Bildrechte im Light Painting

Wem gehört das Light Painting Bild?

Da ich kein Jurist bin kann und darf ich keine Rechtsberatung erteilen. Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern gibt nur mein laienhaftes juristisches Verständnis zu diesem Thema wieder. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Kaufhaus Görlitz

Urheberrecht im Light Painting

Ich versuche mal an diesem Bild eine rechtliche Klärung. Einiges ist konstruiert, die meisten Umstände waren allerdings tatsächlich so.  

So einfach wie sich die meisten Menschen das vorstellen ist das nicht.

Das Urheberrecht liegt hier nicht bei demjenigen der den Auslöser betätigt hat. Auch wenn das vielen Fotografen die gerne mal ein fremdes Light Painting „mitfotografieren“ nicht passen dürfte.

Das Bild wurde im, zur Zeit leer stehenden, Kaufhaus Görlitz aufgenommen.

Zuerst habe ich die Kamera aufgestellt, ausgerichtet und alle Einstellungen vorgenommen.

 


Im Anschluss daran habe ich die roten Lampen für die Ausleuchtung verteilt. Als alles eingestellt und die Performance mit allen Beteiligten besprochen war ging es los. 

Unser Freund Ebs betätigte auf meine Anweisung den Auslöser. Gunnar gab ihm das Kommando das Objektiv aufzudecken und begann dann das Kleid an unser bezauberndes Model Lisa zu malen. Als er damit fertig war deckte Ebs auf Gunnars Anweisung das Objektiv wieder zu.

Ich schaltete die roten Lampen ein. Ebs deckte auf meine Anweisung das Objektiv wieder auf und zu.

Im letzten Schritt der Performance standen Lisa und Ich mit je einer X21 hinter den Säulen, Gunnar wies uns dabei in die richtigen Positionen ein. Auf Gunnars Anweisung deckte Ebs wieder das Objektiv auf und beendete dann die Aufnahme.

Wer ist der Urheber dieses Light Paintings?

Die meisten Fotografen würden hier wohl wie aus der Pistole geschossen sagen, dass der gute Ebs der alleinige Urheber ist weil er ja schließlich den Auslöser betätigt hat.

Der Ebs ist zwar ein netter Typ aber sein Beitrag bei der Entstehung des Werkes ist gleich Null! Er hat lediglich auf Anweisung den Auslöser betätigt und das Objektiv auf- und zugedeckt.

Ein dressierter Affe könnte das erledigen, man muss weder etwas über Fotografie noch über Light Painting wissen. Für diese Aufgabe ist es nicht erforderlich, dass der gute Ebs auch nur den blassesten Schimmer davon hat was wir vor der Kamera tun.

Bleiben also noch Lisa, Gunnar und ich als diejenigen mit dem größten Anteil am Schaffensprozess. Man könnte jetzt würfeln oder Streichhölzer ziehen um den Urheber zu ermitteln… oder?

Das geltende Urheberrecht sieht auch ein gemeinsames Urheberrecht vor und genau damit haben wir es hier zu tun.

Alle Beteiligten können also nur gemeinsam entscheiden ob und in welcher Form das Bild veröffentlicht wird. Im Falle einer kommerziellen Nutzung würden die erzielten Gewinne aufgeteilt werden. Aus diesem Grund würde ich dieses Bild auch nicht bei einem Wettbewerb einreichen, in den allermeisten Fällen sehen die Wettbewerbsbedingungen ein gemeinsames Urheberrecht nicht vor. Und die tolle Kamera, die es dort als Hauptpreis zu gewinnen gibt, kann ich ja dann auch schlecht in 3 Teile zersägen.

Dieses Bild habe ich alleine umgesetzt. Mein Model Uschi hat keinerlei Rechte, Uschi ist eine Schaufensterpuppe.  Hier ist die Rechtslage eindeutig; ich bin der alleinige Urheber. Über die Verwendung des Kunstwerkes bestimme ich alleine. Alle Einnahmen wandern in meine Tasche... und dann teilweise in die Tasche des Finanzministers.
Bei den allermeisten Light Painting Arbeiten werden wohl mehrere Personen beteiligt sein. Auch in solch einem Fall kann das Urheberrecht allein beim Hauptschaffenden liegen wenn die anderen beteiligten Personen lediglich auf Anweisung kleine Teile zum Gelingen des Gesamtkunstwerkes beigetragen haben oder das vorher vertraglich so vereinbart wurde. Oftmals werden aber mehrere Beteiligte das Urheberrecht gemeinsam ausüben.  Und da sollte man vorher 1 Sekunde nachdenken mit wem man gemeinsam zur Tat schreitet. Im Zweifel sollte man auch hier einen Vertrag aufsetzen.


In der Praxis haben wir bisher kaum schlechte Erfahrungen gemacht. Alle Menschen, mit denen wir gemeinsam unterwegs waren, waren freundliche, verständnisvolle Menschen. Ernsthaften Streit um gemeinsam erstellte Light Painting Bilder gab es nie. Aber es kann auch nicht schaden die wichtigste Rechtsgrundlagen im Hinterkopf zu haben, vielleicht läuft einem ja doch mal der profilierungssüchtige "Mitfotografierer" über den Weg. Einige Kollegen können ein Lied davon singen.

Welche Rechte gilt es darüber hinaus zu beachten?

Hausrecht

Das Kaufhaus Görlitz ist ein privates Gebäude. Der Eigentümer bzw. der Mieter entscheidet darüber ob, und unter welchen Bedingungen dort überhaupt fotografiert werden darf. Das ist grundsätzlich nichts anderes als das Fotografieren in privaten Wohnungen. Am zweck-mäßigsten regelt man das mit einem Property Release Vertrag. In den meisten Fällen wird der Eigentümer oder Mieter, zumindest bei kommerzieller Nutzung, eine Gebühr erheben.

Das Hausrecht erstreckt sich auch auf öffentliche Gebäude wie z.B. Bahnhöfe. Ohne Zustimmung des Eigentümers, in diesem Falle der Deutschen Bahn , ist das Fotografieren auf dem Gelände der Bahn verboten. Üblicherweise lässt die Bahn, wie auch viele andere Nutzer von Gebäuden, die Fotografen meist gewähren. Einzig bei kommerzieller Nutzung der Bilder könne sie ganz schnell ganz ungemütlich werden.


Allerdings kann der Nutzer bzw. Eigentümer eines Gebäudes das Fotografieren von außen nicht verbieten. Solche Aufnahmen sind in Deutschland und den meisten anderen Ländern durch die sogenannte Panoramafreiheit gedeckt. Von öffentlichem Straßenland aus kann ich grundsätzlich jedes Gebäude fotografieren und die Bilder uneingeschränkt nutzen. Davon ausgenommen sind lediglich gekennzeichnete Sicherheitsbereiche (Militär, Zuchthaus, Bundesdruckerei, Stasi, BKA, КДС und ähnliches).

Recht am eigenen Bild

Ohne Zustimmung der abgebildeten Person darfst Du das Bild nicht veröffentlichen. Jeder entscheidet selbst ob und in welcher Form sein Bild veröffentlicht wird. Ausgenommen davon sind nur Personen des öffentlichen Lebens.

Ihr solltet mit eurem Model am Besten schriftlich in einem Model Release Vertrag  vereinbaren in welcher Form die Bilder verwendet werden.

 

Seit einiger Zeit ist es in Deutschland verboten Menschen in hilflosen Situationen im öffentlichen Raum zu fotografieren. Wer Unfallopfer, Betrunkene oder Obdachlose fotografiert macht sich strafbar. 

Ebenfalls seit 2015 ist es strafbar ehrverletzende Fotos anderer Personen zu verbreiten.


Fotografieren von fremder Kunst

Im Bild rechts nimmt das Mural des Künstlers Sokar Uno einen recht großen Bereich in unserem Light Painting Bild ein. Wir haben Sokar Uno also gefragt ob wir das Bild veröffentlichen dürfen und nennen ihn bei jeder Veröffentlichung als Urheber des von uns neu inszenierten Bildes. Man kann darauf verzichten wenn das fremde Kunstwerk nur einen kleinen Teil im Bild einnimmt (nicht mehr als ein Drittel der Bildfläche). Allerdings sollte man auch hier aus  Gründen des Anstandes den Künstlerkollegen erwähnen. Das tut schließlich nicht weh.

Die Ausrede "Ich weiß ja nicht wer das Bild gemalt hat" zählt hier nicht. Für den Bildungsmangel des Fotografen kann ja schließlich der Street Art Künstler nichts. In den meisten Fällen ist das über eine kurze Recherche im Internet zu klären.

 


Im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung  über unser Bild wäre das Ergebnis aber alles andere als vorhersehbar. Wir haben ja schließlich nicht einfach das Mural abfotografiert. Irgendwelche Urteile zu ähnlichen Streitfragen sind mir nicht bekannt, wahrscheinlich gibt es die auch nicht.

 

 

Auch wer die Light Painting Performance eines Anderen ablichtet fotografiert fremde Kunst. Sicher ist der Fotograf der Urheber des Fotos, allerdings ist er nicht der Urheber der Lichtmalerei, also des (Haupt)motivs. Aus diesem Grund ist es dem Fotografen nicht möglich dieses Bild ohne Zustimmung des Urhebers des Light Paintings zu veröffentlichen. Ohne das Light Painting wäre das Bild nur schwarz. Der größere Anteil am Schaffensprozess liegt also ganz eindeutig beim Light Painter. Und genau das ist die wichtigste Frage zur Bestimmung des Urheberrechtes.

 

Es gibt immer wieder nette Zeitgenossen die das ignorieren und das Foto eines fremden Light Painting ohne Zustimmung und Nennung des Urhebers veröffentlichen oder so gar bei Wettbewerben einreichen. Und die ganz Harten scheißen das Bild dann noch mit ihrem hässlichen Logo zu.

Spätestens wenn sie mit dem fremden Bild einen Preis gewinnen werden sie wohl Post vom Anwalt des Light Painters bekommen. Ich kann schließlich auch nicht ungestraft ein Foto der Mona Lisa bei einem Wettbewerb einreichen und behaupten ich sei der alleinige Urheber.

 

Völlig unabhängig davon, ob Du Dich für den größten Light Painting Künstler hältst oder Einsteiger bist solltest Du auf Deine Rechte am Kunstwerk achten. Ob das Bild gut oder grottenschlecht ist hat keinerlei Einfluss auf das Urheberrecht und sonstige rechtlichen und monetären Aspekte. Kunst liegt schließlich nicht im Auge des Betrachters. Kunst liegt in der Seele des Künstlers!

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht und ausschließlich nette Gleichgesinnte für Deine Light Painting Nächte

Sven

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THE PATH OF LIGHT

Light Painters United Berlin 2017

Auf der Seite lightpaintingblog.com findest Du den Bericht von Jannis Sid über unser Light Painting Treffen im September 2017. Dieses eindrucksvolle Erlebnis werde ich wohl nie vergessen. Viel Spaß beim Lesen. Thanks for this great article Jannis!

Videobericht "THE PATH OF LIGHT"

Die Jungs von Movin Apes haben die Stimmung perfekt im Video eingefangen. Danke dafür! 

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Kaufberatung Objektive

Welche Objektive verwenden wir im Light Painting?

Nachdem Du jetzt hoffentlich die richtige Kamera für Deine Light Painting und Langzeitbelichtungen gefunden hast versuche ich heute bei der Entscheidungsfindung zum richtigen Objektiv zu helfen.

 

Die meisten (Einsteiger)Spiegelreflexkameras gehen gemeinsam mit einem Kit-Objektiv über den Ladentisch. Meiner Meinung nach sind die meisten dieser Linsen die 1,50€ für den Karton, in dem sie eingepackt sind, nicht wert. Also kauf lieber Kamera und Objektiv separat.

 

Ohnehin hat das Objektiv einen viel größeren Einfluss auf die Bildqualität als die Kamera. 

Festbrennweite vs. Zoom

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Kaufhaus Görlitz

Zoomobjektive sind sehr praktisch, umso größer der Brennweitenbereich desto weniger muss ich mich bewegen... Das war's dann aber auch schon mit den Vorteilen der Zoom-Linsen. Der einzige vernünftige Einsatz von Zoom-Objektiven im Light Painting ist im Bild links zu sehen. Wenn ich eben während der Belichtung am Zoom-Ring drehe.

Die Abbildungsleistung von Objektiven mir fester Brennweite ist immer besser als die des noch so teuren Zoom-Objektivs. Ein Objektiv kann immer nur für genau eine Brennweite richtig berechnet werden. Bei Zoom-Objektiven ist das meist ein Wert in der Mitte. Ein Objektiv mit 24-70mm wird wohl nur im Bereich um 45mm die beste Abbildungsleistung bieten. Darüber und darunter nimmt die Schärfe ab und es treten Verzeichnung und Randabschattung auf. 


Ein weiterer, nicht technischer, Aspekt ist die meist überlegtere Bildgestaltung bei der Arbeit mit Festbrennweiten. Weil ich gezwungen bin meine Position zu ändern wenn ich einen anderen Bildausschnitt haben will denke ich sicher länger darüber nach was ich wie darstellen will.

Um solch lustige Blasen wie im Bild auf der rechten Seite auf den Sensor malen zu können brauche ich ein Objektiv mit einem guten Bokeh. Für dieses Bild war das Meyer Optik Görlitz 35mm/f2 an der Nikon D750 montiert. Das Bokeh wird durch die Form und Anzahl der Blendenlamellen, die eingestellte Blende und den Fokus bestimmt. Mit einem Zoom-Objektiv wird solch eine Aufnahme nicht gelingen.

 

Mittlerweile baut Sigma zwar Zoom-Objektive mit einer Blende von 1,8, so gut wie eine vergleichbare Festbrennweite sind die Dinger allerdings trotzdem nicht. Wenn ich also Lichtsstärke und gute Abbildungsleistung haben will brauche ich ein Objektiv mit fester Brennweite.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
39 Led's

Autofokus vs. manueller Fokussierung

Im Dunkeln funktioniert der Autofokus nicht, zumindest nicht zuverlässig. Ohnehin ist das beste Autofokus-System nie so präzise wie die manuelle Fokussierung. Jede Automatik ist doof und blind, der Autofokus-Chip kann nicht in meinen Kopf sehen. Die Maschine weiß also gar nicht was ich im Bild scharf und was unscharf haben will. Im Light Painting kommt dann noch hinzu, dass das Objekt, welches scharf abgebildet werden soll, erst während der Belichtung entsteht.

 

Die meisten Objektive, die wir im Light Painting verwenden haben keinen Autofokus. Die anderen haben diesen nur zufällig. Der Autofokus ist an der Kamera immer ausgeschaltet. Wir fokussieren also immer mit der Hand, meist per Live View.

 


Manuelle Objektive sind allerdings nicht unbedingt billiger als welche mit Autofokus, vor allem wenn man sie neu kauft.

 

Jedenfalls brauchst Du Dir keine Gedanken machen ob der Autofokus von diesem oder jenem Objektiv schnell und präzise arbeitet. Das spielt im Light Painting keine Rolle. Auch ein gebrauchtes Objektiv mit defektem Autofokus kann man durchaus im Light Painting verwenden. 

Neu vs. Gebraucht

Objektive unterliegen bei normaler Benutzung recht wenig Verschleiß. Ob die Linsen zerkratzt sind sieht man sofort. Ob alles leichtgängig ist kann man ebenfalls recht einfach testen. Ob die evtl. verbaute Elektronik funktioniert sieht man sofort wenn man die Linse an die Kamera schraubt. Aber wer braucht schon Elektronik im Objektiv?

Welche Objektive sind in unserer Tasche?

Sigma 14mm/f2,8 - Das Ding ist über 20 Jahre alt und recht selten weil es damals teuer war.  Wozu ich bei solch einer kurzen Brennweite einen ultraschallangetriebenen Autofokus brauche wird sich mir nie erschließen. Egal, die Abbildungsleistung ist gut.

 

Samyang 14mm/f2,8 - Diese Linse ist eigentlich wirklich gut, wenn sich nur nicht dauernd der Fokusring verstellen würde. Das lässt sich zwar recht einfach selbst korrigieren aber nervig ist das schon. 

14 Millimeter sind gut für Light Painting geeignet. Der Abstand zwischen Licht und Kamera bleibt gering.

 

Meyer Optik Görlitz 35mm/f2 - Eines der besten Objektive in unserer Tasche. Schönes Bokeh und perfekte Abbildungsleistung.

 

Nikkor 50mm/f1,8 D - Das klapprige Plastikteil ist mechanisch eine Katastrophe kostet dafür aber nur 120€ (neu). Optisch ist die Linse gut.

 

Meyer Optik Görlitz 85mm/f2 - Genauso gut wie das 35mm Objektiv, nur länger. Gut geeignet für Porträts mit Glasfasern.

 

Tokina 28-70mm/f2,8 - Das Teil ist gebaut wie ein Panzerschrank. Mechanisch über jeden Zweifel erhaben, für ein Zoom-Objektiv gute Abbildungsleistung. Fokus- und Zoomring laufen butterweich und präzise. Und zur Not kann man damit auch mal einen Nagel in die Wand hauen. ;-)

 

Tokina 19-35mm/f3,5-4,5 - Auch das ist ein gutes Zoom-Objektiv, vor allem gefällt mir der heute nicht mehr weit verbreitete Brennweitenbereich ausgesprochen gut. 

 

Alle oben genannten Objektive haben einen Blendenring. Somit kann man die Blende auch während der Belichtung verstellen. Bei vielen Light Painting Bildern ist das sehr hilfreich.

Unsere anderen Objektive benutzen wir so gut wie nie für unsere Light Paintings.

 

Wenn wir nur mit einem Objektiv auskommen müssten wäre dies höchstwahrscheinlich das 19-35mm Tokina weil es recht universell im Light Painting einsetzbar ist. Die Linsen werden bei ebay für 70-120€ gehandelt, neu ist das Teil schon lange nicht mehr zu bekommen. 

Was steht auf dem Wunschzettel?

Als nächstes werde ich eine Festbrennweite zwischen 14 und 35 mm anschaffen, wahrscheinlich 24 mm. Welches es wird ist noch nicht sicher, in dieser Brennweite gibt es eine sehr reichliche Auswahl.

Ansonsten sind Objektive aus sowjetischer bzw. russischer Produktion wegen des wahnsinnigen Bokehs recht interessant. 

 

Ansonsten haben wir den Brennweitenbereich für Light Painting schon gut abgedeckt.

 

Falls mal der Lottogewinn ins Haus flattert oder wir anderweitig zu Reichtum gelangen gibt es noch so 2 bis 7 Zeiss Objektive die recht interessant für uns sein könnten. Das hat aber keine so große Bedeutung, der Unterschied im fertigen Bild zwischen dem 14mm Samyang und dem 15mm Zeiss ist nicht so groß, dass er den Preis von 2200€ rechtfertigen würde wie ich finde.

 

In diesem Sinne allzeit gutes Licht gewünscht

Sven

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Geplante Obsoleszenz

Was wir uns im Bereich Computer alles gefallen lassen müssen

Heute geht es um kein spezielles Light Painting Thema. Die meisten Light Painter werden aber wohl einen Computer inkl. Software und vielleicht auch einen Drucker benutzen um ihre Kunstwerke auszudrucken.

In anderen Lebensbereichen würden sich die allermeisten Menschen ein Vorgehen, wie es viele Hersteller im Bereich Computertechnik an den Tag legen, nicht gefallen lassen. Also warum funktioniert das in diesem Bereich?

 

Wikipedia definiert den Begriff so: "Geplante Obsoleszenz ist eine Strategie, in der die Obsoleszenz eines Produkts vom Hersteller geplant und konzeptionell vorgesehen ist.[1] Das Phänomen war schon mehrfach Gegenstand wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Debatten, ist aber nach wie vor nicht klar definiert. Ein bekanntes Beispiel für die (vermeintlich) beabsichtigte Verkürzung der Lebensdauer von Produkten sind Drucker und Druckerpatronen, die das Ende ihrer Lebensdauer oft nicht nach tatsächlichem Verbrauch oder tatsächlicher Nutzung, sondern nach vom Hersteller festgelegten Seitenzahlen oder Zeiträumen erreichen."

Drucker

Nach nicht einmal einem Jahr und geschätzten 200 ausgedruckten Fotos zeigte mein Drucker diese Meldung (Bild rechts) an. Und eben nur noch diese Meldung. Warum ich, selbst wenn das Kissen tatsächlich kurz vorm Überlaufen wäre, den Scanner nicht mehr verwenden darf ist mir ein absolutes Rätsel.
Ein Zurücksetzen der Meldung durch den Benutzer ist nicht vorgesehen. Epson will, dass ich den Drucker einpacke, zum Service schicke und Epson  schickt ihn dann "repariert" wieder zurück. Das Ganze lassen sie sich mit ca. 50€ honorieren. Bei meinem etwas teureren Fotodrucker XP-960 wäre das vielleicht noch eine Alternative zum Schrottplatz, aber wenn der Drucker nur 69,90€ gekostet hat wird er wohl völlig unnötigerweise und lange vor dem tatsächlichen Exitus weggeworfen.


Kaum jemand wird wohl für die "Reparatur" fast den Neupreis des Gerätes in die Hand nehmen. 

 

Also selber machen!

 

Zuerst habe ich den Drucker umgedreht, 2 Schrauben einer kleinen Abdeckung gelöst und schon hatte ich den Behälter mit dem Kissen in der Hand. Das Teil sitzt genau unter der Ruheposition der Patronen. Der Filz in dem Behälter war zwar schon recht bunt, aber "das Ende seiner Lebenszeit" war noch lange nicht erreicht. Es befindet sich kein Sensor in diesem Behälter oder ähnliches, die Software im Drucker zählt einfach die Anzahl der Reinigungszyklen und bringt dann nach xxx Reinigungen diese Meldung, und das dann natürlich viel früher als nötig.

Was würde denn passieren wenn der Behälter tatsächlich voll wäre und ich trotzdem weiter drucke? Irgendwann würde die überschüssige Tinte überlaufen und mir den Schreibtisch vollsauen. Darüber kann mich ja das lustige Display auch gerne informieren, aber die Entscheidung ob ich den versauten Schreibtisch in Kauf nehme weil ich meinem Kunden die Bilder heute noch geben will dürfen die Freunde von Epson doch mal getrost mir überlassen! Der Drucker selbst würde jedenfalls in keinem Fall Schaden nehmen, von etwas Tinte an der unteren Gehäuseseite mal abgesehen. 

 

Nachdem ich das Kissen ausgebaut hatte habe ich die Tinte ausgewaschen, die einzelnen Teile des Kissens getrocknet und wieder in den Drucker eingebaut. Das Teil war also fast wieder wie neu. Alternativ kann man auch die alten Filzteile in die Mülltonne schmeißen und den Behälter mit Watte vollstopfen. Diese Arbeit kann jeder durchführen der einen Schraubenzieher richtig herum halten kann, dafür braucht man keinen "Epson-Support".

 

Die Meldung auf dem Display geht davon aber lange noch nicht weg. Ich konnte also immer noch nicht drucken. Nach einiger Recherche im Internet fand ich 2 verschiedene Softwarelösungen zum Zurücksetzen dieser, und auch anderer Meldungen. Wer nach "waste ink pad" sucht wird schnell fündig. 
Die findigen Programmierer bieten ihre Dienstleistung zwar auch nicht kostenlos an, aber da zahle ich dem Mann aus Fernost lieber 6$ als dem Epson-Support auch nur einen einzigen Cent. Außerdem konnte der Drucker an seinem Platz stehen bleiben; nach ca. 5 Minuten war die Meldung weg. Nach dem Eingriff mit der Service-Software druckt der Apparat wieder wie am ersten Tag.

Warum steht überhaupt ein Fotodrucker auf meinem Schreibtisch?

Damit ich Prints in guter Qualität sofort zur Verfügung habe. Mit guter Qualität meine ich, dass die Ergebnisse deutlich besser sind als bei den meisten Fotodienstleistern. Ich kann frei zwischen den verschiedensten Papieren wählen und in jeder beliebigen Größe bis max. A3 drucken. Wenn der Geldbeutel und vor allem der Platz auf dem Tisch das hergeben kann man natürlich auch eine Maschine hinstellen die bis A2 bedruckt. Ich muss meine Bilder nicht im Internet hochladen. Ich muss nicht mit dem USB-Stick zum Drogeriediscounter oder sonstwo hin. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist druck ich das selbst Bild noch mal aus und muss nicht dem Dienstleister wortreich erklären was mir nicht gefällt und weitere 5 Tage auf die neuen Bilder warten.

Kaufe ich wieder einen Drucker von Epson?

Ich weiß nicht ob ich noch mal einen Drucker von Epson kaufe. Da fast alle anderen Hersteller ähnlich vorgehen gibt es eigentlich keine Alternative. Der letzte Drucker war von Canon. Die Ergebnisse waren auch bei diesem Drucker sehr gut. Das Teil hat kurz nach dem Ende der Garantiezeit den Geist aufgegeben. Die Mechanik zum Einzug des Papiers war defekt, eine Reparatur hätte sich in diesem Fall tatsächlich nicht gelohnt. Allerdings hatte dieser Drucker in seiner kurzen Lebenszeit deutlich mehr Bilder ausgedruckt als der Epson bis zum oben beschriebenen Ereignis. 

Im Bereich der Fotodrucker für den "Heimgebrauch" bauen nur diese beiden Hersteller Drucker die sehr gute Druckergebnisse abliefern. 
Nach meiner Erfahrung ist nur die Firma HP etwas freundlicher zu ihren Kunden. Wenn HP es schafft einen Fotodrucker zu bauen der genau so gute Druckresultate abliefert wie Epson oder Cannon kaufe ich den nächsten Drucker dort ein.

Tintenpatronen

Ich kann mir ja nicht vorstellen, dass überhaupt jemand die völlig überteuerten Originalpatronen von Canon oder Epson kauft. Für den Epson XP-960 kostet ein Satz Patronen im Shop von Epson 113,99€. Der ganze Drucker kostet dort 269,99€. Da kann doch irgendetwas ganz grob nicht stimmen wenn fast der halbe Preis des Druckers für die Patronen draufgehen soll. In der Herstellung kosten die Patronen vermutlich nicht einmal ein hundertstel des Verkaufspreises. Bei Canon ist die Situation nicht besser.
Ein billiges Set der 6 Patronen von einem alternativen Hersteller bekommt man für 9,99€, und der verdient auch noch etwas daran. Für den normalen Druck funktionieren die Dinger bestimmt ganz gut. Wer allerdings Fotos in der bestmöglichen Qualität ausdrucken will sollte solche Patronen nicht verwenden. Meine Erfahrungen mit diesen billigen Patronen sind jedenfalls nicht gut. Die Farben stimmen nicht und lassen sich auch nicht mithilfe von ICC-Profilen auf die Billigtinte abstimmen. Die Düsen verstopfen gerne mal und die Bilder haben dann lustige Streifen.

 

Ich verwende ein Nachfüllset von Farbenwerk.com. Das Set kostet 94,90€ und beinhaltet 6 leere Patronen und 6 mal 100 ml Farbe sowie Spritzen zum Auffüllen. Die Patronen muss man nur einmal anschaffen, die Farbe alleine kostet dann 53,90€ als Set 6 mal 100 ml. Die Patronen fassen ca. 10 ml Tinte, das reicht also für zehnmaliges Auffüllen. Das bedeutet Kosten von 5,39€ für einmal auffüllen und somit nicht einmal ein Zwanzigstel der Kosten für die Patronen von Epson. In den Patronen von Epson ist darüber hinaus etwas weniger Tinte (ca. 8,7ml).

Im Punkto Druckqualität konnte ich keine Unterschiede zu den Patronen von Epson erkennen. Ich drucke mit dem ICC Profil von Epson, die Farben passen.

Sicher haben auch andere Firmen wie Apple oder Adobe recht merkwürdige Geschäftsideen aber die Druckerhersteller überbietet im Moment sicher niemand. 

Ich will lieber gar nicht weiter darüber nachdenken wohin diese Reise noch gehen mag. Einige Autohersteller haben sich das schon abgeschaut und versehen ihre Batterien mit Chips die im Steuergerät des Personenkraftwagens angemeldet werden müssen. Da kann ich dann nicht mal schnell die billige Batterie aus dem Zubehörhandel selbst einbauen und sofort weiterfahren. 

Allzeit gutes Licht
Sven

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Taschenlampen für das Light Painting

Die ultimative Light Painting Taschenlampe...

so hell wie 'ne X21R.2, so groß wie 'ne M3R, Akkulaufzeit 30 Stunden, gutes Fokus-System, jede beliebige Lichtfarbe und Helligkeit, variabler Strobe-Modus, wasserdicht, so robust, dass sie nie kaputt geht, zu einem Preis von 25,99€?

... gibt es leider nicht. ... wird es vielleicht auch nie geben.

 

Es wäre sehr wünschenswert wenn wir nur 1 bis 2 leichte, billige Lampen im Gepäck haben würden um unsere Lightpainting Bilder umsetzen zu könne. Aber das wird wohl noch einige Jahre dauern.

Bis dahin sieht unser Gepäck so aus wie im Bild auf der rechten Seite.

 

Welche und wie viele Lampen braucht man nun aber im Light Painting? Dieser Beitrag soll ein wenig zur Erhellung beitragen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Light Painting Taschenlampen

Welche Taschenlampe für welchen Zweck?

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Burning man #3

Taschenlampen zur Ausleuchtung

Für Light Painting Bilder, wie das auf der linken Seite, benutzen wir eine Led Lenser X21R.2. Die Lampe ist mit 3200lm in der höchsten Stufe sehr hell. Wenn kein Model im Bild ist spielt es nicht eine ganz so große Rolle wenn die Lampe etwas weniger Helligkeit liefert. Dann belichte ich eben etwas länger. Für das Model ist es allerdings sehr angenehm wenn es nur, wie im Beispiel, zweimal für ca. 4 Sekunden ruhig in der Position stehen bleiben muss. 

 

Mit dem guten Fokus-System der Led Lenser Lampen kann ich den Lichtkegel genau so einstellen wie ich ihn brauche. Am vorderen Wegrollschutz lassen sich einfach passend zugeschnittene Farbfilterfolien befestigen.


Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Led Lenser X21.2, X21-UV, X21R.2
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Farbfilter für Led Lenser X21
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Stativhalterung Led Lenser X21

Die Bedienung der X21R.2 ist sehr durchdacht. Durch Drehen am Ring kann man die Lampe entweder sperren, so dass sie nicht versehentlich in der Tasche einschaltet oder die Helligkeit bzw. Strobe vorwählen. Drückt man dann in der eingestellten Position den Schalter leuchtet das Schmuckstück. Die Funktion lässt sich auch im eingeschalteten Zustand verändern. Durch kurzes Antippen des Schalters kann man mit der Lampe "blitzen". Eine sehr nützliche Funktion im Light Painting.

Alternativen zur X21R.2 gibt es nur wenige. Als Erstes fällt mir der kleine Bruder X21.2 ein. Mit 1600lm immer noch recht hell, das Fokus-System ist das gleiche wie bei der X21R.2 und mit ca. 190€ belastet sie den Geldbeutel des Light Painters nicht so stark. Nachteil dieser Lampe ist der Betrieb mit Batterien (Mono - D). Wenn die alle sind wandern sie in den Sondermüll. Die X21R.2 kann ich immer wieder aufladen. Mann kann die X21.2 zwar auch mit Akkus verwenden, allerdings sind vernünftige D-Akkus recht teuer. Zum Preis der benötigten 4 Akkus mit 10000mAh kann ich ca. 50 Batterien der gleichen Größe kaufen. Und ein Satz als Reserve wäre sicher auch keine schlechte Idee, somit sind dann mal gleich über 100€ weg, und ein passendes Ladegerät benötigt man dann auch noch.

 

Seit einiger Zeit baut ein namhafter deutscher Waffenhersteller sehr ähnliche Lampen. Diesen würde ich allerdings nur sehr ungerne durch den Kauf der Lampen unterstützen. Wer allerdings nicht so empfindlich ist wie ich findet dort sicher auch eine geeignete Lampe.

Was mich darüber hinaus an diesen Lampen stört ist das Bedienkonzept. Im Gegensatz zu den Led Lenser Lampen kann ich diese nicht durch kurzes Antippen des Schalters nur kurz aufleuchten lassen. Es ist ebenfalls nicht möglich die Lampe nur kurz einzuschalten. Beim Druck auf den Schalter schaltet die Lampe immer in voller Helligkeit ein, beim erneuten Drücken lande ich in der nächst kleineren Helligkeitsstufe. Erst wenn ich alle Helligkeitsstufe durchgeschaltet habe geht sie wieder aus. Für viele Einsatzzwecke im Light Painting ist das völlig ungeeignet.

Für die Ausleuchtung kleiner Räume oder kleinerer Bereiche im Freien genügt oftmals auch eine kleinere Lampe wie die von uns gerne und häufig benutzte Led Lenser M7RX. Darüber hinaus ist diese Lampe sehr gut geeignet um gezielt Akzente im Bild zu setzen. Leider werden sowohl die M7RX als auch die X7R nicht mehr produziert. Einige Händler haben noch Restbestände. Oder Du schaust mal bei ebay.

 Die Freunde aus Fernost bauen Lampen mit zum Teil enorm hohen Angaben was die Lichtausbeute anbelangt. Und das dann auch noch für einen sehr günstigen Preis. Da wird dann die Lampe mit angeblichen 3500 lm für 24,99€ verkauft. Solchen Angeboten sollte man lieber widerstehen. Selbst wenn die Lampe tatsächlich 350 lm anstatt der angebebenen 3500 lm hat ist sie für diese Zwecke schon deshalb nicht geeignet weil sie sich nicht fokussieren lässt.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Led Lenser M7RX, P7-UV, M7, X7R

Taschenlampen für die Lichtmalerei

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Jetzt wird es schwierig. Für den Zweck aus dem vorherigen Absatz sind die Anforderungen an die Lampe recht klar. Sie muss hell sein und einen möglichst homogenen, veränderbaren Lichtkegel haben. 

 

Die Anforderungen an Lampen welche wir an unseren Tools verwenden sind schon etwas komplexer. Je nach Größe, Art und Form des Lightpainting Pinsels brauche ich verschiedene Lampen.

 

Ein weiterer Aspekt ist in manchen Fällen die Größe der Lampe. Wenn ich diese unauffällig und unsichtbar in der Hand halten will muss sie auch in die Hand passen. Led Lenser P7 oder größere Lampen fallen da schon mal aus.

Wünschenswert ist auch, dass möglichst alle Lampen an alle Tools passen. Am Besten mithilfe des Universal-Connectors


Um das Licht möglichst gleichmäßig im verwendeten Lichtpinsel verteilen zu können ist auch hier ein vernünftiges Fokus-System der Taschenlampe von Vorteil. Wenn ich ein 1 Meter langes Plexiglasrohr mit einer Lampe ohne Fokus beleuchte wird das Licht wohl kaum den gesamten Meter gleichmäßig ausleuchten.

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Light Blades mit Led Lenser M3R
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Plexiglasrohr 1 Meter, Led Lenser P5R.2
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Glasfasern, RGB-Taschenlampe (unten)

An unseren Light Painting Werkzeugen benutzen wir meist folgende Lampen:

- die kleinen Led Lenser M3R, M1 und M5 für kleinere Plexiglas-Teile

- die etwas größeren Led Lenser P5R.2 für Rohre und Stäbe aus Plexiglas

- die großen Led Lenser M7R, M7RX, M7 und P7 für Glasfasern und ebenfalls für Rohre und Stäbe

 

Wir befestigen verschiedene Farbfolien zwischen Lampe und Tool. Alle oben genannten Lampen außer der P7 haben einen Strobe-Modus und zwei Helligkeitstufen. Die Helligkeit nimmt nicht ab, wenn der Akku leer ist geht die Lampe einfach aus. 
In der  P5R.2 ist ein teurer Spezial-Akku verbaut, diesen kann man nur in der Lampe laden. Keine gute Lösung, wie ich finde. Alle anderen Lampen arbeiten mit normalen Batterien bzw. gängigen Akkus wie 18650 (M7RX) oder 10440 (M3R).

Darf es auch etwas Preiswerteres sein?

Die oben genannten Lampen von Led Lenser sind zwar sehr gut aber eben auch recht teuer. Der Mann aus Fernost baut einige sehr interessante Lampen mit ähnlichen Funktionen (Strobe, Fokus und verschiedene Helligkeitsstufen) für einen Bruchteil des Preises. Sicher sind die Dinger nicht so gut verarbeitet. Sie geben weniger Licht ab. Sie werden bestimmt auch nicht so lange halten. Und über die meist schlechten Linsen für den Fokus reden wir erst gar nicht. Aber um ein Plexirohr mit Licht zu füllen reichen die günstigen Lampen meist völlig aus. 

Bei der Verwendung mehrerer Tools in einem Light Painting sollte man aber darauf achten nur Lampen aus einer Charge zu verwenden. Die Unterschiede in der Helligkeit und Farbtemperatur sind oft recht groß, selbst wenn es vermeintlich baugleiche Lampen sind. Wir haben von allen billigen China-Lampen immer mindestens 5 Stück gleichzeitig gekauft. Bei Preisen von einigen wenigen Euro pro Stück kann man das verschmerzen. 

5 Lampen für ca. 18 € - die Dinger sind zwar bunt, für die meisten Aufgaben spielt das aber keine Rolle

10 Lampen für ca. 30€ - die gleiche Lampe wie oben, alle in schwarz

4 Lampen für ca. 16 € - etwas kleiner, etwas weniger hell

Die volle Helligkeit erreichen diese Lampen nur beim Betrieb mit 3,7V-Akkus (14500). Zur Not, oder wenn man weniger Helligkeit braucht, funktionieren die Lampen auch mit AA Batterien oder 1,2V-Akkus.

Geht's noch kleiner?

Ja! Die brutalste Lampe die ich bisher in den Fingern hatte ist die Ultra Tac K18. Die angegebenen 370 Lumen dürften der Wahrheit entsprechen, das kleine Scheißding ist brutal hell. Die Lampe ist nicht viel größer als die kleine Batterie (AAA) mit der sie befeuert wird, 7,5 cm lang und 1,4 cm dick. 

 

So richtig Spaß macht das Ding allerdings erst beim Betrieb mit einem 3,7V-Akku (10440). Die Lampe hat 3 Helligkeitsstufen (370, 80 und 9lm) sowie einen Strobe-Modus.

Die Laufzeit bei voller Helligkeit beträgt ca. 20 Minuten, für viele Aufgaben im Light Painting ist das völlig ausreichend. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Ultra Tac K18 & 10440 Akku

Variabler Strobe

Welcher Light Painter hat sich nicht schon mal gewünscht die Blinkfrequenz im Modus "Strobe" ändern zu können? 
Der Hersteller Nextorch hat Taschenlampen im Angebot, die vom Computer aus programmierbar sind. Die Lampe wird über USB an den Rechenknecht angeschlossen. Es lässt sich jede beliebige Frequenz und auch andere Modi programmieren. Beispielsweise ist es möglich die Lampe jede Sekunde für 5 Millisekunden leuchten zu lassen.  Das sieht dann so aus wie im Bild auf der rechten Seite. Darüber hinaus kann man jede beliebige Helligkeit programmieren. Die Lampe speichert 7 verschiedene Modi. Diese lassen sich mit dem Schalter nacheinander durchschalten. 

An diesem Tool hatte ich das kleine Model "myTorch 2AA" befestigt. Die Lampe ist mit 140 Lumen nicht besonders hell. Wer mehr Licht braucht greift zur größeren Variante "myTorch RC".

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Nextorch myTorch 2AA

RGB, IR & UV Taschenlampen im Light Painting

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In Memory of Gareth

RGB-Taschenlampen:

Na ja, so richtig geil sind die Dinger nicht. Saubere Farben lassen sich jenseits der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau meist nicht darstellen. Noch schwieriger wird es wenn man mehrere dieser Lampen in einem Bild verwenden will. Die Farben weichen mehr oder weniger stark voneinander ab, vor allem wenn der Ladestand der Batterien unterschiedlich ist.

