Light Painting Porträts mit Glasfasern

Zum Erschaffen einzigartiger Light Painting Porträts braucht ihr nicht mehr als eine Kamera, ein Objektiv, ein Stativ, ein Bündel Glasfasern und eine Lampe. Und natürlich ein Model.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #1

Alle in diesem Beitrag gezeigten Bilder habe ich alleine gemacht. Für den Einstieg in diese Light Painting Technik empfehle ich euch, dass ihr zu zweit arbeitet. Kamera bedienen, mit den Glasfasern im eigenen Gesicht rumfuchteln ohne sich die Augen auszustechen und dann noch darauf achten ein nicht allzu blödes Gesicht zu machen ist alles andere als einfach.

 

Zuerst habe ich meine Nikon D750 auf dem Stativ befestigt. Zum Einsatz kam bei allen Bildern mein Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm/f2. Für diese Aufnahmen  könnte man durchaus auch eine längere, also klassische Porträt-Brennweite, verwenden, wenn der Raum etwas größer ist als in meinem Fall. 
An die Stelle, an der ich später stehen wollte, stellte ich ein zweites Stativ auf um den Fokus einstellen zu können. Bei der Arbeit zu zweit funktioniert das natürlich einfacher weil ihr einfach euer Model an die richtige Position stellen könnt und sie oder er dann einfach dort stehen oder sitzen oder liegen bleibt. 

 

Danach machte ich einige Testaufnahmen um die zur Helligkeit des Tools und der geplanten Bewegungsgeschwindigkeit passende Blende zu ermitteln. Im Bild links war dies f11. 

 

Für das Light Painting habe ich in diesem Bild ein Bündel weißer Glasfasern benutzt. Das Tool ist ca. 30cm lang und besteht aus vielen dünnen Glasfasern, genau wie die lustige Glasfaser-Lampe die Oma 1978 auf dem Wohnzimmertisch zu stehen hatte. Am hinteren Ende des Bündels hatte ich zwei Farbfilter-Folien und eine Led Lenser P5R.2 befestigt.

 

Die besten Ergebnisse erzielt man meist wenn man nur eine Bewegung mit dem Tool über das Gesicht macht, die Gefahr durch leichte Bewegungen des Kopfes während der Aufnahme das Bild zu versauen ist recht groß. 

Für die nächsten Aufnahmen habe ich schwarze Glasfasern benutzt. Diese leuchten nur an den Enden. Als Lampe kam beim Bild auf der rechten Seite eine Led Lenser P5R.2 zum Einsatz. Der Blendenring stand weiterhin auf 11.

Beim Bild unten war eine RGB-Taschenlampe an den Glasfasern befestigt. Diese mischt Weiß aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Durch die geringere Helligkeit der RGB-Lampe hatte ich die Blende für diese Aufnahme auf 5,6 gestellt.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #3
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #4
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #2

Die RGB-Lampe ist natürlich nicht vergleichbar mit wirklich guten Lampen mit vernünftigem Fokus-System und heller Hochleistungs-LED. Auch die Verarbeitungsqualität, die Laufzeit mit den kleinen AAA-Batterien und die Präzision der Schalter sind nicht gerade berauschend. Der Vorteil solcher Lampen ist allerdings, dass sich die Farben durch einfache Betätigung des vorderen Schalters, auch während der Bewegung ändern lässt und, dass die Lampe über einen Color-Fading-Modus verfügt.

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
self portrait #5

Bezugsquellen für die Glasfasern gibt es einige. Angefangen von verschiedenen Light Painting Shops wie z.B. lightpaintingbrushes.com von Jason D. Page oder dem französischen Shop  www.lightpainting-shop.com, bei welchem einem der Besuch beim Hauptzollamt eures Vertrauens erspart bleibt. Die dort angebotenen Tools haben den Vorteil, dass sie sich sehr einfach mit dem ebenfalls dort erhältlichen Universal Connector mit den verschiedensten Lampen verbinden lassen.

Wer auf diesen Komfort verzichten will kann einfach eine dieser "klassischen" Glasfaser-Lampen kaufen, das Oberteil entfernen und an diesem die Taschenlampe mit Gaffa-Tape befestigen. Die Teile kosten weniger als die Hälfte der professionellen Tools aus dem Lightpainting Shop.
Links zu Amazon:
Schwarze Glasfaser-Lampe

Weiße Glasfaser-Lampe

Manchmal gibt es diese Lampen auch beim Lebensmittel-Discounter in eurer Nähe. Schnell den Prospekt aus der Papiertonne gefischt und nachgeschaut.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
color_scream / I
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
color_scream / II

Links zu den verwendeten Lampen:
Led Lenser P5R.2

RGB-Lampe

 

Wer diese Technik mal live erleben und selbst ausprobieren möchte bucht einfach unseren nächsten Workshop am 02. September 2017, im Moment sind noch einige Plätze frei.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch

Sven

Profi? Amateur? Was bin ich? Was will ich sein?

Schauen wir uns zuerst einmal die Begriffe an:
Professionell bedeutet erst einmal nur, dass jemand das was er treibt als Beruf ausübt. Also er verdient sein Geld damit. Es bedeutet nicht, dass er auch wirklich gut in dem was er tut ist, und schon gar nicht, dass er per se besser ist als jemand der kein Geld damit verdient. Da der Glaube, gerade in Deutschland, an irgendwelche Regeln, Berufs- oder sonstige Abschlüsse recht groß ist, herrscht oft die Meinung, dass der mit dem Berufsabschluss in der Tasche  grundsätzlich bessere Arbeit abliefert als ein Amateur. Das mag in vielen Bereichen und Berufen auch stimmen. Ich würde bestimmt nicht zu einem Arzt gehen, der kein abgeschlossenes Medizinstudium hat. Aber ob der Bäcker eine Berufsausbildung hat, oder der Frisör ist mir relativ Schnuppe. Wichtig ist nur, dass die Brötchen gut sind und die Frisur sitzt. Ja, ich weiß, der Vergleich mit dem Frisör ist in meinem Falle recht albern. 
Im Bereich der Light Art Photography oder des Light Painting gibt es keine Berufsausbildung. Eine Ausbildung zum handwerklichen Fotografen würde mir dafür nicht viel nutzen, die Kamera ist ja in den meisten Fällen nur unsere leere Leinwand. Zumal ich seit über 40 Jahren ambitioniert fotografiere und mein Wissen im Bereich Fotografie mittlerweile deutlich umfangreicher sein dürfte als das, was in einer 3½-jährigen Berufsausbildung vermittelt werden kann. 

 

Aber natürlich wird der Berufsfotograf immer den Versuch unternehmen sich vom Amateur abzugrenzen in dem er seine Professionalität betont. Und das muss er auch, er ist schließlich auf die Einnahmen angewiesen um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren und nicht die Leasingrate für den Dritt-Porsche. Also in den meisten Fällen jedenfalls.

 

Amateur stammt vom lateinischen Begriff für Liebhaber ab. Der Amateur verdient also meist kein Geld mit dem was er tut sondern macht dies aus Liebhaberei. Das hat so einige Vorteile. Erstmal rattern nicht dauernd Zahlen durch seinen Kopf, er muss sich keine Gedanken über Marketing, Werbung, Kundengewinnung, Steuererklärung und anderen Kram machen. Er kann somit unter Umständen viel mehr Kraft und Zeit in sein eigentliches Tun investieren. Außerdem kann er genau das machen worauf er gerade Bock hat. Er muss keine Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden nehmen. Er muss sich keine Gedanken darüber machen ob vielen anderen Menschen seine Arbeitsergebnisse gefallen, er will ja schließlich kein Geld damit verdienen. 
Die allermeisten Light Art Fotografen und Light Painter sind Amateure. Sie machen das aus einem einzigen Grund: sie haben Spaß an dem was sie tun! Eine bessere Motivation kann es meiner Meinung nach nicht geben. 

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Photonenrotor #81

Was bin ich?
Ich verdiene Geld mit meiner Light Art Photography, also bin ich professioneller Light Art Fotograf.
Ich mache Bilder nach meinen Vorstellung, ohne Rücksicht darauf, ob ich damit Geld verdienen kann. Also bin ich Amateur. 
In einigen Fällen sogar beides gleichzeitig. Ansonsten ist dieser Spagat alles andere als einfach.
Da die Kosten für die benötigte Ausrüstung und die Reisekosten zu den Locations zuweilen recht hoch sind bin ich auf Einnahmen angewiesen, ansonsten könnte ich viele Light Art Bilder gar nicht umsetzen. Der Zeitaufwand ist meist recht groß, in der gleichen Zeit könnte ich mit einer "richtigen" Arbeit sicher viel mehr Geld verdienen. Allerdings könnte ich dann nicht mehr weitgehend wie ein Amateur arbeiten. 

Oftmals haben wir Glück mit unseren Kunden. Sie lassen uns einfach das machen, was wir gut können und gut finden. Sie vertauen auf unseren Sachverstand und unser künstlerisches und ästhetisches "Gefühl".

Zuweilen gibt es auch solche Kunden, die ganz klare Vorstellungen vom Ergebnis haben. Das ist allerdings auch nur dann problematisch wenn sie dann möglichst viele Farben oder Stahlwolle im Bild haben wollen oder ähnliche Dinge, die wir sonst niemals freiwillig in unseren Bildern umsetzen würden. Den Kundenwunsch im Falle der Stahlwolle würden wir allerdings immer ablehnen. 

Ein anderer Aspekt betrifft die Kreativität. Unter Druck werden wohl die wenigsten Menschen wirklich kreativ arbeiten können. Die besten Bilder machen wir wenn wir ausgeschlafen sind und ohne Zeitdruck arbeiten können. Wenn unsere Kunden ein Shooting für 3 Stunden buchen, sind wir gezwungen in 3 Stunden auch einige gute Bilder umzusetzen. Da bleibt wenig Raum für Experimente, für Tests neuer Tools und Ideen. Wir werden eher bewährte Tools und Techniken in einem solchen Shooting benutzen. 
Ganz schwierig wird es wenn wir unseren Kunden erklären müssen, dass wir bestimmte Dinge nicht mit Licht umsetzen können und dann zu hören bekommen, dass Dieses oder Jenes doch mit Photoshop ginge. Ja bestimmt, aber wir benutzen kein Photoshop! Allerdings mussten wir bisher aus diesem Grund keinen 20000€-Auftrag  sausen lassen. Da würden wir wahrscheinlich schwach werden und die Bilder am Rechner zusammenbasteln. 

 

In unserem Schaffen im Bereich der Light Art Photography hat bisher kaum jemand danach gefragt ob wir eine Ausbildung als Fotograf oder was auch immer absolviert haben. Wieso auch? Wenn ich einen Fotografen für unsere Hochzeit suche, wähle ich doch nicht denjenigen der das beste Ausbildungszeugnis oder gar einen Meisterbrief in der Tasche hat, sondern ich sehe mir die Portfolios an und entscheide mich dann für den mit den Bildern die am Besten meinen Geschmack treffen. Mich würde nicht die Bohne interessieren ob er irgendeinen Beruf erlernt hat. Es ist doch letztendlich für das Ergebnis egal, wie und auf welche Weise sich jemand sein Wissen und Können angeeignet hat.  Es zählt nur das Ergebnis wie viele Fotografen zu sagen pflegen.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

Druckt eure Bilder!

Es ist immer ein besonderes Erlebnis von einem Bild, in dem viele Stunden Arbeit stecken, einen großen Print in guter Qualität in den Händen zu halten. Kein Vergleich zur Darstellung auf dem Monitor, egal wie groß und gut dieser ist. 
Allerdings gibt es auch beim Print recht große Unterschiede in der Qualität. Für den Schnappschuss mit dem Mobiltelefon mag der Druck aus der Maschine beim Drogeriemarkt völlig genügen, für den großen Print eines wirklich guten Bildes aber sicher nicht. 
Prints auf Papier bis zur Größe A3 drucke ich selbst aus. Ich benutze dafür einen Epson XP-960. Einzig die Mondpreise für die Tintenpatronen sind nicht akzeptabel. Das ist allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Epson, mittlerweile versuchen alle Hersteller die relativ geringen Preise für ihre Drucker durch den Umsatz mit ihren Tintenpatronen zu kompensieren. Für meinen Epson- Drucker gibt es zahllose Hersteller für kompatible Tintenpatronen. Ich habe Patronen von 5 oder 6 Herstellern getestet. Keine Patrone war zufriedenstellend. Entweder waren die Farben und somit das Ergebnis nicht gut oder, noch häufiger, die Tinte hat den Druckkopf verstopft und ich hatte lauter lustige Streifen auf den Bildern. Seit einiger Zeit benutze ich ein Nachfüllsystem von Farbenwerk. Die Erstausstattung ist zwar etwas teurer als die billigen, nachgebauten Patronen, aber dafür ist das Druckergebnis genauso gut wie mit den Originalpatronen von Epson. Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Benutzt die beigelegten Gummihandschuhe, die Farbe geht nur sehr langsam wieder von den Händen ab.

 

Links:
http://farbenwerk.com/
Epson XP-960 bei Amazon

Sihl Masterclass High Gloss bei Amazon
Sihl Masterclass Lustre bei Amazon 

 

Größere Prints, Drucke auf anderen Materialien wie Acryl, Metall, Holz oder Leinwand lasse ich bei Whitewall anfertigen. 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

Erfolg bei Instagram?

Ich poste meine Bilder u.a. bei flickr, 500px, Facebook, View Fotocommunity, c't Fotografie, Fotoforum und 1x.com. Bei all diesen Plattformen habe ich ein grobe Idee wie sie funktionieren und was ich dort erwarten kann. Einzig Instagram verstehe ich bis heute nicht. Ich weiß gar nicht so genau wie lange ich schon bei Instagram angemeldet bin. Seit 1 Jahr, seit 2 Jahren...? Vermutlich irgend etwas dazwischen.  Es mag meinem hohen Alter (75% der Instagramer sind unter 30)  geschuldet sein oder an meinem künstlerischem Anspruch liegen. Meine Idee ist es dort meine Arbeiten zu präsentieren und Feedback dafür zu bekommen, um mit diesem Feedback dann in der nächsten Woche bessere Bilder zu machen. Das scheint aber im Fall von Instagram eine völlig abwegige Idee zu sein. 99,9% der Leute dort sind nur geil auf irgendwelche Zahlen. Es ist wichtig viele Follower und Likes und Kommentare zu haben, völlig emanzipiert davon ob der abgelieferte Content völlig belangloser Schrott ist. 

Da wird dann gerne ganz tief in die Trickkiste gegriffen um die Zahlen in die Höhe zu treiben:
- Follow for Follow. Ich folge Leuten deren Bilder mir gefallen und sonst niemanden! Und ich hoffe, meine aktuell 958 Follower folgen mir auch nur deshalb weil sie meine Bilder sehen wollen.
- Like for Like. Siehe oben.
- Likes und Kommentare kaufen. Ja das geht. Es gibt dutzende Anbieter bei denen ich für jedes Bild 1000 Likes, oder wie viel auch immer, von irgendwelchen Fake-Accounts kaufen kann, oder 1000 Follower, Kommentare... Wozu sollte ich so etwas tun? Ich will ECHTE Follower und Likes!
- Geld dafür bezahlen um in irgendwelchen großen Sammelaccounts gefeatured zu werden? FUCK YOU! Ohne den geteilten Content der Fotografen wärt ihr gar nichts! Ihr müsstet die Fotografen dafür bezahlen, dass ihr die Bilder verwendet.
- Mitgliedschaft in einem oder mehreren Pools in denen sich die Leute dazu verabreden ihre Bilder zu einer bestimmten Uhrzeit gegenseitig gut zu finden und zu kommentieren. Ja meinetwegen, allerdings ist mir für diesen Blödsinn meine Zeit zu Schade. Und unbedingt ehrlich und echt ist das auch nicht.

Seit der Umstellung von der chronologischen Darstellung der Bilder zu diesem gefilterten Stream wie bei Facebook werden diese Auswüchse immer schlimmer. Und wozu das Ganze? Viele träumen vom schnellen, großen Geld. Aber selbst wenn es mir gelänge Geld für irgendwelchen verwerflichen Werbeblödsinn zu kassieren bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Blase ganz schnell platzen wird. 

 

Erfolgreich sind dort fast ausschließlich Leute, die jeden Tag ein sehr ähnliches Bild posten oder Bilder hochladen die schon 5000 andere Leute vor Ihnen fotografiert und bei Instagram gepostet haben. Das entspricht jetzt nicht unbedingt meinem künstlerischen Anspruch, aber um diesen geht es auf dieser Plattform ganz offensichtlich nicht.

 

Ich werde meine Studien bei Instagram noch etwas fortführen, es sei denn, die Freunde löschen meinen Account weil ich versehentlich ein Tittenbild hochgeladen hab. 


Icke bei Instagram

Bleibt euch treu und allzeit gutes Licht

Sven

Wie entsteht ein Light Art Bild?

