, die Fotografen meist gewähren. Einzig bei kommerzieller Nutzung der Bilder könne sie ganz schnell ganz ungemütlich werden.


Allerdings kann der Nutzer bzw. Eigentümer eines Gebäudes das Fotografieren von außen nicht verbieten. Solche Aufnahmen sind in Deutschland und den meisten anderen Ländern durch die sogenannte Panoramafreiheit gedeckt. Von öffentlichem Straßenland aus kann ich grundsätzlich jedes Gebäude fotografieren und die Bilder uneingeschränkt nutzen. Davon ausgenommen sind lediglich gekennzeichnete Sicherheitsbereiche (Militär, Zuchthaus, Bundesdruckerei, Stasi, BKA, КДС und ähnliches).

Recht am eigenen Bild

Ohne Zustimmung der abgebildeten Person darfst Du das Bild nicht veröffentlichen. Jeder entscheidet selbst ob und in welcher Form sein Bild veröffentlicht wird. Ausgenommen davon sind nur Personen des öffentlichen Lebens.

Ihr solltet mit eurem Model am Besten schriftlich in einem Model Release Vertrag  vereinbaren in welcher Form die Bilder verwendet werden.

 

Seit einiger Zeit ist es in Deutschland verboten Menschen in hilflosen Situationen im öffentlichen Raum zu fotografieren. Wer Unfallopfer, Betrunkene oder Obdachlose fotografiert macht sich strafbar. 

Ebenfalls seit 2015 ist es strafbar ehrverletzende Fotos anderer Personen zu verbreiten.


Fotografieren von fremder Kunst

Im Bild rechts nimmt das Mural des Künstlers Sokar Uno einen recht großen Bereich in unserem Light Painting Bild ein. Wir haben Sokar Uno also gefragt ob wir das Bild veröffentlichen dürfen und nennen ihn bei jeder Veröffentlichung als Urheber des von uns neu inszenierten Bildes. Man kann darauf verzichten wenn das fremde Kunstwerk nur einen kleinen Teil im Bild einnimmt (nicht mehr als ein Drittel der Bildfläche). Allerdings sollte man auch hier aus  Gründen des Anstandes den Künstlerkollegen erwähnen. Das tut schließlich nicht weh.

Die Ausrede "Ich weiß ja nicht wer das Bild gemalt hat" zählt hier nicht. Für den Bildungsmangel des Fotografen kann ja schließlich der Street Art Künstler nichts. In den meisten Fällen ist das über eine kurze Recherche im Internet zu klären.

 


Im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung  über unser Bild wäre das Ergebnis aber alles andere als vorhersehbar. Wir haben ja schließlich nicht einfach das Mural abfotografiert. Irgendwelche Urteile zu ähnlichen Streitfragen sind mir nicht bekannt, wahrscheinlich gibt es die auch nicht.

 

 

Auch wer die Light Painting Performance eines Anderen ablichtet fotografiert fremde Kunst. Sicher ist der Fotograf der Urheber des Fotos, allerdings ist er nicht der Urheber der Lichtmalerei, also des (Haupt)motivs. Aus diesem Grund ist es dem Fotografen nicht möglich dieses Bild ohne Zustimmung des Urhebers des Light Paintings zu veröffentlichen. Ohne das Light Painting wäre das Bild nur schwarz. Der größere Anteil am Schaffensprozess liegt also ganz eindeutig beim Light Painter. Und genau das ist die wichtigste Frage zur Bestimmung des Urheberrechtes.

 

Es gibt immer wieder nette Zeitgenossen die das ignorieren und das Foto eines fremden Light Painting ohne Zustimmung und Nennung des Urhebers veröffentlichen oder so gar bei Wettbewerben einreichen. Und die ganz Harten scheißen das Bild dann noch mit ihrem hässlichen Logo zu.

Spätestens wenn sie mit dem fremden Bild einen Preis gewinnen werden sie wohl Post vom Anwalt des Light Painters bekommen. Ich kann schließlich auch nicht ungestraft ein Foto der Mona Lisa bei einem Wettbewerb einreichen und behaupten ich sei der alleinige Urheber.

 

Völlig unabhängig davon, ob Du Dich für den größten Light Painting Künstler hältst oder Einsteiger bist solltest Du auf Deine Rechte am Kunstwerk achten. Ob das Bild gut oder grottenschlecht ist hat keinerlei Einfluss auf das Urheberrecht und sonstige rechtlichen und monetären Aspekte. Kunst liegt schließlich nicht im Auge des Betrachters. Kunst liegt in der Seele des Künstlers!

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht und ausschließlich nette Gleichgesinnte für Deine Light Painting Nächte

Sven

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THE PATH OF LIGHT

Light Painters United Berlin 2017

Auf der Seite lightpaintingblog.com findest Du den Bericht von Jannis Sid über unser Light Painting Treffen im September 2017. Dieses eindrucksvolle Erlebnis werde ich wohl nie vergessen. Viel Spaß beim Lesen. Thanks for this great article Jannis!

Videobericht "THE PATH OF LIGHT"

Die Jungs von Movin Apes haben die Stimmung perfekt im Video eingefangen. Danke dafür! 

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Kaufberatung Objektive

Welche Objektive verwenden wir im Light Painting?

Nachdem Du jetzt hoffentlich die richtige Kamera für Deine Light Painting und Langzeitbelichtungen gefunden hast versuche ich heute bei der Entscheidungsfindung zum richtigen Objektiv zu helfen.

 

Die meisten (Einsteiger)Spiegelreflexkameras gehen gemeinsam mit einem Kit-Objektiv über den Ladentisch. Meiner Meinung nach sind die meisten dieser Linsen die 1,50€ für den Karton, in dem sie eingepackt sind, nicht wert. Also kauf lieber Kamera und Objektiv separat.

 

Ohnehin hat das Objektiv einen viel größeren Einfluss auf die Bildqualität als die Kamera. 

Festbrennweite vs. Zoom

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Kaufhaus Görlitz

Zoomobjektive sind sehr praktisch, umso größer der Brennweitenbereich desto weniger muss ich mich bewegen... Das war's dann aber auch schon mit den Vorteilen der Zoom-Linsen. Der einzige vernünftige Einsatz von Zoom-Objektiven im Light Painting ist im Bild links zu sehen. Wenn ich eben während der Belichtung am Zoom-Ring drehe.

Die Abbildungsleistung von Objektiven mir fester Brennweite ist immer besser als die des noch so teuren Zoom-Objektivs. Ein Objektiv kann immer nur für genau eine Brennweite richtig berechnet werden. Bei Zoom-Objektiven ist das meist ein Wert in der Mitte. Ein Objektiv mit 24-70mm wird wohl nur im Bereich um 45mm die beste Abbildungsleistung bieten. Darüber und darunter nimmt die Schärfe ab und es treten Verzeichnung und Randabschattung auf. 


Ein weiterer, nicht technischer, Aspekt ist die meist überlegtere Bildgestaltung bei der Arbeit mit Festbrennweiten. Weil ich gezwungen bin meine Position zu ändern wenn ich einen anderen Bildausschnitt haben will denke ich sicher länger darüber nach was ich wie darstellen will.

Um solch lustige Blasen wie im Bild auf der rechten Seite auf den Sensor malen zu können brauche ich ein Objektiv mit einem guten Bokeh. Für dieses Bild war das Meyer Optik Görlitz 35mm/f2 an der Nikon D750 montiert. Das Bokeh wird durch die Form und Anzahl der Blendenlamellen, die eingestellte Blende und den Fokus bestimmt. Mit einem Zoom-Objektiv wird solch eine Aufnahme nicht gelingen.

 

Mittlerweile baut Sigma zwar Zoom-Objektive mit einer Blende von 1,8, so gut wie eine vergleichbare Festbrennweite sind die Dinger allerdings trotzdem nicht. Wenn ich also Lichtsstärke und gute Abbildungsleistung haben will brauche ich ein Objektiv mit fester Brennweite.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
39 Led's

Autofokus vs. manueller Fokussierung

Im Dunkeln funktioniert der Autofokus nicht, zumindest nicht zuverlässig. Ohnehin ist das beste Autofokus-System nie so präzise wie die manuelle Fokussierung. Jede Automatik ist doof und blind, der Autofokus-Chip kann nicht in meinen Kopf sehen. Die Maschine weiß also gar nicht was ich im Bild scharf und was unscharf haben will. Im Light Painting kommt dann noch hinzu, dass das Objekt, welches scharf abgebildet werden soll, erst während der Belichtung entsteht.

 

Die meisten Objektive, die wir im Light Painting verwenden haben keinen Autofokus. Die anderen haben diesen nur zufällig. Der Autofokus ist an der Kamera immer ausgeschaltet. Wir fokussieren also immer mit der Hand, meist per Live View.

 


Manuelle Objektive sind allerdings nicht unbedingt billiger als welche mit Autofokus, vor allem wenn man sie neu kauft.

 

Jedenfalls brauchst Du Dir keine Gedanken machen ob der Autofokus von diesem oder jenem Objektiv schnell und präzise arbeitet. Das spielt im Light Painting keine Rolle. Auch ein gebrauchtes Objektiv mit defektem Autofokus kann man durchaus im Light Painting verwenden. 

Neu vs. Gebraucht

Objektive unterliegen bei normaler Benutzung recht wenig Verschleiß. Ob die Linsen zerkratzt sind sieht man sofort. Ob alles leichtgängig ist kann man ebenfalls recht einfach testen. Ob die evtl. verbaute Elektronik funktioniert sieht man sofort wenn man die Linse an die Kamera schraubt. Aber wer braucht schon Elektronik im Objektiv?

Welche Objektive sind in unserer Tasche?

Sigma 14mm/f2,8 - Das Ding ist über 20 Jahre alt und recht selten weil es damals teuer war.  Wozu ich bei solch einer kurzen Brennweite einen ultraschallangetriebenen Autofokus brauche wird sich mir nie erschließen. Egal, die Abbildungsleistung ist gut.

 

Samyang 14mm/f2,8 - Diese Linse ist eigentlich wirklich gut, wenn sich nur nicht dauernd der Fokusring verstellen würde. Das lässt sich zwar recht einfach selbst korrigieren aber nervig ist das schon. 

14 Millimeter sind gut für Light Painting geeignet. Der Abstand zwischen Licht und Kamera bleibt gering.

 

Meyer Optik Görlitz 35mm/f2 - Eines der besten Objektive in unserer Tasche. Schönes Bokeh und perfekte Abbildungsleistung.

 

Nikkor 50mm/f1,8 D - Das klapprige Plastikteil ist mechanisch eine Katastrophe kostet dafür aber nur 120€ (neu). Optisch ist die Linse gut.

 

Meyer Optik Görlitz 85mm/f2 - Genauso gut wie das 35mm Objektiv, nur länger. Gut geeignet für Porträts mit Glasfasern.

 

Tokina 28-70mm/f2,8 - Das Teil ist gebaut wie ein Panzerschrank. Mechanisch über jeden Zweifel erhaben, für ein Zoom-Objektiv gute Abbildungsleistung. Fokus- und Zoomring laufen butterweich und präzise. Und zur Not kann man damit auch mal einen Nagel in die Wand hauen. ;-)

 

Tokina 19-35mm/f3,5-4,5 - Auch das ist ein gutes Zoom-Objektiv, vor allem gefällt mir der heute nicht mehr weit verbreitete Brennweitenbereich ausgesprochen gut. 

 

Alle oben genannten Objektive haben einen Blendenring. Somit kann man die Blende auch während der Belichtung verstellen. Bei vielen Light Painting Bildern ist das sehr hilfreich.

Unsere anderen Objektive benutzen wir so gut wie nie für unsere Light Paintings.

 

Wenn wir nur mit einem Objektiv auskommen müssten wäre dies höchstwahrscheinlich das 19-35mm Tokina weil es recht universell im Light Painting einsetzbar ist. Die Linsen werden bei ebay für 70-120€ gehandelt, neu ist das Teil schon lange nicht mehr zu bekommen. 

Was steht auf dem Wunschzettel?

Als nächstes werde ich eine Festbrennweite zwischen 14 und 35 mm anschaffen, wahrscheinlich 24 mm. Welches es wird ist noch nicht sicher, in dieser Brennweite gibt es eine sehr reichliche Auswahl.

Ansonsten sind Objektive aus sowjetischer bzw. russischer Produktion wegen des wahnsinnigen Bokehs recht interessant. 

 

Ansonsten haben wir den Brennweitenbereich für Light Painting schon gut abgedeckt.

 

Falls mal der Lottogewinn ins Haus flattert oder wir anderweitig zu Reichtum gelangen gibt es noch so 2 bis 7 Zeiss Objektive die recht interessant für uns sein könnten. Das hat aber keine so große Bedeutung, der Unterschied im fertigen Bild zwischen dem 14mm Samyang und dem 15mm Zeiss ist nicht so groß, dass er den Preis von 2200€ rechtfertigen würde wie ich finde.

 

In diesem Sinne allzeit gutes Licht gewünscht

Sven

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Geplante Obsoleszenz

Was wir uns im Bereich Computer alles gefallen lassen müssen

Heute geht es um kein spezielles Light Painting Thema. Die meisten Light Painter werden aber wohl einen Computer inkl. Software und vielleicht auch einen Drucker benutzen um ihre Kunstwerke auszudrucken.

In anderen Lebensbereichen würden sich die allermeisten Menschen ein Vorgehen, wie es viele Hersteller im Bereich Computertechnik an den Tag legen, nicht gefallen lassen. Also warum funktioniert das in diesem Bereich?

 

Wikipedia definiert den Begriff so: "Geplante Obsoleszenz ist eine Strategie, in der die Obsoleszenz eines Produkts vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist.[1] Das Phänomen war schon mehrfach Gegenstand wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten, ist aber nach wie vor nicht klar definiert. Ein bekanntes Beispiel für die (vermeintlich) beabsichtigte Verkürzung der Lebensdauer von Produkten sind Drucker und Druckerpatronen, die das Ende ihrer Lebensdauer oft nicht nach tatsächlichem Verbrauch oder tatsächlicher Nutzung, sondern nach vom Hersteller festgelegten Seitenzahlen oder Zeiträumen erreichen."

Drucker

Nach nicht einmal einem Jahr und geschätzten 200 ausgedruckten Fotos zeigte mein Drucker diese Meldung (Bild rechts) an. Und eben nur noch diese Meldung. Warum ich, selbst wenn das Kissen tatsächlich kurz vorm Überlaufen wäre, den Scanner nicht mehr verwenden darf ist mir ein absolutes Rätsel.
Ein Zurücksetzen der Meldung durch den Benutzer ist nicht vorgesehen. Epson will, dass ich den Drucker einpacke, zum Service schicke und Epson  schickt ihn dann "repariert" wieder zurück. Das Ganze lassen sie sich mit ca. 50€ honorieren. Bei meinem etwas teureren Fotodrucker XP-960 wäre das vielleicht noch eine Alternative zum Schrottplatz, aber wenn der Drucker nur 69,90€ gekostet hat wird er wohl völlig unnötigerweise und lange vor dem tatsächlichen Exitus weggeworfen.


Kaum jemand wird wohl für die "Reparatur" fast den Neupreis des Gerätes in die Hand nehmen. 

 

Also selber machen!

 

Zuerst habe ich den Drucker umgedreht, 2 Schrauben einer kleinen Abdeckung gelöst und schon hatte ich den Behälter mit dem Kissen in der Hand. Das Teil sitzt genau unter der Ruheposition der Patronen. Der Filz in dem Behälter war zwar schon recht bunt, aber "das Ende seiner Lebenszeit" war noch lange nicht erreicht. Es befindet sich kein Sensor in diesem Behälter oder ähnliches, die Software im Drucker zählt einfach die Anzahl der Reinigungszyklen und bringt dann nach xxx Reinigungen diese Meldung, und das dann natürlich viel früher als nötig.

Was würde denn passieren wenn der Behälter tatsächlich voll wäre und ich trotzdem weiter drucke? Irgendwann würde die überschüssige Tinte überlaufen und mir den Schreibtisch vollsauen. Darüber kann mich ja das lustige Display auch gerne informieren, aber die Entscheidung ob ich den versauten Schreibtisch in Kauf nehme weil ich meinem Kunden die Bilder heute noch geben will dürfen die Freunde von Epson doch mal getrost mir überlassen! Der Drucker selbst würde jedenfalls in keinem Fall Schaden nehmen, von etwas Tinte an der unteren Gehäuseseite mal abgesehen. 

 

Nachdem ich das Kissen ausgebaut hatte habe ich die Tinte ausgewaschen, die einzelnen Teile des Kissens getrocknet und wieder in den Drucker eingebaut. Das Teil war also fast wieder wie neu. Alternativ kann man auch die alten Filzteile in die Mülltonne schmeißen und den Behälter mit Watte vollstopfen. Diese Arbeit kann jeder durchführen der einen Schraubenzieher richtig herum halten kann, dafür braucht man keinen "Epson-Support".

 

Die Meldung auf dem Display geht davon aber lange noch nicht weg. Ich konnte also immer noch nicht drucken. Nach einiger Recherche im Internet fand ich 2 verschiedene Softwarelösungen zum Zurücksetzen dieser, und auch anderer Meldungen. Wer nach "waste ink pad" sucht wird schnell fündig. 
Die findigen Programmierer bieten ihre Dienstleistung zwar auch nicht kostenlos an, aber da zahle ich dem Mann aus Fernost lieber 6$ als dem Epson-Support auch nur einen einzigen Cent. Außerdem konnte der Drucker an seinem Platz stehen bleiben; nach ca. 5 Minuten war die Meldung weg. Nach dem Eingriff mit der Service-Software druckt der Apparat wieder wie am ersten Tag.

Warum steht überhaupt ein Fotodrucker auf meinem Schreibtisch?

Damit ich Prints in guter Qualität sofort zur Verfügung habe. Mit guter Qualität meine ich, dass die Ergebnisse deutlich besser sind als bei den meisten Fotodienstleistern. Ich kann frei zwischen den verschiedensten Papieren wählen und in jeder beliebigen Größe bis max. A3 drucken. Wenn der Geldbeutel und vor allem der Platz auf dem Tisch das hergeben kann man natürlich auch eine Maschine hinstellen die bis A2 bedruckt. Ich muss meine Bilder nicht im Internet hochladen. Ich muss nicht mit dem USB-Stick zum Drogeriediscounter oder sonstwo hin. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist druck ich das selbst Bild noch mal aus und muss nicht dem Dienstleister wortreich erklären was mir nicht gefällt und weitere 5 Tage auf die neuen Bilder warten.

Kaufe ich wieder einen Drucker von Epson?

Ich weiß nicht ob ich noch mal einen Drucker von Epson kaufe. Da fast alle anderen Hersteller ähnlich vorgehen gibt es eigentlich keine Alternative. Der letzte Drucker war von Canon. Die Ergebnisse waren auch bei diesem Drucker sehr gut. Das Teil hat kurz nach dem Ende der Garantiezeit den Geist aufgegeben. Die Mechanik zum Einzug des Papiers war defekt, eine Reparatur hätte sich in diesem Fall tatsächlich nicht gelohnt. Allerdings hatte dieser Drucker in seiner kurzen Lebenszeit deutlich mehr Bilder ausgedruckt als der Epson bis zum oben beschriebenen Ereignis. 

Im Bereich der Fotodrucker für den "Heimgebrauch" bauen nur diese beiden Hersteller Drucker die sehr gute Druckergebnisse abliefern. 
Nach meiner Erfahrung ist nur die Firma HP etwas freundlicher zu ihren Kunden. Wenn HP es schafft einen Fotodrucker zu bauen der genau so gute Druckresultate abliefert wie Epson oder Cannon kaufe ich den nächsten Drucker dort ein.

Tintenpatronen

Ich kann mir ja nicht vorstellen, dass überhaupt jemand die völlig überteuerten Originalpatronen von Canon oder Epson kauft. Für den Epson XP-960 kostet ein Satz Patronen im Shop von Epson 113,99€. Der ganze Drucker kostet dort 269,99€. Da kann doch irgendetwas ganz grob nicht stimmen wenn fast der halbe Preis des Druckers für die Patronen draufgehen soll. In der Herstellung kosten die Patronen vermutlich nicht einmal ein hundertstel des Verkaufspreises. Bei Canon ist die Situation nicht besser.
Ein billiges Set der 6 Patronen von einem alternativen Hersteller bekommt man für 9,99€, und der verdient auch noch etwas daran. Für den normalen Druck funktionieren die Dinger bestimmt ganz gut. Wer allerdings Fotos in der bestmöglichen Qualität ausdrucken will sollte solche Patronen nicht verwenden. Meine Erfahrungen mit diesen billigen Patronen sind jedenfalls nicht gut. Die Farben stimmen nicht und lassen sich auch nicht mithilfe von ICC-Profilen auf die Billigtinte abstimmen. Die Düsen verstopfen gerne mal und die Bilder haben dann lustige Streifen.

 

Ich verwende ein Nachfüllset von Farbenwerk.com. Das Set kostet 94,90€ und beinhaltet 6 leere Patronen und 6 mal 100 ml Farbe sowie Spritzen zum Auffüllen. Die Patronen muss man nur einmal anschaffen, die Farbe alleine kostet dann 53,90€ als Set 6 mal 100 ml. Die Patronen fassen ca. 10 ml Tinte, das reicht also für zehnmaliges Auffüllen. Das bedeutet Kosten von 5,39€ für einmal auffüllen und somit nicht einmal ein Zwanzigstel der Kosten für die Patronen von Epson. In den Patronen von Epson ist darüber hinaus etwas weniger Tinte (ca. 8,7ml).

Im Punkto Druckqualität konnte ich keine Unterschiede zu den Patronen von Epson erkennen. Ich drucke mit dem ICC Profil von Epson, die Farben passen.

Sicher haben auch andere Firmen wie Apple oder Adobe recht merkwürdige Geschäftsideen aber die Druckerhersteller überbietet im Moment sicher niemand. 

Ich will lieber gar nicht weiter darüber nachdenken wohin diese Reise noch gehen mag. Einige Autohersteller haben sich das schon abgeschaut und versehen ihre Batterien mit Chips die im Steuergerät des Personenkraftwagens angemeldet werden müssen. Da kann ich dann nicht mal schnell die billige Batterie aus dem Zubehörhandel selbst einbauen und sofort weiterfahren. 

Allzeit gutes Licht
Sven

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Taschenlampen für das Light Painting

Die ultimative Light Painting Taschenlampe...

so hell wie 'ne X21R.2, so groß wie 'ne M3R, Akkulaufzeit 30 Stunden, gutes Fokus-System, jede beliebige Lichtfarbe und Helligkeit, variabler Strobe-Modus, wasserdicht, so robust, dass sie nie kaputt geht, zu einem Preis von 25,99€?

... gibt es leider nicht. ... wird es vielleicht auch nie geben.

 

Es wäre sehr wünschenswert wenn wir nur 1 bis 2 leichte, billige Lampen im Gepäck haben würden um unsere Lightpainting Bilder umsetzen zu könne. Aber das wird wohl noch einige Jahre dauern.

Bis dahin sieht unser Gepäck so aus wie im Bild auf der rechten Seite.

 

Welche und wie viele Lampen braucht man nun aber im Light Painting? Dieser Beitrag soll ein wenig zur Erhellung beitragen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Light Painting Taschenlampen

Welche Taschenlampe für welchen Zweck?

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Burning man #3

Taschenlampen zur Ausleuchtung

Für Light Painting Bilder, wie das auf der linken Seite, benutzen wir eine Led Lenser X21R.2. Die Lampe ist mit 3200lm in der höchsten Stufe sehr hell. Wenn kein Model im Bild ist spielt es nicht eine ganz so große Rolle wenn die Lampe etwas weniger Helligkeit liefert. Dann belichte ich eben etwas länger. Für das Model ist es allerdings sehr angenehm wenn es nur, wie im Beispiel, zweimal für ca. 4 Sekunden ruhig in der Position stehen bleiben muss. 

 

Mit dem guten Fokus-System der Led Lenser Lampen kann ich den Lichtkegel genau so einstellen wie ich ihn brauche. Am vorderen Wegrollschutz lassen sich einfach passend zugeschnittene Farbfilterfolien befestigen.


Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Led Lenser X21.2, X21-UV, X21R.2
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Farbfilter für Led Lenser X21
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Stativhalterung Led Lenser X21

Die Bedienung der X21R.2 ist sehr durchdacht. Durch Drehen am Ring kann man die Lampe entweder sperren, so dass sie nicht versehentlich in der Tasche einschaltet oder die Helligkeit bzw. Strobe vorwählen. Drückt man dann in der eingestellten Position den Schalter leuchtet das Schmuckstück. Die Funktion lässt sich auch im eingeschalteten Zustand verändern. Durch kurzes Antippen des Schalters kann man mit der Lampe "blitzen". Eine sehr nützliche Funktion im Light Painting.

Alternativen zur X21R.2 gibt es nur wenige. Als Erstes fällt mir der kleine Bruder X21.2 ein. Mit 1600lm immer noch recht hell, das Fokus-System ist das gleiche wie bei der X21R.2 und mit ca. 190€ belastet sie den Geldbeutel des Light Painters nicht so stark. Nachteil dieser Lampe ist der Betrieb mit Batterien (Mono - D). Wenn die alle sind wandern sie in den Sondermüll. Die X21R.2 kann ich immer wieder aufladen. Mann kann die X21.2 zwar auch mit Akkus verwenden, allerdings sind vernünftige D-Akkus recht teuer. Zum Preis der benötigten 4 Akkus mit 10000mAh kann ich ca. 50 Batterien der gleichen Größe kaufen. Und ein Satz als Reserve wäre sicher auch keine schlechte Idee, somit sind dann mal gleich über 100€ weg, und ein passendes Ladegerät benötigt man dann auch noch.

 

Seit einiger Zeit baut ein namhafter deutscher Waffenhersteller sehr ähnliche Lampen. Diesen würde ich allerdings nur sehr ungerne durch den Kauf der Lampen unterstützen. Wer allerdings nicht so empfindlich ist wie ich findet dort sicher auch eine geeignete Lampe.

Was mich darüber hinaus an diesen Lampen stört ist das Bedienkonzept. Im Gegensatz zu den Led Lenser Lampen kann ich diese nicht durch kurzes Antippen des Schalters nur kurz aufleuchten lassen. Es ist ebenfalls nicht möglich die Lampe nur kurz einzuschalten. Beim Druck auf den Schalter schaltet die Lampe immer in voller Helligkeit ein, beim erneuten Drücken lande ich in der nächst kleineren Helligkeitsstufe. Erst wenn ich alle Helligkeitsstufe durchgeschaltet habe geht sie wieder aus. Für viele Einsatzzwecke im Light Painting ist das völlig ungeeignet.

Für die Ausleuchtung kleiner Räume oder kleinerer Bereiche im Freien genügt oftmals auch eine kleinere Lampe wie die von uns gerne und häufig benutzte Led Lenser M7RX. Darüber hinaus ist diese Lampe sehr gut geeignet um gezielt Akzente im Bild zu setzen. Leider werden sowohl die M7RX als auch die X7R nicht mehr produziert. Einige Händler haben noch Restbestände. Oder Du schaust mal bei ebay.

 Die Freunde aus Fernost bauen Lampen mit zum Teil enorm hohen Angaben was die Lichtausbeute anbelangt. Und das dann auch noch für einen sehr günstigen Preis. Da wird dann die Lampe mit angeblichen 3500 lm für 24,99€ verkauft. Solchen Angeboten sollte man lieber widerstehen. Selbst wenn die Lampe tatsächlich 350 lm anstatt der angebebenen 3500 lm hat ist sie für diese Zwecke schon deshalb nicht geeignet weil sie sich nicht fokussieren lässt.

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Led Lenser M7RX, P7-UV, M7, X7R

Taschenlampen für die Lichtmalerei

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Jetzt wird es schwierig. Für den Zweck aus dem vorherigen Absatz sind die Anforderungen an die Lampe recht klar. Sie muss hell sein und einen möglichst homogenen, veränderbaren Lichtkegel haben. 

 

Die Anforderungen an Lampen welche wir an unseren Tools verwenden sind schon etwas komplexer. Je nach Größe, Art und Form des Lightpainting Pinsels brauche ich verschiedene Lampen.

 

Ein weiterer Aspekt ist in manchen Fällen die Größe der Lampe. Wenn ich diese unauffällig und unsichtbar in der Hand halten will muss sie auch in die Hand passen. Led Lenser P7 oder größere Lampen fallen da schon mal aus.

Wünschenswert ist auch, dass möglichst alle Lampen an alle Tools passen. Am Besten mithilfe des Universal-Connectors


Um das Licht möglichst gleichmäßig im verwendeten Lichtpinsel verteilen zu können ist auch hier ein vernünftiges Fokus-System der Taschenlampe von Vorteil. Wenn ich ein 1 Meter langes Plexiglasrohr mit einer Lampe ohne Fokus beleuchte wird das Licht wohl kaum den gesamten Meter gleichmäßig ausleuchten.

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Light Blades mit Led Lenser M3R
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Plexiglasrohr 1 Meter, Led Lenser P5R.2
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Glasfasern, RGB-Taschenlampe (unten)

An unseren Light Painting Werkzeugen benutzen wir meist folgende Lampen:

- die kleinen Led Lenser M3R, M1 und M5 für kleinere Plexiglas-Teile

- die etwas größeren Led Lenser P5R.2 für Rohre und Stäbe aus Plexiglas

- die großen Led Lenser M7R, M7RX, M7 und P7 für Glasfasern und ebenfalls für Rohre und Stäbe

 

Wir befestigen verschiedene Farbfolien zwischen Lampe und Tool. Alle oben genannten Lampen außer der P7 haben einen Strobe-Modus und zwei Helligkeitstufen. Die Helligkeit nimmt nicht ab, wenn der Akku leer ist geht die Lampe einfach aus. 
In der  P5R.2 ist ein teurer Spezial-Akku verbaut, diesen kann man nur in der Lampe laden. Keine gute Lösung, wie ich finde. Alle anderen Lampen arbeiten mit normalen Batterien bzw. gängigen Akkus wie 18650 (M7RX) oder 10440 (M3R).

Darf es auch etwas Preiswerteres sein?

Die oben genannten Lampen von Led Lenser sind zwar sehr gut aber eben auch recht teuer. Der Mann aus Fernost baut einige sehr interessante Lampen mit ähnlichen Funktionen (Strobe, Fokus und verschiedene Helligkeitsstufen) für einen Bruchteil des Preises. Sicher sind die Dinger nicht so gut verarbeitet. Sie geben weniger Licht ab. Sie werden bestimmt auch nicht so lange halten. Und über die meist schlechten Linsen für den Fokus reden wir erst gar nicht. Aber um ein Plexirohr mit Licht zu füllen reichen die günstigen Lampen meist völlig aus. 

Bei der Verwendung mehrerer Tools in einem Light Painting sollte man aber darauf achten nur Lampen aus einer Charge zu verwenden. Die Unterschiede in der Helligkeit und Farbtemperatur sind oft recht groß, selbst wenn es vermeintlich baugleiche Lampen sind. Wir haben von allen billigen China-Lampen immer mindestens 5 Stück gleichzeitig gekauft. Bei Preisen von einigen wenigen Euro pro Stück kann man das verschmerzen. 

5 Lampen für ca. 18 € - die Dinger sind zwar bunt, für die meisten Aufgaben spielt das aber keine Rolle

10 Lampen für ca. 30€ - die gleiche Lampe wie oben, alle in schwarz

4 Lampen für ca. 16 € - etwas kleiner, etwas weniger hell

Die volle Helligkeit erreichen diese Lampen nur beim Betrieb mit 3,7V-Akkus (14500). Zur Not, oder wenn man weniger Helligkeit braucht, funktionieren die Lampen auch mit AA Batterien oder 1,2V-Akkus.

Geht's noch kleiner?

Ja! Die brutalste Lampe die ich bisher in den Fingern hatte ist die Ultra Tac K18. Die angegebenen 370 Lumen dürften der Wahrheit entsprechen, das kleine Scheißding ist brutal hell. Die Lampe ist nicht viel größer als die kleine Batterie (AAA) mit der sie befeuert wird, 7,5 cm lang und 1,4 cm dick. 

 

So richtig Spaß macht das Ding allerdings erst beim Betrieb mit einem 3,7V-Akku (10440). Die Lampe hat 3 Helligkeitsstufen (370, 80 und 9lm) sowie einen Strobe-Modus.

Die Laufzeit bei voller Helligkeit beträgt ca. 20 Minuten, für viele Aufgaben im Light Painting ist das völlig ausreichend. 