 

Für einige Einsatzzwecke kann man sie dennoch im Light Painting verwenden, vor allem wenn man Effekte wie Color-Fading benutzen möchte wie im Bild auf der linken Seite.

Einziges Problem: ich kenne aktuell keine Bezugsquelle in Deutschland für diese Lampen. Früher gab es die bei Pearl für 10€. 


Eine Alternative ist der Einkauf direkt in China. So etwas ist aber oft mit Problemen und vor allem langer Wartezeit verbunden. Ab einem Gesamtwert, also Ware inkl. Versand, von 22 € darfst Du die Lampe beim Zoll abholen. Die 8 Pfennige Einfuhrumsatzsteuer verschmerzt man dabei noch eher als die dreistündige Wartezeit. Hier mal ein Link zum chinesischen Händler : RGB-Taschenlampe

Nachtrag (30.01.18):

Mittlerweile konnte ich die RGB-Lampe bei Amazon finden. Nicht unbedingt für den besten Preis, aber dafür wird sie in einem hübschen Koffer geliefert. Die Lampe wird offensichtlich aus Großbritannien versandt.

UV-Taschenlampen:

Im Moment benutzen wir eine Led Lenser X21 und eine Led Lenser P7. Beide Lampen hat Heinz-Jörg Wurzbacher für uns umgebaut. Er hat die normalen, weißen LED's durch UV-LED's ersetzt. Wenn Du nett fragst baut er sicher auch für Dich eine Lampe um.

 

Für die ersten Versuche kannst Du natürlich auch erst einmal eine kleine, preisgünstig Lampe kaufen.

In Verbindung mit UV-aktiven Farben wie dem Tape an meinem Anzug lassen sich schöne Effekte erzielen. Mit normalen, sichtbarem Licht würde das ziemlich langweilig aussehen. 

 

Es braucht etwas Übung und Erfahrung um die Helligkeit abschätzen zu können. Die Kamera sieht meist viel mehr von dem Schwarzlicht als das menschliche Auge. Das kann allerdings, je nach Stärke des vor dem Sensor verbauten UV-Filters von Kamera zu Kamera recht unterschiedlich sein. Da helfen nur einige Testaufnahmen.

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We come in peace

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❤️

Infrarot-Taschenlampe:

Infrarotes Licht kann man nicht so ohne weiteres mit einer Digitalkamera aufnehmen. Über der Umbau einer Nikon D70 habe ich einen eigenen Artikel verfasst.

 

Wir benutzen für Infrarot Light Painting eine kleine Taschenlampe mit 5W Leistung laut Angabe des Herstellers. Für unsere Zwecke eigentlich schon viel zu stark, aber Lampen mit geringerer Leistung habe ich bisher nicht gefunden.

 

Infrarotes Licht ist für das menschliche Auge unsichtbar. Die Arbeit mit infrarotem Licht ist eine Herausforderung, man sieht ja nicht was man tut. Die Helligkeit im fertigen Light Painting kann man nicht mal ansatzweise erahnen. Da helfen nur viele Testaufnahmen und viel Erfahrung.

 

Aber interessant finde ich diese Art Light Painting schon, gerade in Kombination mit sichtbarem Licht wie im Bild links.


Fazit

Für den Einstieg ins Light Painting genügen erst einmal einige der kleinen, günstigen China-Lampen, ein Musterheft Farbfilterfolien, einige Plexiglasteile und schon kann's losgehen. Also fast... ohne Gaffa-Tape kein Light Painting.

 

Um größere Räume oder Bereiche im Freien vernünftig ausleuchten zu können kommt man an Lampen wie der X21 eigentlich kaum vorbei. Mit kleineren Lampen, vor allem wenn sie keinen Fokus haben, wird das sehr schwierig und langwierig bis die Ausleuchtung wirklich sitzt.

RGB- oder andere Speziallampen braucht man nur für spezielle Anforderungen, dafür würde ich als Einsteiger erstmal kein Geld ausgeben. 

 

Allzeit gutes Licht

Sven

 

Der Artikel enthält Produktlinks zu Amazon.

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Kaufberatung Kamera

Welche Kamera brauche ich für Langzeitbelichtung und Light Painting?

Ich werde ja recht häufig von den verschiedensten Menschen um Rat bei der Wahl der richtigen Kamera gebeten. 
"Welche Kamera soll ich kaufen?" Das ist ungefähr als würde jemand fragen welches Auto er kaufen soll. Am besten ein rotes, würde ich sagen, mit 4 Rädern und einem Lenkrad.

 

Mittlerweile genügt für die meisten Zwecke die Kamera des Mobiltelefons, für Langzeitbelichtung und Light Painting muss allerdings was anderes her. Zumindest wenn das Ergebnis gut werden soll.

 

Welche Eigenschaften der Kamera sind im Light Painting wichtig?

Bevor Du mit der prall gefüllten Brieftasche zum Fotohändler Deines Vertrauens rennst solltest Du kurz darüber nachdenken was die neue Kamera alles können sollte.

 

Es gibt zu jeder (neuen) Kamera dutzende Tests. Meist sind diese aber für den Bereich Langzeitbelichtung und Light Painting überhaupt nicht aussagekräftig. Als Light Painter interessiert mich nicht ob der Autofokus sauber arbeitet und ob die Knipse 18 Bilder pro Sekunde aufnehmen kann. Die Stärke des Bildrauschens bei langen Belichtungszeiten, einer der wichtigen Punkte bei der Wahl der richtigen Kamera, wird gewöhnlicherweise überhaupt nicht getestet. Selbst auf den Seiten der Hersteller findet man meist keine Informationen dazu.

Anhaltspunkte findet man eigentlich nur in entsprechenden Foren und im Austausch mit anderen Light Paintern. 

 

Ein zweiter wichtiger Punkt ist der Dynamikumfang. Dieser wird bei fast allen Tests ermittelt. 

 

Darüber hinaus ist die Akkulaufzeit von Interesse, diese gibt der Hersteller der Kamera immer an. Dafür gibt es einen genormten Test. Somit lässt sich das gut vergleichen. Die Anzahl der angegebenen Auslösungen ist zwar im Bereich der Langzeitbelichtung völlig unerheblich, allerdings ist eine lange Akkulaufzeit wichtig. Es wäre sehr ärgerlich wenn der Akku während einer Langzeitbelichtung schlapp macht und somit das Bild versaut ist.

 

Wenn man, wie ich, oft in Lost Places unterwegs ist sollte man darauf achten, dass die Kamera ein robustes, abgedichtetes Gehäuse hat damit sie nicht beim dritten Shooting den Geist aufgibt. 

DSLR oder Systemkamera?

Im Punkto Bildqualität gibt es kaum noch Unterschiede zwischen guten Systemkameras wie z.B. Sony A7 und den Spiegelreflex-boliden.  Nikon verbaut zum Teil die gleichen großen Sensoren wie Sony.


Was mich an den Sony Kameras am meisten stört ist die geringe Akkulaufzeit (siehe oben). Klar kann ich einen Batteriegriff montieren und 17 Ersatzakkus einstecken. Ganz zur Not kann ich die Kamera auch mit der Autobatterie versorgen. Der Hauptvorteil, nämlich das geringere Gewicht und die geringere Größe sind dann aber flöten.

Der Hype um diese Kameras ist meiner Meinung nach hauptsächlich den umfangreichen Marketingmaßnahmen von Sony geschuldet.

 

Vor einiger Zeit hatte ich mal einen etwas ausführlicheren Beitrag zu diesem Thema verfasst.  


Welche Sensorgröße brauche ich für die Langzeitbelichtung?

Ein Sensor liefert nicht zwangsläufig bessere Ergebnisse nur weil er eine größere Fläche hat. Die Bildqualität ist abhängig von vielen Faktoren wie Technologie, Fertigungsqualität und Pixeldichte.

Kameras im Mittelformat lasse ich hier mal außen vor. Die Preise für Kameras von Phase One oder Hasselblad bewegen sich auf dem Niveau eines Mittelklasse-Personenkraftwagens.

35mm Kleinbild, APS-C bzw. DX oder noch kleiner?

Die meisten Light Painter benutzen für ihre Kunstwerke Kameras mit einem Sensor in Kleinbildgröße, oft scherzhaft als Vollformat bezeichnet. 

Der Hauptgrund dafür dürfte allerdings weniger die vermeintlich bessere Bildqualität sein. Durch den größeren Sensor ist der Bildwinkel bei gleicher Brennweite größer.


Das bedeutet letztendlich, dass die Entfernung zwischen Kamera und Lichtquelle geringer ist. Gerade bei der Arbeit mit sehr schwachen Lichtquellen wie EL-Wire ist das ein Vorteil.

Ich kann aber natürlich auch mit einer APS-C Kamera und einem 12mm Objektiv vernünftig arbeiten. Gute DX- Kameras wie die Nikon D500 sind allerdings auch nicht unbedingt günstiger als ein vergleichbares Model mit einem Sensor in Kleinbildgröße. Die D500 kostet aktuell ca. 1450€, die D750 mit dem Sensor im Kleinbildformat ist mit ca.1250€ im Moment sogar günstiger.

 

Schwierig wird es meiner Meinung nach bei noch kleineren Sensoren wie Micro-Four-Thirds. Solche Kameras würde ich im Light Painting nicht benutzen weil die Bildqualität im Vergleich zu den oben genannten Kameras sichtbar schlechter ist. Vor allem das Bildrauschen bei sehr langen Belichtungszeiten ist oftmals nicht mehr zu beherrschen.

Viele Light Painter benutzen trotzdem solche Kameras wegen der lustigen Live Composite Funktion. Allerdings wird hierbei mit vielen Bildern mit relativ kurzer Belichtungszeit gearbeitet. Die interne Software der Kamera bastelt die einzelnen Ebenen  zum fertigen Bild zusammen. Ich benutze diese Technik nicht, für mich ist die Arbeit in einer einzelnen Belichtung einer der wichtigsten Punkte im Light Painting.

Nikon oder Canon?

Ich versuche heute mal auf das Canon-Bashing zu verzichten. ;-)

Seit 1992 arbeite ich ausschließlich mit Nikon Kameras, aktuell mit D750, D300s und der umgebauten D70. Im Laufe der Jahre haben sich viele Objektive und auch sonstiges systemspezifisches Zubehör angesammelt. Schon aus diesem Grund werde ich das System nicht mal so einfach wechseln. Genauso wird es wohl den Canon-Fotografen gehen. Wer sich einmal für "sein" System entschieden hat wechselt nicht einfach.

 

Wer allerdings das erste Mal vor dieser Entscheidung steht sollte allerdings etwas genauer hinsehen und überlegen. Die Sensoren in den aktuellen Nikon Kameras sind besser als die der vergleichbaren Modelle von Canon, vor allem ist der Dynamikumfang größer. Der Nachteil von Nikon ist der meist etwas höhere Preis. So kostet aktuell z.B. die Canon 5D Mark IV ca. 3200€ und die Nikon D850 ca. 3800€. Die geringeren Preise sind meiner Meinung nach auch der Hauptgrund für die Marktführerschaft von Canon.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die gute Bedienbarkeit, vor allem in der Dunkelheit. Probier es einfach im Laden aus ob Du mit Nikon oder Canon besser zurecht kommst. Aber auch hier ist das sicherlich hauptsächlich eine Frage der Gewöhnung. 

 

Folgende Kameras sind im Light Painting recht stark vertreten:

Canon 5D und 6D (EMD, Eric Paré, Gunnar Heilmann...)

Nikon D7500, D7100, D800, D810, D850, D750 (Pala Teth, Mart Barras, Lichtkunstfoto...)

Sony A7R (Patrick Rochon, JanLeonardo Wöllert...)

Oder lieber ganz was anderes?

... wie z.B. Pentax. Auch andere Hersteller bauen gute Kameras. Weil diese aber nicht so sehr verbreitet sind kann ich dazu nicht so viel sagen. Die Auswahl an Objektiven, vor allem gebrauchten, ist für die beiden großen Systeme deutlich größer. Schon aus diesem Grund würde ich ein solch eher exotisches System nicht kaufen.

Entscheidungshilfe

- Ich will große Prints von meinen Bildern machen:

 

 

- Mein Budget ist nicht sehr hoch:

 

- Ich will alte Objektive mit Adaptern verwenden (M42 oder ähnliches):

 

- Ich brauche eine sehr robuste Kamera:

 

- Die Kamera kann auch gerne gebraucht sein:

- Die Auflösung sollte groß sein, die Bildqualität sollte sehr gut sein.

Nikon D850, Nikon D750, Canon 5D Mark III oder Mark IV

 

- Nikon D7500 (ca. 1000€), Nikon D7200 (ca. 750€)

 

- Canon 5D oder 6D, alte Objektive mit Adaptern lassen sich an Nikon Kameras nicht, oder nur sehr eingeschränkt nutzen.

 

- Nikon D850, D810, Canon 5D oder 6D

 

- Schau Dir die Kamera genau an. Die Kamera sollte möglichst wenige Auslösungen auf dem Buckel haben.


Fazit

Die Entscheidung für die neue oder die erste Kamera ist sicher keine einfache. Ich hoffe mein Beitrag hilft Dir bei der Entscheidungsfindung. Viel wichtiger als die perfekte Kamera ist allerdings die eigene Kreativität. Mit der teuersten Kamera der Welt kann ich die schlechtesten Bilder machen wenn ich nicht weiß was ich tue.

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht

Sven

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10 Wünsche des Light Painters

Der Light Painting Künstler ist mit Sicherheit nicht die größte Zielgruppe für die Hersteller von Kameras und Objektiven. Einige meiner Wünsche wären aber aus meiner Sicht sehr einfach umzusetzen wenn man denn nur wollte. Und vieles würde auch anderen Fotografen von Nutzen sein. Einige meiner Wünsche werden aber wohl nie erfüllt werden. Entweder weil es tatsächlich nicht umzusetzen ist oder weil der Hersteller aus welchen merkwürdigen Gründen auch immer das nicht will.

Was würde das Leben des Light Painters einfacher machen?

10. Manfrotto stellt endlich auf Arca Swiss um

Manfrotto baut ja ganz passable Stative und Köpfe, aber die Verwendung von eigenen, nicht kompatiblen Schnellwechselplatten geht gar nicht. Und dann noch mehrere verschiedene Größen. Was soll dieser Unsinn? 

 

So richtig lustig wird das wenn man an der Kamera einen L-Winkel montiert hat. Damit bekommt die Kamera auf keinem Mafrotto Stativkopf befestigt.

 

Die einzige Lösung ist der Umbau auf Arca Swiss. Entweder wie im Bild auf der rechten Seite durch Verschrauben dieser komischen Manfrotto-Platte mit einem Arca Swiss Unterteil. Oder durch Montage des Unterteil direkt auf dem Stativkopf, bei den meisten Kugelköpfen sollte das ohne Probleme funktionieren.

 

Ich kann keinen einzigen Vorteil des Manfrotto-Systems gegenüber Arca Swiss erkennen. Manfrotto nervt damit nur die Kunden.


9. Alle Hersteller von Kameras und Objektiven verwenden den gleichen Anschluß

Das wäre schön, oder? Jedes Objektiv passt an jede Kamera. Aber das wird wohl ewig ein Wunsch bleiben.

8. Alle Objektive haben den gleichen Filteranschluss

Jedes Filter lässt sich schnell und einfach an jedem beliebigen Objektiv befestigen. Ich muss nicht das gleiche Filter in 3 verschiedenen Größen kaufen. Ich hab nur noch 4 Filter im Gepäck und nicht mehr 16. 
Aber auch das wird wohl ein Wunsch bleiben, auch wenn es mittlerweile Filtersystem gibt die mit verschiedenen Adaptern an viele verschiedene Linsen montiert werden können. Allerdings geht das weder schnell noch einfach, und günstig sind diese Systeme auch nicht.

7. Sensoren produzieren kein Bildrauschen mehr

Die Entwicklung der letzten Jahre hat ja schon wirklich große Fortschritte in diesem Bereich gemacht. Und vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern in der ich mit ISO 12800 eine halbe Stunde belichten kann und kein Bildrauschen sichtbar ist. 

6. Filter vor dem Sensor lassen sich ein- und ausschalten

Das wäre doch mal was. Ich kann das Infrarot- oder UV-Sperrfilter einfach per Knopfdruck ausschalten wenn ich infrarotes oder ultraviolettes Licht aufnehmen will und muss nicht extra die Kamera dafür umbauen. 

5. Speicherung von mehreren Fokus-Ebenen und Abruf dieser während der Belichtung

Ich will ein Bild aus mehreren Teilen, aus verschiedenen Perspektive oder ähnliches aufnehmen. Dazu ist es notwendig neben dem Zoom die Fokussierung während der Belichtung zu verändern. Cool wäre wenn man vor der Belichtung die verschiedenen Entfernungen einstellen und speichern könnte und während der Belichtung diese Werte abrufen könnte und die Kamera dann per Autofokus auf den gespeicherten Wert einstellt.

Im Moment ist ein solches Vorgehen nur mit dem Wechsel des Objektivs möglich. Ich stelle also an mehreren Objektiven die richtige Entfernung ein und wechsle die Linsen dann während der Belichtung. Die Fokussierung nach Gefühl zu verändern ist oftmals keine gute Lösung, gerade wenn ich mit längeren Brennweiten und großer Blende arbeite.

4. Funktion "time" in allen Kameras

Die Nikon D750 hat neben "bulb" die Funktion "time". Beim ersten Druck auf den Auslöser wird der Verschluss geöffnet und beim zweiten Druck wieder geschlossen. Das erspart dem Light Painting Künstler den Fernauslöser. Das hätte ich gerne per Software-Update für alle meine Kameras nachgerüstet.

3. Der Wert für den Weißabgleich lässt sich während der Belichtung verändern

Zugegeben, so viele Light Painting Fotografen werden diesen Wunsch nicht haben. Das ist eigentlich nur von Belang wenn man mit Licht aus dem sichtbaren und unsichtbaren Spektrum in einer Belichtung arbeitet. Aber genau wie Punkt 1 und 2 sollte das sehr einfach per Software umzusetzen sein.

2. Der ISO-Wert lässt sich während der Belichtung verstellen

Technisch dürfte das eigentlich kein Problem sein, vermutlich ist einfach nur die Bedienung für den ISO-Wert während der Belichtung gesperrt. Falls das Verändern der Blende nicht ausreicht (Punkt 1) wäre das in manchen Situation sehr hilfreich. Ganz besonders wenn ich Light Painting in Verbindung mit dem Sternenhimmel aufnehmen will.

1. Die Blende lässt sich elektronisch während der Belichtung verstellen

Das dürfte sich ebenfalls mit einer einfachen Anpassung der Software in jeder Kamera realisieren lassen. Bis die Hersteller das verstehen und endlich in die Software einbauen bleibt nur die Verwendung von Linsen mit Blendenring oder ND-Filtern um die Belichtung auf verschieden helle Lichtebenen anzupassen.

Diesen Wunsch dürfte wohl so ziemlich jeder Light Painting Künstler haben.

 

Dann warte ich mal auf die gute Fee, die mir diese Wünsche alle erfüllt und wünsche bis dahin allzeit gutes Licht.

Sven

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Transfer von Wissen im Light Painting

Light Painting Tutorials - sinnvoll oder nicht?

Im Light Painting gibt es zwei sehr kontrovers diskutierte Themen. Das eine Thema ist die Frage ob man in einer Belichtung arbeitet oder die Bilder am Computer bearbeitet und Techniken wie Live Composite benutzt. In zwei Artikeln habe ich mich mit diesem Thema befasst:
SOOC - Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Light Painting - fotografische Technik oder eigenständige Kunstform?

 

Um das zweite Thema, den Transfer von Wissen, soll es in diesem Beitrag gehen.

Woher habe ich mein Light Painting Wissen?

Wie alles begann

Eher zufällig stieß ich 2012 auf Bilder von Light Painting Künstlern und war sofort fasziniert. Umso mehr Bilder ich sah desto größer war mein Drang selbst solche Kunstwerke zu machen.

In dieser Anfangszeit wäre ich sehr froh gewesen wenn ich irgendwelche guten Anleitungen zum Thema Light Painting gefunden hätte um einen leichten Einstieg in das Thema bekommen zu können. Es gab aber kaum Tutorials zum Thema, und noch weniger wirklich sinnvolle, gute Anleitungen.

Also begann ich mir die Bilder der Künstler genau anzusehen und überlegte wie sie das wohl gemacht haben. Nach einiger Zeit wagte ich mich an die ersten eigenen Bilder. Eines unserer ersten Light Paintings siehst Du rechts.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Lichtgestalt

Mit den wenigen Brocken aus einigen Artikeln und Videos und meinen ersten eigenen Überlegungen fing ich also einfach an. Und genau das ist einer der wichtigsten Aspekte im Light Painting, man wird nur besser wenn man es tut! Die Zeit, die ich damit verplempert habe Informationen zu suchen hätte ich besser gleich in erste eigene Versuche investieren sollen! Zumal das Erfolgserlebnis viel größer ist wenn ich etwas selbst erschaffen habe anstatt 1:1 eine Anleitung aus dem Internet nachzumachen. Selbst wenn sich meine ersten Ergebnisse noch sehr an meinen Vorbildern orientiert haben. In späteren Gesprächen mit den Kollegen stellte sich dann oft heraus, dass wir komplett andere Tools und Techniken verwenden um ähnliche Effekte in unseren Bildern umzusetzen.

Austausch mit den Light Painting Kollegen

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
I bring you the light - ©EMD -Heinz Jörg Wurzbacher

An einigen Fragen würde ich vermutlich noch heute verzweifeln wenn mir nicht einige Kollegen mit Tipps geholfen hätten. Es hat mir natürlich niemand ausführliche Tutorials geschickt, aber oft mit den richtigen Tipps meine Gedanken in die richtige Richtung gelenkt.

An dieser Stelle möchte ich mich dafür ganz herzlich bei Heinz-Jörg Wurzbacher bedanken. Das ist im Light Painting alles andere als selbstverständlich, dass die alten Hasen den Rookies helfen.  

 

Mittlerweile tausche ich mich regelmäßig mit vielen anderen Light Paintern aus. Dabei geht es allerdings meist weniger um das Erklären und Zeigen der neuesten Tools und Techniken als um einen Gedankenaustausch wie man Dieses oder Jenes am Besten umsetzen könnte, gemeinsames Entwickeln von Techniken und Tools also.


Versuch einer Analyse

Da mich die Fotografie seit meiner Kindheit begleitet waren mit (fast) alle fotografischen und fototechnischen Aspekte im Light Painting bereits vertaut. Wenn man als Fotograf zum Thema Light Painting findet hat man es schon sehr viel einfacher als wenn man sich den fotografischen Teil auch noch mit aneignen muss.

 

Bleibt also noch das Wissen und Können für das Agieren vor der Kamera welches ich im Moment habe:
Tutorials: 5%

Tipps von Kollegen: 30%

Analyse von anderen Light Paintings: 30%

Gemeinsames Entwickeln neuer Techniken mit anderen Light Paintern: 10%

Erarbeiten von eigenen Techniken: 25% 

 

Diese Zahlen kann ich natürlich nicht empirisch belegen. Umso länger ich mich mit dem Thema Light Painting beschäftige, desto größer wird der Anteil der selbst entwickelten Techniken. Mein persönlicher Bedarf an Tutorials geht mittlerweile gegen Null. Aus Neugier schaue ich mir zwar zuweilen Tutorials anderer Light Painter an, der Wissenzuwachs für mich hält sich allerdings meist sehr in Grenzen. In einigen Fällen ärgert es mich ein wenig wenn ein Kollege ein gut gehütetes Geheimnis verrät.

Pro & Contra Light Painting Tutorials

Viele alte Hasen sind der Meinung, dass der Transfer von Wissen unnötig und schädlich ist. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht, wie ich finde.

Pro

- Durch den Blick hinter die Kulissen wird das Verständnis des geneigten Betrachters für die Kunstform Light Painting größer. Viele Menschen können sich überhaupt nicht vorstellen, dass man mit Licht in einer einzelnen Belichtung solche Kunstwerke erschaffen kann.

Ein gutes Beispiel ist der geschätzte Eric Paré durch seine Youtube Videos und seine Learn Gruppe bei Facebook hat er sehr viele Leute für die Kunstform Light Painting begeistert die ansonsten wahrscheinlich nie mit dem Thema in Berührung gekommen wären. Und das nutzt allen Light Paintern!

 

- Wissen vermehrt sich wenn man es teilt.

Ein Beispiel: Wenn ein Light Painter ein Tool für die Camera Rotation Fotografie baut und die Community daran teilhaben lässt wird es sicher viele Light Painter geben die das 1:1 nachbauen. Allerdings wird es auch immer Menschen geben die dieses Tool verbessern und auch dieses dann wieder mit der Community teilen. Der Fortschritt durch diesen Austausch ist sicher größer als wenn ich alleine in meinem stillen Kämmerlein ein solches Tool entwickeln würde.

Der Einsteiger hat gleich mehrere Ideen zur Verfügung. Um damit dann aber auch ein wirklich gutes Bild abzuliefern braucht er aber immer noch eine gute Idee, eine geile Location und ein paar andere Kleinigkeiten. 

 

- Erst durch den Austausch mit Gleichgesinnten entsteht eine funktionierende Gemeinschaft. Wenn ich nichts gebe und immer nur versuche zu nehmen werde ich wohl nie ein geschätzter Teil der Gemeinschaft der Light Painter sein. 
Ich bin lieber Teil dieser wundervollen Light Painting Community als ein verbissener Einzelkämpfer.

Contra

- Durch genaues Beschreiben des eigenen Vorgehens im Light Painting geht ein Stück der Magie dieser Kunstform verloren. David Copperfield's Show wäre stinkelangweilig wenn er vorher genau seine Tricks erklären würde.

Ein wichtiger Aspekt im Light Painting, wie ich finde. Wenn ich genau weiß wie der geschätzte  Kollege sein Light Painting auf den Sensor der Kamera gemalt hat ist meine Faszination nur noch halb so groß. 

 

- Es gibt einige Light Painter die mit dem Wissen anderer ganz schnell reich und berühmt werden wollen und gerne so tun als hätten sie sich alles selbst erarbeitet. Ja, so ist das nun mal im Kapitalismus, mit allen Mittel die Konkurrenz ausschalten...

Für diejenigen, die mit viel Zeit, mit viel Kraft und Gedankenarbeit diese Techniken erschaffen haben ist das allerdings recht ärgerlich.

 

Als Light Painting Künstler geht es mir um die Kunstform, um Kreativität und vor allem um den Spaß. Ich habe keine Konkurrenz, ich will mit Light Painting nicht reich werden. ... ein wenig berühmt wäre ich aber schon gerne ;-) Allerdings nur aufgrund meines eigenen Schaffens und nicht mit dem hübschen Federschmuck anderer.

 

- Wenn ich öffentlich mein Wissen teile buchen weniger Leute unsere Workshops. Hmm... da bin ich mir nicht sicher.

Viele unserer Workshop Teilnehmer wissen meist schon recht viel über das Thema Light Painting.

Auf einige trifft dieses Argument aber vielleicht zu. Wenn sie alles was sie wissen wollen kostenlos im Internet finden können würden sie kein Geld für 'nen Workshop ausgeben. Aber das bleibt nur eine Vermutung, wie sollte ich das auch beweisen?


Fazit

Letztendlich muss natürlich jeder selbst entscheiden wie viel von seinem Wissen er preis gibt, und unter welchen Voraussetzungen. Aber ein wenig Vorsicht und Zurückhaltung kann meiner Meinung nach nicht schaden.

In unseren Workshops erklären und zeigen wir ganz genau wie wir unsere Bilder machen, die Teilnehmer haben schließlich viel Geld für den Workshop bezahlt.

Um möglichst viele Menschen für das Thema Light Painting zu begeistern geben wir auf dieser Seite und in unserem Newsletter Tipps zu von uns verwendetem Material und einen kleinen Einblick in unsere Arbeitsweise. Das ist natürlich nicht ganz uneigennützig, wir wollen ein möglichst großes Publikum für unsere Kunst.

Dieser Spagat ist alles andere als einfach. Gar kein Wissen zu transferieren ist schlecht, zu viele, oder die "falschen" Dinge preisgeben ist ebenfalls keine gute Idee. 

Durch den Austausch mit anderen Light Painting Künstlern wird der Gemeinschaftsgedanke und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Ich möchte Teil einer freundlichen, kreativen und sehr besonderen Gemeinschaft Besessener sein. Und mit diesen Besessenen teile ich gerne mein Wissen.

 

Ich wünsche Dir allzeit gute Licht

Sven

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Unser Light Painting Jahr 2017

Was für ein Jahr! Görlitz/Zgorzelec, Hiddensee, Malzfabrik, Teufelsberg, Gewinn des Fotoforum Awards "Light Art" und vor allem unsere Veranstaltung LIGHT PAINTERS UNITED - das Jahr 2017 wird uns wohl immer in guter Erinnerung bleiben.

 

Januar:

April:

Mai:

Juni:

Juli:

August:

September:

Oktober:

November:

Dezember:

Ich danke allen Freunden, Kunden, Kollegen, Sponsoren, Geschäftspartnern und vor allem meiner wundervollen Familie für die Unterstützung und die gute Zusammenarbeit und wünsche euch ein gutes und erfolgreiches Jahr 2018.

 

Allzeit gutes Licht
Sven

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Light Painting mit Feuerwerk

Pyrotechnik im Light Painting

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Death comes ripping

Eisfontänen sind die einfachste und kleinste Variante. Eine solche haben wir für die Pistole im Bild auf der rechten Seite verwendet. Die Fontänen sind ausdrücklich für die Verwendung in geschlossenen Räumen vorgesehen, sie produzieren keinen giftigen Rauch.

Für die Funken aus dem UFO haben wir einen kleinen Kat. 1 Vulkan (Zwergenaufstand von Pyroart) verwendet. Diese kleinen Vulkane werden in mehreren Farben als 10er Box verkauft. Der Preis für die Box liegt bei ca. 6€.

Auch andere Hersteller haben solche kleinen Leuchtartikel im Sortiment.

 

Wunderkerzen, Gold- und Silberregen, farbige Leuchtfackeln, Sommerfontänen und ähnliche Sachen lassen sich ebenfalls gut im Light Painting und in der Light Art Photography benutzen. Ein weiterer Vorteil dieser kleinen Feuerwekrskörper: sie machen sehr wenig Krach. Ich nerve also bei der Verwendung weder Mitmenschen noch Tiere.

Auch im Bereich des Silvesterfeuerwerks (Klasse 2) solltest Du beim Kauf darauf achten, dass die Dinger nicht so viel Radau machen, vor allem wenn Du sie auch außerhalb der Silvesternacht verwenden willst.

 

Von den oben genannten Sachen abgesehen verwenden wir gerne Römische Lichter in unseren Light Painting Bildern. Diese sind allerdings immer Kat. 2, dürfen also nur zu Silvester gehandelt und abgebrannt werden.

Römische Lichter sind in vielen verschiedenen Ausführungen und Farben erhältlich. Im Bild unten habe ich 2 12-schüssige von Keller abgebrannt. 

 

Ein guter Onlineshop ist die Feuerwerksvitrine, vernünftige Preise und zu fast allen Sachen gibt es ein kleines Video.

Welche Pyrotechnik ist geeignet?

Grundsätzlich kann man natürlich jede Art von Feuerwerk in einem Foto festhalten. Um wirkungsvolle Effekte im Light Painting umzusetzen solltest Du nicht wahllos mit den dicken Silvesterraketen im Bild rumballern sondern eher kleinere Feuerwerksartikel verwenden.
Im Bild auf der linken Seite haben wir einen kleinen Vulkan (Keller Vesuv) verwendet. Diese kleinen Vulkane und Fontänen haben darüber hinaus den Vorteil, dass man nicht gleich arm wird wenn das Bild nicht gleich beim ersten Versuch gelingt. Die Preise für diese kleinen Vulkane liegen zwischen 40 Cent und 1 Euro.

Selbst im Bereich des Jugendfeuerwerks, welches das ganze Jahr über frei gekauft und verwendet werden darf, finden sich einige für das Light Painting sehr interessante Sachen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Peng!

Blende, ISO, Belichtungszeit

Pyrotechnik verbrennt meist sehr hell. Da wir im Light Painting den ISO-Wert gewöhnlicherweise sehr niedrig wählen um das Bildrauschen möglichst gering zu halten haben wir an diesem Punkt mit ISO 50 bis 200 schon den richtigen Bereich für das Fotografieren von Pyrotechnik. Die Blende variiert je nach Brennweite, verwendetem Feuerwerk und Abstand zwischen Kamera und Feuerwerk zwischen 8 und 16.

Mit der Belichtungszeit sollte man nicht übertreiben. Der Keller Vesuv aus dem Bild oben brennt recht lange. Hätte ich die gesamte Brennzeit belichtet wäre das mit Sicherheit ausgebrannt. Ich habe also den Vulkan angezündet, angefangen zu drehen und dann für 2 Umdrehungen das Objektiv aufgedeckt. 

Meist helfen nur Testaufnahmen um die richtigen Einstellungen ermitteln zu können. Sollte das selbst beim kleinsten ISO-Wert und Blende 16 noch zu hell sein hilft ein ND-Filter um das Feuerwerk zu bändigen.

Noch schwieriger wird es wenn man noch andere Lichter mit aufnehmen will. Die einfachste Möglichkeit ist die Verwendung möglichst heller Lampen um den Helligkeitsunterschied zum Feuerwerk möglichst gering zu halten.

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КАТЮША

Sicherheit, Brandschutz und Rechtliches

Pyrotechnik macht immer Spaß, auch wenn das Bild kein Meisterwerk wird. Aber auch hier solltest Du einen Moment über Sicherheit, Brandschutz und evtl. über die Legalität Deines Tuns nachdenken bevor Du das Feuerzeug zückst.

 

Feuerwerk wird in Deutschland in verschiedene Kategorien (§3a Sprengstoffgesetz) eingeteilt. Daraus ergibt sich der Einsatzzweck, der Einsatzzeitraum, der Einsatzort und der Personenkreis der das Feuerwerk verwenden darf.

 

Kat. 1 – Kleinstfeuerwerk, Jugendfeuerwerk oder ähnliches. Dieses darf ohne zeitliche Beschränkung an Personen über 12 Jahren verkauft und verwendet werden.

 

Kat. 2 – Silvesterfeuerwerk. Dieses darf von Personen über 18 Jahren vom 28. bis 31.12. gekauft und ausschließlich in der Silvesternacht verwendet werden. Inhaber eines Befähigungsscheins nach §20 Sprengstoffgesetz dürfen dieses auch außerhalb dieser Zeit verwenden Dieses muss allerdings der zuständigen Behörde, genau wie bei Verwendung von Kat. 3 und 4, zuvor angezeigt werden.

Zu besonderen Anlässen (Hochzeit, Geburtstag o.ä.) kann auf formlosen Antrag auch von Personen ohne Schein Kat. 2 Feuerwerk gekauft und abgebrannt werden.

 

Kat. 3 und 4 – darf nur von Personen mit Befähigungsschein gekauft und verwendet werden. Einziger Unterschied ist das Mindestalter (Kat. 3 - 18 Jahre, Kat. 4 - 21 Jahre).

 

Kat. T1 – Theater- oder Bühnenfeuerwerk. Das Mindestalter für Verkauf und Verwendung beträgt 18 Jahre. Dieses Feuerwerk darf allerdings nur zweckgebunden für Bühne, Theater, Show, Film- oder Fotoaufnahmen verwendet werden. Also für unsere Zwecke eigentlich legal.

 

Alle anderen Kategorien (T2, P und S) sind für uns Light Painter ebenso uninteressant wie 3 und 4.

 

Der Aufwand für den legalen Einsatz von Pyrotechnik der Kat.2 im Light Painting ist enorm. Mir ist keine Möglichkeit bekannt eine Art Dauergenehmigung zu bekommen. Man müsste das also für jedes einzelne Bild anmelden, wenn man denn einen Befähigungsschein nach Sprengstoffgesetz in der Tasche hat oder ausschließlich teure T1 Sachen benutzt.

 

Falls Du Pyrotechnik oder Feuer benutzen willst räume brennbares Material weg und nimm einen Feuerlöscher und/oder genug Wasser zum Löschen mit. Falls Du Pyros aus der Hand abbrennst zieh Dir Handschuhe an. Wenn die Gefahr besteht, dass ein Querschläger Dein Gesicht treffen könnte benutze eine Schutzmaske, z.B. für Paintball aber zumindest eine Schutzbrille. Eine Mütze oder Kapuze ist meist auch eine gute Idee. Auf jeden Fall solltest Du Kleidung tragen, die nicht beim kleinsten Funken in Flammen steht. 

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht und viel Spaß mit dem Feuerwerk

Sven

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Light Painting - Tipps für Einsteiger

Was brauche ich für meine ersten eigenen Light Painting Bilder?

Kamera für die Light Painting Fotografie

Zuerst einmal brauchst Du eine Kamera mit der Funktion "bulb". Dabei wird der Verschluss der Kamera solange geöffnet wie der Auslöser betätigt wird. Damit Du nicht während der gesamten Langzeitbelichtung den Finger auf den Auslöser der Kamera drücken musst solltest Du einen Fernauslöser anschließen. Ein einfacher Kabelauslöser mit der Möglichkeit den Auslöseknopf zu arretieren genügt völlig.

Du solltest eine eher kurze Brennweite verwenden damit der Abstand zwischen Kamera und Lichtquelle nicht zu groß ist. Für erste Versuche sind Brennweiten zwischen 24 und 50 mm (Kleinbild) gut geeignet. 

Um während der Belichtung das Objektiv abdecken zu können solltest Du eine Kappe, Wollmütze oder ähnliches mit zur ersten Light Painting Session nehmen. Manche Lampen kann man nicht so einfach mal schnell an- und ausschalten. Um die Lichtspur zu stoppen deckt Dein Helfer einfach das Objektiv zu.

Womit wir gleich beim nächsten Punkt sind: dem Helfer. Du solltest Light Painting nicht alleine machen, schon gar nicht am Anfang. Erstmal macht Lightpainting  gemeinsam mehr Spaß und außerdem ist die Arbeit einfacher wenn man die Aufgaben verteilen kann.

Im Bild oben siehst Du eines unserer ersten Lightpainting Bilder von Anfang 2013. 

Zuerst habe ich Erik mit einer kleinen Taschenlampe; eine Led Lenser M5 wenn ich mich recht erinnere; eingeleuchtet. Danach mit zwei Led Lenser V24 die Flügel gemalt. Und zum Schluss mit einer stärkeren Taschenlampe (Led Lenser X7R) die Treppe und die Bäume angeleuchtet. Das orange Licht im Hintergrund kommt von der Straßenbeleuchtung der großen Stadt.


Lampen für die ersten Light Painting Bilder

Grundsätzlich kann man für Light Painting und Light Art Photography alles benutzen was leuchtet. Schau Dich zu Hause, im Keller, im 1€-Shop oder anderswo um und pack alles ein was Licht macht und sich leicht transportieren lässt. Fahrradlampen, Taschenlampen, Wunderkerzen, Spielzeuglichtschwerter, kleine Leuchtstäbe, Knicklichter...
Dann machst Du einfach einige Testaufnahmen auf Deine Lampen um zum einen die Wirkung besser beurteilen zu können und zum anderen die zur Helligkeit der Lampe passende Blende zu ermitteln..

Wenn Du, wie im Bild oben, die Umgebung sichtbar machen willst brauchst Du eine helle, große Taschenlampe.
Zwei Vorschläge von mir (Links zu Amazon):
Led Lenser X21.2
Walther Pro XL1000

Beide Lampen sind sehr hell und verfügen über ein gutes Fokussystem. Du kannst also den Lichtstrahl entweder sehr eng bündeln oder sehr weit streuen. Je nachdem ob Du einen kleinen Bereich beleuchten oder die ganze Szene ausleuchten willst.

Du kannst natürlich auch mit kleineren Lampen arbeiten, allerdings dauert die Ausleuchtung wie im Bild oben dann sehr lange (10 Minuten oder mehr).