Als erstes stellte ich ein großes Stativ auf und befestigte drei Led Lenser M3R mit verschiedenen Lichtformern für die Kreisscheibe. In diesem Fall ein 1 Meter langes, dünnes Plexiglasrohr und zwei ca 20 cm. lange kürzere Rohre. Die drei Testaufnahmen sind links zu sehen. Im fertigen Bild hab ich mich dann allerdings für eine vierte Variante entschieden. 
Das Aussehen der Scheibe lässt sich recht einfach durch unterschiedliche Drehgeschwindigkeiten ändern. Der Nachteil ist allerdings, dass ich, wenn ich die Scheibe nochmal genau so wiederholen will, auch wieder genau die gleiche Drehzahl haben muss. Da dieses allerdings gefühlt die zehntausendste Scheibe war die ich gedreht habe, habe ich mittlerweile ein ganz gutes Gefühl für das Tempo.

Als nächstes musste dann die Sonne aus dem Vorraum ausgesperrt werden damit der helle Fleck im Bild rechts  verschwindet.

Um die Laserstrahlen sichtbar zu machen wurde erstmal die Nebelmaschine angeworfen. Der Rauch der Pyrotechnik hätte sich nicht dafür genügt, zumal dieser recht schnell nach oben steigt. Nach 6 Testaufnahmen hatte ich den Laser hinter unserer Uschi ausgerichtet. Da kann man schnell verzweifeln, wir reden hier von wenigen Millimetern und wenigen Grad Bewegung hinter dem Model. Ungeduldigere Charakter hätten den Laser wahrscheinlich schon mehrfach aus dem Fenster geworfen.

Ich benutzte einen roten Laser mit 500 mW. Dadurch war die Zeit um den Laser sichtbar zu machen sehr gering. Allerdings ist das Teil alles andere als ungefährlich. In den Strahl eines solchen Lasers schaut mann nur einmal in seinem Leben. Ich war zum Zeitpunkt der Aufnahme alleine im Atelier und trug eine Schutzbrille. 

Zunächst entsteht ein solches Bild erstmal im Kopf des Künstlers. Ob es sich dann tatsächlich so umsetzen lässt, steht auf einem anderen Blatt. Einige Bildideen schwirren schon lange Zeit in meinem Kopf umher. Einige von ihnen werde ich bestimmt nicht auf den Sensor bekommen. Für andere Ideen wird der Zeitpunkt der Verwirklichung irgendwann kommen.

Die Idee für dieses Bild kam mir recht spontan. Es entspricht, von der störenden Deckenkonstruktion abgesehen so ziemlich meiner Idee.
Da der Fokus auf dem Sensenmann und des Höllentors dahinter liegen sollte musste ich nicht nach einer Location suchen. Das Bild entstand in unserem Berliner Atelier. Die Halle ist dunkel, man kann also zu jeder Zeit die Lampen durch die Dunkelheit bewegen.

Teil 2 der Choreografie: der Sensenmann.
Da weder Gesicht, noch sonst sehr viel vom Model zu sehen sein sollte war dieses Mal Uschi unser Model. Uschi hat viele Vorteile. Sie steht stundenlang still, zappelt nicht herum und quatscht nicht so viel. Da Uschi allerdings recht unbeweglich ist dauerte es eine Weile ihr die Kutte über zuziehen. Als nächstes hab ich die Sense zusammen gebaut und unserer Uschi am Arm festgebunden. Als der Sensenmann dann vernünftig vor der Kreisscheibe ausgerichtet war machte ich die nächste Aufnahme. Zuerst dem Sensenmann mit einer P5R.2 kurz ins Gesicht geleuchtet, dann die Kreisscheibe gedreht und zum Schluß mit einer X21R.2 mit roter Farbfilterfolie von hinten beleuchtet.
Fehlten noch der Laser und die Pyrotechnik.

Für den Pyro machte ich keine Testaufnahme. Es dauert mit einem starken Lüfter mindestens 20 Minuten um den Rauch aus der Halle zu bekommen. So viele Raucherpausen hatte ich nicht eingeplant. ;-)
Also ging es an die Umsetzung der gesamten Choreografie. Bei komplexeren Light Art Bildern mache ich mir manchmal Notizen. Bei recht "einfachen" Light Painting, wie diesem hier, genügt es mir die einzelnen Schritte im Kopf genau zu planen: 
- Kamera auslösen
- dem Sensenmann ins Gesicht leuchten
- Kreisscheibe drehen
- Lampen der Kreisscheibe aus, Pyro anzünden und drehen
- mit der Nebelmaschine den Bereich, in dem die Laserstrahlen sichtbar werden sollen einnebeln

- Laser und Kicklicht einschalten

Ende der Choreografie.

Das Bild oben ist der erste Versuch. Mich störte sofort, dass der Pyro durch den Stahlträger oben unterbrochen wurde. Eine wirkliche Abhilfe gab es nicht. Der Träger wiegt schätzungsweise 5 Tonnen und ist mit einer qualitativ hochwertigen Schweißnaht befestigt. Eine andere Aufnahmeposition ohne Träger oder andere störende Dinge im Bild gibt es nicht. 
Einzige Möglichkeit war hier die Verwendung eines kleineren Feuerwerks. Die beiden Aufnahmen (links) wirken allerdings nicht annähernd so wie der erste Versuch mit dem großen Feuerwerk. Also blieb es beim ersten Versuch. Das passiert nicht so häufig, meist benötige ich mehr Versuche bis zum endgültigen Ergebnis.


Ich habe irgendwann mal entschieden, dass ich aufhöre wenn die zwei nächsten Versuche nicht besser sind als das Bild davor.  Man verzettelt sich dann meist und verplempert viel Zeit ohne ein wirklich besseres Ergebnis zu bekommen. 

Der gesamte Zeitaufwand für diese Light Art Photography betrug inkl. Auf- und Abbau der Szene sowie einigen kleinen Pausen ca. 3,5 Stunden. 

 

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

1 Second Light Painting

Das muss einfach manchmal sein: 

Meist arbeite ich anders; überlegt, geplant und reproduzierbar. Aber manchmal bewege ich mich frei mit den Lampen vor der Kamera.
Ich hatte hier die Kamera auf 1 Sekunde Belichtungszeit gestellt, das Drehrad auf kontinuierliche Belichtung gedreht den Fernauslöser arretiert und los ging's mit der Light Painting Session. Mehrere Minuten habe ich verschiedene Lampen vor der Kamera bewegt. Die Ausschussrate ist recht hoch bei dieser Art  des Light Painting, aber einige Bilder sind dann doch recht sehenswert.

Alle Bilder habe ich mit dem Meyer Optik Görlitz Figmentum 35mm/f2 aufgenommen.

 

Allzeit gutes Licht wünscht

Sven

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Erster Workshop "Choreographische Fotografie"

Am 6. Mai 2017 fand unserer erster Workshop zum Thema choreographische Fotografie statt. Bei der Planung und Vorbereitung des Workshops kamen mir zuweilen einige Zweifel ob dieses Thema überhaupt interessant genug für einen Workshop ist, und vor allem ob es mir gelingt das notwendige Wissen und die Techniken in der relativ kurzen Zeit zu vermitteln. Die Teilnehmer sollten ja schließlich mindestens 2-3 gute Bilder mit nach Hause nehmen und nach dem Workshop in der Lage sein solche Bilder auch ohne meine Hilfe umzusetzen.

Choreographierte Bewegungen der Kamera während einer Belichtung sind schließlich schon noch was anders als Bewegungen mit Lampen vor der Kamera wie im "normalen" Light Painting und der Light Art Photography. Meine Erfahrungen aus den bisherigen Light Painting Workshops halfen mir hier nur bedingt weiter.

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Micaela Zirra

Alle Teilnehmer waren vom ersten Augenblick an begeistert vom Thema und den Bildern. Sie hatten sofort gute Ideen und einen guten Blick für ihre Motive. 

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Berliner Dom © Micaela Zirra

Ich danke meinen begeisterten Teilnehmern, sowie Marla Singer und André Künzel für die Unterstützung. Sicher werden wir einen weiteren Workshop zu diesem Thema anbieten, der "Testlauf" war ein großer Erfolg mit vielen tollen Ergebnissen.

 

Mit den leuchtendsten Grüßen
Sven

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Anne Dohmen

Wir trafen uns um 20:30 Uhr am Berliner Dom. Nach kurzem Kennenlernen vermittelte ich den interessierten Teilnehmer die Grundlagen der Langzeitbelichtung und Nachtfotografie. Nach Montage und Einweisung in die Tools zum Drehen der Kamera versuchten sich die Teilnehmer sofort an ihren ersten Aufnahmen. Nach spätestens 3 Versuchen hatte alle ein erstes gutes Ergebnis auf dem Sensor.  Einige Bilder der zwei Teilnehmerinnen Micaela Zirra und Anne Dohmen könnt ihr hier bewundern. Ich danke den Beiden, dass sie mir ihre Bilder für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt haben.  

choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Berliner Dom © Micaela Zirra
choreographische Fotografie, Light Painting, Light Art Photography
Museumsinsel © Anne Dohmen

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SOOC - Was ist erlaubt? Was ist verboten?

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Photonenrotor #76

Was bedeutet "Straigth Out Of the Camera - SOOC" im Bereich der Light Art Photography? 
Bei kaum einem anderen Thema gehen die Meinungen in der Light Painting Community so weit auseinander. Auf der einen Seite gibt es die Puristen, die ihre Bilder konsequent im JPEG-Format auf die Speicherkarte schreiben und nachträglich am Computer nicht bearbeiten. Weder Schärfen und Entrauschen noch eine Änderung des Schnitts halten sie für akzeptabel.

Am anderen Ende sind dort die Fotografen für die einzig das Ergebnis zählt und die alles am Computer aus ihren Bildern "rausholen" was technisch möglich ist. Composings aus mehreren Einzelaufnahmen, klonen von Teilen des Bildes, "Retusche" unsauber ausgeführter  Lichtfiguren, Veränderung der Farben im Bild usw..

 

Meiner Meinung nach gibt es ein echtes, puristisches SOOC nicht, und kann es auch nicht geben. Selbst wenn ich meine Light Paintings mit einer analogen Kamera aufnehmen würde kann ich durch Wahl des Films, Veränderungen im Entwicklungsprozess und Wahl des Fotopapiers einen sehr großen Einfluss auf des Ergebnis nehmen. Wenn ich die Bilder mit einer digitalen Kamera aufnehme sind die Unterschiede noch größer.

Eine Nikon D810 hat nun mal einen größeren Dynamikumfang als eine Canon Eos 700D. Die Abbildungseigenschaften meiner Meyer Optik Görlitz Objektive sind nun mal deutlich besser als die einer 18-300 Kit-Linse. Und letztendlich hat die kamerainterne Verarbeitung von den Rohdaten des Sensors zum fertigen JPEG-Bild ebenfalls einen sehr großen Einfluss auf das Ergebnis. Auch wenn ich alles auf "Standard" belasse; Sony benutzt ganz andere Algorithmen als Pentax oder Nikon in der internen Bildverarbeitung. Demzufolge habe ich ein anderes Bild wenn ich die gleiche Szene mit zwei unterschiedlichen Kameras aufnehme.

 

Ist die Frage überhaupt wichtig?

 

Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Den meisten Betrachtern unserer Bilder wird es wohl völlig Schnuppe sein wie das Bild entstanden ist. Viele Leute können sich überhaupt nicht vorstellen, dass man solche Bilder in einer Belichtung so fotografieren kann.

Allerdings ist es mir selbst nicht Schnuppe wie ich meine Bilder mache!

Von einigen professionellen Kollegen (keine Light Painter, sonder klassische Fotografen) werde ich zuweilen verspottet, weil ich meine Bilder nicht am Computer einem aufwendigen Postprocessing unterziehe und stattdessen das Bild lieber 20 mal aufnehme bis es sitzt (Time is Money). Wobei eine aufwendige Bearbeitung sicherlich mehr Zeit in Anspruch nehmen würde als die Wiederholung einer Choreografie von 10 oder 15 Minuten Dauer. Auch wenn das Light Painting dann erst beim fünften oder sechsten Versuch gelingt.

Auf der anderen Seite gibt es Leute, die die Nase rümpfen wenn ich ein störendes Teil, z.B. ein Verkehrszeichen in Gimp aus dem Bild entferne oder den Schnitt des Bildes am Rechner ändere. Allerdings würde ich immer eher ein störendes Teil vor der Aufnahme aus dem Bild entfernen, auch wenn es mit etwas Aufwand verbunden ist. Bei einem Verkehrszeichen ist mir der Aufwand allerdings meist zu groß.

 

Ich versuche es mal mit einem Vergleich: 

Die Aufgabe ist 42,195 Kilometer zurück zu legen. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten. Der Erste läuft die Strecke, der zweite fährt sie mit dem Fahrrad und der dritte fährt sie mit dem Auto. 
Der Autofahrer wird das Ziel sicherlich am Schnellsten erreichen, egal ob er mit dem Trabbi oder dem Aston Martin fährt. Aber was ist das für eine Leistung eine solche Strecke mit dem Auto zu fahren? Selbst im Trabbi keine großartige, würde ich sagen. Bewundern wird man den Aston Martin Piloten wohl nur weil er ein so teures Auto fährt. 
Der Radfahrer wird wohl als zweiter die Strecke schaffen. 42,195 Kilometer radfahren mag für einen Untrainierten auf einem 30 Jahre alten Klapprad mit 20 Zoll Felgen sicher eine nicht alltägliche Leistung sein, aber besonders beeindruckend ist diese Strecke für den Radfahrer nicht.

Der Läufer wird am längsten brauchen und die größte Anstrengung hinter sich haben. Allerdings wird er die meiste Befriedigung und das größte Glücksgefühl haben wenn er es geschafft hat. Und wenn dann noch der Purist barfuß läuft und während des Laufs nichts trinkt wird er sich noch großartiger fühlen wenn er es geschafft hat. 

Wenn jetzt jemand ein Light Painting am Computer zusammen bastelt und unter Bild schreibt, dass es ein Composing ist, finde ich das völlig in Ordnung. Schwierig wird es nur wenn alle drei in Sportkleidung loslaufen, der Erste nach 1 Kilometer ins Auto steigt, der Zweite nach 1 Kilometer aufs Fahrrad umsteigt und beide den letzten Kilometer dann wieder laufen.  Auf unser Thema übertragen also, wenn Light Painter so tun als hätten sie das Bild in einer einzelnen Belichtung umgesetzt aber tatsächlich das Bild aus mehreren Bildern mit dutzenden Ebenen in Photoshop zusammen gebastelt (Auto), oder Hilfsmittel wie Mehrfachbelichtung, Live Bulb, Light Composite oder ähnliche Funktionen der Kamera benutzt (Fahrrad).  Der Läufer wird dann wohl kaum damit einverstanden sein, dass die anderen beiden den gleichen Applaus bekommen wie er. Und niemand wird wohl sagen, dass er doof ist weil er keinen Führerschein und kein Fahrrad hat, und nicht jeden Trick anwendet um Erster zu sein. Niemand wird die beiden Anderen für wahnsinnig clever halten wenn ihre Schummeleien auffliegen.

Was ist "erlaubt"? Was ist "verboten"?

Diese Maßstäbe gelten natürlich nur für mich persönlich. Wer bin ich denn, dass ich  anderen Light Art Fotografen irgendwelche Vorschriften machen könnte? 

Ich nehme meine Light Art Bilder immer in einer einzelnen Belichtung auf. Ich nehme immer im RAW-Format auf. Die Kamera befindet sich immer im manuellen Modus. Der Autofokus ist immer ausgeschaltet, die meisten von mir verwendeten Objektive haben auch gar keinen. Der Weißabgleich steht auf "Auto". 

Folgendes mache ich immer am Rechner:
- Umwandlung in JPEG

- Schärfen

- Entrauschen

- automatische Objektivkorrektur

Folgendes mache ich ohne jede Hemmung bei Bedarf:

- Anpassung des Weißabgleich

- Anpassung von Helligkeit und Kontrast

- Änderung des Schnitts

- Ausrichten des Bildes wenn ich zu blöd war die Kamera gerade hinzustellen

- Korrektur der Perspektive wenn dadurch nicht die Form des Light Painting verändert wird

- entfernen von störenden Teilen im Bild wenn das Light Painting dadurch nicht verändert wird und diese Teile sich nicht vor Ort entfernen oder abdecken lassen

Folgendes würde ich mit Bedenken in seltenen Fällen machen. Solch ein seltener Fall könnte zum Beispiel sein, dass ich mehrere hundert Kilometer zu einer Location fahre in die man mal nicht so einfach zu jeder Zeit rein kommt und die unter Umständen einen dreistelligen Betrag als Miete kostet:

- entfernen von störenden Teilen die ich selbst zu verantworten habe oder ganz einfach hätte wegräumen können

- starke Anpassung / Veränderung der Farben 

- nachträgliches Aufhellen von zu dunklen Stellen 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Lara is back
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Peng!