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Ultra Tac K18 & 10440 Akku

Variabler Strobe

Welcher Light Painter hat sich nicht schon mal gewünscht die Blinkfrequenz im Modus "Strobe" ändern zu können? 
Der Hersteller Nextorch hat Taschenlampen im Angebot, die vom Computer aus programmierbar sind. Die Lampe wird über USB an den Rechenknecht angeschlossen. Es lässt sich jede beliebige Frequenz und auch andere Modi programmieren. Beispielsweise ist es möglich die Lampe jede Sekunde für 5 Millisekunden leuchten zu lassen.  Das sieht dann so aus wie im Bild auf der rechten Seite. Darüber hinaus kann man jede beliebige Helligkeit programmieren. Die Lampe speichert 7 verschiedene Modi. Diese lassen sich mit dem Schalter nacheinander durchschalten. 

An diesem Tool hatte ich das kleine Model "myTorch 2AA" befestigt. Die Lampe ist mit 140 Lumen nicht besonders hell. Wer mehr Licht braucht greift zur größeren Variante "myTorch RC".

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Nextorch myTorch 2AA

RGB, IR & UV Taschenlampen im Light Painting

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In Memory of Gareth

RGB-Taschenlampen:

Na ja, so richtig geil sind die Dinger nicht. Saubere Farben lassen sich jenseits der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau meist nicht darstellen. Noch schwieriger wird es wenn man mehrere dieser Lampen in einem Bild verwenden will. Die Farben weichen mehr oder weniger stark voneinander ab, vor allem wenn der Ladestand der Batterien unterschiedlich ist.

 

Für einige Einsatzzwecke kann man sie dennoch im Light Painting verwenden, vor allem wenn man Effekte wie Color-Fading benutzen möchte wie im Bild auf der linken Seite.

Einziges Problem: ich kenne aktuell keine Bezugsquelle in Deutschland für diese Lampen. Früher gab es die bei Pearl für 10€. 


Eine Alternative ist der Einkauf direkt in China. So etwas ist aber oft mit Problemen und vor allem langer Wartezeit verbunden. Ab einem Gesamtwert, also Ware inkl. Versand, von 22 € darfst Du die Lampe beim Zoll abholen. Die 8 Pfennige Einfuhrumsatzsteuer verschmerzt man dabei noch eher als die dreistündige Wartezeit. Hier mal ein Link zum chinesischen Händler : RGB-Taschenlampe

Nachtrag (30.01.18):

Mittlerweile konnte ich die RGB-Lampe bei Amazon finden. Nicht unbedingt für den besten Preis, aber dafür wird sie in einem hübschen Koffer geliefert. Die Lampe wird offensichtlich aus Großbritannien versandt.

UV-Taschenlampen:

Im Moment benutzen wir eine Led Lenser X21 und eine Led Lenser P7. Beide Lampen hat Heinz-Jörg Wurzbacher für uns umgebaut. Er hat die normalen, weißen LED's durch UV-LED's ersetzt. Wenn Du nett fragst baut er sicher auch für Dich eine Lampe um.

 

Für die ersten Versuche kannst Du natürlich auch erst einmal eine kleine, preisgünstig Lampe kaufen.

In Verbindung mit UV-aktiven Farben wie dem Tape an meinem Anzug lassen sich schöne Effekte erzielen. Mit normalen, sichtbarem Licht würde das ziemlich langweilig aussehen. 

 

Es braucht etwas Übung und Erfahrung um die Helligkeit abschätzen zu können. Die Kamera sieht meist viel mehr von dem Schwarzlicht als das menschliche Auge. Das kann allerdings, je nach Stärke des vor dem Sensor verbauten UV-Filters von Kamera zu Kamera recht unterschiedlich sein. Da helfen nur einige Testaufnahmen.

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We come in peace

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❤️

Infrarot-Taschenlampe:

Infrarotes Licht kann man nicht so ohne weiteres mit einer Digitalkamera aufnehmen. Über der Umbau einer Nikon D70 habe ich einen eigenen Artikel verfasst.

 

Wir benutzen für Infrarot Light Painting eine kleine Taschenlampe mit 5W Leistung laut Angabe des Herstellers. Für unsere Zwecke eigentlich schon viel zu stark, aber Lampen mit geringerer Leistung habe ich bisher nicht gefunden.

 

Infrarotes Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar. Die Arbeit mit infrarotem Licht ist eine Herausforderung, man sieht ja nicht was man tut. Die Helligkeit im fertigen Light Painting kann man nicht mal ansatzweise erahnen. Da helfen nur viele Testaufnahmen und viel Erfahrung.

 

Aber interessant finde ich diese Art Light Painting schon, gerade in Kombination mit sichtbarem Licht wie im Bild links.


Fazit

Für den Einstieg ins Light Painting genügen erst einmal einige der kleinen, günstigen China-Lampen, ein Musterheft Farbfilterfolien, einige Plexiglasteile und schon kann's losgehen. Also fast... ohne Gaffa-Tape kein Light Painting.

 

Um größere Räume oder Bereiche im Freien vernünftig ausleuchten zu können kommt man an Lampen wie der X21 eigentlich kaum vorbei. Mit kleineren Lampen, vor allem wenn sie keinen Fokus haben, wird das sehr schwierig und langwierig bis die Ausleuchtung wirklich sitzt.

RGB- oder andere Speziallampen braucht man nur für spezielle Anforderungen, dafür würde ich als Einsteiger erstmal kein Geld ausgeben. 

 

Allzeit gutes Licht

Sven

 

Der Artikel enthält Produktlinks zu Amazon.

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Kaufberatung Kamera

Welche Kamera brauche ich für Langzeitbelichtung und Light Painting?

Ich werde ja recht häufig von den verschiedensten Menschen um Rat bei der Wahl der richtigen Kamera gebeten. 
"Welche Kamera soll ich kaufen?" Das ist ungefähr als würde jemand fragen welches Auto er kaufen soll. Am besten ein rotes, würde ich sagen, mit 4 Rädern und einem Lenkrad.

 

Mittlerweile genügt für die meisten Zwecke die Kamera des Mobiltelefons, für Langzeitbelichtung und Light Painting muss allerdings was anderes her. Zumindest wenn das Ergebnis gut werden soll.

 

Welche Eigenschaften der Kamera sind im Light Painting wichtig?

Bevor Du mit der prall gefüllten Brieftasche zum Fotohändler Deines Vertrauens rennst solltest Du kurz darüber nachdenken was die neue Kamera alles können sollte.

 

Es gibt zu jeder (neuen) Kamera dutzende Tests. Meist sind diese aber für den Bereich Langzeitbelichtung und Light Painting überhaupt nicht aussagekräftig. Als Light Painter interessiert mich nicht ob der Autofokus sauber arbeitet und ob die Knipse 18 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann. Die Stärke des Bildrauschens bei langen Belichtungszeiten, einer der wichtigen Punkte bei der Wahl der richtigen Kamera, wird gewöhnlicherweise überhaupt nicht getestet. Selbst auf den Seiten der Hersteller findet man meist keine Informationen dazu.

Anhaltspunkte findet man eigentlich nur in entsprechenden Foren und im Austausch mit anderen Light Paintern. 

 

Ein zweiter wichtiger Punkt ist der Dynamikumfang. Dieser wird bei fast allen Tests ermittelt. 

 

Darüber hinaus ist die Akkulaufzeit von Interesse, diese gibt der Hersteller der Kamera immer an. Dafür gibt es einen genormten Test. Somit lässt sich das gut vergleichen. Die Anzahl der angegebenen Auslösungen ist zwar im Bereich der Langzeitbelichtung völlig unerheblich, allerdings ist eine lange Akkulaufzeit wichtig. Es wäre sehr ärgerlich wenn der Akku während einer Langzeitbelichtung schlapp macht und somit das Bild versaut ist.

 

Wenn man, wie ich, oft in Lost Places unterwegs ist sollte man darauf achten, dass die Kamera ein robustes, abgedichtetes Gehäuse hat damit sie nicht beim dritten Shooting den Geist aufgibt. 

DSLR oder Systemkamera?

Im Punkto Bildqualität gibt es kaum noch Unterschiede zwischen guten Systemkameras wie z.B. Sony A7 und den Spiegelreflex-boliden.  Nikon verbaut zum Teil die gleichen großen Sensoren wie Sony.


Was mich an den Sony Kameras am meisten stört ist die geringe Akkulaufzeit (siehe oben). Klar kann ich einen Batteriegriff montieren und 17 Ersatzakkus einstecken. Ganz zur Not kann ich die Kamera auch mit der Autobatterie versorgen. Der Hauptvorteil, nämlich das geringere Gewicht und die geringere Größe sind dann aber flöten.

Der Hype um diese Kameras ist meiner Meinung nach hauptsächlich den umfangreichen Marketingmaßnahmen von Sony geschuldet.

 

Vor einiger Zeit hatte ich mal einen etwas ausführlicheren Beitrag zu diesem Thema verfasst.  


Welche Sensorgröße brauche ich für die Langzeitbelichtung?

Ein Sensor liefert nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse nur weil er eine größere Fläche hat. Die Bildqualität ist abhängig von vielen Faktoren wie Technologie, Fertigungsqualität und Pixeldichte.

Kameras im Mittelformat lasse ich hier mal außen vor. Die Preise für Kameras von Phase One oder Hasselblad bewegen sich auf dem Niveau eines Mittelklasse-Personenkraftwagens.

35mm Kleinbild, APS-C bzw. DX oder noch kleiner?

Die meisten Light Painter benutzen für ihre Kunstwerke Kameras mit einem Sensor in Kleinbildgröße, oft scherzhaft als Vollformat bezeichnet. 

Der Hauptgrund dafür dürfte allerdings weniger die vermeintlich bessere Bildqualität sein. Durch den größeren Sensor ist der Bildwinkel bei gleicher Brennweite größer.


Das bedeutet letztendlich, dass die Entfernung zwischen Kamera und Lichtquelle geringer ist. Gerade bei der Arbeit mit sehr schwachen Lichtquellen wie EL-Wire ist das ein Vorteil.

Ich kann aber natürlich auch mit einer APS-C Kamera und einem 12mm Objektiv vernünftig arbeiten. Gute DX- Kameras wie die Nikon D500 sind allerdings auch nicht unbedingt günstiger als ein vergleichbares Model mit einem Sensor in Kleinbildgröße. Die D500 kostet aktuell ca. 1450€, die D750 mit dem Sensor im Kleinbildformat ist mit ca.1250€ im Moment sogar günstiger.

 

Schwierig wird es meiner Meinung nach bei noch kleineren Sensoren wie Micro-Four-Thirds. Solche Kameras würde ich im Light Painting nicht benutzen weil die Bildqualität im Vergleich zu den oben genannten Kameras sichtbar schlechter ist. Vor allem das Bildrauschen bei sehr langen Belichtungszeiten ist oftmals nicht mehr zu beherrschen.

Viele Light Painter benutzen trotzdem solche Kameras wegen der lustigen Live Composite Funktion. Allerdings wird hierbei mit vielen Bildern mit relativ kurzer Belichtungszeit gearbeitet. Die interne Software der Kamera bastelt die einzelnen Ebenen  zum fertigen Bild zusammen. Ich benutze diese Technik nicht, für mich ist die Arbeit in einer einzelnen Belichtung einer der wichtigsten Punkte im Light Painting.

Nikon oder Canon?

Ich versuche heute mal auf das Canon-Bashing zu verzichten. ;-)

Seit 1992 arbeite ich ausschließlich mit Nikon Kameras, aktuell mit D750, D300s und der umgebauten D70. Im Laufe der Jahre haben sich viele Objektive und auch sonstiges systemspezifisches Zubehör angesammelt. Schon aus diesem Grund werde ich das System nicht mal so einfach wechseln. Genauso wird es wohl den Canon-Fotografen gehen. Wer sich einmal für "sein" System entschieden hat wechselt nicht einfach.

 

Wer allerdings das erste Mal vor dieser Entscheidung steht sollte allerdings etwas genauer hinsehen und überlegen. Die Sensoren in den aktuellen Nikon Kameras sind besser als die der vergleichbaren Modelle von Canon, vor allem ist der Dynamikumfang größer. Der Nachteil von Nikon ist der meist etwas höhere Preis. So kostet aktuell z.B. die Canon 5D Mark IV ca. 3200€ und die Nikon D850 ca. 3800€. Die geringeren Preise sind meiner Meinung nach auch der Hauptgrund für die Marktführerschaft von Canon.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die gute Bedienbarkeit, vor allem in der Dunkelheit. Probier es einfach im Laden aus ob Du mit Nikon oder Canon besser zurecht kommst. Aber auch hier ist das sicherlich hauptsächlich eine Frage der Gewöhnung. 

 

Folgende Kameras sind im Light Painting recht stark vertreten:

Canon 5D und 6D (EMD, Eric Paré, Gunnar Heilmann...)

Nikon D7500, D7100, D800, D810, D850, D750 (Pala Teth, Mart Barras, Lichtkunstfoto...)

Sony A7R (Patrick Rochon, JanLeonardo Wöllert...)

Oder lieber ganz was anderes?

... wie z.B. Pentax. Auch andere Hersteller bauen gute Kameras. Weil diese aber nicht so sehr verbreitet sind kann ich dazu nicht so viel sagen. Die Auswahl an Objektiven, vor allem gebrauchten, ist für die beiden großen Systeme deutlich größer. Schon aus diesem Grund würde ich ein solch eher exotisches System nicht kaufen.

Entscheidungshilfe

- Ich will große Prints von meinen Bildern machen:

 

 

- Mein Budget ist nicht sehr hoch:

 

- Ich will alte Objektive mit Adaptern verwenden (M42 oder ähnliches):

 

- Ich brauche eine sehr robuste Kamera:

 

- Die Kamera kann auch gerne gebraucht sein:

- Die Auflösung sollte groß sein, die Bildqualität sollte sehr gut sein.

Nikon D850, Nikon D750, Canon 5D Mark III oder Mark IV

 

- Nikon D7500 (ca. 1000€), Nikon D7200 (ca. 750€)

 

- Canon 5D oder 6D, alte Objektive mit Adaptern lassen sich an Nikon Kameras nicht, oder nur sehr eingeschränkt nutzen.

 

- Nikon D850, D810, Canon 5D oder 6D

 

- Schau Dir die Kamera genau an. Die Kamera sollte möglichst wenige Auslösungen auf dem Buckel haben.


Fazit

Die Entscheidung für die neue oder die erste Kamera ist sicher keine einfache. Ich hoffe mein Beitrag hilft Dir bei der Entscheidungsfindung. Viel wichtiger als die perfekte Kamera ist allerdings die eigene Kreativität. Mit der teuersten Kamera der Welt kann ich die schlechtesten Bilder machen wenn ich nicht weiß was ich tue.

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht

Sven

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10 Wünsche des Light Painters

Der Light Painting Künstler ist mit Sicherheit nicht die größte Zielgruppe für die Hersteller von Kameras und Objektiven. Einige meiner Wünsche wären aber aus meiner Sicht sehr einfach umzusetzen wenn man denn nur wollte. Und vieles würde auch anderen Fotografen von Nutzen sein. Einige meiner Wünsche werden aber wohl nie erfüllt werden. Entweder weil es tatsächlich nicht umzusetzen ist oder weil der Hersteller aus welchen merkwürdigen Gründen auch immer das nicht will.

Was würde das Leben des Light Painters einfacher machen?

10. Manfrotto stellt endlich auf Arca Swiss um

Manfrotto baut ja ganz passable Stative und Köpfe, aber die Verwendung von eigenen, nicht kompatiblen Schnellwechselplatten geht gar nicht. Und dann noch mehrere verschiedene Größen. Was soll dieser Unsinn? 

 

So richtig lustig wird das wenn man an der Kamera einen L-Winkel montiert hat. Damit bekommt die Kamera auf keinem Mafrotto Stativkopf befestigt.

 

Die einzige Lösung ist der Umbau auf Arca Swiss. Entweder wie im Bild auf der rechten Seite durch Verschrauben dieser komischen Manfrotto-Platte mit einem Arca Swiss Unterteil. Oder durch Montage des Unterteil direkt auf dem Stativkopf, bei den meisten Kugelköpfen sollte das ohne Probleme funktionieren.

 

Ich kann keinen einzigen Vorteil des Manfrotto-Systems gegenüber Arca Swiss erkennen. Manfrotto nervt damit nur die Kunden.


9. Alle Hersteller von Kameras und Objektiven verwenden den gleichen Anschluß

Das wäre schön, oder? Jedes Objektiv passt an jede Kamera. Aber das wird wohl ewig ein Wunsch bleiben.

8. Alle Objektive haben den gleichen Filteranschluss

Jedes Filter lässt sich schnell und einfach an jedem beliebigen Objektiv befestigen. Ich muss nicht das gleiche Filter in 3 verschiedenen Größen kaufen. Ich hab nur noch 4 Filter im Gepäck und nicht mehr 16. 
Aber auch das wird wohl ein Wunsch bleiben, auch wenn es mittlerweile Filtersystem gibt die mit verschiedenen Adaptern an viele verschiedene Linsen montiert werden können. Allerdings geht das weder schnell noch einfach, und günstig sind diese Systeme auch nicht.

7. Sensoren produzieren kein Bildrauschen mehr

Die Entwicklung der letzten Jahre hat ja schon wirklich große Fortschritte in diesem Bereich gemacht. Und vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern in der ich mit ISO 12800 eine halbe Stunde belichten kann und kein Bildrauschen sichtbar ist. 

6. Filter vor dem Sensor lassen sich ein- und ausschalten

Das wäre doch mal was. Ich kann das Infrarot- oder UV-Sperrfilter einfach per Knopfdruck ausschalten wenn ich infrarotes oder ultraviolettes Licht aufnehmen will und muss nicht extra die Kamera dafür umbauen. 

5. Speicherung von mehreren Fokus-Ebenen und Abruf dieser während der Belichtung

Ich will ein Bild aus mehreren Teilen, aus verschiedenen Perspektive oder ähnliches aufnehmen. Dazu ist es notwendig neben dem Zoom die Fokussierung während der Belichtung zu verändern. Cool wäre wenn man vor der Belichtung die verschiedenen Entfernungen einstellen und speichern könnte und während der Belichtung diese Werte abrufen könnte und die Kamera dann per Autofokus auf den gespeicherten Wert einstellt.

Im Moment ist ein solches Vorgehen nur mit dem Wechsel des Objektivs möglich. Ich stelle also an mehreren Objektiven die richtige Entfernung ein und wechsle die Linsen dann während der Belichtung. Die Fokussierung nach Gefühl zu verändern ist oftmals keine gute Lösung, gerade wenn ich mit längeren Brennweiten und großer Blende arbeite.

4. Funktion "time" in allen Kameras

Die Nikon D750 hat neben "bulb" die Funktion "time". Beim ersten Druck auf den Auslöser wird der Verschluss geöffnet und beim zweiten Druck wieder geschlossen. Das erspart dem Light Painting Künstler den Fernauslöser. Das hätte ich gerne per Software-Update für alle meine Kameras nachgerüstet.

3. Der Wert für den Weißabgleich lässt sich während der Belichtung verändern

Zugegeben, so viele Light Painting Fotografen werden diesen Wunsch nicht haben. Das ist eigentlich nur von Belang wenn man mit Licht aus dem sichtbaren und unsichtbaren Spektrum in einer Belichtung arbeitet. Aber genau wie Punkt 1 und 2 sollte das sehr einfach per Software umzusetzen sein.

2. Der ISO-Wert lässt sich während der Belichtung verstellen

Technisch dürfte das eigentlich kein Problem sein, vermutlich ist einfach nur die Bedienung für den ISO-Wert während der Belichtung gesperrt. Falls das Verändern der Blende nicht ausreicht (Punkt 1) wäre das in manchen Situation sehr hilfreich. Ganz besonders wenn ich Light Painting in Verbindung mit dem Sternenhimmel aufnehmen will.

1. Die Blende lässt sich elektronisch während der Belichtung verstellen

Das dürfte sich ebenfalls mit einer einfachen Anpassung der Software in jeder Kamera realisieren lassen. Bis die Hersteller das verstehen und endlich in die Software einbauen bleibt nur die Verwendung von Linsen mit Blendenring oder ND-Filtern um die Belichtung auf verschieden helle Lichtebenen anzupassen.

Diesen Wunsch dürfte wohl so ziemlich jeder Light Painting Künstler haben.

 

Dann warte ich mal auf die gute Fee, die mir diese Wünsche alle erfüllt und wünsche bis dahin allzeit gutes Licht.

Sven

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Transfer von Wissen im Light Painting

Light Painting Tutorials - sinnvoll oder nicht?

Im Light Painting gibt es zwei sehr kontrovers diskutierte Themen. Das eine Thema ist die Frage ob man in einer Belichtung arbeitet oder die Bilder am Computer bearbeitet und Techniken wie Live Composite benutzt. In zwei Artikeln habe ich mich mit diesem Thema befasst:
SOOC - Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Light Painting - fotografische Technik oder eigenständige Kunstform?

 

Um das zweite Thema, den Transfer von Wissen, soll es in diesem Beitrag gehen.

Woher habe ich mein Light Painting Wissen?

Wie alles begann

Eher zufällig stieß ich 2012 auf Bilder von Light Painting Künstlern und war sofort fasziniert. Umso mehr Bilder ich sah desto größer war mein Drang selbst solche Kunstwerke zu machen.

In dieser Anfangszeit wäre ich sehr froh gewesen wenn ich irgendwelche guten Anleitungen zum Thema Light Painting gefunden hätte um einen leichten Einstieg in das Thema bekommen zu können. Es gab aber kaum Tutorials zum Thema, und noch weniger wirklich sinnvolle, gute Anleitungen.

Also begann ich mir die Bilder der Künstler genau anzusehen und überlegte wie sie das wohl gemacht haben. Nach einiger Zeit wagte ich mich an die ersten eigenen Bilder. Eines unserer ersten Light Paintings siehst Du rechts.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Lichtgestalt

Mit den wenigen Brocken aus einigen Artikeln und Videos und meinen ersten eigenen Überlegungen fing ich also einfach an. Und genau das ist einer der wichtigsten Aspekte im Light Painting, man wird nur besser wenn man es tut! Die Zeit, die ich damit verplempert habe Informationen zu suchen hätte ich besser gleich in erste eigene Versuche investieren sollen! Zumal das Erfolgserlebnis viel größer ist wenn ich etwas selbst erschaffen habe anstatt 1:1 eine Anleitung aus dem Internet nachzumachen. Selbst wenn sich meine ersten Ergebnisse noch sehr an meinen Vorbildern orientiert haben. In späteren Gesprächen mit den Kollegen stellte sich dann oft heraus, dass wir komplett andere Tools und Techniken verwenden um ähnliche Effekte in unseren Bildern umzusetzen.

Austausch mit den Light Painting Kollegen

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
I bring you the light - ©EMD -Heinz Jörg Wurzbacher

An einigen Fragen würde ich vermutlich noch heute verzweifeln wenn mir nicht einige Kollegen mit Tipps geholfen hätten. Es hat mir natürlich niemand ausführliche Tutorials geschickt, aber oft mit den richtigen Tipps meine Gedanken in die richtige Richtung gelenkt.

An dieser Stelle möchte ich mich dafür ganz herzlich bei Heinz-Jörg Wurzbacher bedanken. Das ist im Light Painting alles andere als selbstverständlich, dass die alten Hasen den Rookies helfen.  

 

Mittlerweile tausche ich mich regelmäßig mit vielen anderen Light Paintern aus. Dabei geht es allerdings meist weniger um das Erklären und Zeigen der neuesten Tools und Techniken als um einen Gedankenaustausch wie man Dieses oder Jenes am Besten umsetzen könnte, gemeinsames Entwickeln von Techniken und Tools also.


Versuch einer Analyse

Da mich die Fotografie seit meiner Kindheit begleitet waren mit (fast) alle fotografischen und fototechnischen Aspekte im Light Painting bereits vertaut. Wenn man als Fotograf zum Thema Light Painting findet hat man es schon sehr viel einfacher als wenn man sich den fotografischen Teil auch noch mit aneignen muss.

 

Bleibt also noch das Wissen und Können für das Agieren vor der Kamera welches ich im Moment habe:
Tutorials: 5%

Tipps von Kollegen: 30%

Analyse von anderen Light Paintings: 30%

Gemeinsames Entwickeln neuer Techniken mit anderen Light Paintern: 10%

Erarbeiten von eigenen Techniken: 25% 

 

Diese Zahlen kann ich natürlich nicht empirisch belegen. Umso länger ich mich mit dem Thema Light Painting beschäftige, desto größer wird der Anteil der selbst entwickelten Techniken. Mein persönlicher Bedarf an Tutorials geht mittlerweile gegen Null. Aus Neugier schaue ich mir zwar zuweilen Tutorials anderer Light Painter an, der Wissenzuwachs für mich hält sich allerdings meist sehr in Grenzen. In einigen Fällen ärgert es mich ein wenig wenn ein Kollege ein gut gehütetes Geheimnis verrät.

Pro & Contra Light Painting Tutorials

Viele alte Hasen sind der Meinung, dass der Transfer von Wissen unnötig und schädlich ist. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht, wie ich finde.

Pro

- Durch den Blick hinter die Kulissen wird das Verständnis des geneigten Betrachters für die Kunstform Light Painting größer. Viele Menschen können sich überhaupt nicht vorstellen, dass man mit Licht in einer einzelnen Belichtung solche Kunstwerke erschaffen kann.

Ein gutes Beispiel ist der geschätzte Eric Paré durch seine Youtube Videos und seine Learn Gruppe bei Facebook hat er sehr viele Leute für die Kunstform Light Painting begeistert die ansonsten wahrscheinlich nie mit dem Thema in Berührung gekommen wären. Und das nutzt allen Light Paintern!

 

- Wissen vermehrt sich wenn man es teilt.

Ein Beispiel: Wenn ein Light Painter ein Tool für die Camera Rotation Fotografie baut und die Community daran teilhaben lässt wird es sicher viele Light Painter geben die das 1:1 nachbauen. Allerdings wird es auch immer Menschen geben die dieses Tool verbessern und auch dieses dann wieder mit der Community teilen. Der Fortschritt durch diesen Austausch ist sicher größer als wenn ich alleine in meinem stillen Kämmerlein ein solches Tool entwickeln würde.

Der Einsteiger hat gleich mehrere Ideen zur Verfügung. Um damit dann aber auch ein wirklich gutes Bild abzuliefern braucht er aber immer noch eine gute Idee, eine geile Location und ein paar andere Kleinigkeiten. 

 

- Erst durch den Austausch mit Gleichgesinnten entsteht eine funktionierende Gemeinschaft. Wenn ich nichts gebe und immer nur versuche zu nehmen werde ich wohl nie ein geschätzter Teil der Gemeinschaft der Light Painter sein. 
Ich bin lieber Teil dieser wundervollen Light Painting Community als ein verbissener Einzelkämpfer.

Contra

- Durch genaues Beschreiben des eigenen Vorgehens im Light Painting geht ein Stück der Magie dieser Kunstform verloren. David Copperfield's Show wäre stinkelangweilig wenn er vorher genau seine Tricks erklären würde.

Ein wichtiger Aspekt im Light Painting, wie ich finde. Wenn ich genau weiß wie der geschätzte  Kollege sein Light Painting auf den Sensor der Kamera gemalt hat ist meine Faszination nur noch halb so groß. 

 

- Es gibt einige Light Painter die mit dem Wissen anderer ganz schnell reich und berühmt werden wollen und gerne so tun als hätten sie sich alles selbst erarbeitet. Ja, so ist das nun mal im Kapitalismus, mit allen Mittel die Konkurrenz ausschalten...

Für diejenigen, die mit viel Zeit, mit viel Kraft und Gedankenarbeit diese Techniken erschaffen haben ist das allerdings recht ärgerlich.

 

Als Light Painting Künstler geht es mir um die Kunstform, um Kreativität und vor allem um den Spaß. Ich habe keine Konkurrenz, ich will mit Light Painting nicht reich werden. ... ein wenig berühmt wäre ich aber schon gerne ;-) Allerdings nur aufgrund meines eigenen Schaffens und nicht mit dem hübschen Federschmuck anderer.

 

- Wenn ich öffentlich mein Wissen teile buchen weniger Leute unsere Workshops. Hmm... da bin ich mir nicht sicher.

Viele unserer Workshop Teilnehmer wissen meist schon recht viel über das Thema Light Painting.

Auf einige trifft dieses Argument aber vielleicht zu. Wenn sie alles was sie wissen wollen kostenlos im Internet finden können würden sie kein Geld für 'nen Workshop ausgeben. Aber das bleibt nur eine Vermutung, wie sollte ich das auch beweisen?


Fazit

Letztendlich muss natürlich jeder selbst entscheiden wie viel von seinem Wissen er preis gibt, und unter welchen Voraussetzungen. Aber ein wenig Vorsicht und Zurückhaltung kann meiner Meinung nach nicht schaden.

In unseren Workshops erklären und zeigen wir ganz genau wie wir unsere Bilder machen, die Teilnehmer haben schließlich viel Geld für den Workshop bezahlt.

Um möglichst viele Menschen für das Thema Light Painting zu begeistern geben wir auf dieser Seite und in unserem Newsletter Tipps zu von uns verwendetem Material und einen kleinen Einblick in unsere Arbeitsweise. Das ist natürlich nicht ganz uneigennützig, wir wollen ein möglichst großes Publikum für unsere Kunst.

Dieser Spagat ist alles andere als einfach. Gar kein Wissen zu transferieren ist schlecht, zu viele, oder die "falschen" Dinge preisgeben ist ebenfalls keine gute Idee. 

Durch den Austausch mit anderen Light Painting Künstlern wird der Gemeinschaftsgedanke und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Ich möchte Teil einer freundlichen, kreativen und sehr besonderen Gemeinschaft Besessener sein. Und mit diesen Besessenen teile ich gerne mein Wissen.

 

Ich wünsche Dir allzeit gute Licht

Sven

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Unser Light Painting Jahr 2017

Was für ein Jahr! Görlitz/Zgorzelec, Hiddensee, Malzfabrik, Teufelsberg, Gewinn des Fotoforum Awards "Light Art" und vor allem unsere Veranstaltung LIGHT PAINTERS UNITED - das Jahr 2017 wird uns wohl immer in guter Erinnerung bleiben.

 

Januar:

April:

Mai:

Juni:

Juli:

August:

September:

Oktober:

November:

Dezember:

Ich danke allen Freunden, Kunden, Kollegen, Sponsoren, Geschäftspartnern und vor allem meiner wundervollen Familie für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit und wünsche euch ein gutes und erfolgreiches Jahr 2018.

 

Allzeit gutes Licht
Sven

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Light Painting mit Feuerwerk

Pyrotechnik im Light Painting

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Death comes ripping

Eisfontänen sind die einfachste und kleinste Variante. Eine solche haben wir für die Pistole im Bild auf der rechten Seite verwendet. Die Fontänen sind ausdrücklich für die Verwendung in geschlossenen Räumen vorgesehen, sie produzieren keinen giftigen Rauch.

Für die Funken aus dem UFO haben wir einen kleinen Kat. 1 Vulkan (Zwergenaufstand von Pyroart) verwendet. Diese kleinen Vulkane werden in mehreren Farben als 10er Box verkauft. Der Preis für die Box liegt bei ca. 6€.

Auch andere Hersteller haben solche kleinen Leuchtartikel im Sortiment.

 

Wunderkerzen, Gold- und Silberregen, farbige Leuchtfackeln, Sommerfontänen und ähnliche Sachen lassen sich ebenfalls gut im Light Painting und in der Light Art Photography benutzen. Ein weiterer Vorteil dieser kleinen Feuerwekrskörper: sie machen sehr wenig Krach. Ich nerve also bei der Verwendung weder Mitmenschen noch Tiere.

Auch im Bereich des Silvesterfeuerwerks (Klasse 2) solltest Du beim Kauf darauf achten, dass die Dinger nicht so viel Radau machen, vor allem wenn Du sie auch außerhalb der Silvesternacht verwenden willst.

 

Von den oben genannten Sachen abgesehen verwenden wir gerne Römische Lichter in unseren Light Painting Bildern. Diese sind allerdings immer Kat. 2, dürfen also nur zu Silvester gehandelt und abgebrannt werden.

Römische Lichter sind in vielen verschiedenen Ausführungen und Farben erhältlich. Im Bild unten habe ich 2 12-schüssige von Keller abgebrannt. 

 

Ein guter Onlineshop ist die Feuerwerksvitrine, vernünftige Preise und zu fast allen Sachen gibt es ein kleines Video.

Welche Pyrotechnik ist geeignet?

Grundsätzlich kann man natürlich jede Art von Feuerwerk in einem Foto festhalten. Um wirkungsvolle Effekte im Light Painting umzusetzen solltest Du nicht wahllos mit den dicken Silvesterraketen im Bild rumballern sondern eher kleinere Feuerwerksartikel verwenden.
Im Bild auf der linken Seite haben wir einen kleinen Vulkan (Keller Vesuv) verwendet. Diese kleinen Vulkane und Fontänen haben darüber hinaus den Vorteil, dass man nicht gleich arm wird wenn das Bild nicht gleich beim ersten Versuch gelingt. Die Preise für diese kleinen Vulkane liegen zwischen 40 Cent und 1 Euro.