Light Painting - wie wird's gemacht?

Zuerst stellst Du die Kamera auf. Wichtig ist, dass sie sich während der Belichtung nicht bewegt. Am Besten, Du benutzt ein stabiles Stativ.

Du schaltest den Autofokus aus, dieser funktioniert in der Dunkelheit nicht zuverlässig und wenn ich, wie im Light Painting auf der linken Seite, eine Lichtfigur erstelle ist diese ja während des fokussierens noch gar nicht vorhanden. Du stellst mit Hilfe des Suchers oder besser mit der Funktion "Live View" auf den Punkt scharf an der später das Lichtobjekt entstehen soll. Dazu stellt sich eine Person an die Stelle und leuchtet sich selbst mit einer Taschenlampe an.

Die Kamera stellst Du auf den manuellen Modus "M" und die Belichtungszeit auf "bulb". Der ISO-Wert sollte möglichst klein gewählt werden um starkes Bildrauschen zu verhindern.


Die Blende stellst Du, je nachdem welche Lampen du verwendest, auf einen Wert zwischen 5,6 und 16 ein. Am Besten Du machst wie bereits weiter oben beschrieben einige Testaufnahmen mit Deinen Lampen.

Alle anderen Automatikfunktionen und vor allem solche Funktionen wie Bildstabilisierung schaltest Du aus.

Planung der Light Painting Choreografie

Bevor Du mit Deinem ersten Light Painting anfängst solltest Du überlegen was Du alles ins Bild malen willst und in welcher Reihenfolge Du die verschiedenen Elemente erstellen willst. Ein, wie ich finde, wichtiger Aspekt dieser Kunstform ist die Reproduzierbarkeit. Ein wirklich gutes Ergebnis wird wohl kaum beim ersten Versuch gelingen. Um das Ergebnis stetig verbessern zu können sollten die einzelnen Arbeitsschritte vorher gut geplant werden. Somit kann ich gute Teile einfach wiederholen und die nicht so gelungenen Teile der Choreografie verbessern.

Ich würde immer mit dem schwierigsten Teil beginnen. Wenn Du schon beim Drehen der Lichtkugel merkst, dass sie krumm und schief wird kannst Du gleich abbrechen und von vorne beginnen. 

 

Mach Dir Notizen. Welche Lampen? Welche Einstellungen an der Kamera? Timing? Welche Bewegungen?

Zum Einen bevor Du anfängst, zum Anderen nachdem Du Deine ersten Light Paintings gemacht hast. Wenn die Choreografie aufwendiger ist auch während der Arbeit am Bild. Du solltest Dich auch als Anfänger nicht davor scheuen die Idee gleich so umzusetzen wie sie in Deinem Kopf ist, egal wie aufwändig es erstmal wirkt. Die Notizen helfen Dir sicher beim nächsten Mal bessere Bilder zu machen.

Wie Du am schnellsten Fortschritte machst

Nimm Dir nicht zu viel vor.

-Benutze nicht zu viele verschiedene Lampen und Tools. 

-Üben, üben und nochmals üben. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Um so einen sauberen Orb wie im Bild rechts zu drehen muss man eben viele Male üben. Das war bestimmt der dreihundertste Orb den ich gedreht hab, oder der fünfhundertste, ich habe nicht mitgezählt.

-Verzichte auf Hilfsmittel wie Live Composite oder andere Techniken zur Mehrfachbelichtung. Wenn ich schon in der Grundschule den Taschenrechner benutze werde ich wohl nie richtig Kopfrechnen lernen.

-Tausche Dich mit anderen Light Paintern aus. Viele alte Hasen werden Dir natürlich nicht sofort all ihre Tricks verraten, wenn sie aber sehen dass Du es ernst meinst und freundlich bist werden sie Dir sicher einige Tipps geben.


-Schau Dir andere Light Painting Bilder genau an. Versuche zu rekonstruieren wie der Künstler das Bild gemacht hat. Welche Leuchtquellen hat er benutzt? Wie hat er diese bewegt? Wann hat er das Objektiv abgedeckt? Usw. Wenn Du meinst die Lösung gefunden zu haben überprüfe das mit eigenen Versuchen.
-Light Painting schützt vor Bildgestaltung nicht. Vergiss nicht in der ersten Euphorie über Dein erstes cooles Light Painting die Bildgestaltung. Der sauber gedrehte Orb sieht nur gut aus wenn Du einen erkennbaren, überlegten Bildaufbau hast.

-Üben, üben ... ach nee, das hatten wir schon

-Versuche nicht (nur) irgendwelche Tutorials nachzumachen. Die meisten Light Painter schreiben keine Tutorials. Meistens sind die Youtube-Filmchen nur von Wichtigtuern die sich die gezeigte Technik woanders abgeschaut haben und oftmals gar nicht richtig verstanden haben.

-Geh raus und mach so viel Light Painting wie es geht. Besser wirst Du nur durch Übung. Wenn Du Dir alle Kung Fu Filme dutzende Male in Zeitlupe ansiehst bist Du danach noch lange kein Kung Fu Kämpfer. Das wird nur was wenn Du viel und regelmäßig trainierst.

-Verabrede Dich mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen Light Painten. Gemeinsam macht das mehr Spaß und oft ergänzen sich die Ideen aller Beteiligten.

- Schau Dir Deine Bilder genau und kritisch an, am Besten als Print und nicht auf dem Computer. Analysiere genau was Dich am Bild stört, warum es nicht so geworden ist wie Du es Dir vorgestellt hast und wie Du es beim nächsten Mal besser machen kannst.

- Zeig Deine Bilder einem kompetenten Publikum, auch wenn Du selbst denkst, dass das Bild nicht wert ist gezeigt zu werden. Dir werden bestimmt einige Leute Tipps geben was Du besser machen kannst.

-Versuche in Licht zu denken. Versuche in Lichtebenen zu denken. Wenn Dir das irgendwann gelingt ist der Rest fast ein Kinderspiel.  ... aber nur fast ;-)

 

Wenn Dir das alles zu lange dauert oder erstmal zu kompliziert klingt zeigen wir Die sehr gerne in einem unserer Workshops wie es geht.

Einige nützliche Anleitungen zum Thema Light Painting findest Du hier:
LightPaintingBlog

LightPaintingPhotography

 

Ich wünsche Dir allzeit gutes Licht
Sven

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Light Painting mit dem vollen Spektrum des Lichts

Infrarotes und ultraviolettes Licht im Light Painting

Kann man UV und IR in einer Belichtung aufnehmen?

Ja, das geht, wie im Bild auf der linken Seite zu sehen ist. Das ist allerdings alles andere als einfach.
Den meisten Menschen kommt jetzt sicher sofort die Frage in den Sinn wozu das gut ist. Ehrlich gesagt weiß ich im Moment noch nicht so genau ob wir das tatsächlich mal irgendwann kreativ und ernsthaft im Light Painting einsetzen können und werden. Einige Aspekte sind allerdings sehr interessant und mit anderen Techniken nicht umzusetzen.

Was brauche ich alles dafür?

Als erstes brauche ich eine Kamera die möglichst viel infrarotes Licht aufnehmen kann. Vor einiger Zeit habe ich meine alte Nikon D70 umgebaut. Den Artikel dazu findest Du hier: infrarot-light-painting

Die D70 ist darüber hinaus, im Gegensatz zu den meisten modernen Kameras, recht empfindlich für UV Licht. In normalen Fotos ist das ja eher ungewollt, für unseren Zweck allerdings genau das, was wir wollen.

Bei ebay kann man für 60 - 70€ eine D70 in gutem Zustand bekommen.


Ein besonderes Objektiv braucht man eigentlich dafür nicht. Es gibt zwar spezielle IR und UV oder auch Röntgen Objektive, das nutzt uns allerdings nicht ganz so viel weil wir ja beides gleichzeitig aufnehmen wollen. Man könnte natürlich während der Belichtung auch die Objektive wechseln, aber wir wollen mal nicht gleich übertreiben. Zumal diese Linsen auch nicht gerade verschenkt werden. Das Light Painting vom alten Mann (oben) habe ich jedenfalls mit einer normalen Linse (Tokina 19-35/3,5) aufgenommen.
Wenn im Artikel von UV-Licht die Rede ist handelt es sich um eine Schwarzlichtlampe mit einem gewissen Anteil an sichtbaren Licht. Leuchtquellen die reines, unsichtbares UV-Licht ausstrahlen sind mir nicht bekannt und zumindest nicht für normal sterbliche Menschen zugänglich.

Brauche ich dafür Filter? Und wenn ja welche?

Na ja... zur Not funktionieren solche Light Paintings auch ohne Filter. Da ich das Bild oben alleine gemacht habe war es mir nicht so einfach möglich während der Belichtung das Filter auf die oder von der Linse ab zu schrauben. 
Die Arbeit ohne Filter ist möglich wenn ich einen komplett dunklen Raum zur Verfügung habe. Wenn ich in diesem mit infraroten Licht arbeite nimmt die Kamera nur infrarotes Licht auf.

Für den UV-Anteil braucht man noch weniger ein Filter, spätestens wenn man mal die Preise dafür recherchiert hat. Ein UV-Pass Filter, also ein Filter das nur UV Licht durchlässt und das restliche Spektrum blockiert, kost um die 350 €. Ja Du hast richtig gelesen dreihundertfünfzig Euro. Und solch ein Filter bekommt man auch nicht gerade an jeder Straßenecke. 
Bei meiner Recherche zum Thema UV Fotografie habe ich ohnehin nicht sehr viel gefunden. Ein wenig Erhellung brachte mir dieser Beitrag.

 

Ein IR-Filter ist im Vergleich dazu recht günstig. Für meinen 720nm Filter habe ich 19€ bezahlt. Dieses Filter lässt nur Licht mit Wellenlängen größer als 720nm passieren, alle Wellenlängen darunter, also sichtbares Licht, werden blockiert. Mit Hilfe dieses Filters kann ich also während des Light Painting mit der IR-Taschenlampe sichtbares Licht ohne großen IR-Anteil einschalten und muss nicht im Dunkeln arbeiten. Meist stelle ich eine grüne Lampe im Raum auf, das Licht der Lampe ist im Bild nicht sichtbar. Dieses Filter sollte man ebenfalls benutzen wenn der Raum eben nicht komplett dunkel ist also ungewolltes Licht von außen eindringt.

 

Falls wir im gleichen Bild zusätzlich mit sichtbarem Licht arbeiten benutzen wir einen IR Cut Filter oder besser gesagt einen UV und IR Cut Filter. Dieses Filter blockiert den nicht sichtbaren UV und IR Bereich. Somit nimmt die D70 ohne IR Sperrfilter vor dem Sensor dann kein infrarotes Licht mehr auf. Die meisten LED Lampen aber auch viele andere Leuchtquellen haben einen gewissen IR Anteil. Das würde dann zumindest in der Aufnahme zum Teil sehr stark die Farbe des Light Painting mit dem sichtbaren Licht verändern. Die Helligkeit des Light Painting wäre dann unter Umständen ebenfalls größer. Die Anzahl der Fehlversuche für das Bild würde steigen.

 

UV/IR Cut Filter von namhaften Herstellern sind recht teuer, bei 77 mm Gewinde locker dreistellig. Ich habe aus diesem Grund beim Händler in China eingekauft, da kostet so etwas nur ungefähr ein Zehntel.

Die Fantasiepreise die zuweilen für Filter aufgerufen werden sind für mich ohnehin meist nicht akzeptabel. Wir sprechen hier von kleinen Glasscheiben mit einem Alugewinde, die kosten in der Herstellung einige Cent. Selbst wenn die Freunde das mit Gold und Platin beschichten würden erklärt das immer noch nicht den Preis von zum Teil mehreren hundert Euro. 

Welche Leuchtquellen braucht man?

Neben den normalen Lampen für das Light Painting im sichtbaren Spektrum benötigt man eine IR-(Taschen)lampe und eine UV- (Tachen)lampe. Diese sind recht erschwinglich. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass gerade die IR-Lampe ein möglichst geringe Leistung hat. Kauf nicht das dicke Monsterteil mit 20 Watt, das ist viiieeeeeel zu hell für unsere Zwecke. Wir benutzen eine kleine 5W Lampe für 13€. Selbst diese kleine Lampe ist brutal hell. Für das Bild oben hatte ich sie an einem Bündel schwarzer Glasfasern befestigt. Mit diesem habe ich so schnell es mir möglich war mein Gesicht von oben nach unten beleuchtet. Länger als 0,3 Sekunden dürfte das nicht gedauert haben. Die eingestellte Blende war 8. 

Was ist so besonders an IR und UV Light Painting?

Light Painting mit unsichtbarem IR Licht ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, man sieht schließlich überhaupt nicht was man tut. Vor allem kann man die Helligkeit überhaupt nicht einschätzen, da helfen nur (viele) Testaufnahmen.

Beim Light Painting mit UV Licht sieht es etwas anders aus. Das Licht der UV Lampe ist mit bloßem Auge zu sehen. Man kann zumindest sehen wohin man leuchtet. Allerdings ist es auch hier schwierig die Helligkeit zu beurteilen, das funktioniert ebenfalls nur mit Testaufnahmen. Da die UV Taschenlampe ganz offensichtlich einen recht großen Anteil an sichtbarem UV-Licht hat bin ich ganz blau im Gesicht.

 

UV und IR Licht in einer einzelnen Belichtung zu benutzen ist eine Herausforderung. Die IR Lampe ist im Gegensatz zu unserer UV Lampe sehr hell. Wir reden hier von 3 bis 4 Blenden Unterschied. 

 

Wenn es eine Möglichkeit gäbe den Weißabgleich während der Belichtung zu ändern würde die blaue Farbe aus der Gesichtshälfte mit dem UV Licht verschwinden.

Im Bild links habe ich nur die UV Lampe benutzt. Der Weißabgleich war am Anschlag, bei 25000k. Den Hepatitis-Look könnte man sicher verhindern in dem man weniger Licht auf die Haut bringt.

 

Um den üblichen roten Farbstich aus dem Teil mit dem IR-Licht zu verhindern habe ich den Weißabgleich manuell auf ca. 4100k eingestellt. Das passt zwar ganz gut zu Light Painting mit Lampen im sichtbaren Farbspektrum. Auch wenn die Farben unter Umständen leicht verändert werden sieht das meist so aus als müsste es so sein.

 

Eine vernünftige Lösung für den Weißabgleich bei gleichzeitiger Verwendung von IR und UV Licht habe ich bisher nicht gefunden. Eine nachträgliche Korrektur über verschiedene Ebenen im Post Processing wäre eine Möglichkeit. Allerdings ist die Arbeit in einer einzelnen Belichtung ohne Bearbeitung am Computer für mich ein sehr wichtiger Aspekt in meinen Light Painting Bildern. 

Ebenso könnte man in einer Mehrfachbelichtung den Weißabgleich jeweils für IR und UV korrekt einstellen. 

Für's Erste werde ich es wohl bei den blauen Gesichtern belassen.

 


Das Besondere an dieser Art Light Painting

Mir fallen zwei spannende Aspekte ein. Zum einen die riesengroßen tiefschwarzen Pupillen bei der Ausleuchtung von Personen mit UV Licht. Man sollte allerdings damit nicht übertreiben, das UV Licht ist nicht gut für das ungeschützte Auge. 

Der zweite Aspekt: IR und UV Ausleuchtung mischen sich (fast) nicht. In den beiden Bildern oben sieht man das ganz gut. Das blaue UV Licht ist recht sauber vom monochromen IR Licht getrennt. Mit Farben aus dem sichtbaren Lichtspektrum ist das unmöglich. Da hat man schnell den Effekt des Color Banding oder die Farben mischen sich.

 

Mit unseren Light Painting Versuchen mit Licht aus dem unsichtbaren Spektrum stehen wir noch ganz am Anfang. Im Internet findet man kaum Informationen zu diesen Themen, wir müssen fast alles in vielen Versuchen selbst erarbeiten.

Ein Gleichgesinnter, der zumindest IR Licht regelmäßig in seinen Light Paintings einsetzt ist Dan Chick aus Denver / USA. Ohne den Austausch mit ihm hätten wir wahrscheinlich schon aufgegeben. Danke für Deine Unterstützung und Inspiration Dan.

 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

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Speicherkarten

Speicherkarte ist nicht gleich Speicherkarte

In diesem Artikel geht es um kein spezielles Light Painting Thema, diesmal werde ich einiges zum Thema Speicherkarten schreiben.

Niemand würde mit den Schultern zucken oder amüsiert sein wenn er 4 Stunden in der Kälte Light Paintings macht und später die Bilder am Computer nicht zu sehen sind weil die Speicherkarte sie nicht rausrücken will.

Ihr vertraut also diesem kleinem Stück Kunststoff und Elektronik eure Bilder an. Ich sehe immer wieder Fotografen, auch Profis, die in ihre 5000€ Kamera eine billige No-Name Karte stecken, klar kann das gut gehen, muss aber nicht. Ich benutze fast ausschließlich CF und SD-Karten von Lexar. Nein, ich werde nicht von denen gesponsert.

Seit meinem Umstieg auf die digitale Fotografie im Jahr 2002 ist mir nicht ein einziges Foto verloren gegangen und alle Karten von Lexar funktionieren heute immer noch.

Welche Karte brauche ich?

Für die Light Art und Light Painting Fotografie ist mir völlig Schnuppe wie schnell oder langsam die Bilder auf der Karte gespeichert werden, ich speichere im Schnitt alle 10 bis 15 Minuten ein Bild auf der Karte. Die Lesegeschwindigkeit ist für mich auch kein Kaufargument. Wenn ich in einer Nacht 10 Bilder auf die Speicherkarte aufnehme und diese dann am Computer auslese ist mir egal ob das jetzt 6 oder 12 Sekunden dauert.

 

Die Speicherkapazität spielt ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle, für die 10 Bilder aus dem Beispiel oben brauche ich mit meiner D750 im RAW-Format ca. 300MB. Meist habe ich zwei 32GB Karten in der Kamera, also Platz für insgesamt mindestens 2500 Fotos.

Was allerdings für mich sehr wichtig ist; die Karte sollte alle Bilder sicher speichern. Der Ausflug zum Kaufhaus Görlitz für das Bild links wäre sonst kein Spaß gewesen.


Welchen Kartenleser benutze ich?

Die meisten Speicherkarten werden nicht in der Kamera zerstört sondern im Kartenleser. Ein billiger No-Name Kartenleser ist meiner Meinung nach eine genauso schlechte Idee wie die Verwendung von No-Name Speicherkarten. Ich benutze einen CF und SD-Kartenleser von Lexar. Nein, ich werde immer noch nicht von denen gesponsert.

Wie lösche ich die Bilder von der Karte?

Nachdem ich die Bilder auf den Computer UND mindestens eine zweite Kopie der Bilder auf eine externe Platte oder ähnliches gespeichert habe formatiere ich die Karte in der Kamera in der ich sie das nächste Mal verwenden werde, und nur in dieser. Wenn ihr zwei gleiche Kameras benutzt könnt ihr die Karten auch ohne Bedenken untereinander tauschen, wenn ihr allerdings verschiedene Kameras, vielleicht sogar von verschiedenen Herstellern, benutzt würde ich euch dringend davon abraten. Jeder Hersteller formatiert die Karten anders, die Einträge in der FAT (Dateizuordnungstabelle) weichen voneinander ab. Ebenfalls negative Auswirkungen auf die Datensicherheit kann es haben wenn ihr die Karte in eurem Computer formatiert.

 

Durch das Formatieren werden die Daten nicht gelöscht, gelöscht wird nur das Inhaltsverzeichnis. Die Bilder werden erst überschrieben wenn ihr die Karte wieder mit neuen Bildern befüllt. Das hat zum einen den Vorteil, dass ihr mit einem geeigneten Recovery-Tool die Bilder noch retten könnt falls euer Computer explodiert und zum anderen bleibt die FAT, also das Inhaltsverzeichnis immer sauber. Wenn ihr einzelne Bilder von der Karte löscht, gerade wenn ihr das in der Kamera macht, stehen in der FAT immer mehr Einträge. Das hat dann fast immer negativen Einfluss auf die Schreib- und Lesegeschwindigkeit.

 

Da die Preise für Speicherkarten immer weiter fallen sehe ich auch keine Notwendigkeit Bilder, die nicht gelungen sind, von der Karte zu löschen. Wenn die Karte voll ist kommt einfach die nächste rein. Außerdem kostet das Löschen der Bilder einfach auch unnötig Zeit in der ich dann schon das nächste Bild machen könnte. 

 

In diesem Sinne wünsche ich euch, dass eure Bilder immer sicher auf euren Computern landen.

Sven

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Light Painting - fotografische Technik oder eigenständige Kunstform?

Light Painting - Begriffserklärung

Wikipedia zum Thema Light Painting:

"Light Painting bzw. Light Writing (dt. Zeichnen/Malen/Schreiben mit Licht) ist eine fotografische Technik aus der Langzeitbelichtung, in welcher Fotografien in der Regel bei Dunkelheit oder in abgedunkelten Räumen durch die Bewegung einer (oder mehrerer) Lichtquellen (oder durch Bewegung der Kamera) gemacht werden."

Ich vermute, diesen Text hat jemand geschrieben der sich noch nie selbst ernsthaft und aktiv mit diesem Thema beschäftigt hat. 

Die Erklärung, dass das Ergebnis der Arbeit schließlich eine Fotografie ist greift hier einfach zu kurz.

 

Was sagt denn Wikipedia über den Begriff Fotografie?

"-eine bildgebende Methode,[1] bei der mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort direkt und dauerhaft gespeichert (analoges Verfahren) oder in elektronische Daten gewandelt und gespeichert wird (digitales Verfahren)."

 

Zum Begriff künstlerische Fotografie weiß Wikipedia zu berichten:

"Als künstlerische Fotografie, Fotokunst oder Kunstfotografie werden Anwendungen fotografischer Mittel bezeichnet, bei denen ein inhaltliches oder formales Anliegen ausgedrückt werden soll (und deren Zweck meist nicht unmittelbar die kommerzielle Verwertung ist)" - Das hilft uns hier also auch nicht weiter.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die weiße Frau von Hiddensee

Gut. Der Begriff Fotografie beschreibt erstmal nur die technischen Aspekte der Aufzeichnung, mehr nicht. Es ist also eine Technik, ein Werkzeug. Dieses Werkzeug hat im Light Painting den gleichen Stellenwert wie die leere Leinwand für den Maler. Würde irgendjemand auf die blödsinnige Idee kommen einen Maler als Leinwandkünstler zu bezeichnen und der Leinwand damit eine Bedeutung beimessen die diese gar nicht hat? Ich denke nicht. Der Maler könnte auch auf einem Stück Klopapier, an einer alten Wand oder worauf auch immer seine Bilder malen.

 

An diesem Punkt haben wir es im Light Painting nicht so einfach. Die im Moment zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten erlauben uns nur unsere Kunst mithilfe einer Kamera zu speichern. Grundsätzlich ist es dem Light Painter aber völlig Schnuppe wie und womit sein Kunstwerk gespeichert wird, also mir jedenfalls. Ich würde auch einen Toaster auf das Stativ stellen wenn dieser meine Kunst festhalten könnte. 

Die Kamera ist die leere Leinwand im Light Painting

Nicht mehr und nicht weniger! Der Maler kauft eine bestimmte Leinwand, sicher gibt es dort Unterschiede in der Qualität. Er spannt diese auf einen Rahmen und beginnt zu malen. Niemand wird diesen Prozess und das Material auf dem das Bild entstanden ist thematisieren wenn er das fertige Kunstwerk betrachtet.

 

Aber warum wird im Light Painting die Kamera, also unsere leere Leinwand so sehr in den Vordergrund gerückt? 

Zugegeben, der Vergleich mit der Leinwand hinkt etwas. Mit vielen Kameras könnte ich gar kein Light Painting aufnehmen weil sie schlichtweg keine langen Belichtungszeiten steuern können oder das Bild nach 2 Minuten Belichtung durch starkes Rauschen unbrauchbar wäre. Das bedeutet allerdings nur, dass ich meine leere Leinwand besser auswählen muss als der Maler und mehr Geld dafür ausgeben muss. Dafür kann ich meine Leinwand aber immer wieder verwenden, und brauche nicht für jedes Light Painting eine neue.


Fotografie, Malerei? Was ist Light Painting?

Oftmals beides. Im Bild oben haben wir uns das Motiv, den Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee, bewusst für unser Light Painting ausgesucht. Das Motiv wurde also von uns erst einmal nur fotografiert und dann mit dem Model Marla und unserer Lichtkunst erweitert. Wir haben also in einem Foto rumgemalt, wenn man so will. Aber auch hier ist der größere künstlerische Anteil am fertigen Ergebnis das Light Painting und nicht das Einstellen der richtigen Blende an der Kamera. Die einzige fotografische Herausforderung in diesem Bild war die Wahl der richtigen Blende und des richtigen ISO-Wertes damit das wahnsinnig helle Licht des Leuchturms nicht komplett und weiträumig ausbrennt.

Im Gegensatz dazu ist das Bild auf der rechten Seite ein reines Light Painting oder besser gesagt Light Drawing, aber dazu später mehr.

Hier habe ich nur von mir selbst bewegte Lichter aufgenommen, also das komplette Bild aus dem Nichts erschaffen. Vom Aufnahmeort ist nichts im Bild sichtbar. Ich hätte also dieses Light Painting auch an einem beliebigen anderen Ort machen können, wenn er denn nur dunkel genug ist. Die richtigen Einstellungen an der Kamera für dieses Light Painting zu machen ist keine große Kunst, jedenfalls nicht im Verhältnis zum Aufwand für die Lichtmalerei. Hätte ich nur die Kamera mit den richtigen Einstellungen ausgelöst, also fotografiert!, wäre in diesem Bild genau gar nichts zu sehen. Im Bild oben hätte ich zumindest eins von gefühlt 2 Millionen Fotos des Leuchtturms bei Nacht auf dem Sensor gehabt.

 

Kleines Zwischenfazit: 
Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Aber, müssen wir die Frage überhaupt beantworten? Ich denke nicht. Light Painting kombiniert fotografische Techniken, Malerei mit Leuchtquellen und andere Techniken und Ideen. Light Painting ist eine eigenständige Kunstform, eine sehr vielfältige zudem. Die Kreativität ist in der Gruppe der Light Painter sehr groß. Die künstlerischen und technischen  Möglichkeiten im Light Painting sind nahezu unbegrenzt.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Hadean

Techniken und Begriffen im Light Painting

Light Painting hat sich als Oberbegriff für jegliche Kunst die mit gesteuertem Licht als Hauptbestandteil eines Bildes arbeitet etabliert. Das Ergebnis ist ein mithilfe einer meist digitalen Kamera aufgenommenes Bild. Dieser Begriff ist nicht korrekt weil er eigentlich nur eine von vielen Techniken beschreibt. Allerdings gibt es einfach keinen anderen passenden, gängigen Begriff.

 

Im deutschen Sprachraum findet man manchmal Begriffe wie Lichtmalerei oder Lichtkunst.

Den Begriff Light Painting kennen die meisten Menschen und interpretieren ihn auch meist richtig.

Folgende Techniken und Begriffe findet man unter anderem im Light Painting:

 

Light Art - beschreibt jede grafische Kunst die als Hauptbestandteil Licht einsetzt. Das kann alles mögliche sein, von der Lichtinstallation bis zum Light Painting. Hierbei entsteht nicht unbedingt ein Foto als Ergebnis, wenn das Ergebnis ein Bild ist oft als Light Art Photography bezeichnet.

 

Light Painting - eine Person, ein Objekt, ein Raum, eine Landschaft oder andere bereits vorhandene Dinge werden mit meist bewegtem Licht so angeleuchtet, dass sie auf besondere Weise im fertigen Bild zu sehen sind. Bei dieser Technik ist die Lampe selbst gewöhnlicherweise nicht im Bild sichtbar.

 

Kinetische (kinetic) oder choreografische Fotografie, seltener als Camera Painting bezeichnet - hier werden Leuchtspuren durch Bewegungen der Kamera während der Belichtung auf den Sensor der Kamera gemalt. Meist sind die Leuchtquellen fest, möglich ist diese Technik allerdings auch mit bewegten Leuchtquellen oder einer Kombination aus beidem. Die vermutlich häufigste Anwendung dieser Technik ist die Camera Rotation Photography, also das Drehen der Kamera um die eigene optische Achse.

 


 

Viele Light Painter kombinieren mehrere dieser Techniken in ihren Bildern. Ausleuchtung des Raumes (Light Painting), Erstellung einer Figur aus Licht (Light Drawing) und Bewegungen der Camera während der Belichtung sind zwar alles andere als einfach zu planen und in einer Belichtung auszuführen, aber gerade diese Schwierigkeit reizt einige Kollegen, und mich natürlich auch wie man im Bild auf der rechten Seite sehen kann. :-)

Light Drawing, Light Writing und Light Graffiti - bei diesen Techniken werden Leuchtspuren von den verschiedensten bewegten Leuchtmitteln vom Kamerasensor aufgenommen, die Leuchtquelle selbst ist also im Bild sichtbar.

 

Light Art Performance Photography (LAPP) - im Unterschied zum "einfachen" Light Painting wird hier immer mit choreografierten Licht in einer einzelnen Belichtung gearbeitet. Das Licht wird als Performance aufgeführt. Die Ergebnisse sind also reproduzierbar. Darüber hinaus bezieht die Light Art Performance Photography immer die Umgebung durch gezielte Ausleuchtung mit ein. Meist ist LAPP also eine Kombination aus Light Painting und Light Drawing, manchmal auch in Verbindung mit weiteren Techniken.

Definiert hat diese Arbeitsweise der Bremer Fotograf JanLeonardo Wöllert.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Energy 114

Straight out of the camera (SOOC) - das Light Painting wird in einer einzelnen Belichtung, also zwischen dem einmaligen Öffnen und Schließen des Kameraverschlusses aufgenommen. Das Bild wird so als fertiges Ergebnis betrachtet wie es auf der Speicherkarte gespeichert wurde. Viele Light Painter nehmen allerdings im RAW-Format auf und bearbeiten ihre Bilder später am Rechner in geringem Maße. Als zulässig sehen sie dabei Schärfen, Entrauschen, Änderung des Schnitts und Anpassung des Weißabgleichs an. Weitere Änderungen am Bild werden konsequent unterlassen. Montagen, Ebenenarbeit, Klonen von Bildteilen, starkes Aufhellen und ähnliche Ding gelten als verpönt.

 

Die meisten Light Painter arbeiten in einer einzelnen Belichtung (SOOC). Sie sehen es als eine Art sportliche Herausforderung ihre Bildidee ohne Gebastel am Computer nur mit Licht in einer Belichtung umzusetzen. Diese Arbeitsweise gilt zum Einen als eine Art Ehrenkodex und zum Anderen als Qualitätsmerkmal. Für viele hat diese Arbeitsweise einen wesentlich höheren künstlerischen Wert als die Erstellung von Light Painting am Computer. Der Maler kann schließlich auch nicht 5 Leinwände mit den einzelnen Bildbestandteilen übereinander legen, störende Teile retuschieren, aufhellen, abdunkeln oder was der digitale Zauberkasten sonst noch so alles hergibt. Genauso wenig hat der Maler so lustige Hilfsmittel wie live composite zur Verfügung. Bei dieser Technik verarbeitet die Kamera mehrere Einzelbilder intern zu einem fertigen Bild. Die Software in der Kamera stellt sicher, dass keine Bildteile überstrahlen, egal wie unüberlegt oder unkonzentriert ich mit meinen Lampen unterwegs bin. Während der Belichtung kann man auf dem Display der Kamera permanent kontrollieren ob man mit der Lampe schon alle Stellen ausreichend beleuchtet hat und dann gegebenenfalls nacharbeiten. Oft höre ich von den Olympus Freunden, dass ja nur das Ergebnis zählen würde und, dass es ja trotzdem richtiges Light Painting sei. Ich will ja niemandem vorschreiben wie er arbeiten soll, für mich ist allerdings auch wichtig wie das Bild entstanden ist. Und für mich hat diese Technik so ein wenig was von "Malen nach Zahlen". Meine Eitelkeit verbietet mir die Arbeit mit solchen Hilfsmitteln.

 

Light Painter die ihre Bilder aus mehreren Ebenen in Photoshop erstellen oder sehr exzessiv bearbeiten sind zwar zuweilen recht erfolgreich, werden aber von vielen Kollegen nicht so recht ernst genommen. Besonders schwierig finde ich es, wenn die Herrschaften so tun als hätten sie ihre Bilder in einer Belichtung umgesetzt, und ihr Bild dann womöglich bei einem Wettbewerb einreichen, dessen Teilnahmebedingungen ganz klar "eine einzelne Belichtung" vorschreiben. 

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht

Sven

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Was macht ein gutes Light Painting aus?

Was unterscheidet Light Painting von anderer Kunst?

Das Ergebnis unserer Kunstform Light Painting ist (meist) ein Bild, genau wie in der Malerei, der Fotografie oder anderen grafischen Techniken. Den Betrachter unserer Bilder interessiert üblicherweise überhaupt nicht mit welchen technischen Hilfsmitteln und mit welcher Arbeitsweise wir unsere Bilder erstellen. Dafür interessieren sich nur andere Light Painter. Die Zielgruppe für meine Bilder sind nicht in erster Linie die Kollegen, obwohl das dem Ego durchaus sehr zuträglich ist wenn den Kollegen meine Bilder gefallen. Meine Zielgruppe ist eher der nicht-lightpainting-affine Betrachter. Diesem ist erstmal völlig Schnuppe ob mein Bild Straight Out Of the Camera (SOOC) ist, mit Live Composite aufgenommen oder aus mehreren Ebenen am Computer zusammengebastelt wurde. Was jetzt natürlich nicht heißt, dass ich Live Composite benutzen würde oder meine Light Paintings mit Ebenen in der Bildbearbeitung erstelle. Der Anspruch in einer einzelnen Belichtung zu arbeiten ist nur für mich wichtig, nicht für den Betrachter oder Kunden.


Also sollte ein Light Painting als erstes so funktionieren wie jedes andere Bild auch. Wenn das Bild nicht sofort den Blick des Betrachters einfängt und festhält hat dieser beim nächsten Wimpernschlag schon das nächste Bild auf dem Monitor. Gut ist ein Bild nur wenn es der Betrachter länger als 1 Sekunde anschaut. In dieser ersten Sekunden denkt niemand über die Technik und Arbeitsweise zur Schaffung des Kunstwerks nach. In der heutigen schnelllebigen Zeit werden sicher 99,99% aller im Internet veröffentlichten Bildern nicht länger als 1 Sekunde betrachtet. Leute, die eine persönliche Beziehung zu demjenigen der das Bild veröffentlicht hat, mal ausgenommen. Welchen außen stehenden sollte das sechshundertvierundreizigste Bild der lustigen Hauskatze oder das gekonnt angerichtete Mittagsmahl auch interessieren? 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Hadean

2. Das Ergebnis sollte technisch gut sein. Falscher Fokus oder Unschärfe aus einem anderen Grund, starkes Bildrauschen oder große ausgebrannte Bereich werden wohl die meisten Leute sofort abschrecken. Ich arbeite im Light Painting immer ergebnisorientiert. Das Ziel ist von jedem Light Painting auch einen 3 Meter breiten Print anfertigen zu können.

 

3. Das Light Painting sollte eine Geschichte erzählen. Ob das jetzt für jeden Betrachter die gleiche Geschichte ist spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Leute im Bild bleiben und darüber nachdenken und somit das Bild, und im Idealfall der Name des Künstlers, im Kopf abgespeichert werden.

 

 

Light Painting schützt nicht vor den Regeln der Bildgestaltung.

Natürlich gibt es keine allgemein gültige Formel für gute Bilder. So einige einfache Regeln und Grundsätze gibt es aber durchaus.


1. Das Bild sollte den Betrachter sofort festhalten und ins Bild ziehen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen funktioniert das mit grafischen, optischen Eigenschaften des Light Painting wie Bildaufbau, Verteilung von hellen und dunklen Bereichen, Farben, Formen usw.. Ein gleichmäßig helles Bild wird wohl meist weniger Aufmerksamkeit bekommen als ein Bild mit guter Verteilung von hellen und dunklen Bereichen.

Ein weiterer Ansatz ist die Arbeit mit einer besonderen, außergewöhnlichen, unerwarteten Szene im Bild. Diese kann lustig, surreal, gruselig oder auch anders nicht alltäglich sein. 

Über das besondere Motiv lässt sich der Blick, zumindest bei einem Teil der Betrachter ebenfalls fangen. Beim Anblick wohlgeformter, großvolumiger Brüste werden wohl die meisten männlichen Betrachter automatisch über das schlampig ausgeführte Light Painting hinwegsehen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Electricity

4. Das Light Painting sollte eine Einheit mit dem Aufnahmeort bilden. Das funktioniert allerdings nur wenn ich mich als Künstler mit der Location beschäftige und mich auf diese einlasse. Ich versuche oft verlassenen Ort mit meiner Lichtkunst wieder etwas Leben einzuhauchen. Dafür muss ich allerdings so einiges über die Geschichte des Ortes wissen. 
Manche Locations schreien sofort nach einer bestimmten Bildidee oder einer Geschichte, die erzählt werden will.

Beispiel für gutes Light Painting

Electric blast - © Pala Teth
Electric blast - © Pala Teth

Dann schauen wir uns das mal am Bild (links) vom geschätzten Pala Teth an:

Der Blick des geneigten Betrachters wird über die alte Schalttafel zum eigentlichen Motiv, dem verunfallten  Elektrotechniker, geführt und bleibt dort hängen. Die Idee und die Geschichte versteht wohl jeder sofort. Die Verbindung des Light Painting mit der Location ist durchdacht und plausibel.

Die Farben sind wie immer perfekt gewählt.
Die technische Qualität des Bildes ist außergewöhnlich gut. Kein sichtbares Bildrauschen, gute Schärfe und nix ausgebrannt.
Pala Teth ist einer der begnadetsten Light Painter, dieses Light Painting könnte man kaum besser umsetzen.  


Und dann sind dort noch so Kleinigkeiten wie der Eimer, die dann doch einige Fragen offen lassen und den Betrachter somit zwingen sich noch länger mit dem Bild zu beschäftigen. Warum steht er da? Was ist das für grünes Zeug in dem Eimer? Ist das giftig? Werden wir alle sterben? ...

 

Und? Fällt dir was auf? Nein? Ich sehe in diesem Bild sofort, dass die Beteiligten Spaß an dem hatten was sie tun. Die größte Motivation im Light Painting ist der Spaß!  Und wenn das auf den Betrachter überspringt und er oder sie sich dadurch animiert fühlen selbst Light Painting zu machen hat der Künstler alles richtig gemacht.

Viele werden rätseln wie Pala Teth das Light Painting gemacht hat. Wie hat er sein Model fliegen lassen? Wie hat er die Rauchwolke umgesetzt? ...
Das ist ebenfalls ein wichtiger Punkt wie ich finde. Allerdings bringen wir den Betrachter nur an diesen Punkt wenn das Light Painting sofort als Kunstwerk seine Aufmerksamkeit erregt hat, völlig emanzipiert von der technischen Umsetzung.

 

Für mich eines der besten Light Paintings überhaupt, auch wenn der gute Pala mir mit diesem Bild damals zuvor gekommen ist. Eine sehr ähnliche Bildidee spukte schon sehr lange in meinem Kopf herum. Meine Umsetzung dieser Idee an einer etwas moderneren Elektroanlage und anderen Lichtwerkzeugen kannst Du weiter oben sehen. 

 

Pala Teths Light Painting Kunstwerke findest Du unter anderem hier:

flickr

500px

Instagram

Fratzenbuch

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir allzeit gutes Licht

Sven

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Farben im Light Painting Teil 3

Physikalische Aspekte der Farben im Light Painting

Das Thema der ersten beiden Teile des Artikel war je eher theoretischer Natur. In diesem Teil beschäftigen wir uns nun mit der technischen Umsetzung im Light Painting. Welche Farben sind einfach zu benutzen, welche nicht? Kann ich verschiedene Farben im Light Painting mischen, und wenn ja welche und wie?