Was ich unter keinen Umständen machen würde:
- Alles was das eigentliche Light Painting, besonders die Form verändern würde.Wenn ich den Orb Scheiße gedreht habe dann drehe ich das Ding eben so oft bis es gut ist. 

- Klonen von Lichtfiguren oder ähnliches. Wenn ich zwei Orbs im Bild haben will dann drehe ich eben zwei. Wenn ich einer jungen Dame Flügel verpassen will dann mache ich Flügel und nehme nicht ein einzelnes Bild eines Light Blades und klone das 150 mal und bastel die Flügel am Rechner hinter die Dame. 

- Entfernen von Bildteilen die ich durch Ausleuchtung sichtbar gemacht habe; Blödheit muss bestraft werden, auch wenn es die eigene ist.

- Composings. Wenn der Himmel heute Scheiße aussieht dann mach ich das Bild eben morgen oder übermorgen oder nächsten Monat nochmal und rechne nicht den Himmel aus einem anderen Bild hinein. 

- Und alles was die digitale Trickkiste noch so her gibt. Wasser ins Bild rechnen, Gewitter rendern lassen oder was es da sonst noch für Spielerein gibt. 

 

Fazit:
Wenn es mir nur auf das leichte, schnelle Ergebnis ankommt, wenn es mir egal ist ob ich von den Kollegen ernst genommen werde und wenn ich keinen Ehrgeiz habe meine Bilder auf "ehrliche" Weise in einer Belichtung auf den Sensor zu malen kann ich natürlich ganz tief in die digitale Trickkiste greifen. Allerdings sollte ich nicht versuchen die Leute zu verarschen in dem ich ihnen erzähle, dass meine Bilder "echte" Light Paintings sind.

 

In diesem Sinne immer gutes Licht gewünscht

Sven


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Dom Kultury Zgorzelec

In der Nacht vom 9. zum 10. April 2017 hatten wir die Möglichkeit uns im kulturellen Wahrzeichen der Stadt Zgorzelec, dem Dom Kultury, mit unseren Lampen auszutoben. Das Gebäude wurde 1902 als Oberlausitzer Gedenkhalle eröffnet. Seit 1948 wird das Gebäude von der Stadt Zgorzelec für verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt.
Mit dabei waren Marla, Erik, Gunnar Heilmann, unser Model Feli und der Organisator Danilo Strauß. 

Nachdem wir unsere Ausrüstung in die Halle gebracht haben stellten wir unsere Kamera auf und machten einige Testaufnahmen. Die Halle ist eigentlich viel zu groß für unser 14mm Objektiv, wie wir schnell feststellen mussten. Nebenbei legten wir die Reihenfolge unserer Bilder fest und fingen an die Tools vorzubereiten. Die meisten Bildideen hatten wir schon einige Wochen vorher fest im Kopf.  

Light Art Photography

Das erste Bild sollte Gunnar machen. Marla bediente die Kamera, Feli war unser Model. Zuerst leuchtete ich Feli ins Bild dann malte Gunnar die Flügel. Im Anschluss leuchtete er noch die Halle mit verschiedenen Lampen aus. Beim dritten Versuch hat das Bild gesessen.

Das zweite Bild hat dann Marla gemacht. Feli und Erik standen vor der Kamera, ausgeleuchtet von mir.  Marla ist mit dem Tool durch die Halle gelaufen und hat dann die Treppe und die Halle ausgeleuchtet. Auch hier war der dritte Versuch zufriedenstellend.

 

Weiter ging's mit Bild Nummer Drei: Die Kreisscheibe gedreht, mit der UV- X21 die Treppe ausgeleuchtet und zum Schluss die Halle  mit mehreren Lampen beleuchtet. 

Light Art Photography

Nach diesen Anstrengungen habe ich mich dann noch etwas auf dem Boden der Halle ausgeruht und zwei Bilder der beeindruckenden Kuppel gemacht.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Management des Miejski Dom Kultury w Zgorzelcu.  Diese besondere Nacht in dieser beeindruckenden Location werden wir wohl nicht so schnell vergessen.

Light Art Photography
Light Art Photography
Gate into sun
Light Art Photography

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven


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Meine Top 10 Light Painting Tools

10: Akkuschrauber

Als Drehhilfe für Kreisscheiben und Orbs. Manche Leute halten das für unsportlich, aber wenn mir etwas die Arbeit erleichtert und die Handgelenke schont benutze ich solche Helferlein. Zur Not drehe ich Orbs und Scheiben auch mit der Hand genauso gut.

9: Laser

Liebe Kinder, macht das nicht nach! Das ist gefährlich! Wenn ihr in solch einen Laser, wie im Bild links, reinschaut ist das genau das Letzte was ihr in eurem Leben seht! Benutzt diese Laser niemals im Freien! Benutzt diese Laser niemals wenn ihr nicht sicherstellen könnt, dass sich kein Unbeteiligter in der Reichweite (der Blaue hier leuchtet 12 km weit) des Lasers aufhält.

Aber die Wirkung im Bild ist schon beeindruckend, oder? 

 

Der blaue Laser im Bild hat eine Leistung von 2000 mW. Die Strahlen habe ich mithilfe einer Nebelmaschine sichtbar gemacht, Rauch funktioniert auch. 

Diese Laser sind in Deutschland nicht so ohne Weiteres erhältlich.  Wer von euch jetzt unbedingt so ein Teil haben muss, ohne dem sprechenden Acrylpollunder beim Hauptzollamt eures Vertrauens wortreich zu erklären was ihr mit dem Laser vorhabt, und mir verspricht, dass er für ALLE Personen am Aufnahmeort eine passende Schutzbrille mitbestellt kann mir gerne eine E-Mail schicken und ich schreibe euch wo ihr solche Laser bestellen könnt.


8: Pyrotechnik
Das Geile an Feuerwerk ist ja, dass die Light Art Photography damit auch Spaß macht wenn das Bild nicht so gut wird. Über den Einsatz von Pyrotechnik im Light Painting habe ich gerade einen Newsletter geschrieben. Für diesen könnt ihr euch hier anmelden.


7: Pflanzstäbe
Ja genau, die Metallrohre mit dem dunkelgrünen Kunststoffüberzug aus dem Baumarkt. Leicht, stabil, dunkel, nichtreflektierend, leicht zu kürzen, billig, man bekommt sie in zwei verschiedenen Kalibern und vielen verschiedenen Längen, also das ultimative Light Painting Tool. An diesen Stäben befestige ich alle möglichen Lampen und Lichtformer und benutze sie dann für Orbs, Kreisscheiben, UFO's und einige andere Sachen. Und das Beste: die dünnen passen genau in die dicken Rohre, somit lässt sich die Konstruktion fast beliebig verlängern, für das 30 Meter UFO z.B.

6: EL-Wire

Zum Einen für elektrischen Rauch oder Nebel im Bild, zum Anderen für Masken oder ähnliche Dinge wie im Bild nebenan.

EL-Wire gibt es in vielen Farben und Längen, betrieben werden sie mit einem Inverter mit 2 AA Batterien.

Ich kaufe sie meist bei Amazon.


5: Rohre, Stäbe und Klingen aus Plexiglas

Mittlerweile hat sich bei uns eine große Menge an verschiedenen Lichtformern angesammelt. Die meisten Klingen habe ich selbst geschnitten. Als Anschluss für die Lampe verwende ich meist Schrumpfschlauch.

Die Rohre (25 bis 40 mm Durchmesser) benutze ich für Kreisscheiben, UFO's und ähnliche Sachen.
Die kurzen Lichtformer für Orbs oder Freestyle.
 


4: LED LENSER M3R, M1 und M5

Diese kleinen Lampen sind bestens geeignet um sie an Rohren oder Klingen aus Plexiglas zu befestigen um damit Lichtspuren ins Bild malen zu können. 
Lampen in dieser Größe und Helligkeit werden auch von vielen anderen Firmen hergestellt, allerdings bietet auch hier als Alternative nur die Firma Walther Lampen mit gutem Fokus-System an.


3: LED LENSER X21R.2, X21.2, X21
Ohne die "Großen" von LED LENSER mit ihrem guten Fokus-System könnte ich kaum einen größeren Raum oder einen größeren Bereich im Freien ausleuchten. 
Durch den vorderen Wegrollschutz habe ich eine sehr einfache Möglichkeit zur Befestigung von verschiedenen Farbfilterfolien. Die Folien habe ich auf die Größe des Lampenkopfes zugeschnitten, gehalten werden sie vom Wegrollschutz.

Einzige Alternative dazu ist die XL7000R von Walther, da die Firma auch Waffen herstellt und in die ganze Welt verkauft würde ich nur äußerst ungern Lampen von Walther kaufen.

2: Farbfilterfolien

Ich kaufe meist Musterhefte mit vielen verschiedenen Farben. Einzeln sind die Dinger recht teuer. 
Amazon

1: Gaffatape

Ohne Gaffatape würde ich vermutlich nicht ein einziges Bild machen. Lampen an den Tools befestigen, bestimmte Teile an den Tools abkleben, Sachen an die Wand kleben, das zu weite Kleid des Models enger machen...


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Ein Jahr mit der Nikon D750

Seit über einem Jahr benutze ich fast ausschließlich meine Nikon D750. Über meine Erfahrungen, vor allem zur Tauglichkeit für Light Art Photography und Light Painting, möchte ich euch heute berichten.

 

 

 


Was erwarte ich von einer Kamera?

- gute Bildqualität, ich arbeite so, dass ich von jedem meiner Bilder einen großen Print anfertigen lassen kann wenn es nötig ist 

- gute Bedienbarkeit, alle relevanten Funktionen sollten sich ohne Display und Menü blind bedienen lassen

- Robustheit, ich bin oft an ziemlich verwahrlosten Orten unterwegs, die Kamera muss unempfindlich gegen das Eindringen von
Staub und Feuchtigkeit sein und den ein anderen kleinen Stoß unbeschadet überstehen

- gutes Rauschverhalten bei langen Belichtungszeiten

- lange Akkulaufzeit, ich belichte manchmal viele Minuten oder gar Stunden, da sollte der Akku auf keinen Fall während der Belichtung schlapp machen

 - eingebautes WLAN wäre gut

 

Wie gut erfüllt die D750 meine Anforderungen?

Die Bildqualität ist für meine Anforderungen mehr als ausreichend, vor allem der Dynamikumfang hat mich sehr beeindruckt. 

 

Die Bedienung ist im Vergleich zu meiner alten D300s an einigen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig. Aus welchem Grund Nikon in eine 1800€ Kamera, deren Zielgruppe definitiv nicht der Einsteiger und Urlaubsknipser ist, solche Funktionen wie die Frau mit Hut, das Blümchen und den Berg einbaut ist mir völlig unverständlich. Genauso wenig ist mir der Sinn und Zweck eines klappbaren Displays klar. Ich befürchte, dass dieses als erstes kaputt gehen wird, auch wenn ich das so gut wie nie ausklappe. Vermisst hatte ich das Klappdisplay jedenfalls vorher nie.

Ansonsten sind alle für mich wichtigen Bedienelemente gut zu erreichen und haben einen guten Druckpunkt. Nach ca. 2 Wochen konnte ich die Kamera komplett blind bedienen; ein wahnsinniger Vorteil wenn man im Dunkeln arbeitet.

 

Zur Robustheit kann ich nach einem Jahr noch nicht so viel sagen, bisher hat die D750 alle von mir besuchten abgerockten Locations unbeschadet überstanden.

Das Bildrauschen ist deutlich geringer als bei meiner alten D300s. Bei Temperaturen unter 10°C schalte ich die Rauschreduzierung in der Kamera meist aus weil es einfach so gut wie keinen Vorteil bringt, selbst wenn ich 10 Minuten oder länger belichte. Das Bildrauschen bei hohen ISO-Werten ist ebenfalls erstaunlich gering, obwohl das für Light Painting und Light Art Photography keine große Rolle spielt.

Dieses Bild habe ich bei ISO 6400 mit einer Belichtungszeit von 30 Sekunden aufgenommen. Die kamerainterne Rauschreduzierung war hier ausgeschaltet. Die Temperaturen lagen auch in der Nacht bei sommerlichen 21°C. 

Einzig einige (unter 100) Hotpixel habe ich mit Darktable nachträglich aus dem Bild entfernt. Ansonsten ist es so wie der Sensor es aufgezeichnet hat.

 

Nikon gibt die Akkulaufzeit mit über 1200 Aufnahmen an. Der Akku hält auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ausreichend lange durch. 15 Belichtung mit je 5-6 Minuten sind also auch in einer kalten Winternacht drin. Einzig der Phantasiepreis von über 50€ für den Ersatzakku ist ein Wermutstropfen. Auf Grund vieler schlechter Erfahrungen mit nachgebauten Akkus aus China kaufe ich diese nicht mehr. Da recht viele Betrüger in den diversen Onlineshops unterwegs sind bleibt auch nur der Kauf im lokalen, gut sortierten Fachhandel.

In jedem 100€ Mobiltelefon ist WLAN, Bluetooth und GPS eingebaut und bei einer teuren Kamera darf ich das dann als schweineteures Zubehör kaufen?

Im Jahre 2015 hat es Nikon dann doch tatsächlich geschafft eine professionelle DSLR mit WLAN auszurüsten. Dass ich das noch erleben durfte...

Das WLAN der D750 funktioniert gut. Der Akku wird nicht übermäßig beansprucht, was allerdings auch daran liegen dürfte, dass die Kamera die Verbindung nach recht kurzer Zeit automatisch trennt. Egal, um ein Live-View-Bild, oder auch das fertige Ergebnis auf das Tablet zu übertragen ist die Funktion geeignet und mehr brauche ich nicht.

Ob der Autofokus gut funktioniert kann ich nicht sagen. Ich benutze ohnehin meist manuelle Objektive wie das Samyang 14/2,8 oder das Meyer Optik Görlitz Figmentum 35/2. Und bei den Autofokus-Objektiven schalte ich diesen aus, da dieser beim Light Painting in der Dunkelheit sowieso nicht funktionieren würde.

Was mir ansonsten gut an der Kamera gefällt ist, dass sie über zwei Speicherkarten-Slots verfügt. Und ganz besonders schätzen gelernt habe ich die Funktion "time" zur Steuerung  der Belichtung. Im Unterschied zu "bulb" wird hier beim ersten betätigen des Auslösers der Verschluss geöffnet und beim zweiten betätigen geschlossen. Das erspart beim arbeiten zu zweit den Fernauslöser, und bei der Arbeit alleine bekomme ich keinen schlimmen Daumen mehr weil ich nicht die gesamte Belichtungszeit den Knopf auf meinem Yongnuo Funkauslöser gedrückt halten muss. 

 

Fazit:

Insgesamt ein sehr ordentliches Arbeitsgerät mit kaum nennenswerten Schwächen... eigentlich fällt mir im Moment gar nix Negatives ein.

 

Allzeit gutes Licht wünscht euch
Sven

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Japan Festival 2017

Eigentlich waren Marla und ich hauptsächlich auf dem Japan Festival um die Aufführung des Kadeshi e.V. anzusehen und fotografisch zu begleiten.  Am Sonnabend war als Programmpunkt davor "Geta Dance Art" angekündigt. Gut, dachte ich, kann man ja schon mal einige Testaufnahmen in der dunklen Urania machen, egal ob "Geta Dance Art" cool ist oder nicht. Es war cool! 
Ganz so einfach war es allerdings nicht diese Fotos zu machen. Ich hatte keine Stativ dabei; eigentlich blöd wenn man ½ oder 1 Sekunde belichten will. Das Licht auf der Bühne war alles andere als einfach. Ich kannte die Performance der Künstlerin Miyuki Matsunaga nicht, wusste also nicht wie schnell sie sich in welche Richtung bewegt. Trotz dieser ganzen Widrigkeiten sind mir einige "Testaufnahmen" ganz gut gelungen. Auch wenn es kein klassisches Light Painting ist und ich "nur" fotografiert habe möchte ich euch diese nicht vorenthalten.

Allzeit gutes Licht wünscht
Sven

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Warum ich keine Tutorials schreibe

Ich werde oft gefragt warum ich nicht erkläre wie, und mit welchen Tools ich meine Bilder mache. Zuweilen wurde ich schon als Arsch betitelt weil ich mein Wissen zu großen Teilen für mich behalte und nicht erkläre wie man einen Broken Orb macht oder ähnliches.

 

Wenn ich für 120€ eine Karte für eine Magie / Zaubershow kaufe und der Magier erklärt wie seine Tricks funktionieren wäre das nicht mehr spannend oder? Genauso ist das auch in der Light Art Photography. Wenn jeder Betrachter der Bilder sofort wüsste wie der Lichtkünstler das Bild gemacht hat wäre das auch nicht mehr so spannend. Der geneigte Betrachter verbringt mehr Zeit mit dem Bild weil er lange überlegt wie der Lichtmaler das wohl gemacht hat. Im besten Fall versucht er oder sie sich dann selbst an Light Painting.