Selbst im Bereich des Jugendfeuerwerks, welches das ganze Jahr über frei gekauft und verwendet werden darf, finden sich einige für das Light Painting sehr interessante Sachen.

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Peng!

Blende, ISO, Belichtungszeit

Pyrotechnik verbrennt meist sehr hell. Da wir im Light Painting den ISO-Wert gewöhnlicherweise sehr niedrig wählen um das Bildrauschen möglichst gering zu halten haben wir an diesem Punkt mit ISO 50 bis 200 schon den richtigen Bereich für das Fotografieren von Pyrotechnik. Die Blende variiert je nach Brennweite, verwendetem Feuerwerk und Abstand zwischen Kamera und Feuerwerk zwischen 8 und 16.

Mit der Belichtungszeit sollte man nicht übertreiben. Der Keller Vesuv aus dem Bild oben brennt recht lange. Hätte ich die gesamte Brennzeit belichtet wäre das mit Sicherheit ausgebrannt. Ich habe also den Vulkan angezündet, angefangen zu drehen und dann für 2 Umdrehungen das Objektiv aufgedeckt. 

Meist helfen nur Testaufnahmen um die richtigen Einstellungen ermitteln zu können. Sollte das selbst beim kleinsten ISO-Wert und Blende 16 noch zu hell sein hilft ein ND-Filter um das Feuerwerk zu bändigen.

Noch schwieriger wird es wenn man noch andere Lichter mit aufnehmen will. Die einfachste Möglichkeit ist die Verwendung möglichst heller Lampen um den Helligkeitsunterschied zum Feuerwerk möglichst gering zu halten.

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КАТЮША

Sicherheit, Brandschutz und Rechtliches

Pyrotechnik macht immer Spaß, auch wenn das Bild kein Meisterwerk wird. Aber auch hier solltest Du einen Moment über Sicherheit, Brandschutz und evtl. über die Legalität Deines Tuns nachdenken bevor Du das Feuerzeug zückst.

 

Feuerwerk wird in Deutschland in verschiedene Kategorien (§3a Sprengstoffgesetz) eingeteilt. Daraus ergibt sich der Einsatzzweck, der Einsatzzeitraum, der Einsatzort und der Personenkreis der das Feuerwerk verwenden darf.

 

Kat. 1 – Kleinstfeuerwerk, Jugendfeuerwerk oder ähnliches. Dieses darf ohne zeitliche Beschränkung an Personen über 12 Jahren verkauft und verwendet werden.

 

Kat. 2 – Silvesterfeuerwerk. Dieses darf von Personen über 18 Jahren vom 28. bis 31.12. gekauft und ausschließlich in der Silvesternacht verwendet werden. Inhaber eines Befähigungsscheins nach §20 Sprengstoffgesetz dürfen dieses auch außerhalb dieser Zeit verwenden Dieses muss allerdings der zuständigen Behörde, genau wie bei Verwendung von Kat. 3 und 4, zuvor angezeigt werden.

Zu besonderen Anlässen (Hochzeit, Geburtstag o.ä.) kann auf formlosen Antrag auch von Personen ohne Schein Kat. 2 Feuerwerk gekauft und abgebrannt werden.

 

Kat. 3 und 4 – darf nur von Personen mit Befähigungsschein gekauft und verwendet werden. Einziger Unterschied ist das Mindestalter (Kat. 3 - 18 Jahre, Kat. 4 - 21 Jahre).

 

Kat. T1 – Theater- oder Bühnenfeuerwerk. Das Mindestalter für Verkauf und Verwendung beträgt 18 Jahre. Dieses Feuerwerk darf allerdings nur zweckgebunden für Bühne, Theater, Show, Film- oder Fotoaufnahmen verwendet werden. Also für unsere Zwecke eigentlich legal.

 

Alle anderen Kategorien (T2, P und S) sind für uns Light Painter ebenso uninteressant wie 3 und 4.

 

Der Aufwand für den legalen Einsatz von Pyrotechnik der Kat.2 im Light Painting ist enorm. Mir ist keine Möglichkeit bekannt eine Art Dauergenehmigung zu bekommen. Man müsste das also für jedes einzelne Bild anmelden, wenn man denn einen Befähigungsschein nach Sprengstoffgesetz in der Tasche hat oder ausschließlich teure T1 Sachen benutzt.

 

Falls Du Pyrotechnik oder Feuer benutzen willst räume brennbares Material weg und nimm einen Feuerlöscher und/oder genug Wasser zum Löschen mit. Falls Du Pyros aus der Hand abbrennst zieh Dir Handschuhe an. Wenn die Gefahr besteht, dass ein Querschläger Dein Gesicht treffen könnte benutze eine Schutzmaske, z.B. für Paintball aber zumindest eine Schutzbrille. Eine Mütze oder Kapuze ist meist auch eine gute Idee. Auf jeden Fall solltest Du Kleidung tragen, die nicht beim kleinsten Funken in Flammen steht. 

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht und viel Spaß mit dem Feuerwerk

Sven

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Light Painting - Tipps für Einsteiger

Was brauche ich für meine ersten eigenen Light Painting Bilder?

Kamera für die Light Painting Fotografie

Zuerst einmal brauchst Du eine Kamera mit der Funktion "bulb". Dabei wird der Verschluss der Kamera solange geöffnet wie der Auslöser betätigt wird. Damit Du nicht während der gesamten Langzeitbelichtung den Finger auf den Auslöser der Kamera drücken musst solltest Du einen Fernauslöser anschließen. Ein einfacher Kabelauslöser mit der Möglichkeit den Auslöseknopf zu arretieren genügt völlig.

Du solltest eine eher kurze Brennweite verwenden damit der Abstand zwischen Kamera und Lichtquelle nicht zu groß ist. Für erste Versuche sind Brennweiten zwischen 24 und 50 mm (Kleinbild) gut geeignet. 

Um während der Belichtung das Objektiv abdecken zu können solltest Du eine Kappe, Wollmütze oder ähnliches mit zur ersten Light Painting Session nehmen. Manche Lampen kann man nicht so einfach mal schnell an- und ausschalten. Um die Lichtspur zu stoppen deckt Dein Helfer einfach das Objektiv zu.

Womit wir gleich beim nächsten Punkt sind: dem Helfer. Du solltest Light Painting nicht alleine machen, schon gar nicht am Anfang. Erstmal macht Lightpainting  gemeinsam mehr Spaß und außerdem ist die Arbeit einfacher wenn man die Aufgaben verteilen kann.

Im Bild oben siehst Du eines unserer ersten Lightpainting Bilder von Anfang 2013. 

Zuerst habe ich Erik mit einer kleinen Taschenlampe; eine Led Lenser M5 wenn ich mich recht erinnere; eingeleuchtet. Danach mit zwei Led Lenser V24 die Flügel gemalt. Und zum Schluss mit einer stärkeren Taschenlampe (Led Lenser X7R) die Treppe und die Bäume angeleuchtet. Das orange Licht im Hintergrund kommt von der Straßenbeleuchtung der großen Stadt.


Lampen für die ersten Light Painting Bilder

Grundsätzlich kann man für Light Painting und Light Art Photography alles benutzen was leuchtet. Schau Dich zu Hause, im Keller, im 1€-Shop oder anderswo um und pack alles ein was Licht macht und sich leicht transportieren lässt. Fahrradlampen, Taschenlampen, Wunderkerzen, Spielzeuglichtschwerter, kleine Leuchtstäbe, Knicklichter...
Dann machst Du einfach einige Testaufnahmen auf Deine Lampen um zum einen die Wirkung besser beurteilen zu können und zum anderen die zur Helligkeit der Lampe passende Blende zu ermitteln..

Wenn Du, wie im Bild oben, die Umgebung sichtbar machen willst brauchst Du eine helle, große Taschenlampe.
Zwei Vorschläge von mir (Links zu Amazon):
Led Lenser X21.2
Walther Pro XL1000

Beide Lampen sind sehr hell und verfügen über ein gutes Fokussystem. Du kannst also den Lichtstrahl entweder sehr eng bündeln oder sehr weit streuen. Je nachdem ob Du einen kleinen Bereich beleuchten oder die ganze Szene ausleuchten willst.

Du kannst natürlich auch mit kleineren Lampen arbeiten, allerdings dauert die Ausleuchtung wie im Bild oben dann sehr lange (10 Minuten oder mehr).

Light Painting - wie wird's gemacht?

Zuerst stellst Du die Kamera auf. Wichtig ist, dass sie sich während der Belichtung nicht bewegt. Am Besten, Du benutzt ein stabiles Stativ.

Du schaltest den Autofokus aus, dieser funktioniert in der Dunkelheit nicht zuverlässig und wenn ich, wie im Light Painting auf der linken Seite, eine Lichtfigur erstelle ist diese ja während des fokussierens noch gar nicht vorhanden. Du stellst mit Hilfe des Suchers oder besser mit der Funktion "Live View" auf den Punkt scharf an der später das Lichtobjekt entstehen soll. Dazu stellt sich eine Person an die Stelle und leuchtet sich selbst mit einer Taschenlampe an.

Die Kamera stellst Du auf den manuellen Modus "M" und die Belichtungszeit auf "bulb". Der ISO-Wert sollte möglichst klein gewählt werden um starkes Bildrauschen zu verhindern.


Die Blende stellst Du, je nachdem welche Lampen du verwendest, auf einen Wert zwischen 5,6 und 16 ein. Am Besten Du machst wie bereits weiter oben beschrieben einige Testaufnahmen mit Deinen Lampen.

Alle anderen Automatikfunktionen und vor allem solche Funktionen wie Bildstabilisierung schaltest Du aus.

Planung der Light Painting Choreografie

Bevor Du mit Deinem ersten Light Painting anfängst solltest Du überlegen was Du alles ins Bild malen willst und in welcher Reihenfolge Du die verschiedenen Elemente erstellen willst. Ein, wie ich finde, wichtiger Aspekt dieser Kunstform ist die Reproduzierbarkeit. Ein wirklich gutes Ergebnis wird wohl kaum beim ersten Versuch gelingen. Um das Ergebnis stetig verbessern zu können sollten die einzelnen Arbeitsschritte vorher gut geplant werden. Somit kann ich gute Teile einfach wiederholen und die nicht so gelungenen Teile der Choreografie verbessern.

Ich würde immer mit dem schwierigsten Teil beginnen. Wenn Du schon beim Drehen der Lichtkugel merkst, dass sie krumm und schief wird kannst Du gleich abbrechen und von vorne beginnen. 

 

Mach Dir Notizen. Welche Lampen? Welche Einstellungen an der Kamera? Timing? Welche Bewegungen?

Zum Einen bevor Du anfängst, zum Anderen nachdem Du Deine ersten Light Paintings gemacht hast. Wenn die Choreografie aufwendiger ist auch während der Arbeit am Bild. Du solltest Dich auch als Anfänger nicht davor scheuen die Idee gleich so umzusetzen wie sie in Deinem Kopf ist, egal wie aufwändig es erstmal wirkt. Die Notizen helfen Dir sicher beim nächsten Mal bessere Bilder zu machen.

Wie Du am schnellsten Fortschritte machst

Nimm Dir nicht zu viel vor.

-Benutze nicht zu viele verschiedene Lampen und Tools. 

-Üben, üben und nochmals üben. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Um so einen sauberen Orb wie im Bild rechts zu drehen muss man eben viele Male üben. Das war bestimmt der dreihundertste Orb den ich gedreht hab, oder der fünfhundertste, ich habe nicht mitgezählt.

-Verzichte auf Hilfsmittel wie Live Composite oder andere Techniken zur Mehrfachbelichtung. Wenn ich schon in der Grundschule den Taschenrechner benutze werde ich wohl nie richtig Kopfrechnen lernen.

-Tausche Dich mit anderen Light Paintern aus. Viele alte Hasen werden Dir natürlich nicht sofort all ihre Tricks verraten, wenn sie aber sehen dass Du es ernst meinst und freundlich bist werden sie Dir sicher einige Tipps geben.


-Schau Dir andere Light Painting Bilder genau an. Versuche zu rekonstruieren wie der Künstler das Bild gemacht hat. Welche Leuchtquellen hat er benutzt? Wie hat er diese bewegt? Wann hat er das Objektiv abgedeckt? Usw. Wenn Du meinst die Lösung gefunden zu haben überprüfe das mit eigenen Versuchen.
-Light Painting schützt vor Bildgestaltung nicht. Vergiss nicht in der ersten Euphorie über Dein erstes cooles Light Painting die Bildgestaltung. Der sauber gedrehte Orb sieht nur gut aus wenn Du einen erkennbaren, überlegten Bildaufbau hast.

-Üben, üben ... ach nee, das hatten wir schon

-Versuche nicht (nur) irgendwelche Tutorials nachzumachen. Die meisten Light Painter schreiben keine Tutorials. Meistens sind die Youtube-Filmchen nur von Wichtigtuern die sich die gezeigte Technik woanders abgeschaut haben und oftmals gar nicht richtig verstanden haben.

-Geh raus und mach so viel Light Painting wie es geht. Besser wirst Du nur durch Übung. Wenn Du Dir alle Kung Fu Filme dutzende Male in Zeitlupe ansiehst bist Du danach noch lange kein Kung Fu Kämpfer. Das wird nur was wenn Du viel und regelmäßig trainierst.

-Verabrede Dich mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen Light Painten. Gemeinsam macht das mehr Spaß und oft ergänzen sich die Ideen aller Beteiligten.

- Schau Dir Deine Bilder genau und kritisch an, am Besten als Print und nicht auf dem Computer. Analysiere genau was Dich am Bild stört, warum es nicht so geworden ist wie Du es Dir vorgestellt hast und wie Du es beim nächsten Mal besser machen kannst.

- Zeig Deine Bilder einem kompetenten Publikum, auch wenn Du selbst denkst, dass das Bild nicht wert ist gezeigt zu werden. Dir werden bestimmt einige Leute Tipps geben was Du besser machen kannst.

-Versuche in Licht zu denken. Versuche in Lichtebenen zu denken. Wenn Dir das irgendwann gelingt ist der Rest fast ein Kinderspiel.  ... aber nur fast ;-)

 

Wenn Dir das alles zu lange dauert oder erstmal zu kompliziert klingt zeigen wir Die sehr gerne in einem unserer Workshops wie es geht.

Einige nützliche Anleitungen zum Thema Light Painting findest Du hier:
LightPaintingBlog

LightPaintingPhotography

 

Ich wünsche Dir allzeit gutes Licht
Sven

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Light Painting mit dem vollen Spektrum des Lichts

Infrarotes und ultraviolettes Licht im Light Painting

Kann man UV und IR in einer Belichtung aufnehmen?

Ja, das geht, wie im Bild auf der linken Seite zu sehen ist. Das ist allerdings alles andere als einfach.
Den meisten Menschen kommt jetzt sicher sofort die Frage in den Sinn wozu das gut ist. Ehrlich gesagt weiß ich im Moment noch nicht so genau ob wir das tatsächlich mal irgendwann kreativ und ernsthaft im Light Painting einsetzen können und werden. Einige Aspekte sind allerdings sehr interessant und mit anderen Techniken nicht umzusetzen.

Was brauche ich alles dafür?

Als erstes brauche ich eine Kamera die möglichst viel infrarotes Licht aufnehmen kann. Vor einiger Zeit habe ich meine alte Nikon D70 umgebaut. Den Artikel dazu findest Du hier: infrarot-light-painting

Die D70 ist darüber hinaus, im Gegensatz zu den meisten modernen Kameras, recht empfindlich für UV Licht. In normalen Fotos ist das ja eher ungewollt, für unseren Zweck allerdings genau das, was wir wollen.

Bei ebay kann man für 60 - 70€ eine D70 in gutem Zustand bekommen.


Ein besonderes Objektiv braucht man eigentlich dafür nicht. Es gibt zwar spezielle IR und UV oder auch Röntgen Objektive, das nutzt uns allerdings nicht ganz so viel weil wir ja beides gleichzeitig aufnehmen wollen. Man könnte natürlich während der Belichtung auch die Objektive wechseln, aber wir wollen mal nicht gleich übertreiben. Zumal diese Linsen auch nicht gerade verschenkt werden. Das Light Painting vom alten Mann (oben) habe ich jedenfalls mit einer normalen Linse (Tokina 19-35/3,5) aufgenommen.
Wenn im Artikel von UV-Licht die Rede ist handelt es sich um eine Schwarzlichtlampe mit einem gewissen Anteil an sichtbaren Licht. Leuchtquellen die reines, unsichtbares UV-Licht ausstrahlen sind mir nicht bekannt und zumindest nicht für normal sterbliche Menschen zugänglich.

Brauche ich dafür Filter? Und wenn ja welche?

Na ja... zur Not funktionieren solche Light Paintings auch ohne Filter. Da ich das Bild oben alleine gemacht habe war es mir nicht so einfach möglich während der Belichtung das Filter auf die oder von der Linse ab zu schrauben. 
Die Arbeit ohne Filter ist möglich wenn ich einen komplett dunklen Raum zur Verfügung habe. Wenn ich in diesem mit infraroten Licht arbeite nimmt die Kamera nur infrarotes Licht auf.

Für den UV-Anteil braucht man noch weniger ein Filter, spätestens wenn man mal die Preise dafür recherchiert hat. Ein UV-Pass Filter, also ein Filter das nur UV Licht durchlässt und das restliche Spektrum blockiert, kost um die 350 €. Ja Du hast richtig gelesen dreihundertfünfzig Euro. Und solch ein Filter bekommt man auch nicht gerade an jeder Straßenecke. 
Bei meiner Recherche zum Thema UV Fotografie habe ich ohnehin nicht sehr viel gefunden. Ein wenig Erhellung brachte mir dieser Beitrag.

 

Ein IR-Filter ist im Vergleich dazu recht günstig. Für meinen 720nm Filter habe ich 19€ bezahlt. Dieses Filter lässt nur Licht mit Wellenlängen größer als 720nm passieren, alle Wellenlängen darunter, also sichtbares Licht, werden blockiert. Mit Hilfe dieses Filters kann ich also während des Light Painting mit der IR-Taschenlampe sichtbares Licht ohne großen IR-Anteil einschalten und muss nicht im Dunkeln arbeiten. Meist stelle ich eine grüne Lampe im Raum auf, das Licht der Lampe ist im Bild nicht sichtbar. Dieses Filter sollte man ebenfalls benutzen wenn der Raum eben nicht komplett dunkel ist also ungewolltes Licht von außen eindringt.

 

Falls wir im gleichen Bild zusätzlich mit sichtbarem Licht arbeiten benutzen wir einen IR Cut Filter oder besser gesagt einen UV und IR Cut Filter. Dieses Filter blockiert den nicht sichtbaren UV und IR Bereich. Somit nimmt die D70 ohne IR Sperrfilter vor dem Sensor dann kein infrarotes Licht mehr auf. Die meisten LED Lampen aber auch viele andere Leuchtquellen haben einen gewissen IR Anteil. Das würde dann zumindest in der Aufnahme zum Teil sehr stark die Farbe des Light Painting mit dem sichtbaren Licht verändern. Die Helligkeit des Light Painting wäre dann unter Umständen ebenfalls größer. Die Anzahl der Fehlversuche für das Bild würde steigen.

 

UV/IR Cut Filter von namhaften Herstellern sind recht teuer, bei 77 mm Gewinde locker dreistellig. Ich habe aus diesem Grund beim Händler in China eingekauft, da kostet so etwas nur ungefähr ein Zehntel.

Die Fantasiepreise die zuweilen für Filter aufgerufen werden sind für mich ohnehin meist nicht akzeptabel. Wir sprechen hier von kleinen Glasscheiben mit einem Alugewinde, die kosten in der Herstellung einige Cent. Selbst wenn die Freunde das mit Gold und Platin beschichten würden erklärt das immer noch nicht den Preis von zum Teil mehreren hundert Euro. 

Welche Leuchtquellen braucht man?

Neben den normalen Lampen für das Light Painting im sichtbaren Spektrum benötigt man eine IR-(Taschen)lampe und eine UV- (Tachen)lampe. Diese sind recht erschwinglich. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass gerade die IR-Lampe ein möglichst geringe Leistung hat. Kauf nicht das dicke Monsterteil mit 20 Watt, das ist viiieeeeeel zu hell für unsere Zwecke. Wir benutzen eine kleine 5W Lampe für 13€. Selbst diese kleine Lampe ist brutal hell. Für das Bild oben hatte ich sie an einem Bündel schwarzer Glasfasern befestigt. Mit diesem habe ich so schnell es mir möglich war mein Gesicht von oben nach unten beleuchtet. Länger als 0,3 Sekunden dürfte das nicht gedauert haben. Die eingestellte Blende war 8. 

Was ist so besonders an IR und UV Light Painting?

Light Painting mit unsichtbarem IR Licht ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, man sieht schließlich überhaupt nicht was man tut. Vor allem kann man die Helligkeit überhaupt nicht einschätzen, da helfen nur (viele) Testaufnahmen.

Beim Light Painting mit UV Licht sieht es etwas anders aus. Das Licht der UV Lampe ist mit bloßem Auge zu sehen. Man kann zumindest sehen wohin man leuchtet. Allerdings ist es auch hier schwierig die Helligkeit zu beurteilen, das funktioniert ebenfalls nur mit Testaufnahmen. Da die UV Taschenlampe ganz offensichtlich einen recht großen Anteil an sichtbarem UV-Licht hat bin ich ganz blau im Gesicht.

 

UV und IR Licht in einer einzelnen Belichtung zu benutzen ist eine Herausforderung. Die IR Lampe ist im Gegensatz zu unserer UV Lampe sehr hell. Wir reden hier von 3 bis 4 Blenden Unterschied. 

 

Wenn es eine Möglichkeit gäbe den Weißabgleich während der Belichtung zu ändern würde die blaue Farbe aus der Gesichtshälfte mit dem UV Licht verschwinden.

Im Bild links habe ich nur die UV Lampe benutzt. Der Weißabgleich war am Anschlag, bei 25000k. Den Hepatitis-Look könnte man sicher verhindern in dem man weniger Licht auf die Haut bringt.

 

Um den üblichen roten Farbstich aus dem Teil mit dem IR-Licht zu verhindern habe ich den Weißabgleich manuell auf ca. 4100k eingestellt. Das passt zwar ganz gut zu Light Painting mit Lampen im sichtbaren Farbspektrum. Auch wenn die Farben unter Umständen leicht verändert werden sieht das meist so aus als müsste es so sein.

 

Eine vernünftige Lösung für den Weißabgleich bei gleichzeitiger Verwendung von IR und UV Licht habe ich bisher nicht gefunden. Eine nachträgliche Korrektur über verschiedene Ebenen im Post Processing wäre eine Möglichkeit. Allerdings ist die Arbeit in einer einzelnen Belichtung ohne Bearbeitung am Computer für mich ein sehr wichtiger Aspekt in meinen Light Painting Bildern. 

Ebenso könnte man in einer Mehrfachbelichtung den Weißabgleich jeweils für IR und UV korrekt einstellen. 

Für's Erste werde ich es wohl bei den blauen Gesichtern belassen.

 


Das Besondere an dieser Art Light Painting

Mir fallen zwei spannende Aspekte ein. Zum einen die riesengroßen tiefschwarzen Pupillen bei der Ausleuchtung von Personen mit UV Licht. Man sollte allerdings damit nicht übertreiben, das UV Licht ist nicht gut für das ungeschützte Auge. 

Der zweite Aspekt: IR und UV Ausleuchtung mischen sich (fast) nicht. In den beiden Bildern oben sieht man das ganz gut. Das blaue UV Licht ist recht sauber vom monochromen IR Licht getrennt. Mit Farben aus dem sichtbaren Lichtspektrum ist das unmöglich. Da hat man schnell den Effekt des Color Banding oder die Farben mischen sich.

 

Mit unseren Light Painting Versuchen mit Licht aus dem unsichtbaren Spektrum stehen wir noch ganz am Anfang. Im Internet findet man kaum Informationen zu diesen Themen, wir müssen fast alles in vielen Versuchen selbst erarbeiten.

Ein Gleichgesinnter, der zumindest IR Licht regelmäßig in seinen Light Paintings einsetzt ist Dan Chick aus Denver / USA. Ohne den Austausch mit ihm hätten wir wahrscheinlich schon aufgegeben. Danke für Deine Unterstützung und Inspiration Dan.

 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

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Speicherkarten

Speicherkarte ist nicht gleich Speicherkarte

In diesem Artikel geht es um kein spezielles Light Painting Thema, diesmal werde ich einiges zum Thema Speicherkarten schreiben.

Niemand würde mit den Schultern zucken oder amüsiert sein wenn er 4 Stunden in der Kälte Light Paintings macht und später die Bilder am Computer nicht zu sehen sind weil die Speicherkarte sie nicht rausrücken will.

Ihr vertraut also diesem kleinem Stück Kunststoff und Elektronik eure Bilder an. Ich sehe immer wieder Fotografen, auch Profis, die in ihre 5000€ Kamera eine billige No-Name Karte stecken, klar kann das gut gehen, muss aber nicht. Ich benutze fast ausschließlich CF und SD-Karten von Lexar. Nein, ich werde nicht von denen gesponsert.

Seit meinem Umstieg auf die digitale Fotografie im Jahr 2002 ist mir nicht ein einziges Foto verloren gegangen und alle Karten von Lexar funktionieren heute immer noch.

Welche Karte brauche ich?

Für die Light Art und Light Painting Fotografie ist mir völlig Schnuppe wie schnell oder langsam die Bilder auf der Karte gespeichert werden, ich speichere im Schnitt alle 10 bis 15 Minuten ein Bild auf der Karte. Die Lesegeschwindigkeit ist für mich auch kein Kaufargument. Wenn ich in einer Nacht 10 Bilder auf die Speicherkarte aufnehme und diese dann am Computer auslese ist mir egal ob das jetzt 6 oder 12 Sekunden dauert.

 

Die Speicherkapazität spielt ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle, für die 10 Bilder aus dem Beispiel oben brauche ich mit meiner D750 im RAW-Format ca. 300MB. Meist habe ich zwei 32GB Karten in der Kamera, also Platz für insgesamt mindestens 2500 Fotos.

Was allerdings für mich sehr wichtig ist; die Karte sollte alle Bilder sicher speichern. Der Ausflug zum Kaufhaus Görlitz für das Bild links wäre sonst kein Spaß gewesen.


Welchen Kartenleser benutze ich?

Die meisten Speicherkarten werden nicht in der Kamera zerstört sondern im Kartenleser. Ein billiger No-Name Kartenleser ist meiner Meinung nach eine genauso schlechte Idee wie die Verwendung von No-Name Speicherkarten. Ich benutze einen CF und SD-Kartenleser von Lexar. Nein, ich werde immer noch nicht von denen gesponsert.

Wie lösche ich die Bilder von der Karte?

Nachdem ich die Bilder auf den Computer UND mindestens eine zweite Kopie der Bilder auf eine externe Platte oder ähnliches gespeichert habe formatiere ich die Karte in der Kamera in der ich sie das nächste Mal verwenden werde, und nur in dieser. Wenn ihr zwei gleiche Kameras benutzt könnt ihr die Karten auch ohne Bedenken untereinander tauschen, wenn ihr allerdings verschiedene Kameras, vielleicht sogar von verschiedenen Herstellern, benutzt würde ich euch dringend davon abraten. Jeder Hersteller formatiert die Karten anders, die Einträge in der FAT (Dateizuordnungstabelle) weichen voneinander ab. Ebenfalls negative Auswirkungen auf die Datensicherheit kann es haben wenn ihr die Karte in eurem Computer formatiert.

 

Durch das Formatieren werden die Daten nicht gelöscht, gelöscht wird nur das Inhaltsverzeichnis. Die Bilder werden erst überschrieben wenn ihr die Karte wieder mit neuen Bildern befüllt. Das hat zum einen den Vorteil, dass ihr mit einem geeigneten Recovery-Tool die Bilder noch retten könnt falls euer Computer explodiert und zum anderen bleibt die FAT, also das Inhaltsverzeichnis immer sauber. Wenn ihr einzelne Bilder von der Karte löscht, gerade wenn ihr das in der Kamera macht, stehen in der FAT immer mehr Einträge. Das hat dann fast immer negativen Einfluss auf die Schreib- und Lesegeschwindigkeit.

 

Da die Preise für Speicherkarten immer weiter fallen sehe ich auch keine Notwendigkeit Bilder, die nicht gelungen sind, von der Karte zu löschen. Wenn die Karte voll ist kommt einfach die nächste rein. Außerdem kostet das Löschen der Bilder einfach auch unnötig Zeit in der ich dann schon das nächste Bild machen könnte. 

 

In diesem Sinne wünsche ich euch, dass eure Bilder immer sicher auf euren Computern landen.

Sven

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Light Painting - fotografische Technik oder eigenständige Kunstform?

Light Painting - Begriffserklärung

Wikipedia zum Thema Light Painting:

"Light Painting bzw. Light Writing (dt. Zeichnen/Malen/Schreiben mit Licht) ist eine fotografische Technik aus der Langzeitbelichtung, in welcher Fotografien in der Regel bei Dunkelheit oder in abgedunkelten Räumen durch die Bewegung einer (oder mehrerer) Lichtquellen (oder durch Bewegung der Kamera) gemacht werden."

Ich vermute, diesen Text hat jemand geschrieben der sich noch nie selbst ernsthaft und aktiv mit diesem Thema beschäftigt hat. 

Die Erklärung, dass das Ergebnis der Arbeit schließlich eine Fotografie ist greift hier einfach zu kurz.

 

Was sagt denn Wikipedia über den Begriff Fotografie?

"-eine bildgebende Methode,[1] bei der mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort direkt und dauerhaft gespeichert (analoges Verfahren) oder in elektronische Daten gewandelt und gespeichert wird (digitales Verfahren)."

 

Zum Begriff künstlerische Fotografie weiß Wikipedia zu berichten:

"Als künstlerische Fotografie, Fotokunst oder Kunstfotografie werden Anwendungen fotografischer Mittel bezeichnet, bei denen ein inhaltliches oder formales Anliegen ausgedrückt werden soll (und deren Zweck meist nicht unmittelbar die kommerzielle Verwertung ist)" - Das hilft uns hier also auch nicht weiter.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die weiße Frau von Hiddensee

Gut. Der Begriff Fotografie beschreibt erstmal nur die technischen Aspekte der Aufzeichnung, mehr nicht. Es ist also eine Technik, ein Werkzeug. Dieses Werkzeug hat im Light Painting den gleichen Stellenwert wie die leere Leinwand für den Maler. Würde irgendjemand auf die blödsinnige Idee kommen einen Maler als Leinwandkünstler zu bezeichnen und der Leinwand damit eine Bedeutung beimessen die diese gar nicht hat? Ich denke nicht. Der Maler könnte auch auf einem Stück Klopapier, an einer alten Wand oder worauf auch immer seine Bilder malen.

 

An diesem Punkt haben wir es im Light Painting nicht so einfach. Die im Moment zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten erlauben uns nur unsere Kunst mithilfe einer Kamera zu speichern. Grundsätzlich ist es dem Light Painter aber völlig Schnuppe wie und womit sein Kunstwerk gespeichert wird, also mir jedenfalls. Ich würde auch einen Toaster auf das Stativ stellen wenn dieser meine Kunst festhalten könnte. 

Die Kamera ist die leere Leinwand im Light Painting

Nicht mehr und nicht weniger! Der Maler kauft eine bestimmte Leinwand, sicher gibt es dort Unterschiede in der Qualität. Er spannt diese auf einen Rahmen und beginnt zu malen. Niemand wird diesen Prozess und das Material auf dem das Bild entstanden ist thematisieren wenn er das fertige Kunstwerk betrachtet.

 

Aber warum wird im Light Painting die Kamera, also unsere leere Leinwand so sehr in den Vordergrund gerückt? 

Zugegeben, der Vergleich mit der Leinwand hinkt etwas. Mit vielen Kameras könnte ich gar kein Light Painting aufnehmen weil sie schlichtweg keine langen Belichtungszeiten steuern können oder das Bild nach 2 Minuten Belichtung durch starkes Rauschen unbrauchbar wäre. Das bedeutet allerdings nur, dass ich meine leere Leinwand besser auswählen muss als der Maler und mehr Geld dafür ausgeben muss. Dafür kann ich meine Leinwand aber immer wieder verwenden, und brauche nicht für jedes Light Painting eine neue.


Fotografie, Malerei? Was ist Light Painting?