Wenn Du die beiden ersten Teile noch nicht gelesen hast findest Du sie hier:
Farben im Light Painting Teil 1

Farben im Light Painting Teil 2

Subtraktive und additive Farbmischung

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor

Im Light Painting kann man mit den geeigneten Lampen und der nötigen Erfahrung fast jede Farbe in jeder gewünschten Sättigung und Helligkeit darstellen. Beim Versuch verschiedene Farben zu mischen sind wir allerdings sehr oft zum Scheitern verurteilt. 
"Alle" Farben in einem Bild darzustellen wie beim Photonenrotor links ist alles andere als einfach. An diesem Bild habe ich mehrere Tage gearbeitet. Die Belichtungszeit betrug 131 Sekunden. 
Das blaue Licht habe ich mit einer Led Lenser M3R mit blauer Farbfilterfolie, beides an einem Stück Plexiglas befestigt, ins Bild gemalt. An einem weiteren Plexi steckte eine zweite M3R ohne Folie. An diesem Plexi hatte ich außen zwei kleine Stücken Farbfolie (rot und gelb) angebracht.  Das dritte Teil war ausschließlich weiß (Mitte). Durch Veränderung der Brennweite während der Belichtung sind die Spuren der Plexiglasteile mehrfach in diesem Light Painting sichtbar. 

 

Den äußeren Ring mit dem Farbverlauf habe ich mit einer LED-Lampe mit einem Farbwechsel-Modus realisiert. Die Schwierigkeit bestand darin die Drehgeschwindigkeit an die Geschwindigkeit des Farbwechsels anzupassen und die Anzahl der Umdrehungen für den gewünschten Effekt zu ermitteln. Dieses weiche Licht mit dem sauberen Farbverlauf lässt sich mit einer einzelnen Umdrehung kaum umsetzen.


Solche Light Paintings funktionieren allerdings nur ohne weiteres Licht. Durch Ausleuchtung des Raumes hätte ich mir vermutlich die Hälfte des äußeren Ringes wieder weggeleuchtet. Den äußeren Ring wesentlicher heller zu machen wäre ebenfalls nicht möglich.

Aber warum ist das so?
In der Schule haben wir damals gelernt wie man Farben nach der subtraktiven Farbmischung mischt. Aus den 3 Primärfarben Gelb, Cyan und Magenta werden alle Farben gemischt. Umso mehr Farbe ich auf das Blatt auftrage desto dunkler wird die gemischte Farbe. Wenn ich alle 3 Primärfarben zu gleichen Anteilen auf das Blatt male ist das Ergebnis ein dunkles Braun, im Idealfall Schwarz. Schwarz ist allerdings im physikalischen Sinne keine Farbe sondern die Abwesenheit von Licht. Fast alle Druckverfahren arbeiten mit 4 Farben: Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.

Die subtraktive Farbmischung hat allerdings keine Gültigkeit wenn ich mit Licht arbeite. Umso mehr Licht ich übereinander lege desto heller wird das Ergebnis. In der additiven Farbmischung wird aus den 3 Primärfarben Rot, Grün und Blau nicht Schwarz sondern Weiß. Genauso wenig kann ich aus rotem und grünen Licht braun mischen. Ich habe keine Möglichkeit Teile im Bild mit Licht schwarz zu färben, Schwarz sind im Light Painting immer nur Bildteile ohne jegliches Licht.
Im Light Painting müssen wir also zuerst einmal das in der Schule gelernte und im Gedächtnis fest abgespeicherte Wissen über die Farbmischung vergessen. 

Subtraktive Farbmischung

Additive Farbmischung


Theoretisch kann man im Lightpainting ähnlich wie auf einem RGB-Monitor jede Farbe darstellen. Praktisch wird das allerdings sehr schwierig. Im Monitor sind die einzelnen Bildpunkte sauber von einander getrennt und beeinflussen sich nicht gegenseitig. Im Monitor wird jeder einzelne Bildpunkt mit exakten Werten zur Farbmischung und Helligkeit angesteuert. Im Light Painting arbeiten wir meist mit Taschenlampen. Diese leuchten, im Gegensatz zum Mikrometer großen Bildpunkt des Monitors, immer einen größeren Bereich aus. Die Helligkeit innerhalb des Lichtkegels ist bei keiner Taschenlampe absolut gleichmäßig. Bei der Verwendung von Farbfolien ist demzufolge die Farbe im Lichtkegel ebenfalls nicht gleichmäßig.

In der Theorie vermischen sich die Primärfarben wie folgt:
ROT - GRÜN = GELB
GRÜN - BLAU = CYAN
ROT - BLAU = MAGENTA
ROT - GRÜN - BLAU = WEIß

 

In der Praxis sieht das oftmals anders aus. Eine saubere Mischung habe ich nur wenn die Helligkeit der Farben identisch ist, die Farben "sauber" sind und die beleuchtete Fläche gleichmäßig vom Licht getroffen wird und die Fläche das Licht neutral reflektiert.

Hier mal einige Testaufnahmen an der weißen Kellerwand:

Wie man sieht ist eine saubere Mischung der Farben so nicht möglich. Ich habe hier zwei identische RGB-Taschenlampe benutzt. Der Abstand beider Lampen zur Wand war gleich. Die Lampen projizieren keinen sauberen, gleichmäßigen Lichtkegel. Erkennbar sind die Sekundärfarben Gelb, Cyan und Magenta allerdings dann doch in einigen Bereichen der Überschneidung.
Wenn ich die Lampen an einen Blade aus Plexiglas oder einen anderen Lichtformer, welcher das Licht recht gleichmäßig verteilt sieht das anders aus. In dem Fall wird das Licht schließlich nicht noch von der Wand oder irgendwelchen Gegenständen reflektiert.
Wenn ich mit 2 Farben einen Gegenstand oder Gebäudeteil der nicht weiß ist anleuchte ist das Resultat vorher noch weniger zu erahnen.


Durch Mischen der Primärfarben entstehen die 3 Sekundärfarben Gelb, Cyan und Magenta. Was passiert beim Mischen der Primärfarben mit den Sekundärfarben?
ROT - CYAN = WEIß
GRÜN - MAGENTA = WEIß
BLAU - GELB = WEiß

In großen Bereichen ist hier das Licht ausgebrannt. Über den ausgebrannten Stellen ist gut zu sehen wie sich die Farben mischen. Das wird immer mehr oder weniger grau, weiß wird das nur in der Theorie. Wird ein größerer Bereich so ausgeleuchtet sieht das meist nicht gut aus. Abgesehen davon könnte ich dann auch gleich mit weißem Licht die Szene ausleuchten.

Bei der Arbeit mit mehreren Sekundärfarben oder einer Primärfarbe und einer Sekundärfarbe sollte man also immer aufpassen, dass man die Farben bei der Ausleuchtung sauber voneinander trennt um diese unschönen grauen Bereiche zu vermeiden. Das ist in den meisten Räumen auch gar nicht so schwierig. Bei der Ausleuchtung von Personen oder Gegenständen kann das allerdings ganz schnell zur großen Herausforderung werden.

Auf der rechten Seite mal ein praktisches Beispiel. Ich habe hinter der bezaubernden Marla zwei Aufsteckblitze, einer mit einer blauen und der andere mit einer grünen Farbfilterfolie, mehrmals abgefeuert. Dadurch entstanden blaue und grüne Bereiche, Bereiche in denen das Licht ausgebrannt, also weiß, ist und welche in denen sich die beiden Farben zu Cyan vermischen. In dunkleren Bereichen geht die Farbe dann etwas in Richtung grau, das ist allerdings hauptsächlich den Reflektionseigenschaften des Nebels geschuldet. Nebel ist schließlich kein sauberer Reflektor. Aber genau dieses strukturierte Licht mit den vielen Nuancen wollte ich ja hier haben, eine "saubere" Fläche hinter dem Model wäre sehr langweilig wie ich finde.

Bei der Arbeit mit Farbfilterfolien passiert grundsätzlich nichts anderes als bei der Arbeit mit RGB-Lampen wie in den Bildern oben. Die Farbfilterfolie färbt ja das Licht nicht ein sondern blockiert nur alle Wellenlängen außer der eigenen. Ein rotes Filter lässt nur rotes Licht durch, der Rest des Spektrums wird blockiert.

Mit Farbfilterfolien kann ich allerdings andere Lampen oder auch Blitzgeräte benutzen. Mit einer Flächenlampe oder einem Blitz mit Softbox wird das Licht weicher und somit gleichmäßiger verteilt. Es brennt nicht so schnell aus wie in meinen Beispielbildern oben. Allerdings wird auch der Bereich in dem beiden Farben gleichzeitig die Wand beleuchten größer. 


Lichtspektrum - Wellenlänge

Unsichtbares Licht im Light Painting

Für das menschliche Auge sichtbare Licht beginnt mit Violett bei 380 nm und endet bei Rot mit 750 nm Wellenlänge. Das unterhalb von 380 nm angesiedelte UV-Licht kann durch Anregung fluoreszierender Stoffe indirekt sichtbar gemacht werden. 

Im Bild auf der rechten Seite habe ich das Kunstwerk von Sokar Uno mit einer auf UV-Licht umgebauten Led Lenser X21 angeleuchtet. Die fluoreszierenden Partikel in der Farbe reflektieren das UV-Licht, der Rest der Szene reflektiert so gut wie kein UV-Licht. Weil die fluoreszierenden Stoffe unter Beleuchtung mit sichtbarem Licht nicht von normalen reflektierenden Stoffen zu unterscheiden sind funktioniert eine Ausleuchtung mit UV-Licht nur mit einigen Testaufnahmen. Die Kamera "sieht" meist mehr UV-Licht als das Auge.
An dieser Stelle nochmal mein herzlicher Dank für den Umbau der X21 an Heinz-Jörg Wurzbacher und Garry Krätz.

Am anderen Ende des Spektrums haben wir infrarotes Licht. Dieses ist für das menschliche Auge ebenfalls unsichtbar. Im Gegensatz zu UV-Licht kann man infrarotes Licht auch nicht mit irgendwelchen reflektierenden Stoffen sichtbar machen. In der Light Art Photography kann man es trotzdem nutzen. Fast alle Sensoren von Digitalkameras können infrarotes Licht aufnehmen. 
Für die Aufnahme auf der linken Seite haben wir eine umgebaute Nikon D70 benutzt. Ein Teil des Light Paintings haben wir mit einer IR-Taschenlampe, die andere Hälfte mit einer normalen Taschenlampe mit rotem Farbfilter gemacht.

Die Arbeit mit infrarotem Licht in der Light Art Photography ist alles andere als einfach. Man arbeitet schließlich komplett blind, man sieht genau gar nichts von dem was man tut. Ob ich mit dem Glasfaserbündel alle gewünschten Stellen im Gesicht des Models Marla getroffen habe ist noch relativ einfach zu spüren. Ob allerdings die Helligkeit passt sieht man immer erst im fertigen Bild.

 

Zum Thema Infrarot Light Painting habe ich letztens einen eigenen Artikel geschrieben. Diesen findest Du hier: Infrarot Light Painting


Sichtbares Licht im Light Painting

Licht mit Wellenlängen zwischen 380 nm (Violett) und 750 nm (Rot) ist für das menschliche Auge ohne Hilfsmittel sichtbar. Dieser Bereich entspricht dem Lichtspektrum des Regenbogens. Weißes Licht wird durch Brechung in seine einzelnen Bestandteile zerlegt. Einige Farben sind nicht Bestandteil des Farbspektrums, wie z.B braun. Es gibt kein braunes Licht. Im Light Painting kann man zwar mit sehr dunklem orangen Licht (fast) braunes Licht darstellen, allerdings hängt die Farbdarstellung dann auch noch vom "richtigen" Weißabgleich in der Kamera bzw. in der Bildbearbeitung ab. Es ist dann also nicht "echt".

Umso kürzer die Wellenlänge des Lichts, desto schwieriger ist der Umgang damit in der Light Art Photography. Zumindest wenn wir den sichtbaren Bereich des Lichts betrachten. UV-Licht ist recht einfach zu steuern. Da es direkt nicht sichtbar ist brennt es auch nicht schnell aus, wie im Bild auf der linken Seite gut zu sehen ist. Anzug und Maske sind mit UV-Tape beklebt. Das Ufo ist mit silberner Farbe lackiert, diese hat offensichtlich einen sehr hohen Anteil an fluoreszierenden Partikeln. 

 

Schwierig wird es dann bei den sichtbaren Farben violett und blau. Diese "fressen" die Schärfe und Tiefe im Bild und brennen sehr schnell zu weiß aus. Bei den langwelligen Farben passiert das nicht so schnell. Rotes Licht wird erst orange und dann gelb bevor es zu weiß ausbrennt. 

Einige Tipps zum Umgang mit farbigem Licht

Benutze Diffusoren, Bouncer oder kleine Softboxen vor dem Blitz. Weiches, diffuses Licht lässt sich leichter steuern als hartes Licht. Das Licht von Taschenlampen lässt sich sehr einfach mit Backpapier weicher machen. 


Aber natürlich kannst Du die Taschenlampe auch in die kleine Softbox stecken. Eine weitere Möglichkeit ist die Ausleuchtung mit indirektem Licht mithilfe eines Reflektors.

 

Benutze helligkeitsgeregelte Taschenlampen.

Mit dem Auge ist meist nicht zu erkennen ob die Lampe noch mit 100% oder nur 80% leuchtet. Die Kamera sieht das allerdings sofort. Die meisten Led Lenser Lampen kann man so programmieren, dass sie immer mit voller Helligkeit leuchten und abschalten wenn der Ladestand des Akkus zu gering ist. Die meisten anderen Lampen werden kontinuierlich dunkler wenn der Ladestand des Akkus oder der Batterie abnimmt. 

 

Benutze immer die gleichen Lampen.

Beim Experimentieren mit neuen, tollen Lampen kann man ganz schön viel Zeit verplempern. Ich spreche da aus Erfahrung. Mittlerweile benutze ich in den meisten Light Paintings für die Tools Led Lenser M3R und P5R.2 und für die Ausleuchtung die X21R.2. Mit diesen Lampen muss ich nicht dutzende Probeaufnahmen machen; ich weiß wie hell sie sind.

 

Benutze immer die gleichen Farbfilterfolien.

Bei der Verwendung von einer roten Folie von Hersteller A und einer blauen Folie von Hersteller B können zuweilen einige Überraschungen im Light Painting passieren. Blau zu hell, rot zu dunkel, oder andersrum... Die Dichte der Folien ist manchmal recht unterschiedlich. Wir kaufen meist Par 64 Musterhefte mit vielen Farben, innerhalb des Heftes erleben wir meist keine Überraschungen.

 

Benutze nur eine RGB-Lampe.
Bei der Verwendung von RGB-Scheinwerfern oder RGB-Taschenlampen erlebten wir schon etliche lustige Überraschungen. Da diese Lampen meist recht günstig in China hergestellt werden und für Zwecke außerhalb des Light Painting ziemlich Schnuppe ist ob die Farbe genau stimmt gibt es dort recht große Abweichungen. Zwei Lampen auf blau eingestellt und?... Scheiße ist, die eine ist im fertigen Light Painting eher lila als blau. Noch lustiger wird das bei der Verwendung von gemischten Farben wie Orange. Die bessere Methode ist die Verwendung nur einer Lampe und die Änderung der Postion für die Ausleuchtung, wenn Deine geplante Choreografie es zulässt.

 

Ich habe gerade noch mal kurz Korrektur gelesen... ganz schön lang geworden der Artikel. Wenn Du bis hier gelesen hast war er offensichtlich trotzdem nicht zu langweilig.


In diesem Sinne allzeit gutes Licht.
Sven

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Farben im Light Painting Teil 2

Bedeutung für und Wirkung auf den Menschen

Vermutlich werden sich nicht 2 Menschen finden lassen, die Farben tatsächlich genau gleich wahrnehmen. Fast alle werden aber Rot als Rot deuten, und die Bedeutung der Farbe wird auch für viele Menschen ähnlich sein. Sicher werden viele Menschen Farben anders deuten als ich in diesem Newsletter. Viele Assoziationen zu bestimmten Farben oder Farbkombinationen haben einen religiösen oder kulturellen Ursprung. Für Menschen aus anderen Kulturkreisen und Religionen haben die gleichen Farben eine ganz andere Bedeutung als für uns Mitteleuropäer. Selbst als Atheist, Agnostiker oder Nihilist kann man sich von dieser Wirkung sicher nicht in Gänze befreien wenn man in einer christlich geprägten Umgebung aufgewachsen ist. Ein ähnliche Bedeutung für alle Menschen dürften wohl nur die Farben Blau und Grün haben; Himmel und Meer sind schließlich auf der gesamten Erde blau; die allermeisten Pflanzen sind überwiegend grün.

 

Bleiben wir mal gleich bei BLAU:

Blau wirkt beruhigend, friedlich, ernsthaft, seriös, kalt, fern, unendlich, rational, seriös und etwas deprimierend. Blau wird oft als Symbol für Frieden, Beständigkeit, Passivität, Harmonie, Vertrauen und Treue verstanden. In fast allen Religionen wird mit der Farbe Blau eine Verbindung zum Himmel, und den darüber wohnenden höheren Wesen, geschaffen. In der materiellen Welt ist Blau oft als Symbol des Frieden zu finden, UNO, Friedenstaube usw. Wenn um uns herum alles blau ist (Meer, Himmel) sind wir gewöhnlicherweise ruhig und entspannt.

Im Light Painting ist Blau technisch gesehen eine schwierige Farbe. Blau frisst Schärfe und Tiefe im Bild, durch die kurze Wellenlänge von blauem Licht brennt Blau sehr schnell aus.

ROT:

Rot bedeutet Leidenschaft, Energie, Liebe, Aktion, Erfolg. Rot ist als Symbol für Feuer wärmend und kraftvoll. Rot erregt sofort Aufmerksamkeit, deshalb ist Rot die Farbe vieler Warnschilder.

 

In christlich religiöser Hinsicht symbolisiert Rot Blut, Feuer und die Leiden Christi. In China ist Rot die Farbe von Glück und Reichtum. 

 

Rotes Licht lässt sich im Light Painting sehr gut steuern. Wenn ich zu starkes rotes Licht benutze brennt es nicht sofort aus wie blau, sondern wird erst orange und dann gelb.


GRÜN:

Grün steht für Gesundheit, Wachstum, Natur, Jugend, Frische, Frühling, Hoffnung und Gift. Viele grüne Planzen-(teile) sind ja auch tatsächlich giftig für den Menschen. Die meisten Kinder wollen den Spinat nicht essen weil er grün ist und nicht weil er ekelhaft schmeckt, eine angeborene Vorsichtsmaßnahme sozusagen. Auf der anderen Seite sagt uns uraltes Wissen, dass Überleben für uns nur möglich ist wenn wieder frisches Grün aus der Erde sprießt.

Durch die beruhigende und gesunde Wirkung wird diese Farbe oft in Krankenhäusern und, zumindest in früheren Zeiten mit erheblich weniger Vandalismus, gerne in Aufzügen verwendet.

Grün ist die Farbe des Islam, der Prophet Mohammed sagte, dass das Anschauen der Farbe Grün Gottesdienst sei. Der Heilsbringer des Christentums Jesus zog mit einem grünen Palmenwedel in Jerusalem ein.


Als Symbol der Hoffnung stellen wir uns im grauen, dunklen Winter den immergrünen Weihnachtsbaum in die Wohnung, ein heidnischer Brauch.

Im Bild oben ist ganz gut zu sehen, dass zum Einen das rote Licht der X21 auf der rechten Seite über orange zu gelb wird und zum Anderen, dass grün recht schnell ausbrennt. Der Orb ist sowohl unten als auch vorne (die Lampe leuchtet an dieser Stelle direkt in die Kamera) ausgebrannt. Wenn die Pixel des Sensor mit voller Helligkeit angesteuert werden lässt sich das auch nachträglich in der Bildbearbeitung nicht korrigieren. Es ist nicht möglich Zeichnung und Farbe in diesen Bereichen wieder herzustellen. Im Falle des Orbs ließe sich das während der Aufnahme im vorderen Bereich durch Abblenden vermeiden. Unten eher nicht weil sich dort alle Linien des Orbs treffen. Hätte ich dort so weit abgeblendet, dass die Stelle unten nicht ausbrennt wäre vom restlichen Orb kaum noch etwas zu sehen. So etwas ist sicher für die meisten Menschen bei einer Darstellung auf dem Monitor noch akzeptabel, als (großer) Print sieht das allerdings Scheiße aus weil das Druckmedium an dieser Stelle schlichtweg nicht bedruckt wird. Wohl kaum jemand würde sich ein solches Bild in 3 Meter Breite über die Couch hängen, mal völlig emanzipiert vom Motiv.

GELB:

Gelb ist die Farbe der Sonne, die hellste und freundlichste der hier vorgestellten Farben. Gelb symbolisiert Heiterkeit und Optimismus, ist allerdings auch sehr aufdringlich. Die negativen Deutungen sind Neid, Eifersucht, Verrat und Feigheit. Gelb wird oft als Farbe für Warnhinweise vor Gefahren (Gift, Hochspannung und ähnliches) verwendet. Von Gelb halten die meisten Leute also instinktiv Abstand. Ein Light Painting mit hohem Gelbanteil wird viele Betrachter demzufolge auch auf Abstand halten. In kleinen Dosen kann man gelbes Licht aber durchaus gut in der Light Art Photography verwenden.

ORANGE:

Orange symbolisiert Lebensfreude, Energie, Wärme und Exotik. Die meisten Menschen haben keine negativen Assoziation zu dieser Farbe. Ein Bild mit einem hohen Anteil an orangem Licht wird also viele Menschen sofort positiv ansprechen. Oranges Licht lässt sich im Light Painting gut steuern. Die Verbindung mit der Komplementärfarbe blau bzw. blaugrün (je nach der Helligkeit der orangen Farbe) ist eine oftmals benutzte Farbkombination im Light Painting. Gefällig für das Auge und meist ohne negative Gefühle und Bedeutungen. Diese Farbkombination kommt der Stimmung eines Sonnenuntergangs am Meer recht nahe und erzeugt auch deshalb bei den meisten Menschen sofort positive Gefühle.


VIOLETT:

Diese Farbe ist im Gegensatz zu orange fast komplett mit negativen Bedeutungen und Gefühlen besetzt, Trauer, Ruhe, Buße, sexuelle Frustration. Im religiösen Sinne symbolisiert die Farbe die Verbindung von Körper (rot) und Geist (blau). Und genau das passiert auch im Light Patinting bei Verwendung der beiden Farben sehr schnell. An Stellen der Überschneidung des roten und blauen Lichtes wird es ganz schnell ganz violett. Ich persönlich benutze äußerst selten (absichtlich) violett in meinen Bildern, ich sehe diese Farbe einfach nicht gerne.

WEIß:

Weiß bedeutet Licht, Anstand, Reinheit und Neutralität. Weißes Licht kann man in fast jedem Bild bedenkenlos in Kombination mit anderen Farben oder auch als einzige Farbe einsetzen.

SCHWARZ:

Schwarz ist keine Farbe. Schwarz ist die Abwesenheit von Licht. Schwarz ist das Symbol für Trauer, Tod, Finsternis und das Böse. Im Light Painting werden wir oftmals mehr oder weniger große schwarze Bereiche im Bild haben. Auch in "normalen" Fotos sind oftmals größere Bereiche schwarz. Unser Auge ist daran gewöhnt, die Wenigsten werden beim Anblick solcher Bilder Angstattacken bekommen oder in eine tiefe Depression fallen. Vor einem schwarzen (dunklen) Hintergrund bekommen unsere Light Paintings überhaupt erst die gewünschte Wirkung. Vieles wäre vor einem hellen Hintergrund nicht sichtbar. Wir brauchen also in den meisten Bildern schwarz.

 

Farben wie braun, grau und gold spielen im Light Painting keine große Rolle weil sie sich sehr schlecht oder gar nicht darstellen lassen. Aus diesem Grund werde ich hier nicht weiter auf deren Bedeutung eingehen.

Meine Worte sind weder Gesetz noch Bedienungsanleitung, versteht sie lieber als Anregung und Erklärung. Es ist recht hilfreich wenn man weiß warum man violettes Licht weniger angenehm findet als oranges.

 

Ich mache oft das gleiche Bild mit verschiedenen Farben und Farbkombinationen und schau dann einfach welche Version mir am Besten gefällt. Auf keinen Fall solltet ihr Aufhören zu experimentieren und nur noch orange-blaue Bilder machen weil die Wirkung gut ist. Das kann nämlich auch ganz schnell ganz langweilig für euch und die Betrachter eurer Bilder werden.

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

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10 coole Light Painting Tools für unter 10€

Für bestimmte Bilder muss es auch mal des große Besteck sein. Eine 5000 qm Halle, den Wald oder das Rapsfeld  kann ich mit der 10€ Lampe nicht ausleuchten, da muss dann schon die Led Lenser X21R.2 ran. Für viele Aufgaben im Light Painting  genügen aber auch einfache, billige Tools und Lampen. 

1. RGB LED-Scheinwerfer

Light Art Photography

 

Im Bild links hatten wir im Kaufhaus Görlitz mehrere dieser Scheinwerfer verteilt. Sie blieben bis zum endgültigen Ergebnis in ihrer Postion. Somit war die Ausleuchtung des Raumes sehr einfach reproduzierbar. Nachdem wir sie einmal richtig platziert hatten und die Leuchtdauer der Scheinwerfer für unser Light Painting ermittelt hatten konnten wir uns ab dem zweiten Versuch für das Bild voll und ganz auf das Einblitzen des Models und das Malen des Kleids konzentrieren.

 

Diese Scheinwerfer sind eigentlich für 240V Wechselspannung,  lassen sich aber sehr einfach auf 12V Gleichspannung umbauen. 


Man öffnet das Gehäuse, entfernt den verbauten Inverter und dann schließt man die beiden Leitungen, die zur LED gehen, an eine Buchse an. Die Buchse passt gut in die Öffnung durch die vorher das Kabel zum Inverter ging. ich fixiere die Buchse mit ein wenig Kleber. In diese 12 V-Buchse kommt dann einfach ein 12 V Akkupack und schon wird's hell. Die Akkupacks baue ich selbst. Dazu benutze ich drei 18650 in einer passenden Halterung. Alternativ kann man natürlich auch Packs für 8 x AA, eine Powerbank oder ähnliches benutzen. 
Mit der beiliegenden IR-Fernbedienung lassen sich die Scheinwerfer in der Farbe und der Helligkeit steuern und natürlich ein- und ausschalten. 

2. Glasfasern

Das Kleid im Bild oben hat Gunnar mit einem Bündel Glasfasern ins Bild gezaubert. Solche Tools kann man im gut sortierten Light Painting Shop kaufen, allerdings für deutlich mehr als unsere 10€. Wir haben eine Glasfaserlampe für 5,99€ auseinandergebaut, das war einfach nur zusammen gesteckt. An den Glasfasern haben wir eine Led Lenser M7RX mit Gaffatape befestigt und fertig war unser Tool. Man kann natürlich auch eine preisgünstigere Lampe mit geringerer Helligkeit verwenden wenn der Abstand zwischen Kamera und Licht geringer ist. Die Aufnahme oben haben wir mit dem Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm gemacht; wir waren ja schließlich in Görlitz. Somit betrug der Abstand zwischen Model und Kamera mehr als 20 Meter. Das muss dann also ordentlich hell sein, sonst steht die arme Lisa da 'ne halbe Stunde. 
Den Artikel über unseren Kaufhausbesuch findest Du hier: blog

3. Fokussierbare Taschenlampe mit Strobe-Modus

Ja, so etwas baut der Chinese tatsächlich für unter 10€. Sicher ist solch eine Lampe keiner Led Lenser P5R.2 ebenbürtig, aber dafür erheblich günstiger. Die Lampen können mit AA oder 14500 Akkus betrieben werden. Mit den Akkus bringen sie mehr Licht ins Blid.
Ich lasse ja gerne meine Lampen an den Tools damit sie immer sofort einsatzbereit sind. Mit Lampen für 80€ aufwärts geht das allerdings ganz schnell ins Geld. Bei Preisen von einigen wenigen Euro pro Stück kann ich 20 oder 30 Lampen permanent an den Tools lassen und muss trotzdem nicht Hunger leiden..
Hier mal ein Link zu einem 5er Pack für 16€

4. Seifenblasenschwert.

Diese Dinger bekommt man in vielen Farben, Größen und Formen. Sie sind meist aus einem halbtransparenten Kunststoff hergestellt, somit verteilen sie das Licht sehr gut. Das perfekte Light Painting Werkzeug! Und das Beste: der Lichtpinsel kostet nur 1€ pro Stück. Für das Bild auf der rechten Seite habe ich an ein farbloses 20cm Schwert eine Led Lenser M3R mit blauer Farbfilterfolie befestigt. Die Struktur entstand durch die geriffelte Oberfläche des Rohrs.

 

6 verschiedene Farben klar 

12 Stück mit Struktur

Fündig wird man sicher auch beim örtlichen 1€-Shop, mein Pfennigland bevorratet jedenfalls viele verschiedene Blasenbehälter.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

5. Eisfontänen

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Eisfontänen, manchmal werden sie auch als "Zaubersterne" angeboten, sind gut für Light Paintings in geschlossenen Räumen geeignet. Beim Abbrennen entsteht kaum Rauch, vor allem kein giftiger, und die Brandgefahr ist sehr gering weil die Verbrennungstemperatur gering ist. Die ausgeworfenen Sterne sind kalt und verbrennen rückstandsfrei. Aus diesem Grund werden die Fontänen gewöhnlicherweise auf dem Eisbecher oder der Torte abgefackelt. Aber natürlich funktionieren sie auch gut im Freien.
Ich benutze Eisfontänen mit 30, 50, 60 oder 120 Sekunden Brenndauer, abhängig von der Länge der Performance. Im Light Painting auf der linken Seite kamen 2 Fontänen mit 30 Sekunden Brenndauer zum Einsatz. 

12 Eisfontänen 30 Sekunden Brenndauer  
12 Eisfontänen 50 Sekunden Brenndauer

12 Eisfontänen 120 Sekunden Brenndauer

100 Eisfontänen 50 Sekunden Brenndauer

 

Eisföntänen sind meist auch im Schreibwarenhandel oder 1€-Laden erhältlich. 


6. Fontänen und Vulkane der Klasse 1

Genau wie die Eisfontänen sind Klasse 1 Fontänen und Vulkane das ganze Jahr über frei erhältlich und dürfen auch jederzeit ohne Anmeldung oder ähnliches benutzt werden. Diese sind allerdings nur für die Verwendung im Freien vorgesehen. Ich benutze die Dinger auch gerne mal in geschlossenen Räumen, der Gesundheit ist das allerdings auf Grund des giftigen Rauchs nicht besonders dienlich. Aber was tut man nicht alles für die Kunst.

Es gibt dutzende verschiedene Fontänen und Vulkane von vielen verschiedenen Herstellern. Zum Teil haben die kleinen Kinderspielzeuge recht beachtliche Auswurfhöhen und coole Effekte. Die Firma Tulite hatte vor einiger Zeit kleine Fontänen mit einem Auswurf von über 2 Metern und einer Brenndauer von ca. 25 Sekunden im Angebot. Leider werden sie nicht mehr hergestellt, meine Vorräte gehen langsam zu Ende. :-(

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Schaut euch am Besten mal in meinem Lieblings-Feuerwerkshop um:
Feuerwerksvitrine  Der Shop ist gut sortiert, zu fast allen Artikeln gibt es ein Video und die Preise sind auch vernünftig.


7. LED-Hundehalsbänder

Leuchtende Hundehalsbänder gibt es in vielen verschiedenen Längen, Farben, einige auch mit Farbwechsel und verschiedenen Funktionen wie z.B. blinken, fading oder Strobe. Meist steckt im eigentlichen Halsband ein flexibler, flacher Lichtwellenleiter an dessen einer Seite die eigentliche Lampe befestigt ist. Lässt man das Halsband so wie es ist macht das Ding ein schönes weiches Licht. Ich benutze die Halsbänder oft an Kreisscheiben oder befestige sie am Model. Wenn man den Lichtwellenleiter mit der Lampe aus dem Halsband heraus nimmt hat man eine Art flexibles Light Blade.

Hier mal 2 Links:
Armband  

Hundehalsband

8. LED-Tagfahrlicht

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Eine brutal helle LED-Lampe für 1,40€? Ja, die gibt es! Tagfahrlicht  für's Auto. Die Dinger sind zwar nicht für den Straßenverkehr zugelassen , aber das ist für den Einsatz im Light Painting auch nicht ganz so wichtig. Im Bild auf der linken Seite besteht die Kreisscheibe aus mehreren dieser Tagfahrlichter. Vor diesen habe ich verschiedene Farbfilterfolien angebracht. Einziger Nachteil der Lampen ist, dass sie nur einen sehr engen Leuchtwinkel haben, also fast nur von vorne zu sehen sind. Aber für die Kreisscheibe ist das ja genau das was ich will.
An die beiden Leitungen habe ich eine 12V-Buchse angeschlossen und an diese kommt dann wieder ein Akkupack.

Es gibt LED-Tagfahrlichter auch in anderen Ausführungen, z.B flexibel, und in anderen Farben, orange, rot und blau habe ich bisher gefunden.


9. EL-Wire

EL-Wire kennt jeder, oder?

Elektrischen Nebel, leuchtende Masken oder Klamotten, feste Leuchtspuren im Bild... Kaum ein Lichtwerkzeug kann man so vielfältig im Light Painting einsetzen wie EL-Wire.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

10. Lichtschwert

Light Painting Fotografie & Light Art Photography

Ja genau, wir reden von den Lichtschwertern für Kinder, meist mit lustigen Geräuschen. Ich baue das Vorderteil ab und stecke eine Led Lenser M7RX in das Lichtschwert. Das Hinterteil mit der LED und dem Sound schmeiße ich meist weg. Die LED ist zu schwach und der Star Wars Sound nervt ziemlich schnell.

Die Vorderteile der Schwerter bestehen aus mehreren Teilen. Entweder man benutzt alle oder auch nur das kleine Teil vorne, oder 2, je nachdem welche Länge man gerade braucht. Zusammengeschoben nehmen sie nicht viel Platz im Rucksack ein. Das geringe Gewicht kommt dem kranken Rücken des Light Painters ebenfalls sehr entgegen. Wir schleppen ohnehin schon viel Zeugs mit uns rum.


11. Stahlwolle

Stahlwolle kostet auch deutlich unter 10€, allerdings ist Stahlwolle alles andere als ein cooles Light Painting Tool. Ich konnte diesen Bildern noch nie etwas abgewinnen. Das Hauptproblem bei der Verwendung von Stahlwolle im Lightpainting ist allerdings ein anderes. Stahlwolle verbrennt mit sehr hohen Temperaturen. Beim Drehen lässt sich kaum steuern wie groß die glühenden Metalpopel werden und wie weit diese fliegen. Wenn ein größerer glühender Metalklumpen die Frontlinse des Zeiss-Objektivs trifft ist das sicher ein Fall für den Glascontainer. Und wenn brennende Stahlwolle das Auge eines Beteiligten trifft wird wohl das Augenlicht hin sein, da sind Löcher in den Klamotten noch das geringste Problem. Einige Experten haben in den letzten Jahren auch das Ein oder Andere beim Stahlwolle-Drehen abgefackelt, Boote, Denkmäler, den halben Wald...
Ein weiteres Problem sind die Verbrennungsrückstände, die beim Drehen entstehen. Das sind harte, rasiermesserscharfe Teile die dann im Park oder Wald rumliegen. Da hat der Fuchs einen schönen Spaß wenn er sich die Pfote am Stahlwollerest schneidet. 

In diesem Sinne wünsche ich euch allzeit gutes Licht

Sven

Der Artikel enthält Links zu Produkten bei Amazon.de.

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Infrarot Light Painting

For english version follow the link: Light Painting Blog

Es war uns eine riesengroße Freude einen der innovativsten und kreativsten Light Painter vor einiger Zeit als Gast unser Veranstaltung Light Painters United in Berlin begrüßen zu dürfen; Dan Chick aus Denver (USA). Nach meiner Recherche ist er der Einzige, der eine Infrarot-Kamera im Light Painting einsetzt. Bis jetzt, jedenfalls ;-)

Nachdem wir gesehen hatten wie er diese Bilder macht, und vor allem nachdem wir die Ergebnisse sahen stand fest, dass wir das auch versuchen müssen. Ich begann also im Internet über das Thema Infrarot-Fotografie zu recherchieren. Ich fand recht viele verwirrende und sich widersprechende Beiträge von den verschiedensten "Experten". Ich entschied mich es einfach zu versuchen. Ich hoffe, mein Beitrag trägt etwas zur Erhellung bei.
Schritt 1:
Die Kamera muss so umgebaut werden, dass der Sensor infrarotes Licht aufnehmen kann. Das bedeutet, dass das vor jedem Sensor verbaute IR-Filter ausgebaut werden muss. Das Filter blockiert Licht mit Wellenlängen von mehr als 700nM.  Ich holte also die seit langer Zeit unbenutzt im Schrank liegende Nikon D70 (meine erste DSLR) raus und schraubte das Gehäuse auf.

Als erstes sollte unbedingt der Spiegel hochgeklappt und der Verschluss geöffnet werden um Schäden an diesen empfindlichen Teilen während des Umbaus zu vermeiden. Dazu habe ich die Kamera, entgegen der Empfehlung von Nikon, auf manuellen Modus und "bulb" gestellt, den Auslöser betätigt und dann den Akku entfernt. Spiegel und Verschluss funktionieren nur elektrisch, somit bleiben sie so lange in dieser Stellung wie die Kamera keinen Strom (Akku) hat.

Die Rückwand ist mit 4 kleinen Kreuzschlitzschrauben am Gehäuse befestigt. Man benötigt einen GUTEN! Schraubenzieher der Größe PH00 dafür. Anschließend löst man die 4 Kreuzschlitzschrauben der Metallplatte auf der der Sensor befestig ist. Und schon sieht es aus wie auf dem Bild links.

Danach habe ich die 4 noch kleineren Kreuzschlitzschrauben des schwarzen Rahmens am Sensor entfernt. Dafür braucht man einen Schraubenzieher der Größe PH000, natürlich einen mindestens genauso guten wie der PH00. Dieser Rahmen hält das Schutzglas und das grünliche IR-Sperrfilter vor dem Sensor. Mein Plan war nur das IR-Filter zu entfernen, allerdings waren beide Gläser im Falle meiner Kamera irgendwie verklebt. Ich bekam die beiden Gläser nicht voneinander gelöst. Also flogen beide Scheiben in die Glastonne. Bei dieser Arbeit sollte man fusselfreie Baumwollhandschuhe tragen und nebenbei keine Schmalzstulle essen, Fettflecken auf dem Sensor kommen gar nicht gut. Wenn man sich die Option offen halten will die Kamera später wieder in eine normale Kamera zurückzuverwandeln schmeißt man das Filter natürlich nicht in die Tonne sondern verpackt das Teil sicher und vor allem staubdicht.

 

Damit der Sensor nicht unnötig lange dem Staub der Wohnungsluft ausgesetzt ist, habe ich so schnell wie möglich den Rahmen montiert und die Kamera wieder zusammen gebaut.

 

Die Nikon D70 ist sehr einfach umzubauen, es müssen keine Kabelverbindungen gelöst werden. Bei den meisten Kameras sind auf der Leiterplatte an der Rückseite oben und unten diese filigranen Flachkabel. Beim Lösen und Verbinden während des Umbaus kann schnell mal was schiefgehen. Aber man muss das ja auch nicht unbedingt selbst machen. Es gibt mehrere Dienstleister die so ziemlich jede Kamera umbauen. Die Preise dafür liegen zwischen 150 und 250 €. Dafür bekommt man dann auch eine Garantie auf den Umbau.

Gekauft hätte ich jetzt wahrscheinlich keine neue Kamera um sie auf Infrarot umzubauen. Aber der Kauf einer gebrauchten Einsteiger-DSLR für den Umbau bei ebay ist sicher eine Überlegung wert. 