Außerdem muss sich sowohl der Magier als auch der Light Painting Fotograf eine gewisse Exklusivität bewahren, wenn es hunderte Leute gibt die alle Tricks und Techniken beherrschen bekommt der Künstler natürlich weniger Aufmerksamkeit und Anerkennung. Im schlimmsten Fall kommt dann jemand, übernimmt eine Technik und Wissen eines anderen Künstlers und hat damit größeren Erfolg als das "Original".  Ich werde jetzt keine Namen nennen, aber der Light Painting Interessierte wird wissen von welchen Kollegen ich rede. Versteht mich nicht falsch, ich wurde und werde auch von anderen Künstlern inspiriert und versuche ähnliche Tools, oder besser gesagt Tools die einen ähnlichen Effekt haben, zu bauen und in meinen Bildern zu benutzen. Aber erstens mache ich keinen Hehl daraus wer mich inspiriert, und zweitens frage ich sie nicht was sie wie machen und baue das dann 1:1 nach. Die allermeisten Tools habe ich komplett selbst entwickelt und gebaut. Bei gelegentlichem Austausch mit den Kollegen bin ich manchmal verwundert, dass die Tools sich stark ähneln oder, dass sie eben bei ähnlicher Wirkung im Bild komplett anders sind. 

Ich benutze keine Stahlwolle, ich drehe keine Orbs an der Schnur, ich mache keine Domes. Der Grund dafür ist einfach: für diese Sachen gibt es dutzende Tutorials bei Youtube und anderswo. Ich setze lieber eigene Ideen mit eigenen Tools um. Das ist natürlich viel aufwendiger, zeitintensiver und anstrengender als wenn man einfach irgendwas aus einem Tutorial nachmacht, aber dafür ist die Befriedigung ungleich größer wenn man alles alleine entwickelt und umgesetzt hat.

 

Sicher muss man dann immer noch eine coole Location finden und eine gute Idee zur Bildgestalltung, zum Bildaufbau haben, und umsetzen muss man das auch noch sauber selbst wenn man weiß wie man einen Broken Orb macht.

 

Aber manchmal mache ich eine Ausnahme: in unseren Workshops. Wenn jemand unseren Workshop bucht und bezahlt gehe ich natürlich davon aus, dass er oder sie nicht nur mal eben schnell sehen will wie man Dieses oder Jenes macht um es dann 1:1 zu kopieren. Die allermeisten Teilnehmer unserer Light Painting Workshops wollen wirklich wissen wie man mit Licht arbeitet, sie wollen verstehen wie man mit Licht arbeitet, so wollten lernen in Licht zu denken um es in ihren eigenen Bildern anzuwenden.

Allzeit gutes Licht
Sven

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Geologic time

Alle Light Painting Bilder dieser Serie wurden Freihand ohne die üblichen Hilfsmittel wie Stäbe, Stative, Akkuschrauber, Schnüre, Kabel oder Ähnliches in jeweils einer einzelnen Belichtung erstellt. Wie ihr euch sicher denken könnt ist das um einiges schwieriger als unsere üblichen Light Art Fotos, so ganz ohne feste Markierungen. Einige Aufnahmen passten erst beim zehnten Versuch. Aber dadurch konnte ich einige Gram des Weihnachtsspecks wieder loswerden und das sichere, koordinierte Bewegen in der Dunkelheit etwas trainieren. 
Allzeit gutes Licht
Sven

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Warum ich keine spiegellose Vollformat-Kamera kaufen werde

Auch auf die Gefahr hin mich mit diesem Beitrag bei einigen Kollegen unbeliebt zu machen teile ich euch heute meine Gedanken zum Hype um spiegellose Systemkameras mit Sensoren im sogenannten Vollformat mit.

Ich muss ohnehin nicht jedem Trend nachrennen, schon gar nicht beim Thema Fotografie. Die Kaufargumente der Werbung und auch einiger Kollegen sind für mich keine. 

Als erstes stoßen mir Begriffe wie "spiegellos" und "Vollformat" auf. Zu Zeiten der analogen Fotografie hieß das Sucherkamera und Kleinbild. Das klingt natürlich genauso altbacken wie die Begriffe Ausdauerlauf und Freizeitkleidung im Vergleich zu Jogging und Casual Wear, also müssen neue, moderne Begriffe her um die Käufer anzulocken.

Natürlich will man die geneigte Käuferschaft auch noch mit den Vorzügen der modernen Technik und vor allem der Größe und dem geringeren Gewicht zum Geld ausgeben motivieren.

Dann schauen wir uns die Hauptargumente mal an:

 

1. Bildqualität: Um hier einen vernünftigen Vergleich zu haben werde ich mal die Sony A7R mit der Nikon D810 vergleichen. Da die verbauten Sensoren  gleich sind werden sich wohl keine Unterschiede in der Bildqualität ausmachen lassen. Ohnehin liefern heute die Sensoren der allermeisten Kameras mit Wechselobjektiven sehr gute Ergebnisse ab. Sichtbare Unterschiede in den Bilder kommen meist durch falsche Bedienung ,schlechte Objektive oder mangelnde Kenntnisse bei der Bearbeitung der Bilder.

 

Wozu ich eine Auflösung von 36 Millionen Pixeln brauche ist mir allerdings überhaupt nicht klar. Meine D750 hat 24 Megapixel, bei der üblichen Monitorauflösung entspricht das einer Fläche von 300 x 200 cm. Wenn ich mit der Nase bis direkt an den Monitor gehe sehe ich keine einzelnen Bildpunkte, das fängt so langsam bei 300% Vergrößerung an, also 450 x 300 cm. Und kein vernünftiger Mensch betrachtet ein über 4 Meter breites Bild aus 5 cm Entfernung.

Einzig die Datenmenge und somit der Platzbedarf der Speicherkarte, der Festplatte und dem Backup-Medium steigt. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit der gesamten Bildbearbeitung sinkt.

 

2. 5-Achsen Bildstabilisator: Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der A7, so etwas gibt es auch in DSLR's wie der Pentax K1. Da ich bei 99,99% meiner Aufnahmen keinen Bildstabilisator brauche kann ich nicht so recht beurteilen ob es einen Vorteil gegenüber Bildstabilisatoren, welche in den Objektiven verbaut sind, gibt. Ein Kaufargument wäre das ohnehin nicht, dann müsste ich mir zwei mal im Jahr 'ne neue Kamera wegen irgendwelcher neuen Funktionen, die ich vorher nicht vermisst habe, kaufen.

 

3. Der elektronische Sucher: Die Qualität des Vorschaubildes ist wirklich beeindruckend im Vergleich zum Live-View der gängigen DSLR's. Aber nur deshalb gebe ich keinen vierstelligen Betrag für ein neues Kameragehäuse aus, ganz abgesehen von den Objektiven die ich neu anschaffen müsste.

 

4. Die Größe: Die Sony A7R ist mit 127 x 94 x 48 mm (BxHxT) kleiner als die Nikon D810 mit 146 x 123 x 81 mm. Ohne Objektiv kann ich aber noch kein Foto machen. Und selbst Sony kann die Physik nicht überlisten, also sind zwangsläufig die Objektive größer als vergleichbare Optiken für Spiegelreflexkameras. Der Abstand zwischen Sensorebene und Lichteintrittsöffnung des Objektivs muss bei gleicher Brennweite gleich sein. Bei gleicher Lichtstärke ist der Durchmesser der Objektive dann ebenfalls gleich.

Zum Vergleich einige Objektive die ich recht häufig nutze, und somit fast immer im Fotorucksack habe:

Sony A7R

FE 50 mm/1,8

Distagon 35 mm/1,4 

Samyang 8 mm/2,8

Samyang 14 mm/2,8

Vario-Tessar 16-35 mm/4

FE 24-70 mm/2,8

 Größe

69 x 60 mm

78 x 112 mm

60 x 65 mm

87 x 122 mm

78 x 88 mm

88 x 136 mm

Gewicht

186g

630g

290g

570g

518g

886g

Nikon DSLR

Nikkor 50 mm/1,8 

Nikkor 35 mm/1,4

Samyang 8 mm/3,5*

Samyang 14 mm/2,8

Tokina 12-24 mm/4

Tokina 28-70 mm/2,8

Größe 

64 x 39 mm

83 x 90 mm

75 x 75 mm

87 x 102 mm

84 x 90 mm

91 x 74 mm

Gewicht

155g

305g

417g

570g

570g

608g


* Das Samyang 8/2,8 wäre für Nikon sicher max. genauso groß und schwer wie das Teil mit E-Mount, beides sind APS-C bzw. DX Objektive

 

Die meisten Objektive für Sony würden also mehr Platz im Rucksack einnehmen, somit ist der Vorteil der geringeren Größe des Gehäuses beim Transport der Ausrüstung wieder dahin. Beim Tragen mit dem Kameragurt steht die  Sony mit angesetztem Objektiv mindestens genauso weit vom Körper ab wie die Spiegelreflexkamera.

 

Wenn ich jetzt noch 85 mm oder noch längere Brennweiten vergleichen würde sähe es noch ungünstiger für unsere Systemkamera aus.

Für zarte Frauenhände mag sich das kleine Gehäuse ganz gut anfühlen, in meine Pranken passt das größere Gehäuse einer DSLR besser. Ich empfinde es auch als vorteilhaft die Kamera immer sicher im Griff zu haben, zumal durch das größere Gewicht der Objektive im Verhältnis zur leichten Kamera das Ganze nicht so gut ausbalanciert ist wie beim Spiegelreflex-Boliden.

 

5. Das Gewicht: Die Sony wiegt inkl. Akku und Speicherkarte 465g ,die D810 mit 980g mehr als das Doppelte. Die Objektive aus meinem obigen Beispiel für Sony wiegen insgesamt 3080g, inkl. Kamera 3545g. Die Objektive für Nikon wiegen 2625g, insgesamt 3605g. Die Ausrüstung wäre glatte 60g leichter... wenn ich nicht für die Sony auf Grund des kleinen Akkus und des konstruktionsbedingt höheren Stromverbrauchs mehrere Akkus mitnehmen müsste. Sony gibt an, dass der Akku für 340 Aufnahmen ausreichen würde. Die D810 macht mit frisch geladenem Akku 1200 Aufnahmen, also mehr als 3 mal so viele. Ich muss demzufolge noch mindestens 2 Ersatzakkus (je 57g) einpacken und das geringere Gewicht hat dann die Nikon-Ausrüstung.

Von der Gefahr, dass während einer Langzeitbelichtung der Akku schlapp macht mal abgesehen. Bei -10°C werde ich vermutlich keine Langzeitbelichtung mit 15 Minuten oder länger mit solch einer Kamera machen können.

Wenn ich mir die Kamera mit dem 50 mm Objektiv um den Hals hänge geht der Punkt für's Rückenschonen allerdings an Sony, aber eben nur wenn ich den anderen Kram zu Hause lasse. Ein leichteres Stativ würde ich nicht benutzen, auch wenn die Kamera ein halbes Kilo weniger wiegt. Alles andere, wie Fernauslöser, Filter usw. ist ohnehin vom Gewicht und der Größe identisch.

 

Die Auswahl an Objektiven ist nicht annähernd so groß wie für Nikon oder auch Canon DSLR's. Die Arbeit mit Adaptern ist für mich keine gute Lösung. Ich hätte ein zusätzliches Bauteil welches anfällig für Fehler ist und auch Gewicht hat und die Kamera länger macht, einige Funktionen werden durch den Adapter unbrauchbar oder eingeschränkt und die Dinger nehmen meist eine halbe Blende weg.

 

Als jemand der häufig in Lost Places unterwegs ist sind meine Anforderungen an die Kamera abseits der Abbildungsleistung vor allem die Robustheit, der gute Schutz geben Schläge und Stöße und der Schutz gegen Eindringen von Feuchtigkeit und Staub. Es wäre mehr als ärgerlich wenn nach 600km Autofahrt zu einem verlassenen Ort die Kamera streiken würde. Was Kameras wie die A7R an diesem Punkt können vermag ich im Moment nicht zu beurteilen. Es würde mich freuen wenn ihr eure diesbezüglichen Erfahrungen in den Kommentaren teilen würdet.

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10 Tipps für bessere Fotos

1. Vergesst den Automatikmodus

Eure Kamera ist doof, sie weiß nicht welche Belichtungszeit und welche Blende für eure Bildidee; für eure Bildaussage am besten geeignet ist. Sie kann weder euer Motiv sehen noch in euren Kopf hineinschauen, sondern nur irgendwelche technischen Parameter messen. Also, macht euch die Mühe und denkt kurz darüber nach was ihr wie darstellen wollt und wählt entweder die Zeit oder die Blende oder beides selbst aus.

 

2. Lest die Bedienungsanleitung eurer Kamera

Man sollte meinen, dass jeder als Erstes die Anleitung seiner Kamera studiert, aber ich kenne viele Fotografen die das nicht tun und dann an der Location anfangen zu rätseln wie Dieses oder Jenes eingestellt wird. Oft ist dann das Licht oder das Motiv weg und sie haben die Aufnahme verpasst.

 

3. Benutzt das RAW-Format

Wenn ihr im JPEG-Format aufnehmt gehen durch die Komprimierung viele Informationen verloren die der Sensor ursprünglich aufgenommen hat. In der Bildbearbeitung sind die Korrekturmöglichkeiten viel größer wenn ihr im RAW-Format aufnehmt.

 

4. Eignet euch grundlegendes Wissen in der Bildbearbeitung an
Dinge wie Anpassung des Weißabgleichs, Farbkorrektur, Schärfen, Entrauschen, Kontrast, Sättigung, Helligkeit, Umwandlung in schwarzweiß, Schnitt... sollte jeder sicher beherrschen. 

 

5. Geht raus und macht Fotos

Bessere Fotos mache ich nicht wenn ich vor dem Rechner sitze und die Fotos anderer Fotografen bewundere und Youtube-Filmchen anschaue in denen irgendwelche Leute erklären wie diese oder jene Fototechnik funktioniert. Besser werde ich nur wenn ich Bilder mache und diese dann genau anschaue und überlege was ich das nächste Mal besser machen kann, und wie ich das besser machen kann.

 

6. Denkt nicht so viel über eure Ausrüstung nach

Sicher gibt es zum Teil große Unterschiede zwischen den verschiedenen Kameras und vor allem den Objektiven. Der Anteil der Kamera und der Linse an einem wirklich guten Foto ist allerdings meist sehr gering. Viel wichtiger sind Dinge wie Bildaufbau, Licht, Bildidee, Licht, Farben und vor allem das Licht. Wenn ihr absolut sicher seid, dass ihr alles was technisch möglich ist aus eurer Ausrüstung rausgeholt habt und dann an Grenzen stoßt ist es dann doch mal Zeit über die Anschaffung einer neuen Kamera oder eines neuen Objektivs nachzudenken.

 

7. Benutzt Festbrennweiten

Wenn ihr dann doch Geld ausgeben wollt kauft euch kein fünftes Zoomobjektiv sondern eine Festbrennweite. Die Ergebnisse mit einem 100€ teuren 50mm/1.8 werden immer besser sein als mit einem 24-70mm/2,8 für 1500€. Ein weiterer Vorteil ist die viel bewusstere Bildgestaltung weil ich nicht einfach am Zoom drehe um den Bildausschnitt zu ändern sondern ganz bewusst meinen Standort verändern muss. Und ein wenig mehr Bewegung kann auch nie schaden.

 

8. Macht eure Fotos für euch

Für wen fotografiert ihr? Für irgendwelche Follower bei Instagram oder Flickr? Für eure Facebook Freunde? Für andere Fotografen? Sicher freue ich mich wenn mein Bild bei flickr 17000 Klicks und 600 Sternchen hat. Und natürlich freue ich mich auch wenn JanLeonardo Wöllert, Patrick Rochon, Eric Paré oder Pala Teth meine Light Paintings gut finden, aber viel wichtiger ist, dass ich selbst zufrieden mit dem Ergebnis bin.

Und in das glückliche Gesicht einer Kundin oder eines Kunden zu sehen wenn sie "ihr" Bild als großen Print übergeben bekommen ist unbezahlbar, auch wenn es bei flickr nur 800 Klicks hat weil es den Fotografenkollegen nicht gefällt.

 

9. Schaut nicht dauernd auf den Erfolg anderer Fotografen

Sicher kann man sich von dem einen oder anderen erfolgreichen Kollegen inspirieren lassen. Aber ihr solltet auf keinen Fall Fotos machen nur weil sie vermutlich viel Aufmerksamkeit im Internet bekommen werden weil eben einige Fotografen im Moment sehr erfolgreich mit einer bestimmten Art der Fotografie oder einer bestimmten Art des Post Processing sind. Das kann auch ganz schnell wieder vorbei sein. Bleibt euch treu, was natürlich nicht meint, dass ihr euch nicht weiterentwickeln sollt.