Oftmals beides. Im Bild oben haben wir uns das Motiv, den Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee, bewusst für unser Light Painting ausgesucht. Das Motiv wurde also von uns erst einmal nur fotografiert und dann mit dem Model Marla und unserer Lichtkunst erweitert. Wir haben also in einem Foto rumgemalt, wenn man so will. Aber auch hier ist der größere künstlerische Anteil am fertigen Ergebnis das Light Painting und nicht das Einstellen der richtigen Blende an der Kamera. Die einzige fotografische Herausforderung in diesem Bild war die Wahl der richtigen Blende und des richtigen ISO-Wertes damit das wahnsinnig helle Licht des Leuchturms nicht komplett und weiträumig ausbrennt.

Im Gegensatz dazu ist das Bild auf der rechten Seite ein reines Light Painting oder besser gesagt Light Drawing, aber dazu später mehr.

Hier habe ich nur von mir selbst bewegte Lichter aufgenommen, also das komplette Bild aus dem Nichts erschaffen. Vom Aufnahmeort ist nichts im Bild sichtbar. Ich hätte also dieses Light Painting auch an einem beliebigen anderen Ort machen können, wenn er denn nur dunkel genug ist. Die richtigen Einstellungen an der Kamera für dieses Light Painting zu machen ist keine große Kunst, jedenfalls nicht im Verhältnis zum Aufwand für die Lichtmalerei. Hätte ich nur die Kamera mit den richtigen Einstellungen ausgelöst, also fotografiert!, wäre in diesem Bild genau gar nichts zu sehen. Im Bild oben hätte ich zumindest eins von gefühlt 2 Millionen Fotos des Leuchtturms bei Nacht auf dem Sensor gehabt.

 

Kleines Zwischenfazit: 
Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Aber, müssen wir die Frage überhaupt beantworten? Ich denke nicht. Light Painting kombiniert fotografische Techniken, Malerei mit Leuchtquellen und andere Techniken und Ideen. Light Painting ist eine eigenständige Kunstform, eine sehr vielfältige zudem. Die Kreativität ist in der Gruppe der Light Painter sehr groß. Die künstlerischen und technischen  Möglichkeiten im Light Painting sind nahezu unbegrenzt.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Hadean

Techniken und Begriffen im Light Painting

Light Painting hat sich als Oberbegriff für jegliche Kunst die mit gesteuertem Licht als Hauptbestandteil eines Bildes arbeitet etabliert. Das Ergebnis ist ein mithilfe einer meist digitalen Kamera aufgenommenes Bild. Dieser Begriff ist nicht korrekt weil er eigentlich nur eine von vielen Techniken beschreibt. Allerdings gibt es einfach keinen anderen passenden, gängigen Begriff.

 

Im deutschen Sprachraum findet man manchmal Begriffe wie Lichtmalerei oder Lichtkunst.

Den Begriff Light Painting kennen die meisten Menschen und interpretieren ihn auch meist richtig.

Folgende Techniken und Begriffe findet man unter anderem im Light Painting:

 

Light Art - beschreibt jede grafische Kunst die als Hauptbestandteil Licht einsetzt. Das kann alles mögliche sein, von der Lichtinstallation bis zum Light Painting. Hierbei entsteht nicht unbedingt ein Foto als Ergebnis, wenn das Ergebnis ein Bild ist oft als Light Art Photography bezeichnet.

 

Light Painting - eine Person, ein Objekt, ein Raum, eine Landschaft oder andere bereits vorhandene Dinge werden mit meist bewegtem Licht so angeleuchtet, dass sie auf besondere Weise im fertigen Bild zu sehen sind. Bei dieser Technik ist die Lampe selbst gewöhnlicherweise nicht im Bild sichtbar.

 

Kinetische (kinetic) oder choreografische Fotografie, seltener als Camera Painting bezeichnet - hier werden Leuchtspuren durch Bewegungen der Kamera während der Belichtung auf den Sensor der Kamera gemalt. Meist sind die Leuchtquellen fest, möglich ist diese Technik allerdings auch mit bewegten Leuchtquellen oder einer Kombination aus beidem. Die vermutlich häufigste Anwendung dieser Technik ist die Camera Rotation Photography, also das Drehen der Kamera um die eigene optische Achse.

 


 

Viele Light Painter kombinieren mehrere dieser Techniken in ihren Bildern. Ausleuchtung des Raumes (Light Painting), Erstellung einer Figur aus Licht (Light Drawing) und Bewegungen der Camera während der Belichtung sind zwar alles andere als einfach zu planen und in einer Belichtung auszuführen, aber gerade diese Schwierigkeit reizt einige Kollegen, und mich natürlich auch wie man im Bild auf der rechten Seite sehen kann. :-)

Light Drawing, Light Writing und Light Graffiti - bei diesen Techniken werden Leuchtspuren von den verschiedensten bewegten Leuchtmitteln vom Kamerasensor aufgenommen, die Leuchtquelle selbst ist also im Bild sichtbar.

 

Light Art Performance Photography (LAPP) - im Unterschied zum "einfachen" Light Painting wird hier immer mit choreografierten Licht in einer einzelnen Belichtung gearbeitet. Das Licht wird als Performance aufgeführt. Die Ergebnisse sind also reproduzierbar. Darüber hinaus bezieht die Light Art Performance Photography immer die Umgebung durch gezielte Ausleuchtung mit ein. Meist ist LAPP also eine Kombination aus Light Painting und Light Drawing, manchmal auch in Verbindung mit weiteren Techniken.

Definiert hat diese Arbeitsweise der Bremer Fotograf JanLeonardo Wöllert.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Energy 114

Straight out of the camera (SOOC) - das Light Painting wird in einer einzelnen Belichtung, also zwischen dem einmaligen Öffnen und Schließen des Kameraverschlusses aufgenommen. Das Bild wird so als fertiges Ergebnis betrachtet wie es auf der Speicherkarte gespeichert wurde. Viele Light Painter nehmen allerdings im RAW-Format auf und bearbeiten ihre Bilder später am Rechner in geringem Maße. Als zulässig sehen sie dabei Schärfen, Entrauschen, Änderung des Schnitts und Anpassung des Weißabgleichs an. Weitere Änderungen am Bild werden konsequent unterlassen. Montagen, Ebenenarbeit, Klonen von Bildteilen, starkes Aufhellen und ähnliche Ding gelten als verpönt.

 

Die meisten Light Painter arbeiten in einer einzelnen Belichtung (SOOC). Sie sehen es als eine Art sportliche Herausforderung ihre Bildidee ohne Gebastel am Computer nur mit Licht in einer Belichtung umzusetzen. Diese Arbeitsweise gilt zum Einen als eine Art Ehrenkodex und zum Anderen als Qualitätsmerkmal. Für viele hat diese Arbeitsweise einen wesentlich höheren künstlerischen Wert als die Erstellung von Light Painting am Computer. Der Maler kann schließlich auch nicht 5 Leinwände mit den einzelnen Bildbestandteilen übereinander legen, störende Teile retuschieren, aufhellen, abdunkeln oder was der digitale Zauberkasten sonst noch so alles hergibt. Genauso wenig hat der Maler so lustige Hilfsmittel wie live composite zur Verfügung. Bei dieser Technik verarbeitet die Kamera mehrere Einzelbilder intern zu einem fertigen Bild. Die Software in der Kamera stellt sicher, dass keine Bildteile überstrahlen, egal wie unüberlegt oder unkonzentriert ich mit meinen Lampen unterwegs bin. Während der Belichtung kann man auf dem Display der Kamera permanent kontrollieren ob man mit der Lampe schon alle Stellen ausreichend beleuchtet hat und dann gegebenenfalls nacharbeiten. Oft höre ich von den Olympus Freunden, dass ja nur das Ergebnis zählen würde und, dass es ja trotzdem richtiges Light Painting sei. Ich will ja niemandem vorschreiben wie er arbeiten soll, für mich ist allerdings auch wichtig wie das Bild entstanden ist. Und für mich hat diese Technik so ein wenig was von "Malen nach Zahlen". Meine Eitelkeit verbietet mir die Arbeit mit solchen Hilfsmitteln.

 

Light Painter die ihre Bilder aus mehreren Ebenen in Photoshop erstellen oder sehr exzessiv bearbeiten sind zwar zuweilen recht erfolgreich, werden aber von vielen Kollegen nicht so recht ernst genommen. Besonders schwierig finde ich es, wenn die Herrschaften so tun als hätten sie ihre Bilder in einer Belichtung umgesetzt, und ihr Bild dann womöglich bei einem Wettbewerb einreichen, dessen Teilnahmebedingungen ganz klar "eine einzelne Belichtung" vorschreiben. 

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht

Sven

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Was macht ein gutes Light Painting aus?

Was unterscheidet Light Painting von anderer Kunst?

Das Ergebnis unserer Kunstform Light Painting ist (meist) ein Bild, genau wie in der Malerei, der Fotografie oder anderen grafischen Techniken. Den Betrachter unserer Bilder interessiert üblicherweise überhaupt nicht mit welchen technischen Hilfsmitteln und mit welcher Arbeitsweise wir unsere Bilder erstellen. Dafür interessieren sich nur andere Light Painter. Die Zielgruppe für meine Bilder sind nicht in erster Linie die Kollegen, obwohl das dem Ego durchaus sehr zuträglich ist wenn den Kollegen meine Bilder gefallen. Meine Zielgruppe ist eher der nicht-lightpainting-affine Betrachter. Diesem ist erstmal völlig Schnuppe ob mein Bild Straight Out Of the Camera (SOOC) ist, mit Live Composite aufgenommen oder aus mehreren Ebenen am Computer zusammengebastelt wurde. Was jetzt natürlich nicht heißt, dass ich Live Composite benutzen würde oder meine Light Paintings mit Ebenen in der Bildbearbeitung erstelle. Der Anspruch in einer einzelnen Belichtung zu arbeiten ist nur für mich wichtig, nicht für den Betrachter oder Kunden.


Also sollte ein Light Painting als erstes so funktionieren wie jedes andere Bild auch. Wenn das Bild nicht sofort den Blick des Betrachters einfängt und festhält hat dieser beim nächsten Wimpernschlag schon das nächste Bild auf dem Monitor. Gut ist ein Bild nur wenn es der Betrachter länger als 1 Sekunde anschaut. In dieser ersten Sekunden denkt niemand über die Technik und Arbeitsweise zur Schaffung des Kunstwerks nach. In der heutigen schnelllebigen Zeit werden sicher 99,99% aller im Internet veröffentlichten Bildern nicht länger als 1 Sekunde betrachtet. Leute, die eine persönliche Beziehung zu demjenigen der das Bild veröffentlicht hat, mal ausgenommen. Welchen außen stehenden sollte das sechshundertvierundreizigste Bild der lustigen Hauskatze oder das gekonnt angerichtete Mittagsmahl auch interessieren? 

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Hadean

2. Das Ergebnis sollte technisch gut sein. Falscher Fokus oder Unschärfe aus einem anderen Grund, starkes Bildrauschen oder große ausgebrannte Bereich werden wohl die meisten Leute sofort abschrecken. Ich arbeite im Light Painting immer ergebnisorientiert. Das Ziel ist von jedem Light Painting auch einen 3 Meter breiten Print anfertigen zu können.

 

3. Das Light Painting sollte eine Geschichte erzählen. Ob das jetzt für jeden Betrachter die gleiche Geschichte ist spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Leute im Bild bleiben und darüber nachdenken und somit das Bild, und im Idealfall der Name des Künstlers, im Kopf abgespeichert werden.

 

 

Light Painting schützt nicht vor den Regeln der Bildgestaltung.

Natürlich gibt es keine allgemein gültige Formel für gute Bilder. So einige einfache Regeln und Grundsätze gibt es aber durchaus.


1. Das Bild sollte den Betrachter sofort festhalten und ins Bild ziehen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen funktioniert das mit grafischen, optischen Eigenschaften des Light Painting wie Bildaufbau, Verteilung von hellen und dunklen Bereichen, Farben, Formen usw.. Ein gleichmäßig helles Bild wird wohl meist weniger Aufmerksamkeit bekommen als ein Bild mit guter Verteilung von hellen und dunklen Bereichen.

Ein weiterer Ansatz ist die Arbeit mit einer besonderen, außergewöhnlichen, unerwarteten Szene im Bild. Diese kann lustig, surreal, gruselig oder auch anders nicht alltäglich sein. 

Über das besondere Motiv lässt sich der Blick, zumindest bei einem Teil der Betrachter ebenfalls fangen. Beim Anblick wohlgeformter, großvolumiger Brüste werden wohl die meisten männlichen Betrachter automatisch über das schlampig ausgeführte Light Painting hinwegsehen.

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Electricity

4. Das Light Painting sollte eine Einheit mit dem Aufnahmeort bilden. Das funktioniert allerdings nur wenn ich mich als Künstler mit der Location beschäftige und mich auf diese einlasse. Ich versuche oft verlassenen Ort mit meiner Lichtkunst wieder etwas Leben einzuhauchen. Dafür muss ich allerdings so einiges über die Geschichte des Ortes wissen. 
Manche Locations schreien sofort nach einer bestimmten Bildidee oder einer Geschichte, die erzählt werden will.

Beispiel für gutes Light Painting

Electric blast - © Pala Teth
Electric blast - © Pala Teth

Dann schauen wir uns das mal am Bild (links) vom geschätzten Pala Teth an:

Der Blick des geneigten Betrachters wird über die alte Schalttafel zum eigentlichen Motiv, dem verunfallten  Elektrotechniker, geführt und bleibt dort hängen. Die Idee und die Geschichte versteht wohl jeder sofort. Die Verbindung des Light Painting mit der Location ist durchdacht und plausibel.

Die Farben sind wie immer perfekt gewählt.
Die technische Qualität des Bildes ist außergewöhnlich gut. Kein sichtbares Bildrauschen, gute Schärfe und nix ausgebrannt.
Pala Teth ist einer der begnadetsten Light Painter, dieses Light Painting könnte man kaum besser umsetzen.  


Und dann sind dort noch so Kleinigkeiten wie der Eimer, die dann doch einige Fragen offen lassen und den Betrachter somit zwingen sich noch länger mit dem Bild zu beschäftigen. Warum steht er da? Was ist das für grünes Zeug in dem Eimer? Ist das giftig? Werden wir alle sterben? ...

 

Und? Fällt dir was auf? Nein? Ich sehe in diesem Bild sofort, dass die Beteiligten Spaß an dem hatten was sie tun. Die größte Motivation im Light Painting ist der Spaß!  Und wenn das auf den Betrachter überspringt und er oder sie sich dadurch animiert fühlen selbst Light Painting zu machen hat der Künstler alles richtig gemacht.

Viele werden rätseln wie Pala Teth das Light Painting gemacht hat. Wie hat er sein Model fliegen lassen? Wie hat er die Rauchwolke umgesetzt? ...
Das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt wie ich finde. Allerdings bringen wir den Betrachter nur an diesen Punkt wenn das Light Painting sofort als Kunstwerk seine Aufmerksamkeit erregt hat, völlig emanzipiert von der technischen Umsetzung.

 

Für mich eines der besten Light Paintings überhaupt, auch wenn der gute Pala mir mit diesem Bild damals zuvor gekommen ist. Eine sehr ähnliche Bildidee spukte schon sehr lange in meinem Kopf herum. Meine Umsetzung dieser Idee an einer etwas moderneren Elektroanlage und anderen Lichtwerkzeugen kannst Du weiter oben sehen. 

 

Pala Teths Light Painting Kunstwerke findest Du unter anderem hier:

flickr

500px

Instagram

Fratzenbuch

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht

Sven

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Farben im Light Painting Teil 3

Physikalische Aspekte der Farben im Light Painting

Das Thema der ersten beiden Teile des Artikel war je eher theoretischer Natur. In diesem Teil beschäftigen wir uns nun mit der technischen Umsetzung im Light Painting. Welche Farben sind einfach zu benutzen, welche nicht? Kann ich verschiedene Farben im Light Painting mischen, und wenn ja welche und wie?

Wenn Du die beiden ersten Teile noch nicht gelesen hast findest Du sie hier:
Farben im Light Painting Teil 1

Farben im Light Painting Teil 2

Subtraktive und additive Farbmischung

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor

Im Light Painting kann man mit den geeigneten Lampen und der nötigen Erfahrung fast jede Farbe in jeder gewünschten Sättigung und Helligkeit darstellen. Beim Versuch verschiedene Farben zu mischen sind wir allerdings sehr oft zum Scheitern verurteilt. 
"Alle" Farben in einem Bild darzustellen wie beim Photonenrotor links ist alles andere als einfach. An diesem Bild habe ich mehrere Tage gearbeitet. Die Belichtungszeit betrug 131 Sekunden. 
Das blaue Licht habe ich mit einer Led Lenser M3R mit blauer Farbfilterfolie, beides an einem Stück Plexiglas befestigt, ins Bild gemalt. An einem weiteren Plexi steckte eine zweite M3R ohne Folie. An diesem Plexi hatte ich außen zwei kleine Stücken Farbfolie (rot und gelb) angebracht.  Das dritte Teil war ausschließlich weiß (Mitte). Durch Veränderung der Brennweite während der Belichtung sind die Spuren der Plexiglasteile mehrfach in diesem Light Painting sichtbar. 

 

Den äußeren Ring mit dem Farbverlauf habe ich mit einer LED-Lampe mit einem Farbwechsel-Modus realisiert. Die Schwierigkeit bestand darin die Drehgeschwindigkeit an die Geschwindigkeit des Farbwechsels anzupassen und die Anzahl der Umdrehungen für den gewünschten Effekt zu ermitteln. Dieses weiche Licht mit dem sauberen Farbverlauf lässt sich mit einer einzelnen Umdrehung kaum umsetzen.


Solche Light Paintings funktionieren allerdings nur ohne weiteres Licht. Durch Ausleuchtung des Raumes hätte ich mir vermutlich die Hälfte des äußeren Ringes wieder weggeleuchtet. Den äußeren Ring wesentlicher heller zu machen wäre ebenfalls nicht möglich.

Aber warum ist das so?
In der Schule haben wir damals gelernt wie man Farben nach der subtraktiven Farbmischung mischt. Aus den 3 Primärfarben Gelb, Cyan und Magenta werden alle Farben gemischt. Umso mehr Farbe ich auf das Blatt auftrage desto dunkler wird die gemischte Farbe. Wenn ich alle 3 Primärfarben zu gleichen Anteilen auf das Blatt male ist das Ergebnis ein dunkles Braun, im Idealfall Schwarz. Schwarz ist allerdings im physikalischen Sinne keine Farbe sondern die Abwesenheit von Licht. Fast alle Druckverfahren arbeiten mit 4 Farben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.

Die subtraktive Farbmischung hat allerdings keine Gültigkeit wenn ich mit Licht arbeite. Umso mehr Licht ich übereinander lege desto heller wird das Ergebnis. In der additiven Farbmischung wird aus den 3 Primärfarben Rot, Grün und Blau nicht Schwarz sondern Weiß. Genauso wenig kann ich aus rotem und grünen Licht braun mischen. Ich habe keine Möglichkeit Teile im Bild mit Licht schwarz zu färben, Schwarz sind im Light Painting immer nur Bildteile ohne jegliches Licht.
Im Light Painting müssen wir also zuerst einmal das in der Schule gelernte und im Gedächtnis fest abgespeicherte Wissen über die Farbmischung vergessen. 

Subtraktive Farbmischung

Additive Farbmischung


Theoretisch kann man im Lightpainting ähnlich wie auf einem RGB-Monitor jede Farbe darstellen. Praktisch wird das allerdings sehr schwierig. Im Monitor sind die einzelnen Bildpunkte sauber von einander getrennt und beeinflussen sich nicht gegenseitig. Im Monitor wird jeder einzelne Bildpunkt mit exakten Werten zur Farbmischung und Helligkeit angesteuert. Im Light Painting arbeiten wir meist mit Taschenlampen. Diese leuchten, im Gegensatz zum Mikrometer großen Bildpunkt des Monitors, immer einen größeren Bereich aus. Die Helligkeit innerhalb des Lichtkegels ist bei keiner Taschenlampe absolut gleichmäßig. Bei der Verwendung von Farbfolien ist demzufolge die Farbe im Lichtkegel ebenfalls nicht gleichmäßig.

In der Theorie vermischen sich die Primärfarben wie folgt:
ROT - GRÜN = GELB
GRÜN - BLAU = CYAN
ROT - BLAU = MAGENTA
ROT - GRÜN - BLAU = WEIß

 

In der Praxis sieht das oftmals anders aus. Eine saubere Mischung habe ich nur wenn die Helligkeit der Farben identisch ist, die Farben "sauber" sind und die beleuchtete Fläche gleichmäßig vom Licht getroffen wird und die Fläche das Licht neutral reflektiert.

Hier mal einige Testaufnahmen an der weißen Kellerwand:

Wie man sieht ist eine saubere Mischung der Farben so nicht möglich. Ich habe hier zwei identische RGB-Taschenlampe benutzt. Der Abstand beider Lampen zur Wand war gleich. Die Lampen projizieren keinen sauberen, gleichmäßigen Lichtkegel. Erkennbar sind die Sekundärfarben Gelb, Cyan und Magenta allerdings dann doch in einigen Bereichen der Überschneidung.
Wenn ich die Lampen an einen Blade aus Plexiglas oder einen anderen Lichtformer, welcher das Licht recht gleichmäßig verteilt sieht das anders aus. In dem Fall wird das Licht schließlich nicht noch von der Wand oder irgendwelchen Gegenständen reflektiert.
Wenn ich mit 2 Farben einen Gegenstand oder Gebäudeteil der nicht weiß ist anleuchte ist das Resultat vorher noch weniger zu erahnen.


Durch Mischen der Primärfarben entstehen die 3 Sekundärfarben Gelb, Cyan und Magenta. Was passiert beim Mischen der Primärfarben mit den Sekundärfarben?
ROT - CYAN = WEIß
GRÜN - MAGENTA = WEIß
BLAU - GELB = WEiß

In großen Bereichen ist hier das Licht ausgebrannt. Über den ausgebrannten Stellen ist gut zu sehen wie sich die Farben mischen. Das wird immer mehr oder weniger grau, weiß wird das nur in der Theorie. Wird ein größerer Bereich so ausgeleuchtet sieht das meist nicht gut aus. Abgesehen davon könnte ich dann auch gleich mit weißem Licht die Szene ausleuchten.

Bei der Arbeit mit mehreren Sekundärfarben oder einer Primärfarbe und einer Sekundärfarbe sollte man also immer aufpassen, dass man die Farben bei der Ausleuchtung sauber voneinander trennt um diese unschönen grauen Bereiche zu vermeiden. Das ist in den meisten Räumen auch gar nicht so schwierig. Bei der Ausleuchtung von Personen oder Gegenständen kann das allerdings ganz schnell zur großen Herausforderung werden.

Auf der rechten Seite mal ein praktisches Beispiel. Ich habe hinter der bezaubernden Marla zwei Aufsteckblitze, einer mit einer blauen und der andere mit einer grünen Farbfilterfolie, mehrmals abgefeuert. Dadurch entstanden blaue und grüne Bereiche, Bereiche in denen das Licht ausgebrannt, also weiß, ist und welche in denen sich die beiden Farben zu Cyan vermischen. In dunkleren Bereichen geht die Farbe dann etwas in Richtung grau, das ist allerdings hauptsächlich den Reflektionseigenschaften des Nebels geschuldet. Nebel ist schließlich kein sauberer Reflektor. Aber genau dieses strukturierte Licht mit den vielen Nuancen wollte ich ja hier haben, eine "saubere" Fläche hinter dem Model wäre sehr langweilig wie ich finde.

Bei der Arbeit mit Farbfilterfolien passiert grundsätzlich nichts anderes als bei der Arbeit mit RGB-Lampen wie in den Bildern oben. Die Farbfilterfolie färbt ja das Licht nicht ein sondern blockiert nur alle Wellenlängen außer der eigenen. Ein rotes Filter lässt nur rotes Licht durch, der Rest des Spektrums wird blockiert.

Mit Farbfilterfolien kann ich allerdings andere Lampen oder auch Blitzgeräte benutzen. Mit einer Flächenlampe oder einem Blitz mit Softbox wird das Licht weicher und somit gleichmäßiger verteilt. Es brennt nicht so schnell aus wie in meinen Beispielbildern oben. Allerdings wird auch der Bereich in dem beiden Farben gleichzeitig die Wand beleuchten größer. 


Lichtspektrum - Wellenlänge

Unsichtbares Licht im Light Painting

Für das menschliche Auge sichtbare Licht beginnt mit Violett bei 380 nm und endet bei Rot mit 750 nm Wellenlänge. Das unterhalb von 380 nm angesiedelte UV-Licht kann durch Anregung fluoreszierender Stoffe indirekt sichtbar gemacht werden. 

Im Bild auf der rechten Seite habe ich das Kunstwerk von Sokar Uno mit einer auf UV-Licht umgebauten Led Lenser X21 angeleuchtet. Die fluoreszierenden Partikel in der Farbe reflektieren das UV-Licht, der Rest der Szene reflektiert so gut wie kein UV-Licht. Weil die fluoreszierenden Stoffe unter Beleuchtung mit sichtbarem Licht nicht von normalen reflektierenden Stoffen zu unterscheiden sind funktioniert eine Ausleuchtung mit UV-Licht nur mit einigen Testaufnahmen. Die Kamera "sieht" meist mehr UV-Licht als das Auge.
An dieser Stelle nochmal mein herzlicher Dank für den Umbau der X21 an Heinz-Jörg Wurzbacher und Garry Krätz.

Am anderen Ende des Spektrums haben wir infrarotes Licht. Dieses ist für das menschliche Auge ebenfalls unsichtbar. Im Gegensatz zu UV-Licht kann man infrarotes Licht auch nicht mit irgendwelchen reflektierenden Stoffen sichtbar machen. In der Light Art Photography kann man es trotzdem nutzen. Fast alle Sensoren von Digitalkameras können infrarotes Licht aufnehmen. 
Für die Aufnahme auf der linken Seite haben wir eine umgebaute Nikon D70 benutzt. Ein Teil des Light Paintings haben wir mit einer IR-Taschenlampe, die andere Hälfte mit einer normalen Taschenlampe mit rotem Farbfilter gemacht.

Die Arbeit mit infrarotem Licht in der Light Art Photography ist alles andere als einfach. Man arbeitet schließlich komplett blind, man sieht genau gar nichts von dem was man tut. Ob ich mit dem Glasfaserbündel alle gewünschten Stellen im Gesicht des Models Marla getroffen habe ist noch relativ einfach zu spüren. Ob allerdings die Helligkeit passt sieht man immer erst im fertigen Bild.

 

Zum Thema Infrarot Light Painting habe ich letztens einen eigenen Artikel geschrieben. Diesen findest Du hier: Infrarot Light Painting


Sichtbares Licht im Light Painting

Licht mit Wellenlängen zwischen 380 nm (Violett) und 750 nm (Rot) ist für das menschliche Auge ohne Hilfsmittel sichtbar. Dieser Bereich entspricht dem Lichtspektrum des Regenbogens. Weißes Licht wird durch Brechung in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. Einige Farben sind nicht Bestandteil des Farbspektrums, wie z.B braun. Es gibt kein braunes Licht. Im Light Painting kann man zwar mit sehr dunklem orangen Licht (fast) braunes Licht darstellen, allerdings hängt die Farbdarstellung dann auch noch vom "richtigen" Weißabgleich in der Kamera bzw. in der Bildbearbeitung ab. Es ist dann also nicht "echt".

Umso kürzer die Wellenlänge des Lichts, desto schwieriger ist der Umgang damit in der Light Art Photography. Zumindest wenn wir den sichtbaren Bereich des Lichts betrachten. UV-Licht ist recht einfach zu steuern. Da es direkt nicht sichtbar ist brennt es auch nicht schnell aus, wie im Bild auf der linken Seite gut zu sehen ist. Anzug und Maske sind mit UV-Tape beklebt. Das Ufo ist mit silberner Farbe lackiert, diese hat offensichtlich einen sehr hohen Anteil an fluoreszierenden Partikeln. 

 

Schwierig wird es dann bei den sichtbaren Farben violett und blau. Diese "fressen" die Schärfe und Tiefe im Bild und brennen sehr schnell zu weiß aus. Bei den langwelligen Farben passiert das nicht so schnell. Rotes Licht wird erst orange und dann gelb bevor es zu weiß ausbrennt. 

Einige Tipps zum Umgang mit farbigem Licht

Benutze Diffusoren, Bouncer oder kleine Softboxen vor dem Blitz. Weiches, diffuses Licht lässt sich leichter steuern als hartes Licht. Das Licht von Taschenlampen lässt sich sehr einfach mit Backpapier weicher machen. 


Aber natürlich kannst Du die Taschenlampe auch in die kleine Softbox stecken. Eine weitere Möglichkeit ist die Ausleuchtung mit indirektem Licht mithilfe eines Reflektors.

 

Benutze helligkeitsgeregelte Taschenlampen.

Mit dem Auge ist meist nicht zu erkennen ob die Lampe noch mit 100% oder nur 80% leuchtet. Die Kamera sieht das allerdings sofort. Die meisten Led Lenser Lampen kann man so programmieren, dass sie immer mit voller Helligkeit leuchten und abschalten wenn der Ladestand des Akkus zu gering ist. Die meisten anderen Lampen werden kontinuierlich dunkler wenn der Ladestand des Akkus oder der Batterie abnimmt. 

 

Benutze immer die gleichen Lampen.

Beim Experimentieren mit neuen, tollen Lampen kann man ganz schön viel Zeit verplempern. Ich spreche da aus Erfahrung. Mittlerweile benutze ich in den meisten Light Paintings für die Tools Led Lenser M3R und P5R.2 und für die Ausleuchtung die X21R.2. Mit diesen Lampen muss ich nicht dutzende Probeaufnahmen machen; ich weiß wie hell sie sind.

 

Benutze immer die gleichen Farbfilterfolien.

Bei der Verwendung von einer roten Folie von Hersteller A und einer blauen Folie von Hersteller B können zuweilen einige Überraschungen im Light Painting passieren. Blau zu hell, rot zu dunkel, oder andersrum... Die Dichte der Folien ist manchmal recht unterschiedlich. Wir kaufen meist Par 64 Musterhefte mit vielen Farben, innerhalb des Heftes erleben wir meist keine Überraschungen.

 

Benutze nur eine RGB-Lampe.
Bei der Verwendung von RGB-Scheinwerfern oder RGB-Taschenlampen erlebten wir schon etliche lustige Überraschungen. Da diese Lampen meist recht günstig in China hergestellt werden und für Zwecke außerhalb des Light Painting ziemlich Schnuppe ist ob die Farbe genau stimmt gibt es dort recht große Abweichungen. Zwei Lampen auf blau eingestellt und?... Scheiße ist, die eine ist im fertigen Light Painting eher lila als blau. Noch lustiger wird das bei der Verwendung von gemischten Farben wie Orange. Die bessere Methode ist die Verwendung nur einer Lampe und die Änderung der Postion für die Ausleuchtung, wenn Deine geplante Choreografie es zulässt.

 

Ich habe gerade noch mal kurz Korrektur gelesen... ganz schön lang geworden der Artikel. Wenn Du bis hier gelesen hast war er offensichtlich trotzdem nicht zu langweilig.


In diesem Sinne allzeit gutes Licht.
Sven

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Farben im Light Painting Teil 2

Bedeutung für und Wirkung auf den Menschen

English version on lightpaintingblog.com

 

Vermutlich werden sich nicht 2 Menschen finden lassen, die Farben tatsächlich genau gleich wahrnehmen. Fast alle werden aber Rot als Rot deuten, und die Bedeutung der Farbe wird auch für viele Menschen ähnlich sein. Sicher werden viele Menschen Farben anders deuten als ich in diesem Newsletter. Viele Assoziationen zu bestimmten Farben oder Farbkombinationen haben einen religiösen oder kulturellen Ursprung. Für Menschen aus anderen Kulturkreisen und Religionen haben die gleichen Farben eine ganz andere Bedeutung als für uns Mitteleuropäer. Selbst als Atheist, Agnostiker oder Nihilist kann man sich von dieser Wirkung sicher nicht in Gänze befreien wenn man in einer christlich geprägten Umgebung aufgewachsen ist. Ein ähnliche Bedeutung für alle Menschen dürften wohl nur die Farben Blau und Grün haben; Himmel und Meer sind schließlich auf der gesamten Erde blau; die allermeisten Pflanzen sind überwiegend grün.

 

Bleiben wir mal gleich bei BLAU:

Blau wirkt beruhigend, friedlich, ernsthaft, seriös, kalt, fern, unendlich, rational, seriös und etwas deprimierend. Blau wird oft als Symbol für Frieden, Beständigkeit, Passivität, Harmonie, Vertrauen und Treue verstanden. In fast allen Religionen wird mit der Farbe Blau eine Verbindung zum Himmel, und den darüber wohnenden höheren Wesen, geschaffen. In der materiellen Welt ist Blau oft als Symbol des Frieden zu finden, UNO, Friedenstaube usw. Wenn um uns herum alles blau ist (Meer, Himmel) sind wir gewöhnlicherweise ruhig und entspannt.