Schritt 2:

Test.
So wie die Kamera jetzt ist nimmt sie das volle sichtbare Lichtspektrum und zusätzlich infrarotes Licht auf. Das Bild von unserem Kater Leo sieht fast wie ein normales Foto aus. Und wenn man nicht weiß, dass das Kissen auf dem Stuhl gar nicht diese ekelhafte Farbe hat, sondern blau ist, fällt das wahrscheinlich kaum jemandem auf. Allerdings habe ich nachträglich am Rechner den Weißabgleich des RAW-Bildes korrigiert, das Bild war ursprünglich sehr rot.

Infrarotes Licht wird vom Objektiv anders gebrochen als sichtbares Licht. Aus diesem Grund funktionieren sowohl der Autofokus als auch das manuelle Fokussieren durch den Sucher nicht mehr. Der Fokus sitzt immer etwas zu weit vorne. Man könnte recht komfortabel über Live-View fokussieren... wenn denn die D70 über diese Funktion verfügen würde.


Ebenso wenig wie der Autofokus funktioniert die Belichtungsmessung auf infrarotes Licht. Das Bild oben habe ich im Modus "A" mit einer Belichtungskorrektur von -3EV aufgenommen.  Für den eigentlichen Einsatzzweck Light Painting spielt das aber keine Rolle. Als "Fokushilfe" werde ich einfach eine Art Umrechnungstabelle für alle verwendeten Objektive schreiben. Bei 50 mm Brennweite liegt der Fokus für infrarotes Licht bei 2,2 Metern wenn die Kamera auf sichtbares Licht bei 2 Metern scharf stellt. 

Ein weiteres Problem ist, dass die D70 keinen Anschluss für einen Fernauslöser hat. Die einzige Möglichkeit ist die Verwendung eines Infrarot Fernauslösers. Recht ungünstig wenn man die Kamera auf Infrarot umgebaut hat. Ich will ja schließlich nicht das Light Painting mit dem Fernauslöser machen. Allerdings haben die Freunde bei Nikon mal 'ne Sekunde nachgedacht. Im Modus "bulb" beginnt die Belichtung beim ersten Druck auf den Fernauslöser und endet wenn man das zweite mal drückt. Also: Objektiv abdecken, Belichtung starten, Objektiv aufdecken, Light Painting machen, Objektiv wieder abdecken, Belichtung beenden. Somit ist das Licht des Auslöser nicht im Bild zu sehen. 

 

Schritt 3:

Brauche ich ein Infrarotfilter, also ein Filter das sichtbares Licht blockiert,  für das Objektiv? Und wenn ja welches? 

Unser Berliner Studio ist komplett dunkel, die Wände und der Boden sind schwarz. Hier nimmt die Kamera nur das Licht auf was ich während der Belichtung einschalte. Benutze ich also nur eine Infrarotlampe nimmt die Kamera auch nur infrarotes Licht auf. Allerdings kann man so schlecht arbeiten weil das Infrarotlicht der Lampe für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Man würde komplett blind arbeiten.

Also ist die bessere Möglichkeit ein IR-Filter vor das Objektiv zu schrauben. Dieses lässt nur Infrarotlicht durch und blockiert das Spektrum des sichtbaren Lichtes. Mit aufgeschraubtem Filter kann ich soviel Licht ohne Infrarotanteil (z.B. grün) einschalten wie ich will, die Kamera nimmt dieses nicht auf. Mit Hilfe des grünen Lichtes kann ich mich zumindest während des Lightpainting im Raum orientieren und erkennen in welche Richtung ich mit der Infrarotlampe gerade leuchte. Infrarotfilter sind in verschiedenen Varianten erhältlich. Gängige Wellenlängen ab denen das Licht durchgelassen wird sind 700, 720, 760, 850 und 950 nM. Die meisten IR-Taschenlampen haben eine Wellenlänge von 850 nM. Damit das Licht der Taschenlampe im Bild sichtbar ist sollte das Filter 850 nM auf jeden Fall durchlassen. Ich habe mich für ein Filter mit 720 nM entschieden. Viele der von mir verwendeten Objektive haben ein 77 mm Filtergewinde, also habe ich in dieser Größe ein Schraubfilter gekauft. Eckige IR-Filter für Einschubsysteme habe ich nicht gefunden, was aber nicht heißen muss, dass diese tatsächlich nicht hergestellt werden. Alternativ kann man auch ein Stück unbelichteten, entwickelten Negativfilm als IR-Filter missbrauchen. Ein zurecht geschnittenes Stück 36 mm Kleinbildfilm kann man gut vor dem Sensor befestigen. 6x6 oder größerer Rollfilm passt auch vor die meisten Objektive. Das Material sollte auf jeden Fall absolut glatt und fehlerfrei sein. 

 

Schritt 4:

Die Taschenlampe(n). Ich hatte erstmal überhaupt keinen Plan wie viel Leistung ich für unsere Zwecke brauche. Ich fand Lampen mit Angaben wie 800 Lumen, 3 Watt oder ähnliches. Kann man für Infrarot überhaupt den Lichtstrom (richtig) messen? Zum Testen habe ich eine Lampe mit angeblich 3 Watt für 13€ bestellt, angetrieben von einer AA Batterie. 

Dann fiel mir ein, dass meine Freunde Heinz-Jörg und Garry von EMD in viele verschiedene Taschenlampen viele verschiedene LED's einbauen, UV, Golden Amber oder welche mit erheblich größerer Helligkeit als die vom Hersteller verbauten. Ich hab also den Wurzi angerufen und gefragt ob er mir nicht eine Led Lenser M7 oder P7 auf IR umbauen könnte. Mir war ja vorher klar, dass er solche Herausforderungen liebt. ;-) Nach kurzem Hin und Her wozu ich die Lampe benutzen will und was sie leisten soll hat er sich bereit erklärt eine Lampe für mich zu modifizieren. 

Die Aufnahmen oben haben wir mit der 13€ Lampe gemacht. Das Teil ist brutal hell. Bei Blende 11 hatte Marla  die Lampe im Bild links in einer Entfernung von ca. 2 Metern  ca. 2 Sekunden auf Gunnar gerichtet. Einige Stellen sind schon ausgebrannt. Beim anderen Bild haben wir aus größerer Entfernung (5 Meter) mit der IR-Taschenlampe beleuchtet. Beide Aufnahmen sind mit Blende 11 bei ISO 200 mit dem Tokina 19-35 / 4 bei 24 mm entstanden. ISO 200 ist der kleinste ISO-Wert der Nikon D70, bei ISO 100 wären die Ergebnisse um einiges besser. Die Bildqualität meiner ersten DSLR von 2003 ist ohnehin für heutige Verhältnisse recht miserabel. Vor allem das starke Bildrauschen bei langen Belichtungszeiten ist sehr störend, da hilft auch die Rauschreduzierung der Kamera nicht viel. Bei 20°C und mehr als 60 Sekunden Belichtungszeit ist das Bild meist nicht mehr zu gebrauchen.

 

Eine weitere Herausforderung ist das Einstellen des Weißabgleichs im Infrarot Light Painting. Ich wollte, dass Gunnar im fertigen Bild keinerlei Farbstich hat. Also habe ich bei den Bildern oben in der Bildbearbeitung den Weißabgleich so korrigiert, dass das infrarote Licht weiß ist. Leider bietet die D70 keine Möglichkeit den ermittelten Wert von ca. 4400k einzustellen. Lediglich Vorgaben wie Sonne, Schatten, Kunstlicht usw. sind möglich.

Die Verschiebung des Weißabgleichs auf das infrarote Licht hat allerdings zur Folge, dass die anderen Farben nicht mehr korrekt dargestellt werden. Im rechten Bild wurde das Light Painting mit einem kräftigen Blau gemalt. Im linken Bild mit einem kräftigen Orange. 

Im Bild rechts habe ich die IR-Taschenlampe an einem Bündel schwarzer Glasfasern befestigt. Dieses habe ich recht schnell über das Gesicht meines Models Matti bewegt. Das Lampe war nicht länger als 3 Sekunden eingeschaltet. Auch hier sind einige Stellen ausgebrannt. Die Brennweite war hier 35 Millimeter, der Abstand von der Kamera zum Model betrug ungefähr 1,5 Meter. Fotografiert habe ich mit Blende 13 und ISO 200.
Mit einer längeren Brennweite wäre das Ergebnis vermutlich besser da der Abstand zwischen Kamera und Licht größer wäre. Das infrarote Licht würde nicht so schnell ausbrennen. 
Wir brauchen sicherlich noch einige Zeit und viele Testaufnahmen um wirklich gute Ergebnisse zu bekommen. Aber spannend ist diese Technik für uns durchaus, vor allem die Möglichkeit den infraroten Schwarzweiß-Look mit normalem Light Painting mit Farben zu kombinieren. 


Vor allem müssen wir noch Erfahrungen sammeln welches Material infrarotes Licht stark reflektiert und welches nicht. Anhand der Farbe des Materials lässt sich das jedenfalls nicht beurteilen. 
Im Bild rechts war Erik komplett Schwarz gekleidet. Wie man sieht ist die Hose im Bild schwarz, die Schuhe sind weiß und die Jacke ist grau.

 

Allzeit gutes Licht

Euer Sven


Dan Chick beim Meetup in Rom im März 2017 über das Thema Infrarot im Light Painting:


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Light Painters United

Gemeinsam mit unseren Freunden von Aurora Movement machten wir uns eines Tages auf die Suche nach neuen Locations. Zuerst statteten wir der Malzfabrik Berlin einen Besuch ab, ein in den Jahren 1914-1917 im Berliner Stadtbezirk Schöneberg errichteter Industriekomplex. Im Jahre 1996 wurde die Malzfabrik stillgelegt. 
Wir waren überwältigt. Die Fabrik ist einem erstaunlich guten Zustand, viele Anlagen sind noch unversehrt vorhanden, Schrottdiebe und Vandalen wurden bisher erfolgreich ferngehalten. Wir sahen uns gemeinsam ein riesengroßes Gebäude mit unzähligen für unsere Kunst gut geeigneten Räumen an. Herzlichen Dank an Sally, die uns führte und zum Gelingen des Treffens einen großen Beitrag leistete.

Später fuhren wir zur ehemaligen NSA Abhöranlage auf den Teufelsberg. Der Teufelsberg ist mit einer Höhe von 120 Metern die zweithöchste Erhebung in Berlin. In den 1950er Jahren begann die US-Army auf diesem Trümmerberg mit dem Bau der Abhöranlage. Im Jahr 1991 wurde die militärische Nutzung aufgegeben, die amerikanischen und britischen Streitkräfte zogen ab. In den Jahren danach verfiel die Anlage, vor allem durch Vandalismus, immer mehr. Beeindruckend ist die Anlage dadurch allerdings nicht weniger. Wir nahmen unsere Lampen und Kameras mit und tobten uns einige Stunden in luftiger Höhe aus, wobei uns der Wind trotz sommerlicher Temperaturen mächtig um die Nase wehte.

Einige Tage später saßen wir zusammen um uns auf einen Termin für unseren nächtlichen Besuch in der Malzfabrik zu einigen.  Da die Fabrik sehr groß ist kam die Idee: "Wir können doch noch ein paar Leute mitnehmen wenn wir dort hinfahren". Daraus entstand die Veranstaltung LIGHT PAINTERS UNITED.  Wir luden befreundete Light Painter aus der ganzen Welt ein, um mit ihnen gemeinsam zu arbeiten, zu lachen und zu quatschen. Fast alle haben sofort zugesagt und waren von Beginn an schwer begeistert.  

Nun war Organisationstalent gefragt.  Der Aufwand zur Vorbereitung und Durchführung des Treffens war recht groß. Unterkünfte für unsere Gäste suchen, Verhandlungen mit den Verantwortlichen in den beiden Locations führen, interessante Spots jenseits des Light Painting für unsere Gäste raussuchen, die besten Currywurst-Buden für Phill & Mart auf der Karte markieren, usw. Die meiste Arbeit und Zeit hat Mafu in die Organisation im Vorfeld gesteckt. Ihm gilt unserer besonderer Dank.  

Am Freitag den 15. September 2017 trafen wir uns dann in der Malzfabrik, leider kam Pala Teth mit Verzögerung an. Der Arme stand noch auf der Autobahn im Stau. Die Spannung und Freude war auf allen Seiten riesig sich wiederzusehen, bzw. sich nun endlich mal persönlich kennen zulernen. Nach einem Rundgang durch die Fabrik, bei dem Gunnar hervorragend dolmetschte (don't touch) und einem ersten Bier fingen alle sofort an ihre Bilder zu machen. Es fanden sich mehrere Gruppen zusammen in denen mit viel Spaß und geballter Kreativität gemeinsame Ideen umgesetzt wurden. Jeder war bereit dem anderen zu helfen, z.B. Modell zu stehen oder zu illuminieren und Ideen zu den einzelnen Fotos beizutragen. Die entstandene Dynamik in den Gruppen war fast so beeindruckend wie die vielen entstandenen Kunstwerke.  

Am nächsten Tag ging es dann zuerst einmal auf den Teufelsberg. Nach der Besichtigung der Anlage entschieden sich einige unsere Gäste dort zu bleiben. Die anderen fuhren nach ausgiebiger Besichtigung wieder in die Malzfabrik, um dort noch mehr Bilder zu machen und Ideen vom Vortag auszuleben. In der Malzfabrik durften wir ein ganz romantisches Ereignis erleben,  Dan machte Nancy mit einem Lightpaintig einen Heiratsantrag. Sie hat "Ja" gesagt!

Wahrscheinlich wären alle auch nach einer Woche nicht müde geworden sich dort in der Dunkelheit auszutoben. In beiden Locations gab es unendlich viele Möglichkeiten und Konzepte der Beteiligten. 

Am Sonntag trafen wir uns dann in unserem Berliner Studio. Buschi hat den Grill angeworfen und briet wie ein Weltmeister Vegetarisches, Fleisch und natürlich Würste für Mart und Phill. Alle waren ausreichend mit Getränken versorgt. Wir feierten Dan und Nancys Verlobung, haben viel gelacht, gefachsimpelt, Feuerwerkskörper getestet und natürlich unendlich viele Light Paintings gemacht.  Dieses besondere Wochenende wird wohl niemand so schnell vergessen. Die freundschaftliche und warmherzige Stimmung war unbeschreiblich. Das müssen wir unbedingt so schnell wie möglich wiederholen.

 

Ihr wart großartig Freunde! 

 

Eure Marla und Euer Sven

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
©Dan Chick

 

WILL YOU MARY ME?

Mit diesem Light Painting machte Dan Chick seiner Nancy in der Berliner Malzfabrik in der Nacht vom 16. zum 17.09.2017 einen Heiratsantrag. Sie hat JA gesagt.

Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen besonderen Moment mit den beiden teilen durften. 

Wir wünschen euch alles Gute! Möge das Licht immer mit euch sein.



Bilder von Lichtkunstfoto: 
Wir danken Monika Sandel und Nancy Nguyen, dass sie uns als Model zur Verfügung standen.

Einige der Light Paintings unserer Gäste:

"Behind the scenes" Fotos:

All images are coprighted: Lichtkunstfoto, Aurora Movement, Mart Barras, Phill Fisher, Kim von Coels, Pala Teth, Jannis Sid, Monika Sandel, Nacho Cosio, Stabeu, Frodo Alvarez DKL, Dan Chick, Nancy Nguyen.

Links:

Wikipedia Artikel Teufelsberg

Wikipedia Artikel Malzfabrik

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Farben im Light Painting Teil 1

Künstlerische und ästhetische Aspekte

Als Fortsetzung des letzten blogs "Weniger ist mehr" geht es in diesem Beitrag um die harmonische Farbgestaltung im Light Painting.

In der Light Art Photography und im Light Painting lässt sich mit geeigneten Lampen und Farbfiltern (fast) jede Farbe in (fast) jeder gewünschten Sättigung und Helligkeit darstellen. Einige Light Painter sind oftmals versucht möglichst viele Farben in einem Bild darzustellen ohne sich offensichtlich der Wirkung der Farben auf das Auge des Betrachters und die Wirkung der Farben zueinander bewusst zu sein.

Auf der anderen Seite gibt es Light Painting Künstler die sehr konsequent mit Komplementärfarben arbeiten wie der geschätzte Pala Teth. Wenn man ausschließlich 2 Komplementärfarben im Bild benutzt kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Allerdings gefallen mir bestimmte Farben und/oder deren Sekundärfarben einfach nicht wie z.B. Violett und Grün.
Und wie bei vielen anderen Aspekten im Light Painting oder auch der Fotografie im Allgemeinen sollte man möglichst alle Regeln kennen um sie bewusst missachten zu können.

Mir ist durchaus klar, dass Menschen Farben unterschiedlich wahrnehmen. Der Farbkreis im Bild rechts hat sicher keine Allgemeingültigkeit. Es gibt bestimmt Menschen die andere Farbkombinationen als angenehm empfinden. Was aber sicher die meisten Betrachter unser Light Painting Bilder stört ist die Verwendung von vielen "starken" Farben. Ich jedenfalls mag mir Bilder in denen kräftiges Rot, kräftiges Blau, kräftiges Grün und womöglich noch Gelb und Lila gleichzeitig verwendet wurden nicht so gern ansehen auch wenn sie ansonsten gut gestaltet sind.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Bab 2

Der zweite Ansatz ist die schon oben erwähnte Arbeit mit Komplementärfarben. Im Bild oben ist das blaue Licht die Komplementärfarbe zum roten Kleid. Das Blau entspricht zwar nicht exakt der Farbe gegenüber Rot im Farbkreis, die Wirkung der beiden Farben zueinander ist aber trotzdem harmonisch. Der weiße äußere Teil stört die Wahrnehmung der Farben nicht. Weiß kann man immer gemeinsam mit allen Farben und Farbkombinationen im Light Painting verwenden.


Schwieriger ist die Arbeit in Locations die eben nicht komplett schwarz sind wie z.B. im Kaufhaus Görlitz im Bild rechts.

 

Zum Einen konnten wir gegen das Licht der Straßenbeleuchtung und des gegenüberliegenden Gebäudes welches durch die großen Fenster in das Kaufhaus schien nichts unternehmen. Dieses Licht mussten wir also ins Bild einbauen. Glücklicherweise war dieses Licht fast weiß.
Hier habe ich bewusst keine Komplementärfarbe zur Ausleuchtung des Raumes gewählt, sondern eine der "natürlichen" Farbe der Säulen und des Fußbodens recht ähnliche. 

Für das Kleid hätten wir jetzt mehrere Farben zur Auswahl gehabt. Entweder Rot wie der überwiegende Teil der Szene, Türkis als Komplementärfarbe zum Rot/Orange der Szene oder das letztendlich von uns benutzte Weiß. Eine Frau in einem weißen Kleid hat eine ganz andere Bedeutung für die Bildaussage als eine Frau in einem farbigen Kleid.


Beim zweiten Bild aus dem Kaufhaus hatte Marla einen anderen Ansatz. Sie benutzte die natürliche Farbe des Gebäudes durch Ausleuchtung mit einer weißen Lampe. Bei diesem Besuch des Kaufhauses waren die großen Werbeleuchten am Gebäude gegenüber ausgeschaltet (Danke nochmal dafür Danilo). Somit wurden die großen Fenster nur noch von den orangefarbenen Natriumdampflampen der Straßenbeleuchtung angestrahlt.

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Kaufhaus 2
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Energy 1

Ungeachtet der Verträglichkeit gilt es noch andere Aspekte bei der Wahl der Farben im Light Painting zu beachten. Es gibt, auf Grund der Wellenlänge, sehr schwierige Farben. Eine solch schwierige Farbe ist Blau. Blau "frisst" die Schärfe und Tiefe im Bild. Blau brennt sehr schnell zu weiß aus. Im Bild links sieht man das ganz gut unten und oben am Orb.

Tiefe hat diese Bild hauptsächlich durch den zusätzlichen Zoom-Effekt, und durch das Licht der Fenster. Auf die Schärfe kommt es bei diesem Bild eigentlich nur beim Orb an, durch den Zoom-Effekt ist ohnehin das Bild nicht durchgehend scharf.

 

Im Gegensatz dazu sind die langwelligen Farben, und Weiß, im Light Painting recht einfach zu steuern. Rot wird erst orange, dann gelb und erst dann weiß.

 

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

Quelle: Wikipedia
Farbkreis nach Isaac Newton

Welche Ansätze zur Farbgestaltung im Light Painting haben wir?

 

Ein Ansatz ist die Arbeit mit einer Farbe wie im Bild unten. Das Licht hat eine dem Kleid des bezaubernden Models sehr ähnlich Farbe. Wichtig bei dieser Art von Light Painting ist, dass man einen recht starken Helligkeitsverlauf im Bild hat. Ansonsten wirkt es sehr schnell platt und langweilig. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Bab 1

Bei den beiden Bildern oben konnte ich alle verwendeten Farben frei wählen. Diese Bilder sind in unserem Berliner Atelier entstanden. Dieses ist komplett schwarz und es gibt keine äußeren Einflüsse auf die Bilder.


Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Kaufhaus 1

Als Komplementärfarbe zum vorhanden Licht benutzte sie dieses helle Blau für den Bereich über dem Model. Das grünliche Licht an den Flügeln ist eher ungewollt weil es von der Farbe des changierenden Stoffes verursacht wurde. Es passt von der Helligkeit und Sättigung her perfekt zum zarten Blau darüber.


Grundsätzlich werde ich meist ein wesentlich harmonischeres Bild als Ergebnis haben wenn ich die Anzahl der Farben im Light Painting auf 1 bis 2 begrenze. Vor allem wenn mein Hauptmotiv ein Model ist. Zu viele, zu grelle Farben würden nur vom eigentlichen Motiv ablenken. 

Wenn allerdings das Hauptmotiv eine Lichtfigur wie z.B. ein Orb ist auf den der Blick des Betrachters gezogen werden soll kann man auch gerne mal tiefer in den Farbeimer greifen. Allerdings sollte man auch hier auf ein gutes Zusammenspiel der Farben achten, auch wenn es wie im Bild links dann zwei Farben sind die im Farbkreis nicht gegenüber liegen.

Hätte ich hier allerdings noch zusätzlich ein kräftiges Blau oder Lila verwendet wäre vielen Betrachtern wohl schwindelig geworden... oder übel.

Es spricht absolut nichts gegen Experimente mit verschieden Farben. Es spricht nicht viel gegen die Verwendung von mehr als 2 Farben in einem Bild. Ihr solltet aber immer auf die Wirkung der Farben achten wenn der erste Moment der Freude über den perfekt gedrehten Orb vorbei ist. Versucht nur die Farben auf euch wirken zu lassen egal wie gut das Bild ansonsten geworden ist. Den meisten Betrachtern ist der Aufwand für den perfekten Orb nämlich meist völlig Schnuppe, sie sehen das Bild als Ganzes mit all seinen Stärken und Schwächen. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Energy 2

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Weniger ist mehr

Wir hatten sicher alle schon mal die Idee, alles was wir können in einem Light Painting unterzubringen. Meist geht allerdings die Bildidee, wenn überhaupt vorhanden, dabei völlig unter. Oftmals frage ich mich bei überfrachteten Bildern was mir der Künstler damit sagen will. Was ist das Motiv? Wohin soll ich (zuerst) schauen? Welche Geschichte soll erzählt werden? ...
Wenn ich meine Bilder als eine Art technische Zeichnung oder Bedienungsanleitung verstehe ist das vielleicht eine gute Idee Kreisscheiben, Orbs, Domes und EL-Wire in ein einziges Bild zu malen. Wenn ich dann allerdings noch den Rest der Szene mit allen Farben des Regenbogens beleuchte habe ich vermutlich auch den letzten Betrachter vor den Kopf gestoßen. Die allermeisten geneigten Betrachter werden die Idee hinter dem Bild nicht verstehen, sie werden von der Fülle des Gezeigten überfordert und von den vielen Farben verwirrt sein.

 

Was macht meiner Meinung nach ein gutes Bild in der Light Art Photography aus?
Ein gutes Bild erzählt eine Geschichte.
Ein gutes Bild spricht den Betrachter emotional an.
Ein gutes Bild hält den Blick des Betrachters länger als 1 Sekund fest.

Ein gutes Bild stellt dem Betrachter Fragen, nicht nur technischer Natur.

Ein gutes Bild hat einen erkennbaren Bildaufbau. Nein, nicht unbedingt Drittelregel, goldener Schnitt oder ähnliches. Aber es sollte erkennbar sein, dass der Künstler über den Bildaufbau nachgedacht hat.
Ein gutes Bild führt den Blick des Betrachters zum wichtigsten Bildteil.
Ein gutes Bild stellt Farben harmonisch und überlegt dar. 
Ein gutes Bild lässt die Lichter nicht ausbrennen und hat in den Schatten sichtbare Zeichnung, obwohl dieser Punkt durchaus absichtlich missachtet werden kann wenn es der Bildaussage dienlich ist.
Andere technische Anforderungen wie Schärfe, Rauschen und Ähnliches lass ich mal außen vor.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Mermaid awaits...

Ich versuche mal an diesem Bild mein Gedanken zu erklären:
Für mich erzählt dieses Light Painting eine Geschichte. Ob sie jedem Betrachter ebenfalls eine Geschichte erzählt, und ob es bei jedem Betrachter die gleiche Geschichte ist spielt für mich keine große Rolle. Sicher freue ich mich, wenn mein Bild auch anderen Menschen gefällt, aber letztendlich mache ich meine Bilder für mich. Ich muss sie verstehen und gut finden, alles andere kommt erst an zweiter Stelle.

 

Wer gerne am Meer ist wird sich wohl sofort emotional auf dieses Bild einlassen (können), oder? Warme Farben am Himmel, Sternenhimmel, eine schöne, mysteriöse Meerjungfrau... 

 

 


Den Blick des Betrachters im Bild halten? Das können nur die Betrachter selbst sagen. Mein einziges Hilfsmittel um das zu kontrollieren, abgesehen vom persönlichen Kontakt, ist der Zuspruch auf Plattformen wie flickr, 500px oder facebook. Wer dort auf das Bild in irgendeiner Form reagiert hat es sich mit Sicherheit etwas länger angesehen als 1 Sekunde.

 

Fragen stellt das Bild für mich schon. Worauf wartet die Meerjungfrau? Warum sitzt sie überhaupt dort? Wohin schaut sie?...

 

Bildaufbau? Ich hätte die Meerjungfrau auch in die Bildmitte setzen können, aber wäre es dann immer noch so gut? Ich denke, der geneigte Betrachter erkennt, dass ich nicht wahllos drauflos gearbeitet habe sondern vorher einige Zeit über den Bildaufbau nachgedacht habe.

Der Blick wird hier zur Meerjungfrau und dann weiter zu dem Punkt geführt auf den sie zu blicken scheint, und dann wieder zurück zur Meerjungfrau.

 

Die Farbe des Light Painting für den Fischschwanz hätte durchaus auch eine andere sein können, Weiß z.B.. Aber um eine Verbindung zum Meer darzustellen fand ich diese Farbe sehr geeignet. Rot, Lila, Gelb... hätten hier nicht gepasst. Mehrere Farben im Schwanz wären auch eine Option, wenn sie denn zueinander und zum Licht der Umgebung passen. Zum Tema Farben werde ich demnächst einen eigenen Blog-Beitrag schreiben.

 

Sicher sind meine Ideen nicht allgemein gültig. Man kann auch hunderte andere Ideen haben. Sicher kann man dieses Bild auch auf andere Weise interpretieren. Wichtig ist aber eigentlich nur, dass ihr selbst eine klare Idee habt bevor ihr die Lampen einschaltet und mit eurem Light Painting beginnt. Denkt nicht so viel über das perfekte Tool nach, versucht nicht auf Krampf das "perfekte" Light Painting zu machen, wichtiger ist eine gute Bildwirkung und eine spannende Geschichte in eurem Bild, auch wenn der Orb nicht perfekt rund geworden ist.

 

Genug über mich geredet. Schaut ich die Bilder von Cenci Goepel und Jens Warnecke an. Sehr beeindruckende Bilder mit sehr geringem Aufwand für das Light Painting und wenig Anspruch an die Perfektion des Light Painting. 
http://www.lightmark.de/

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

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2 Wochen auf der Insel Hiddensee

Unser zweiwöchiger Aufenthalt auf Hiddensee sollte eigentlich der Erholung dienen, aber wir konnten die Finger nicht vom Light Painting lassen.

Nachdem wir tagsüber nach passenden Fotokulissen suchten, packten wir an einigen Abenden unsere Ausrüstung ein und gingen los, Kunst zu machen. Dazu muss man wissen, dass die Insel autofrei ist, wir arbeiteten also minimalistisch mit Rucksack und Fahrrad.

Zuerst versuchte sich Sven an ein paar Strohballen, leider funktionierte das Tool nicht so wie erhofft, so dass er frustriert aufgab.

Nun machten wir das von mir schon in Berlin geplante Bild „Der Mönch von Kloster“. Auf Hiddensee gab es das Kloster St. Nikolaus, welches vom 13. bis zum 16. Jahrhundert als Zisterzienserabtei bestand. Unser Bild entstand an der alten Klostermauer. Sven war mein Model und ich bediente Kamera und Licht.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
2 + 1

Ein Nachtbild vom Leuchtturm musste auch wieder her. Netterweise kam in dieser Nacht der Leuchtturmwärter vorbei um das Licht im Treppenhaus einzuschalten.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Mermaid awaits...

Als Letztes wollen wir noch ein paar Lightpaintings am Strand realisieren. Dazu kam Erik diesmal mit. Er hatte auch noch eine Bildidee, die er gern umsetzen wollte. Sven erstellte den Orb am Strand, dann machte ich mein „Boot“ und Erik malte den „Flügelmann“ in die Nacht. Weil der Mond so schön schien, entstanden noch ein Orb im Wasser von Sven und das Bild „Wassergeist“ von mir.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Flügelmann
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Wassergeist

Natürlich haben wir auch andere Fotos gemacht und uns prächtig erholt. Wellenbaden, Bernsteinschleifen, Fahradfahren, Eis essen, „Moby Dick“ in der Seebühne, Hafenfest, Freunde treffen und die Seele baumeln lassen.

 

Als nächstes gibt es wieder einen Einsteigerworkshop „Lightpainting“ im Studio. Vielleicht sehen wir uns dort.

 

Marla

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Der Mönch

Da Sven so unzufrieden mit seinem ersten Heuballenbild war, ging er am nächsten Tag noch einmal los. Er fand eine schöne Stelle und konnte mit einem neuen Tool nun sein Bild erstellen.  

Night Photography
Leuchtturm

Wir hatten noch ein Bild geplant, welches wir eigentlich schon im letzten Jahr umsetzen wollten. „Die kleine Meerjungfrau“. Dazu hatte Sven ein Tool für die Fischschuppen gebaut. Wir gingen also nachts zum Strand. Der Wind wehte, es war recht frisch. Wir suchten uns eine schöne Stelle und diesmal fungierte ich als Model und Sven machte die Performance und bediente die Kamera. Leider war das Tool auf dem Weg zum Strand im Rucksack zerbrochen. Zuerst wollten wir abbrechen, aber dann haben wir improvisiert. Das Ergebnis finde ich sehr gelungen.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
beach ball
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Das Boot
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Wasserball

Kann man mit Open Source Software professionell arbeiten?

Um die Antwort mal gleich vorweg zu nehmen: Ja, kann man!

Irgendwann hatte ich die Schnauze voll von den Bluescreens, ich wollte nicht mehr 30% meiner Zeit am Rechner damit verbringen das Betriebssystem am Leben zu erhalten. Seit nunmehr über 20 Jahren arbeite ich ausschließlich mit Linux Betriebssystemen, aktuell mit Open Suse Leap 42.2, und ich habe es bisher nicht bereut.
Die allermeisten Menschen benutzen mittlerweile quelloffene Systeme, jeden Tag, meist ohne sich großartige Gedanken darüber zu machen. Auf dem Smartphone läuft Android (Linux), auf dem Tablet läuft ebenfalls Android, das Betriebssystem des Routers ist ein Linux-System, das Betriebssystem des smarten Fernsehers ist ein Linux-System , der digitale Reciever... und, und, und. Und die Geräte mit dem angebissenen Obst funktionieren auch nur deshalb halbwegs vernünftig weil das eben auch ein Unix-Betriebssystem ist, nur eben nicht quelloffen.

 

Einzig in der Welt der PC's ist Windows nicht tot zu kriegen. Das dürfte hauptsächlich daran liegen, dass, aus welchem nicht nachvollziehbarem Grund auch immer, die meisten Computerkisten mit vorinstalliertem Windows verhökert werden. Müssten die Leute beim, oder nach dem Kauf des neuen Rechenknechts überlegen und selbst entscheiden welches Betriebssystem auf den Kasten kommt, würde wohl kaum jemand Windows benutzen. Schon allein auf Grund der Kostenneutralität (ja, wirklich, diese Kommunisten verschenken Linux!) würden die allermeisten Leute wohl Linux benutzen. Auf der Rechnung für den neuen Computer steht ja nicht, dass Microsoft 70 Tacken für die Windowslizens vom Kaufpreis abbekommt. 
Aber der eigentlich wichtige Grund ist ein anderer, die Software ist quelloffen. Jeder, der die Programmiersprache versteht kann sehen was die Jungs und Mädels da programmiert haben. Und es kommt noch besser: jeder Fehler im Programmcode kann und soll von jedem der es kann ausgebügelt werden. Ich muss nicht warten bis Microsoft meint ein Sicherheitsloch an ihrem tollen "Patchday" zu stopfen, weil niemand außer ihnen selbst das kann und vor allem darf. 

Aber ich schweife ab...


Mein üblicher Arbeitsablauf bei der Bearbeitung meiner Bilder sieht so aus:
Ich stecke die Speicherkarte in den Kartenleser. Es startet automatisch Rapid Photo Downloader. Das Programm kann nix weiter als Fotos von der Speicherkarte auf den Rechner kopieren. Aber wie bei Linux üblich (eine Aufgabe - ein Programm) kann es das sehr gut. Das Programm erstellt automatisch Ordner auf der Festplatte nach dem Aufnahmedatum (aber natürlich auch nach anderen Kriterien wenn man will), kopiert die entsprechenden Bilder in den oder die Ordner und legt im Anschluss eine Sicherungskopie auf der externen Festplatte nach dem gleichen Schema an. Wenn es damit fertig ist hängt es die Karte aus und schließt sich selbst. Cool, oder?


Danach starte ich Darktable, das ist ein schönes Programm zur Rohdatenkonvertierung, also Adobe Lightroom für ohne Geld. Zugegebenermaßen ist das etwas gewöhnungsbedürftig in der Bedienung, aber die Ergebnisse lassen wenig Spielraum zum meckern. Und nach einer kurzen Einarbeitungszeit kommt man gut damit zurecht. 


Zur Verwaltung meiner Bilder benutze ich digiKamDas lässt keine Wünsche offen, schaut es euch einfach an. Seit einiger Zeit haben die Jungs auch eine Version für Windows am Start falls ihr nicht gleich das Betriebssystem wechseln wollt.


Zur Erstellung von HDR-Bildern benutze ich Luminance. Für die Freunde der Panorama-Fotografie gibt es Hugin. 

 

Was bleibt noch? Ach ja, Photoshop. Da gibt es natürlich auch was von den Open Source Kommunisten: GIMP.  Gimp ist anders als PS, mittlerweile behaupte ich, dass es besser ist als PS, nicht nur weil es nichts kostet. Die Einarbeitungszeit ist für jemanden der weder Photoshop noch Gimp je benutzt hat sicher bei beiden Programmen gleich. Wenn ich seit 20 Jahren mit Photoshop arbeite ist es allerdings bestimmt nicht einfach und bequem auf ein komplett anders aufgebautes Programm zu wechseln. Aber ich war irgendwann nicht mehr bereit dieses fragwürdige Geschäftsmodell weiter zu unterstützen. Wenn ich mir vor 6 Jahren PS für 1500€ gekauft habe und dieses jetzt auf einen neuen Rechner installieren will geht das nicht mehr weil Adobe nach 5 Jahren die Aktivierungsserver abschaltet. Ich habe also das Programm vor 6 Jahren nicht gekauft sondern für 5 Jahre gemietet. Das Problem ist nur, dass das so nicht im Vertrag stand. Ich stell mir das mal in anderen Lebensbereichen vor... Und über diese Abo-Nummer mit Speicherung meiner Daten in einer US-Amerikanischen Wolke, und dann noch mit Donald Duck als Präsident, der sich einen Dreck um geltende Vereinbarungen zum Datenschutz kümmert, will ich lieber erst gar nicht nachdenken.
Egal wie gut oder schlecht das ist, egal ob es ein angeblicher Standard ist, ich lass mich einfach nicht so gerne verarschen! Letztendlich ist das aber meiner Meinung nach genauso wenig Standard für Fotografen wie die Maschinen mit den lustig spiegelnden Displays der Firma Apple auf denen man nicht ergonomisch und farbsicher arbeiten kann.  Aber wenn man 10 mal am Tag hört, dass man als Fotograf nur Apple benutzen kann glaubt man das womöglich irgendwann. Es gibt ja auch Leute die glauben, dass ihr Deo 72 Stunden wirkt weil's drauf steht... und dann mit der U-Bahn fahren.
In diesem Sinne wünsche ich euch immer gutes Licht.
Euer Sven

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Light Painting Porträts mit Glasfasern

Zum Erschaffen einzigartiger Light Painting Porträts braucht ihr nicht mehr als eine Kamera, ein Objektiv, ein Stativ, ein Bündel Glasfasern und eine Lampe. Und natürlich ein Model.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #1

Alle in diesem Beitrag gezeigten Bilder habe ich alleine gemacht. Für den Einstieg in diese Light Painting Technik empfehle ich euch, dass ihr zu zweit arbeitet. Kamera bedienen, mit den Glasfasern im eigenen Gesicht rumfuchteln ohne sich die Augen auszustechen und dann noch darauf achten ein nicht allzu blödes Gesicht zu machen ist alles andere als einfach.

 

Zuerst habe ich meine Nikon D750 auf dem Stativ befestigt. Zum Einsatz kam bei allen Bildern mein Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm/f2. Für diese Aufnahmen  könnte man durchaus auch eine längere, also klassische Porträt-Brennweite, verwenden, wenn der Raum etwas größer ist als in meinem Fall. 
An die Stelle, an der ich später stehen wollte, stellte ich ein zweites Stativ auf um den Fokus einstellen zu können. Bei der Arbeit zu zweit funktioniert das natürlich einfacher weil ihr einfach euer Model an die richtige Position stellen könnt und sie oder er dann einfach dort stehen oder sitzen oder liegen bleibt. 

 

Danach machte ich einige Testaufnahmen um die zur Helligkeit des Tools und der geplanten Bewegungsgeschwindigkeit passende Blende zu ermitteln. Im Bild links war dies f11. 

 

Für das Light Painting habe ich in diesem Bild ein Bündel weißer Glasfasern benutzt. Das Tool ist ca. 30cm lang und besteht aus vielen dünnen Glasfasern, genau wie die lustige Glasfaser-Lampe die Oma 1978 auf dem Wohnzimmertisch zu stehen hatte. Am hinteren Ende des Bündels hatte ich zwei Farbfilter-Folien und eine Led Lenser P5R.2 befestigt.

 

Die besten Ergebnisse erzielt man meist wenn man nur eine Bewegung mit dem Tool über das Gesicht macht, die Gefahr durch leichte Bewegungen des Kopfes während der Aufnahme das Bild zu versauen ist recht groß. 

Für die nächsten Aufnahmen habe ich schwarze Glasfasern benutzt. Diese leuchten nur an den Enden. Als Lampe kam beim Bild auf der rechten Seite eine Led Lenser P5R.2 zum Einsatz. Der Blendenring stand weiterhin auf 11.