 

10.  Fotografiert bewusst

Ich erlebe oftmals Fotografen, die fast pausenlos auf den Auslöser drücken und dann hinterher 95% ihrer Bilder löschen. Ist ja auch einfach mit einer Digitalkamera und bei den aktuellen Preisen für Speicherkarten. Manchmal haben sie bei den restlichen 5% auch den ein oder anderen Glückstreffer dabei. Manchmal aber eben auch nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass es dann auch wieder viel unnötige Arbeit macht 5000 Fotos zu sichten und zu sortieren. 

Eure Ergebnisse werden mit Sicherheit bessere sein wenn ihr vor jedem Betätigen des Auslösers kurz darüber nachdenkt was ihr tut und was das Resultat werden soll. Denkt über euren Bildaufbau nach. Behaltet immer die wichtigen Einstellungen (ISO, Belichtungszeit und Blende) im Blick. Ab welchem ISO-Wert wird das Bildrauschen wirklich störend? Bei welcher Blende mit der benutzten Brennweite kann ich mein Motiv freistellen? Mit welcher Belichtungszeit kann ich die schnelle Bewegung meines Motivs einfrieren oder in einer Bewegungsunschärfe darstellen? Sitzt der Fokus dort wo ich ihn haben will? usw.

Allzeit gutes Licht und immer bessere Fotos
Sven

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Elektroid

Dieses Bild schwirrte uns schon sehr lange Zeit im Kopf herum.

Der Film Metropolis von Fritz Lang ist immer noch eines der beeindruckendsten Meisterwerke der Filmkunst. Die Effekte, die Bildsprache,  die Geschichte, die Ideen... Und wenn man dann noch bedenkt, dass der Film von 1927 ist, entstanden ohne digitale Bildbearbeitung, ohne LED-Technik und sonstiges neumodisches Zeug... Dutzende Leute haben damals jeden einzelnen Frame mit der Hand bearbeitet, und das bei 30 Bildern pro Sekunde. 

Die Filmszene, die uns zu diesem Bild inspirierte könnt ihr hier sehen: Youtube

 

Entstanden ist das Bild in unserem Berliner Light Painting Studio. Nach vielen Stunden der Ideenfindung, Bau der passenden Tools und des Elektroiden, Aufbau der Szene und zahlreichen Testaufnahmen fanden wir dann auch einen passenden Termin mit unserem Model.

Marla, Erik, unser Model und ich trafen uns im Studio. Nach Einweisung aller Beteiligten konnte es losgehen. Zuerst haben wir unser Model platziert, der Rest der Szene war schon seit einigen Tagen aufgebaut. Als nächsten Schritt habe ich die Dame mit einer Led-Taschenlampe ins Bild "geblitzt". Dann haben Erik und Marla die Lichtröhre gemalt. Wir haben dann die Lichtkreise um unseren Elektroiden sowie die Lichtkabel vom Elektroiden zum Model gemalt. Danach habe ich den Elektroiden mit einer Led-Taschenlampe ausgeleuchtet und als letzten Schritt mit einem Laser die Strahlen hinter dem Elektroiden ins Bild geholt.

Die Belichtungszeit für diese Light Art Fotografie betrug 440 Sekunden bei Blende 8 und ISO 100. Aufgenommen haben wir die Szene mit einem Samyang 14mm/f2,8 an unserer Nikon D750. Der dritte Versuch nach insgesamt etwa 2 Stunden war dann für uns zufriedenstellend. 

 

Da der Film ohne Farbe auskommen musste haben wir als Hommage unser buntes Light Painting  in ein monochromes Bild konvertiert. Gerne zeigen wir aber auch die Originalaufnahme.

 

Ich danke unserem leidensfähigen Model; die Temperatur im Studio war nicht so weit weg von der herbstlichen Außentemperatur. Wie bei den meisten Menschen, die vorher noch nie aktiv mit dem Thema Light Art und Light Painting in Berührung kamen, war ihre Begeisterung trotz der Anstrengungen sehr groß. 
Ich danke Marla und Erik für die perfekte Zusammenarbeit.

 

Allzeit gutes Licht
Sven

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Elektroid (sw Version)
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Elektroid
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Workshop in Görlitz

An die nächtliche Fotosession im Kaufhaus schloß sich ein Workshop über Light Art Photography und Lightpainting über zwei Tage an. Am ersten Tag konnten die Teilnehmer erst einmal in der Energiefabrik Görlitz fotographieren. Nach einem ausgezeichnetem Abendessen (danke Ebs) fuhren wir in eine andere alte Fabrik um dort Light Paintings zu gestalten. Die Workshopteilnehmer bekamen so eine Vorstellung, wie man Lightpaintings erstellt, was zu beachten ist und mit welchen Lichtquellen man arbeiten kann. Zu diesem Termin begleitete uns Nikolai Schmidt, der den Workshop fotographisch dokumentierte. Vielen Dank dafür.

In einer anderen Halle arbeiteten 2/3 von Aurora Movement (Gunnar Heilmann und Mafu Fuma/Schade, daß Du nicht dabei warst Buschi.) mit ihrem Model Franzi (meine Bewunderung für Deinen Langmut) an ihren Light Art Fotos.

 

 

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Area 51
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
КАТЮША

Am nächsten Tag ging es erst einmal weiter mit einem ausführlichen Theorieteil. Diesmal wieder in der Energiefabrik. Als es dann dunkel war, konnten die Workshopteilnehmer eigene Light Paintings in den Räumen der Fabrik erstellen. Die Ergebnisse waren beeindruckend und die Teilnehmer zufrieden. In der Zwischenzeit arbeiteten Aurora Movement wieder in anderen Räumen an ihren Fotos. Ganz zum Schluß machten Sven und ich noch ein paar Light Art Fotografien und dann ging es ab ins Bett.

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Toxic
Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Nicole

 Unser herzlicher Dank gilt Erik und Feli für ihr Durchhaltevermögen und ihre Hilfe, Ebs und Nicole für ihre Unterstürzung in jeglicher Hinsicht, Meyer Optik Görlitz, der Energiefabrik Görlitz Anja und Franzi und dem Kaufhaus Görlitz sowie dem Wachmann vor Ort. Besonderen Spaß machte die Zusammenarbeit und der künstlerische Austausch mit Aurora Movement.

 

 

Eure Marla

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Kaufhaus Görlitz to be continued

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die Modenschau (Gunnar Heilmann)

Über den ersten Kaufhausbesuch von Gunnar Heilmann und Sven Gerard wurde schon an dieser Stelle berichtet. Diesmal gingen die Jungs nicht allein ins Kaufhaus sondern nahmen mich, Erik, Mafu Fuma, Franzi und Anja mit in die „heiligen Hallen“. Unterstützung bekamen wir vom Kaufhausmanagement und von Ebs, Nicole und Feli. Einige weitere Teilnehmer halfen als Statisten und zwei Mitglieder des Fotoclubs Görlitz beobachteten und dokumentierten unsere Arbeit.

 

Das erste Light Painting wurde von Gunnar inszeniert. Er „belebte“ das Kaufhaus mit einer Modenschau, wobei drei Models auf einem roten Teppich aus Licht Kleider präsentierten und von Zuschauern bewundert wurden. Das Bild war relativ schnell im Kasten und nun war ich an der Reihe.

Ich hatte mit Anja verabredet, daß wir ein Foto machen würden, das Ergebnis könnt Ihr unten sehen.

 

Das Bild entstand mit dem Figmentum 2/35 von Meyer Optik Görlitz. Dieses Objektiv ist wunderbar zu handhaben und das fotographische Resultat spricht für sich. Für unser leibliches Wohl sorgten unser Lokationscout Ebs und seine Familie. Herzlichen Dank für all Eure Zeit und Tatkraft, mit der Ihr uns immer wieder unterstützt. Sven machte als Dritter sein Bild, die Schwertkämpfer, diese würde ebenfalls mit Anja als Model und mit dem Figmentum 2/35 von Meyer Optik aufgenommen. Ganz zum Schluß versuchten wir noch ein Bild mit Feli, einer wundervollen Balletttänzerin und tollem Model.

 

Eure Marla

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
Die Schwertkämpferin

Light Painting Fotografie & Light Art Photography
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Görlitzer Fotofestival 2016

Light Art Photgraphy & Light Painting Fotografie
641

Görlitz wird so langsam zu meiner zweiten Heimat. Unser letzter Besuch dort galt dem Görlitzer Fotofestival, zu dem uns Danilo Strauß als einer der Veranstalter eingeladen hatte. In einer seit langem leer stehenden Fabrik hatte wir die Möglichkeit einige Light Art Fotos zu machen, und den Zuschauern einen kleinen Einblick in unsere Art der Fotografie zu gewähren.

 

Als besonderes Highlight unterstützte uns die Künstlerin Anja Knobloch mit ihrer Feuerkunst, und später auch bei unseren Light Painting Fotos. Die sehr professionelle Zusammenarbeit mit ihr hat uns sehr viel Spaß gemacht, weitere Projekte sind in Planung.
Und so nebenbei konnten wir eine der Locations für unseren nächsten Workshop schon mal etwas genauer unter die Lupe nehmen, und für sehr geeignet befinden.

 

Ich danke Marla, Erik, Anja, Danilo, Nicole, Feli, Benedikt Hartmann von der Firma Meyer Optik Görlitz sowie allen anderen Beteiligten für den wunderbaren Abend.

Artwork by Sokar uno

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3 Wochen Ostsee

- Light Art Photography & Light Painting Fotografie
Leuchtfeuer Dornbusch

Er war leider viel zu kurz, unser Aufenthalt auf den Inseln Rügen und Hiddensee. Mit dabei waren Marla, Erik (12 Jahre)  und Max (14 Jahre).
Da ich keinen LKW fahre, und die Insel Hiddensee autofrei ist mussten wir unsere Ausrüstung auf ein Minimum reduzieren. Wir hatten eine Tasche voller Light Painting Zeugs, einen Fotorucksack, eine Fototasche und ein Stativ dabei. In den Taschen waren unter anderem NikonD750, Nikon D300s, Samyang14mm/2,8, Tokina 12-24mm/4, Tokina 28-70/2,8, Nikkor35mm/1,8, Nikkor 50mm/1,8,  Tokina 135mm/2,8, 2 Led Lenser X21R.2, 1 M7RX, mehrere M3R, M1 und M5, Farbfilter, verschiedene Lichtformer, Gaffa-Tape und noch einige anderer Kleinigkeiten. Immer noch ganz schön viel Gewicht für den Transport ohne Auto.

Es hat ja auch irgendwie seinen Reiz minimalistisch Light Art Fotos zu machen, genau das Gegenteil zur Arbeit im gut ausgestatteten Studio. 

Einige Bildideen für unsere Lightpainting hatten wir schon im Kopf, andere entwickelten wir erst vor Ort.
Nach den ersten erholsamen Tagen ging es an unsere erste Light Painting Session in die Goor, einen ca. 1ha großem Buchen-Urwald in der Nähe von Putbus / Rügen.

- Light Art Photography & Light Painting Fotografie
Notlandung

Erik hatte die Idee in einem nach vorne offenen Orb in einem goldenen Anzug abgebildet zu werden. Es sollte wirken als wäre er als Außerirdischer soeben gelandet und tritt aus dem Orb heraus. Im Anschluss daran sollte der Wald ausgeleuchtet werden. 
In den ersten Testaufnahmen habe ich mich erstmal an dem "halben" Orb versucht. Im zweiten Schritt haben wir Testaufnahmen der Ausleuchtung mit zwei Led Lenser X21R.2 gemacht.

Dann ging es an das finale Bild. Zuerst unser Model Erik ins Bild geleuchtet, dann den Orb gedreht und zum Schluss den Wald mit den Taschenlampen ins Bild geholt. Das Ergebnis (rechts) ist der zweite Versuch, Erik war zufrieden mit seinem Bild, also ging es ans Einpacken und den Rückweg. 
Manchmal kann Lightpainting auch schnell gehen, nach ca. 2 Stunden waren wir wieder in unserem Ferienhaus.

Light Art Projekt Nummer 2: LED-Taschenlampe gegen den Vollmond.

Diesmal waren Marla und ich in einer Vollmondnacht im Lauterbacher Yachthafen unterwegs. Als erstes haben wir getestet wie lange wir bei dem starken Mondlicht überhaupt belichten können. Länger als 90 Sekunden bei Blende 11 waren nicht drin. Ich mache ja lieber Lightpainting in Ruhe, ohne Zeitdruck, aber wir wollten ja schließlich gegen den Mond gewinnen. Also, ausreichend helle Lampen für Blende 11 präpariert und los ging es. Das helle Mondlicht genügte uns völlig zur Ausleuchtung, also mussten wir "nur noch" die Lichtmalerei auf den Sensor bringen, und unsere maximale Belichtungszeit im Auge behalten. Das war recht anstrengend, Spaß hat es aber trotzdem gemacht.
Im Anschluss habe ich dann noch ein "normales" Foto im herrlichen Mondlicht gemacht, glücklicherweise haben die Boote nicht so sehr geschaukelt.

Zwischendurch habe ich noch einige choreografische Fotografien aufgenommen. Light Painting mit festen Lichtern und bewegter Kamera.

Unser nächster nächtlicher Ausflug führte uns dann in den Schlosspark Putbus. Wir hatten uns bei Tageslicht zwei Spots ausgesucht; einen großen, abgestorbenen Baum und einen aus Feldsteinen gemauerten Pavillon.
Problem Nummer 1: dieser Pavillon, und vor allem die ihn umgebende Mauer sind schief, das Gelände ist alles andere als eben. Nach einiger Zeit hatten wir die Kamera so gut es ging ausgerichtet und konnten mit unseren Light Art Fotos beginnen. Im Bild 1 habe ich zuerst den Orb in dem Pavillon gedreht, dann diesen ausgeleuchtet und zum Schluss die Bäume ausgeleuchtet. Der vierte Versuch war dann recht zufriedenstellend. 
Das zweite Bild war dann schon etwas aufwendiger, ich wollte den Pavillon zum "glühen" bringen. Erstmal haben wir die Position der Kamera noch mal verändert und dann mit den Testaufnahmen begonnen. Blaues Licht auf den Pavillon, im zweiten Schritt oranges Licht in den Pavillon und im dritten Schritt blaues Licht auf die Mauer, den Rasen davor und auf die Bäume. Blau ist eine recht "schwierige" Farbe im Light Painting, es vermindert die Schärfe und Tiefe im Bild. Die zufriedenstellende Abstimmung der 3 Lichtquellen gelang uns mit der fünften Aufnahme.

 

Die Schwierigkeit bei Bild Nummer drei und vier war, dass die "schöne" Seite des Baumes nicht so recht frei war. Es waren mehrere andere Bäume im Weg; entweder aus Richtung der Kamera oder aus Richtung des Lichts hinter dem Baum. Wir sind bestimmt 30 Minuten mit Lampe und Kamera um den Baum herumgeschlichen um die beste Position für die Aufnahme zu finden. Und 100% zufrieden bin ich trotzdem nicht mit den Bildern, der Baum kommt nicht so zur Geltung wie ich mir das vorgestellt hatte.

Die weiße Frau von Hiddensee

Die Idee, die Sage der weißen Frau von Hiddensee in einem Light Art Foto zu verarbeiten stand schon vor unserer Reise zur Insel fest. Eigentlich spukt die weiße Frau ja in der Heide zwischen Vitte und Neuendorf, andererseits sollte im Bild auch klar zu erkennen sein, dass wir auf der Insel Hiddensee sind. Also entschieden wir uns letztendlich für die Umsetzung am Leuchtturm Dornbusch, dem Wahrzeichen der Insel. 
Das größte Problem dort hatten wir mit den vielen Mücken; und wenn ich viele schreibe meine ich VIELE, wirklich VIELE. Alleine an meiner linken Hand zählte ich über 20 Mückenstiche. Marla, Erik und Max wurden auch nicht von den Blutsaugern verschont. Für euer tapferes Durchhalten danke ich euch.
Wir begannen mit einigen Testaufnahmen des Leuchtturms. Das Bild ganz oben habe ich mit ISO 6400, Blende 2,8 mit 14mm Brennweite und 30 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen. Uns blieb also genug Spielraum für unser Light Painting. 
Zuerst habe ich die weiße Frau (Marla) ins Bild geleuchtet, dann das Lightpainting von ihren Händen aus gemalt, die Treppe blau beleuchtet und zum Schluss Leuchtturm, Rasen, Bäume und Sträucher ausgeleuchtet. Belichtungszeit waren über 5 Minuten bei Blende 8 und ISO 100. Immer begleitet von tausenden von Mücken, aber was macht man nicht alles für ein Light Art Bild. Die Kamera wurde bei diesen Bildern souverän von Erik bedient.
Nicht nur wegen der vielen Mücken haben wir etliche Anläufe bis zum fertigen Bild gebraucht, entweder war die weiße Frau kaum noch zu sehen oder zu deutlich oder ich habe die Ausleuchtung verhauen. Beim neunten Versuch haben wir aufgehört, unter anderen Umständen hätten wir sicher noch weiter versucht das Ergebnis zu verbessern. 