Im Light Painting ist Blau technisch gesehen eine schwierige Farbe. Blau frisst Schärfe und Tiefe im Bild, durch die kurze Wellenlänge von blauem Licht brennt Blau sehr schnell aus.

ROT:

Rot bedeutet Leidenschaft, Energie, Liebe, Aktion, Erfolg. Rot ist als Symbol für Feuer wärmend und kraftvoll. Rot erregt sofort Aufmerksamkeit, deshalb ist Rot die Farbe vieler Warnschilder.

 

In christlich religiöser Hinsicht symbolisiert Rot Blut, Feuer und die Leiden Christi. In China ist Rot die Farbe von Glück und Reichtum. 

 

Rotes Licht lässt sich im Light Painting sehr gut steuern. Wenn ich zu starkes rotes Licht benutze brennt es nicht sofort aus wie blau, sondern wird erst orange und dann gelb.


GRÜN:

Grün steht für Gesundheit, Wachstum, Natur, Jugend, Frische, Frühling, Hoffnung und Gift. Viele grüne Planzen-(teile) sind ja auch tatsächlich giftig für den Menschen. Die meisten Kinder wollen den Spinat nicht essen weil er grün ist und nicht weil er ekelhaft schmeckt, eine angeborene Vorsichtsmaßnahme sozusagen. Auf der anderen Seite sagt uns uraltes Wissen, dass Überleben für uns nur möglich ist wenn wieder frisches Grün aus der Erde sprießt.

Durch die beruhigende und gesunde Wirkung wird diese Farbe oft in Krankenhäusern und, zumindest in früheren Zeiten mit erheblich weniger Vandalismus, gerne in Aufzügen verwendet.

Grün ist die Farbe des Islam, der Prophet Mohammed sagte, dass das Anschauen der Farbe Grün Gottesdienst sei. Der Heilsbringer des Christentums Jesus zog mit einem grünen Palmenwedel in Jerusalem ein.


Als Symbol der Hoffnung stellen wir uns im grauen, dunklen Winter den immergrünen Weihnachtsbaum in die Wohnung, ein heidnischer Brauch.

Im Bild oben ist ganz gut zu sehen, dass zum Einen das rote Licht der X21 auf der rechten Seite über orange zu gelb wird und zum Anderen, dass grün recht schnell ausbrennt. Der Orb ist sowohl unten als auch vorne (die Lampe leuchtet an dieser Stelle direkt in die Kamera) ausgebrannt. Wenn die Pixel des Sensor mit voller Helligkeit angesteuert werden lässt sich das auch nachträglich in der Bildbearbeitung nicht korrigieren. Es ist nicht möglich Zeichnung und Farbe in diesen Bereichen wieder herzustellen. Im Falle des Orbs ließe sich das während der Aufnahme im vorderen Bereich durch Abblenden vermeiden. Unten eher nicht weil sich dort alle Linien des Orbs treffen. Hätte ich dort so weit abgeblendet, dass die Stelle unten nicht ausbrennt wäre vom restlichen Orb kaum noch etwas zu sehen. So etwas ist sicher für die meisten Menschen bei einer Darstellung auf dem Monitor noch akzeptabel, als (großer) Print sieht das allerdings Scheiße aus weil das Druckmedium an dieser Stelle schlichtweg nicht bedruckt wird. Wohl kaum jemand würde sich ein solches Bild in 3 Meter Breite über die Couch hängen, mal völlig emanzipiert vom Motiv.

GELB:

Gelb ist die Farbe der Sonne, die hellste und freundlichste der hier vorgestellten Farben. Gelb symbolisiert Heiterkeit und Optimismus, ist allerdings auch sehr aufdringlich. Die negativen Deutungen sind Neid, Eifersucht, Verrat und Feigheit. Gelb wird oft als Farbe für Warnhinweise vor Gefahren (Gift, Hochspannung und ähnliches) verwendet. Von Gelb halten die meisten Leute also instinktiv Abstand. Ein Light Painting mit hohem Gelbanteil wird viele Betrachter demzufolge auch auf Abstand halten. In kleinen Dosen kann man gelbes Licht aber durchaus gut in der Light Art Photography verwenden.

ORANGE:

Orange symbolisiert Lebensfreude, Energie, Wärme und Exotik. Die meisten Menschen haben keine negativen Assoziation zu dieser Farbe. Ein Bild mit einem hohen Anteil an orangem Licht wird also viele Menschen sofort positiv ansprechen. Oranges Licht lässt sich im Light Painting gut steuern. Die Verbindung mit der Komplementärfarbe blau bzw. blaugrün (je nach der Helligkeit der orangen Farbe) ist eine oftmals benutzte Farbkombination im Light Painting. Gefällig für das Auge und meist ohne negative Gefühle und Bedeutungen. Diese Farbkombination kommt der Stimmung eines Sonnenuntergangs am Meer recht nahe und erzeugt auch deshalb bei den meisten Menschen sofort positive Gefühle.


VIOLETT:

Diese Farbe ist im Gegensatz zu orange fast komplett mit negativen Bedeutungen und Gefühlen besetzt, Trauer, Ruhe, Buße, sexuelle Frustration. Im religiösen Sinne symbolisiert die Farbe die Verbindung von Körper (rot) und Geist (blau). Und genau das passiert auch im Light Patinting bei Verwendung der beiden Farben sehr schnell. An Stellen der Überschneidung des roten und blauen Lichtes wird es ganz schnell ganz violett. Ich persönlich benutze äußerst selten (absichtlich) violett in meinen Bildern, ich sehe diese Farbe einfach nicht gerne.

WEIß:

Weiß bedeutet Licht, Anstand, Reinheit und Neutralität. Weißes Licht kann man in fast jedem Bild bedenkenlos in Kombination mit anderen Farben oder auch als einzige Farbe einsetzen.

SCHWARZ:

Schwarz ist keine Farbe. Schwarz ist die Abwesenheit von Licht. Schwarz ist das Symbol für Trauer, Tod, Finsternis und das Böse. Im Light Painting werden wir oftmals mehr oder weniger große schwarze Bereiche im Bild haben. Auch in "normalen" Fotos sind oftmals größere Bereiche schwarz. Unser Auge ist daran gewöhnt, die Wenigsten werden beim Anblick solcher Bilder Angstattacken bekommen oder in eine tiefe Depression fallen. Vor einem schwarzen (dunklen) Hintergrund bekommen unsere Light Paintings überhaupt erst die gewünschte Wirkung. Vieles wäre vor einem hellen Hintergrund nicht sichtbar. Wir brauchen also in den meisten Bildern schwarz.

 

Farben wie braun, grau und gold spielen im Light Painting keine große Rolle weil sie sich sehr schlecht oder gar nicht darstellen lassen. Aus diesem Grund werde ich hier nicht weiter auf deren Bedeutung eingehen.

Meine Worte sind weder Gesetz noch Bedienungsanleitung, versteht sie lieber als Anregung und Erklärung. Es ist recht hilfreich wenn man weiß warum man violettes Licht weniger angenehm findet als oranges.

 

Ich mache oft das gleiche Bild mit verschiedenen Farben und Farbkombinationen und schau dann einfach welche Version mir am Besten gefällt. Auf keinen Fall solltet ihr Aufhören zu experimentieren und nur noch orange-blaue Bilder machen weil die Wirkung gut ist. Das kann nämlich auch ganz schnell ganz langweilig für euch und die Betrachter eurer Bilder werden.

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

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10 coole Light Painting Tools für unter 10€

Für bestimmte Bilder muss es auch mal des große Besteck sein. Eine 5000 qm Halle, den Wald oder das Rapsfeld  kann ich mit der 10€ Lampe nicht ausleuchten, da muss dann schon die Led Lenser X21R.2 ran. Für viele Aufgaben im Light Painting  genügen aber auch einfache, billige Tools und Lampen. 

1. RGB LED-Scheinwerfer

Light Art Photography

 

Im Bild links hatten wir im Kaufhaus Görlitz mehrere dieser Scheinwerfer verteilt. Sie blieben bis zum endgültigen Ergebnis in ihrer Postion. Somit war die Ausleuchtung des Raumes sehr einfach reproduzierbar. Nachdem wir sie einmal richtig platziert hatten und die Leuchtdauer der Scheinwerfer für unser Light Painting ermittelt hatten konnten wir uns ab dem zweiten Versuch für das Bild voll und ganz auf das Einblitzen des Models und das Malen des Kleids konzentrieren.

 

Diese Scheinwerfer sind eigentlich für 240V Wechselspannung,  lassen sich aber sehr einfach auf 12V Gleichspannung umbauen. 


Man öffnet das Gehäuse, entfernt den verbauten Inverter und dann schließt man die beiden Leitungen, die zur LED gehen, an eine Buchse an. Die Buchse passt gut in die Öffnung durch die vorher das Kabel zum Inverter ging. Ich fixiere die Buchse mit ein wenig Kleber. In diese 12 V-Buchse kommt dann einfach ein 12 V Akkupack und schon wird's hell. Die Akkupacks baue ich selbst. Dazu benutze ich drei 18650 in einer passenden Halterung. Alternativ kann man natürlich auch Packs für 8 x AA, eine Powerbank oder ähnliches benutzen. 
Mit der beiliegenden IR-Fernbedienung lassen sich die Scheinwerfer in der Farbe und der Helligkeit steuern und natürlich ein- und ausschalten. 

2. Glasfasern

Das Kleid im Bild oben hat Gunnar mit einem Bündel Glasfasern ins Bild gezaubert. Solche Tools kann man im gut sortierten Light Painting Shop kaufen, allerdings für deutlich mehr als unsere 10€. Wir haben eine Glasfaserlampe für 5,99€ auseinandergebaut, das war einfach nur zusammen gesteckt. An den Glasfasern haben wir eine Led Lenser M7RX mit Gaffatape befestigt und fertig war unser Tool. Man kann natürlich auch eine preisgünstigere Lampe mit geringerer Helligkeit verwenden wenn der Abstand zwischen Kamera und Licht geringer ist. Die Aufnahme oben haben wir mit dem Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm gemacht; wir waren ja schließlich in Görlitz. Somit betrug der Abstand zwischen Model und Kamera mehr als 20 Meter. Das muss dann also ordentlich hell sein, sonst steht die arme Lisa da 'ne halbe Stunde. 
Den Artikel über unseren Kaufhausbesuch findest Du hier: blog

3. Fokussierbare Taschenlampe mit Strobe-Modus

Ja, so etwas baut der Chinese tatsächlich für unter 10€. Sicher ist solch eine Lampe keiner Led Lenser P5R.2 ebenbürtig, aber dafür erheblich günstiger. Die Lampen können mit AA oder 14500 Akkus betrieben werden. Mit den Akkus bringen sie mehr Licht ins Blid.
Ich lasse ja gerne meine Lampen an den Tools damit sie immer sofort einsatzbereit sind. Mit Lampen für 80€ aufwärts geht das allerdings ganz schnell ins Geld. Bei Preisen von einigen wenigen Euro pro Stück kann ich 20 oder 30 Lampen permanent an den Tools lassen und muss trotzdem nicht Hunger leiden..
Hier mal ein Link zu einem 5er Pack für 16€

4. Seifenblasenschwert.

Diese Dinger bekommt man in vielen Farben, Größen und Formen. Sie sind meist aus einem halbtransparenten Kunststoff hergestellt, somit verteilen sie das Licht sehr gut. Das perfekte Light Painting Werkzeug! Und das Beste: der Lichtpinsel kostet nur 1€ pro Stück. Für das Bild auf der rechten Seite habe ich an ein farbloses 20cm Schwert eine Led Lenser M3R mit blauer Farbfilterfolie befestigt. Die Struktur entstand durch die geriffelte Oberfläche des Rohrs.

 

6 verschiedene Farben klar 

12 Stück mit Struktur

Fündig wird man sicher auch beim örtlichen 1€-Shop, mein Pfennigland bevorratet jedenfalls viele verschiedene Blasenbehälter.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

5. Eisfontänen

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Eisfontänen, manchmal werden sie auch als "Zaubersterne" angeboten, sind gut für Light Paintings in geschlossenen Räumen geeignet. Beim Abbrennen entsteht kaum Rauch, vor allem kein giftiger, und die Brandgefahr ist sehr gering weil die Verbrennungstemperatur gering ist. Die ausgeworfenen Sterne sind kalt und verbrennen rückstandsfrei. Aus diesem Grund werden die Fontänen gewöhnlicherweise auf dem Eisbecher oder der Torte abgefackelt. Aber natürlich funktionieren sie auch gut im Freien.
Ich benutze Eisfontänen mit 30, 50, 60 oder 120 Sekunden Brenndauer, abhängig von der Länge der Performance. Im Light Painting auf der linken Seite kamen 2 Fontänen mit 30 Sekunden Brenndauer zum Einsatz. 

12 Eisfontänen 30 Sekunden Brenndauer  
12 Eisfontänen 50 Sekunden Brenndauer

12 Eisfontänen 120 Sekunden Brenndauer

100 Eisfontänen 50 Sekunden Brenndauer

 

Eisföntänen sind meist auch im Schreibwarenhandel oder 1€-Laden erhältlich. 


6. Fontänen und Vulkane der Klasse 1

Genau wie die Eisfontänen sind Klasse 1 Fontänen und Vulkane das ganze Jahr über frei erhältlich und dürfen auch jederzeit ohne Anmeldung oder ähnliches benutzt werden. Diese sind allerdings nur für die Verwendung im Freien vorgesehen. Ich benutze die Dinger auch gerne mal in geschlossenen Räumen, der Gesundheit ist das allerdings auf Grund des giftigen Rauchs nicht besonders dienlich. Aber was tut man nicht alles für die Kunst.

Es gibt dutzende verschiedene Fontänen und Vulkane von vielen verschiedenen Herstellern. Zum Teil haben die kleinen Kinderspielzeuge recht beachtliche Auswurfhöhen und coole Effekte. Die Firma Tulite hatte vor einiger Zeit kleine Fontänen mit einem Auswurf von über 2 Metern und einer Brenndauer von ca. 25 Sekunden im Angebot. Leider werden sie nicht mehr hergestellt, meine Vorräte gehen langsam zu Ende. :-(

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Schaut euch am Besten mal in meinem Lieblings-Feuerwerkshop um:
Feuerwerksvitrine  Der Shop ist gut sortiert, zu fast allen Artikeln gibt es ein Video und die Preise sind auch vernünftig.


7. LED-Hundehalsbänder

Leuchtende Hundehalsbänder gibt es in vielen verschiedenen Längen, Farben, einige auch mit Farbwechsel und verschiedenen Funktionen wie z.B. blinken, fading oder Strobe. Meist steckt im eigentlichen Halsband ein flexibler, flacher Lichtwellenleiter an dessen einer Seite die eigentliche Lampe befestigt ist. Lässt man das Halsband so wie es ist macht das Ding ein schönes weiches Licht. Ich benutze die Halsbänder oft an Kreisscheiben oder befestige sie am Model. Wenn man den Lichtwellenleiter mit der Lampe aus dem Halsband heraus nimmt hat man eine Art flexibles Light Blade.

Hier mal 2 Links:
Armband  

Hundehalsband

8. LED-Tagfahrlicht

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Eine brutal helle LED-Lampe für 1,40€? Ja, die gibt es! Tagfahrlicht  für's Auto. Die Dinger sind zwar nicht für den Straßenverkehr zugelassen , aber das ist für den Einsatz im Light Painting auch nicht ganz so wichtig. Im Bild auf der linken Seite besteht die Kreisscheibe aus mehreren dieser Tagfahrlichter. Vor diesen habe ich verschiedene Farbfilterfolien angebracht. Einziger Nachteil der Lampen ist, dass sie nur einen sehr engen Leuchtwinkel haben, also fast nur von vorne zu sehen sind. Aber für die Kreisscheibe ist das ja genau das was ich will.
An die beiden Leitungen habe ich eine 12V-Buchse angeschlossen und an diese kommt dann wieder ein Akkupack.

Es gibt LED-Tagfahrlichter auch in anderen Ausführungen, z.B flexibel, und in anderen Farben, orange, rot und blau habe ich bisher gefunden.


9. EL-Wire

EL-Wire kennt jeder, oder?

Elektrischen Nebel, leuchtende Masken oder Klamotten, feste Leuchtspuren im Bild... Kaum ein Lichtwerkzeug kann man so vielfältig im Light Painting einsetzen wie EL-Wire.

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10. Lichtschwert

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Ja genau, wir reden von den Lichtschwertern für Kinder, meist mit lustigen Geräuschen. Ich baue das Vorderteil ab und stecke eine Led Lenser M7RX in das Lichtschwert. Das Hinterteil mit der LED und dem Sound schmeiße ich meist weg. Die LED ist zu schwach und der Star Wars Sound nervt ziemlich schnell.

Die Vorderteile der Schwerter bestehen aus mehreren Teilen. Entweder man benutzt alle oder auch nur das kleine Teil vorne, oder 2, je nachdem welche Länge man gerade braucht. Zusammengeschoben nehmen sie nicht viel Platz im Rucksack ein. Das geringe Gewicht kommt dem kranken Rücken des Light Painters ebenfalls sehr entgegen. Wir schleppen ohnehin schon viel Zeugs mit uns rum.


11. Stahlwolle

Stahlwolle kostet auch deutlich unter 10€, allerdings ist Stahlwolle alles andere als ein cooles Light Painting Tool. Ich konnte diesen Bildern noch nie etwas abgewinnen. Das Hauptproblem bei der Verwendung von Stahlwolle im Lightpainting ist allerdings ein anderes. Stahlwolle verbrennt mit sehr hohen Temperaturen. Beim Drehen lässt sich kaum steuern wie groß die glühenden Metalpopel werden und wie weit diese fliegen. Wenn ein größerer glühender Metalklumpen die Frontlinse des Zeiss-Objektivs trifft ist das sicher ein Fall für den Glascontainer. Und wenn brennende Stahlwolle das Auge eines Beteiligten trifft wird wohl das Augenlicht hin sein, da sind Löcher in den Klamotten noch das geringste Problem. Einige Experten haben in den letzten Jahren auch das Ein oder Andere beim Stahlwolle-Drehen abgefackelt, Boote, Denkmäler, den halben Wald...
Ein weiteres Problem sind die Verbrennungsrückstände, die beim Drehen entstehen. Das sind harte, rasiermesserscharfe Teile die dann im Park oder Wald rumliegen. Da hat der Fuchs einen schönen Spaß wenn er sich die Pfote am Stahlwollerest schneidet. 

In diesem Sinne wünsche ich euch allzeit gutes Licht

Sven

Der Artikel enthält Links zu Produkten bei Amazon.de.

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Infrarot Light Painting

For english version follow the link: Light Painting Blog

Es war uns eine riesengroße Freude einen der innovativsten und kreativsten Light Painter vor einiger Zeit als Gast unser Veranstaltung Light Painters United in Berlin begrüßen zu dürfen; Dan Chick aus Denver (USA). Nach meiner Recherche ist er der Einzige, der eine Infrarot-Kamera im Light Painting einsetzt. Bis jetzt, jedenfalls ;-)

Nachdem wir gesehen hatten wie er diese Bilder macht, und vor allem nachdem wir die Ergebnisse sahen stand fest, dass wir das auch versuchen müssen. Ich begann also im Internet über das Thema Infrarot-Fotografie zu recherchieren. Ich fand recht viele verwirrende und sich widersprechende Beiträge von den verschiedensten "Experten". Ich entschied mich es einfach zu versuchen. Ich hoffe, mein Beitrag trägt etwas zur Erhellung bei.
Schritt 1:
Die Kamera muss so umgebaut werden, dass der Sensor infrarotes Licht aufnehmen kann. Das bedeutet, dass das vor jedem Sensor verbaute IR-Filter ausgebaut werden muss. Das Filter blockiert Licht mit Wellenlängen von mehr als 700nM.  Ich holte also die seit langer Zeit unbenutzt im Schrank liegende Nikon D70 (meine erste DSLR) raus und schraubte das Gehäuse auf.

Als erstes sollte unbedingt der Spiegel hochgeklappt und der Verschluss geöffnet werden um Schäden an diesen empfindlichen Teilen während des Umbaus zu vermeiden. Dazu habe ich die Kamera, entgegen der Empfehlung von Nikon, auf manuellen Modus und "bulb" gestellt, den Auslöser betätigt und dann den Akku entfernt. Spiegel und Verschluss funktionieren nur elektrisch, somit bleiben sie so lange in dieser Stellung wie die Kamera keinen Strom (Akku) hat.

Die Rückwand ist mit 4 kleinen Kreuzschlitzschrauben am Gehäuse befestigt. Man benötigt einen GUTEN! Schraubenzieher der Größe PH00 dafür. Anschließend löst man die 4 Kreuzschlitzschrauben der Metallplatte auf der der Sensor befestig ist. Und schon sieht es aus wie auf dem Bild links.

Danach habe ich die 4 noch kleineren Kreuzschlitzschrauben des schwarzen Rahmens am Sensor entfernt. Dafür braucht man einen Schraubenzieher der Größe PH000, natürlich einen mindestens genauso guten wie der PH00. Dieser Rahmen hält das Schutzglas und das grünliche IR-Sperrfilter vor dem Sensor. Mein Plan war nur das IR-Filter zu entfernen, allerdings waren beide Gläser im Falle meiner Kamera irgendwie verklebt. Ich bekam die beiden Gläser nicht voneinander gelöst. Also flogen beide Scheiben in die Glastonne. Bei dieser Arbeit sollte man fusselfreie Baumwollhandschuhe tragen und nebenbei keine Schmalzstulle essen, Fettflecken auf dem Sensor kommen gar nicht gut. Wenn man sich die Option offen halten will die Kamera später wieder in eine normale Kamera zurückzuverwandeln schmeißt man das Filter natürlich nicht in die Tonne sondern verpackt das Teil sicher und vor allem staubdicht.

 

Damit der Sensor nicht unnötig lange dem Staub der Wohnungsluft ausgesetzt ist, habe ich so schnell wie möglich den Rahmen montiert und die Kamera wieder zusammen gebaut.

 

Die Nikon D70 ist sehr einfach umzubauen, es müssen keine Kabelverbindungen gelöst werden. Bei den meisten Kameras sind auf der Leiterplatte an der Rückseite oben und unten diese filigranen Flachkabel. Beim Lösen und Verbinden während des Umbaus kann schnell mal was schiefgehen. Aber man muss das ja auch nicht unbedingt selbst machen. Es gibt mehrere Dienstleister die so ziemlich jede Kamera umbauen. Die Preise dafür liegen zwischen 150 und 250 €. Dafür bekommt man dann auch eine Garantie auf den Umbau.

Gekauft hätte ich jetzt wahrscheinlich keine neue Kamera um sie auf Infrarot umzubauen. Aber der Kauf einer gebrauchten Einsteiger-DSLR für den Umbau bei ebay ist sicher eine Überlegung wert. 

Schritt 2:

Test.
So wie die Kamera jetzt ist nimmt sie das volle sichtbare Lichtspektrum und zusätzlich infrarotes Licht auf. Das Bild von unserem Kater Leo sieht fast wie ein normales Foto aus. Und wenn man nicht weiß, dass das Kissen auf dem Stuhl gar nicht diese ekelhafte Farbe hat, sondern blau ist, fällt das wahrscheinlich kaum jemandem auf. Allerdings habe ich nachträglich am Rechner den Weißabgleich des RAW-Bildes korrigiert, das Bild war ursprünglich sehr rot.

Infrarotes Licht wird vom Objektiv anders gebrochen als sichtbares Licht. Aus diesem Grund funktionieren sowohl der Autofokus als auch das manuelle Fokussieren durch den Sucher nicht mehr. Der Fokus sitzt immer etwas zu weit vorne. Man könnte recht komfortabel über Live-View fokussieren... wenn denn die D70 über diese Funktion verfügen würde.


Ebenso wenig wie der Autofokus funktioniert die Belichtungsmessung auf infrarotes Licht. Das Bild oben habe ich im Modus "A" mit einer Belichtungskorrektur von -3EV aufgenommen.  Für den eigentlichen Einsatzzweck Light Painting spielt das aber keine Rolle. Als "Fokushilfe" werde ich einfach eine Art Umrechnungstabelle für alle verwendeten Objektive schreiben. Bei 50 mm Brennweite liegt der Fokus für infrarotes Licht bei 2,2 Metern wenn die Kamera auf sichtbares Licht bei 2 Metern scharf stellt. 

Ein weiteres Problem ist, dass die D70 keinen Anschluss für einen Fernauslöser hat. Die einzige Möglichkeit ist die Verwendung eines Infrarot Fernauslösers. Recht ungünstig wenn man die Kamera auf Infrarot umgebaut hat. Ich will ja schließlich nicht das Light Painting mit dem Fernauslöser machen. Allerdings haben die Freunde bei Nikon mal 'ne Sekunde nachgedacht. Im Modus "bulb" beginnt die Belichtung beim ersten Druck auf den Fernauslöser und endet wenn man das zweite mal drückt. Also: Objektiv abdecken, Belichtung starten, Objektiv aufdecken, Light Painting machen, Objektiv wieder abdecken, Belichtung beenden. Somit ist das Licht des Auslöser nicht im Bild zu sehen. 

 

Schritt 3:

Brauche ich ein Infrarotfilter, also ein Filter das sichtbares Licht blockiert,  für das Objektiv? Und wenn ja welches? 

Unser Berliner Studio ist komplett dunkel, die Wände und der Boden sind schwarz. Hier nimmt die Kamera nur das Licht auf was ich während der Belichtung einschalte. Benutze ich also nur eine Infrarotlampe nimmt die Kamera auch nur infrarotes Licht auf. Allerdings kann man so schlecht arbeiten weil das Infrarotlicht der Lampe für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Man würde komplett blind arbeiten.

Also ist die bessere Möglichkeit ein IR-Filter vor das Objektiv zu schrauben. Dieses lässt nur Infrarotlicht durch und blockiert das Spektrum des sichtbaren Lichtes. Mit aufgeschraubtem Filter kann ich soviel Licht ohne Infrarotanteil (z.B. grün) einschalten wie ich will, die Kamera nimmt dieses nicht auf. Mit Hilfe des grünen Lichtes kann ich mich zumindest während des Lightpainting im Raum orientieren und erkennen in welche Richtung ich mit der Infrarotlampe gerade leuchte. Infrarotfilter sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Gängige Wellenlängen ab denen das Licht durchgelassen wird sind 700, 720, 760, 850 und 950 nM. Die meisten IR-Taschenlampen haben eine Wellenlänge von 850 nM. Damit das Licht der Taschenlampe im Bild sichtbar ist sollte das Filter 850 nM auf jeden Fall durchlassen. Ich habe mich für ein Filter mit 720 nM entschieden. Viele der von mir verwendeten Objektive haben ein 77 mm Filtergewinde, also habe ich in dieser Größe ein Schraubfilter gekauft. Eckige IR-Filter für Einschubsysteme habe ich nicht gefunden, was aber nicht heißen muss, dass diese tatsächlich nicht hergestellt werden. Alternativ kann man auch ein Stück unbelichteten, entwickelten Negativfilm als IR-Filter missbrauchen. Ein zurecht geschnittenes Stück 36 mm Kleinbildfilm kann man gut vor dem Sensor befestigen. 6x6 oder größerer Rollfilm passt auch vor die meisten Objektive. Das Material sollte auf jeden Fall absolut glatt und fehlerfrei sein. 

 

Schritt 4:

Die Taschenlampe(n). Ich hatte erstmal überhaupt keinen Plan wie viel Leistung ich für unsere Zwecke brauche. Ich fand Lampen mit Angaben wie 800 Lumen, 3 Watt oder ähnliches. Kann man für Infrarot überhaupt den Lichtstrom (richtig) messen? Zum Testen habe ich eine Lampe mit angeblich 3 Watt für 13€ bestellt, angetrieben von einer AA Batterie. 

Dann fiel mir ein, dass meine Freunde Heinz-Jörg und Garry von EMD in viele verschiedene Taschenlampen viele verschiedene LED's einbauen, UV, Golden Amber oder welche mit erheblich größerer Helligkeit als die vom Hersteller verbauten. Ich hab also den Wurzi angerufen und gefragt ob er mir nicht eine Led Lenser M7 oder P7 auf IR umbauen könnte. Mir war ja vorher klar, dass er solche Herausforderungen liebt. ;-) Nach kurzem Hin und Her wozu ich die Lampe benutzen will und was sie leisten soll hat er sich bereit erklärt eine Lampe für mich zu modifizieren. 

Die Aufnahmen oben haben wir mit der 13€ Lampe gemacht. Das Teil ist brutal hell. Bei Blende 11 hatte Marla  die Lampe im Bild links in einer Entfernung von ca. 2 Metern  ca. 2 Sekunden auf Gunnar gerichtet. Einige Stellen sind schon ausgebrannt. Beim anderen Bild haben wir aus größerer Entfernung (5 Meter) mit der IR-Taschenlampe beleuchtet. Beide Aufnahmen sind mit Blende 11 bei ISO 200 mit dem Tokina 19-35 / 4 bei 24 mm entstanden. ISO 200 ist der kleinste ISO-Wert der Nikon D70, bei ISO 100 wären die Ergebnisse um einiges besser. Die Bildqualität meiner ersten DSLR von 2003 ist ohnehin für heutige Verhältnisse recht miserabel. Vor allem das starke Bildrauschen bei langen Belichtungszeiten ist sehr störend, da hilft auch die Rauschreduzierung der Kamera nicht viel. Bei 20°C und mehr als 60 Sekunden Belichtungszeit ist das Bild meist nicht mehr zu gebrauchen.

 

Eine weitere Herausforderung ist das Einstellen des Weißabgleichs im Infrarot Light Painting. Ich wollte, dass Gunnar im fertigen Bild keinerlei Farbstich hat. Also habe ich bei den Bildern oben in der Bildbearbeitung den Weißabgleich so korrigiert, dass das infrarote Licht weiß ist. Leider bietet die D70 keine Möglichkeit den ermittelten Wert von ca. 4400k einzustellen. Lediglich Vorgaben wie Sonne, Schatten, Kunstlicht usw. sind möglich.

Die Verschiebung des Weißabgleichs auf das infrarote Licht hat allerdings zur Folge, dass die anderen Farben nicht mehr korrekt dargestellt werden. Im rechten Bild wurde das Light Painting mit einem kräftigen Blau gemalt. Im linken Bild mit einem kräftigen Orange. 

Im Bild rechts habe ich die IR-Taschenlampe an einem Bündel schwarzer Glasfasern befestigt. Dieses habe ich recht schnell über das Gesicht meines Models Matti bewegt. Das Lampe war nicht länger als 3 Sekunden eingeschaltet. Auch hier sind einige Stellen ausgebrannt. Die Brennweite war hier 35 Millimeter, der Abstand von der Kamera zum Model betrug ungefähr 1,5 Meter. Fotografiert habe ich mit Blende 13 und ISO 200.
Mit einer längeren Brennweite wäre das Ergebnis vermutlich besser da der Abstand zwischen Kamera und Licht größer wäre. Das infrarote Licht würde nicht so schnell ausbrennen. 
Wir brauchen sicherlich noch einige Zeit und viele Testaufnahmen um wirklich gute Ergebnisse zu bekommen. Aber spannend ist diese Technik für uns durchaus, vor allem die Möglichkeit den infraroten Schwarzweiß-Look mit normalem Light Painting mit Farben zu kombinieren. 


Vor allem müssen wir noch Erfahrungen sammeln welches Material infrarotes Licht stark reflektiert und welches nicht. Anhand der Farbe des Materials lässt sich das jedenfalls nicht beurteilen. 
Im Bild rechts war Erik komplett Schwarz gekleidet. Wie man sieht ist die Hose im Bild schwarz, die Schuhe sind weiß und die Jacke ist grau.

 

Allzeit gutes Licht

Euer Sven


Dan Chick beim Meetup in Rom im März 2017 über das Thema Infrarot im Light Painting:


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Light Painters United

Gemeinsam mit unseren Freunden von Aurora Movement machten wir uns eines Tages auf die Suche nach neuen Locations. Zuerst statteten wir der Malzfabrik Berlin einen Besuch ab, ein in den Jahren 1914-1917 im Berliner Stadtbezirk Schöneberg errichteter Industriekomplex. Im Jahre 1996 wurde die Malzfabrik stillgelegt. 
Wir waren überwältigt. Die Fabrik ist einem erstaunlich guten Zustand, viele Anlagen sind noch unversehrt vorhanden, Schrottdiebe und Vandalen wurden bisher erfolgreich ferngehalten. Wir sahen uns gemeinsam ein riesengroßes Gebäude mit unzähligen für unsere Kunst gut geeigneten Räumen an. Herzlichen Dank an Sally, die uns führte und zum Gelingen des Treffens einen großen Beitrag leistete.