Beim Bild unten war eine RGB-Taschenlampe an den Glasfasern befestigt. Diese mischt Weiß aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Durch die geringere Helligkeit der RGB-Lampe hatte ich die Blende für diese Aufnahme auf 5,6 gestellt.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #3
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #4
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #2

Die RGB-Lampe ist natürlich nicht vergleichbar mit wirklich guten Lampen mit vernünftigem Fokus-System und heller Hochleistungs-LED. Auch die Verarbeitungsqualität, die Laufzeit mit den kleinen AAA-Batterien und die Präzision der Schalter sind nicht gerade berauschend. Der Vorteil solcher Lampen ist allerdings, dass sich die Farben durch einfache Betätigung des vorderen Schalters, auch während der Bewegung ändern lässt und, dass die Lampe über einen Color-Fading-Modus verfügt.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #5

Bezugsquellen für die Glasfasern gibt es einige. Angefangen von verschiedenen Light Painting Shops wie z.B. lightpaintingbrushes.com von Jason D. Page oder dem französischen Shop  www.lightpainting-shop.com, bei welchem einem der Besuch beim Hauptzollamt eures Vertrauens erspart bleibt. Die dort angebotenen Tools haben den Vorteil, dass sie sich sehr einfach mit dem ebenfalls dort erhältlichen Universal Connector mit den verschiedensten Lampen verbinden lassen.

Wer auf diesen Komfort verzichten will kann einfach eine dieser "klassischen" Glasfaser-Lampen kaufen, das Oberteil entfernen und an diesem die Taschenlampe mit Gaffa-Tape befestigen. Die Teile kosten weniger als die Hälfte der professionellen Tools aus dem Lightpainting Shop.
Links zu Amazon:
Schwarze Glasfaser-Lampe

Weiße Glasfaser-Lampe

Manchmal gibt es diese Lampen auch beim Lebensmittel-Discounter in eurer Nähe. Schnell den Prospekt aus der Papiertonne gefischt und nachgeschaut.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
color_scream / I
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
color_scream / II

Links zu den verwendeten Lampen:
Led Lenser P5R.2

RGB-Lampe

 

Wer diese Technik mal live erleben und selbst ausprobieren möchte bucht einfach unseren nächsten Workshop am 02. September 2017, im Moment sind noch einige Plätze frei.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

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Profi? Amateur? Was bin ich? Was will ich sein?

Schauen wir uns zuerst einmal die Begriffe an:
Professionell bedeutet erst einmal nur, dass jemand das was er treibt als Beruf ausübt. Also er verdient sein Geld damit. Es bedeutet nicht, dass er auch wirklich gut in dem was er tut ist, und schon gar nicht, dass er per se besser ist als jemand der kein Geld damit verdient. Da der Glaube, gerade in Deutschland, an irgendwelche Regeln, Berufs- oder sonstige Abschlüsse recht groß ist, herrscht oft die Meinung, dass der mit dem Berufsabschluss in der Tasche  grundsätzlich bessere Arbeit abliefert als ein Amateur. Das mag in vielen Bereichen und Berufen auch stimmen. Ich würde bestimmt nicht zu einem Arzt gehen, der kein abgeschlossenes Medizinstudium hat. Aber ob der Bäcker eine Berufsausbildung hat, oder der Frisör ist mir relativ Schnuppe. Wichtig ist nur, dass die Brötchen gut sind und die Frisur sitzt. Ja, ich weiß, der Vergleich mit dem Frisör ist in meinem Falle recht albern. 
Im Bereich der Light Art Photography oder des Light Painting gibt es keine Berufsausbildung. Eine Ausbildung zum handwerklichen Fotografen würde mir dafür nicht viel nutzen, die Kamera ist ja in den meisten Fällen nur unsere leere Leinwand. Zumal ich seit über 40 Jahren ambitioniert fotografiere und mein Wissen im Bereich Fotografie mittlerweile deutlich umfangreicher sein dürfte als das, was in einer 3½-jährigen Berufsausbildung vermittelt werden kann. 

 

Aber natürlich wird der Berufsfotograf immer den Versuch unternehmen sich vom Amateur abzugrenzen in dem er seine Professionalität betont. Und das muss er auch, er ist schließlich auf die Einnahmen angewiesen um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren und nicht die Leasingrate für den Dritt-Porsche. Also in den meisten Fällen jedenfalls.

 

Amateur stammt vom lateinischen Begriff für Liebhaber ab. Der Amateur verdient also meist kein Geld mit dem was er tut sondern macht dies aus Liebhaberei. Das hat so einige Vorteile. Erstmal rattern nicht dauernd Zahlen durch seinen Kopf, er muss sich keine Gedanken über Marketing, Werbung, Kundengewinnung, Steuererklärung und anderen Kram machen. Er kann somit unter Umständen viel mehr Kraft und Zeit in sein eigentliches Tun investieren. Außerdem kann er genau das machen worauf er gerade Bock hat. Er muss keine Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden nehmen. Er muss sich keine Gedanken darüber machen ob vielen anderen Menschen seine Arbeitsergebnisse gefallen, er will ja schließlich kein Geld damit verdienen. 
Die allermeisten Light Art Fotografen und Light Painter sind Amateure. Sie machen das aus einem einzigen Grund: sie haben Spaß an dem was sie tun! Eine bessere Motivation kann es meiner Meinung nach nicht geben. 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor #81

Was bin ich?
Ich verdiene Geld mit meiner Light Art Photography, also bin ich professioneller Light Art Fotograf.
Ich mache Bilder nach meinen Vorstellung, ohne Rücksicht darauf, ob ich damit Geld verdienen kann. Also bin ich Amateur. 
In einigen Fällen sogar beides gleichzeitig. Ansonsten ist dieser Spagat alles andere als einfach.
Da die Kosten für die benötigte Ausrüstung und die Reisekosten zu den Locations zuweilen recht hoch sind bin ich auf Einnahmen angewiesen, ansonsten könnte ich viele Light Art Bilder gar nicht umsetzen. Der Zeitaufwand ist meist recht groß, in der gleichen Zeit könnte ich mit einer "richtigen" Arbeit sicher viel mehr Geld verdienen. Allerdings könnte ich dann nicht mehr weitgehend wie ein Amateur arbeiten. 

Oftmals haben wir Glück mit unseren Kunden. Sie lassen uns einfach das machen, was wir gut können und gut finden. Sie vertauen auf unseren Sachverstand und unser künstlerisches und ästhetisches "Gefühl".

Zuweilen gibt es auch solche Kunden, die ganz klare Vorstellungen vom Ergebnis haben. Das ist allerdings auch nur dann problematisch wenn sie dann möglichst viele Farben oder Stahlwolle im Bild haben wollen oder ähnliche Dinge, die wir sonst niemals freiwillig in unseren Bildern umsetzen würden. Den Kundenwunsch im Falle der Stahlwolle würden wir allerdings immer ablehnen. 

Ein anderer Aspekt betrifft die Kreativität. Unter Druck werden wohl die wenigsten Menschen wirklich kreativ arbeiten können. Die besten Bilder machen wir wenn wir ausgeschlafen sind und ohne Zeitdruck arbeiten können. Wenn unsere Kunden ein Shooting für 3 Stunden buchen, sind wir gezwungen in 3 Stunden auch einige gute Bilder umzusetzen. Da bleibt wenig Raum für Experimente, für Tests neuer Tools und Ideen. Wir werden eher bewährte Tools und Techniken in einem solchen Shooting benutzen. 
Ganz schwierig wird es wenn wir unseren Kunden erklären müssen, dass wir bestimmte Dinge nicht mit Licht umsetzen können und dann zu hören bekommen, dass Dieses oder Jenes doch mit Photoshop ginge. Ja bestimmt, aber wir benutzen kein Photoshop! Allerdings mussten wir bisher aus diesem Grund keinen 20000€-Auftrag  sausen lassen. Da würden wir wahrscheinlich schwach werden und die Bilder am Rechner zusammenbasteln. 

 

In unserem Schaffen im Bereich der Light Art Photography hat bisher kaum jemand danach gefragt ob wir eine Ausbildung als Fotograf oder was auch immer absolviert haben. Wieso auch? Wenn ich einen Fotografen für unsere Hochzeit suche, wähle ich doch nicht denjenigen der das beste Ausbildungszeugnis oder gar einen Meisterbrief in der Tasche hat, sondern ich sehe mir die Portfolios an und entscheide mich dann für den mit den Bildern die am Besten meinen Geschmack treffen. Mich würde nicht die Bohne interessieren ob er irgendeinen Beruf erlernt hat. Es ist doch letztendlich für das Ergebnis egal, wie und auf welche Weise sich jemand sein Wissen und Können angeeignet hat.  Es zählt nur das Ergebnis wie viele Fotografen zu sagen pflegen.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

Druckt eure Bilder!

Es ist immer ein besonderes Erlebnis von einem Bild, in dem viele Stunden Arbeit stecken, einen großen Print in guter Qualität in den Händen zu halten. Kein Vergleich zur Darstellung auf dem Monitor, egal wie groß und gut dieser ist. 
Allerdings gibt es auch beim Print recht große Unterschiede in der Qualität. Für den Schnappschuss mit dem Mobiltelefon mag der Druck aus der Maschine beim Drogeriemarkt völlig genügen, für den großen Print eines wirklich guten Bildes aber sicher nicht. 
Prints auf Papier bis zur Größe A3 drucke ich selbst aus. Ich benutze dafür einen Epson XP-960. Einzig die Mondpreise für die Tintenpatronen sind nicht akzeptabel. Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Epson, mittlerweile versuchen alle Hersteller die relativ geringen Preise für ihre Drucker durch den Umsatz mit ihren Tintenpatronen zu kompensieren. Für meinen Epson- Drucker gibt es zahllose Hersteller für kompatible Tintenpatronen. Ich habe Patronen von 5 oder 6 Herstellern getestet. Keine Patrone war zufriedenstellend. Entweder waren die Farben und somit das Ergebnis nicht gut oder, noch häufiger, die Tinte hat den Druckkopf verstopft und ich hatte lauter lustige Streifen auf den Bildern. Seit einiger Zeit benutze ich ein Nachfüllsystem von Farbenwerk. Die Erstausstattung ist zwar etwas teurer als die billigen, nachgebauten Patronen, aber dafür ist das Druckergebnis genauso gut wie mit den Originalpatronen von Epson. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Benutzt die beigelegten Gummihandschuhe, die Farbe geht nur sehr langsam wieder von den Händen ab.

 

Links:
http://farbenwerk.com/
Epson XP-960 bei Amazon

Sihl Masterclass High Gloss bei Amazon
Sihl Masterclass Lustre bei Amazon 

 

Größere Prints, Drucke auf anderen Materialien wie Acryl, Metall, Holz oder Leinwand lasse ich bei Whitewall anfertigen. 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

Erfolg bei Instagram?

Ich poste meine Bilder u.a. bei flickr, 500px, Facebook, View Fotocommunity, c't Fotografie, Fotoforum und 1x.com. Bei all diesen Plattformen habe ich ein grobe Idee wie sie funktionieren und was ich dort erwarten kann. Einzig Instagram verstehe ich bis heute nicht. Ich weiß gar nicht so genau wie lange ich schon bei Instagram angemeldet bin. Seit 1 Jahr, seit 2 Jahren...? Vermutlich irgend etwas dazwischen.  Es mag meinem hohen Alter (75% der Instagramer sind unter 30)  geschuldet sein oder an meinem künstlerischem Anspruch liegen. Meine Idee ist es dort meine Arbeiten zu präsentieren und Feedback dafür zu bekommen, um mit diesem Feedback dann in der nächsten Woche bessere Bilder zu machen. Das scheint aber im Fall von Instagram eine völlig abwegige Idee zu sein. 99,9% der Leute dort sind nur geil auf irgendwelche Zahlen. Es ist wichtig viele Follower und Likes und Kommentare zu haben, völlig emanzipiert davon ob der abgelieferte Content völlig belangloser Schrott ist. 

Da wird dann gerne ganz tief in die Trickkiste gegriffen um die Zahlen in die Höhe zu treiben:
- Follow for Follow. Ich folge Leuten deren Bilder mir gefallen und sonst niemanden! Und ich hoffe, meine aktuell 958 Follower folgen mir auch nur deshalb weil sie meine Bilder sehen wollen.
- Like for Like. Siehe oben.
- Likes und Kommentare kaufen. Ja das geht. Es gibt dutzende Anbieter bei denen ich für jedes Bild 1000 Likes, oder wie viel auch immer, von irgendwelchen Fake-Accounts kaufen kann, oder 1000 Follower, Kommentare... Wozu sollte ich so etwas tun? Ich will ECHTE Follower und Likes!
- Geld dafür bezahlen um in irgendwelchen großen Sammelaccounts gefeatured zu werden? FUCK YOU! Ohne den geteilten Content der Fotografen wärt ihr gar nichts! Ihr müsstet die Fotografen dafür bezahlen, dass ihr die Bilder verwendet.
- Mitgliedschaft in einem oder mehreren Pools in denen sich die Leute dazu verabreden ihre Bilder zu einer bestimmten Uhrzeit gegenseitig gut zu finden und zu kommentieren. Ja meinetwegen, allerdings ist mir für diesen Blödsinn meine Zeit zu Schade. Und unbedingt ehrlich und echt ist das auch nicht.

Seit der Umstellung von der chronologischen Darstellung der Bilder zu diesem gefilterten Stream wie bei Facebook werden diese Auswüchse immer schlimmer. Und wozu das Ganze? Viele träumen vom schnellen, großen Geld. Aber selbst wenn es mir gelänge Geld für irgendwelchen verwerflichen Werbeblödsinn zu kassieren bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Blase ganz schnell platzen wird. 

 

Erfolgreich sind dort fast ausschließlich Leute, die jeden Tag ein sehr ähnliches Bild posten oder Bilder hochladen die schon 5000 andere Leute vor Ihnen fotografiert und bei Instagram gepostet haben. Das entspricht jetzt nicht unbedingt meinem künstlerischen Anspruch, aber um diesen geht es auf dieser Plattform ganz offensichtlich nicht.

 

Ich werde meine Studien bei Instagram noch etwas fortführen, es sei denn, die Freunde löschen meinen Account weil ich versehentlich ein Tittenbild hochgeladen hab. 


Icke bei Instagram

Bleibt euch treu und allzeit gutes Licht

Sven

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Wie entsteht ein Light Art Bild?

Als erstes stellte ich ein großes Stativ auf und befestigte drei Led Lenser M3R mit verschiedenen Lichtformern für die Kreisscheibe. In diesem Fall ein 1 Meter langes, dünnes Plexiglasrohr und zwei ca 20 cm. lange kürzere Rohre. Die drei Testaufnahmen sind rechts zu sehen. Im fertigen Bild hab ich mich dann allerdings für eine vierte Variante entschieden. 
Das Aussehen der Scheibe lässt sich recht einfach durch unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten ändern. Der Nachteil ist allerdings, dass ich, wenn ich die Scheibe nochmal genau so wiederholen will, auch wieder genau die gleiche Drehzahl haben muss. Da dieses allerdings gefühlt die zehntausendste Scheibe war die ich gedreht habe, habe ich mittlerweile ein ganz gutes Gefühl für das Tempo.

Als nächstes musste dann die Sonne aus dem Vorraum ausgesperrt werden damit der helle Fleck im Bild rechts  verschwindet.

Um die Laserstrahlen sichtbar zu machen wurde erstmal die Nebelmaschine angeworfen. Der Rauch der Pyrotechnik hätte sich nicht dafür genügt, zumal dieser recht schnell nach oben steigt. Nach 6 Testaufnahmen hatte ich den Laser hinter unserer Uschi ausgerichtet. Da kann man schnell verzweifeln, wir reden hier von wenigen Millimetern und wenigen Grad Bewegung hinter dem Model. Ungeduldigere Charakter hätten den Laser wahrscheinlich schon mehrfach aus dem Fenster geworfen.

Ich benutzte einen roten Laser mit 500 mW. Dadurch war die Zeit um den Laser sichtbar zu machen sehr gering. Allerdings ist das Teil alles andere als ungefährlich. In den Strahl eines solchen Lasers schaut man nur einmal in seinem Leben. Ich war zum Zeitpunkt der Aufnahme alleine im Atelier und trug eine Schutzbrille. 

Zunächst entsteht ein solches Bild erstmal im Kopf des Künstlers. Ob es sich dann tatsächlich so umsetzen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Einige Bildideen schwirren schon lange Zeit in meinem Kopf umher. Einige von ihnen werde ich bestimmt nicht auf den Sensor bekommen. Für andere Ideen wird der Zeitpunkt der Verwirklichung irgendwann kommen.

Die Idee für dieses Bild kam mir recht spontan. Es entspricht, von der störenden Deckenkonstruktion abgesehen so ziemlich meiner Idee.
Da der Fokus auf dem Sensenmann und des Höllentors dahinter liegen sollte musste ich nicht nach einer Location suchen. Das Bild entstand in unserem Berliner Atelier. Die Halle ist dunkel, man kann also zu jeder Zeit die Lampen durch die Dunkelheit bewegen.

Teil 2 der Choreografie: der Sensenmann.
Da weder Gesicht, noch sonst sehr viel vom Model zu sehen sein sollte war dieses Mal Uschi unser Model. Uschi hat viele Vorteile. Sie steht stundenlang still, zappelt nicht herum und quatscht nicht so viel. Da Uschi allerdings recht unbeweglich ist dauerte es eine Weile ihr die Kutte über zuziehen. Als nächstes hab ich die Sense zusammen gebaut und unserer Uschi am Arm festgebunden. Als der Sensenmann dann vernünftig vor der Kreisscheibe ausgerichtet war machte ich die nächste Aufnahme. Zuerst dem Sensenmann mit einer P5R.2 kurz ins Gesicht geleuchtet, dann die Kreisscheibe gedreht und zum Schluß mit einer X21R.2 mit roter Farbfilterfolie von hinten beleuchtet.
Fehlten noch der Laser und die Pyrotechnik.

Für den Pyro machte ich keine Testaufnahme. Es dauert mit einem starken Lüfter mindestens 20 Minuten um den Rauch aus der Halle zu bekommen. So viele Raucherpausen hatte ich nicht eingeplant. ;-)
Also ging es an die Umsetzung der gesamten Choreografie. Bei komplexeren Light Art Bildern mache ich mir manchmal Notizen. Bei recht "einfachen" Light Painting, wie diesem hier, genügt es mir die einzelnen Schritte im Kopf genau zu planen: 
- Kamera auslösen
- dem Sensenmann ins Gesicht leuchten
- Kreisscheibe drehen
- Lampen der Kreisscheibe aus, Pyro anzünden und drehen
- mit der Nebelmaschine den Bereich, in dem die Laserstrahlen sichtbar werden sollen einnebeln

- Laser und Kicklicht einschalten

Ende der Choreografie.

Das Bild ganz oben ist der erste Versuch. Mich störte sofort, dass der Pyro durch den Stahlträger oben unterbrochen wurde. Eine wirkliche Abhilfe gab es nicht. Der Träger wiegt schätzungsweise 5 Tonnen und ist mit einer qualitativ hochwertigen Schweißnaht befestigt. Eine andere Aufnahmeposition ohne Träger oder andere störende Dinge im Bild gibt es nicht. 
Einzige Möglichkeit war hier die Verwendung eines kleineren Feuerwerks. Die beiden Aufnahmen (links) wirken allerdings nicht annähernd so wie der erste Versuch mit dem großen Feuerwerk. Also blieb es beim ersten Versuch. Das passiert nicht so häufig, meist benötige ich mehr Versuche bis zum endgültigen Ergebnis.


Ich habe irgendwann mal entschieden, dass ich aufhöre wenn die zwei nächsten Versuche nicht besser sind als das Bild davor.  Man verzettelt sich dann meist und verplempert viel Zeit ohne ein wirklich besseres Ergebnis zu bekommen. 

Der gesamte Zeitaufwand für diese Light Art Photography betrug inkl. Auf- und Abbau der Szene sowie einigen kleinen Pausen ca. 3,5 Stunden. 

 

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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1 Second Light Painting

Das muss einfach manchmal sein: 

Meist arbeite ich anders; überlegt, geplant und reproduzierbar. Aber manchmal bewege ich mich frei mit den Lampen vor der Kamera.
Ich hatte hier die Kamera auf 1 Sekunde Belichtungszeit gestellt, das Drehrad auf kontinuierliche Belichtung gedreht den Fernauslöser arretiert und los ging's mit der Light Painting Session. Mehrere Minuten habe ich verschiedene Lampen vor der Kamera bewegt. Die Ausschussrate ist recht hoch bei dieser Art  des Light Painting, aber einige Bilder sind dann doch recht sehenswert.

Alle Bilder habe ich mit dem Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm/f2 aufgenommen.

 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

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Erster Workshop "Choreographische Fotografie"

Am 6. Mai 2017 fand unserer erster Workshop zum Thema choreographische Fotografie statt. Bei der Planung und Vorbereitung des Workshops kamen mir zuweilen einige Zweifel ob dieses Thema überhaupt interessant genug für einen Workshop ist, und vor allem ob es mir gelingt das notwendige Wissen und die Techniken in der relativ kurzen Zeit zu vermitteln. Die Teilnehmer sollten ja schließlich mindestens 2-3 gute Bilder mit nach Hause nehmen und nach dem Workshop in der Lage sein solche Bilder auch ohne meine Hilfe umzusetzen.

Choreographierte Bewegungen der Kamera während einer Belichtung sind schließlich schon noch was anders als Bewegungen mit Lampen vor der Kamera wie im "normalen" Light Painting und der Light Art Photography. Meine Erfahrungen aus den bisherigen Light Painting Workshops halfen mir hier nur bedingt weiter.

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Micaela Zirra

Alle Teilnehmer waren vom ersten Augenblick an begeistert vom Thema und den Bildern. Sie hatten sofort gute Ideen und einen guten Blick für ihre Motive. 

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Berliner Dom © Micaela Zirra

Ich danke meinen begeisterten Teilnehmern, sowie Marla Singer und André Künzel für die Unterstützung. Sicher werden wir einen weiteren Workshop zu diesem Thema anbieten, der "Testlauf" war ein großer Erfolg mit vielen tollen Ergebnissen.

 

Mit den leuchtendsten Grüßen
Sven

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Anne Dohmen

Wir trafen uns um 20:30 Uhr am Berliner Dom. Nach kurzem Kennenlernen vermittelte ich den interessierten Teilnehmer die Grundlagen der Langzeitbelichtung und Nachtfotografie. Nach Montage und Einweisung in die Tools zum Drehen der Kamera versuchten sich die Teilnehmer sofort an ihren ersten Aufnahmen. Nach spätestens 3 Versuchen hatte alle ein erstes gutes Ergebnis auf dem Sensor.  Einige Bilder der zwei Teilnehmerinnen Micaela Zirra und Anne Dohmen könnt ihr hier bewundern. Ich danke den Beiden, dass sie mir ihre Bilder für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben.  

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Berliner Dom © Micaela Zirra
choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Anne Dohmen

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SOOC - Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor #76

Was bedeutet "Straigth Out Of the Camera - SOOC" im Bereich der Light Art Photography? 
Bei kaum einem anderen Thema gehen die Meinungen in der Light Painting Community so weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es die Puristen, die ihre Bilder konsequent im JPEG-Format auf die Speicherkarte schreiben und nachträglich am Computer nicht bearbeiten. Weder Schärfen und Entrauschen noch eine Änderung des Schnitts halten sie für akzeptabel.

Am anderen Ende sind dort die Fotografen für die einzig das Ergebnis zählt und die alles am Computer aus ihren Bildern "rausholen" was technisch möglich ist. Composings aus mehreren Einzelaufnahmen, klonen von Teilen des Bildes, "Retusche" unsauber ausgeführter  Lichtfiguren, Veränderung der Farben im Bild usw..

 

Meiner Meinung nach gibt es ein echtes, puristisches SOOC nicht, und kann es auch nicht geben. Selbst wenn ich meine Light Paintings mit einer analogen Kamera aufnehmen würde kann ich durch Wahl des Films, Veränderungen im Entwicklungsprozess und Wahl des Fotopapiers einen sehr großen Einfluss auf des Ergebnis nehmen. Wenn ich die Bilder mit einer digitalen Kamera aufnehme sind die Unterschiede noch größer.

Eine Nikon D810 hat nun mal einen größeren Dynamikumfang als eine Canon Eos 700D. Die Abbildungseigenschaften meiner Meyer Optik Görlitz Objektive sind nun mal deutlich besser als die einer 18-300 Kit-Linse. Und letztendlich hat die kamerainterne Verarbeitung von den Rohdaten des Sensors zum fertigen JPEG-Bild ebenfalls einen sehr großen Einfluss auf das Ergebnis. Auch wenn ich alles auf "Standard" belasse; Sony benutzt ganz andere Algorithmen als Pentax oder Nikon in der internen Bildverarbeitung. Demzufolge habe ich ein anderes Bild wenn ich die gleiche Szene mit zwei unterschiedlichen Kameras aufnehme.

 

Ist die Frage überhaupt wichtig?

 

Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Den meisten Betrachtern unserer Bilder wird es wohl völlig Schnuppe sein wie das Bild entstanden ist. Viele Leute können sich überhaupt nicht vorstellen, dass man solche Bilder in einer Belichtung so fotografieren kann.

Allerdings ist es mir selbst nicht Schnuppe wie ich meine Bilder mache!

Von einigen professionellen Kollegen (keine Light Painter, sonder klassische Fotografen) werde ich zuweilen verspottet, weil ich meine Bilder nicht am Computer einem aufwendigen Postprocessing unterziehe und stattdessen das Bild lieber 20 mal aufnehme bis es sitzt (Time is Money). Wobei eine aufwendige Bearbeitung sicherlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als die Wiederholung einer Choreografie von 10 oder 15 Minuten Dauer. Auch wenn das Light Painting dann erst beim fünften oder sechsten Versuch gelingt.

Auf der anderen Seite gibt es Leute, die die Nase rümpfen wenn ich ein störendes Teil, z.B. ein Verkehrszeichen in Gimp aus dem Bild entferne oder den Schnitt des Bildes am Rechner ändere. Allerdings würde ich immer eher ein störendes Teil vor der Aufnahme aus dem Bild entfernen, auch wenn es mit etwas Aufwand verbunden ist. Bei einem Verkehrszeichen ist mir der Aufwand allerdings meist zu groß.

 

Ich versuche es mal mit einem Vergleich: 

Die Aufgabe ist 42,195 Kilometer zurück zu legen. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten. Der Erste läuft die Strecke, der zweite fährt sie mit dem Fahrrad und der dritte fährt sie mit dem Auto. 
Der Autofahrer wird das Ziel sicherlich am Schnellsten erreichen, egal ob er mit dem Trabbi oder dem Aston Martin fährt. Aber was ist das für eine Leistung eine solche Strecke mit dem Auto zu fahren? Selbst im Trabbi keine großartige, würde ich sagen. Bewundern wird man den Aston Martin Piloten wohl nur weil er ein so teures Auto fährt. 
Der Radfahrer wird wohl als zweiter die Strecke schaffen. 42,195 Kilometer radfahren mag für einen Untrainierten auf einem 30 Jahre alten Klapprad mit 20 Zoll Felgen sicher eine nicht alltägliche Leistung sein, aber besonders beeindruckend ist diese Strecke für den Radfahrer nicht.

Der Läufer wird am längsten brauchen und die größte Anstrengung hinter sich haben. Allerdings wird er die meiste Befriedigung und das größte Glücksgefühl haben wenn er es geschafft hat. Und wenn dann noch der Purist barfuß läuft und während des Laufs nichts trinkt wird er sich noch großartiger fühlen wenn er es geschafft hat. 

Wenn jetzt jemand ein Light Painting am Computer zusammen bastelt und unter das Bild schreibt, dass es ein Composing ist, finde ich das völlig in Ordnung. Schwierig wird es nur wenn alle drei in Sportkleidung loslaufen, der Erste nach 1 Kilometer ins Auto steigt, der Zweite nach 1 Kilometer aufs Fahrrad umsteigt und beide den letzten Kilometer dann wieder laufen.  Auf unser Thema übertragen also, wenn Light Painter so tun als hätten sie das Bild in einer einzelnen Belichtung umgesetzt aber tatsächlich das Bild aus mehreren Bildern mit dutzenden Ebenen in Photoshop zusammen gebastelt (Auto), oder Hilfsmittel wie Mehrfachbelichtung, Live Bulb, Light Composite oder ähnliche Funktionen der Kamera benutzt (Fahrrad).  Der Läufer wird dann wohl kaum damit einverstanden sein, dass die anderen beiden den gleichen Applaus bekommen wie er. Und niemand wird wohl sagen, dass er doof ist weil er keinen Führerschein und kein Fahrrad hat, und nicht jeden Trick anwendet um Erster zu sein. Niemand wird die beiden Anderen für wahnsinnig clever halten wenn ihre Schummeleien auffliegen.

Was ist "erlaubt"? Was ist "verboten"?

Diese Maßstäbe gelten natürlich nur für mich persönlich. Wer bin ich denn, dass ich  anderen Light Art Fotografen irgendwelche Vorschriften machen könnte? 

Ich nehme meine Light Art Bilder immer in einer einzelnen Belichtung auf. Ich nehme immer im RAW-Format auf. Die Kamera befindet sich immer im manuellen Modus. Der Autofokus ist immer ausgeschaltet, die meisten von mir verwendeten Objektive haben auch gar keinen. Der Weißabgleich steht auf "Auto". 

Folgendes mache ich immer am Rechner:
- Umwandlung in JPEG

- Schärfen

- Entrauschen

- automatische Objektivkorrektur

Folgendes mache ich ohne jede Hemmung bei Bedarf:

- Anpassung des Weißabgleich

- Anpassung von Helligkeit und Kontrast

- Änderung des Schnitts

- Ausrichten des Bildes wenn ich zu blöd war die Kamera gerade hinzustellen

- Korrektur der Perspektive wenn dadurch nicht die Form des Light Painting verändert wird

- entfernen von störenden Teilen im Bild wenn das Light Painting dadurch nicht verändert wird und diese Teile sich nicht vor Ort entfernen oder abdecken lassen

Folgendes würde ich mit Bedenken in seltenen Fällen machen. Solch ein seltener Fall könnte zum Beispiel sein, dass ich mehrere hundert Kilometer zu einer Location fahre in die man mal nicht so einfach zu jeder Zeit rein kommt und die unter Umständen einen dreistelligen Betrag als Miete kostet:

- entfernen von störenden Teilen die ich selbst zu verantworten habe oder ganz einfach hätte wegräumen können

- starke Anpassung / Veränderung der Farben 

- nachträgliches Aufhellen von zu dunklen Stellen 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Lara is back
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Peng!

Was ich unter keinen Umständen machen würde:
- Alles was das eigentliche Light Painting, besonders die Form verändern würde.Wenn ich den Orb Scheiße gedreht habe dann drehe ich das Ding eben so oft bis es gut ist. 

- Klonen von Lichtfiguren oder ähnliches. Wenn ich zwei Orbs im Bild haben will dann drehe ich eben zwei. Wenn ich einer jungen Dame Flügel verpassen will dann mache ich Flügel und nehme nicht ein einzelnes Bild eines Light Blades und klone das 150 mal und bastel die Flügel am Rechner hinter die Dame. 

- Entfernen von Bildteilen die ich durch Ausleuchtung sichtbar gemacht habe; Blödheit muss bestraft werden, auch wenn es die eigene ist.

- Composings. Wenn der Himmel heute Scheiße aussieht dann mach ich das Bild eben morgen oder übermorgen oder nächsten Monat nochmal und rechne nicht den Himmel aus einem anderen Bild hinein. 

- Und alles was die digitale Trickkiste noch so her gibt. Wasser ins Bild rechnen, Gewitter rendern lassen oder was es da sonst noch für Spielerein gibt. 

 

Fazit:
Wenn es mir nur auf das leichte, schnelle Ergebnis ankommt, wenn es mir egal ist ob ich von den Kollegen ernst genommen werde und wenn ich keinen Ehrgeiz habe meine Bilder auf "ehrliche" Weise in einer Belichtung auf den Sensor zu malen kann ich natürlich ganz tief in die digitale Trickkiste greifen. Allerdings sollte ich nicht versuchen die Leute zu verarschen in dem ich ihnen erzähle, dass meine Bilder "echte" Light Paintings sind.

 

In diesem Sinne immer gutes Licht gewünscht

Sven


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Dom Kultury Zgorzelec

In der Nacht vom 9. zum 10. April 2017 hatten wir die Möglichkeit uns im kulturellen Wahrzeichen der Stadt Zgorzelec, dem Dom Kultury, mit unseren Lampen auszutoben. Das Gebäude wurde 1902 als Oberlausitzer Gedenkhalle eröffnet. Seit 1948 wird das Gebäude von der Stadt Zgorzelec für verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.
Mit dabei waren Marla, Erik, Gunnar Heilmann, unser Model Feli und der Organisator Danilo Strauß. 

Nachdem wir unsere Ausrüstung in die Halle gebracht haben stellten wir unsere Kamera auf und machten einige Testaufnahmen. Die Halle ist eigentlich viel zu groß für unser 14mm Objektiv, wie wir schnell feststellen mussten. Nebenbei legten wir die Reihenfolge unserer Bilder fest und fingen an die Tools vorzubereiten. Die meisten Bildideen hatten wir schon einige Wochen vorher fest im Kopf.  

Light Art Photography

Das erste Bild sollte Gunnar machen. Marla bediente die Kamera, Feli war unser Model. Zuerst leuchtete ich Feli ins Bild dann malte Gunnar die Flügel. Im Anschluss leuchtete er noch die Halle mit verschiedenen Lampen aus. Beim dritten Versuch hat das Bild gesessen.

Das zweite Bild hat dann Marla gemacht. Feli und Erik standen vor der Kamera, ausgeleuchtet von mir.  Marla ist mit dem Tool durch die Halle gelaufen und hat dann die Treppe und die Halle ausgeleuchtet. Auch hier war der dritte Versuch zufriedenstellend.

 

Weiter ging's mit Bild Nummer Drei: Die Kreisscheibe gedreht, mit der UV- X21 die Treppe ausgeleuchtet und zum Schluss die Halle  mit mehreren Lampen beleuchtet. 

Light Art Photography

Nach diesen Anstrengungen habe ich mich dann noch etwas auf dem Boden der Halle ausgeruht und zwei Bilder der beeindruckenden Kuppel gemacht.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Management des Miejski Dom Kultury w Zgorzelcu.  Diese besondere Nacht in dieser beeindruckenden Location werden wir wohl nicht so schnell vergessen.

Light Art Photography
Light Art Photography
Gate into sun
Light Art Photography

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven


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Meine Top 10 Light Painting Tools

10: Akkuschrauber

Als Drehhilfe für Kreisscheiben und Orbs. Manche Leute halten das für unsportlich, aber wenn mir etwas die Arbeit erleichtert und die Handgelenke schont benutze ich solche Helferlein. Zur Not drehe ich Orbs und Scheiben auch mit der Hand genauso gut.

9: Laser

Liebe Kinder, macht das nicht nach! Das ist gefährlich! Wenn ihr in solch einen Laser, wie im Bild links, reinschaut ist das genau das Letzte was ihr in eurem Leben seht! Benutzt diese Laser niemals im Freien! Benutzt diese Laser niemals wenn ihr nicht sicherstellen könnt, dass sich kein Unbeteiligter in der Reichweite (der Blaue hier leuchtet 12 km weit) des Lasers aufhält.

Aber die Wirkung im Bild ist schon beeindruckend, oder? 

 

Der blaue Laser im Bild hat eine Leistung von 2000 mW. Die Strahlen habe ich mithilfe einer Nebelmaschine sichtbar gemacht, Rauch funktioniert auch. 

Diese Laser sind in Deutschland nicht so ohne Weiteres erhältlich.  Wer von euch jetzt unbedingt so ein Teil haben muss, ohne dem sprechenden Acrylpollunder beim Hauptzollamt eures Vertrauens wortreich zu erklären was ihr mit dem Laser vorhabt, und mir verspricht, dass er für ALLE Personen am Aufnahmeort eine passende Schutzbrille mitbestellt kann mir gerne eine E-Mail schicken und ich schreibe euch wo ihr solche Laser bestellen könnt.


8: Pyrotechnik
Das Geile an Feuerwerk ist ja, dass die Light Art Photography damit auch Spaß macht wenn das Bild nicht so gut wird. Über den Einsatz von Pyrotechnik im Light Painting habe ich gerade einen Newsletter geschrieben. Für diesen könnt ihr euch hier anmelden.


7: Pflanzstäbe
Ja genau, die Metallrohre mit dem dunkelgrünen Kunststoffüberzug aus dem Baumarkt. Leicht, stabil, dunkel, nichtreflektierend, leicht zu kürzen, billig, man bekommt sie in zwei verschiedenen Kalibern und vielen verschiedenen Längen, also das ultimative Light Painting Tool. An diesen Stäben befestige ich alle möglichen Lampen und Lichtformer und benutze sie dann für Orbs, Kreisscheiben, UFO's und einige andere Sachen. Und das Beste: die dünnen passen genau in die dicken Rohre, somit lässt sich die Konstruktion fast beliebig verlängern, für das 30 Meter UFO z.B.

6: EL-Wire

Zum Einen für elektrischen Rauch oder Nebel im Bild, zum Anderen für Masken oder ähnliche Dinge wie im Bild nebenan.

EL-Wire gibt es in vielen Farben und Längen, betrieben werden sie mit einem Inverter mit 2 AA Batterien.

Ich kaufe sie meist bei Amazon.


5: Rohre, Stäbe und Klingen aus Plexiglas

Mittlerweile hat sich bei uns eine große Menge an verschiedenen Lichtformern angesammelt. Die meisten Klingen habe ich selbst geschnitten. Als Anschluss für die Lampe verwende ich meist Schrumpfschlauch.

Die Rohre (25 bis 40 mm Durchmesser) benutze ich für Kreisscheiben, UFO's und ähnliche Sachen.
Die kurzen Lichtformer für Orbs oder Freestyle.
 


4: LED LENSER M3R, M1 und M5

Diese kleinen Lampen sind bestens geeignet um sie an Rohren oder Klingen aus Plexiglas zu befestigen um damit Lichtspuren ins Bild malen zu können. 
Lampen in dieser Größe und Helligkeit werden auch von vielen anderen Firmen hergestellt, allerdings bietet auch hier als Alternative nur die Firma Walther Lampen mit gutem Fokus-System an.


3: LED LENSER X21R.2, X21.2, X21
Ohne die "Großen" von LED LENSER mit ihrem guten Fokus-System könnte ich kaum einen größeren Raum oder einen größeren Bereich im Freien ausleuchten. 
Durch den vorderen Wegrollschutz habe ich eine sehr einfache Möglichkeit zur Befestigung von verschiedenen Farbfilterfolien. Die Folien habe ich auf die Größe des Lampenkopfes zugeschnitten, gehalten werden sie vom Wegrollschutz.

Einzige Alternative dazu ist die XL7000R von Walther, da die Firma auch Waffen herstellt und in die ganze Welt verkauft würde ich nur äußerst ungern Lampen von Walther kaufen.

2: Farbfilterfolien

Ich kaufe meist Musterhefte mit vielen verschiedenen Farben. Einzeln sind die Dinger recht teuer. 
Amazon

1: Gaffatape

Ohne Gaffatape würde ich vermutlich nicht ein einziges Bild machen. Lampen an den Tools befestigen, bestimmte Teile an den Tools abkleben, Sachen an die Wand kleben, das zu weite Kleid des Models enger machen...


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Ein Jahr mit der Nikon D750

Seit über einem Jahr benutze ich fast ausschließlich meine Nikon D750. Über meine Erfahrungen, vor allem zur Tauglichkeit für Light Art Photography und Light Painting, möchte ich euch heute berichten.

 

 

 


Was erwarte ich von einer Kamera?