Als Abschluss unserer Reise haben wir dann noch eine Light Painting Session mit den Kindern am Strand von Kloster gemacht. Hier stand eindeutig der Spaß im Vordergrund, und den hatten wir.
Ich danke euch für die schöne gemeinsame Zeit an der Ostsee und freue mich schon auf unsere nächste gemeinsam Reise.

Ich konnte genug Kraft für unsere nächsten Projekte tanken:
Fotofestival Görlitz - www.fotofestival-goerlitz.de/ 

Photokina Light Art Congress phoLAC2016 - www.glpu.de/congress/

Light Painting & Light Art Workshop im Oktober 

Ich freue mich auf euch.

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Kaufhaus Görlitz

In der Nacht vom 23. zum 24. Juli 2016 hatten wir die Möglichkeit dem Kaufhaus in Görlitz einen nächtlichen Besuch abzustatten. Mit dabei waren Lisa O. Xuan, Gunnar Heilmann, Danilo Strauß und seine bezaubernde Tochter, ihnen möchte ich für die Unterstützung und die Verpflegung danken.

Ich bedanke mich beim Management des Kaufhauses Görlitz dafür, dass sie uns die Möglichkeit gaben dieses einzigartige Bauwerk mit unserer Lichtkunst  für eine Nacht aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken.

Das Kaufhaus wurde in den Jahren 1912/1913 im Jugendstil erbaut. Es gehört zu den besterhaltenen Warenhäusern aus dieser Epoche. Seit 2009 steht es leer, eine Eröffnung als Kaufhaus ist für das Jahr 2017 geplant. In der Zwischenzeit wurde es unter anderem für Filmaufnahmen (Grand Budapest Hotel) und verschieden Veranstaltungen genutzt.

http://www.kaufhaus-goerlitz.eu/

Die Firma Meyer Optik Görlitz hat uns für diese Nacht zwei Figmentum f2/35mm zur Verfügung gestellt. Wir hatten somit die Möglichkeit diese ausgiebig im Bereich Langzeitbelichtung und Light Painting zu testen. Die optische Qualität der Objektive ist brilliant; die Bilder sprechen für sich. Mindestens so  beeindruckend wie die optische Qualität war für mich die Qualität der Verarbeitung. Die Objektive werden in Deutschland in Handarbeit hergestellt und das spürt man sofort wenn man sie das erste Mal benutzt. Die Blende und auch der Fokus lassen sich sehr sauber und sicher bedienen, ein wichtiger Punkt wenn man in völliger Dunkelheit fotografiert. 
Einziges Manko: die Objektive haben keine Elektronik verbaut und übertragen somit keine Werte für Brennweite und Blende an die Kamera. Für die Lightpainting und Light Art Fotografie spielt das aber nur ein untergeordnete Rolle. Ich stelle die Blende ein und belichte so lange wie die Performance dauert, Autofokus und Belichtungsmessung sind immer ausgeschaltet.

Die Idee, der Philosophie von Meyer Optik Görlitz treu zu bleiben und ausschließlich manuelle Objektive in der besten optischen und mechanischen Qualität herzustellen ist  auch ein wichtiger Punkt für den Erfolg. Schnelllebige Elektronik gibt es schon mehr als genug. 

 

Die Bilder entstanden mit diesem Objektiv an einer Nikon D750.

 

Mehr Informationen über die Wiederauferstehung dieser Traditionsmarke findet ihr auf der Homepage: http://www.meyer-optik-goerlitz.de/

Relativ kurzfristig bekamen wir die Möglichkeit an diesem einmaligen Ort Light Art Photography und Lightpainting Fotos umzusetzen. Auf Grund vieler anderer Verpflichtungen hatten wir wenig Zeit zur genauen Planung der Bilder. Aber mit einem  Model wie Lisa und einem sehr professionellen Partner wie Gunnar kann man auch mit wenig Vorbereitung coole Bilder machen. 

Die größte Schwierigkeiten bereitete uns das durch das Glasdach und die Schaufenster einfallende Licht der Stadt. Nach einigen Testaufnahmen hatten wir die passenden Einstellungen für Kamera und Objektiv gefunden und es konnte los gehen. Model platziert, Kleid mit dem Lichtpinsel gemalt und mit mehreren verschiedenen Lampen das Kaufhaus ausgeleuchtet. Hört sich einfach an, oder? War es aber nicht, der vierte Versuch war dann einigermaßen zufriedenstellend.

Für das zweite Bild habe ich Lisa in einen Orb gepackt. Die Kamera eine Etage höher, die Ausleuchtung des Kaufhauses geändert, Lisa mit einer Led Lenser M7RX ins Bild geleuchtet und den Orb gedreht. Auch hier seht ihr den vierten Versuch.

"Nebenbei" haben wir dann noch Gunnars Bild des Meisterdiebs umgesetzt, zu bewundern in Gunnars Portfolio bei Facebook .

Im Anschluss daran haben wir noch einige choreografische Fotos des Kaufhauses gemacht: Galerie

 

Ich danke allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit, wir sollten das unbedingt wiederholen.

 

9.August 2016: Ein Artikel in der Sächsischen Zeitung über unseren Kaufhausbesuch: http://www.sz-online.de/nachrichten/malen-mit-licht-3462936.html

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 7: Facebook

 

Jeder ist bei Facebook, oder? Die (theoretische) Reichweite und die Möglichkeiten der Vernetzung zu anderen Seiten sind enorm, kein Vergleich zu den spezialisierten Foto-Galerien.
Aber da sind wir auch schon Beim Hauptproblem bei Facebook: die miserable Darstellung der Bilder. Aus Sicht des Unternehmens ist das natürlich verständlich, es werden jeden Tag viele Millionen Fotos auf Facebook hochgeladen. Speicherplatz kostet Geld, Speicherplatz  kostet Energie und Bandbreite bei der Übertragung. Für 99,9% der Bilder ist auch egal ob Facebook sie kleiner rechnet, das Knipsbild aus dem Mobiltelefon vom Mittagessen oder Haustier ist ohnehin nicht das fotografische Meisterwerk bei dem es auf die bestmögliche Darstellung ankommt. Wenn allerdings ein Light Art Bild, an welchem ich mehrere Stunden oder gar Tage gearbeitet habe, von den Facebook-Optimierungen versaut wird ist das nicht mehr ganz so lustig. Aus diesem Grund teile ich gerne Links zu flickr oder 500px. Das sollte man allerdings nicht ausschließlich so machen. Die Algorithmen, mit denen Facebook meine Beiträge anderen Leuten zeigt sind nicht unbedingt transparent, aber aus meiner Erfahrung sollte man, gerade wenn man dort eine Künstler- oder Firmenseite betreibt, möglichst gemischt Beiträge posten. Also heute einen Link, morgen ein Bild, übermorgen ein Video oder eine Bildergalerie usw.. Somit findet Facebook, dass die Seite interessanter ist und teilt die Beiträge häufiger im Stream von anderen Mitgliedern.

 

Ihr solltet zu euren Bildern einige Worte schreiben und sinnvolle Tags (Light Painting, Light Art Photography, Langzeitbelichtung u.ä) verwenden, auch das erhöht die Reichweite. Personen, mit denen ihr gemeinsam unterwegs wart solltet ihr in euren Bildern markieren. Die Bilder erscheinen dann in der Chronik dieser Personen und werden von deren Freunden gesehen. Wenn ihr die Leute auf eure Homepage lenken wollt packt ihr den Link unter eure Bilder.

Eine gute Idee ist es die Bilder in passenden Gruppen zu teilen. Allerdings solltet ihr nicht euer Bild hochladen und das dann sofort in 20 verschiedenen Gruppen teilen. Wenn ich auch Mitglied in diesen 20 Gruppen bin nervt das einfach und auf keinen Fall schaue ich mir das gleiche Bild zwanzigmal an und drück auf den Daumen. Wenn sich jemand für  das Thema Lightpainting interessiert ist er sicher auch in vielen relevanten Gruppen. Besser ist es das Bild nach dem posten in zwei bis drei Gruppen zu teilen und dann alle ein bis zwei Tage in wenigen weiteren Gruppen zu teilen. Dieses Vorgehen ist natürlich etwas umständlicher weil man den Überblick behalten muss, aber eure Freunde und Follower werden nicht so sehr genervt und bleiben euch eher treu und ihr erreicht trotzdem Leute die nur in wenigen Gruppen Mitglied sind. Ich habe mir zu diesem Zweck eine einfache Tabelle erstellt und hake dann die Gruppen zu jedem Bild ab.

 

Datenschutz ist bei Facebook nicht die erste Priorität, wie bei fast allen anderen Seiten auch. Aber eigentlich ist es ganz einfach, ich poste nur Sachen die ich jedem Menschen der mir gerade auf der Straße über den Weg läuft auch erzählen würde. Alle anderen Versuche meine Daten zu schützen sind meiner Meinung nach zum scheitern verurteilt.

 

Ich bin ja so alt, dass ich schon Freunde hatte bevor es Facebook gab, wie viele meiner Facebook Freunde auch. Oft höre ich, dass sie nur mit Leuten bei Facebook befreundet sind, die sie auch persönlich kennen. Für ein "privates" Konto ist das vielleicht auch 'ne gute Idee. Ich will allerdings, dass möglichst viele Leute meine Bilder sehen und ich will nicht verpassen was die Kollegen so machen, also suche ich mir Freunde mit ähnlichen Interessen. Die allermeisten Freundschaftsanfragen nehme ich ohne großartige Recherche über die Person an. Einzig die Anfragen junger Damen, deren Profil sich auf das zur schaustellen ihrer großvolumigen Brüste beschränkt und bei Herrschaften, die aus ihrer rechten Gesinnung keinen Hehl machen, lehne ich ab.

 

https://www.facebook.com/Lichtkunstfoto

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 6: View Fotocommunity

Im heutigen Artikel geht es um die zweite deutsche Fotocommunity: View. Nach meinen Erfahrungen sind dort nicht annähernd so viele motzende, selbst ernannte Experten unterwegs wie in der fc. Die Akzeptanz sowohl für Light Painting, als auch für Lost Places ist dort recht hoch, ich hatte mittlerweile 15 Bilder auf der Startseite und 3 in der Galerie.

Den Umgangston habe ich bisher meist als sehr freundlich erlebt, die meisten Leute erwarten nach meinem Empfinden auch keine "Gegenleistung" für einen freundlichen Kommentar unter dem Bild.

 

Mit einem kostenlosen Account darf man 5 Bilder pro Woche hochladen, die Gesamtanzahl der Bilder im Portfolio ist nicht beschränkt. Der Premium-Account bietet die Möglichkeit 20 Bilder in der Woche hochzuladen, aber wer macht schon 20 Bilder in der Woche welche die Welt unbedingt gesehen haben muss? Im Gegensatz zur fc dürfte ich mir auch die nackten Mädels anschauen ohne dafür zu zahlen.

 

Aufbau und Gestaltung der Seite finde ich im Vergleich zu den großen, internationalen Seiten wie 500px oder flickr nicht so recht gelungen, vor allem der helle Hintergrund ist der Darstellung der meisten Fotos nicht sehr zuträglich.

 

Sicher ist das nicht die große Nummer wie flickr bei der ich 5000 Klicks für mein Bild bekomme, aber im Großen und Ganzen eine sehr angenehme Community.

 

Über euren Besuch würde ich mich freuen: http://view.stern.de/de/mitglieder/SvenGerard

 

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 5: Pentaprism

 Pentaprism ist auf ähnlich hohem Niveau wie 1X.com. Der größte Unterschied besteht darin, dass die Mitglieder nicht über die publizierten Bilder abstimmen. Diese werden immer von den momentan 13 Kuratoren gewählt.

Man kann täglich ein Bild hochladen, die Auflösung ist mit 1600px fest vorgegeben. Die Kategorien sind  zum Teil recht ungewöhnlich, Analog, Unterwasser, Langzeitbelichtung....

 

Das Pentaprism-Magazin ist meist sehr interessant und nach der Anmeldung auf der Seite könnt ihr das kostenlos runterladen.

 

Über euren Besuch würde ich mich freuen: http://pentaprismcommunity.org/members/svengerard/media/

 

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 4: 1X.com

 

 1X ist eine der härtesten, kuratierten  Fotogalerien im Netz. Wenn ihr wirklich gute Bilder sehen wollt solltet ihr der Seite mal einen Besuch abstatten.

Das Niveau der akzeptierten Bilder ist sehr hoch. Nur ungefähr 5% der eingereichten Bilder, welche fast alle ohnehin schon ein sehr hohes Niveau haben, werden von momentan 14 Kuratoren mit Unterstützung der Mitglieder welche über jedes Bild abstimmen können (veröffentlichen oder nicht) in die Galerie gewählt. Nach welchen Regeln das genau funktioniert ist mir nicht so recht klar.

Neben der perfekten technischen Umsetzung und einer blitzsauberen Bearbeitung landen meist nur  Bilder in der Galerie die eine Geschichte erzählen. Nicht wie in anderen Galerien wo dann schon mal der siebzehnte auf die gleiche langweilige Art fotografierte Eisvogel zu sehen ist.

Einiges finde ich recht undurchsichtig wie z.B. die "Popularität" der Fotos. Bei einigen meiner nicht in die Galerie gewählten Bilder ist diese höher als bei dem veröffentlichten Bild.

 

Mit einem Free-Account kann man alle 7 Tage, wenn ich mich nicht irre, ein Bild hochladen und ins Voting schicken. Mit den verschiedenen Bezahl-Mitgliedschaften sind es 5, 10 oder beliebig viele. Da ich nicht absolut großartige Bilder am Fließband produziere genügt mir die kostenfreie Mitgliedschaft. Wenn ich 5 wirklich gute Bilder im Jahr schaffe bin ich schon sehr zufrieden.

Ein Genre ist nach meiner Wahrnehmung so gut wie gar nicht bei 1X vertreten; Light Painting. Aber ich bin am Ball ;-)

 

Als erstes Bild eines verlassenen Ortes wurde vor einiger Zeit mein Bild "The Chapel" in die Galerie gewählt.

Über euren Besuch auf meiner 1X-Seite würde ich mich sehr freuen. https://1x.com/member/svengerard

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 3: fotocommunity

Die fc kennt jeder, oder? Bis zum letzten Jahr war ich treuer, zahlender Kunde der fc.  Im Moment habe ich dort noch einen Free-Account und schaue so ein bis zwei mal in der Woche dort vorbei.

 

Warum ich die Pro-Mitgliedschaft gekündigt habe:

- die Seite hat sehr häufig extrem lange Ladezeiten, ich habe zuweilen 3 bis 4 Versuche gebraucht um ein Bild hochzualden

- es sind dort immer mehr selbst ernannte Experten unterwegs deren Hauptbeschäftigung darin besteht sich unsachlich, substanzlos und herabwürdigend über Bilder auszulassen die sie nicht verstehen

- für die meisten Schreihälse dort ist nur "ihre" Art der Fotografie sehenswert, da sich mein Hauptschaffen auf Light Art Photography und Lost Place Fotografie beschränkt hatte ich nicht gerade einen leichten Stand zwischen den ganzen Eisvögeln, niedlichen Fuchsbabys, Polarlichtern, sommersprossigen, leicht bekleideten Damen und anderem belanglos fotografiertem Zeugs

- häufig wird an der Seite und den Regeln etwas geändert, meist nicht zum Vorteil der Mitglieder sondern der Sponsoren

- Ein Highlight was mich zwar nicht betrifft aber sicher für viele Fotografinen und Fotografen sehr ärgerlich sein dürfte ist die Tatsache, dass allen Aktfotografen eine bezahlte Mitgliedschaft aufgezwungen wird. Begründet wird das damit, dass die fc sicher stellen will, dass die Betrachter der großvolumigen Brüste mindestens 18 Jahre alt sind. Ich lass mich nicht so gerne Verarschen, ein Altersnachweis funktioniert auch ohne Kohle! Aber das passt ganz gut zum sonstigen Umgang der fc mit ihren Mitgliedern.

 

Warum ich überhaupt noch dort unterwegs bin:

- ich habe einige sehr nette Leute in der fc kennengelernt, den Kontakt zu ihnen möchte ich nicht verlieren

- es gibt dort mehrere Menschen denen meine Bilder gefallen und die ausschließlich in der fc unterwegs sind

 

Also, wenn ihr keinen Bock  auf sinnlose Auseinandersetzungen mit irgendwelchen selbst ernannten Experten habt macht lieber einen großen Bogen um die fc. Light Art Photography und Light Painting wird dort so gut wie nicht wahrgenommen, die Mühe dort Bilder zu posten könnt ihr euch sparen.