Später fuhren wir zur ehemaligen NSA Abhöranlage auf den Teufelsberg. Der Teufelsberg ist mit einer Höhe von 120 Metern die zweithöchste Erhebung in Berlin. In den 1950er Jahren begann die US-Army auf diesem Trümmerberg mit dem Bau der Abhöranlage. Im Jahr 1991 wurde die militärische Nutzung aufgegeben, die amerikanischen und britischen Streitkräfte zogen ab. In den Jahren danach verfiel die Anlage, vor allem durch Vandalismus, immer mehr. Beeindruckend ist die Anlage dadurch allerdings nicht weniger. Wir nahmen unsere Lampen und Kameras mit und tobten uns einige Stunden in luftiger Höhe aus, wobei uns der Wind trotz sommerlicher Temperaturen mächtig um die Nase wehte.

Einige Tage später saßen wir zusammen um uns auf einen Termin für unseren nächtlichen Besuch in der Malzfabrik zu einigen.  Da die Fabrik sehr groß ist kam die Idee: "Wir können doch noch ein paar Leute mitnehmen wenn wir dort hinfahren". Daraus entstand die Veranstaltung LIGHT PAINTERS UNITED.  Wir luden befreundete Light Painter aus der ganzen Welt ein, um mit ihnen gemeinsam zu arbeiten, zu lachen und zu quatschen. Fast alle haben sofort zugesagt und waren von Beginn an schwer begeistert.  

Nun war Organisationstalent gefragt.  Der Aufwand zur Vorbereitung und Durchführung des Treffens war recht groß. Unterkünfte für unsere Gäste suchen, Verhandlungen mit den Verantwortlichen in den beiden Locations führen, interessante Spots jenseits des Light Painting für unsere Gäste raussuchen, die besten Currywurst-Buden für Phill & Mart auf der Karte markieren, usw. Die meiste Arbeit und Zeit hat Mafu in die Organisation im Vorfeld gesteckt. Ihm gilt unserer besonderer Dank.  

Am Freitag den 15. September 2017 trafen wir uns dann in der Malzfabrik, leider kam Pala Teth mit Verzögerung an. Der Arme stand noch auf der Autobahn im Stau. Die Spannung und Freude war auf allen Seiten riesig sich wiederzusehen, bzw. sich nun endlich mal persönlich kennen zulernen. Nach einem Rundgang durch die Fabrik, bei dem Gunnar hervorragend dolmetschte (don't touch) und einem ersten Bier fingen alle sofort an ihre Bilder zu machen. Es fanden sich mehrere Gruppen zusammen in denen mit viel Spaß und geballter Kreativität gemeinsame Ideen umgesetzt wurden. Jeder war bereit dem anderen zu helfen, z.B. Modell zu stehen oder zu illuminieren und Ideen zu den einzelnen Fotos beizutragen. Die entstandene Dynamik in den Gruppen war fast so beeindruckend wie die vielen entstandenen Kunstwerke.  

Am nächsten Tag ging es dann zuerst einmal auf den Teufelsberg. Nach der Besichtigung der Anlage entschieden sich einige unsere Gäste dort zu bleiben. Die anderen fuhren nach ausgiebiger Besichtigung wieder in die Malzfabrik, um dort noch mehr Bilder zu machen und Ideen vom Vortag auszuleben. In der Malzfabrik durften wir ein ganz romantisches Ereignis erleben,  Dan machte Nancy mit einem Lightpaintig einen Heiratsantrag. Sie hat "Ja" gesagt!

Wahrscheinlich wären alle auch nach einer Woche nicht müde geworden sich dort in der Dunkelheit auszutoben. In beiden Locations gab es unendlich viele Möglichkeiten und Konzepte der Beteiligten. 

Am Sonntag trafen wir uns dann in unserem Berliner Studio. Buschi hat den Grill angeworfen und briet wie ein Weltmeister Vegetarisches, Fleisch und natürlich Würste für Mart und Phill. Alle waren ausreichend mit Getränken versorgt. Wir feierten Dan und Nancys Verlobung, haben viel gelacht, gefachsimpelt, Feuerwerkskörper getestet und natürlich unendlich viele Light Paintings gemacht.  Dieses besondere Wochenende wird wohl niemand so schnell vergessen. Die freundschaftliche und warmherzige Stimmung war unbeschreiblich. Das müssen wir unbedingt so schnell wie möglich wiederholen.

 

Ihr wart großartig Freunde! 

 

Eure Marla und Euer Sven

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
©Dan Chick

 

WILL YOU MARY ME?

Mit diesem Light Painting machte Dan Chick seiner Nancy in der Berliner Malzfabrik in der Nacht vom 16. zum 17.09.2017 einen Heiratsantrag. Sie hat JA gesagt.

Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen besonderen Moment mit den beiden teilen durften. 

Wir wünschen euch alles Gute! Möge das Licht immer mit euch sein.



Bilder von Lichtkunstfoto: 
Wir danken Monika Sandel und Nancy Nguyen, dass sie uns als Model zur Verfügung standen.

Einige der Light Paintings unserer Gäste:

"Behind the scenes" Fotos:

All images are coprighted: Lichtkunstfoto, Aurora Movement, Mart Barras, Phill Fisher, Kim von Coels, Pala Teth, Jannis Sid, Monika Sandel, Nacho Cosio, Stabeu, Frodo Alvarez DKL, Dan Chick, Nancy Nguyen.

Links:

Wikipedia Artikel Teufelsberg

Wikipedia Artikel Malzfabrik

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Farben im Light Painting Teil 1

Künstlerische und ästhetische Aspekte

English version on lightpaintinblog.com

 

Als Fortsetzung des letzten blogs "Weniger ist mehr" geht es in diesem Beitrag um die harmonische Farbgestaltung im Light Painting.

In der Light Art Photography und im Light Painting lässt sich mit geeigneten Lampen und Farbfiltern (fast) jede Farbe in (fast) jeder gewünschten Sättigung und Helligkeit darstellen. Einige Light Painter sind oftmals versucht möglichst viele Farben in einem Bild darzustellen ohne sich offensichtlich der Wirkung der Farben auf das Auge des Betrachters und die Wirkung der Farben zueinander bewusst zu sein.

Auf der anderen Seite gibt es Light Painting Künstler die sehr konsequent mit Komplementärfarben arbeiten wie der geschätzte Pala Teth. Wenn man ausschließlich 2 Komplementärfarben im Bild benutzt kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Allerdings gefallen mir bestimmte Farben und/oder deren Sekundärfarben einfach nicht wie z.B. Violett und Grün.
Und wie bei vielen anderen Aspekten im Light Painting oder auch der Fotografie im Allgemeinen sollte man möglichst alle Regeln kennen um sie bewusst missachten zu können.

Mir ist durchaus klar, dass Menschen Farben unterschiedlich wahrnehmen. Der Farbkreis im Bild rechts hat sicher keine Allgemeingültigkeit. Es gibt bestimmt Menschen die andere Farbkombinationen als angenehm empfinden. Was aber sicher die meisten Betrachter unser Light Painting Bilder stört ist die Verwendung von vielen "starken" Farben. Ich jedenfalls mag mir Bilder in denen kräftiges Rot, kräftiges Blau, kräftiges Grün und womöglich noch Gelb und Lila gleichzeitig verwendet wurden nicht so gern ansehen auch wenn sie ansonsten gut gestaltet sind.

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Bab 2

Der zweite Ansatz ist die schon oben erwähnte Arbeit mit Komplementärfarben. Im Bild oben ist das blaue Licht die Komplementärfarbe zum roten Kleid. Das Blau entspricht zwar nicht exakt der Farbe gegenüber Rot im Farbkreis, die Wirkung der beiden Farben zueinander ist aber trotzdem harmonisch. Der weiße äußere Teil stört die Wahrnehmung der Farben nicht. Weiß kann man immer gemeinsam mit allen Farben und Farbkombinationen im Light Painting verwenden.


Schwieriger ist die Arbeit in Locations die eben nicht komplett schwarz sind wie z.B. im Kaufhaus Görlitz im Bild rechts.

 

Zum Einen konnten wir gegen das Licht der Straßenbeleuchtung und des gegenüberliegenden Gebäudes welches durch die großen Fenster in das Kaufhaus schien nichts unternehmen. Dieses Licht mussten wir also ins Bild einbauen. Glücklicherweise war dieses Licht fast weiß.
Hier habe ich bewusst keine Komplementärfarbe zur Ausleuchtung des Raumes gewählt, sondern eine der "natürlichen" Farbe der Säulen und des Fußbodens recht ähnliche. 

Für das Kleid hätten wir jetzt mehrere Farben zur Auswahl gehabt. Entweder Rot wie der überwiegende Teil der Szene, Türkis als Komplementärfarbe zum Rot/Orange der Szene oder das letztendlich von uns benutzte Weiß. Eine Frau in einem weißen Kleid hat eine ganz andere Bedeutung für die Bildaussage als eine Frau in einem farbigen Kleid.


Beim zweiten Bild aus dem Kaufhaus hatte Marla einen anderen Ansatz. Sie benutzte die natürliche Farbe des Gebäudes durch Ausleuchtung mit einer weißen Lampe. Bei diesem Besuch des Kaufhauses waren die großen Werbeleuchten am Gebäude gegenüber ausgeschaltet (Danke nochmal dafür Danilo). Somit wurden die großen Fenster nur noch von den orangefarbenen Natriumdampflampen der Straßenbeleuchtung angestrahlt.

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Kaufhaus 2
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Energy 1

Ungeachtet der Verträglichkeit gilt es noch andere Aspekte bei der Wahl der Farben im Light Painting zu beachten. Es gibt, auf Grund der Wellenlänge, sehr schwierige Farben. Eine solch schwierige Farbe ist Blau. Blau "frisst" die Schärfe und Tiefe im Bild. Blau brennt sehr schnell zu weiß aus. Im Bild links sieht man das ganz gut unten und oben am Orb.

Tiefe hat diese Bild hauptsächlich durch den zusätzlichen Zoom-Effekt, und durch das Licht der Fenster. Auf die Schärfe kommt es bei diesem Bild eigentlich nur beim Orb an, durch den Zoom-Effekt ist ohnehin das Bild nicht durchgehend scharf.

 

Im Gegensatz dazu sind die langwelligen Farben, und Weiß, im Light Painting recht einfach zu steuern. Rot wird erst orange, dann gelb und erst dann weiß.

 

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

Quelle: Wikipedia
Farbkreis nach Isaac Newton

Welche Ansätze zur Farbgestaltung im Light Painting haben wir?

 

Ein Ansatz ist die Arbeit mit einer Farbe wie im Bild unten. Das Licht hat eine dem Kleid des bezaubernden Models sehr ähnlich Farbe. Wichtig bei dieser Art von Light Painting ist, dass man einen recht starken Helligkeitsverlauf im Bild hat. Ansonsten wirkt es sehr schnell platt und langweilig. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Bab 1

Bei den beiden Bildern oben konnte ich alle verwendeten Farben frei wählen. Diese Bilder sind in unserem Berliner Atelier entstanden. Dieses ist komplett schwarz und es gibt keine äußeren Einflüsse auf die Bilder.


Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Kaufhaus 1

Als Komplementärfarbe zum vorhanden Licht benutzte sie dieses helle Blau für den Bereich über dem Model. Das grünliche Licht an den Flügeln ist eher ungewollt weil es von der Farbe des changierenden Stoffes verursacht wurde. Es passt von der Helligkeit und Sättigung her perfekt zum zarten Blau darüber.


Grundsätzlich werde ich meist ein wesentlich harmonischeres Bild als Ergebnis haben wenn ich die Anzahl der Farben im Light Painting auf 1 bis 2 begrenze. Vor allem wenn mein Hauptmotiv ein Model ist. Zu viele, zu grelle Farben würden nur vom eigentlichen Motiv ablenken. 

Wenn allerdings das Hauptmotiv eine Lichtfigur wie z.B. ein Orb ist auf den der Blick des Betrachters gezogen werden soll kann man auch gerne mal tiefer in den Farbeimer greifen. Allerdings sollte man auch hier auf ein gutes Zusammenspiel der Farben achten, auch wenn es wie im Bild links dann zwei Farben sind die im Farbkreis nicht gegenüber liegen.

Hätte ich hier allerdings noch zusätzlich ein kräftiges Blau oder Lila verwendet wäre vielen Betrachtern wohl schwindelig geworden... oder übel.

Es spricht absolut nichts gegen Experimente mit verschieden Farben. Es spricht nicht viel gegen die Verwendung von mehr als 2 Farben in einem Bild. Ihr solltet aber immer auf die Wirkung der Farben achten wenn der erste Moment der Freude über den perfekt gedrehten Orb vorbei ist. Versucht nur die Farben auf euch wirken zu lassen egal wie gut das Bild ansonsten geworden ist. Den meisten Betrachtern ist der Aufwand für den perfekten Orb nämlich meist völlig Schnuppe, sie sehen das Bild als Ganzes mit all seinen Stärken und Schwächen. 

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Energy 2

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Weniger ist mehr

Wir hatten sicher alle schon mal die Idee, alles was wir können in einem Light Painting unterzubringen. Meist geht allerdings die Bildidee, wenn überhaupt vorhanden, dabei völlig unter. Oftmals frage ich mich bei überfrachteten Bildern was mir der Künstler damit sagen will. Was ist das Motiv? Wohin soll ich (zuerst) schauen? Welche Geschichte soll erzählt werden? ...
Wenn ich meine Bilder als eine Art technische Zeichnung oder Bedienungsanleitung verstehe ist das vielleicht eine gute Idee Kreisscheiben, Orbs, Domes und EL-Wire in ein einziges Bild zu malen. Wenn ich dann allerdings noch den Rest der Szene mit allen Farben des Regenbogens beleuchte habe ich vermutlich auch den letzten Betrachter vor den Kopf gestoßen. Die allermeisten geneigten Betrachter werden die Idee hinter dem Bild nicht verstehen, sie werden von der Fülle des Gezeigten überfordert und von den vielen Farben verwirrt sein.

 

Was macht meiner Meinung nach ein gutes Bild in der Light Art Photography aus?
Ein gutes Bild erzählt eine Geschichte.
Ein gutes Bild spricht den Betrachter emotional an.
Ein gutes Bild hält den Blick des Betrachters länger als 1 Sekund fest.

Ein gutes Bild stellt dem Betrachter Fragen, nicht nur technischer Natur.

Ein gutes Bild hat einen erkennbaren Bildaufbau. Nein, nicht unbedingt Drittelregel, goldener Schnitt oder ähnliches. Aber es sollte erkennbar sein, dass der Künstler über den Bildaufbau nachgedacht hat.
Ein gutes Bild führt den Blick des Betrachters zum wichtigsten Bildteil.
Ein gutes Bild stellt Farben harmonisch und überlegt dar. 
Ein gutes Bild lässt die Lichter nicht ausbrennen und hat in den Schatten sichtbare Zeichnung, obwohl dieser Punkt durchaus absichtlich missachtet werden kann wenn es der Bildaussage dienlich ist.
Andere technische Anforderungen wie Schärfe, Rauschen und Ähnliches lass ich mal außen vor.

 

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Mermaid awaits...

Ich versuche mal an diesem Bild mein Gedanken zu erklären:
Für mich erzählt dieses Light Painting eine Geschichte. Ob sie jedem Betrachter ebenfalls eine Geschichte erzählt, und ob es bei jedem Betrachter die gleiche Geschichte ist spielt für mich keine große Rolle. Sicher freue ich mich, wenn mein Bild auch anderen Menschen gefällt, aber letztendlich mache ich meine Bilder für mich. Ich muss sie verstehen und gut finden, alles andere kommt erst an zweiter Stelle.

 

Wer gerne am Meer ist wird sich wohl sofort emotional auf dieses Bild einlassen (können), oder? Warme Farben am Himmel, Sternenhimmel, eine schöne, mysteriöse Meerjungfrau... 

 

 


Den Blick des Betrachters im Bild halten? Das können nur die Betrachter selbst sagen. Mein einziges Hilfsmittel um das zu kontrollieren, abgesehen vom persönlichen Kontakt, ist der Zuspruch auf Plattformen wie flickr, 500px oder facebook. Wer dort auf das Bild in irgendeiner Form reagiert hat es sich mit Sicherheit etwas länger angesehen als 1 Sekunde.

 

Fragen stellt das Bild für mich schon. Worauf wartet die Meerjungfrau? Warum sitzt sie überhaupt dort? Wohin schaut sie?...

 

Bildaufbau? Ich hätte die Meerjungfrau auch in die Bildmitte setzen können, aber wäre es dann immer noch so gut? Ich denke, der geneigte Betrachter erkennt, dass ich nicht wahllos drauflos gearbeitet habe sondern vorher einige Zeit über den Bildaufbau nachgedacht habe.

Der Blick wird hier zur Meerjungfrau und dann weiter zu dem Punkt geführt auf den sie zu blicken scheint, und dann wieder zurück zur Meerjungfrau.

 

Die Farbe des Light Painting für den Fischschwanz hätte durchaus auch eine andere sein können, Weiß z.B.. Aber um eine Verbindung zum Meer darzustellen fand ich diese Farbe sehr geeignet. Rot, Lila, Gelb... hätten hier nicht gepasst. Mehrere Farben im Schwanz wären auch eine Option, wenn sie denn zueinander und zum Licht der Umgebung passen. Zum Tema Farben werde ich demnächst einen eigenen Blog-Beitrag schreiben.

 

Sicher sind meine Ideen nicht allgemein gültig. Man kann auch hunderte andere Ideen haben. Sicher kann man dieses Bild auch auf andere Weise interpretieren. Wichtig ist aber eigentlich nur, dass ihr selbst eine klare Idee habt bevor ihr die Lampen einschaltet und mit eurem Light Painting beginnt. Denkt nicht so viel über das perfekte Tool nach, versucht nicht auf Krampf das "perfekte" Light Painting zu machen, wichtiger ist eine gute Bildwirkung und eine spannende Geschichte in eurem Bild, auch wenn der Orb nicht perfekt rund geworden ist.

 

Genug über mich geredet. Schaut ich die Bilder von Cenci Goepel und Jens Warnecke an. Sehr beeindruckende Bilder mit sehr geringem Aufwand für das Light Painting und wenig Anspruch an die Perfektion des Light Painting. 
http://www.lightmark.de/

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

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2 Wochen auf der Insel Hiddensee

Unser zweiwöchiger Aufenthalt auf Hiddensee sollte eigentlich der Erholung dienen, aber wir konnten die Finger nicht vom Light Painting lassen.

Nachdem wir tagsüber nach passenden Fotokulissen suchten, packten wir an einigen Abenden unsere Ausrüstung ein und gingen los, Kunst zu machen. Dazu muss man wissen, dass die Insel autofrei ist, wir arbeiteten also minimalistisch mit Rucksack und Fahrrad.

Zuerst versuchte sich Sven an ein paar Strohballen, leider funktionierte das Tool nicht so wie erhofft, so dass er frustriert aufgab.

Nun machten wir das von mir schon in Berlin geplante Bild „Der Mönch von Kloster“. Auf Hiddensee gab es das Kloster St. Nikolaus, welches vom 13. bis zum 16. Jahrhundert als Zisterzienserabtei bestand. Unser Bild entstand an der alten Klostermauer. Sven war mein Model und ich bediente Kamera und Licht.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
2 + 1

Ein Nachtbild vom Leuchtturm musste auch wieder her. Netterweise kam in dieser Nacht der Leuchtturmwärter vorbei um das Licht im Treppenhaus einzuschalten.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Mermaid awaits...

Als Letztes wollen wir noch ein paar Lightpaintings am Strand realisieren. Dazu kam Erik diesmal mit. Er hatte auch noch eine Bildidee, die er gern umsetzen wollte. Sven erstellte den Orb am Strand, dann machte ich mein „Boot“ und Erik malte den „Flügelmann“ in die Nacht. Weil der Mond so schön schien, entstanden noch ein Orb im Wasser von Sven und das Bild „Wassergeist“ von mir.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Flügelmann
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Wassergeist

Natürlich haben wir auch andere Fotos gemacht und uns prächtig erholt. Wellenbaden, Bernsteinschleifen, Fahradfahren, Eis essen, „Moby Dick“ in der Seebühne, Hafenfest, Freunde treffen und die Seele baumeln lassen.

 

Als nächstes gibt es wieder einen Einsteigerworkshop „Lightpainting“ im Studio. Vielleicht sehen wir uns dort.

 

Marla

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Der Mönch

Da Sven so unzufrieden mit seinem ersten Heuballenbild war, ging er am nächsten Tag noch einmal los. Er fand eine schöne Stelle und konnte mit einem neuen Tool nun sein Bild erstellen.  

Night Photography
Leuchtturm

Wir hatten noch ein Bild geplant, welches wir eigentlich schon im letzten Jahr umsetzen wollten. „Die kleine Meerjungfrau“. Dazu hatte Sven ein Tool für die Fischschuppen gebaut. Wir gingen also nachts zum Strand. Der Wind wehte, es war recht frisch. Wir suchten uns eine schöne Stelle und diesmal fungierte ich als Model und Sven machte die Performance und bediente die Kamera. Leider war das Tool auf dem Weg zum Strand im Rucksack zerbrochen. Zuerst wollten wir abbrechen, aber dann haben wir improvisiert. Das Ergebnis finde ich sehr gelungen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
beach ball
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Das Boot
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Wasserball

Kann man mit Open Source Software professionell arbeiten?

Um die Antwort mal gleich vorweg zu nehmen: Ja, kann man!

Irgendwann hatte ich die Schnauze voll von den Bluescreens, ich wollte nicht mehr 30% meiner Zeit am Rechner damit verbringen das Betriebssystem am Leben zu erhalten. Seit nunmehr über 20 Jahren arbeite ich ausschließlich mit Linux Betriebssystemen, aktuell mit Open Suse Leap 42.2, und ich habe es bisher nicht bereut.
Die allermeisten Menschen benutzen mittlerweile quelloffene Systeme, jeden Tag, meist ohne sich großartige Gedanken darüber zu machen. Auf dem Smartphone läuft Android (Linux), auf dem Tablet läuft ebenfalls Android, das Betriebssystem des Routers ist ein Linux-System, das Betriebssystem des smarten Fernsehers ist ein Linux-System , der digitale Reciever... und, und, und. Und die Geräte mit dem angebissenen Obst funktionieren auch nur deshalb halbwegs vernünftig weil das eben auch ein Unix-Betriebssystem ist, nur eben nicht quelloffen.

 

Einzig in der Welt der PC's ist Windows nicht tot zu kriegen. Das dürfte hauptsächlich daran liegen, dass, aus welchem nicht nachvollziehbarem Grund auch immer, die meisten Computerkisten mit vorinstalliertem Windows verhökert werden. Müssten die Leute beim, oder nach dem Kauf des neuen Rechenknechts überlegen und selbst entscheiden welches Betriebssystem auf den Kasten kommt, würde wohl kaum jemand Windows benutzen. Schon allein auf Grund der Kostenneutralität (ja, wirklich, diese Kommunisten verschenken Linux!) würden die allermeisten Leute wohl Linux benutzen. Auf der Rechnung für den neuen Computer steht ja nicht, dass Microsoft 70 Tacken für die Windowslizens vom Kaufpreis abbekommt. 
Aber der eigentlich wichtige Grund ist ein anderer, die Software ist quelloffen. Jeder, der die Programmiersprache versteht kann sehen was die Jungs und Mädels da programmiert haben. Und es kommt noch besser: jeder Fehler im Programmcode kann und soll von jedem der es kann ausgebügelt werden. Ich muss nicht warten bis Microsoft meint ein Sicherheitsloch an ihrem tollen "Patchday" zu stopfen, weil niemand außer ihnen selbst das kann und vor allem darf. 

Aber ich schweife ab...


Mein üblicher Arbeitsablauf bei der Bearbeitung meiner Bilder sieht so aus:
Ich stecke die Speicherkarte in den Kartenleser. Es startet automatisch Rapid Photo Downloader. Das Programm kann nix weiter als Fotos von der Speicherkarte auf den Rechner kopieren. Aber wie bei Linux üblich (eine Aufgabe - ein Programm) kann es das sehr gut. Das Programm erstellt automatisch Ordner auf der Festplatte nach dem Aufnahmedatum (aber natürlich auch nach anderen Kriterien wenn man will), kopiert die entsprechenden Bilder in den oder die Ordner und legt im Anschluss eine Sicherungskopie auf der externen Festplatte nach dem gleichen Schema an. Wenn es damit fertig ist hängt es die Karte aus und schließt sich selbst. Cool, oder?


Danach starte ich Darktable, das ist ein schönes Programm zur Rohdatenkonvertierung, also Adobe Lightroom für ohne Geld. Zugegebenermaßen ist das etwas gewöhnungsbedürftig in der Bedienung, aber die Ergebnisse lassen wenig Spielraum zum meckern. Und nach einer kurzen Einarbeitungszeit kommt man gut damit zurecht. 


Zur Verwaltung meiner Bilder benutze ich digiKamDas lässt keine Wünsche offen, schaut es euch einfach an. Seit einiger Zeit haben die Jungs auch eine Version für Windows am Start falls ihr nicht gleich das Betriebssystem wechseln wollt.


Zur Erstellung von HDR-Bildern benutze ich Luminance. Für die Freunde der Panorama-Fotografie gibt es Hugin. 

 

Was bleibt noch? Ach ja, Photoshop. Da gibt es natürlich auch was von den Open Source Kommunisten: GIMP.  Gimp ist anders als PS, mittlerweile behaupte ich, dass es besser ist als PS, nicht nur weil es nichts kostet. Die Einarbeitungszeit ist für jemanden der weder Photoshop noch Gimp je benutzt hat sicher bei beiden Programmen gleich. Wenn ich seit 20 Jahren mit Photoshop arbeite ist es allerdings bestimmt nicht einfach und bequem auf ein komplett anders aufgebautes Programm zu wechseln. Aber ich war irgendwann nicht mehr bereit dieses fragwürdige Geschäftsmodell weiter zu unterstützen. Wenn ich mir vor 6 Jahren PS für 1500€ gekauft habe und dieses jetzt auf einen neuen Rechner installieren will geht das nicht mehr weil Adobe nach 5 Jahren die Aktivierungsserver abschaltet. Ich habe also das Programm vor 6 Jahren nicht gekauft sondern für 5 Jahre gemietet. Das Problem ist nur, dass das so nicht im Vertrag stand. Ich stell mir das mal in anderen Lebensbereichen vor... Und über diese Abo-Nummer mit Speicherung meiner Daten in einer US-Amerikanischen Wolke, und dann noch mit Donald Duck als Präsident, der sich einen Dreck um geltende Vereinbarungen zum Datenschutz kümmert, will ich lieber erst gar nicht nachdenken.
Egal wie gut oder schlecht das ist, egal ob es ein angeblicher Standard ist, ich lass mich einfach nicht so gerne verarschen! Letztendlich ist das aber meiner Meinung nach genauso wenig Standard für Fotografen wie die Maschinen mit den lustig spiegelnden Displays der Firma Apple auf denen man nicht ergonomisch und farbsicher arbeiten kann.  Aber wenn man 10 mal am Tag hört, dass man als Fotograf nur Apple benutzen kann glaubt man das womöglich irgendwann. Es gibt ja auch Leute die glauben, dass ihr Deo 72 Stunden wirkt weil's drauf steht... und dann mit der U-Bahn fahren.
In diesem Sinne wünsche ich euch immer gutes Licht.
Euer Sven

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Light Painting Porträts mit Glasfasern

Zum Erschaffen einzigartiger Light Painting Porträts braucht ihr nicht mehr als eine Kamera, ein Objektiv, ein Stativ, ein Bündel Glasfasern und eine Lampe. Und natürlich ein Model.

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self portrait #1

Alle in diesem Beitrag gezeigten Bilder habe ich alleine gemacht. Für den Einstieg in diese Light Painting Technik empfehle ich euch, dass ihr zu zweit arbeitet. Kamera bedienen, mit den Glasfasern im eigenen Gesicht rumfuchteln ohne sich die Augen auszustechen und dann noch darauf achten ein nicht allzu blödes Gesicht zu machen ist alles andere als einfach.

 

Zuerst habe ich meine Nikon D750 auf dem Stativ befestigt. Zum Einsatz kam bei allen Bildern mein Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm/f2. Für diese Aufnahmen  könnte man durchaus auch eine längere, also klassische Porträt-Brennweite, verwenden, wenn der Raum etwas größer ist als in meinem Fall. 
An die Stelle, an der ich später stehen wollte, stellte ich ein zweites Stativ auf um den Fokus einstellen zu können. Bei der Arbeit zu zweit funktioniert das natürlich einfacher weil ihr einfach euer Model an die richtige Position stellen könnt und sie oder er dann einfach dort stehen oder sitzen oder liegen bleibt. 

 

Danach machte ich einige Testaufnahmen um die zur Helligkeit des Tools und der geplanten Bewegungsgeschwindigkeit passende Blende zu ermitteln. Im Bild links war dies f11. 

 

Für das Light Painting habe ich in diesem Bild ein Bündel weißer Glasfasern benutzt. Das Tool ist ca. 30cm lang und besteht aus vielen dünnen Glasfasern, genau wie die lustige Glasfaser-Lampe die Oma 1978 auf dem Wohnzimmertisch zu stehen hatte. Am hinteren Ende des Bündels hatte ich zwei Farbfilter-Folien und eine Led Lenser P5R.2 befestigt.

 

Die besten Ergebnisse erzielt man meist wenn man nur eine Bewegung mit dem Tool über das Gesicht macht, die Gefahr durch leichte Bewegungen des Kopfes während der Aufnahme das Bild zu versauen ist recht groß. 

Für die nächsten Aufnahmen habe ich schwarze Glasfasern benutzt. Diese leuchten nur an den Enden. Als Lampe kam beim Bild auf der rechten Seite eine Led Lenser P5R.2 zum Einsatz. Der Blendenring stand weiterhin auf 11.

Beim Bild unten war eine RGB-Taschenlampe an den Glasfasern befestigt. Diese mischt Weiß aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Durch die geringere Helligkeit der RGB-Lampe hatte ich die Blende für diese Aufnahme auf 5,6 gestellt.

 

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self portrait #3
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self portrait #4
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self portrait #2

Die RGB-Lampe ist natürlich nicht vergleichbar mit wirklich guten Lampen mit vernünftigem Fokus-System und heller Hochleistungs-LED. Auch die Verarbeitungsqualität, die Laufzeit mit den kleinen AAA-Batterien und die Präzision der Schalter sind nicht gerade berauschend. Der Vorteil solcher Lampen ist allerdings, dass sich die Farben durch einfache Betätigung des vorderen Schalters, auch während der Bewegung ändern lässt und, dass die Lampe über einen Color-Fading-Modus verfügt.

 

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self portrait #5

Bezugsquellen für die Glasfasern gibt es einige. Angefangen von verschiedenen Light Painting Shops wie z.B. lightpaintingbrushes.com von Jason D. Page oder dem französischen Shop  www.lightpainting-shop.com, bei welchem einem der Besuch beim Hauptzollamt eures Vertrauens erspart bleibt. Die dort angebotenen Tools haben den Vorteil, dass sie sich sehr einfach mit dem ebenfalls dort erhältlichen Universal Connector mit den verschiedensten Lampen verbinden lassen.

Wer auf diesen Komfort verzichten will kann einfach eine dieser "klassischen" Glasfaser-Lampen kaufen, das Oberteil entfernen und an diesem die Taschenlampe mit Gaffa-Tape befestigen. Die Teile kosten weniger als die Hälfte der professionellen Tools aus dem Lightpainting Shop.
Links zu Amazon:
Schwarze Glasfaser-Lampe

Weiße Glasfaser-Lampe

Manchmal gibt es diese Lampen auch beim Lebensmittel-Discounter in eurer Nähe. Schnell den Prospekt aus der Papiertonne gefischt und nachgeschaut.

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color_scream / I
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
color_scream / II

Links zu den verwendeten Lampen:
Led Lenser P5R.2

RGB-Lampe

 

Wer diese Technik mal live erleben und selbst ausprobieren möchte bucht einfach unseren nächsten Workshop am 02. September 2017, im Moment sind noch einige Plätze frei.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

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Profi? Amateur? Was bin ich? Was will ich sein?