- gute Bildqualität, ich arbeite so, dass ich von jedem meiner Bilder einen großen Print anfertigen lassen kann wenn es nötig ist 

- gute Bedienbarkeit, alle relevanten Funktionen sollten sich ohne Display und Menü blind bedienen lassen

- Robustheit, ich bin oft an ziemlich verwahrlosten Orten unterwegs, die Kamera muss unempfindlich gegen das Eindringen von
Staub und Feuchtigkeit sein und den ein anderen kleinen Stoß unbeschadet überstehen

- gutes Rauschverhalten bei langen Belichtungszeiten

- lange Akkulaufzeit, ich belichte manchmal viele Minuten oder gar Stunden, da sollte der Akku auf keinen Fall während der Belichtung schlapp machen

 - eingebautes WLAN wäre gut

 

Wie gut erfüllt die D750 meine Anforderungen?

Die Bildqualität ist für meine Anforderungen mehr als ausreichend, vor allem der Dynamikumfang hat mich sehr beeindruckt. 

 

Die Bedienung ist im Vergleich zu meiner alten D300s an einigen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig. Aus welchem Grund Nikon in eine 1800€ Kamera, deren Zielgruppe definitiv nicht der Einsteiger und Urlaubsknipser ist, solche Funktionen wie die Frau mit Hut, das Blümchen und den Berg einbaut ist mir völlig unverständlich. Genauso wenig ist mir der Sinn und Zweck eines klappbaren Displays klar. Ich befürchte, dass dieses als erstes kaputt gehen wird, auch wenn ich das so gut wie nie ausklappe. Vermisst hatte ich das Klappdisplay jedenfalls vorher nie.

Ansonsten sind alle für mich wichtigen Bedienelemente gut zu erreichen und haben einen guten Druckpunkt. Nach ca. 2 Wochen konnte ich die Kamera komplett blind bedienen; ein wahnsinniger Vorteil wenn man im Dunkeln arbeitet.

 

Zur Robustheit kann ich nach einem Jahr noch nicht so viel sagen, bisher hat die D750 alle von mir besuchten abgerockten Locations unbeschadet überstanden.

Das Bildrauschen ist deutlich geringer als bei meiner alten D300s. Bei Temperaturen unter 10°C schalte ich die Rauschreduzierung in der Kamera meist aus weil es einfach so gut wie keinen Vorteil bringt, selbst wenn ich 10 Minuten oder länger belichte. Das Bildrauschen bei hohen ISO-Werten ist ebenfalls erstaunlich gering, obwohl das für Light Painting und Light Art Photography keine große Rolle spielt.

Dieses Bild habe ich bei ISO 6400 mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden aufgenommen. Die kamerainterne Rauschreduzierung war hier ausgeschaltet. Die Temperaturen lagen auch in der Nacht bei sommerlichen 21°C. 

Einzig einige (unter 100) Hotpixel habe ich mit Darktable nachträglich aus dem Bild entfernt. Ansonsten ist es so wie der Sensor es aufgezeichnet hat.

 

Nikon gibt die Akkulaufzeit mit über 1200 Aufnahmen an. Der Akku hält auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausreichend lange durch. 15 Belichtung mit je 5-6 Minuten sind also auch in einer kalten Winternacht drin. Einzig der Phantasiepreis von über 50€ für den Ersatzakku ist ein Wermutstropfen. Auf Grund vieler schlechter Erfahrungen mit nachgebauten Akkus aus China kaufe ich diese nicht mehr. Da recht viele Betrüger in den diversen Onlineshops unterwegs sind bleibt auch nur der Kauf im lokalen, gut sortierten Fachhandel.

In jedem 100€ Mobiltelefon ist WLAN, Bluetooth und GPS eingebaut und bei einer teuren Kamera darf ich das dann als schweineteures Zubehör kaufen?

Im Jahre 2015 hat es Nikon dann doch tatsächlich geschafft eine professionelle DSLR mit WLAN auszurüsten. Dass ich das noch erleben durfte...

Das WLAN der D750 funktioniert gut. Der Akku wird nicht übermäßig beansprucht, was allerdings auch daran liegen dürfte, dass die Kamera die Verbindung nach recht kurzer Zeit automatisch trennt. Egal, um ein Live-View-Bild, oder auch das fertige Ergebnis auf das Tablet zu übertragen ist die Funktion geeignet und mehr brauche ich nicht.

Ob der Autofokus gut funktioniert kann ich nicht sagen. Ich benutze ohnehin meist manuelle Objektive wie das Samyang 14/2,8 oder das Meyer Optik Görlitz Figmentum 35/2. Und bei den Autofokus-Objektiven schalte ich diesen aus, da dieser beim Light Painting in der Dunkelheit sowieso nicht funktionieren würde.

Was mir ansonsten gut an der Kamera gefällt ist, dass sie über zwei Speicherkarten-Slots verfügt. Und ganz besonders schätzen gelernt habe ich die Funktion "time" zur Steuerung  der Belichtung. Im Unterschied zu "bulb" wird hier beim ersten betätigen des Auslösers der Verschluss geöffnet und beim zweiten betätigen geschlossen. Das erspart beim arbeiten zu zweit den Fernauslöser, und bei der Arbeit alleine bekomme ich keinen schlimmen Daumen mehr weil ich nicht die gesamte Belichtungszeit den Knopf auf meinem Yongnuo Funkauslöser gedrückt halten muss. 

 

Fazit:

Insgesamt ein sehr ordentliches Arbeitsgerät mit kaum nennenswerten Schwächen... eigentlich fällt mir im Moment gar nix Negatives ein.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

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Japan Festival 2017

Eigentlich waren Marla und ich hauptsächlich auf dem Japan Festival um die Aufführung des Kadeshi e.V. anzusehen und fotografisch zu begleiten.  Am Sonnabend war als Programmpunkt davor "Geta Dance Art" angekündigt. Gut, dachte ich, kann man ja schon mal einige Testaufnahmen in der dunklen Urania machen, egal ob "Geta Dance Art" cool ist oder nicht. Es war cool! 
Ganz so einfach war es allerdings nicht diese Fotos zu machen. Ich hatte keine Stativ dabei; eigentlich blöd wenn man ½ oder 1 Sekunde belichten will. Das Licht auf der Bühne war alles andere als einfach. Ich kannte die Performance der Künstlerin Miyuki Matsunaga nicht, wusste also nicht wie schnell sie sich in welche Richtung bewegt. Trotz dieser ganzen Widrigkeiten sind mir einige "Testaufnahmen" ganz gut gelungen. Auch wenn es kein klassisches Light Painting ist und ich "nur" fotografiert habe möchte ich euch diese nicht vorenthalten.

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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Geologic time

Alle Light Painting Bilder dieser Serie wurden Freihand ohne die üblichen Hilfsmittel wie Stäbe, Stative, Akkuschrauber, Schnüre, Kabel oder Ähnliches in jeweils einer einzelnen Belichtung erstellt. Wie ihr euch sicher denken könnt ist das um einiges schwieriger als unsere üblichen Light Art Fotos, so ganz ohne feste Markierungen. Einige Aufnahmen passten erst beim zehnten Versuch. Aber dadurch konnte ich einige Gram des Weihnachtsspecks wieder loswerden und das sichere, koordinierte Bewegen in der Dunkelheit etwas trainieren. 
Allzeit gutes Licht
Sven

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Warum ich keine spiegellose Vollformat-Kamera kaufen werde

Auch auf die Gefahr hin mich mit diesem Beitrag bei einigen Kollegen unbeliebt zu machen teile ich euch heute meine Gedanken zum Hype um spiegellose Systemkameras mit Sensoren im sogenannten Vollformat mit.

Ich muss ohnehin nicht jedem Trend nachrennen, schon gar nicht beim Thema Fotografie. Die Kaufargumente der Werbung und auch einiger Kollegen sind für mich keine. 

Als erstes stoßen mir Begriffe wie "spiegellos" und "Vollformat" auf. Zu Zeiten der analogen Fotografie hieß das Sucherkamera und Kleinbild. Das klingt natürlich genauso altbacken wie die Begriffe Ausdauerlauf und Freizeitkleidung im Vergleich zu Jogging und Casual Wear, also müssen neue, moderne Begriffe her um die Käufer anzulocken.

Natürlich will man die geneigte Käuferschaft auch noch mit den Vorzügen der modernen Technik und vor allem der Größe und dem geringeren Gewicht zum Geld ausgeben motivieren.

Dann schauen wir uns die Hauptargumente mal an:

 

1. Bildqualität: Um hier einen vernünftigen Vergleich zu haben werde ich mal die Sony A7R mit der Nikon D810 vergleichen. Da die verbauten Sensoren  gleich sind werden sich wohl keine Unterschiede in der Bildqualität ausmachen lassen. Ohnehin liefern heute die Sensoren der allermeisten Kameras mit Wechselobjektiven sehr gute Ergebnisse ab. Sichtbare Unterschiede in den Bilder kommen meist durch falsche Bedienung ,schlechte Objektive oder mangelnde Kenntnisse bei der Bearbeitung der Bilder.

 

Wozu ich eine Auflösung von 36 Millionen Pixeln brauche ist mir allerdings überhaupt nicht klar. Meine D750 hat 24 Megapixel, bei der üblichen Monitorauflösung entspricht das einer Fläche von 300 x 200 cm. Wenn ich mit der Nase bis direkt an den Monitor gehe sehe ich keine einzelnen Bildpunkte, das fängt so langsam bei 300% Vergrößerung an, also 450 x 300 cm. Und kein vernünftiger Mensch betrachtet ein über 4 Meter breites Bild aus 5 cm Entfernung.

Einzig die Datenmenge und somit der Platzbedarf der Speicherkarte, der Festplatte und dem Backup-Medium steigt. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit der gesamten Bildbearbeitung sinkt.

 

2. 5-Achsen Bildstabilisator: Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der A7, so etwas gibt es auch in DSLR's wie der Pentax K1. Da ich bei 99,99% meiner Aufnahmen keinen Bildstabilisator brauche kann ich nicht so recht beurteilen ob es einen Vorteil gegenüber Bildstabilisatoren, welche in den Objektiven verbaut sind, gibt. Ein Kaufargument wäre das ohnehin nicht, dann müsste ich mir zwei mal im Jahr 'ne neue Kamera wegen irgendwelcher neuen Funktionen, die ich vorher nicht vermisst habe, kaufen.

 

3. Der elektronische Sucher: Die Qualität des Vorschaubildes ist wirklich beeindruckend im Vergleich zum Live-View der gängigen DSLR's. Aber nur deshalb gebe ich keinen vierstelligen Betrag für ein neues Kameragehäuse aus, ganz abgesehen von den Objektiven die ich neu anschaffen müsste.

 

4. Die Größe: Die Sony A7R ist mit 127 x 94 x 48 mm (BxHxT) kleiner als die Nikon D810 mit 146 x 123 x 81 mm. Ohne Objektiv kann ich aber noch kein Foto machen. Und selbst Sony kann die Physik nicht überlisten, also sind zwangsläufig die Objektive größer als vergleichbare Optiken für Spiegelreflexkameras. Der Abstand zwischen Sensorebene und Lichteintrittsöffnung des Objektivs muss bei gleicher Brennweite gleich sein. Bei gleicher Lichtstärke ist der Durchmesser der Objektive dann ebenfalls gleich.

Zum Vergleich einige Objektive die ich recht häufig nutze, und somit fast immer im Fotorucksack habe:

Sony A7R

FE 50 mm/1,8

Distagon 35 mm/1,4 

Samyang 8 mm/2,8

Samyang 14 mm/2,8

Vario-Tessar 16-35 mm/4

FE 24-70 mm/2,8

 Größe

69 x 60 mm

78 x 112 mm

60 x 65 mm

87 x 122 mm

78 x 88 mm

88 x 136 mm

Gewicht

186g

630g

290g

570g

518g

886g

Nikon DSLR

Nikkor 50 mm/1,8 

Nikkor 35 mm/1,4

Samyang 8 mm/3,5*

Samyang 14 mm/2,8

Tokina 12-24 mm/4

Tokina 28-70 mm/2,8

Größe 

64 x 39 mm

83 x 90 mm

75 x 75 mm

87 x 102 mm

84 x 90 mm

91 x 74 mm

Gewicht

155g

305g

417g

570g

570g

608g


* Das Samyang 8/2,8 wäre für Nikon sicher max. genauso groß und schwer wie das Teil mit E-Mount, beides sind APS-C bzw. DX Objektive

 

Die meisten Objektive für Sony würden also mehr Platz im Rucksack einnehmen, somit ist der Vorteil der geringeren Größe des Gehäuses beim Transport der Ausrüstung wieder dahin. Beim Tragen mit dem Kameragurt steht die  Sony mit angesetztem Objektiv mindestens genauso weit vom Körper ab wie die Spiegelreflexkamera.

 

Wenn ich jetzt noch 85 mm oder noch längere Brennweiten vergleichen würde sähe es noch ungünstiger für unsere Systemkamera aus.

Für zarte Frauenhände mag sich das kleine Gehäuse ganz gut anfühlen, in meine Pranken passt das größere Gehäuse einer DSLR besser. Ich empfinde es auch als vorteilhaft die Kamera immer sicher im Griff zu haben, zumal durch das größere Gewicht der Objektive im Verhältnis zur leichten Kamera das Ganze nicht so gut ausbalanciert ist wie beim Spiegelreflex-Boliden.

 

5. Das Gewicht: Die Sony wiegt inkl. Akku und Speicherkarte 465g ,die D810 mit 980g mehr als das Doppelte. Die Objektive aus meinem obigen Beispiel für Sony wiegen insgesamt 3080g, inkl. Kamera 3545g. Die Objektive für Nikon wiegen 2625g, insgesamt 3605g. Die Ausrüstung wäre glatte 60g leichter... wenn ich nicht für die Sony auf Grund des kleinen Akkus und des konstruktionsbedingt höheren Stromverbrauchs mehrere Akkus mitnehmen müsste. Sony gibt an, dass der Akku für 340 Aufnahmen ausreichen würde. Die D810 macht mit frisch geladenem Akku 1200 Aufnahmen, also mehr als 3 mal so viele. Ich muss demzufolge noch mindestens 2 Ersatzakkus (je 57g) einpacken und das geringere Gewicht hat dann die Nikon-Ausrüstung.

Von der Gefahr, dass während einer Langzeitbelichtung der Akku schlapp macht mal abgesehen. Bei -10°C werde ich vermutlich keine Langzeitbelichtung mit 15 Minuten oder länger mit solch einer Kamera machen können.

Wenn ich mir die Kamera mit dem 50 mm Objektiv um den Hals hänge geht der Punkt für's Rückenschonen allerdings an Sony, aber eben nur wenn ich den anderen Kram zu Hause lasse. Ein leichteres Stativ würde ich nicht benutzen, auch wenn die Kamera ein halbes Kilo weniger wiegt. Alles andere, wie Fernauslöser, Filter usw. ist ohnehin vom Gewicht und der Größe identisch.

 

Die Auswahl an Objektiven ist nicht annähernd so groß wie für Nikon oder auch Canon DSLR's. Die Arbeit mit Adaptern ist für mich keine gute Lösung. Ich hätte ein zusätzliches Bauteil welches anfällig für Fehler ist und auch Gewicht hat und die Kamera länger macht, einige Funktionen werden durch den Adapter unbrauchbar oder eingeschränkt und die Dinger nehmen meist eine halbe Blende weg.

 

Als jemand der häufig in Lost Places unterwegs ist sind meine Anforderungen an die Kamera abseits der Abbildungsleistung vor allem die Robustheit, der gute Schutz geben Schläge und Stöße und der Schutz gegen Eindringen von Feuchtigkeit und Staub. Es wäre mehr als ärgerlich wenn nach 600km Autofahrt zu einem verlassenen Ort die Kamera streiken würde. Was Kameras wie die A7R an diesem Punkt können vermag ich im Moment nicht zu beurteilen. Es würde mich freuen wenn ihr eure diesbezüglichen Erfahrungen in den Kommentaren teilen würdet.

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10 Tipps für bessere Fotos

1. Vergesst den Automatikmodus

Eure Kamera ist doof, sie weiß nicht welche Belichtungszeit und welche Blende für eure Bildidee; für eure Bildaussage am besten geeignet ist. Sie kann weder euer Motiv sehen noch in euren Kopf hineinschauen, sondern nur irgendwelche technischen Parameter messen. Also, macht euch die Mühe und denkt kurz darüber nach was ihr wie darstellen wollt und wählt entweder die Zeit oder die Blende oder beides selbst aus.

 

2. Lest die Bedienungsanleitung eurer Kamera

Man sollte meinen, dass jeder als Erstes die Anleitung seiner Kamera studiert, aber ich kenne viele Fotografen die das nicht tun und dann an der Location anfangen zu rätseln wie Dieses oder Jenes eingestellt wird. Oft ist dann das Licht oder das Motiv weg und sie haben die Aufnahme verpasst.

 

3. Benutzt das RAW-Format

Wenn ihr im JPEG-Format aufnehmt gehen durch die Komprimierung viele Informationen verloren die der Sensor ursprünglich aufgenommen hat. In der Bildbearbeitung sind die Korrekturmöglichkeiten viel größer wenn ihr im RAW-Format aufnehmt.

 

4. Eignet euch grundlegendes Wissen in der Bildbearbeitung an
Dinge wie Anpassung des Weißabgleichs, Farbkorrektur, Schärfen, Entrauschen, Kontrast, Sättigung, Helligkeit, Umwandlung in schwarzweiß, Schnitt... sollte jeder sicher beherrschen. 

 

5. Geht raus und macht Fotos

Bessere Fotos mache ich nicht wenn ich vor dem Rechner sitze und die Fotos anderer Fotografen bewundere und Youtube-Filmchen anschaue in denen irgendwelche Leute erklären wie diese oder jene Fototechnik funktioniert. Besser werde ich nur wenn ich Bilder mache und diese dann genau anschaue und überlege was ich das nächste Mal besser machen kann, und wie ich das besser machen kann.

 

6. Denkt nicht so viel über eure Ausrüstung nach

Sicher gibt es zum Teil große Unterschiede zwischen den verschiedenen Kameras und vor allem den Objektiven. Der Anteil der Kamera und der Linse an einem wirklich guten Foto ist allerdings meist sehr gering. Viel wichtiger sind Dinge wie Bildaufbau, Licht, Bildidee, Licht, Farben und vor allem das Licht. Wenn ihr absolut sicher seid, dass ihr alles was technisch möglich ist aus eurer Ausrüstung rausgeholt habt und dann an Grenzen stoßt ist es dann doch mal Zeit über die Anschaffung einer neuen Kamera oder eines neuen Objektivs nachzudenken.

 

7. Benutzt Festbrennweiten

Wenn ihr dann doch Geld ausgeben wollt kauft euch kein fünftes Zoomobjektiv sondern eine Festbrennweite. Die Ergebnisse mit einem 100€ teuren 50mm/1.8 werden immer besser sein als mit einem 24-70mm/2,8 für 1500€. Ein weiterer Vorteil ist die viel bewusstere Bildgestaltung weil ich nicht einfach am Zoom drehe um den Bildausschnitt zu ändern sondern ganz bewusst meinen Standort verändern muss. Und ein wenig mehr Bewegung kann auch nie schaden.

 

8. Macht eure Fotos für euch

Für wen fotografiert ihr? Für irgendwelche Follower bei Instagram oder Flickr? Für eure Facebook Freunde? Für andere Fotografen? Sicher freue ich mich wenn mein Bild bei flickr 17000 Klicks und 600 Sternchen hat. Und natürlich freue ich mich auch wenn JanLeonardo Wöllert, Patrick Rochon, Eric Paré oder Pala Teth meine Light Paintings gut finden, aber viel wichtiger ist, dass ich selbst zufrieden mit dem Ergebnis bin.

Und in das glückliche Gesicht einer Kundin oder eines Kunden zu sehen wenn sie "ihr" Bild als großen Print übergeben bekommen ist unbezahlbar, auch wenn es bei flickr nur 800 Klicks hat weil es den Fotografenkollegen nicht gefällt.

 

9. Schaut nicht dauernd auf den Erfolg anderer Fotografen

Sicher kann man sich von dem einen oder anderen erfolgreichen Kollegen inspirieren lassen. Aber ihr solltet auf keinen Fall Fotos machen nur weil sie vermutlich viel Aufmerksamkeit im Internet bekommen werden weil eben einige Fotografen im Moment sehr erfolgreich mit einer bestimmten Art der Fotografie oder einer bestimmten Art des Post Processing sind. Das kann auch ganz schnell wieder vorbei sein. Bleibt euch treu, was natürlich nicht meint, dass ihr euch nicht weiterentwickeln sollt.

 

10.  Fotografiert bewusst

Ich erlebe oftmals Fotografen, die fast pausenlos auf den Auslöser drücken und dann hinterher 95% ihrer Bilder löschen. Ist ja auch einfach mit einer Digitalkamera und bei den aktuellen Preisen für Speicherkarten. Manchmal haben sie bei den restlichen 5% auch den ein oder anderen Glückstreffer dabei. Manchmal aber eben auch nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass es dann auch wieder viel unnötige Arbeit macht 5000 Fotos zu sichten und zu sortieren. 

Eure Ergebnisse werden mit Sicherheit bessere sein wenn ihr vor jedem Betätigen des Auslösers kurz darüber nachdenkt was ihr tut und was das Resultat werden soll. Denkt über euren Bildaufbau nach. Behaltet immer die wichtigen Einstellungen (ISO, Belichtungszeit und Blende) im Blick. Ab welchem ISO-Wert wird das Bildrauschen wirklich störend? Bei welcher Blende mit der benutzten Brennweite kann ich mein Motiv freistellen? Mit welcher Belichtungszeit kann ich die schnelle Bewegung meines Motivs einfrieren oder in einer Bewegungsunschärfe darstellen? Sitzt der Fokus dort wo ich ihn haben will? usw.

Allzeit gutes Licht und immer bessere Fotos
Sven

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Elektroid

Dieses Bild schwirrte uns schon sehr lange Zeit im Kopf herum.

Der Film Metropolis von Fritz Lang ist immer noch eines der beeindruckendsten Meisterwerke der Filmkunst. Die Effekte, die Bildsprache,  die Geschichte, die Ideen... Und wenn man dann noch bedenkt, dass der Film von 1927 ist, entstanden ohne digitale Bildbearbeitung, ohne LED-Technik und sonstiges neumodisches Zeug... Dutzende Leute haben damals jeden einzelnen Frame mit der Hand bearbeitet, und das bei 30 Bildern pro Sekunde. 

Die Filmszene, die uns zu diesem Bild inspirierte könnt ihr hier sehen: Youtube

 

Entstanden ist das Bild in unserem Berliner Light Painting Studio. Nach vielen Stunden der Ideenfindung, Bau der passenden Tools und des Elektroiden, Aufbau der Szene und zahlreichen Testaufnahmen fanden wir dann auch einen passenden Termin mit unserem Model.

Marla, Erik, unser Model und ich trafen uns im Studio. Nach Einweisung aller Beteiligten konnte es losgehen. Zuerst haben wir unser Model platziert, der Rest der Szene war schon seit einigen Tagen aufgebaut. Als nächsten Schritt habe ich die Dame mit einer Led-Taschenlampe ins Bild "geblitzt". Dann haben Erik und Marla die Lichtröhre gemalt. Wir haben dann die Lichtkreise um unseren Elektroiden sowie die Lichtkabel vom Elektroiden zum Model gemalt. Danach habe ich den Elektroiden mit einer Led-Taschenlampe ausgeleuchtet und als letzten Schritt mit einem Laser die Strahlen hinter dem Elektroiden ins Bild geholt.

Die Belichtungszeit für diese Light Art Fotografie betrug 440 Sekunden bei Blende 8 und ISO 100. Aufgenommen haben wir die Szene mit einem Samyang 14mm/f2,8 an unserer Nikon D750. Der dritte Versuch nach insgesamt etwa 2 Stunden war dann für uns zufriedenstellend. 

 

Da der Film ohne Farbe auskommen musste haben wir als Hommage unser buntes Light Painting  in ein monochromes Bild konvertiert. Gerne zeigen wir aber auch die Originalaufnahme.

 

Ich danke unserem leidensfähigen Model; die Temperatur im Studio war nicht so weit weg von der herbstlichen Außentemperatur. Wie bei den meisten Menschen, die vorher noch nie aktiv mit dem Thema Light Art und Light Painting in Berührung kamen, war ihre Begeisterung trotz der Anstrengungen sehr groß. 
Ich danke Marla und Erik für die perfekte Zusammenarbeit.

 

Allzeit gutes Licht
Sven

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Elektroid (sw Version)
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Elektroid
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Workshop in Görlitz

An die nächtliche Fotosession im Kaufhaus schloß sich ein Workshop über Light Art Photography und Lightpainting über zwei Tage an. Am ersten Tag konnten die Teilnehmer erst einmal in der Energiefabrik Görlitz fotographieren. Nach einem ausgezeichnetem Abendessen (danke Ebs) fuhren wir in eine andere alte Fabrik um dort Light Paintings zu gestalten. Die Workshopteilnehmer bekamen so eine Vorstellung, wie man Lightpaintings erstellt, was zu beachten ist und mit welchen Lichtquellen man arbeiten kann. Zu diesem Termin begleitete uns Nikolai Schmidt, der den Workshop fotographisch dokumentierte. Vielen Dank dafür.

In einer anderen Halle arbeiteten 2/3 von Aurora Movement (Gunnar Heilmann und Mafu Fuma/Schade, daß Du nicht dabei warst Buschi.) mit ihrem Model Franzi (meine Bewunderung für Deinen Langmut) an ihren Light Art Fotos.

 

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Area 51
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
КАТЮША

Am nächsten Tag ging es erst einmal weiter mit einem ausführlichen Theorieteil. Diesmal wieder in der Energiefabrik. Als es dann dunkel war, konnten die Workshopteilnehmer eigene Light Paintings in den Räumen der Fabrik erstellen. Die Ergebnisse waren beeindruckend und die Teilnehmer zufrieden. In der Zwischenzeit arbeiteten Aurora Movement wieder in anderen Räumen an ihren Fotos. Ganz zum Schluß machten Sven und ich noch ein paar Light Art Fotografien und dann ging es ab ins Bett.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Toxic
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Nicole

 Unser herzlicher Dank gilt Erik und Feli für ihr Durchhaltevermögen und ihre Hilfe, Ebs und Nicole für ihre Unterstürzung in jeglicher Hinsicht, Meyer Optik Görlitz, der Energiefabrik Görlitz Anja und Franzi und dem Kaufhaus Görlitz sowie dem Wachmann vor Ort. Besonderen Spaß machte die Zusammenarbeit und der künstlerische Austausch mit Aurora Movement.

 

 

Eure Marla

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Kaufhaus Görlitz to be continued

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die Modenschau (Gunnar Heilmann)

Über den ersten Kaufhausbesuch von Gunnar Heilmann und Sven Gerard wurde schon an dieser Stelle berichtet. Diesmal gingen die Jungs nicht allein ins Kaufhaus sondern nahmen mich, Erik, Mafu Fuma, Franzi und Anja mit in die „heiligen Hallen“. Unterstützung bekamen wir vom Kaufhausmanagement und von Ebs, Nicole und Feli. Einige weitere Teilnehmer halfen als Statisten und zwei Mitglieder des Fotoclubs Görlitz beobachteten und dokumentierten unsere Arbeit.

 

Das erste Light Painting wurde von Gunnar inszeniert. Er „belebte“ das Kaufhaus mit einer Modenschau, wobei drei Models auf einem roten Teppich aus Licht Kleider präsentierten und von Zuschauern bewundert wurden. Das Bild war relativ schnell im Kasten und nun war ich an der Reihe.

Ich hatte mit Anja verabredet, daß wir ein Foto machen würden, das Ergebnis könnt Ihr unten sehen.

 

Das Bild entstand mit dem Figmentum 2/35 von Meyer Optik Görlitz. Dieses Objektiv ist wunderbar zu handhaben und das fotographische Resultat spricht für sich. Für unser leibliches Wohl sorgten unser Lokationscout Ebs und seine Familie. Herzlichen Dank für all Eure Zeit und Tatkraft, mit der Ihr uns immer wieder unterstützt. Sven machte als Dritter sein Bild, die Schwertkämpfer, diese würde ebenfalls mit Anja als Model und mit dem Figmentum 2/35 von Meyer Optik aufgenommen. Ganz zum Schluß versuchten wir noch ein Bild mit Feli, einer wundervollen Balletttänzerin und tollem Model.

 

Eure Marla

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die Schwertkämpferin

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
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Görlitzer Fotofestival 2016

Light Art Photgraphy & Light Painting Fotografie
641

Görlitz wird so langsam zu meiner zweiten Heimat. Unser letzter Besuch dort galt dem Görlitzer Fotofestival, zu dem uns Danilo Strauß als einer der Veranstalter eingeladen hatte. In einer seit langem leer stehenden Fabrik hatte wir die Möglichkeit einige Light Art Fotos zu machen, und den Zuschauern einen kleinen Einblick in unsere Art der Fotografie zu gewähren.

 

Als besonderes Highlight unterstützte uns die Künstlerin Anja Knobloch mit ihrer Feuerkunst, und später auch bei unseren Light Painting Fotos. Die sehr professionelle Zusammenarbeit mit ihr hat uns sehr viel Spaß gemacht, weitere Projekte sind in Planung.
Und so nebenbei konnten wir eine der Locations für unseren nächsten Workshop schon mal etwas genauer unter die Lupe nehmen, und für sehr geeignet befinden.

 

Ich danke Marla, Erik, Anja, Danilo, Nicole, Feli, Benedikt Hartmann von der Firma Meyer Optik Görlitz sowie allen anderen Beteiligten für den wunderbaren Abend.

Artwork by Sokar uno

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3 Wochen Ostsee

- Light Art Photography & Light Painting Fotografie
Leuchtfeuer Dornbusch

Er war leider viel zu kurz, unser Aufenthalt auf den Inseln Rügen und Hiddensee. Mit dabei waren Marla, Erik (12 Jahre)  und Max (14 Jahre).
Da ich keinen LKW fahre, und die Insel Hiddensee autofrei ist mussten wir unsere Ausrüstung auf ein Minimum reduzieren. Wir hatten eine Tasche voller Light Painting Zeugs, einen Fotorucksack, eine Fototasche und ein Stativ dabei. In den Taschen waren unter anderem NikonD750, Nikon D300s, Samyang14mm/2,8, Tokina 12-24mm/4, Tokina 28-70/2,8, Nikkor35mm/1,8, Nikkor 50mm/1,8,  Tokina 135mm/2,8, 2 Led Lenser X21R.2, 1 M7RX, mehrere M3R, M1 und M5, Farbfilter, verschiedene Lichtformer, Gaffa-Tape und noch einige anderer Kleinigkeiten. Immer noch ganz schön viel Gewicht für den Transport ohne Auto.

Es hat ja auch irgendwie seinen Reiz minimalistisch Light Art Fotos zu machen, genau das Gegenteil zur Arbeit im gut ausgestatteten Studio. 

Einige Bildideen für unsere Lightpainting hatten wir schon im Kopf, andere entwickelten wir erst vor Ort.
Nach den ersten erholsamen Tagen ging es an unsere erste Light Painting Session in die Goor, einen ca. 1ha großem Buchen-Urwald in der Nähe von Putbus / Rügen.

- Light Art Photography & Light Painting Fotografie
Notlandung

Erik hatte die Idee in einem nach vorne offenen Orb in einem goldenen Anzug abgebildet zu werden. Es sollte wirken als wäre er als Außerirdischer soeben gelandet und tritt aus dem Orb heraus. Im Anschluss daran sollte der Wald ausgeleuchtet werden. 
In den ersten Testaufnahmen habe ich mich erstmal an dem "halben" Orb versucht. Im zweiten Schritt haben wir Testaufnahmen der Ausleuchtung mit zwei Led Lenser X21R.2 gemacht.

Dann ging es an das finale Bild. Zuerst unser Model Erik ins Bild geleuchtet, dann den Orb gedreht und zum Schluss den Wald mit den Taschenlampen ins Bild geholt. Das Ergebnis (rechts) ist der zweite Versuch, Erik war zufrieden mit seinem Bild, also ging es ans Einpacken und den Rückweg. 
Manchmal kann Lightpainting auch schnell gehen, nach ca. 2 Stunden waren wir wieder in unserem Ferienhaus.

Light Art Projekt Nummer 2: LED-Taschenlampe gegen den Vollmond.

Diesmal waren Marla und ich in einer Vollmondnacht im Lauterbacher Yachthafen unterwegs. Als erstes haben wir getestet wie lange wir bei dem starken Mondlicht überhaupt belichten können. Länger als 90 Sekunden bei Blende 11 waren nicht drin. Ich mache ja lieber Lightpainting in Ruhe, ohne Zeitdruck, aber wir wollten ja schließlich gegen den Mond gewinnen. Also, ausreichend helle Lampen für Blende 11 präpariert und los ging es. Das helle Mondlicht genügte uns völlig zur Ausleuchtung, also mussten wir "nur noch" die Lichtmalerei auf den Sensor bringen, und unsere maximale Belichtungszeit im Auge behalten. Das war recht anstrengend, Spaß hat es aber trotzdem gemacht.
Im Anschluss habe ich dann noch ein "normales" Foto im herrlichen Mondlicht gemacht, glücklicherweise haben die Boote nicht so sehr geschaukelt.

Zwischendurch habe ich noch einige choreografische Fotografien aufgenommen. Light Painting mit festen Lichtern und bewegter Kamera.

Unser nächster nächtlicher Ausflug führte uns dann in den Schlosspark Putbus. Wir hatten uns bei Tageslicht zwei Spots ausgesucht; einen großen, abgestorbenen Baum und einen aus Feldsteinen gemauerten Pavillon.
Problem Nummer 1: dieser Pavillon, und vor allem die ihn umgebende Mauer sind schief, das Gelände ist alles andere als eben. Nach einiger Zeit hatten wir die Kamera so gut es ging ausgerichtet und konnten mit unseren Light Art Fotos beginnen. Im Bild 1 habe ich zuerst den Orb in dem Pavillon gedreht, dann diesen ausgeleuchtet und zum Schluss die Bäume ausgeleuchtet. Der vierte Versuch war dann recht zufriedenstellend. 
Das zweite Bild war dann schon etwas aufwendiger, ich wollte den Pavillon zum "glühen" bringen. Erstmal haben wir die Position der Kamera noch mal verändert und dann mit den Testaufnahmen begonnen. Blaues Licht auf den Pavillon, im zweiten Schritt oranges Licht in den Pavillon und im dritten Schritt blaues Licht auf die Mauer, den Rasen davor und auf die Bäume. Blau ist eine recht "schwierige" Farbe im Light Painting, es vermindert die Schärfe und Tiefe im Bild. Die zufriedenstellende Abstimmung der 3 Lichtquellen gelang uns mit der fünften Aufnahme.

 

Die Schwierigkeit bei Bild Nummer drei und vier war, dass die "schöne" Seite des Baumes nicht so recht frei war. Es waren mehrere andere Bäume im Weg; entweder aus Richtung der Kamera oder aus Richtung des Lichts hinter dem Baum. Wir sind bestimmt 30 Minuten mit Lampe und Kamera um den Baum herumgeschlichen um die beste Position für die Aufnahme zu finden. Und 100% zufrieden bin ich trotzdem nicht mit den Bildern, der Baum kommt nicht so zur Geltung wie ich mir das vorgestellt hatte.

Die weiße Frau von Hiddensee

Die Idee, die Sage der weißen Frau von Hiddensee in einem Light Art Foto zu verarbeiten stand schon vor unserer Reise zur Insel fest. Eigentlich spukt die weiße Frau ja in der Heide zwischen Vitte und Neuendorf, andererseits sollte im Bild auch klar zu erkennen sein, dass wir auf der Insel Hiddensee sind. Also entschieden wir uns letztendlich für die Umsetzung am Leuchtturm Dornbusch, dem Wahrzeichen der Insel. 
Das größte Problem dort hatten wir mit den vielen Mücken; und wenn ich viele schreibe meine ich VIELE, wirklich VIELE. Alleine an meiner linken Hand zählte ich über 20 Mückenstiche. Marla, Erik und Max wurden auch nicht von den Blutsaugern verschont. Für euer tapferes Durchhalten danke ich euch.
Wir begannen mit einigen Testaufnahmen des Leuchtturms. Das Bild ganz oben habe ich mit ISO 6400, Blende 2,8 mit 14mm Brennweite und 30 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen. Uns blieb also genug Spielraum für unser Light Painting. 
Zuerst habe ich die weiße Frau (Marla) ins Bild geleuchtet, dann das Lightpainting von ihren Händen aus gemalt, die Treppe blau beleuchtet und zum Schluss Leuchtturm, Rasen, Bäume und Sträucher ausgeleuchtet. Belichtungszeit waren über 5 Minuten bei Blende 8 und ISO 100. Immer begleitet von tausenden von Mücken, aber was macht man nicht alles für ein Light Art Bild. Die Kamera wurde bei diesen Bildern souverän von Erik bedient.
Nicht nur wegen der vielen Mücken haben wir etliche Anläufe bis zum fertigen Bild gebraucht, entweder war die weiße Frau kaum noch zu sehen oder zu deutlich oder ich habe die Ausleuchtung verhauen. Beim neunten Versuch haben wir aufgehört, unter anderen Umständen hätten wir sicher noch weiter versucht das Ergebnis zu verbessern. 

Als Abschluss unserer Reise haben wir dann noch eine Light Painting Session mit den Kindern am Strand von Kloster gemacht. Hier stand eindeutig der Spaß im Vordergrund, und den hatten wir.
Ich danke euch für die schöne gemeinsame Zeit an der Ostsee und freue mich schon auf unsere nächste gemeinsam Reise.

Ich konnte genug Kraft für unsere nächsten Projekte tanken:
Fotofestival Görlitz - www.fotofestival-goerlitz.de/ 

Photokina Light Art Congress phoLAC2016 - www.glpu.de/congress/

Light Painting & Light Art Workshop im Oktober 

Ich freue mich auf euch.

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Kaufhaus Görlitz

In der Nacht vom 23. zum 24. Juli 2016 hatten wir die Möglichkeit dem Kaufhaus in Görlitz einen nächtlichen Besuch abzustatten. Mit dabei waren Lisa O. Xuan, Gunnar Heilmann, Danilo Strauß und seine bezaubernde Tochter, ihnen möchte ich für die Unterstützung und die Verpflegung danken.

Ich bedanke mich beim Management des Kaufhauses Görlitz dafür, dass sie uns die Möglichkeit gaben dieses einzigartige Bauwerk mit unserer Lichtkunst  für eine Nacht aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken.

Das Kaufhaus wurde in den Jahren 1912/1913 im Jugendstil erbaut. Es gehört zu den besterhaltenen Warenhäusern aus dieser Epoche. Seit 2009 steht es leer, eine Eröffnung als Kaufhaus ist für das Jahr 2017 geplant. In der Zwischenzeit wurde es unter anderem für Filmaufnahmen (Grand Budapest Hotel) und verschieden Veranstaltungen genutzt.

http://www.kaufhaus-goerlitz.eu/

Die Firma Meyer Optik Görlitz hat uns für diese Nacht zwei Figmentum f2/35mm zur Verfügung gestellt. Wir hatten somit die Möglichkeit diese ausgiebig im Bereich Langzeitbelichtung und Light Painting zu testen. Die optische Qualität der Objektive ist brilliant; die Bilder sprechen für sich. Mindestens so  beeindruckend wie die optische Qualität war für mich die Qualität der Verarbeitung. Die Objektive werden in Deutschland in Handarbeit hergestellt und das spürt man sofort wenn man sie das erste Mal benutzt. Die Blende und auch der Fokus lassen sich sehr sauber und sicher bedienen, ein wichtiger Punkt wenn man in völliger Dunkelheit fotografiert. 
Einziges Manko: die Objektive haben keine Elektronik verbaut und übertragen somit keine Werte für Brennweite und Blende an die Kamera. Für die Lightpainting und Light Art Fotografie spielt das aber nur ein untergeordnete Rolle. Ich stelle die Blende ein und belichte so lange wie die Performance dauert, Autofokus und Belichtungsmessung sind immer ausgeschaltet.