Wer trotzdem vorbeischauen will: http://www.fotocommunity.de/fotograf/sven-gerard/

 

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

Teil 2: 500px

Ich hoffe, ihr habt den ersten Teil, in dem es um flickr ging, verdaut und seid bereit für Teil Zwei.

500px ist eine der größten Online-Galerien mit dem Schwerpunkt Fotografie. Mit der kostenlosen Mitgliedschaft könnt ihr 20 Bilder pro Woche hochladen, die Gesamtzahl der Bilder ist nicht begrenzt wenn ich mich nicht irre. In meiner Galerie sind im Moment jedenfalls über 500 Fotos, das sollte für den Anfang genügen.

 

Die Darstellung der Bilder ist gut, der Aufbau der Profilseite ist gut umgesetzt. Seit einiger Zeit gibt es bei 500px Gruppen, deren Bedeutung ist allerdings nicht annähernd so groß wie bei flickr. Zur Suche nach Fotografen mit ähnlichen Interessen sind die Gruppen aber recht nützlich. Bei 500px habt ihr die Möglichkeit eure Bilder zu verkaufen. Ich habe keinerlei Erfahrungen damit, ich lade meine Bilder nur mit max. 1200 Pixel hoch, sie sind somit nicht geeignet für den Verkauf.

 

Wenn ihr unabhängig von irgendwelchen Fans, Groupies und sonstigen euch wohlgesonnenen Leuten wissen wollt ob eure Bilder geil sind ist 500px eine gute Wahl. Das Bewertungssystem der sog. "Pulse" ist auf 24 Stunden angelegt, am zweiten Tag passiert mit eurem Bild nicht mehr viel. Der höchste Puls ist 99,9, wenn ihr über 90 kommt könnt ihr wirklich stolz auf euer fotografisches Meisterwerk sein. 

Sicher kann man mit vielen Followern das Ergebnis etwas beeinflussen, aber wenn ich ein mittelmäßiges Bild hochlade kommt das sicher auch mit 5000 Followern nicht über 80.

Etwas problematisch finde ich bei 500px, dass es immer mal wieder Modeerscheinungen gibt. Man sieht dann wochenlang z.B. hunderte Polarlichter, oder niedliche Füchse. Die erste Seite mit den Bilder mit einem Pulse von 99,9 - ... ist voll mit technisch perfekten aber inhaltlich meist recht belanglosen Bildern.

Aus meiner Erfahrung ist 500px zum Austausch mit anderen Fotografen nicht die erste Wahl.

https://500px.com/svengerard

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Soziale Netzwerke und Online-Galerien

In den nächsten Beiträgen werde ich über meine Erfahrungen in verschiedenen sozialen Netzwerken, Online-Bildergalerien und Communities berichten.

Als erstes ist es ganz gut zu überlegen was man erreichen will.
Meine grundsätzlichen Ziele bei fast allen meiner Onlineaktivitäten:

- möglichst viele Leute sollen meine Bilder sehen

- ich möchte möglichst viel Rückmeldung haben ob meine Bilder nicht nur mir gefallen

- ich möchte sachliche Kritik um bessere Bilder zu machen

- möglichst viele Leute sollen auf meiner Homepage und auf meiner Künstlerseite bei Facebook landen

- ich möchte mich mit netten Leuten austauschen und damit den Zusammenhalt in der Light Painting Gemeinschaft fördern und die Kunstform Light Art Photography einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen

- ich möchte coole Fotos anderer Fotografen sehen

Teil 1: flickr

Flickr ist die vermutlich größte Fotogalerie im Internet. Bei flickr recht viele Follower und somit Betrachter der eigenen Bilder zu bekommen ist recht einfach, wenn man weiß wie's geht. Allerdings ist flickr nicht annähernd so hip und cool wie Instagram, mir als altem Knochen aber ziemlich Schnuppe.
Wenn es euch also wichtig ist, dass möglichst viele Leute eure Bilder anschauen ist flickr die erste Wahl. Es sind dort, nicht wie bei Facebook, Twitter & Co., ausschließlich andere Fotografen und Fotointeressierte unterwegs.

Als erstes solltet ihr möglichst viele Leute gewinnen die euch folgen. Sucht andere Fotografen die ähnliche Interessen haben und folgt ihnen, viele werden euch dann auch folgen. Schaut euch deren Bilder an, kommentiert sie und markiert sie als Favoriten. Ihr solltet das aber nur bei Fotos machen die euch tatsächlich gefallen.

 

Ladet nur eure besten Bilder hoch, wenn ihr zu viele "Aussetzer" zeigt werden sich die meisten Follower von euch abwenden. Ladet nicht zu viele Bilder auf einmal hoch. Wenn ihr 20 sehr ähnlich Bilder auf einmal hochladet wird sich die kaum jemand alle ansehen. Für mich hat sich 1 Bild pro Tag als "sehr effektiv" erwiesen. Ich bin sehr präsent und nerve aber niemanden mit zu vielen Bildern.

 

Da ich nicht nur ein fotografisches Thema habe versuche ich auch abwechselnd Bilder aus den verschiedenen Bereichen hochzuladen, und nicht 20 Tage lang Light Paintings und dann 10 Tage Fotos von Lost Places. Sicher gibt es unter meinen Followern einige die sich nur für eins meiner Themen interessieren, und ich möchte sie möglichst alle bei Laune halten. Mittlerweile finden allerdings einige eingefleischte Urbexer meine Light Art Bilder gut und fangen an sich für das Thema zu interessieren und zu begeistern. Und das freut mich dann am meisten.

Gruppen

Ich teile meine Bilder in recht vielen Gruppen. Die Gruppen sollten unbedingt zu eurem Thema passen, es bringt nichts ein Light Painting in einer Gruppe für Landschaftsfotografie zu posten.  Man kann nicht pauschal sagen ob ein Bild in einer Gruppe mit sehr vielen Mitgliedern, und somit sehr vielen Bildern, mehr Aufmerksamkeit bekommt als in einer Gruppe mit 2000 Mitgliedern welche aber genau die gleichen fotografischen Interessen haben wir ihr.

Schaut euch am Besten erstmal in den Gruppen um in denen die Leute denen ihr folgt ihre Bilder teilen.

Die Anzahl der Gruppen ist so weit ich weiß nicht limitiert, manche meine Bilder sind in über 150 Gruppen. 

 

Sonderfall Award-Gruppen:  In bestimmten Gruppen müsst ihr für jedes Foto welches ihr postet ein oder auch mehrere andere Fotos mit einem vorformulierten Kommentar versehen. Das kann man jetzt gut finden oder nicht, aber meiner Erfahrung nach bringt das recht viel Aufmerksamkeit für die eigenen Bilder.

 

Wenn es für euer spezielles Thema keine Gruppe gibt dann gründet einfach eine und sucht alle Gleichgesinnten und  schickt ihnen 'ne Einladung für eure Gruppe.

Explore

Die meiste Beachtung erfahren die Bilder bei flickr Explore, oder "Entdecken" wie es auf der deutschen Seite heißt. Nach welchen Kriterien die Bilder dafür ausgewählt werden ist recht intransparent. Man kann selbst wenig Einfluss darauf nehmen ob ein Bild bei Explore gezeigt wird. Die Anzahl der Klicks, Favoriten und Kommentare hat höchstwahrscheinlich keinen Einfluss darauf, und wenn dann werden eher Bilder mit wenig Klicks ausgewählt als welche mit 3000 oder mehr. Wenn euer Bild in mehr als 4 bis 5 Gruppen, vor allem Award-Gruppen ist geht die Wahrscheinlichkeit gegen Null, dass es bei Explore gezeigt wird. 

 

Ich poste meist ein Bild und teile es in 1 bis 2 Gruppen. Nach einigen Tagen teile ich das Bild dann in allen relevanten Gruppen. Nach einigen Erfahrungen werden die Bilder meist kurze Zeit nach dem posten für Explore ausgewählt.

Tags

Verseht eure Bilder mit guten, sinnvollen Schlagwörtern. Viele Leute suchen bei flickr selbst aber auch bei Google und anderen Suchmaschinen nach Bildern zu einem bestimmten Thema. Die Anzahl der Tags ist bei flickr nicht begrenzt oder zumindest recht hoch, und mehr als 30 fallen mir meist auch nicht ein.
Die meisten Seiten lesen die Tags aus den Metadaten des Bildes, die einfachste Variante ist also das Bild vor dem Hochladen mit den passenden Tags zu versehen. Wenn ich ein Bild auf 10 verschiedenen Seiten hochladen spare ich mir so einiges Getippe. 

Teilen

Bei flickr habt ihr die Möglichkeit jedes Foto direkt auf Facebook, Tumblr, Twitter und Pinterest zu teilen. Ihr solltet diese Funktion nutzen um Leute von "außen" auf euer Portfolio aufmerksam zu machen und als Follower zu gewinnen. Darüber hinaus könnt ihr über diese Funtkion auch einen Link zum Einbetten auf anderen Seiten, z.B. eurer eigenen Homepage, generieren lassen. 
Ein weiterer Vorteil liegt an der besseren Darstellung der Bilder als z.B bei Facebook, also teile ich meistens den Link zu flickr anstatt das Bild direkt bei Facebook zu posten.

Alben

Speichert eure Bilder in sinnvoll erstellten Alben. Wenn ihr verschiedene Themen habt, Light Art, Lost Places, Landschaften usw. erstellt zu jedem Thema ein Album. Wenn sich jemand für eure Light Art Fotos, aber überhaupt nicht für Landschaften interessiert bietet ihr somit euren Besuchern die Möglichkeit sofort nur das zu sehen was ihn oder sie interessiert. Ein Bild kann in beliebig vielen Alben sein, somit könnt ihr zusätzlich eine für euch selbst passende Struktur aufbauen, alle Bilder aus dem Jahr 2015, oder ähnliches. 

Den Besuchern wird es meist völlig Wumpe sein wann ihr das Bild aufgenommen habt, euch selbst sicher nicht. Allerdings bietet seit einiger Zeit flickr selbst mit der Funktion "Aufnahmen" eine gute Funktion zum filtern der Bilder nach dem Datum, allerdings nur nach dem Upload-Datum. 

Oder ich erstelle ein zusätzliches Album für die Bilder aus meinen Workshops damit die Teilnehmer "ihre" Bilder schnell finden und packe sie dann einmal ins Album "Light Art" oder "Light Painting" und zusätzlich ins Album "Workshop". Die Möglichkeiten zu einer guten Organisation eurer Bilder für euch und eure Besucher sind fast grenzenlos.

Galerien

Galerien bieten die Möglichkeit Bilder anderer Fotografen auf eurer flickr Seite zu speichern. Somit habt ihr eine einfache Möglichkeit Bilder, die euch gut gefallen oder euch inspirieren nach Thema für euch zu speichern. Wenn ihr 5000 Bilder favorisiert habt und eins von vor einem halben Jahr noch mal anschauen wollt werdet ihr diese Funktion schätzen.

Darüber hinaus könnt ihr anderen Fotografen zeigen was euch so gefällt. Bei einer guten Auswahl nutzt das sicher auch wieder eurer Popularität.

Statistiken

Wenn ihr die Kohle für den Pro Account ausgebt habt ihr die Möglichkeit Statistiken anzeigen zu lassen. Ihr seht wie viele Klicks, Favoriten und Kommentare ihr an einem bestimmten Tag, für ein bestimmtes Bild und für die gesamte Zeit bekommen habt.

Fazit

positiv:
- ein großes Publikum

- man bekommt recht einfach viel Aufmerksamkeit

- die Plattform lässt sich recht vernünftig bedienen, die meisten Funktionen sind sehr durchdacht

- es wird nicht dauernd was geändert

- nach meinen Erfahrungen ist flickr, im Gegensatz zu manch anderen Plattformen, relativ frei von irgendwelchen Modeerscheinungen, da gibt es keine Flut von Eichhörnchen, dann sind Füchse modern, dann Polarlichter usw. Vermutlich ist flickr für solche Phänomene zu groß und vor allem zu international.

 

negativ:

- die Rückmeldung zu den Bildern ist oftmals recht emanzipiert von der Güte des Fotos, also wenn ihr unsicher seid ob euer Bild wirklich granatenmässig gut ist könnt ihr das an der Zahl der Klicks und Favoriten nicht ablesen, dafür braucht ihr andere Plattformen, dazu dann mehr in den nächsten Folgen

- um in Kontakt mit anderen Fotografen zu kommen ist flickr auch nicht die erste Wahl, nach meinen Erfahrungen geht es dort recht oberflächlich zu, einen persönlicher Kontakt zu anderen Leuten mit gleichen Interessen konnte ich bisher noch nicht bei flickr herstellen, allerdings hab ich es auch noch nicht so sehr darauf angelegt weil so etwas bei Facebook einfacher geht

- Links unter den Bildern werden meist nicht wahrgenommen und kaum geklickt, es somit recht schwierig die Leute von flickr aus auf eure Homepage oder anderswo hin zu lotsen

 

Ich hoffe, ich konnte etwas zu eurer Erhellung beitragen.

https://www.flickr.com/photos/lichtkunstfoto/

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Logos im Bild

Wieso versauen sich so viele Fotografen ihre Bilder mit irgendwelchen Logos?

Sicher, ich hab in meinem Beispiel ein wenig übertrieben, aber selbst kleiner und "unauffälliger" stört das den Betrachter, zumindest geht es mir so. Und zwar (fast) immer. Und ein Bild wie meins hier wird sich wohl niemand gerne anschauen egal wie geil es eigentlich ist.

 

Der erste Grund könnte sein, dass die Fotografin oder der Fotograf das Bild damit vor unautorisierter Nutzung schützen will. Das würde hier in meinem Fall ganz gut funktionieren. Da sich solch ein Bild aber niemand ansehen würde habe ich eine viel bessere Möglichkeit dieses zu verhindern: ich veröffentliche das Bild überhaupt nicht. Das spart die Zeit zum Reinbasteln des Logos und zum Hochladen und ist der beste Schutz gegen Diebstahl. 

Wenn das Logo dezenter und an einer nicht so bildwichtigen Stelle untergebracht wurde benötigt wahrscheinlich jeder der Photoshop fehlerfrei schreiben kann nur 30 Sekunden um das Logo aus dem Bild zu stempeln oder den Schnitt so zu ändern, dass das Logo nicht mehr sichtbar ist. Also nix mit wirksamem Kopierschutz.

 

Natürlich möchte auch ich nicht, dass meine Bilder auf irgendwelchen russischen Internetseiten zum Verkauf feil geboten werden (wie im letzten Jahr geschehen) und ich nicht einmal einen kleinen Obelix dafür bekomme. Aber diese Herrschaften hindert auch ein Logo im Bild nicht an ihrer Geschäftsidee.

 

Eine gute Idee ist die Bilder nur mit einer recht kleinen Auflösung zu veröffentlichen, ich rechne sie meist auf 1200 Pixel in der Breite runter. Zum Ansehen am Computerkasten genügt das, für einen Print größer als 10x15cm in halbwegs akzeptabler Qualität ist das zu klein.

Eine weitere Möglichkeit sind Internetspione wie z.B. Plaghunter. Diese finden recht zuverlässig Kopien eurer Bilder und rechnen gleich die fällige Vergütung aus.

Wenn ich möchte, dass möglichst viele Leute meine Bilder ansehen und ich einige für meine Art der Fotografie begeistern kann muss ich auch das ein oder andere Risiko eingehen.

 

Grund Zwei: Eitelkeit. Kann ich grundsätzlich gut verstehen. Ich bin allerdings so eitel, dass die geneigten Betrachter meiner Bilder diese als meine identifizieren mögen ohne ein Logo im Bild zu sehen. Wenn die Betrachter meine Bilder ausschließlich am Logo als meine erkennen, sollte ich vielleicht an meinen fotografischen Skills noch etwas feilen. 

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sehr viele Leute irgendwelche Texte aus dem Bild abtippen um mehr über die Fotografin oder den Fotografen zu erfahren. Für diesen Zweck gibt es eine moderne Erfindung: den Link.

 

Und so richtig lustig sind dann Kollegen die bei Workshops die Light Art Performance anderer fotografieren und das Bild dann mit ihrem Logo versauen, veröffentlichen und am Besten bei irgendwelchen Wettbewerben damit Preise gewinnen wollen, wie letztens bei diesem schönen CEWE-Contest.

 

Über den kleinen Bruder des Logos, den Rahmen, ... das verkneife ich mir an dieser Stelle... erstmal

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Welche Lampe?