Schauen wir uns zuerst einmal die Begriffe an:
Professionell bedeutet erst einmal nur, dass jemand das was er treibt als Beruf ausübt. Also er verdient sein Geld damit. Es bedeutet nicht, dass er auch wirklich gut in dem was er tut ist, und schon gar nicht, dass er per se besser ist als jemand der kein Geld damit verdient. Da der Glaube, gerade in Deutschland, an irgendwelche Regeln, Berufs- oder sonstige Abschlüsse recht groß ist, herrscht oft die Meinung, dass der mit dem Berufsabschluss in der Tasche  grundsätzlich bessere Arbeit abliefert als ein Amateur. Das mag in vielen Bereichen und Berufen auch stimmen. Ich würde bestimmt nicht zu einem Arzt gehen, der kein abgeschlossenes Medizinstudium hat. Aber ob der Bäcker eine Berufsausbildung hat, oder der Frisör ist mir relativ Schnuppe. Wichtig ist nur, dass die Brötchen gut sind und die Frisur sitzt. Ja, ich weiß, der Vergleich mit dem Frisör ist in meinem Falle recht albern. 
Im Bereich der Light Art Photography oder des Light Painting gibt es keine Berufsausbildung. Eine Ausbildung zum handwerklichen Fotografen würde mir dafür nicht viel nutzen, die Kamera ist ja in den meisten Fällen nur unsere leere Leinwand. Zumal ich seit über 40 Jahren ambitioniert fotografiere und mein Wissen im Bereich Fotografie mittlerweile deutlich umfangreicher sein dürfte als das, was in einer 3½-jährigen Berufsausbildung vermittelt werden kann. 

 

Aber natürlich wird der Berufsfotograf immer den Versuch unternehmen sich vom Amateur abzugrenzen in dem er seine Professionalität betont. Und das muss er auch, er ist schließlich auf die Einnahmen angewiesen um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren und nicht die Leasingrate für den Dritt-Porsche. Also in den meisten Fällen jedenfalls.

 

Amateur stammt vom lateinischen Begriff für Liebhaber ab. Der Amateur verdient also meist kein Geld mit dem was er tut sondern macht dies aus Liebhaberei. Das hat so einige Vorteile. Erstmal rattern nicht dauernd Zahlen durch seinen Kopf, er muss sich keine Gedanken über Marketing, Werbung, Kundengewinnung, Steuererklärung und anderen Kram machen. Er kann somit unter Umständen viel mehr Kraft und Zeit in sein eigentliches Tun investieren. Außerdem kann er genau das machen worauf er gerade Bock hat. Er muss keine Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden nehmen. Er muss sich keine Gedanken darüber machen ob vielen anderen Menschen seine Arbeitsergebnisse gefallen, er will ja schließlich kein Geld damit verdienen. 
Die allermeisten Light Art Fotografen und Light Painter sind Amateure. Sie machen das aus einem einzigen Grund: sie haben Spaß an dem was sie tun! Eine bessere Motivation kann es meiner Meinung nach nicht geben. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor #81

Was bin ich?
Ich verdiene Geld mit meiner Light Art Photography, also bin ich professioneller Light Art Fotograf.
Ich mache Bilder nach meinen Vorstellung, ohne Rücksicht darauf, ob ich damit Geld verdienen kann. Also bin ich Amateur. 
In einigen Fällen sogar beides gleichzeitig. Ansonsten ist dieser Spagat alles andere als einfach.
Da die Kosten für die benötigte Ausrüstung und die Reisekosten zu den Locations zuweilen recht hoch sind bin ich auf Einnahmen angewiesen, ansonsten könnte ich viele Light Art Bilder gar nicht umsetzen. Der Zeitaufwand ist meist recht groß, in der gleichen Zeit könnte ich mit einer "richtigen" Arbeit sicher viel mehr Geld verdienen. Allerdings könnte ich dann nicht mehr weitgehend wie ein Amateur arbeiten. 

Oftmals haben wir Glück mit unseren Kunden. Sie lassen uns einfach das machen, was wir gut können und gut finden. Sie vertauen auf unseren Sachverstand und unser künstlerisches und ästhetisches "Gefühl".

Zuweilen gibt es auch solche Kunden, die ganz klare Vorstellungen vom Ergebnis haben. Das ist allerdings auch nur dann problematisch wenn sie dann möglichst viele Farben oder Stahlwolle im Bild haben wollen oder ähnliche Dinge, die wir sonst niemals freiwillig in unseren Bildern umsetzen würden. Den Kundenwunsch im Falle der Stahlwolle würden wir allerdings immer ablehnen. 

Ein anderer Aspekt betrifft die Kreativität. Unter Druck werden wohl die wenigsten Menschen wirklich kreativ arbeiten können. Die besten Bilder machen wir wenn wir ausgeschlafen sind und ohne Zeitdruck arbeiten können. Wenn unsere Kunden ein Shooting für 3 Stunden buchen, sind wir gezwungen in 3 Stunden auch einige gute Bilder umzusetzen. Da bleibt wenig Raum für Experimente, für Tests neuer Tools und Ideen. Wir werden eher bewährte Tools und Techniken in einem solchen Shooting benutzen. 
Ganz schwierig wird es wenn wir unseren Kunden erklären müssen, dass wir bestimmte Dinge nicht mit Licht umsetzen können und dann zu hören bekommen, dass Dieses oder Jenes doch mit Photoshop ginge. Ja bestimmt, aber wir benutzen kein Photoshop! Allerdings mussten wir bisher aus diesem Grund keinen 20000€-Auftrag  sausen lassen. Da würden wir wahrscheinlich schwach werden und die Bilder am Rechner zusammenbasteln. 

 

In unserem Schaffen im Bereich der Light Art Photography hat bisher kaum jemand danach gefragt ob wir eine Ausbildung als Fotograf oder was auch immer absolviert haben. Wieso auch? Wenn ich einen Fotografen für unsere Hochzeit suche, wähle ich doch nicht denjenigen der das beste Ausbildungszeugnis oder gar einen Meisterbrief in der Tasche hat, sondern ich sehe mir die Portfolios an und entscheide mich dann für den mit den Bildern die am Besten meinen Geschmack treffen. Mich würde nicht die Bohne interessieren ob er irgendeinen Beruf erlernt hat. Es ist doch letztendlich für das Ergebnis egal, wie und auf welche Weise sich jemand sein Wissen und Können angeeignet hat.  Es zählt nur das Ergebnis wie viele Fotografen zu sagen pflegen.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

Druckt eure Bilder!

Es ist immer ein besonderes Erlebnis von einem Bild, in dem viele Stunden Arbeit stecken, einen großen Print in guter Qualität in den Händen zu halten. Kein Vergleich zur Darstellung auf dem Monitor, egal wie groß und gut dieser ist. 
Allerdings gibt es auch beim Print recht große Unterschiede in der Qualität. Für den Schnappschuss mit dem Mobiltelefon mag der Druck aus der Maschine beim Drogeriemarkt völlig genügen, für den großen Print eines wirklich guten Bildes aber sicher nicht. 
Prints auf Papier bis zur Größe A3 drucke ich selbst aus. Ich benutze dafür einen Epson XP-960. Einzig die Mondpreise für die Tintenpatronen sind nicht akzeptabel. Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Epson, mittlerweile versuchen alle Hersteller die relativ geringen Preise für ihre Drucker durch den Umsatz mit ihren Tintenpatronen zu kompensieren. Für meinen Epson- Drucker gibt es zahllose Hersteller für kompatible Tintenpatronen. Ich habe Patronen von 5 oder 6 Herstellern getestet. Keine Patrone war zufriedenstellend. Entweder waren die Farben und somit das Ergebnis nicht gut oder, noch häufiger, die Tinte hat den Druckkopf verstopft und ich hatte lauter lustige Streifen auf den Bildern. Seit einiger Zeit benutze ich ein Nachfüllsystem von Farbenwerk. Die Erstausstattung ist zwar etwas teurer als die billigen, nachgebauten Patronen, aber dafür ist das Druckergebnis genauso gut wie mit den Originalpatronen von Epson. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Benutzt die beigelegten Gummihandschuhe, die Farbe geht nur sehr langsam wieder von den Händen ab.

 

Links:
http://farbenwerk.com/
Epson XP-960 bei Amazon

Sihl Masterclass High Gloss bei Amazon
Sihl Masterclass Lustre bei Amazon 

 

Größere Prints, Drucke auf anderen Materialien wie Acryl, Metall, Holz oder Leinwand lasse ich bei Whitewall anfertigen. 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

Erfolg bei Instagram?

Ich poste meine Bilder u.a. bei flickr, 500px, Facebook, View Fotocommunity, c't Fotografie, Fotoforum und 1x.com. Bei all diesen Plattformen habe ich ein grobe Idee wie sie funktionieren und was ich dort erwarten kann. Einzig Instagram verstehe ich bis heute nicht. Ich weiß gar nicht so genau wie lange ich schon bei Instagram angemeldet bin. Seit 1 Jahr, seit 2 Jahren...? Vermutlich irgend etwas dazwischen.  Es mag meinem hohen Alter (75% der Instagramer sind unter 30)  geschuldet sein oder an meinem künstlerischem Anspruch liegen. Meine Idee ist es dort meine Arbeiten zu präsentieren und Feedback dafür zu bekommen, um mit diesem Feedback dann in der nächsten Woche bessere Bilder zu machen. Das scheint aber im Fall von Instagram eine völlig abwegige Idee zu sein. 99,9% der Leute dort sind nur geil auf irgendwelche Zahlen. Es ist wichtig viele Follower und Likes und Kommentare zu haben, völlig emanzipiert davon ob der abgelieferte Content völlig belangloser Schrott ist. 

Da wird dann gerne ganz tief in die Trickkiste gegriffen um die Zahlen in die Höhe zu treiben:
- Follow for Follow. Ich folge Leuten deren Bilder mir gefallen und sonst niemanden! Und ich hoffe, meine aktuell 958 Follower folgen mir auch nur deshalb weil sie meine Bilder sehen wollen.
- Like for Like. Siehe oben.
- Likes und Kommentare kaufen. Ja das geht. Es gibt dutzende Anbieter bei denen ich für jedes Bild 1000 Likes, oder wie viel auch immer, von irgendwelchen Fake-Accounts kaufen kann, oder 1000 Follower, Kommentare... Wozu sollte ich so etwas tun? Ich will ECHTE Follower und Likes!
- Geld dafür bezahlen um in irgendwelchen großen Sammelaccounts gefeatured zu werden? FUCK YOU! Ohne den geteilten Content der Fotografen wärt ihr gar nichts! Ihr müsstet die Fotografen dafür bezahlen, dass ihr die Bilder verwendet.
- Mitgliedschaft in einem oder mehreren Pools in denen sich die Leute dazu verabreden ihre Bilder zu einer bestimmten Uhrzeit gegenseitig gut zu finden und zu kommentieren. Ja meinetwegen, allerdings ist mir für diesen Blödsinn meine Zeit zu Schade. Und unbedingt ehrlich und echt ist das auch nicht.

Seit der Umstellung von der chronologischen Darstellung der Bilder zu diesem gefilterten Stream wie bei Facebook werden diese Auswüchse immer schlimmer. Und wozu das Ganze? Viele träumen vom schnellen, großen Geld. Aber selbst wenn es mir gelänge Geld für irgendwelchen verwerflichen Werbeblödsinn zu kassieren bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Blase ganz schnell platzen wird. 

 

Erfolgreich sind dort fast ausschließlich Leute, die jeden Tag ein sehr ähnliches Bild posten oder Bilder hochladen die schon 5000 andere Leute vor Ihnen fotografiert und bei Instagram gepostet haben. Das entspricht jetzt nicht unbedingt meinem künstlerischen Anspruch, aber um diesen geht es auf dieser Plattform ganz offensichtlich nicht.

 

Ich werde meine Studien bei Instagram noch etwas fortführen, es sei denn, die Freunde löschen meinen Account weil ich versehentlich ein Tittenbild hochgeladen hab. 


Icke bei Instagram

Bleibt euch treu und allzeit gutes Licht

Sven

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Wie entsteht ein Light Art Bild?

Als erstes stellte ich ein großes Stativ auf und befestigte drei Led Lenser M3R mit verschiedenen Lichtformern für die Kreisscheibe. In diesem Fall ein 1 Meter langes, dünnes Plexiglasrohr und zwei ca 20 cm. lange kürzere Rohre. Die drei Testaufnahmen sind rechts zu sehen. Im fertigen Bild hab ich mich dann allerdings für eine vierte Variante entschieden. 
Das Aussehen der Scheibe lässt sich recht einfach durch unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten ändern. Der Nachteil ist allerdings, dass ich, wenn ich die Scheibe nochmal genau so wiederholen will, auch wieder genau die gleiche Drehzahl haben muss. Da dieses allerdings gefühlt die zehntausendste Scheibe war die ich gedreht habe, habe ich mittlerweile ein ganz gutes Gefühl für das Tempo.

Als nächstes musste dann die Sonne aus dem Vorraum ausgesperrt werden damit der helle Fleck im Bild rechts  verschwindet.

Um die Laserstrahlen sichtbar zu machen wurde erstmal die Nebelmaschine angeworfen. Der Rauch der Pyrotechnik hätte sich nicht dafür genügt, zumal dieser recht schnell nach oben steigt. Nach 6 Testaufnahmen hatte ich den Laser hinter unserer Uschi ausgerichtet. Da kann man schnell verzweifeln, wir reden hier von wenigen Millimetern und wenigen Grad Bewegung hinter dem Model. Ungeduldigere Charakter hätten den Laser wahrscheinlich schon mehrfach aus dem Fenster geworfen.

Ich benutzte einen roten Laser mit 500 mW. Dadurch war die Zeit um den Laser sichtbar zu machen sehr gering. Allerdings ist das Teil alles andere als ungefährlich. In den Strahl eines solchen Lasers schaut man nur einmal in seinem Leben. Ich war zum Zeitpunkt der Aufnahme alleine im Atelier und trug eine Schutzbrille. 

Zunächst entsteht ein solches Bild erstmal im Kopf des Künstlers. Ob es sich dann tatsächlich so umsetzen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Einige Bildideen schwirren schon lange Zeit in meinem Kopf umher. Einige von ihnen werde ich bestimmt nicht auf den Sensor bekommen. Für andere Ideen wird der Zeitpunkt der Verwirklichung irgendwann kommen.

Die Idee für dieses Bild kam mir recht spontan. Es entspricht, von der störenden Deckenkonstruktion abgesehen so ziemlich meiner Idee.
Da der Fokus auf dem Sensenmann und des Höllentors dahinter liegen sollte musste ich nicht nach einer Location suchen. Das Bild entstand in unserem Berliner Atelier. Die Halle ist dunkel, man kann also zu jeder Zeit die Lampen durch die Dunkelheit bewegen.

Teil 2 der Choreografie: der Sensenmann.
Da weder Gesicht, noch sonst sehr viel vom Model zu sehen sein sollte war dieses Mal Uschi unser Model. Uschi hat viele Vorteile. Sie steht stundenlang still, zappelt nicht herum und quatscht nicht so viel. Da Uschi allerdings recht unbeweglich ist dauerte es eine Weile ihr die Kutte über zuziehen. Als nächstes hab ich die Sense zusammen gebaut und unserer Uschi am Arm festgebunden. Als der Sensenmann dann vernünftig vor der Kreisscheibe ausgerichtet war machte ich die nächste Aufnahme. Zuerst dem Sensenmann mit einer P5R.2 kurz ins Gesicht geleuchtet, dann die Kreisscheibe gedreht und zum Schluß mit einer X21R.2 mit roter Farbfilterfolie von hinten beleuchtet.
Fehlten noch der Laser und die Pyrotechnik.

Für den Pyro machte ich keine Testaufnahme. Es dauert mit einem starken Lüfter mindestens 20 Minuten um den Rauch aus der Halle zu bekommen. So viele Raucherpausen hatte ich nicht eingeplant. ;-)
Also ging es an die Umsetzung der gesamten Choreografie. Bei komplexeren Light Art Bildern mache ich mir manchmal Notizen. Bei recht "einfachen" Light Painting, wie diesem hier, genügt es mir die einzelnen Schritte im Kopf genau zu planen: 
- Kamera auslösen
- dem Sensenmann ins Gesicht leuchten
- Kreisscheibe drehen
- Lampen der Kreisscheibe aus, Pyro anzünden und drehen
- mit der Nebelmaschine den Bereich, in dem die Laserstrahlen sichtbar werden sollen einnebeln

- Laser und Kicklicht einschalten

Ende der Choreografie.

Das Bild ganz oben ist der erste Versuch. Mich störte sofort, dass der Pyro durch den Stahlträger oben unterbrochen wurde. Eine wirkliche Abhilfe gab es nicht. Der Träger wiegt schätzungsweise 5 Tonnen und ist mit einer qualitativ hochwertigen Schweißnaht befestigt. Eine andere Aufnahmeposition ohne Träger oder andere störende Dinge im Bild gibt es nicht. 
Einzige Möglichkeit war hier die Verwendung eines kleineren Feuerwerks. Die beiden Aufnahmen (links) wirken allerdings nicht annähernd so wie der erste Versuch mit dem großen Feuerwerk. Also blieb es beim ersten Versuch. Das passiert nicht so häufig, meist benötige ich mehr Versuche bis zum endgültigen Ergebnis.


Ich habe irgendwann mal entschieden, dass ich aufhöre wenn die zwei nächsten Versuche nicht besser sind als das Bild davor.  Man verzettelt sich dann meist und verplempert viel Zeit ohne ein wirklich besseres Ergebnis zu bekommen. 

Der gesamte Zeitaufwand für diese Light Art Photography betrug inkl. Auf- und Abbau der Szene sowie einigen kleinen Pausen ca. 3,5 Stunden. 

 

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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1 Second Light Painting

Das muss einfach manchmal sein: 

Meist arbeite ich anders; überlegt, geplant und reproduzierbar. Aber manchmal bewege ich mich frei mit den Lampen vor der Kamera.
Ich hatte hier die Kamera auf 1 Sekunde Belichtungszeit gestellt, das Drehrad auf kontinuierliche Belichtung gedreht den Fernauslöser arretiert und los ging's mit der Light Painting Session. Mehrere Minuten habe ich verschiedene Lampen vor der Kamera bewegt. Die Ausschussrate ist recht hoch bei dieser Art  des Light Painting, aber einige Bilder sind dann doch recht sehenswert.

Alle Bilder habe ich mit dem Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm/f2 aufgenommen.

 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

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Erster Workshop "Choreographische Fotografie"

Am 6. Mai 2017 fand unserer erster Workshop zum Thema choreographische Fotografie statt. Bei der Planung und Vorbereitung des Workshops kamen mir zuweilen einige Zweifel ob dieses Thema überhaupt interessant genug für einen Workshop ist, und vor allem ob es mir gelingt das notwendige Wissen und die Techniken in der relativ kurzen Zeit zu vermitteln. Die Teilnehmer sollten ja schließlich mindestens 2-3 gute Bilder mit nach Hause nehmen und nach dem Workshop in der Lage sein solche Bilder auch ohne meine Hilfe umzusetzen.

Choreographierte Bewegungen der Kamera während einer Belichtung sind schließlich schon noch was anders als Bewegungen mit Lampen vor der Kamera wie im "normalen" Light Painting und der Light Art Photography. Meine Erfahrungen aus den bisherigen Light Painting Workshops halfen mir hier nur bedingt weiter.

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Micaela Zirra

Alle Teilnehmer waren vom ersten Augenblick an begeistert vom Thema und den Bildern. Sie hatten sofort gute Ideen und einen guten Blick für ihre Motive. 

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Berliner Dom © Micaela Zirra

Ich danke meinen begeisterten Teilnehmern, sowie Marla Singer und André Künzel für die Unterstützung. Sicher werden wir einen weiteren Workshop zu diesem Thema anbieten, der "Testlauf" war ein großer Erfolg mit vielen tollen Ergebnissen.

 

Mit den leuchtendsten Grüßen
Sven

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Anne Dohmen

Wir trafen uns um 20:30 Uhr am Berliner Dom. Nach kurzem Kennenlernen vermittelte ich den interessierten Teilnehmer die Grundlagen der Langzeitbelichtung und Nachtfotografie. Nach Montage und Einweisung in die Tools zum Drehen der Kamera versuchten sich die Teilnehmer sofort an ihren ersten Aufnahmen. Nach spätestens 3 Versuchen hatte alle ein erstes gutes Ergebnis auf dem Sensor.  Einige Bilder der zwei Teilnehmerinnen Micaela Zirra und Anne Dohmen könnt ihr hier bewundern. Ich danke den Beiden, dass sie mir ihre Bilder für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben.  

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Berliner Dom © Micaela Zirra
choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Anne Dohmen

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SOOC - Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor #76

Was bedeutet "Straigth Out Of the Camera - SOOC" im Bereich der Light Art Photography? 
Bei kaum einem anderen Thema gehen die Meinungen in der Light Painting Community so weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es die Puristen, die ihre Bilder konsequent im JPEG-Format auf die Speicherkarte schreiben und nachträglich am Computer nicht bearbeiten. Weder Schärfen und Entrauschen noch eine Änderung des Schnitts halten sie für akzeptabel.

Am anderen Ende sind dort die Fotografen für die einzig das Ergebnis zählt und die alles am Computer aus ihren Bildern "rausholen" was technisch möglich ist. Composings aus mehreren Einzelaufnahmen, klonen von Teilen des Bildes, "Retusche" unsauber ausgeführter  Lichtfiguren, Veränderung der Farben im Bild usw..

 

Meiner Meinung nach gibt es ein echtes, puristisches SOOC nicht, und kann es auch nicht geben. Selbst wenn ich meine Light Paintings mit einer analogen Kamera aufnehmen würde kann ich durch Wahl des Films, Veränderungen im Entwicklungsprozess und Wahl des Fotopapiers einen sehr großen Einfluss auf des Ergebnis nehmen. Wenn ich die Bilder mit einer digitalen Kamera aufnehme sind die Unterschiede noch größer.

Eine Nikon D810 hat nun mal einen größeren Dynamikumfang als eine Canon Eos 700D. Die Abbildungseigenschaften meiner Meyer Optik Görlitz Objektive sind nun mal deutlich besser als die einer 18-300 Kit-Linse. Und letztendlich hat die kamerainterne Verarbeitung von den Rohdaten des Sensors zum fertigen JPEG-Bild ebenfalls einen sehr großen Einfluss auf das Ergebnis. Auch wenn ich alles auf "Standard" belasse; Sony benutzt ganz andere Algorithmen als Pentax oder Nikon in der internen Bildverarbeitung. Demzufolge habe ich ein anderes Bild wenn ich die gleiche Szene mit zwei unterschiedlichen Kameras aufnehme.

 

Ist die Frage überhaupt wichtig?

 

Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Den meisten Betrachtern unserer Bilder wird es wohl völlig Schnuppe sein wie das Bild entstanden ist. Viele Leute können sich überhaupt nicht vorstellen, dass man solche Bilder in einer Belichtung so fotografieren kann.

Allerdings ist es mir selbst nicht Schnuppe wie ich meine Bilder mache!

Von einigen professionellen Kollegen (keine Light Painter, sonder klassische Fotografen) werde ich zuweilen verspottet, weil ich meine Bilder nicht am Computer einem aufwendigen Postprocessing unterziehe und stattdessen das Bild lieber 20 mal aufnehme bis es sitzt (Time is Money). Wobei eine aufwendige Bearbeitung sicherlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als die Wiederholung einer Choreografie von 10 oder 15 Minuten Dauer. Auch wenn das Light Painting dann erst beim fünften oder sechsten Versuch gelingt.

Auf der anderen Seite gibt es Leute, die die Nase rümpfen wenn ich ein störendes Teil, z.B. ein Verkehrszeichen in Gimp aus dem Bild entferne oder den Schnitt des Bildes am Rechner ändere. Allerdings würde ich immer eher ein störendes Teil vor der Aufnahme aus dem Bild entfernen, auch wenn es mit etwas Aufwand verbunden ist. Bei einem Verkehrszeichen ist mir der Aufwand allerdings meist zu groß.

 

Ich versuche es mal mit einem Vergleich: 

Die Aufgabe ist 42,195 Kilometer zurück zu legen. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten. Der Erste läuft die Strecke, der zweite fährt sie mit dem Fahrrad und der dritte fährt sie mit dem Auto. 
Der Autofahrer wird das Ziel sicherlich am Schnellsten erreichen, egal ob er mit dem Trabbi oder dem Aston Martin fährt. Aber was ist das für eine Leistung eine solche Strecke mit dem Auto zu fahren? Selbst im Trabbi keine großartige, würde ich sagen. Bewundern wird man den Aston Martin Piloten wohl nur weil er ein so teures Auto fährt. 
Der Radfahrer wird wohl als zweiter die Strecke schaffen. 42,195 Kilometer radfahren mag für einen Untrainierten auf einem 30 Jahre alten Klapprad mit 20 Zoll Felgen sicher eine nicht alltägliche Leistung sein, aber besonders beeindruckend ist diese Strecke für den Radfahrer nicht.

Der Läufer wird am längsten brauchen und die größte Anstrengung hinter sich haben. Allerdings wird er die meiste Befriedigung und das größte Glücksgefühl haben wenn er es geschafft hat. Und wenn dann noch der Purist barfuß läuft und während des Laufs nichts trinkt wird er sich noch großartiger fühlen wenn er es geschafft hat. 

Wenn jetzt jemand ein Light Painting am Computer zusammen bastelt und unter das Bild schreibt, dass es ein Composing ist, finde ich das völlig in Ordnung. Schwierig wird es nur wenn alle drei in Sportkleidung loslaufen, der Erste nach 1 Kilometer ins Auto steigt, der Zweite nach 1 Kilometer aufs Fahrrad umsteigt und beide den letzten Kilometer dann wieder laufen.  Auf unser Thema übertragen also, wenn Light Painter so tun als hätten sie das Bild in einer einzelnen Belichtung umgesetzt aber tatsächlich das Bild aus mehreren Bildern mit dutzenden Ebenen in Photoshop zusammen gebastelt (Auto), oder Hilfsmittel wie Mehrfachbelichtung, Live Bulb, Light Composite oder ähnliche Funktionen der Kamera benutzt (Fahrrad).  Der Läufer wird dann wohl kaum damit einverstanden sein, dass die anderen beiden den gleichen Applaus bekommen wie er. Und niemand wird wohl sagen, dass er doof ist weil er keinen Führerschein und kein Fahrrad hat, und nicht jeden Trick anwendet um Erster zu sein. Niemand wird die beiden Anderen für wahnsinnig clever halten wenn ihre Schummeleien auffliegen.

Was ist "erlaubt"? Was ist "verboten"?

Diese Maßstäbe gelten natürlich nur für mich persönlich. Wer bin ich denn, dass ich  anderen Light Art Fotografen irgendwelche Vorschriften machen könnte? 

Ich nehme meine Light Art Bilder immer in einer einzelnen Belichtung auf. Ich nehme immer im RAW-Format auf. Die Kamera befindet sich immer im manuellen Modus. Der Autofokus ist immer ausgeschaltet, die meisten von mir verwendeten Objektive haben auch gar keinen. Der Weißabgleich steht auf "Auto". 

Folgendes mache ich immer am Rechner:
- Umwandlung in JPEG

- Schärfen

- Entrauschen

- automatische Objektivkorrektur

Folgendes mache ich ohne jede Hemmung bei Bedarf:

- Anpassung des Weißabgleich

- Anpassung von Helligkeit und Kontrast

- Änderung des Schnitts

- Ausrichten des Bildes wenn ich zu blöd war die Kamera gerade hinzustellen

- Korrektur der Perspektive wenn dadurch nicht die Form des Light Painting verändert wird

- entfernen von störenden Teilen im Bild wenn das Light Painting dadurch nicht verändert wird und diese Teile sich nicht vor Ort entfernen oder abdecken lassen

Folgendes würde ich mit Bedenken in seltenen Fällen machen. Solch ein seltener Fall könnte zum Beispiel sein, dass ich mehrere hundert Kilometer zu einer Location fahre in die man mal nicht so einfach zu jeder Zeit rein kommt und die unter Umständen einen dreistelligen Betrag als Miete kostet:

- entfernen von störenden Teilen die ich selbst zu verantworten habe oder ganz einfach hätte wegräumen können

- starke Anpassung / Veränderung der Farben 

- nachträgliches Aufhellen von zu dunklen Stellen 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Lara is back
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Peng!

Was ich unter keinen Umständen machen würde:
- Alles was das eigentliche Light Painting, besonders die Form verändern würde.Wenn ich den Orb Scheiße gedreht habe dann drehe ich das Ding eben so oft bis es gut ist. 

- Klonen von Lichtfiguren oder ähnliches. Wenn ich zwei Orbs im Bild haben will dann drehe ich eben zwei. Wenn ich einer jungen Dame Flügel verpassen will dann mache ich Flügel und nehme nicht ein einzelnes Bild eines Light Blades und klone das 150 mal und bastel die Flügel am Rechner hinter die Dame. 

- Entfernen von Bildteilen die ich durch Ausleuchtung sichtbar gemacht habe; Blödheit muss bestraft werden, auch wenn es die eigene ist.

- Composings. Wenn der Himmel heute Scheiße aussieht dann mach ich das Bild eben morgen oder übermorgen oder nächsten Monat nochmal und rechne nicht den Himmel aus einem anderen Bild hinein. 

- Und alles was die digitale Trickkiste noch so her gibt. Wasser ins Bild rechnen, Gewitter rendern lassen oder was es da sonst noch für Spielerein gibt. 

 

Fazit:
Wenn es mir nur auf das leichte, schnelle Ergebnis ankommt, wenn es mir egal ist ob ich von den Kollegen ernst genommen werde und wenn ich keinen Ehrgeiz habe meine Bilder auf "ehrliche" Weise in einer Belichtung auf den Sensor zu malen kann ich natürlich ganz tief in die digitale Trickkiste greifen. Allerdings sollte ich nicht versuchen die Leute zu verarschen in dem ich ihnen erzähle, dass meine Bilder "echte" Light Paintings sind.

 

In diesem Sinne immer gutes Licht gewünscht

Sven


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Dom Kultury Zgorzelec

In der Nacht vom 9. zum 10. April 2017 hatten wir die Möglichkeit uns im kulturellen Wahrzeichen der Stadt Zgorzelec, dem Dom Kultury, mit unseren Lampen auszutoben. Das Gebäude wurde 1902 als Oberlausitzer Gedenkhalle eröffnet. Seit 1948 wird das Gebäude von der Stadt Zgorzelec für verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.
Mit dabei waren Marla, Erik, Gunnar Heilmann, unser Model Feli und der Organisator Danilo Strauß. 

Nachdem wir unsere Ausrüstung in die Halle gebracht haben stellten wir unsere Kamera auf und machten einige Testaufnahmen. Die Halle ist eigentlich viel zu groß für unser 14mm Objektiv, wie wir schnell feststellen mussten. Nebenbei legten wir die Reihenfolge unserer Bilder fest und fingen an die Tools vorzubereiten. Die meisten Bildideen hatten wir schon einige Wochen vorher fest im Kopf.  

Light Art Photography

Das erste Bild sollte Gunnar machen. Marla bediente die Kamera, Feli war unser Model. Zuerst leuchtete ich Feli ins Bild dann malte Gunnar die Flügel. Im Anschluss leuchtete er noch die Halle mit verschiedenen Lampen aus. Beim dritten Versuch hat das Bild gesessen.

Das zweite Bild hat dann Marla gemacht. Feli und Erik standen vor der Kamera, ausgeleuchtet von mir.  Marla ist mit dem Tool durch die Halle gelaufen und hat dann die Treppe und die Halle ausgeleuchtet. Auch hier war der dritte Versuch zufriedenstellend.

 

Weiter ging's mit Bild Nummer Drei: Die Kreisscheibe gedreht, mit der UV- X21 die Treppe ausgeleuchtet und zum Schluss die Halle  mit mehreren Lampen beleuchtet. 

Light Art Photography

Nach diesen Anstrengungen habe ich mich dann noch etwas auf dem Boden der Halle ausgeruht und zwei Bilder der beeindruckenden Kuppel gemacht.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Management des Miejski Dom Kultury w Zgorzelcu.  Diese besondere Nacht in dieser beeindruckenden Location werden wir wohl nicht so schnell vergessen.

Light Art Photography
Light Art Photography
Gate into sun
Light Art Photography

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven


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Meine Top 10 Light Painting Tools

10: Akkuschrauber

Als Drehhilfe für Kreisscheiben und Orbs. Manche Leute halten das für unsportlich, aber wenn mir etwas die Arbeit erleichtert und die Handgelenke schont benutze ich solche Helferlein. Zur Not drehe ich Orbs und Scheiben auch mit der Hand genauso gut.

9: Laser

Liebe Kinder, macht das nicht nach! Das ist gefährlich! Wenn ihr in solch einen Laser, wie im Bild links, reinschaut ist das genau das Letzte was ihr in eurem Leben seht! Benutzt diese Laser niemals im Freien! Benutzt diese Laser niemals wenn ihr nicht sicherstellen könnt, dass sich kein Unbeteiligter in der Reichweite (der Blaue hier leuchtet 12 km weit) des Lasers aufhält.

Aber die Wirkung im Bild ist schon beeindruckend, oder? 