Die Idee, der Philosophie von Meyer Optik Görlitz treu zu bleiben und ausschließlich manuelle Objektive in der besten optischen und mechanischen Qualität herzustellen ist  auch ein wichtiger Punkt für den Erfolg. Schnelllebige Elektronik gibt es schon mehr als genug. 

 

Die Bilder entstanden mit diesem Objektiv an einer Nikon D750.

 

Mehr Informationen über die Wiederauferstehung dieser Traditionsmarke findet ihr auf der Homepage: http://www.meyer-optik-goerlitz.de/

Relativ kurzfristig bekamen wir die Möglichkeit an diesem einmaligen Ort Light Art Photography und Lightpainting Fotos umzusetzen. Auf Grund vieler anderer Verpflichtungen hatten wir wenig Zeit zur genauen Planung der Bilder. Aber mit einem  Model wie Lisa und einem sehr professionellen Partner wie Gunnar kann man auch mit wenig Vorbereitung coole Bilder machen. 

Die größte Schwierigkeiten bereitete uns das durch das Glasdach und die Schaufenster einfallende Licht der Stadt. Nach einigen Testaufnahmen hatten wir die passenden Einstellungen für Kamera und Objektiv gefunden und es konnte los gehen. Model platziert, Kleid mit dem Lichtpinsel gemalt und mit mehreren verschiedenen Lampen das Kaufhaus ausgeleuchtet. Hört sich einfach an, oder? War es aber nicht, der vierte Versuch war dann einigermaßen zufriedenstellend.

Für das zweite Bild habe ich Lisa in einen Orb gepackt. Die Kamera eine Etage höher, die Ausleuchtung des Kaufhauses geändert, Lisa mit einer Led Lenser M7RX ins Bild geleuchtet und den Orb gedreht. Auch hier seht ihr den vierten Versuch.

"Nebenbei" haben wir dann noch Gunnars Bild des Meisterdiebs umgesetzt, zu bewundern in Gunnars Portfolio bei Facebook .

Im Anschluss daran haben wir noch einige choreografische Fotos des Kaufhauses gemacht: Galerie

 

Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, wir sollten das unbedingt wiederholen.

 

9.August 2016: Ein Artikel in der Sächsischen Zeitung über unseren Kaufhausbesuch: http://www.sz-online.de/nachrichten/malen-mit-licht-3462936.html

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 7: Facebook

 

Jeder ist bei Facebook, oder? Die (theoretische) Reichweite und die Möglichkeiten der Vernetzung zu anderen Seiten sind enorm, kein Vergleich zu den spezialisierten Foto-Galerien.
Aber da sind wir auch schon Beim Hauptproblem bei Facebook: die miserable Darstellung der Bilder. Aus Sicht des Unternehmens ist das natürlich verständlich, es werden jeden Tag viele Millionen Fotos auf Facebook hochgeladen. Speicherplatz kostet Geld, Speicherplatz  kostet Energie und Bandbreite bei der Übertragung. Für 99,9% der Bilder ist auch egal ob Facebook sie kleiner rechnet, das Knipsbild aus dem Mobiltelefon vom Mittagessen oder Haustier ist ohnehin nicht das fotografische Meisterwerk bei dem es auf die bestmögliche Darstellung ankommt. Wenn allerdings ein Light Art Bild, an welchem ich mehrere Stunden oder gar Tage gearbeitet habe, von den Facebook-Optimierungen versaut wird ist das nicht mehr ganz so lustig. Aus diesem Grund teile ich gerne Links zu flickr oder 500px. Das sollte man allerdings nicht ausschließlich so machen. Die Algorithmen, mit denen Facebook meine Beiträge anderen Leuten zeigt sind nicht unbedingt transparent, aber aus meiner Erfahrung sollte man, gerade wenn man dort eine Künstler- oder Firmenseite betreibt, möglichst gemischt Beiträge posten. Also heute einen Link, morgen ein Bild, übermorgen ein Video oder eine Bildergalerie usw.. Somit findet Facebook, dass die Seite interessanter ist und teilt die Beiträge häufiger im Stream von anderen Mitgliedern.

 

Ihr solltet zu euren Bildern einige Worte schreiben und sinnvolle Tags (Light Painting, Light Art Photography, Langzeitbelichtung u.ä) verwenden, auch das erhöht die Reichweite. Personen, mit denen ihr gemeinsam unterwegs wart solltet ihr in euren Bildern markieren. Die Bilder erscheinen dann in der Chronik dieser Personen und werden von deren Freunden gesehen. Wenn ihr die Leute auf eure Homepage lenken wollt packt ihr den Link unter eure Bilder.

Eine gute Idee ist es die Bilder in passenden Gruppen zu teilen. Allerdings solltet ihr nicht euer Bild hochladen und das dann sofort in 20 verschiedenen Gruppen teilen. Wenn ich auch Mitglied in diesen 20 Gruppen bin nervt das einfach und auf keinen Fall schaue ich mir das gleiche Bild zwanzigmal an und drück auf den Daumen. Wenn sich jemand für  das Thema Lightpainting interessiert ist er sicher auch in vielen relevanten Gruppen. Besser ist es das Bild nach dem posten in zwei bis drei Gruppen zu teilen und dann alle ein bis zwei Tage in wenigen weiteren Gruppen zu teilen. Dieses Vorgehen ist natürlich etwas umständlicher weil man den Überblick behalten muss, aber eure Freunde und Follower werden nicht so sehr genervt und bleiben euch eher treu und ihr erreicht trotzdem Leute die nur in wenigen Gruppen Mitglied sind. Ich habe mir zu diesem Zweck eine einfache Tabelle erstellt und hake dann die Gruppen zu jedem Bild ab.

 

Datenschutz ist bei Facebook nicht die erste Priorität, wie bei fast allen anderen Seiten auch. Aber eigentlich ist es ganz einfach, ich poste nur Sachen die ich jedem Menschen der mir gerade auf der Straße über den Weg läuft auch erzählen würde. Alle anderen Versuche meine Daten zu schützen sind meiner Meinung nach zum scheitern verurteilt.

 

Ich bin ja so alt, dass ich schon Freunde hatte bevor es Facebook gab, wie viele meiner Facebook Freunde auch. Oft höre ich, dass sie nur mit Leuten bei Facebook befreundet sind, die sie auch persönlich kennen. Für ein "privates" Konto ist das vielleicht auch 'ne gute Idee. Ich will allerdings, dass möglichst viele Leute meine Bilder sehen und ich will nicht verpassen was die Kollegen so machen, also suche ich mir Freunde mit ähnlichen Interessen. Die allermeisten Freundschaftsanfragen nehme ich ohne großartige Recherche über die Person an. Einzig die Anfragen junger Damen, deren Profil sich auf das zur schaustellen ihrer großvolumigen Brüste beschränkt und bei Herrschaften, die aus ihrer rechten Gesinnung keinen Hehl machen, lehne ich ab.

 

https://www.facebook.com/Lichtkunstfoto

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 6: View Fotocommunity

Im heutigen Artikel geht es um die zweite deutsche Fotocommunity: View. Nach meinen Erfahrungen sind dort nicht annähernd so viele motzende, selbst ernannte Experten unterwegs wie in der fc. Die Akzeptanz sowohl für Light Painting, als auch für Lost Places ist dort recht hoch, ich hatte mittlerweile 15 Bilder auf der Startseite und 3 in der Galerie.

Den Umgangston habe ich bisher meist als sehr freundlich erlebt, die meisten Leute erwarten nach meinem Empfinden auch keine "Gegenleistung" für einen freundlichen Kommentar unter dem Bild.

 

Mit einem kostenlosen Account darf man 5 Bilder pro Woche hochladen, die Gesamtanzahl der Bilder im Portfolio ist nicht beschränkt. Der Premium-Account bietet die Möglichkeit 20 Bilder in der Woche hochzuladen, aber wer macht schon 20 Bilder in der Woche welche die Welt unbedingt gesehen haben muss? Im Gegensatz zur fc dürfte ich mir auch die nackten Mädels anschauen ohne dafür zu zahlen.

 

Aufbau und Gestaltung der Seite finde ich im Vergleich zu den großen, internationalen Seiten wie 500px oder flickr nicht so recht gelungen, vor allem der helle Hintergrund ist der Darstellung der meisten Fotos nicht sehr zuträglich.

 

Sicher ist das nicht die große Nummer wie flickr bei der ich 5000 Klicks für mein Bild bekomme, aber im Großen und Ganzen eine sehr angenehme Community.

 

Über euren Besuch würde ich mich freuen: http://view.stern.de/de/mitglieder/SvenGerard

 

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 3: fotocommunity

Die fc kennt jeder, oder? Bis zum letzten Jahr war ich treuer, zahlender Kunde der fc.  Im Moment habe ich dort noch einen Free-Account und schaue so ein bis zwei mal in der Woche dort vorbei.

 

Warum ich die Pro-Mitgliedschaft gekündigt habe:

- die Seite hat sehr häufig extrem lange Ladezeiten, ich habe zuweilen 3 bis 4 Versuche gebraucht um ein Bild hochzualden

- es sind dort immer mehr selbst ernannte Experten unterwegs deren Hauptbeschäftigung darin besteht sich unsachlich, substanzlos und herabwürdigend über Bilder auszulassen die sie nicht verstehen

- für die meisten Schreihälse dort ist nur "ihre" Art der Fotografie sehenswert, da sich mein Hauptschaffen auf Light Art Photography und Lost Place Fotografie beschränkt hatte ich nicht gerade einen leichten Stand zwischen den ganzen Eisvögeln, niedlichen Fuchsbabys, Polarlichtern, sommersprossigen, leicht bekleideten Damen und anderem belanglos fotografiertem Zeugs

- häufig wird an der Seite und den Regeln etwas geändert, meist nicht zum Vorteil der Mitglieder sondern der Sponsoren

- Ein Highlight was mich zwar nicht betrifft aber sicher für viele Fotografinen und Fotografen sehr ärgerlich sein dürfte ist die Tatsache, dass allen Aktfotografen eine bezahlte Mitgliedschaft aufgezwungen wird. Begründet wird das damit, dass die fc sicher stellen will, dass die Betrachter der großvolumigen Brüste mindestens 18 Jahre alt sind. Ich lass mich nicht so gerne Verarschen, ein Altersnachweis funktioniert auch ohne Kohle! Aber das passt ganz gut zum sonstigen Umgang der fc mit ihren Mitgliedern.

 

Warum ich überhaupt noch dort unterwegs bin:

- ich habe einige sehr nette Leute in der fc kennengelernt, den Kontakt zu ihnen möchte ich nicht verlieren

- es gibt dort mehrere Menschen denen meine Bilder gefallen und die ausschließlich in der fc unterwegs sind

 

Also, wenn ihr keinen Bock  auf sinnlose Auseinandersetzungen mit irgendwelchen selbst ernannten Experten habt macht lieber einen großen Bogen um die fc. Light Art Photography und Light Painting wird dort so gut wie nicht wahrgenommen, die Mühe dort Bilder zu posten könnt ihr euch sparen.

Wer trotzdem vorbeischauen will: http://www.fotocommunity.de/fotograf/sven-gerard/

 

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 2: 500px

Ich hoffe, ihr habt den ersten Teil, in dem es um flickr ging, verdaut und seid bereit für Teil Zwei.

500px ist eine der größten Online-Galerien mit dem Schwerpunkt Fotografie. Mit der kostenlosen Mitgliedschaft könnt ihr 20 Bilder pro Woche hochladen, die Gesamtzahl der Bilder ist nicht begrenzt wenn ich mich nicht irre. In meiner Galerie sind im Moment jedenfalls über 500 Fotos, das sollte für den Anfang genügen.

 

Die Darstellung der Bilder ist gut, der Aufbau der Profilseite ist gut umgesetzt. Seit einiger Zeit gibt es bei 500px Gruppen, deren Bedeutung ist allerdings nicht annähernd so groß wie bei flickr. Zur Suche nach Fotografen mit ähnlichen Interessen sind die Gruppen aber recht nützlich. Bei 500px habt ihr die Möglichkeit eure Bilder zu verkaufen. Ich habe keinerlei Erfahrungen damit, ich lade meine Bilder nur mit max. 1200 Pixel hoch, sie sind somit nicht geeignet für den Verkauf.

 

Wenn ihr unabhängig von irgendwelchen Fans, Groupies und sonstigen euch wohlgesonnenen Leuten wissen wollt ob eure Bilder geil sind ist 500px eine gute Wahl. Das Bewertungssystem der sog. "Pulse" ist auf 24 Stunden angelegt, am zweiten Tag passiert mit eurem Bild nicht mehr viel. Der höchste Puls ist 99,9, wenn ihr über 90 kommt könnt ihr wirklich stolz auf euer fotografisches Meisterwerk sein. 

Sicher kann man mit vielen Followern das Ergebnis etwas beeinflussen, aber wenn ich ein mittelmäßiges Bild hochlade kommt das sicher auch mit 5000 Followern nicht über 80.

Etwas problematisch finde ich bei 500px, dass es immer mal wieder Modeerscheinungen gibt. Man sieht dann wochenlang z.B. hunderte Polarlichter, oder niedliche Füchse. Die erste Seite mit den Bilder mit einem Pulse von 99,9 - ... ist voll mit technisch perfekten aber inhaltlich meist recht belanglosen Bildern.

Aus meiner Erfahrung ist 500px zum Austausch mit anderen Fotografen nicht die erste Wahl.

https://500px.com/svengerard

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

In den nächsten Beiträgen werde ich über meine Erfahrungen in verschiedenen sozialen Netzwerken, Online-Bildergalerien und Communities berichten.

Als erstes ist es ganz gut zu überlegen was man erreichen will.
Meine grundsätzlichen Ziele bei fast allen meiner Onlineaktivitäten:

- möglichst viele Leute sollen meine Bilder sehen

- ich möchte möglichst viel Rückmeldung haben ob meine Bilder nicht nur mir gefallen

- ich möchte sachliche Kritik um bessere Bilder zu machen

- möglichst viele Leute sollen auf meiner Homepage und auf meiner Künstlerseite bei Facebook landen

- ich möchte mich mit netten Leuten austauschen und damit den Zusammenhalt in der Light Painting Gemeinschaft fördern und die Kunstform Light Art Photography einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen

- ich möchte coole Fotos anderer Fotografen sehen

Teil 1: flickr

Flickr ist die vermutlich größte Fotogalerie im Internet. Bei flickr recht viele Follower und somit Betrachter der eigenen Bilder zu bekommen ist recht einfach, wenn man weiß wie's geht. Allerdings ist flickr nicht annähernd so hip und cool wie Instagram, mir als altem Knochen aber ziemlich Schnuppe.
Wenn es euch also wichtig ist, dass möglichst viele Leute eure Bilder anschauen ist flickr die erste Wahl. Es sind dort, nicht wie bei Facebook, Twitter & Co., ausschließlich andere Fotografen und Fotointeressierte unterwegs.

Als erstes solltet ihr möglichst viele Leute gewinnen die euch folgen. Sucht andere Fotografen die ähnliche Interessen haben und folgt ihnen, viele werden euch dann auch folgen. Schaut euch deren Bilder an, kommentiert sie und markiert sie als Favoriten. Ihr solltet das aber nur bei Fotos machen die euch tatsächlich gefallen.

 

Ladet nur eure besten Bilder hoch, wenn ihr zu viele "Aussetzer" zeigt werden sich die meisten Follower von euch abwenden. Ladet nicht zu viele Bilder auf einmal hoch. Wenn ihr 20 sehr ähnlich Bilder auf einmal hochladet wird sich die kaum jemand alle ansehen. Für mich hat sich 1 Bild pro Tag als "sehr effektiv" erwiesen. Ich bin sehr präsent und nerve aber niemanden mit zu vielen Bildern.

 

Da ich nicht nur ein fotografisches Thema habe versuche ich auch abwechselnd Bilder aus den verschiedenen Bereichen hochzuladen, und nicht 20 Tage lang Light Paintings und dann 10 Tage Fotos von Lost Places. Sicher gibt es unter meinen Followern einige die sich nur für eins meiner Themen interessieren, und ich möchte sie möglichst alle bei Laune halten. Mittlerweile finden allerdings einige eingefleischte Urbexer meine Light Art Bilder gut und fangen an sich für das Thema zu interessieren und zu begeistern. Und das freut mich dann am meisten.

Gruppen

Ich teile meine Bilder in recht vielen Gruppen. Die Gruppen sollten unbedingt zu eurem Thema passen, es bringt nichts ein Light Painting in einer Gruppe für Landschaftsfotografie zu posten.  Man kann nicht pauschal sagen ob ein Bild in einer Gruppe mit sehr vielen Mitgliedern, und somit sehr vielen Bildern, mehr Aufmerksamkeit bekommt als in einer Gruppe mit 2000 Mitgliedern welche aber genau die gleichen fotografischen Interessen haben wir ihr.

Schaut euch am Besten erstmal in den Gruppen um in denen die Leute denen ihr folgt ihre Bilder teilen.

Die Anzahl der Gruppen ist so weit ich weiß nicht limitiert, manche meine Bilder sind in über 150 Gruppen. 

 

Sonderfall Award-Gruppen:  In bestimmten Gruppen müsst ihr für jedes Foto welches ihr postet ein oder auch mehrere andere Fotos mit einem vorformulierten Kommentar versehen. Das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber meiner Erfahrung nach bringt das recht viel Aufmerksamkeit für die eigenen Bilder.

 

Wenn es für euer spezielles Thema keine Gruppe gibt dann gründet einfach eine und sucht alle Gleichgesinnten und  schickt ihnen 'ne Einladung für eure Gruppe.

Explore

Die meiste Beachtung erfahren die Bilder bei flickr Explore, oder "Entdecken" wie es auf der deutschen Seite heißt. Nach welchen Kriterien die Bilder dafür ausgewählt werden ist recht intransparent. Man kann selbst wenig Einfluss darauf nehmen ob ein Bild bei Explore gezeigt wird. Die Anzahl der Klicks, Favoriten und Kommentare hat höchstwahrscheinlich keinen Einfluss darauf, und wenn dann werden eher Bilder mit wenig Klicks ausgewählt als welche mit 3000 oder mehr. Wenn euer Bild in mehr als 4 bis 5 Gruppen, vor allem Award-Gruppen ist geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null, dass es bei Explore gezeigt wird. 

 

Ich poste meist ein Bild und teile es in 1 bis 2 Gruppen. Nach einigen Tagen teile ich das Bild dann in allen relevanten Gruppen. Nach einigen Erfahrungen werden die Bilder meist kurze Zeit nach dem posten für Explore ausgewählt.

Tags

Verseht eure Bilder mit guten, sinnvollen Schlagwörtern. Viele Leute suchen bei flickr selbst aber auch bei Google und anderen Suchmaschinen nach Bildern zu einem bestimmten Thema. Die Anzahl der Tags ist bei flickr nicht begrenzt oder zumindest recht hoch, und mehr als 30 fallen mir meist auch nicht ein.
Die meisten Seiten lesen die Tags aus den Metadaten des Bildes, die einfachste Variante ist also das Bild vor dem Hochladen mit den passenden Tags zu versehen. Wenn ich ein Bild auf 10 verschiedenen Seiten hochladen spare ich mir so einiges Getippe. 

Teilen

Bei flickr habt ihr die Möglichkeit jedes Foto direkt auf Facebook, Tumblr, Twitter und Pinterest zu teilen. Ihr solltet diese Funktion nutzen um Leute von "außen" auf euer Portfolio aufmerksam zu machen und als Follower zu gewinnen. Darüber hinaus könnt ihr über diese Funtkion auch einen Link zum Einbetten auf anderen Seiten, z.B. eurer eigenen Homepage, generieren lassen. 
Ein weiterer Vorteil liegt an der besseren Darstellung der Bilder als z.B bei Facebook, also teile ich meistens den Link zu flickr anstatt das Bild direkt bei Facebook zu posten.

Alben

Speichert eure Bilder in sinnvoll erstellten Alben. Wenn ihr verschiedene Themen habt, Light Art, Lost Places, Landschaften usw. erstellt zu jedem Thema ein Album. Wenn sich jemand für eure Light Art Fotos, aber überhaupt nicht für Landschaften interessiert bietet ihr somit euren Besuchern die Möglichkeit sofort nur das zu sehen was ihn oder sie interessiert. Ein Bild kann in beliebig vielen Alben sein, somit könnt ihr zusätzlich eine für euch selbst passende Struktur aufbauen, alle Bilder aus dem Jahr 2015, oder ähnliches. 

Den Besuchern wird es meist völlig Wumpe sein wann ihr das Bild aufgenommen habt, euch selbst sicher nicht. Allerdings bietet seit einiger Zeit flickr selbst mit der Funktion "Aufnahmen" eine gute Funktion zum filtern der Bilder nach dem Datum, allerdings nur nach dem Upload-Datum. 

Oder ich erstelle ein zusätzliches Album für die Bilder aus meinen Workshops damit die Teilnehmer "ihre" Bilder schnell finden und packe sie dann einmal ins Album "Light Art" oder "Light Painting" und zusätzlich ins Album "Workshop". Die Möglichkeiten zu einer guten Organisation eurer Bilder für euch und eure Besucher sind fast grenzenlos.

Galerien

Galerien bieten die Möglichkeit Bilder anderer Fotografen auf eurer flickr Seite zu speichern. Somit habt ihr eine einfache Möglichkeit Bilder, die euch gut gefallen oder euch inspirieren nach Thema für euch zu speichern. Wenn ihr 5000 Bilder favorisiert habt und eins von vor einem halben Jahr noch mal anschauen wollt werdet ihr diese Funktion schätzen.

Darüber hinaus könnt ihr anderen Fotografen zeigen was euch so gefällt. Bei einer guten Auswahl nutzt das sicher auch wieder eurer Popularität.

Statistiken

Wenn ihr die Kohle für den Pro Account ausgebt habt ihr die Möglichkeit Statistiken anzeigen zu lassen. Ihr seht wie viele Klicks, Favoriten und Kommentare ihr an einem bestimmten Tag, für ein bestimmtes Bild und für die gesamte Zeit bekommen habt.

Fazit

positiv:
- ein großes Publikum

- man bekommt recht einfach viel Aufmerksamkeit

- die Plattform lässt sich recht vernünftig bedienen, die meisten Funktionen sind sehr durchdacht

- es wird nicht dauernd was geändert

- nach meinen Erfahrungen ist flickr, im Gegensatz zu manch anderen Plattformen, relativ frei von irgendwelchen Modeerscheinungen, da gibt es keine Flut von Eichhörnchen, dann sind Füchse modern, dann Polarlichter usw. Vermutlich ist flickr für solche Phänomene zu groß und vor allem zu international.

 

negativ:

- die Rückmeldung zu den Bildern ist oftmals recht emanzipiert von der Güte des Fotos, also wenn ihr unsicher seid ob euer Bild wirklich granatenmässig gut ist könnt ihr das an der Zahl der Klicks und Favoriten nicht ablesen, dafür braucht ihr andere Plattformen, dazu dann mehr in den nächsten Folgen

- um in Kontakt mit anderen Fotografen zu kommen ist flickr auch nicht die erste Wahl, nach meinen Erfahrungen geht es dort recht oberflächlich zu, einen persönlicher Kontakt zu anderen Leuten mit gleichen Interessen konnte ich bisher noch nicht bei flickr herstellen, allerdings hab ich es auch noch nicht so sehr darauf angelegt weil so etwas bei Facebook einfacher geht

- Links unter den Bildern werden meist nicht wahrgenommen und kaum geklickt, es somit recht schwierig die Leute von flickr aus auf eure Homepage oder anderswo hin zu lotsen

 

Ich hoffe, ich konnte etwas zu eurer Erhellung beitragen.

https://www.flickr.com/photos/lichtkunstfoto/

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Logos im Bild

Wieso versauen sich so viele Fotografen ihre Bilder mit irgendwelchen Logos?

Sicher, ich hab in meinem Beispiel ein wenig übertrieben, aber selbst kleiner und "unauffälliger" stört das den Betrachter, zumindest geht es mir so. Und zwar (fast) immer. Und ein Bild wie meins hier wird sich wohl niemand gerne anschauen egal wie geil es eigentlich ist.

 

Der erste Grund könnte sein, dass die Fotografin oder der Fotograf das Bild damit vor unautorisierter Nutzung schützen will. Das würde hier in meinem Fall ganz gut funktionieren. Da sich solch ein Bild aber niemand ansehen würde habe ich eine viel bessere Möglichkeit dieses zu verhindern: ich veröffentliche das Bild überhaupt nicht. Das spart die Zeit zum Reinbasteln des Logos und zum Hochladen und ist der beste Schutz gegen Diebstahl. 

Wenn das Logo dezenter und an einer nicht so bildwichtigen Stelle untergebracht wurde benötigt wahrscheinlich jeder der Photoshop fehlerfrei schreiben kann nur 30 Sekunden um das Logo aus dem Bild zu stempeln oder den Schnitt so zu ändern, dass das Logo nicht mehr sichtbar ist. Also nix mit wirksamem Kopierschutz.

 

Natürlich möchte auch ich nicht, dass meine Bilder auf irgendwelchen russischen Internetseiten zum Verkauf feil geboten werden (wie im letzten Jahr geschehen) und ich nicht einmal einen kleinen Obelix dafür bekomme. Aber diese Herrschaften hindert auch ein Logo im Bild nicht an ihrer Geschäftsidee.

 

Eine gute Idee ist die Bilder nur mit einer recht kleinen Auflösung zu veröffentlichen, ich rechne sie meist auf 1200 Pixel in der Breite runter. Zum Ansehen am Computerkasten genügt das, für einen Print größer als 10x15cm in halbwegs akzeptabler Qualität ist das zu klein.

Eine weitere Möglichkeit sind Internetspione wie z.B. Plaghunter. Diese finden recht zuverlässig Kopien eurer Bilder und rechnen gleich die fällige Vergütung aus.

Wenn ich möchte, dass möglichst viele Leute meine Bilder ansehen und ich einige für meine Art der Fotografie begeistern kann muss ich auch das ein oder andere Risiko eingehen.

 

Grund Zwei: Eitelkeit. Kann ich grundsätzlich gut verstehen. Ich bin allerdings so eitel, dass die geneigten Betrachter meiner Bilder diese als meine identifizieren mögen ohne ein Logo im Bild zu sehen. Wenn die Betrachter meine Bilder ausschließlich am Logo als meine erkennen, sollte ich vielleicht an meinen fotografischen Skills noch etwas feilen. 

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sehr viele Leute irgendwelche Texte aus dem Bild abtippen um mehr über die Fotografin oder den Fotografen zu erfahren. Für diesen Zweck gibt es eine moderne Erfindung: den Link.

 

Und so richtig lustig sind dann Kollegen die bei Workshops die Light Art Performance anderer fotografieren und das Bild dann mit ihrem Logo versauen, veröffentlichen und am Besten bei irgendwelchen Wettbewerben damit Preise gewinnen wollen, wie letztens bei diesem schönen CEWE-Contest.

 

Über den kleinen Bruder des Logos, den Rahmen, ... das verkneife ich mir an dieser Stelle... erstmal

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Welche Lampe?

Welche Lampen benutze ich? 
Ich benutze fast ausschließlich LED-Taschenlampen von LED LENSER für meine Bilder. Sicher, helle Lampen gibt es auch von anderen Herstellern, aber ich habe bisher keine anderen Lampen gefunden, die sich vernünftig fokussieren lassen und das Licht wirklich gleichmäßig genau an die Stelle bringen an der ich es haben will. Im Moment verwende ich einige kleinere Lampen an meine Tools, wie z.B P5R.2, M1, M5 und meine neue Lieblingslampe M3R. Bei manchen Tool verwende ich gelegentlich auch größere Lampen wie M7RX, M7, P7 oder ähnliche. 

Zur eigenen Sicherheit trage ich beim Fotografieren ein Kopflampe, meist eine H7R.2. Auch diese ist fokussierbar und lässt sich stufenlos dimmen.

 

Zur Ausleuchtung der Umgebung benutze ich LED LENSER X21R.2 und X21.2.  Um Akzente zu setzen sind M7RX oder X7R gut geeignet. Um kleine Spots aus größerer Entfernung zu setzen benutze ich die P5R.2, diese hat den kleinsten Fokus und ist für solch eine kleine Lampe sehr hell.

Zur Ausleuchtung mit UV-Licht benutze ich eine umgebaute X21 und eine umgebaute P7. Beide Umbauten stammen von meinen Freunden Heinz-Jörg Wurzbacher und Garry Krätz ( EMD - Electrical Movements in the Dark). Zu kaufen gibt es nichts vergleichbares. Die UV-Lampen, die man so kaufen kann haben nicht diese Leistung und vor allem haben sie kein Fokus-System. Wenn ihr noch 'ne alte X21 habt, und die beiden Jungs gaaanz lieb fragt bauen sie vielleicht auch für euch eine um.

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Live Composite

Das Thema Live Composite oder auch Live Bulb wurde im letzten Jahr in der Light Painting Community sehr kontrovers diskutiert. Die Einen sehen nur die Möglichkeiten mit sehr einfachen Mitteln eine vernünftige Ausleuchtung zu realisieren, die Anderen sind der Meinung, dass das kein Light Painting ist weil das Bild nicht in einer Belichtung, also zwischen dem einmaligen Öffnen und Schließen des Verschlusses, entstanden ist.

 

Was ist das überhaupt?

Bei dieser Technik, die in einigen Kameras integriert ist, wird das Licht in mehreren Aufnahmen addiert. Alles was in dem nächste Bild heller ist als im Bild davor wird sichtbar. Eine recht einfache, komfortable Möglichkeit Light Paintings zu erstellen. Man kann zwischendurch immer mal wieder auf das Display sehen und beurteilen ob man schon genug Licht im Bild hat.

 

Sollte man diese Technik nutzen?

Wenn ich einen Orb nicht sauber drehe hilft mit diese Technik nicht weiter, bei der Ausleuchtung des Raumes aber schon. Ich komme vermutlich schneller zum gewünschten Ergebnis. Im Falle einer Auftragsarbeit kann man das evtl. benutzen, dem Auftraggeber wird in den allermeisten Fällen völlig egal sein wie ich das Bild gemacht habe, den interessiert nur das Ergebnis.

Die meisten Bilder mache ich allerdings nicht für einen Auftraggeber sondern für mich. Und für mich würde ich Live Composite nicht benutzen. 

Als Marathonläufer könnte ich die Strecke auch mit dem Auto fahren. Ich wäre wesentlich schneller am Ziel, aber was ist das für eine Leistung 42km mit dem Auto zu fahren? Das Glücksgefühl und die Befriedigung es geschafft zu haben werde ich nie haben. 

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Warum ich Light Art Fotograf wurde

Vor einigen Jahren, wenn ich mich recht erinnere war es Ende des Jahres 2012, bin ich eher durch Zufall über sehr beeindruckende Lichtkunstfotografien gestolpert. Fotografen haben mit größter Präzision Figuren aus Licht erschaffen und diese durch Ausleuchtung perfekt in die jeweilige Umgebung eingepasst. Sie nannten es LAPP - Light Art Performance Photography.
Mir war, im Gegensatz zu den meisten anderen ungeübten Betrachtern solcher Fotos, sofort klar, dass die Herrschaften das tatsächlich so fotografiert, und nicht irgendwie in Photoshop zusammengebastelt haben. Ich war infiziert, umso mehr Bilder ich mir anschaute desto größer war mein Wunsch auch solche Bilder zu machen. Aber, wie fange ich an, was brauche ich alles? Ich begann also im Internet  zu recherchieren... und fand... fast nichts. Na gut, dachte ich, David Copperfield verrät seine Tricks auch nicht, aber wenn die das können kann ich das auch! Ich fing also an zu experimentieren. Alles was leuchtet in der Wohnung und im Keller zusammen gesucht, in allen möglichen Geschäften nach LED-Spielzeugen ausschau gehalten, einige Leute so lange genervt, dass sie mir bei den Fotos geholfen haben (Danke Erik, Anni und Christian) und dann ging es los. Die ersten Ergebnisse waren dann doch eher ernüchternd, mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich nicht in ein par Wochen Fotos wie JanLeonardo Wöllert machen werde. Gleichzeitig wuchs natürlich meine Bewunderung, weil ich jetzt wusste wie viel Arbeit in diesen Bildern tatsächlich steckt und wie weit ich noch von wirklich guten Bildern entfernt bin. Viele hätten sicher an diesem Punkt aufgegeben, ich wollte bessere Light Art Bilder machen. Das ist immer noch mein Antrieb. Ich will nicht anderen Fotografen Konkurrenz machen. Ich will keine besseren Bilder machen als die Fotografen die mich damals inspiriert haben und das immer noch tun. Ich will morgen ein besseres Bild machen als heute, so einfach ist das.  

Den meisten geneigten Betrachtern meiner Bilder wird der Aufwand für solch ein Foto nicht so recht bewusst sein. Der Aufwand für dieses Foto:
- Bau des Tools für die Kreisscheibe: 1 Stunde

- Bau des Anzugs: 3 Stunden

- Bau des Lichtschwertes: 5 Minuten :-)

- Aufbau der Szene (Scheibe platzieren, Kamerastandpunkt suchen, Lampen für die Ausleuchtung des Raumes platzieren): 2 Stunden

 - Testaufnahmen: 30 Minuten

- das Foto aufnehmen: 10 Sekunden, ja, ich habe das so alles gleichzeitig aufgenommen (Scheibe, mich als Model und die Ausleuchtung)

Nicht mitgerechnet sind dabei die vielen Stunden um überhaupt zu Verstehen wie man ein solches Bild choreografiert.

Material: LED LENSER X21R.2 (300€), X21.2 (200€), X21 EMD UV-Version (unbezahlbar), M7RX (150€), 3 mal M3R (je 50€), 4 Stative (zusammen 850€), Lichtformer für Schwert und Scheibe (30€), Material für den Anzug (50€), Akkus, Batterien, Gaffa, Kabelbinder und anderer Kleinkram (20€), Akkuschrauber (270€) 
Also über 6 Stunden Zeit investiert und Material für ca. 2000€ benutzt, Kamera, Objektiv, Stativ dafür und Fernauslöser nicht mitgerechnet. Das ist also nur etwas für Besessene. Ich hoffe, ich hab jetzt niemanden von euch demotiviert sich auch an solchen Bildern zu versuchen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei JanLeonardo Wöllert, Heinz-Jörg Wurzbacher, Garry Krätz, Ummel und Gus Mercerat für die Inspiration bedanken. Ohne euch und eure Bilder hätte ich mich vermutlich niemals an solchen Fotokunstwerken versucht. Mit einigen der genannten Herrschaften bin ich mittlerweile befreundet, schon alleine dafür hat sich die ganze Mühe gelohnt.

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Meine Top 10 Fragen zum Thema Light Art Photography 2015

Das Jahr hat zwar noch ein par Tage, aber ich denke, da wird sich nicht mehr so viel ändern. Die Reihenfolge ergibt sich aus der gefühlten Häufigkeit der mir gestellten Fragen.

 

10 

F: Warum fotografierst Du immer in so kaputten Gebäuden?

A: Mach ich doch gar nicht immer. 

Die Idee, in verlassene, spannende, geschichtsträchtige Orte mit meinen Lichtkunstfotografien wieder etwas Leben zu bringen ist ist aber sicher auch total abwegig.

 

9

F: Warum machst Du keine Fotos mit Stahwolle? Warum machst Du keine Domes?

A: Weil ich diesen Effekten nicht so viel abgewinnen kann, um es mal vorsichtig auszudrücken. Außerdem gibt es davon schon Millionen Fotos, ich versuche mich lieber an Sachen von denen es noch keine Youtube-Tutorials gibt.

 

8

F: Warum benutzt du denn keine Olympus Kamera mit dieser tollen Light Composite Funktion?

A: Weil das nichts mit Light Art Photography zu tun hat, ich erstelle meine Fotos während einer einzelnen Belichtung.

7

F: Warum verrätst Du nicht wie Du das gemacht hast?

A: Erstens wäre es dann nur noch halb so spannend für den geneigten Betrachter der Bilder und zweitens bin ich einfach nicht gewillt Wissen, welches ich mir in Monaten oder Jahren mühevoll erarbeitet habe einfach so, ohne Gegenleistung zu transferieren auch wenn Du mich für einen Arsch hältst. Und wenn Du wirklich wissen willst wie es geht kannst Du gerne einen meiner Workshops besuchen.

 

6

F: Ist es schwierig solche Bilder zu machen?

A: Nein, ganz einfach, kann jeder nach einer Kurzeinweisung.

 

5

F: Wie wurde das Licht in Deinem Bild gemacht?

A: Das Licht wurde mit Licht gemacht.

 

4

F: Warum ist Dein Workshop so teuer?

A1: Damit ich mir nächstes Jahr endlich den Zweit-Porsche kaufen kann.

A2: Gut, dann rechnen wir mal:

90€ x 10 Teilnehmer = 900€

minus 19% Umsatzsteuer = 729€

minus Miete für die Location und Aufwandsentschädigung für meinen Assi = 329€

minus Material ausschließlich für den Workshop (Batterien, Verpflegung, Kaffee usw.) = 250€

minus Einkommenssteuer = 175€

Arbeitszeit ca. 20 Stunden ( 5 Stunden Workshop, An- und Abfahrt, Ein- und Ausladen, Vorbereitung, Ankündigung, Webseite programmieren,...). Stundenlohn = 8,75€, wie hoch war noch mal der Mindestlohn in Deutschland? Und das auch nur wenn der Workshop auch ausgebucht ist.

Und die 175€ werden 1:1 in neues Zeug für's Light Painting angelegt.

Warum ich trotzdem Workshops mache? Weil die Begeisterung und Freude der Teilnehmer, nein nicht die Teilnehmer die fragen warum das so teuer ist, unbezahlbar ist. Und wenn nur einer der Teilnehmer später eigene Fotos macht war der Workshop für mich erfolgreich.

Wäre ich nicht in der glücklichen Lage auch nicht unter der Brücke schlafen zu müssen wenn ich nicht 1 Cent damit verdienen würde, hätte ich aber bestimmt eine andere Meinung und meine Workshops wären dann tatsächlich teuer.

 

3

F: Bist Du erfolgreich mit diesen Bildern?

A: Ja.

Obwohl das natürlich eine Frage der Definition von Erfolg ist. Wenn mein Bild unter den Top 10 des Light Painting Award 2015 ist und Kollegen, die wesentlich bessere Bilder als ich abliefern (JanLeonardo Wöllert, Patrick Rochon, EMD, Pala Teth...) meine Bilder gefallen ist das schon ein großer Erfolg für mich.

 

2

F: Kann man von Light Art Photography leben?

A: Sicher kann man das, wenn man gut und fleißig genug ist. Ich kann allerdings nicht davon leben, ich lege es aber auch nicht drauf an. Ich mach lieber Sachen auf die ich Bock habe ohne immer im Hinterkopf zu haben ob, und wie viel Kohle ich damit verdienen kann. Davon mal abgesehen kostet die Ausrüstung auch ein par Taler.

 

1

F: Kannst Du mir kurz erklären wie man solche Lichtobjekte in Photoshop erstellt?

A: Klar kann ich das, nimm einfach den Lightpainting-Brush und mal drauf los.

F: Gibt es denn einen solchen Pinsel in Photoshop?

A: Bestimmt, sonst wärst Du doch nicht auf die Idee gekommen, dass ich meine Bilder in Photoshop zusammengebastelt habe.

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Photonenrotor #27 - 31

Die ersten Light Paintings der Photonenrotor-Serie sind mittlerweile 2 Jahre alt.
Unter Verwendung verschiedener fokussierbarer und pulsierenden bzw. blinkenden Lampen wie z.B Led Lenser M3R, M1 und M5 enstehen diese Lichtgebilde. Das Licht wird  in einer einzelnen Belichtung durch zuvor genau geplante, chorografisch ausgeführte Bewegungen auf den Kamerasensor gemalt - bewegtes Licht, eingefroren in Fotokunstwerken.

Im Gegensatz zu den Bildern aus dem Bereich Light Art Photography wird hier die Umgebung nicht mit ins Bild eingebunden. Alle Bilder der Photonenrotor-Serie findet ihr hier: Galerie Light Painting

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