Welche Lampen benutze ich? 
Ich benutze fast ausschließlich LED-Taschenlampen von LED LENSER für meine Bilder. Sicher, helle Lampen gibt es auch von anderen Herstellern, aber ich habe bisher keine anderen Lampen gefunden, die sich vernünftig fokussieren lassen und das Licht wirklich gleichmäßig genau an die Stelle bringen an der ich es haben will. Im Moment verwende ich einige kleinere Lampen an meine Tools, wie z.B P5R.2, M1, M5 und meine neue Lieblingslampe M3R. Bei manchen Tool verwende ich gelegentlich auch größere Lampen wie M7RX, M7, P7 oder ähnliche. 

Zur eigenen Sicherheit trage ich beim Fotografieren ein Kopflampe, meist eine H7R.2. Auch diese ist fokussierbar und lässt sich stufenlos dimmen.

 

Zur Ausleuchtung der Umgebung benutze ich LED LENSER X21R.2 und X21.2.  Um Akzente zu setzen sind M7RX oder X7R gut geeignet. Um kleine Spots aus größerer Entfernung zu setzen benutze ich die P5R.2, diese hat den kleinsten Fokus und ist für solch eine kleine Lampe sehr hell.

Zur Ausleuchtung mit UV-Licht benutze ich eine umgebaute X21 und eine umgebaute P7. Beide Umbauten stammen von meinen Freunden Heinz-Jörg Wurzbacher und Garry Krätz ( EMD - Electrical Movements in the Dark). Zu kaufen gibt es nichts vergleichbares. Die UV-Lampen, die man so kaufen kann haben nicht diese Leistung und vor allem haben sie kein Fokus-System. Wenn ihr noch 'ne alte X21 habt, und die beiden Jungs gaaanz lieb fragt bauen sie vielleicht auch für euch eine um.

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Live Composite

Das Thema Live Composite oder auch Live Bulb wurde im letzten Jahr in der Light Painting Community sehr kontrovers diskutiert. Die Einen sehen nur die Möglichkeiten mit sehr einfachen Mitteln eine vernünftige Ausleuchtung zu realisieren, die Anderen sind der Meinung, dass das kein Light Painting ist weil das Bild nicht in einer Belichtung, also zwischen dem einmaligen Öffnen und Schließen des Verschlusses, entstanden ist.

 

Was ist das überhaupt?

Bei dieser Technik, die in einigen Kameras integriert ist, wird das Licht in mehreren Aufnahmen addiert. Alles was in dem nächste Bild heller ist als im Bild davor wird sichtbar. Eine recht einfache, komfortable Möglichkeit Light Paintings zu erstellen. Man kann zwischendurch immer mal wieder auf das Display sehen und beurteilen ob man schon genug Licht im Bild hat.

 

Sollte man diese Technik nutzen?

Wenn ich einen Orb nicht sauber drehe hilft mit diese Technik nicht weiter, bei der Ausleuchtung des Raumes aber schon. Ich komme vermutlich schneller zum gewünschten Ergebnis. Im Falle einer Auftragsarbeit kann man das evtl. benutzen, dem Auftraggeber wird in den allermeisten Fällen völlig egal sein wie ich das Bild gemacht habe, den interessiert nur das Ergebnis.

Die meisten Bilder mache ich allerdings nicht für einen Auftraggeber sondern für mich. Und für mich würde ich Live Composite nicht benutzen. 

Als Marathonläufer könnte ich die Strecke auch mit dem Auto fahren. Ich wäre wesentlich schneller am Ziel, aber was ist das für eine Leistung 42km mit dem Auto zu fahren? Das Glücksgefühl und die Befriedigung es geschafft zu haben werde ich nie haben. 

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Warum ich Light Art Fotograf wurde

Vor einigen Jahren, wenn ich mich recht erinnere war es Ende des Jahres 2012, bin ich eher durch Zufall über sehr beeindruckende Lichtkunstfotografien gestolpert. Fotografen haben mit größter Präzision Figuren aus Licht erschaffen und diese durch Ausleuchtung perfekt in die jeweilige Umgebung eingepasst. Sie nannten es LAPP - Light Art Performance Photography.
Mir war, im Gegensatz zu den meisten anderen ungeübten Betrachtern solcher Fotos, sofort klar, dass die Herrschaften das tatsächlich so fotografiert, und nicht irgendwie in Photoshop zusammengebastelt haben. Ich war infiziert, umso mehr Bilder ich mir anschaute desto größer war mein Wunsch auch solche Bilder zu machen. Aber, wie fange ich an, was brauche ich alles? Ich begann also im Internet  zu recherchieren... und fand... fast nichts. Na gut, dachte ich, David Copperfield verrät seine Tricks auch nicht, aber wenn die das können kann ich das auch! Ich fing also an zu experimentieren. Alles was leuchtet in der Wohnung und im Keller zusammen gesucht, in allen möglichen Geschäften nach LED-Spielzeugen ausschau gehalten, einige Leute so lange genervt, dass sie mir bei den Fotos geholfen haben (Danke Erik, Anni und Christian) und dann ging es los. Die ersten Ergebnisse waren dann doch eher ernüchternd, mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich nicht in ein par Wochen Fotos wie JanLeonardo Wöllert machen werde. Gleichzeitig wuchs natürlich meine Bewunderung, weil ich jetzt wusste wie viel Arbeit in diesen Bildern tatsächlich steckt und wie weit ich noch von wirklich guten Bildern entfernt bin. Viele hätten sicher an diesem Punkt aufgegeben, ich wollte bessere Light Art Bilder machen. Das ist immer noch mein Antrieb. Ich will nicht anderen Fotografen Konkurrenz machen. Ich will keine besseren Bilder machen als die Fotografen die mich damals inspiriert haben und das immer noch tun. Ich will morgen ein besseres Bild machen als heute, so einfach ist das.  

Den meisten geneigten Betrachtern meiner Bilder wird der Aufwand für solch ein Foto nicht so recht bewusst sein. Der Aufwand für dieses Foto:
- Bau des Tools für die Kreisscheibe: 1 Stunde

- Bau des Anzugs: 3 Stunden

- Bau des Lichtschwertes: 5 Minuten :-)

- Aufbau der Szene (Scheibe platzieren, Kamerastandpunkt suchen, Lampen für die Ausleuchtung des Raumes platzieren): 2 Stunden

 - Testaufnahmen: 30 Minuten

- das Foto aufnehmen: 10 Sekunden, ja, ich habe das so alles gleichzeitig aufgenommen (Scheibe, mich als Model und die Ausleuchtung)

Nicht mitgerechnet sind dabei die vielen Stunden um überhaupt zu Verstehen wie man ein solches Bild choreografiert.

Material: LED LENSER X21R.2 (300€), X21.2 (200€), X21 EMD UV-Version (unbezahlbar), M7RX (150€), 3 mal M3R (je 50€), 4 Stative (zusammen 850€), Lichtformer für Schwert und Scheibe (30€), Material für den Anzug (50€), Akkus, Batterien, Gaffa, Kabelbinder und anderer Kleinkram (20€), Akkuschrauber (270€) 
Also über 6 Stunden Zeit investiert und Material für ca. 2000€ benutzt, Kamera, Objektiv, Stativ dafür und Fernauslöser nicht mitgerechnet. Das ist also nur etwas für Besessene. Ich hoffe, ich hab jetzt niemanden von euch demotiviert sich auch an solchen Bildern zu versuchen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei JanLeonardo Wöllert, Heinz-Jörg Wurzbacher, Garry Krätz, Ummel und Gus Mercerat für die Inspiration bedanken. Ohne euch und eure Bilder hätte ich mich vermutlich niemals an solchen Fotokunstwerken versucht. Mit einigen der genannten Herrschaften bin ich mittlerweile befreundet, schon alleine dafür hat sich die ganze Mühe gelohnt.

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Wem gehört das Bild?

Der Light Painter führt die Performance im Bild aus und gibt dem Fotografen hinter der Kamera Anweisungen, die dieser ausführt. Wer den größeren Anteil am Schaffensprozess hat ist wohl unstrittig. Allerdings ist laut geltendem Urheberrecht derjenige, der den Auslöser betätigt, der Urheber des Fotos. Ohne Zustimmung des Künstlers darf der Fotograf das Bild allerdings nicht veröffentlichen. Vielen Fotografen, die bisher nicht mit Light Painting in Berührung gekommen sind ist das oftmals nicht klar. Ich kann auch nicht ohne Erlaubnis im Theater oder bei einem Konzert fotografieren und diese Bilder dann veröffentlichen oder gar kommerziell verwerten. Es würde nicht lange dauern bis ich Post vom Anwalt bekomme.

In den meisten Fällen werden sich wohl Lichtkünstler und Fotograf einig sein, da ihr sicher alle eure Partner sorgsam auswählt. Aber denkbar wäre natürlich, dass ein zweiter Fotograf die Szene ungefragt mitfotografiert. Diesem solltet ihr deutlich klar machen, dass er das Bild nicht ohne eure Zustimmung veröffentlichen oder gar verkaufen darf. 

Noch schwieriger wird es wenn mehr als zwei Leute beteiligt sind, vor allem wenn mehrere Light Painter wichtige Teile zum Bild beitragen.

Dieses Bild ist gemeinsam mit den Jungs von Aurora Movement entstanden.  Wir haben mit zwei Kameras gearbeitet, also haben sowohl Aurora Movement als auch ich die gleichen Rechte am Bild. Die Performance haben wir gemeinsam ausgeführt, also sind auch dort die Rechte gleich auf alle Beteiligten verteilt. Sowohl Aurora Movement als auch ich schreiben unter jede  Veröffentlichung dass es sich um eine Gemeinschaftsarbeit handelt. 
Schwierig könnte es allerdings werden wenn beide das Bild bei einem Wettbewerb einreichen und der eine gewinnt den mit 5000€ dotierten Hauptpreis, und der andere gewinnt genau gar nichts. Da wir keine schriftliche Vereinbarung getroffen haben, hat der "Verlierer" keinen Rechtsanspruch  auf Beteiligung am Gewinn. Ich für meinen Teil würde ein Bild, was als Gemeinschaftsarbeit entstanden ist bei keinem Wettbewerb einreichen.

Sollte jemand das Bild für viel Geld kaufen wollen, würde ich das mit den Partnern kurz besprechen und den Erlös 50/50 teilen.  Wenn ihr euch bezüglich eurer Partner nicht sicher seid solltet ihr einen Vertrag machen, egal wie albern das erstmal wirken mag.

Viele noch nicht so sehr erfahrene Light Painter werden sich vermutlich erstmal gar keine Gedanken über solche Dinge machen und sich eher über ihre ersten Erfolge freuen. Das war bei mir nicht anders. Aber irgendwann kommt ihr sicher alle an den Punkt an dem eure Fotos wirklich gut werden und ihr damit Wettbewerbe gewinnen könnt, oder euch jemand Geld für die Bilder zahlt. Wenn ihr dann nicht vorher genaue Vereinbarungen getroffen habt ist der Streit vorprogrammiert. 

 

Ein Sonderfall sind Bilder, die von den Teilnehmern meiner Workshops gemacht werden. Natürlich könnte ich den Teilnehmern die Veröffentlichung der Bilder, in denen ich die Performance ausführe, verbieten, allerdings haben die Teilnehmer viel Geld für den Workshop ausgegeben. Und ich würde es auch gut finden, wenn sie wieder kommen und ihren Freunden erzählen wie cool der Workshop war, also bitte ich sie, zu erwähnen wer die Performance ausgeführt hat. Die Meisten machen das auch, und bei den anderen bin ich meist nachsichtig, die haben's bestimmt nur vergessen...

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Meine Top 10 Fragen zum Thema Light Art Photography 2015

Das Jahr hat zwar noch ein par Tage, aber ich denke, da wird sich nicht mehr so viel ändern. Die Reihenfolge ergibt sich aus der gefühlten Häufigkeit der mir gestellten Fragen.

 

10 

F: Warum fotografierst Du immer in so kaputten Gebäuden?

A: Mach ich doch gar nicht immer. 

Die Idee, in verlassene, spannende, geschichtsträchtige Orte mit meinen Lichtkunstfotografien wieder etwas Leben zu bringen ist ist aber sicher auch total abwegig.

 

9

F: Warum machst Du keine Fotos mit Stahwolle? Warum machst Du keine Domes?

A: Weil ich diesen Effekten nicht so viel abgewinnen kann, um es mal vorsichtig auszudrücken. Außerdem gibt es davon schon Millionen Fotos, ich versuche mich lieber an Sachen von denen es noch keine Youtube-Tutorials gibt.

 

8

F: Warum benutzt du denn keine Olympus Kamera mit dieser tollen Light Composite Funktion?

A: Weil das nichts mit Light Art Photography zu tun hat, ich erstelle meine Fotos während einer einzelnen Belichtung.

7

F: Warum verrätst Du nicht wie Du das gemacht hast?

A: Erstens wäre es dann nur noch halb so spannend für den geneigten Betrachter der Bilder und zweitens bin ich einfach nicht gewillt Wissen, welches ich mir in Monaten oder Jahren mühevoll erarbeitet habe einfach so, ohne Gegenleistung zu transferieren auch wenn Du mich für einen Arsch hältst. Und wenn Du wirklich wissen willst wie es geht kannst Du gerne einen meiner Workshops besuchen.

 

6

F: Ist es schwierig solche Bilder zu machen?

A: Nein, ganz einfach, kann jeder nach einer Kurzeinweisung.

 

5

F: Wie wurde das Licht in Deinem Bild gemacht?

A: Das Licht wurde mit Licht gemacht.

 

4

F: Warum ist Dein Workshop so teuer?

A1: Damit ich mir nächstes Jahr endlich den Zweit-Porsche kaufen kann.

A2: Gut, dann rechnen wir mal:

90€ x 10 Teilnehmer = 900€

minus 19% Umsatzsteuer = 729€

minus Miete für die Location und Aufwandsentschädigung für meinen Assi = 329€

minus Material ausschließlich für den Workshop (Batterien, Verpflegung, Kaffee usw.) = 250€

minus Einkommenssteuer = 175€

Arbeitszeit ca. 20 Stunden ( 5 Stunden Workshop, An- und Abfahrt, Ein- und Ausladen, Vorbereitung, Ankündigung, Webseite programmieren,...). Stundenlohn = 8,75€, wie hoch war noch mal der Mindestlohn in Deutschland? Und das auch nur wenn der Workshop auch ausgebucht ist.

Und die 175€ werden 1:1 in neues Zeug für's Light Painting angelegt.

Warum ich trotzdem Workshops mache? Weil die Begeisterung und Freude der Teilnehmer, nein nicht die Teilnehmer die fragen warum das so teuer ist, unbezahlbar ist. Und wenn nur einer der Teilnehmer später eigene Fotos macht war der Workshop für mich erfolgreich.

Wäre ich nicht in der glücklichen Lage auch nicht unter der Brücke schlafen zu müssen wenn ich nicht 1 Cent damit verdienen würde, hätte ich aber bestimmt eine andere Meinung und meine Workshops wären dann tatsächlich teuer.

 

3

F: Bist Du erfolgreich mit diesen Bildern?

A: Ja.

Obwohl das natürlich eine Frage der Definition von Erfolg ist. Wenn mein Bild unter den Top 10 des Light Painting Award 2015 ist und Kollegen, die wesentlich bessere Bilder als ich abliefern (JanLeonardo Wöllert, Patrick Rochon, EMD, Pala Teth...) meine Bilder gefallen ist das schon ein großer Erfolg für mich.

 

2

F: Kann man von Light Art Photography leben?

A: Sicher kann man das, wenn man gut und fleißig genug ist. Ich kann allerdings nicht davon leben, ich lege es aber auch nicht drauf an. Ich mach lieber Sachen auf die ich Bock habe ohne immer im Hinterkopf zu haben ob, und wie viel Kohle ich damit verdienen kann. Davon mal abgesehen kostet die Ausrüstung auch ein par Taler.

 

1

F: Kannst Du mir kurz erklären wie man solche Lichtobjekte in Photoshop erstellt?

A: Klar kann ich das, nimm einfach den Lightpainting-Brush und mal drauf los.

F: Gibt es denn einen solchen Pinsel in Photoshop?

A: Bestimmt, sonst wärst Du doch nicht auf die Idee gekommen, dass ich meine Bilder in Photoshop zusammengebastelt habe.

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Photonenrotor #27 - 31

Die ersten Light Paintings der Photonenrotor-Serie sind mittlerweile 2 Jahre alt.
Unter Verwendung verschiedener fokussierbarer und pulsierenden bzw. blinkenden Lampen wie z.B Led Lenser M3R, M1 und M5 enstehen diese Lichtgebilde. Das Licht wird  in einer einzelnen Belichtung durch zuvor genau geplante, chorografisch ausgeführte Bewegungen auf den Kamerasensor gemalt - bewegtes Licht, eingefroren in Fotokunstwerken.

Im Gegensatz zu den Bildern aus dem Bereich Light Art Photography wird hier die Umgebung nicht mit ins Bild eingebunden. Alle Bilder der Photonenrotor-Serie findet ihr hier: Galerie Light Painting

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