 

Der blaue Laser im Bild hat eine Leistung von 2000 mW. Die Strahlen habe ich mithilfe einer Nebelmaschine sichtbar gemacht, Rauch funktioniert auch. 

Diese Laser sind in Deutschland nicht so ohne Weiteres erhältlich.  Wer von euch jetzt unbedingt so ein Teil haben muss, ohne dem sprechenden Acrylpollunder beim Hauptzollamt eures Vertrauens wortreich zu erklären was ihr mit dem Laser vorhabt, und mir verspricht, dass er für ALLE Personen am Aufnahmeort eine passende Schutzbrille mitbestellt kann mir gerne eine E-Mail schicken und ich schreibe euch wo ihr solche Laser bestellen könnt.


8: Pyrotechnik
Das Geile an Feuerwerk ist ja, dass die Light Art Photography damit auch Spaß macht wenn das Bild nicht so gut wird. Über den Einsatz von Pyrotechnik im Light Painting habe ich gerade einen Newsletter geschrieben. Für diesen könnt ihr euch hier anmelden.


7: Pflanzstäbe
Ja genau, die Metallrohre mit dem dunkelgrünen Kunststoffüberzug aus dem Baumarkt. Leicht, stabil, dunkel, nichtreflektierend, leicht zu kürzen, billig, man bekommt sie in zwei verschiedenen Kalibern und vielen verschiedenen Längen, also das ultimative Light Painting Tool. An diesen Stäben befestige ich alle möglichen Lampen und Lichtformer und benutze sie dann für Orbs, Kreisscheiben, UFO's und einige andere Sachen. Und das Beste: die dünnen passen genau in die dicken Rohre, somit lässt sich die Konstruktion fast beliebig verlängern, für das 30 Meter UFO z.B.

6: EL-Wire

Zum Einen für elektrischen Rauch oder Nebel im Bild, zum Anderen für Masken oder ähnliche Dinge wie im Bild nebenan.

EL-Wire gibt es in vielen Farben und Längen, betrieben werden sie mit einem Inverter mit 2 AA Batterien.

Ich kaufe sie meist bei Amazon.


5: Rohre, Stäbe und Klingen aus Plexiglas

Mittlerweile hat sich bei uns eine große Menge an verschiedenen Lichtformern angesammelt. Die meisten Klingen habe ich selbst geschnitten. Als Anschluss für die Lampe verwende ich meist Schrumpfschlauch.

Die Rohre (25 bis 40 mm Durchmesser) benutze ich für Kreisscheiben, UFO's und ähnliche Sachen.
Die kurzen Lichtformer für Orbs oder Freestyle.
 


4: LED LENSER M3R, M1 und M5

Diese kleinen Lampen sind bestens geeignet um sie an Rohren oder Klingen aus Plexiglas zu befestigen um damit Lichtspuren ins Bild malen zu können. 
Lampen in dieser Größe und Helligkeit werden auch von vielen anderen Firmen hergestellt, allerdings bietet auch hier als Alternative nur die Firma Walther Lampen mit gutem Fokus-System an.


3: LED LENSER X21R.2, X21.2, X21
Ohne die "Großen" von LED LENSER mit ihrem guten Fokus-System könnte ich kaum einen größeren Raum oder einen größeren Bereich im Freien ausleuchten. 
Durch den vorderen Wegrollschutz habe ich eine sehr einfache Möglichkeit zur Befestigung von verschiedenen Farbfilterfolien. Die Folien habe ich auf die Größe des Lampenkopfes zugeschnitten, gehalten werden sie vom Wegrollschutz.

Einzige Alternative dazu ist die XL7000R von Walther, da die Firma auch Waffen herstellt und in die ganze Welt verkauft würde ich nur äußerst ungern Lampen von Walther kaufen.

2: Farbfilterfolien

Ich kaufe meist Musterhefte mit vielen verschiedenen Farben. Einzeln sind die Dinger recht teuer. 
Amazon

1: Gaffatape

Ohne Gaffatape würde ich vermutlich nicht ein einziges Bild machen. Lampen an den Tools befestigen, bestimmte Teile an den Tools abkleben, Sachen an die Wand kleben, das zu weite Kleid des Models enger machen...


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Ein Jahr mit der Nikon D750

Seit über einem Jahr benutze ich fast ausschließlich meine Nikon D750. Über meine Erfahrungen, vor allem zur Tauglichkeit für Light Art Photography und Light Painting, möchte ich euch heute berichten.

 

 

 


Was erwarte ich von einer Kamera?

- gute Bildqualität, ich arbeite so, dass ich von jedem meiner Bilder einen großen Print anfertigen lassen kann wenn es nötig ist 

- gute Bedienbarkeit, alle relevanten Funktionen sollten sich ohne Display und Menü blind bedienen lassen

- Robustheit, ich bin oft an ziemlich verwahrlosten Orten unterwegs, die Kamera muss unempfindlich gegen das Eindringen von
Staub und Feuchtigkeit sein und den ein anderen kleinen Stoß unbeschadet überstehen

- gutes Rauschverhalten bei langen Belichtungszeiten

- lange Akkulaufzeit, ich belichte manchmal viele Minuten oder gar Stunden, da sollte der Akku auf keinen Fall während der Belichtung schlapp machen

 - eingebautes WLAN wäre gut

 

Wie gut erfüllt die D750 meine Anforderungen?

Die Bildqualität ist für meine Anforderungen mehr als ausreichend, vor allem der Dynamikumfang hat mich sehr beeindruckt. 

 

Die Bedienung ist im Vergleich zu meiner alten D300s an einigen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig. Aus welchem Grund Nikon in eine 1800€ Kamera, deren Zielgruppe definitiv nicht der Einsteiger und Urlaubsknipser ist, solche Funktionen wie die Frau mit Hut, das Blümchen und den Berg einbaut ist mir völlig unverständlich. Genauso wenig ist mir der Sinn und Zweck eines klappbaren Displays klar. Ich befürchte, dass dieses als erstes kaputt gehen wird, auch wenn ich das so gut wie nie ausklappe. Vermisst hatte ich das Klappdisplay jedenfalls vorher nie.

Ansonsten sind alle für mich wichtigen Bedienelemente gut zu erreichen und haben einen guten Druckpunkt. Nach ca. 2 Wochen konnte ich die Kamera komplett blind bedienen; ein wahnsinniger Vorteil wenn man im Dunkeln arbeitet.

 

Zur Robustheit kann ich nach einem Jahr noch nicht so viel sagen, bisher hat die D750 alle von mir besuchten abgerockten Locations unbeschadet überstanden.

Das Bildrauschen ist deutlich geringer als bei meiner alten D300s. Bei Temperaturen unter 10°C schalte ich die Rauschreduzierung in der Kamera meist aus weil es einfach so gut wie keinen Vorteil bringt, selbst wenn ich 10 Minuten oder länger belichte. Das Bildrauschen bei hohen ISO-Werten ist ebenfalls erstaunlich gering, obwohl das für Light Painting und Light Art Photography keine große Rolle spielt.

Dieses Bild habe ich bei ISO 6400 mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden aufgenommen. Die kamerainterne Rauschreduzierung war hier ausgeschaltet. Die Temperaturen lagen auch in der Nacht bei sommerlichen 21°C. 

Einzig einige (unter 100) Hotpixel habe ich mit Darktable nachträglich aus dem Bild entfernt. Ansonsten ist es so wie der Sensor es aufgezeichnet hat.

 

Nikon gibt die Akkulaufzeit mit über 1200 Aufnahmen an. Der Akku hält auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausreichend lange durch. 15 Belichtung mit je 5-6 Minuten sind also auch in einer kalten Winternacht drin. Einzig der Phantasiepreis von über 50€ für den Ersatzakku ist ein Wermutstropfen. Auf Grund vieler schlechter Erfahrungen mit nachgebauten Akkus aus China kaufe ich diese nicht mehr. Da recht viele Betrüger in den diversen Onlineshops unterwegs sind bleibt auch nur der Kauf im lokalen, gut sortierten Fachhandel.

In jedem 100€ Mobiltelefon ist WLAN, Bluetooth und GPS eingebaut und bei einer teuren Kamera darf ich das dann als schweineteures Zubehör kaufen?

Im Jahre 2015 hat es Nikon dann doch tatsächlich geschafft eine professionelle DSLR mit WLAN auszurüsten. Dass ich das noch erleben durfte...

Das WLAN der D750 funktioniert gut. Der Akku wird nicht übermäßig beansprucht, was allerdings auch daran liegen dürfte, dass die Kamera die Verbindung nach recht kurzer Zeit automatisch trennt. Egal, um ein Live-View-Bild, oder auch das fertige Ergebnis auf das Tablet zu übertragen ist die Funktion geeignet und mehr brauche ich nicht.

Ob der Autofokus gut funktioniert kann ich nicht sagen. Ich benutze ohnehin meist manuelle Objektive wie das Samyang 14/2,8 oder das Meyer Optik Görlitz Figmentum 35/2. Und bei den Autofokus-Objektiven schalte ich diesen aus, da dieser beim Light Painting in der Dunkelheit sowieso nicht funktionieren würde.

Was mir ansonsten gut an der Kamera gefällt ist, dass sie über zwei Speicherkarten-Slots verfügt. Und ganz besonders schätzen gelernt habe ich die Funktion "time" zur Steuerung  der Belichtung. Im Unterschied zu "bulb" wird hier beim ersten betätigen des Auslösers der Verschluss geöffnet und beim zweiten betätigen geschlossen. Das erspart beim arbeiten zu zweit den Fernauslöser, und bei der Arbeit alleine bekomme ich keinen schlimmen Daumen mehr weil ich nicht die gesamte Belichtungszeit den Knopf auf meinem Yongnuo Funkauslöser gedrückt halten muss. 

 

Fazit:

Insgesamt ein sehr ordentliches Arbeitsgerät mit kaum nennenswerten Schwächen... eigentlich fällt mir im Moment gar nix Negatives ein.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

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Japan Festival 2017

Eigentlich waren Marla und ich hauptsächlich auf dem Japan Festival um die Aufführung des Kadeshi e.V. anzusehen und fotografisch zu begleiten.  Am Sonnabend war als Programmpunkt davor "Geta Dance Art" angekündigt. Gut, dachte ich, kann man ja schon mal einige Testaufnahmen in der dunklen Urania machen, egal ob "Geta Dance Art" cool ist oder nicht. Es war cool! 
Ganz so einfach war es allerdings nicht diese Fotos zu machen. Ich hatte keine Stativ dabei; eigentlich blöd wenn man ½ oder 1 Sekunde belichten will. Das Licht auf der Bühne war alles andere als einfach. Ich kannte die Performance der Künstlerin Miyuki Matsunaga nicht, wusste also nicht wie schnell sie sich in welche Richtung bewegt. Trotz dieser ganzen Widrigkeiten sind mir einige "Testaufnahmen" ganz gut gelungen. Auch wenn es kein klassisches Light Painting ist und ich "nur" fotografiert habe möchte ich euch diese nicht vorenthalten.

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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Geologic time

Alle Light Painting Bilder dieser Serie wurden Freihand ohne die üblichen Hilfsmittel wie Stäbe, Stative, Akkuschrauber, Schnüre, Kabel oder Ähnliches in jeweils einer einzelnen Belichtung erstellt. Wie ihr euch sicher denken könnt ist das um einiges schwieriger als unsere üblichen Light Art Fotos, so ganz ohne feste Markierungen. Einige Aufnahmen passten erst beim zehnten Versuch. Aber dadurch konnte ich einige Gram des Weihnachtsspecks wieder loswerden und das sichere, koordinierte Bewegen in der Dunkelheit etwas trainieren. 
Allzeit gutes Licht
Sven

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Warum ich keine spiegellose Vollformat-Kamera kaufen werde

Auch auf die Gefahr hin mich mit diesem Beitrag bei einigen Kollegen unbeliebt zu machen teile ich euch heute meine Gedanken zum Hype um spiegellose Systemkameras mit Sensoren im sogenannten Vollformat mit.

Ich muss ohnehin nicht jedem Trend nachrennen, schon gar nicht beim Thema Fotografie. Die Kaufargumente der Werbung und auch einiger Kollegen sind für mich keine. 

Als erstes stoßen mir Begriffe wie "spiegellos" und "Vollformat" auf. Zu Zeiten der analogen Fotografie hieß das Sucherkamera und Kleinbild. Das klingt natürlich genauso altbacken wie die Begriffe Ausdauerlauf und Freizeitkleidung im Vergleich zu Jogging und Casual Wear, also müssen neue, moderne Begriffe her um die Käufer anzulocken.

Natürlich will man die geneigte Käuferschaft auch noch mit den Vorzügen der modernen Technik und vor allem der Größe und dem geringeren Gewicht zum Geld ausgeben motivieren.

Dann schauen wir uns die Hauptargumente mal an:

 

1. Bildqualität: Um hier einen vernünftigen Vergleich zu haben werde ich mal die Sony A7R mit der Nikon D810 vergleichen. Da die verbauten Sensoren  gleich sind werden sich wohl keine Unterschiede in der Bildqualität ausmachen lassen. Ohnehin liefern heute die Sensoren der allermeisten Kameras mit Wechselobjektiven sehr gute Ergebnisse ab. Sichtbare Unterschiede in den Bilder kommen meist durch falsche Bedienung ,schlechte Objektive oder mangelnde Kenntnisse bei der Bearbeitung der Bilder.

 

Wozu ich eine Auflösung von 36 Millionen Pixeln brauche ist mir allerdings überhaupt nicht klar. Meine D750 hat 24 Megapixel, bei der üblichen Monitorauflösung entspricht das einer Fläche von 300 x 200 cm. Wenn ich mit der Nase bis direkt an den Monitor gehe sehe ich keine einzelnen Bildpunkte, das fängt so langsam bei 300% Vergrößerung an, also 450 x 300 cm. Und kein vernünftiger Mensch betrachtet ein über 4 Meter breites Bild aus 5 cm Entfernung.

Einzig die Datenmenge und somit der Platzbedarf der Speicherkarte, der Festplatte und dem Backup-Medium steigt. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit der gesamten Bildbearbeitung sinkt.

 

2. 5-Achsen Bildstabilisator: Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der A7, so etwas gibt es auch in DSLR's wie der Pentax K1. Da ich bei 99,99% meiner Aufnahmen keinen Bildstabilisator brauche kann ich nicht so recht beurteilen ob es einen Vorteil gegenüber Bildstabilisatoren, welche in den Objektiven verbaut sind, gibt. Ein Kaufargument wäre das ohnehin nicht, dann müsste ich mir zwei mal im Jahr 'ne neue Kamera wegen irgendwelcher neuen Funktionen, die ich vorher nicht vermisst habe, kaufen.

 

3. Der elektronische Sucher: Die Qualität des Vorschaubildes ist wirklich beeindruckend im Vergleich zum Live-View der gängigen DSLR's. Aber nur deshalb gebe ich keinen vierstelligen Betrag für ein neues Kameragehäuse aus, ganz abgesehen von den Objektiven die ich neu anschaffen müsste.

 

4. Die Größe: Die Sony A7R ist mit 127 x 94 x 48 mm (BxHxT) kleiner als die Nikon D810 mit 146 x 123 x 81 mm. Ohne Objektiv kann ich aber noch kein Foto machen. Und selbst Sony kann die Physik nicht überlisten, also sind zwangsläufig die Objektive größer als vergleichbare Optiken für Spiegelreflexkameras. Der Abstand zwischen Sensorebene und Lichteintrittsöffnung des Objektivs muss bei gleicher Brennweite gleich sein. Bei gleicher Lichtstärke ist der Durchmesser der Objektive dann ebenfalls gleich.

Zum Vergleich einige Objektive die ich recht häufig nutze, und somit fast immer im Fotorucksack habe:

Sony A7R

FE 50 mm/1,8

Distagon 35 mm/1,4 

Samyang 8 mm/2,8

Samyang 14 mm/2,8

Vario-Tessar 16-35 mm/4

FE 24-70 mm/2,8

 Größe

69 x 60 mm

78 x 112 mm

60 x 65 mm

87 x 122 mm

78 x 88 mm

88 x 136 mm

Gewicht

186g

630g

290g

570g

518g

886g

Nikon DSLR

Nikkor 50 mm/1,8 

Nikkor 35 mm/1,4

Samyang 8 mm/3,5*

Samyang 14 mm/2,8

Tokina 12-24 mm/4

Tokina 28-70 mm/2,8

Größe 

64 x 39 mm

83 x 90 mm

75 x 75 mm

87 x 102 mm

84 x 90 mm

91 x 74 mm

Gewicht

155g

305g

417g

570g

570g

608g


* Das Samyang 8/2,8 wäre für Nikon sicher max. genauso groß und schwer wie das Teil mit E-Mount, beides sind APS-C bzw. DX Objektive

 

Die meisten Objektive für Sony würden also mehr Platz im Rucksack einnehmen, somit ist der Vorteil der geringeren Größe des Gehäuses beim Transport der Ausrüstung wieder dahin. Beim Tragen mit dem Kameragurt steht die  Sony mit angesetztem Objektiv mindestens genauso weit vom Körper ab wie die Spiegelreflexkamera.

 

Wenn ich jetzt noch 85 mm oder noch längere Brennweiten vergleichen würde sähe es noch ungünstiger für unsere Systemkamera aus.

Für zarte Frauenhände mag sich das kleine Gehäuse ganz gut anfühlen, in meine Pranken passt das größere Gehäuse einer DSLR besser. Ich empfinde es auch als vorteilhaft die Kamera immer sicher im Griff zu haben, zumal durch das größere Gewicht der Objektive im Verhältnis zur leichten Kamera das Ganze nicht so gut ausbalanciert ist wie beim Spiegelreflex-Boliden.

 

5. Das Gewicht: Die Sony wiegt inkl. Akku und Speicherkarte 465g ,die D810 mit 980g mehr als das Doppelte. Die Objektive aus meinem obigen Beispiel für Sony wiegen insgesamt 3080g, inkl. Kamera 3545g. Die Objektive für Nikon wiegen 2625g, insgesamt 3605g. Die Ausrüstung wäre glatte 60g leichter... wenn ich nicht für die Sony auf Grund des kleinen Akkus und des konstruktionsbedingt höheren Stromverbrauchs mehrere Akkus mitnehmen müsste. Sony gibt an, dass der Akku für 340 Aufnahmen ausreichen würde. Die D810 macht mit frisch geladenem Akku 1200 Aufnahmen, also mehr als 3 mal so viele. Ich muss demzufolge noch mindestens 2 Ersatzakkus (je 57g) einpacken und das geringere Gewicht hat dann die Nikon-Ausrüstung.

Von der Gefahr, dass während einer Langzeitbelichtung der Akku schlapp macht mal abgesehen. Bei -10°C werde ich vermutlich keine Langzeitbelichtung mit 15 Minuten oder länger mit solch einer Kamera machen können.

Wenn ich mir die Kamera mit dem 50 mm Objektiv um den Hals hänge geht der Punkt für's Rückenschonen allerdings an Sony, aber eben nur wenn ich den anderen Kram zu Hause lasse. Ein leichteres Stativ würde ich nicht benutzen, auch wenn die Kamera ein halbes Kilo weniger wiegt. Alles andere, wie Fernauslöser, Filter usw. ist ohnehin vom Gewicht und der Größe identisch.

 

Die Auswahl an Objektiven ist nicht annähernd so groß wie für Nikon oder auch Canon DSLR's. Die Arbeit mit Adaptern ist für mich keine gute Lösung. Ich hätte ein zusätzliches Bauteil welches anfällig für Fehler ist und auch Gewicht hat und die Kamera länger macht, einige Funktionen werden durch den Adapter unbrauchbar oder eingeschränkt und die Dinger nehmen meist eine halbe Blende weg.

 

Als jemand der häufig in Lost Places unterwegs ist sind meine Anforderungen an die Kamera abseits der Abbildungsleistung vor allem die Robustheit, der gute Schutz geben Schläge und Stöße und der Schutz gegen Eindringen von Feuchtigkeit und Staub. Es wäre mehr als ärgerlich wenn nach 600km Autofahrt zu einem verlassenen Ort die Kamera streiken würde. Was Kameras wie die A7R an diesem Punkt können vermag ich im Moment nicht zu beurteilen. Es würde mich freuen wenn ihr eure diesbezüglichen Erfahrungen in den Kommentaren teilen würdet.

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10 Tipps für bessere Fotos

1. Vergesst den Automatikmodus

Eure Kamera ist doof, sie weiß nicht welche Belichtungszeit und welche Blende für eure Bildidee; für eure Bildaussage am besten geeignet ist. Sie kann weder euer Motiv sehen noch in euren Kopf hineinschauen, sondern nur irgendwelche technischen Parameter messen. Also, macht euch die Mühe und denkt kurz darüber nach was ihr wie darstellen wollt und wählt entweder die Zeit oder die Blende oder beides selbst aus.

 

2. Lest die Bedienungsanleitung eurer Kamera

Man sollte meinen, dass jeder als Erstes die Anleitung seiner Kamera studiert, aber ich kenne viele Fotografen die das nicht tun und dann an der Location anfangen zu rätseln wie Dieses oder Jenes eingestellt wird. Oft ist dann das Licht oder das Motiv weg und sie haben die Aufnahme verpasst.

 

3. Benutzt das RAW-Format

Wenn ihr im JPEG-Format aufnehmt gehen durch die Komprimierung viele Informationen verloren die der Sensor ursprünglich aufgenommen hat. In der Bildbearbeitung sind die Korrekturmöglichkeiten viel größer wenn ihr im RAW-Format aufnehmt.

 

4. Eignet euch grundlegendes Wissen in der Bildbearbeitung an
Dinge wie Anpassung des Weißabgleichs, Farbkorrektur, Schärfen, Entrauschen, Kontrast, Sättigung, Helligkeit, Umwandlung in schwarzweiß, Schnitt... sollte jeder sicher beherrschen. 

 

5. Geht raus und macht Fotos

Bessere Fotos mache ich nicht wenn ich vor dem Rechner sitze und die Fotos anderer Fotografen bewundere und Youtube-Filmchen anschaue in denen irgendwelche Leute erklären wie diese oder jene Fototechnik funktioniert. Besser werde ich nur wenn ich Bilder mache und diese dann genau anschaue und überlege was ich das nächste Mal besser machen kann, und wie ich das besser machen kann.

 

6. Denkt nicht so viel über eure Ausrüstung nach

Sicher gibt es zum Teil große Unterschiede zwischen den verschiedenen Kameras und vor allem den Objektiven. Der Anteil der Kamera und der Linse an einem wirklich guten Foto ist allerdings meist sehr gering. Viel wichtiger sind Dinge wie Bildaufbau, Licht, Bildidee, Licht, Farben und vor allem das Licht. Wenn ihr absolut sicher seid, dass ihr alles was technisch möglich ist aus eurer Ausrüstung rausgeholt habt und dann an Grenzen stoßt ist es dann doch mal Zeit über die Anschaffung einer neuen Kamera oder eines neuen Objektivs nachzudenken.

 

7. Benutzt Festbrennweiten

Wenn ihr dann doch Geld ausgeben wollt kauft euch kein fünftes Zoomobjektiv sondern eine Festbrennweite. Die Ergebnisse mit einem 100€ teuren 50mm/1.8 werden immer besser sein als mit einem 24-70mm/2,8 für 1500€. Ein weiterer Vorteil ist die viel bewusstere Bildgestaltung weil ich nicht einfach am Zoom drehe um den Bildausschnitt zu ändern sondern ganz bewusst meinen Standort verändern muss. Und ein wenig mehr Bewegung kann auch nie schaden.

 

8. Macht eure Fotos für euch

Für wen fotografiert ihr? Für irgendwelche Follower bei Instagram oder Flickr? Für eure Facebook Freunde? Für andere Fotografen? Sicher freue ich mich wenn mein Bild bei flickr 17000 Klicks und 600 Sternchen hat. Und natürlich freue ich mich auch wenn JanLeonardo Wöllert, Patrick Rochon, Eric Paré oder Pala Teth meine Light Paintings gut finden, aber viel wichtiger ist, dass ich selbst zufrieden mit dem Ergebnis bin.

Und in das glückliche Gesicht einer Kundin oder eines Kunden zu sehen wenn sie "ihr" Bild als großen Print übergeben bekommen ist unbezahlbar, auch wenn es bei flickr nur 800 Klicks hat weil es den Fotografenkollegen nicht gefällt.

 

9. Schaut nicht dauernd auf den Erfolg anderer Fotografen

Sicher kann man sich von dem einen oder anderen erfolgreichen Kollegen inspirieren lassen. Aber ihr solltet auf keinen Fall Fotos machen nur weil sie vermutlich viel Aufmerksamkeit im Internet bekommen werden weil eben einige Fotografen im Moment sehr erfolgreich mit einer bestimmten Art der Fotografie oder einer bestimmten Art des Post Processing sind. Das kann auch ganz schnell wieder vorbei sein. Bleibt euch treu, was natürlich nicht meint, dass ihr euch nicht weiterentwickeln sollt.

 

10.  Fotografiert bewusst

Ich erlebe oftmals Fotografen, die fast pausenlos auf den Auslöser drücken und dann hinterher 95% ihrer Bilder löschen. Ist ja auch einfach mit einer Digitalkamera und bei den aktuellen Preisen für Speicherkarten. Manchmal haben sie bei den restlichen 5% auch den ein oder anderen Glückstreffer dabei. Manchmal aber eben auch nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass es dann auch wieder viel unnötige Arbeit macht 5000 Fotos zu sichten und zu sortieren. 

Eure Ergebnisse werden mit Sicherheit bessere sein wenn ihr vor jedem Betätigen des Auslösers kurz darüber nachdenkt was ihr tut und was das Resultat werden soll. Denkt über euren Bildaufbau nach. Behaltet immer die wichtigen Einstellungen (ISO, Belichtungszeit und Blende) im Blick. Ab welchem ISO-Wert wird das Bildrauschen wirklich störend? Bei welcher Blende mit der benutzten Brennweite kann ich mein Motiv freistellen? Mit welcher Belichtungszeit kann ich die schnelle Bewegung meines Motivs einfrieren oder in einer Bewegungsunschärfe darstellen? Sitzt der Fokus dort wo ich ihn haben will? usw.

Allzeit gutes Licht und immer bessere Fotos
Sven

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Elektroid

Dieses Bild schwirrte uns schon sehr lange Zeit im Kopf herum.

Der Film Metropolis von Fritz Lang ist immer noch eines der beeindruckendsten Meisterwerke der Filmkunst. Die Effekte, die Bildsprache,  die Geschichte, die Ideen... Und wenn man dann noch bedenkt, dass der Film von 1927 ist, entstanden ohne digitale Bildbearbeitung, ohne LED-Technik und sonstiges neumodisches Zeug... Dutzende Leute haben damals jeden einzelnen Frame mit der Hand bearbeitet, und das bei 30 Bildern pro Sekunde. 

Die Filmszene, die uns zu diesem Bild inspirierte könnt ihr hier sehen: Youtube

 

Entstanden ist das Bild in unserem Berliner Light Painting Studio. Nach vielen Stunden der Ideenfindung, Bau der passenden Tools und des Elektroiden, Aufbau der Szene und zahlreichen Testaufnahmen fanden wir dann auch einen passenden Termin mit unserem Model.

Marla, Erik, unser Model und ich trafen uns im Studio. Nach Einweisung aller Beteiligten konnte es losgehen. Zuerst haben wir unser Model platziert, der Rest der Szene war schon seit einigen Tagen aufgebaut. Als nächsten Schritt habe ich die Dame mit einer Led-Taschenlampe ins Bild "geblitzt". Dann haben Erik und Marla die Lichtröhre gemalt. Wir haben dann die Lichtkreise um unseren Elektroiden sowie die Lichtkabel vom Elektroiden zum Model gemalt. Danach habe ich den Elektroiden mit einer Led-Taschenlampe ausgeleuchtet und als letzten Schritt mit einem Laser die Strahlen hinter dem Elektroiden ins Bild geholt.

Die Belichtungszeit für diese Light Art Fotografie betrug 440 Sekunden bei Blende 8 und ISO 100. Aufgenommen haben wir die Szene mit einem Samyang 14mm/f2,8 an unserer Nikon D750. Der dritte Versuch nach insgesamt etwa 2 Stunden war dann für uns zufriedenstellend. 

 

Da der Film ohne Farbe auskommen musste haben wir als Hommage unser buntes Light Painting  in ein monochromes Bild konvertiert. Gerne zeigen wir aber auch die Originalaufnahme.

 

Ich danke unserem leidensfähigen Model; die Temperatur im Studio war nicht so weit weg von der herbstlichen Außentemperatur. Wie bei den meisten Menschen, die vorher noch nie aktiv mit dem Thema Light Art und Light Painting in Berührung kamen, war ihre Begeisterung trotz der Anstrengungen sehr groß. 
Ich danke Marla und Erik für die perfekte Zusammenarbeit.

 

Allzeit gutes Licht
Sven

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Elektroid (sw Version)
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Elektroid
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Workshop in Görlitz

An die nächtliche Fotosession im Kaufhaus schloß sich ein Workshop über Light Art Photography und Lightpainting über zwei Tage an. Am ersten Tag konnten die Teilnehmer erst einmal in der Energiefabrik Görlitz fotographieren. Nach einem ausgezeichnetem Abendessen (danke Ebs) fuhren wir in eine andere alte Fabrik um dort Light Paintings zu gestalten. Die Workshopteilnehmer bekamen so eine Vorstellung, wie man Lightpaintings erstellt, was zu beachten ist und mit welchen Lichtquellen man arbeiten kann. Zu diesem Termin begleitete uns Nikolai Schmidt, der den Workshop fotographisch dokumentierte. Vielen Dank dafür.

In einer anderen Halle arbeiteten 2/3 von Aurora Movement (Gunnar Heilmann und Mafu Fuma/Schade, daß Du nicht dabei warst Buschi.) mit ihrem Model Franzi (meine Bewunderung für Deinen Langmut) an ihren Light Art Fotos.

 

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Area 51
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
КАТЮША

Am nächsten Tag ging es erst einmal weiter mit einem ausführlichen Theorieteil. Diesmal wieder in der Energiefabrik. Als es dann dunkel war, konnten die Workshopteilnehmer eigene Light Paintings in den Räumen der Fabrik erstellen. Die Ergebnisse waren beeindruckend und die Teilnehmer zufrieden. In der Zwischenzeit arbeiteten Aurora Movement wieder in anderen Räumen an ihren Fotos. Ganz zum Schluß machten Sven und ich noch ein paar Light Art Fotografien und dann ging es ab ins Bett.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Toxic
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Nicole

 Unser herzlicher Dank gilt Erik und Feli für ihr Durchhaltevermögen und ihre Hilfe, Ebs und Nicole für ihre Unterstürzung in jeglicher Hinsicht, Meyer Optik Görlitz, der Energiefabrik Görlitz Anja und Franzi und dem Kaufhaus Görlitz sowie dem Wachmann vor Ort. Besonderen Spaß machte die Zusammenarbeit und der künstlerische Austausch mit Aurora Movement.

 

 

Eure Marla

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Kaufhaus Görlitz to be continued

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die Modenschau (Gunnar Heilmann)

Über den ersten Kaufhausbesuch von Gunnar Heilmann und Sven Gerard wurde schon an dieser Stelle berichtet. Diesmal gingen die Jungs nicht allein ins Kaufhaus sondern nahmen mich, Erik, Mafu Fuma, Franzi und Anja mit in die „heiligen Hallen“. Unterstützung bekamen wir vom Kaufhausmanagement und von Ebs, Nicole und Feli. Einige weitere Teilnehmer halfen als Statisten und zwei Mitglieder des Fotoclubs Görlitz beobachteten und dokumentierten unsere Arbeit.

 

Das erste Light Painting wurde von Gunnar inszeniert. Er „belebte“ das Kaufhaus mit einer Modenschau, wobei drei Models auf einem roten Teppich aus Licht Kleider präsentierten und von Zuschauern bewundert wurden. Das Bild war relativ schnell im Kasten und nun war ich an der Reihe.

Ich hatte mit Anja verabredet, daß wir ein Foto machen würden, das Ergebnis könnt Ihr unten sehen.

 

Das Bild entstand mit dem Figmentum 2/35 von Meyer Optik Görlitz. Dieses Objektiv ist wunderbar zu handhaben und das fotographische Resultat spricht für sich. Für unser leibliches Wohl sorgten unser Lokationscout Ebs und seine Familie. Herzlichen Dank für all Eure Zeit und Tatkraft, mit der Ihr uns immer wieder unterstützt. Sven machte als Dritter sein Bild, die Schwertkämpfer, diese würde ebenfalls mit Anja als Model und mit dem Figmentum 2/35 von Meyer Optik aufgenommen. Ganz zum Schluß versuchten wir noch ein Bild mit Feli, einer wundervollen Balletttänzerin und tollem Model.

 

Eure Marla